Sanaka sprach: So werden die von der Fessel des Karma gebundenen Geschöpfe, nachdem sie in den verdienstvollen Stätten wie dem Himmel den Genuss ihres Verdienstes erfahren haben, nachdem sie sodann eine noch schmerzlichere Frucht ihrer Sünde erfahren haben, mit im Rest geschwundener Wirkkraft, nachdem sie in diese Welt zurückgekehrt sind, unter den unbeweglichen Wesen geboren, die von aller Furcht überwältigt und von der Bedrängnis des Todes umgeben sind. Bäume, Sträucher, Schlingpflanzen, Ranken, Berge und Gräser - diese sind unter dem Namen "die Unbeweglichen" (sthāvara) bekannt, von großer Verblendung umhüllt.
Wort für Wort
sanaka uvāca
Sanaka sprach:
evaṃ karmapāśaniyantritajantavaḥ
so werden die von der Fessel des Karma gebundenen Geschöpfe
svargādipuṇyasthāneṣu puṇyabhogam anubhūya
nachdem sie in den verdienstvollen Stätten wie dem Himmel den Genuss ihres Verdienstes erfahren haben
yāti iva duḥkhataraṃ pāpaphalam anubhūya
und sodann eine noch schmerzlichere Frucht ihrer Sünde erfahren haben
prakṣīṇakarmā avaśeṣeṇa amuṃ lokam āgatya
mit im Rest geschwundener Wirkkraft, nachdem sie in diese Welt zurückgekehrt sind
unter den unbeweglichen Wesen geboren, die von aller Furcht überwältigt und von der Bedrängnis des Todes umgeben sind
vṛkṣagulmalatāvallīgirayaḥ ca tṛṇāni ca
Bäume, Sträucher, Schlingpflanzen, Ranken, Berge und Gräser
sthāvarāḥ iti vikhyātāḥ mahāmohasamāvṛtāḥ
sind unter dem Namen "die Unbeweglichen" bekannt, von großer Verblendung umhüllt
[Anm.: Vor dem eigentlichen Versbeginn steht im Quelltext der (tatsächliche) Schlusskolophon des vorangehenden Kapitels 30 ("iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge prathamapāde yamadūtakṛtyanirupaṇaṃ nāmaikatriṃśo 'dhyāyaḥ"), gefolgt von einer Trennlinie; dieser gehört nicht zu V1 und wurde nicht mitübersetzt.]
sthāvaratve pṛthivyāmutpabījāni jalasekānupadaṃ susaṃskārasāmagrīvaśādantaruṣmaprapācitānyucchūnatvamāpadya tato mūlabhāvaṃ tanmūlādaṅkurotpattistasmādapi parṇakāṇḍanālādikaṃ kāṇḍeṣu ca prasavamāpadyante teṣu ca puṣpasaṃbhavaḥ
Im Zustand der Unbeweglichkeit gelangen die in der Erde entstandenen Samen, indem sie durch fortwährende Bewässerung und kraft der Mittel rechter Zubereitung im Inneren durch Wärme ausgereift werden, zum Aufquellen und dann zum Zustand der Wurzel; aus dieser Wurzel entsteht der Keim, aus diesem wiederum Blätter, Halm, Stängel und dergleichen; an den Stängeln erfolgt weiteres Wachstum, und an diesen entsteht die Blüte.
Wort für Wort
sthāvaratve pṛthivyām utpannabījāni
im Zustand der Unbeweglichkeit die in der Erde entstandenen Samen
jalasekāt anupadaṃ susaṃskārasāmagrīvaśāt
durch fortwährende Bewässerung und kraft der Mittel rechter Zubereitung
antaruṣmaprapācitāni ucchūnatvam āpadya
im Inneren durch Wärme ausgereift, zum Aufquellen gelangend
tataḥ mūlabhāvaṃ [āpadyante]
und dann zum Zustand der Wurzel [gelangen]
tanmūlād aṅkurotpattiḥ
aus dieser Wurzel entsteht der Keim
tasmād api parṇakāṇḍanālādikaṃ
aus diesem wiederum Blätter, Halm, Stängel und dergleichen
Von jenen Blüten sind manche fruchtlos, manche werden zur Ursache von Frucht. Wenn diese Blüten den Zustand der Reife erreicht haben, entsteht an der Basis der Blüte die Spelze. In dieser Spelze dringt, kraft der den künftigen Genießern - den Lebewesen - eigenen karmischen Bedingungen, durch die Nähe der Strahlen des Mondes der Saft jener Pflanze in das Innere der Spelze ein, nimmt milchige Beschaffenheit an und gelangt zur rechten Zeit zur Gestalt eines Reiskorns; kraft der auf künftigen Genuss gerichteten karmischen Prägung der Lebewesen werden sie binnen eines Jahres fruchttragend.
