Quellen der Menschheit

Nārada-Purāṇa (Nāradīya)

Kapitel 77: hanumatkavacanirūpaṇam Die Darlegung des Hanumat-Kavaca (Schutzpanzer-Mantra)

Der Quelltext beginnt (V.1) mit dem versehentlich mitgeführten Schlusskolophon des vorangehenden Kapitels „Kārtavīryakavaca-kathana“ (siehe Anm. zu V.1); ein eigener Schlusskolophon zum vorliegenden Kapitel fehlt im Quelltext, und Vers 52 ist nur zur Hälfte überliefert (siehe Anm. zu V.52).

iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge bṛhadupākhyāne tṛtīyapāde kārtavīryakavacakathanaṃ nāma saptasaptatitomo 'dhyāyaḥ / sanatkumāra uvāca / kārtavīryasya kavacaṃ kathitaṃ te munīśvara / mohavidhvaṃsanaṃ jaitraṃ māruteḥ kavacaṃ śṛṇu

So endet im ehrwürdigen Bṛhannāradīya-Purāṇa, im Pūrvabhāga, in der großen Nebenerzählung, im dritten Pāda, das 77. Kapitel, genannt „Die Erzählung vom Kavaca des Kārtavīrya“. Sanatkumāra sprach: Das Kavaca des Kārtavīrya wurde dir verkündet, o Fürst der Weisen; vernimm nun das Verwirrung zerstörende, siegreiche Kavaca des Māruti (Hanumān).

Wort für Wort
iti śrībṛhannāradīyapurāṇe
so im ehrwürdigen Bṛhannāradīya-Purāṇa
pūrvabhāge bṛhadupākhyāne tṛtīyapāde
im Pūrvabhāga, in der großen Nebenerzählung, im dritten Pāda
kārtavīryakavacakathanaṃ nāma
genannt „Die Erzählung vom Kavaca des Kārtavīrya“
saptasaptatitomo 'dhyāyaḥ
das 77. Kapitel
sanatkumāra uvāca
Sanatkumāra sprach
kārtavīryasya kavacaṃ kathitaṃ te munīśvara
das Kavaca des Kārtavīrya wurde dir verkündet, o Fürst der Weisen
mohavidhvaṃsanaṃ jaitraṃ
das Verwirrung zerstörende, siegreiche
māruteḥ kavacaṃ śṛṇu
vernimm das Kavaca des Māruti (Hanumān)

[Anm.: Dem eigentlichen Beginn des vorliegenden Kapitels geht im Quelltext die Schlusskolophonzeile des vorangehenden (traditionell als 77. gezählten) Kapitels „Kārtavīryakavaca-kathana“ samt Trennlinie voraus – offenbar ein bei der Extraktion mitgeführter Kapitelübergang. Die für das vorliegende, projektintern als Kapitel 77 geführte Stück maßgebliche Titelangabe „hanumatkavacanirūpaṇam“ (78. Adhyāya der Gesamtzählung) stammt aus dem laut Aufgabenstellung vorgegebenen Kolophon und wurde nicht im Quelltext dieses Kapitels selbst gefunden; ein eigener Schlusskolophon fehlt am Ende des Kapitels (vgl. Anm. zu V.52).]

yasya saṃdhāraṇātsadyaḥ sarve naśyantyupadravāḥ / bhūtapretārijaṃ duḥkhaṃ nāśameti na saṃśayaḥ

Durch dessen Tragen vergehen sofort alle Widrigkeiten; das von Unholden (Bhūta), Gespenstern (Preta) und Feinden verursachte Leid vergeht – daran ist kein Zweifel.

Wort für Wort
yasya saṃdhāraṇātsadyaḥ
durch dessen Tragen sofort
sarve naśyantyupadravāḥ
vergehen alle Widrigkeiten
bhūtapretārijaṃ duḥkhaṃ
das von Bhūtas, Pretas und Feinden verursachte Leid
nāśameti na saṃśayaḥ
vergeht – ohne Zweifel

ekadāhaṃ gato draṣṭuṃ rāmaṃ ramayatāṃ varam / ānandavanikāsaṃsthaṃ dhyāyantaṃ svātmanaḥ padam

Einst ging ich, um Rāma zu sehen, den Besten der Erfreuenden, der in der Ānandavanikā (Wonnelaube) weilte und über den Zustand seines eigenen Selbst meditierte.

Wort für Wort
ekadāhaṃ gato draṣṭuṃ
einst ging ich, um zu sehen
rāmaṃ ramayatāṃ varam
Rāma, den Besten der Erfreuenden
ānandavanikāsaṃsthaṃ
in der Ānandavanikā weilend
dhyāyantaṃ svātmanaḥ padam
über den Zustand seines eigenen Selbst meditierend

tatra rāmaṃ ramānāthaṃ pūjitaṃ tridaśeśvaraiḥ / namaskṛtya tadādiṣṭamāsanaṃ sthitavān puraḥ

Dort verehrte ich Rāma, den Gemahl der Ramā (Lakṣmī), der von den Göttern (Tridaśeśvara) verehrt wurde; nachdem ich ihn gegrüßt hatte, nahm ich vor ihm den von ihm angewiesenen Sitz ein.

Wort für Wort
tatra rāmaṃ ramānāthaṃ
dort Rāma, den Gemahl der Ramā
pūjitaṃ tridaśeśvaraiḥ
verehrt von den Göttern
namaskṛtya
nachdem ich (ihn) gegrüßt hatte
tadādiṣṭamāsanaṃ sthitavān puraḥ
nahm ich den von ihm angewiesenen Sitz vor ihm ein

tatra sarvaṃ mayā vṛttaṃ rāvaṇasya vadhāntakam / pṛṣṭaṃ provāca rājendraḥ śrīrāmaḥ svayamādarāt

Dort erfragte ich das ganze Geschehen, das mit der Tötung Rāvaṇas endete; und der Fürst der Könige, Śrīrāma, erzählte selbst mit liebevoller Zuwendung das Erfragte.