Wort für Wort
tāni puṣpāṇi kānicid aphalāni
von jenen Blüten sind manche fruchtlos
kānicit phalahetubhūtāni
manche werden zur Ursache von Frucht
teṣu puṣpeṣu vṛddhabhāveṣu satsu
wenn diese Blüten den Zustand der Reife erreicht haben
tatpuṣpamūlataḥ tuṣotpattiḥ jāyate
entsteht an der Basis der Blüte die Spelze
teṣu tuṣu bhoktṝṇāṃ prāṇināṃ saṃskārasāmagrīvaśāt
in dieser Spelze kraft der den künftigen Genießern eigenen karmischen Bedingungen
kraft der auf künftigen Genuss gerichteten karmischen Prägung der Lebewesen werden sie binnen eines Jahres fruchttragend
[Anm.: Die Vorstellung, der Reiskorn-Saft reife durch die Nähe der Mondstrahlen in der Spelze, spiegelt eine altindische physiologische Theorie wider und wurde wörtlich beibehalten.]
Auch im Zustand der Unbeweglichkeit wird es, lange Zeit von Affen und dergleichen gefressen, nachdem es das Leid des Abgeschnittenwerdens, des Verbrennens durch Waldbrand, von Kälte, Hitze und dergleichen erfahren hat, schließlich getötet. Sodann, zum Wurm geworden, stets von Leid erfüllt, eine halbe Weile lebend, eine halbe Weile sterbend, unfähig, die von mächtigen Lebewesen zugefügte Pein abzuwehren, überreich an den Qualen von Kälte, Wind und dergleichen, stets von Hunger gepeinigt, in Kot, Urin und dergleichen umherkriechend, erfahren sie Leid.
Wort für Wort
sthāvaratve api bahukālaṃ vānarādibhiḥ bhujyamānā hi
auch im Zustand der Unbeweglichkeit lange Zeit von Affen und dergleichen gefressen
Sodann, zu einer Tiergeburt [?] gelangt, durch mächtige Bedrängnis erschreckt, meist von unnützer Angst erfüllt, von Hunger erschöpft, stets im Wald umherstreifend, selbst gegenüber den eigenen Müttern von Begierde befallen, reich an den Qualen von Wind und Kälte und dergleichen - in mancher Geburt Grasfresser, in mancher Geburt Fresser von Fleisch und Unreinem, in mancher Geburt Esser von Knollen, Wurzeln und Früchten -, dem Quälen schwächerer Lebewesen ergeben, erfahren sie Leid.
Wort für Wort
tataḥ eva padmayonim [?] āgatya
sodann, zu einer [Tier-]Geburt gelangt
balavadbādhodvejitāḥ vṛthodvegabhūyiṣṭhāḥ
durch mächtige Bedrängnis erschreckt, meist von unnützer Angst erfüllt
kṣutkṣāntāḥ nityaṃ vanacāriṇaḥ
von Hunger erschöpft, stets im Wald umherstreifend
mātṛṣu api viṣayāturāḥ
selbst gegenüber den eigenen Müttern von Begierde befallen
vātādikleśabahulāḥ
reich an den Qualen von Wind und Kälte und dergleichen
kasmiṃścij janmani tṛṇāśanāḥ
in mancher Geburt Grasfresser
kasmiṃścij janmani māṃsāmedhyādyadanāḥ
in mancher Geburt Fresser von Fleisch und Unreinem
kasmiṃścij janmani kandamūlaphalāśanāḥ
in mancher Geburt Esser von Knollen, Wurzeln und Früchten
durbalaprāṇipīḍāniratāḥ duḥkham anubhavanti
dem Quälen schwächerer Lebewesen ergeben, erfahren sie Leid
[?: "padmayonim" (wörtlich "Lotos-Mutterleib", sonst Beiname Brahmās) passt inhaltlich nicht zur folgenden Schilderung von Gras-, Fleisch- und Wurzelfressern; vermutlich ist "tiryagyonim" ("Tiergeburt") im Original gemeint oder eine Verschreibung dafür.]