Wort für Wort
tatra sarvaṃ mayā vṛttaṃ
dort alles, was sich zugetragen hatte, von mir
rāvaṇasya vadhāntakam
bis zur Tötung Rāvaṇas endend
pṛṣṭaṃ provāca
das Erfragte erzählte
rājendraḥ śrīrāmaḥ svayamādarāt
der Fürst der Könige, Śrīrāma, selbst mit Zuneigung

tataḥ kathānte bhagavānmāruteḥ kavacaṃ dadau / mahyaṃ tatte pravakṣyāmi na prakāśyaṃ hi kutracit

Danach, am Ende der Erzählung, gab mir der Erhabene das Kavaca des Māruti (Hanumān); dieses werde ich nun dir verkünden – es ist fürwahr niemandem sonst zu offenbaren.

Wort für Wort
tataḥ kathānte bhagavān
danach, am Ende der Erzählung, der Erhabene
māruteḥ kavacaṃ dadau
gab das Kavaca des Māruti
mahyaṃ tatte pravakṣyāmi
dieses (mir Gegebene) werde ich dir verkünden
na prakāśyaṃ hi kutracit
es ist ja nirgendwo (sonst) zu offenbaren

bhaviṣyadetannirddiṣṭaṃ bālabhāvena nārada / śrīrāmeṇāñjanāsūnāsūnorbhuktimuktipradāyakam

Dies wurde, o Nārada, von Śrīrāma dem Sohn der Añjanā [?] in kindlicher Weise [?] als für die Zukunft maßgeblich verkündet – ein Kavaca, das Genuss (Bhukti) und Erlösung (Mukti) verleiht.

Wort für Wort
bhaviṣyadetannirddiṣṭaṃ
dies wurde als für die Zukunft (maßgeblich) angezeigt
bālabhāvena nārada
in kindlicher Weise [?], o Nārada
śrīrāmeṇāñjanāsūnoḥ
von Śrīrāma, dem Sohn der Añjanā [?]
bhuktimuktipradāyakam
das Genuss und Erlösung verleiht

[?: Die Wortfügung „āñjanāsūnāsūnoḥ“ ist unklar bzw. wirkt redundant (Doppelung von „Sohn“); vermutlich ist schlicht „āñjanāsūnoḥ“ (des Sohnes der Añjanā, d.h. Hanumāns) gemeint. Auch „bālabhāvena“ (etwa: in kindlicher Haltung/Weise) bleibt in der genauen Nuance unsicher.]

hanumān pūrvataḥ pātu dakṣiṇe pavanātmajaḥ / pātu pratīcyāmakṣaghnaḥ saumye sāgaratārakaḥ

Im Osten möge Hanumān mich schützen, im Süden der Windsohn (Pavanātmaja); im Westen möge der Töter Akṣas mich schützen, im Norden der Meeresüberquerer.

Wort für Wort
hanumān pūrvataḥ pātu
Hanumān möge im Osten schützen
dakṣiṇe pavanātmajaḥ
im Süden der Windsohn
pātu pratīcyāmakṣaghnaḥ
im Westen möge der Töter Akṣas schützen
saumye sāgaratārakaḥ
im Norden der Meeresüberquerer

ūrddha pātu kapiśreṣṭhaḥ kesaripriyanandanaḥ / adhastādviṣṇubhaktastu pātu madhye ca pāvaniḥ

Oben möge der Beste der Affen, der geliebte Sohn Kesarins, mich schützen; unten der Viṣṇu-Verehrer, und in der Mitte der Windsohn (Pāvani).

Wort für Wort
ūrddha pātu kapiśreṣṭhaḥ
oben möge der Beste der Affen schützen
kesaripriyanandanaḥ
der geliebte Sohn Kesarins
adhastādviṣṇubhaktastu pātu
unten möge der Viṣṇu-Verehrer schützen
madhye ca pāvaniḥ
und in der Mitte der Windsohn

laṅkāvidāhakaḥ pātu sarvāpadbhyo nirantaram / sugrīvasacivaḥ pātu mastakaṃ vāyunandanaḥ

Der Verbrenner Laṅkās möge mich unablässig vor allen Gefahren schützen; der Gefährte Sugrīvas, der Windessohn, möge meinen Kopf schützen.

Wort für Wort
laṅkāvidāhakaḥ pātu
der Verbrenner Laṅkās möge schützen
sarvāpadbhyo nirantaram
unablässig vor allen Gefahren
sugrīvasacivaḥ pātu mastakaṃ
der Gefährte Sugrīvas möge den Kopf schützen
vāyunandanaḥ
der Windessohn

bhālaṃ pātu mahāvīro bhruvormadhye nirantaram / netre chāyāpahārī ca pātu naḥ plavageśvaraḥ

Die Stirn möge der große Held beständig schützen, zwischen den Augenbrauen; die Augen möge uns der Schattenräuber, der Herr der Affen, schützen.

Wort für Wort
bhālaṃ pātu mahāvīro
die Stirn möge der große Held schützen
bhruvormadhye nirantaram
beständig zwischen den Augenbrauen
netre chāyāpahārī ca pātu naḥ
die Augen möge uns der Schattenräuber schützen
plavageśvaraḥ
der Herr der Affen

kapolau karṇamūle ca pātu śrīrāmakiṅkaraḥ / nāsāgramañjanāsūnuḥ pātu vaktraṃ harīśvaraḥ

Die Wangen und Ohrwurzeln möge der Diener Śrīrāmas schützen; die Nasenspitze möge der Sohn der Añjanā schützen, das Antlitz der Herr der Affen.

Wort für Wort
kapolau karṇamūle ca
die Wangen und Ohrwurzeln
pātu śrīrāmakiṅkaraḥ
möge der Diener Śrīrāmas schützen
nāsāgramañjanāsūnuḥ pātu
die Nasenspitze möge der Sohn der Añjanā schützen
vaktraṃ harīśvaraḥ
das Antlitz der Herr der Affen

pātu kaṇṭhe tu daityāriḥ skandhau pātu surārijit / bhujau pātu mahātejāḥ karau ca caraṇāyudhaḥ

Am Hals möge mich der Feind der Daityas schützen, die Schultern der Bezwinger der Götterfeinde; die Arme möge der Glanzvolle schützen, die Hände der, dessen Waffe die Füße sind.

Wort für Wort
pātu kaṇṭhe tu daityāriḥ
am Hals möge der Feind der Daityas schützen
skandhau pātu surārijit
die Schultern möge der Bezwinger der Götterfeinde schützen
bhujau pātu mahātejāḥ
die Arme möge der Glanzvolle schützen
karau ca caraṇāyudhaḥ
und die Hände der, dessen Waffe die Füße sind

nakhānnākhāyudhaḥ pātu kukṣau pātu kapīśvaraḥ / vakṣo mudrāpahārī ca pātu pārśve bhujāyudhaḥ

Die Nägel möge der, dessen Waffe die Krallen sind, schützen, die Weichen der Herr der Affen; die Brust möge der Überbringer des Siegelrings [?] schützen, die Seiten der, dessen Waffe der Arm ist.

Wort für Wort
nakhānnākhāyudhaḥ pātu
die Nägel möge der Krallenbewaffnete schützen
kukṣau pātu kapīśvaraḥ
die Weichen möge der Herr der Affen schützen
vakṣo mudrāpahārī ca pātu
die Brust möge der Siegelring-Überbringer [?] schützen
pārśve bhujāyudhaḥ
die Seiten der, dessen Waffe der Arm ist

[?: „mudrāpahārī“ wörtl. „der den Siegelring Entwendende/Wegtragende“ – vermutlich Anspielung auf Hanumāns Überbringung von Rāmas Ring an Sītā bzw. seine Rückkehr mit ihrem Schmuckstein (Cūḍāmaṇi).]

laṅkānibhañjanaḥ pātu pṛṣṭadeśe nirantaram / nābhiṃ śrīrāmabhaktastu kaṭiṃ pātvanilātmajaḥ

Der Zerstörer Laṅkās [?] möge unablässig den Rücken schützen; den Nabel der Śrīrāma-Verehrer, die Hüfte möge der Windsohn schützen.

Wort für Wort
laṅkānibhañjanaḥ pātu
der Zerstörer Laṅkās [?] möge schützen
pṛṣṭadeśe nirantaram
unablässig den Rückenbereich
nābhiṃ śrīrāmabhaktastu
den Nabel der Śrīrāma-Verehrer
kaṭiṃ pātvanilātmajaḥ
die Hüfte möge der Windsohn schützen

[?: „laṅkānibhañjanaḥ“ ist als Kompositum unklar; sinngemäß als „Zerstörer (der Bauten) Laṅkās“ wiedergegeben, vgl. das häufigere „laṅkāprāsādabhañjana“ in V.16 und V.36.]

guhyaṃ pātu mahāprajñaḥ sakthinī atithipriyaḥ / ūrū ca jānunī pātu laṅkāprāsādabhañjanaḥ

Das Geheimglied möge der Hochweise schützen, die Hüften der Gastfreundliche; die Schenkel und Knie möge der Zerstörer der Paläste Laṅkās schützen.

Wort für Wort
guhyaṃ pātu mahāprajñaḥ
das Geheimglied möge der Hochweise schützen
sakthinī atithipriyaḥ
die Hüften der Gastfreundliche
ūrū ca jānunī pātu
die Schenkel und Knie möge schützen
laṅkāprāsādabhañjanaḥ
der Zerstörer der Paläste Laṅkās

jaṅghe pātu kapiśreṣṭho gulphau pātu mahābalaḥ / acaloddhārakaḥ pātu pādau bhāskarasannibhaḥ

Die Unterschenkel möge der Beste der Affen schützen, die Knöchel der Starkkräftige; die Füße möge der Bergentwurzler schützen, der wie die Sonne leuchtet.

Wort für Wort
jaṅghe pātu kapiśreṣṭho
die Unterschenkel möge der Beste der Affen schützen
gulphau pātu mahābalaḥ
die Knöchel möge der Starkkräftige schützen
acaloddhārakaḥ pātu pādau
die Füße möge der Bergentwurzler schützen
bhāskarasannibhaḥ
der wie die Sonne leuchtet

aṅgāni pātu sattvāḍhyaḥ pātu pādāṅgulīḥ sadā / mukhāṅgāni mahāśūraḥ pātu romāṇi cātmavān

Die Glieder möge der an Wesenskraft (Sattva) Reiche schützen, stets auch die Zehen; die Teile des Antlitzes möge der große Held schützen, und die Körperhaare der Selbstbeherrschte.