aṇḍajatve 'pi vātāśanāmāṃsāmedhyādyaśanāśca parapīḍāparāyaṇā nityaṃ duḥkhabahulā grāmyapaśuyonimāgatā api svajātiviyogabhārodvahanapāśādibandhanatāḍanahalādidhāraṇādisarvaduḥkhānyanubhavanti
Auch im Zustand des Eigeborenseins [als Vogel], sei es luftzehrend oder Fleisch und Unreines fressend, dem Quälen anderer ergeben, stets reich an Leid; und ebenso, zur Geburt als Haustier gelangt, erfahren sie alle Leiden der Trennung von den eigenen Artgenossen, des Lasttragens, der Fesselung mit Stricken und dergleichen, des Geschlagenwerdens, des Vorspannens vor den Pflug und so fort.
Wort für Wort
aṇḍajatve api vātāśanāḥ
auch im Zustand des Eigeborenseins, sei es luftzehrend
māṃsāmedhyādyaśanāḥ ca parapīḍāparāyaṇāḥ
oder Fleisch und Unreines fressend, dem Quälen anderer ergeben
erfahren sie alle Leiden der Trennung von den Artgenossen, des Lasttragens, der Fesselung mit Stricken, des Geschlagenwerdens, des Vorspannens vor den Pflug und so fort
So gelangen sie, in vielen Mutterleibern umherirrend, der Reihe nach schließlich zur Menschengeburt. Manche aber erlangen, kraft eines besonderen Verdienstes, die Menschengeburt sogar außerhalb der gewöhnlichen Reihenfolge.
Wort für Wort
evaṃ bahuyoniṣu saṃbhrāntāḥ
so, in vielen Mutterleibern umherirrend
krameṇa mānuṣaṃ janma prāpnuvanti
gelangen sie der Reihe nach zur Menschengeburt
kecid ca puṇyaviśeṣāt
manche aber kraft eines besonderen Verdienstes
utkrameṇa api manuṣyajanma aśnuvate
erlangen die Menschengeburt sogar außerhalb der gewöhnlichen Reihenfolge
manuṣyajanma nāpi ca carmakāracaṇḍālavyādhānāpitarajakakuṃbhakāralohakārasvarṇakāratantuvācasaucikajaṭilasiddhadhāvakalekhakabhṛtakaśāsanahārinīcabhṛtyadraridahīnāṅgādhikāṅgatvādi duḥkhabahulajvaratāpaśītaśleṣmagulmapādākṣiśirogarbhapārśvavedanādiduḥkhamanubhavanti
Sogar in der Menschengeburt erfahren sie - etwa als Lederarbeiter, Unberührbarer, Jäger, Barbier, Wäscher, Töpfer, Schmied, Goldschmied, Weber, Schneider, verfilzter Asket oder umherziehender Bleicher [?], Schreiber, Lohnknecht, Vollstrecker fremder Befehle, niederer Diener, Armer, mit verkümmerten oder überzähligen Gliedern Behafteter und dergleichen - vielfaches Leid: Fieber, Brennen, Kälte, Schleimleiden, Geschwülste im Unterleib sowie Schmerzen in Füßen, Augen, Kopf, Leib und Seiten und dergleichen.
erfahren sie vielfaches Leid: Fieber, Brennen, Kälte, Schleimleiden, Geschwülste sowie Schmerzen in Füßen, Augen, Kopf, Leib und Seiten und dergleichen
[?: Die Aufzählung "jaṭilasiddhadhāvaka" ("verfilzter Asket, Siddha, Wäscher/Läufer") ist in ihrer genauen Bedeutung unsicher; sinngemäß als niedere, wandernde Berufs-/Standesbezeichnungen wiedergegeben.]