Wort für Wort
aṅgāni pātu sattvāḍhyaḥ
die Glieder möge der an Wesenskraft Reiche schützen
pātu pādāṅgulīḥ sadā
stets möge er auch die Zehen schützen
mukhāṅgāni mahāśūraḥ pātu
die Teile des Antlitzes möge der große Held schützen
romāṇi cātmavān
und die Körperhaare der Selbstbeherrschte

divārātrau trilokeṣu sadāgatiluto 'vatu / sthitaṃ vrajantamāsīnaṃ pibantaṃ jakṣataṃ kapiḥ

Bei Tag und Nacht, in den drei Welten, möge der stets Bewegliche [?] Affe(nfürst) mich schützen, sei ich stehend, gehend, sitzend, trinkend oder essend.

Wort für Wort
divārātrau trilokeṣu
bei Tag und Nacht, in den drei Welten
sadāgatiluto 'vatu
der stets Bewegliche [?] möge schützen
sthitaṃ vrajantamāsīnaṃ
stehend, gehend, sitzend
pibantaṃ jakṣataṃ kapiḥ
trinkend, essend – der Affe(nfürst)

[?: „sadāgatiluto“ ist unklar; sinngemäß als „sadāgatiyutaḥ“ (mit stetem Gang begabt) rekonstruiert.]

lokottaraguṇaḥ śrīmān pātu tryaṃbakasaṃbhavaḥ / pramattamapramattaṃ vā śayānaṃ gahaneṃ'buni

Der von überweltlichen Tugenden Glanzvolle, aus Tryambaka (Śiva) Entsprossene, möge mich schützen, sei ich unachtsam oder achtsam, liegend im Dickicht oder im Wasser,

Wort für Wort
lokottaraguṇaḥ śrīmān
der von überweltlichen Tugenden Glanzvolle
pātu tryaṃbakasaṃbhavaḥ
möge der aus Tryambaka (Śiva) Entsprossene schützen
pramattamapramattaṃ vā
sei ich unachtsam oder achtsam
śayānaṃ gahaneṃ'buni
liegend im Dickicht oder im Wasser

sthaleṃ'tarikṣe hyagnau vā parvate sāgare drume / saṃgrāme saṃkaṭe ghore virāṅrūpadharo 'vatu

auf festem Land, im Luftraum, im Feuer, auf dem Berg, im Meer, im Baum, in der Schlacht und in furchtbarer Bedrängnis möge mich der Träger der Virāṭ-Gestalt schützen.

Wort für Wort
sthaleṃ'tarikṣe hyagnau vā
auf festem Land, im Luftraum, im Feuer
parvate sāgare drume
auf dem Berg, im Meer, im Baum
saṃgrāme saṃkaṭe ghore
in der Schlacht, in furchtbarer Bedrängnis
virāṅrūpadharo 'vatu
der Träger der Virāṭ-Gestalt möge schützen

ḍākinīśākinīmārīkālarātrimarīcikāḥ / śayānaṃ māṃ vibhuḥ pātu piśācoragarākṣasīḥ

Vor Ḍākinīs, Śākinīs, der Seuchengöttin Mārī, Kālarātri und Trugbildern (Marīcikā), vor Piśācas, Schlangendämonen und Rākṣasīs möge der Allmächtige mich, den Liegenden, schützen.

Wort für Wort
ḍākinīśākinīmārī
vor Ḍākinīs, Śākinīs, (der Seuchengöttin) Mārī
kālarātrimarīcikāḥ
vor Kālarātri und Trugbildern
śayānaṃ māṃ vibhuḥ pātu
möge der Allmächtige mich, den Liegenden, schützen
piśācoragarākṣasīḥ
vor Piśācas, Schlangendämonen und Rākṣasīs

divyadehadharo dhīmānsarvasattvabhayaṅkaraḥ / sādhakendrāvanaḥ śaśvatpātu sarvata eva mām

Der einen göttlichen Leib trägt, der Weise, der allen Wesen Furcht einflößt, der Beschützer der Besten der Sādhakas, möge mich für immer von allen Seiten schützen.

Wort für Wort
divyadehadharo dhīmān
der einen göttlichen Leib trägt, der Weise
sarvasattvabhayaṅkaraḥ
der allen Wesen Furcht einflößt
sādhakendrāvanaḥ
der Beschützer der Besten der Sādhakas
śaśvatpātu sarvata eva mām
möge mich für immer von allen Seiten schützen

yadrūpaṃ bhīṣaṇaṃ dṛṣṭvā palāyante bhayānakāḥ / sa sarvarūpaḥ sarvajñaḥ sṛṣṭisthitikaro 'vatu

Er, dessen furchtbare Gestalt selbst die Schrecklichen erblicken und fliehen – er, der Allgestaltige, Allwissende, der Schöpfung und Erhaltung bewirkt, möge mich schützen.

Wort für Wort
yadrūpaṃ bhīṣaṇaṃ dṛṣṭvā
dessen furchtbare Gestalt erblickend
palāyante bhayānakāḥ
fliehen selbst die Schrecklichen
sa sarvarūpaḥ sarvajñaḥ
er, der Allgestaltige, Allwissende
sṛṣṭisthitikaro 'vatu
der Schöpfung und Erhaltung bewirkt, möge schützen

svayaṃ brahmā svayaṃ viṣṇuḥ sākṣāddevo maheśvaraḥ / sūryamaṇḍalagaḥ śrīdaḥ pātu kālatraye 'pi mām

Er, der selbst Brahmā, selbst Viṣṇu, leibhaftig der Gott Maheśvara ist, der im Sonnenrund weilt und Glück verleiht, möge mich in allen drei Zeiten schützen.