Auch im Menschsein gilt: Wenn zwischen Mann und Frau die Vereinigung stattfindet und dabei der Same in die Gebärmutterhaut eindringt, dann tritt eben in diesem Augenblick, kraft des Karmas, das Lebewesen mit dem Samen zugleich in die Gebärmutterhaut ein und entsteht in der aus Samen und Blut gebildeten Keimmasse.
Wort für Wort
manuṣyatve api
auch im Menschsein
yadā strīpuruṣayoḥ vyavāyaḥ
wenn zwischen Mann und Frau die Vereinigung stattfindet
tatsamaye retaḥ yadā jarāyuṃ praviśati
und wenn dabei der Same in die Gebärmutterhaut eindringt
tadā eva karmavaśāt jantuḥ
dann, eben in diesem Augenblick, kraft des Karmas, das Lebewesen
śukreṇa saha jarāyuṃ praviśya
mit dem Samen zugleich in die Gebärmutterhaut eintretend
śukraśoṇitakalale pravarttate
entsteht in der aus Samen und Blut gebildeten Keimmasse
Jener Same wird, vom Eintreten der Lebenskraft an gerechnet, binnen fünf Tagen zur Keimmasse; binnen eines halben Monats erreicht er den Zustand eines Fleischklumpens [?]; binnen eines Monats erlangt er die Größe einer Spanne.
Wort für Wort
tadvīryaṃ jīvapraveśāt pañcāhāt
jener Same wird, vom Eintreten der Lebenskraft an gerechnet, binnen fünf Tagen
kalalaṃ bhavati
zur Keimmasse
arddhamāse palavalabhāvam upetya [?]
binnen eines halben Monats erreicht er den Zustand eines Fleischklumpens
māse prādeśamātratvam āpadyate
binnen eines Monats erlangt er die Größe einer Spanne
[?: "palavalabhāva" ist unklar überliefert; sinngemäß als "Zustand eines [festeren] Fleischklumpens" wiedergegeben.]
Von da an bewegt sich der Keim, kraft des Windes, selbst ohne volles Bewusstsein, im Leib der Mutter, weil es ihm wegen unerträglicher Hitze und Pein [?] unmöglich ist, an einem Ort zu verharren, hin und her.
Wort für Wort
tataḥ prabhṛti vāyuvaśāt
von da an, kraft des Windes
caitanyābhāve api mātur ūhye [udare]
selbst ohne volles Bewusstsein, im Leib der Mutter
duḥsahatāpakleśatayā [?]
wegen unerträglicher Hitze und Pein
ekatra sthātum aśakyatvāt bhramati
weil es unmöglich ist, an einem Ort zu verharren, bewegt es sich hin und her
[?: "duḥsahatāpalkeśatayā" ist korrupt überliefert; als "duḥsahatāpakleśatayā" ("wegen unerträglicher Hitze und Pein") gedeutet.]
Im zweiten Monat, wenn er vollendet ist, erlangt der Keim die bloße Gestalt eines Menschen; im dritten Monat, wenn er vollendet ist, erlangt er die Ausbildung der Glieder wie Hände und Füße; nach Ablauf von vier Monaten wird die Unterscheidung der Gelenke aller Glieder erkennbar; nach Ablauf von fünf Monaten das Hervortreten der Nägel; nach Ablauf von sechs Monaten erlangt er die volle Deutlichkeit von Nägeln und Gelenken. Durch die Nabelschnur genährt, mit Unrat und Urin benetzten Gliedern, wohnend in einem widerwärtigen, ekelerregenden Körper, der durch die Eihaut gebunden und mit Blut, Knochen, Würmern, Fett, Mark, Sehnen, Haaren und dergleichen befleckt ist - da er sich selbst als einen derart befleckten Körper wahrnimmt und sich, durch das von der Mutter genossene Scharfe, Saure, Salzige und allzu Heiße verbrannt fühlt, erblickt die verkörperte Seele dies und, kraft der Erinnerung an frühere Geburten, sich auch der in früheren Höllen erfahrenen Leiden erinnernd, von innerem Schmerz verzehrt, vom Körper der Mutter durch übermäßigen, scharfen Urin verbrannt, klagt sie so in ihrem Geiste [?].