Wort für Wort
svayaṃ brahmā svayaṃ viṣṇuḥ
selbst Brahmā, selbst Viṣṇu
sākṣāddevo maheśvaraḥ
leibhaftig der Gott Maheśvara
sūryamaṇḍalagaḥ śrīdaḥ
im Sonnenrund weilend, Glück verleihend
pātu kālatraye 'pi mām
möge mich in allen drei Zeiten schützen

yasya śabdamupākarṇya daityadānavarākṣasāḥ / devā manuṣyāstiryañcaḥ sthāvarā jaṅgamāstathā

Vernehmen die Daityas, Dānavas und Rākṣasas dessen Laut, ebenso Götter, Menschen, Tiere, unbewegliche und bewegliche Wesen,

Wort für Wort
yasya śabdamupākarṇya
dessen Laut vernehmend
daityadānavarākṣasāḥ
Daityas, Dānavas, Rākṣasas
devā manuṣyāstiryañcaḥ
Götter, Menschen, Tiere
sthāvarā jaṅgamāstathā
unbewegliche und ebenso bewegliche Wesen

sabhayā bhayanirmuktā bhavanti svakṛtānugāḥ / yasyānekakathāḥ puṇyāḥ śrūyante pratikalpake

so werden sie, die zunächst Furchtsamen, von der Furcht befreit, ihrem eigenen Tun entsprechend [?]; dessen zahlreiche heilige Geschichten werden in jedem Weltzeitalter vernommen.

Wort für Wort
sabhayā bhayanirmuktā bhavanti
die Furchtsamen werden von der Furcht befreit
svakṛtānugāḥ
ihrem eigenen Tun entsprechend [?]
yasyānekakathāḥ puṇyāḥ
dessen zahlreiche heilige Geschichten
śrūyante pratikalpake
werden in jedem Weltzeitalter vernommen

[?: „svakṛtānugāḥ“ (etwa: dem eigenen [früheren] Tun folgend/entsprechend) bleibt in der genauen Beziehung zum Satzganzen unsicher.]

so 'vatātsādhakaśreṣṭhaṃ sadā rāmaparāyaṇamaḥ / vaidhātradhātṛprabhṛti yatkiñciddṛśyate 'tyalam

Er möge den Besten der Sādhakas beschützen, den stets Rāma ergebenen. Angefangen von Brahmā, dem Schöpfer (Vidhātṛ), bis herab zum Kleinsten – alles, was irgend sichtbar ist, (durchdringt er).

Wort für Wort
so 'vatātsādhakaśreṣṭhaṃ
er möge den Besten der Sādhakas beschützen
sadā rāmaparāyaṇamaḥ
den stets Rāma ergebenen
vaidhātradhātṛprabhṛti
angefangen von Brahmā, dem Schöpfer
yatkiñciddṛśyate 'tyalam
alles, was irgend, auch das Geringste, sichtbar ist

[Anm.: „rāmaparāyaṇamaḥ“ zeigt eine metrisch bedingte Endung (statt regulär „rāmaparāyaṇam“); Sinn dadurch unberührt.]

viddhvi vyāptaṃ yathā kīśarūpeṇānañjanena tat / yo vibhuḥ so 'hameṣo 'haṃ svīyaḥ svayamaṇurbṛhat

Wisse [?]: So wie dies (die Schöpfung) von der makellosen [?] Affengestalt durchdrungen ist – „Der Alldurchdringende, der bin ich, dieser bin ich, der Eigene, der selbst zugleich atomklein und unermesslich groß ist.“

Wort für Wort
viddhvi vyāptaṃ yathā
wisse [?]: so wie durchdrungen ist
kīśarūpeṇānañjanena tat
dies von der makellosen [?] Affengestalt
yo vibhuḥ so 'hameṣo 'haṃ
der Alldurchdringende, der bin ich, dieser bin ich
svīyaḥ svayamaṇurbṛhat
der Eigene, selbst zugleich atomklein und groß

[?: „viddhvi“ vermutlich Schreibvariante zu „viddhi“ (wisse!, Imperativ). „anañjanena“ (wörtl. „unbefleckt, makellos“, aus an- + añjana) ist in seiner genauen Bezugnahme unsicher – denkbar auch ein Wortspiel mit „Añjanā“ (Hanumāns Mutter), im Sinne einer über die irdische Herkunft hinausgehenden, reinen Gestalt.]

ṛgyajuḥsāmarūpaśca praṇavastrivṛdadhvaraḥ / tasmai svasmai ca sarvasmai nato 'smyātmasamādhinā

Und er, der die Gestalt der Ṛg-, Yajur- und Sāmaveden trägt, der Praṇava (Oṃ), das dreifache Opfer – ihm, dem eigenen Selbst und dem Allumfassenden, verneige ich mich in der Versenkung des Selbst.

Wort für Wort
ṛgyajuḥsāmarūpaśca
und der die Gestalt von Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda hat
praṇavastrivṛdadhvaraḥ
der Praṇava (Oṃ), das dreifache Opfer
tasmai svasmai ca sarvasmai
ihm, dem eigenen Selbst und dem Allumfassenden
nato 'smyātmasamādhinā
verneige ich mich in der Versenkung des Selbst

anekānantabrahmāṇḍadhṛte brahmasvarūpiṇe / samīraṇātmane tasmai nato 'smyātmasvarūpiṇe

Dem Träger der zahllosen, endlosen Weltensphären (Brahmāṇḍa), dem von der Wesensform des Brahman, dem, dessen Wesen der Wind ist – ihm, dem in Wesensform des höchsten Selbst, verneige ich mich.

Wort für Wort
anekānantabrahmāṇḍadhṛte
dem Träger der zahllosen, endlosen Weltensphären
brahmasvarūpiṇe
dem von der Wesensform des Brahman
samīraṇātmane tasmai
dem, dessen Wesen der Wind ist, ihm
nato 'smyātmasvarūpiṇe
verneige ich mich, dem in Wesensform des Selbst

namo hanumate tasmai namo mārutasūnave / namaḥ śrīrāmabhaktāya śyāmāya mahate namaḥ

Verehrung sei ihm, Hanumat, Verehrung dem Sohn des Windgottes (Māruti), Verehrung dem Śrīrāma-Verehrer, Verehrung dem dunkelfarbigen Großen.

Wort für Wort
namo hanumate tasmai
Verehrung sei ihm, Hanumat
namo mārutasūnave
Verehrung dem Sohn des Windgottes
namaḥ śrīrāmabhaktāya
Verehrung dem Śrīrāma-Verehrer
śyāmāya mahate namaḥ
Verehrung dem dunkelfarbigen Großen

namo vānara vīrāya sugrīvasakhyakāriṇe / saṃkāvidahanāyātha mahāsāgaratāriṇe

Verehrung dem Affenhelden, der die Freundschaft mit Sugrīva stiftete, dem Verbrenner Laṅkās [?] und dem Überquerer des großen Ozeans.

Wort für Wort
namo vānara vīrāya
Verehrung dem Affenhelden
sugrīvasakhyakāriṇe
der die Freundschaft mit Sugrīva stiftete
saṃkāvidahanāyātha
und dem Verbrenner Laṅkās [?]
mahāsāgaratāriṇe
dem Überquerer des großen Ozeans

[?: „saṃkāvidahanāya“ ist als Lesart unklar; vermutlich verderbt aus „laṅkāvidahanāya“ (dem, der Laṅkā in Brand steckte), vgl. V.10 „laṅkāvidāhakaḥ“.]

sītāśokavināśāya rāmamudrādharāya ca / rāvaṇāntanidānāya namaḥ sarvottarātmane

Dem Vernichter von Sītās Kummer, dem Träger von Rāmas Siegelring, der Ursache für Rāvaṇas Ende – Verehrung dem, dessen Wesen über alles erhaben ist.

Wort für Wort
sītāśokavināśāya
dem Vernichter von Sītās Kummer
rāmamudrādharāya ca
und dem Träger von Rāmas Siegelring
rāvaṇāntanidānāya
der Ursache für Rāvaṇas Ende
namaḥ sarvottarātmane
Verehrung dem über alles erhabenen Selbst

meghanādamakhadhvaṃsakāraṇāya namonamaḥ / aśokavanavidhvaṃsakāriṇe jayadāyine

Verehrung, Verehrung dem, der die Zerstörung von Meghanādas Opferritual bewirkte, dem Zerstörer des Aśoka-Hains, dem Sieg-Verleihenden.

Wort für Wort
meghanādamakhadhvaṃsakāraṇāya
dem Verursacher der Zerstörung von Meghanādas Opfer
namonamaḥ
Verehrung, Verehrung
aśokavanavidhvaṃsakāriṇe
dem Zerstörer des Aśoka-Hains
jayadāyine
dem Sieg-Verleihenden

vāyuputrāya vīrāya ākāśodaragāmine / vanapālaśiraśchetre laṅkāprāsādabhañjine

Dem Windsohn, dem Helden, der den Luftraum durchquert, dem Abschläger der Häupter der Waldwächter, dem Zerstörer der Paläste Laṅkās.

Wort für Wort
vāyuputrāya vīrāya
dem Windsohn, dem Helden
ākāśodaragāmine
der den Luftraum (den Schoß des Himmels) durchquert
vanapālaśiraśchetre
dem Abschläger der Häupter der Waldwächter
laṅkāprāsādabhañjine
dem Zerstörer der Paläste Laṅkās

jvalatkāñcanavarṇāya dīrghalāṅgūladhāriṇe / saumitrijayadātre ca rāmadūtāya te namaḥ

Dem von der Farbe glühenden Goldes, dem Träger eines langen Schweifes, dem Sieg-Verleiher an Saumitri (Lakṣmaṇa) und dem Boten Rāmas – dir sei Verehrung.

Wort für Wort
jvalatkāñcanavarṇāya
dem von der Farbe glühenden Goldes
dīrghalāṅgūladhāriṇe
dem Träger eines langen Schweifes
saumitrijayadātre ca
und dem Sieg-Verleiher an Saumitri (Lakṣmaṇa)
rāmadūtāya te namaḥ
dem Boten Rāmas sei dir Verehrung

akṣasya vadhakartre ca brahmaśastranivāriṇe / lakṣmaṇāṅgamahāśaktijātakṣatavināśine

Dem Vollbringer der Tötung Akṣas, dem Abwehrer der Brahmā-Waffe, dem Heiler der Wunde, die an Lakṣmaṇas Leib durch die mächtige Śakti-Waffe entstand.

Wort für Wort
akṣasya vadhakartre ca
und dem Vollbringer der Tötung Akṣas
brahmaśastranivāriṇe
dem Abwehrer der Brahmā-Waffe
lakṣmaṇāṅgamahāśaktijāta
an Lakṣmaṇas Leib durch die große Śakti entstanden
kṣatavināśine
dem Heiler (Vernichter) der Wunde

rakṣoghnāya ripughnāya bhūtaghnāya namonamaḥ / ṛkṣavānaravīraughaprāsādāya namonamaḥ

Verehrung, Verehrung dem Töter der Rākṣasas, dem Töter der Feinde, dem Töter der Unholde; Verehrung, Verehrung dem, der den Scharen der Bären- und Affenhelden Zuflucht und Gnade ist [?].

Wort für Wort
rakṣoghnāya ripughnāya
dem Töter der Rākṣasas, dem Töter der Feinde
bhūtaghnāya namonamaḥ
dem Töter der Unholde, Verehrung, Verehrung
ṛkṣavānaravīraughaprāsādāya
dem, der den Scharen der Bären- und Affenhelden Zuflucht/Gnade ist [?]
namonamaḥ
Verehrung, Verehrung

[?: „prāsāda“ kann sowohl „Palast/Zuflucht“ als auch „Gnade, Gunst“ bedeuten; beide Nuancen sind hier denkbar und wurden zusammengeführt wiedergegeben.]

parasainyabalaghnāya śastrāstraghnāya te namaḥ / viṣaghnāya dviṣaghnāya bhayaghnāya namonamaḥ

Dem Vernichter der Kraft feindlicher Heere, dem Vernichter von Waffen und Geschossen sei dir Verehrung; Verehrung, Verehrung dem Vernichter von Gift, dem Vernichter von Feindschaft, dem Vernichter von Furcht.

Wort für Wort
parasainyabalaghnāya
dem Vernichter der Kraft feindlicher Heere
śastrāstraghnāya te namaḥ
dem Vernichter von Waffen und Geschossen sei dir Verehrung
viṣaghnāya dviṣaghnāya
dem Vernichter von Gift, dem Vernichter von Feindschaft
bhayaghnāya namonamaḥ
dem Vernichter von Furcht, Verehrung, Verehrung

mahīripubhayaghnāya bhaktatrāṇaikakāriṇa / parapreritamantrāṇāṃ mantrāṇāṃ staṃbhakāriṇe

Dem Vernichter der Furcht vor irdischen Feinden, dem alleinigen Beschützer der Hingegebenen, dem Bannbrecher der von Gegnern gesandten Zaubersprüche.

Wort für Wort
mahīripubhayaghnāya
dem Vernichter der Furcht vor irdischen Feinden
bhaktatrāṇaikakāriṇa
dem alleinigen Beschützer der Hingegebenen
parapreritamantrāṇāṃ mantrāṇāṃ
der von Gegnern gesandten Zaubersprüche
staṃbhakāriṇe
dem Bannbrecher (Lähmenden)

[Anm.: „bhaktatrāṇaikakāriṇa“ zeigt eine unregelmäßige, kurz endende Form anstelle des regulären Dativs „-kāriṇe“; metrisch bedingte Variante, Sinn unberührt.]

payaḥ pāṣāṇataraṇakāraṇāya namonamaḥ / bālārkamaṇḍalagrāsakāriṇe duḥkhahāriṇe

Verehrung, Verehrung dem Urheber dafür, dass Steine auf dem Wasser schwammen, dem, der einst die junge Sonnenscheibe verschlang, dem Leidvertreiber.

Wort für Wort
payaḥ pāṣāṇataraṇakāraṇāya
dem Urheber des Schwimmens der Steine auf dem Wasser
namonamaḥ
Verehrung, Verehrung
bālārkamaṇḍalagrāsakāriṇe
dem, der die junge Sonnenscheibe verschlang
duḥkhahāriṇe
dem Leidvertreiber

nakhāyudhāya bhīmāya dantāyudhadharāya ca / vihṝṅgamāya śavāya vajradehāya te namaḥ

Dem, dessen Waffe die Krallen sind, dem Furchtbaren, dem Träger der Zähne als Waffe, dem Vogelgleichen [?] Himmelswanderer, dem [?] (Lesart unklar), dem diamantharten Leib – dir sei Verehrung.

Wort für Wort
nakhāyudhāya bhīmāya
dem Krallenbewaffneten, dem Furchtbaren
dantāyudhadharāya ca
und dem Träger der Zähne als Waffe
vihṝṅgamāya śavāya
dem Vogelgleichen [?], dem [?] (unklare Lesart)
vajradehāya te namaḥ
dem diamantharten Leib sei dir Verehrung

[?: „vihṝṅgamāya“ ist als Schreibform unklar, vermutlich verderbt aus „vihaṅgamāya“ (dem Vogelgleichen, Luftdurchquerenden). „śavāya“ (wörtl. „dem Leichnam“) ergibt an dieser Stelle keinen sicheren Sinn und wird als unsichere bzw. verderbte Lesart markiert.]

pratigrāmasthitāyātha bhūtapretavadhārthine / karasthaśailaśastrāya rāma śastrāya te namaḥ

Und dem, der in jedem Dorfe gegenwärtig ist, dem auf die Vernichtung von Unholden und Gespenstern Bedachten, dem, der einen Berg als Waffe in Händen trägt, dem, dessen Waffe Rāma ist – dir sei Verehrung.

Wort für Wort
pratigrāmasthitāyātha
und dem, der in jedem Dorf gegenwärtig ist
bhūtapretavadhārthine
dem auf die Tötung von Unholden und Gespenstern Bedachten
karasthaśailaśastrāya
dem, der einen Berg als Waffe in Händen trägt
rāma śastrāya te namaḥ
dem, dessen Waffe Rāma ist, sei dir Verehrung

kaupīnavāsase tubhyaṃ rāmabhaktiratāya ca / dakṣiṇāśābhāskarāya satāṃ candrodayātmane

Dir, der nur das Lendentuch trägt, dem an der Liebe zu Rāma Erfreuten, dem Sonnenlicht der südlichen Richtung, dem, der für die Rechtschaffenen wie ein Mondaufgang ist.

Wort für Wort
kaupīnavāsase tubhyaṃ
dir, der nur das Lendentuch trägt
rāmabhaktiratāya ca
und dem an der Hingabe zu Rāma Erfreuten
dakṣiṇāśābhāskarāya
dem Sonnenlicht der südlichen Richtung
satāṃ candrodayātmane
dem, der für die Rechtschaffenen wie ein Mondaufgang ist

kṛtyākṣatavyathāghnāya sarvakleśaharāya ca / svāmyājñāpārthasaṃgrāmasakhyasaṃjayakāriṇe

Dem Vernichter der durch Zauberwerk verursachten Wunden und Schmerzen, dem Beseitiger allen Leids, dem, der auf Geheiß des Herrn durch die Freundschaft mit Pārtha (Arjuna) den Sieg in der Schlacht erwirkte,

Wort für Wort
kṛtyākṣatavyathāghnāya
dem Vernichter der durch Zauberwerk verursachten Wunden und Schmerzen
sarvakleśaharāya ca
und dem Beseitiger allen Leids
svāmyājñāpārthasaṃgrāma
auf Geheiß des Herrn, in der Schlacht mit Pārtha
sakhyasaṃjayakāriṇe
durch Freundschaft den Sieg bewirkend

bhaktānāṃ divyavādeṣu saṃgrāme jayakāriṇe / kilkilāvuvakārāya ghoraśabdakarāya ca

Dem, der seinen Hingegebenen in Gottesurteilen [?] und in der Schlacht den Sieg verleiht, dem Hervorbringer der Laute „Kilkilā“ und „Huvā“ (Kampfrufe), und dem Erzeuger eines furchterregenden Schalls,

Wort für Wort
bhaktānāṃ divyavādeṣu
seinen Hingegebenen in göttlichen Streitigkeiten/Gottesurteilen [?]
saṃgrāme jayakāriṇe
und in der Schlacht den Sieg verleihend
kilkilāvuvakārāya
dem Hervorbringer der Laute „Kilkilā“ und „Huvā“
ghoraśabdakarāya ca
und dem Erzeuger eines furchterregenden Schalls

[?: „divyavādeṣu“ wörtl. etwa „in göttlichen Reden/Streitfragen“ oder, sofern „divya“ im Sinne von Gottesurteil (Ordal) verstanden wird, „in Gottesurteilen“; die genaue Bedeutung bleibt unsicher.]

sarvāgnivyādhisaṃstaṃbhakāriṇe bhayahāriṇe / sadā vanaphalāhārasaṃtṛptāya viśeṣataḥ

Dem Bezwinger allen Feuers und aller Krankheit, dem Furchtvertreiber, dem, der sich stets, vor allem, mit Waldfrüchten als Nahrung begnügt,

Wort für Wort
sarvāgnivyādhisaṃstaṃbhakāriṇe
dem Bezwinger allen Feuers und aller Krankheit
bhayahāriṇe
dem Furchtvertreiber
sadā vanaphalāhāra
stets mit Waldfrüchten als Nahrung
saṃtṛptāya viśeṣataḥ
insbesondere dem Zufriedenen

mahārṇavaśilābaddhvasetubandhāya te namaḥ / ityetatkathitaṃ vipra māruteḥ kavacaṃ śivam

Dem, der über den großen Ozean mit Felsen die Brücke band, dir sei Verehrung. So wurde dir, o Brahmane, dieses heilbringende Kavaca des Māruti verkündet.

Wort für Wort
mahārṇavaśilābaddhvasetubandhāya
dem, der über den großen Ozean mit Felsen die Brücke band
te namaḥ
dir sei Verehrung
ityetatkathitaṃ vipra
so wurde dir dies verkündet, o Brahmane
māruteḥ kavacaṃ śivam
das heilbringende Kavaca des Māruti

yasmai kasmai na dātavyaṃ rakṣaṇīyaṃ prayatnataḥ / aṣṭagandhairvilikhyātha kavacaṃ dhārayettu yaḥ

Es darf keinem x-Beliebigen gegeben werden; es soll mit Sorgfalt gehütet werden. Wer es mit den acht Wohlgerüchen (Aṣṭagandha) niederschreibt und das Kavaca dann trägt,

Wort für Wort
yasmai kasmai na dātavyaṃ
es darf keinem x-Beliebigen gegeben werden
rakṣaṇīyaṃ prayatnataḥ
es soll mit Sorgfalt gehütet werden
aṣṭagandhairvilikhyātha
nachdem er es mit den acht Wohlgerüchen niedergeschrieben hat
kavacaṃ dhārayettu yaḥ
und wer auch immer das Kavaca trägt

kaṇṭhe vā dakṣiṇe bāhau jayastasya pade pade / kiṃ punarbahunoktena sādhitaṃ lakṣamādarāt

trägt es am Hals oder am rechten Arm, dem ist auf Schritt und Tritt der Sieg gewiss. Was bedarf es vieler Worte – mit Hingabe wird hunderttausendfach alles erreicht.

Wort für Wort
kaṇṭhe vā dakṣiṇe bāhau
am Hals oder am rechten Arm
jayastasya pade pade
dem ist auf Schritt und Tritt der Sieg
kiṃ punarbahunoktena
was bedarf es ferner vieler Worte
sādhitaṃ lakṣamādarāt
mit Hingabe wird hunderttausendfach erreicht

prajaptametatkavacamasādhyaṃ cāpi sādhayet

Dieses gemurmelte (rezitierte) Kavaca vermag sogar Unerreichbares zu bewirken.

Wort für Wort
prajaptametatkavacam
dieses gemurmelte (rezitierte) Kavaca
asādhyaṃ cāpi sādhayet
vermag sogar Unerreichbares zu bewirken

[Anm.: Vers 52 ist im Quelltext unvollständig überliefert – es liegt nur eine Vershälfte (ein Pāda-Paar) vor; die zweite Halbzeile des Ślokas fehlt, ebenso ein abschließender Kapitelkolophon (vgl. Anm. zu V.1).]

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