Wort für Wort
māse dvitīye pūrṇe puruṣākāramātratām upagamya
im zweiten Monat, wenn er vollendet ist, erlangt er die bloße Gestalt eines Menschen
wohnend in einem widerwärtigen Körper, durch die Eihaut gebunden, mit Blut, Knochen, Würmern, Fett, Mark, Sehnen, Haaren befleckt
svayam api evaṃ paridūṣitadehaṃ
sich selbst als einen derart befleckten Körper
mātuḥ ca kaṭvamlalavaṇātyuṣṇabhuktadahyamānam ātmānam dṛṣṭvā
und sich durch das von der Mutter genossene Scharfe, Saure, Salzige, Heiße verbrannt wahrnehmend
dehī pūrvajanmasmaraṇānubhāvāt
erblickt die verkörperte Seele dies, kraft der Erinnerung an frühere Geburten
pūrvānubhūtanarakaduḥkhāni ca smṛtvā antarduḥkhena ca paridahyamānaḥ
und, sich der früher erfahrenen Höllenleiden erinnernd, von innerem Schmerz verzehrt
māturdehāt atimūtrādirukṣeṇa dahyamānaḥ
vom Körper der Mutter durch übermäßigen scharfen Urin verbrannt
evaṃ manasi pralayati [?]
klagt sie so in ihrem Geiste
[?: "pralayati" am Versende ist auffällig (Wurzel "pralī-" "vergehen, sich auflösen"); dem Sinnzusammenhang nach (das folgende Klagelied des Embryos in V13ff.) offenbar für "vilapati" ("klagt, wehklagt") stehend; als "klagt" wiedergegeben.]
Ach, überaus sündig bin ich! In einer früheren Geburt habe ich, aus übermäßiger Anhänglichkeit an Diener, Kinder, Freunde, Gattin, Haus, Feld, Reichtum, Getreide und dergleichen, um des Unterhalts meiner Familie willen, fremden Besitz und fremdes Feld erblickend, dieses durch Diebstahl und ähnliche Mittel an mich gerissen; aus Verblendung durch Begierde habe ich den Raub fremder Frauen und dergleichen begangen und große Sünden verübt. Durch jene Sünden habe ich allein, nachdem ich derartige Höllen erfahren und abermals unter den unbeweglichen Wesen großes Leid erfahren habe, brenne ich nun, von der Eihaut umschlungen, von innerem Schmerz und äußerer Hitze verzehrt.
Durch das Feuer des Mutterleibs werde ich nun abermals verbrannt, ich, der ich auch jetzt noch ein Sünder bin [?]. Mit Körper, Geist und Rede habe ich anderen Leid zugefügt; durch jene Sünde brenne ich allein, überaus leidgeplagt.
Wort für Wort
garbhāgninā anudahyeyam
durch das Feuer des Mutterleibs werde ich abermals verbrannt
idānīm api pāpakṛt [?]
ich, der ich auch jetzt noch ein Sünder bin
kāyena manasā vācā parapīḍām akāriṣam
mit Körper, Geist und Rede habe ich anderen Leid zugefügt
tena pāpena dahyāmi
durch jene Sünde brenne ich
tu aham ekaḥ atiduḥkhitaḥ
ich allein, überaus leidgeplagt
[?: der Zusammenhang von "idānīmapi pāpakṛt" ("auch jetzt ein Sünder") mit dem Vorhergehenden ist nicht ganz eindeutig; sinngemäß wiedergegeben.]
... sich selbst tröstend, nimmt es sich vor: Nach der Geburt werde ich, durch den Umgang mit den Guten und durch das Hören von den Taten Viṣṇus, reinen Sinnes werden, gute Werke vollbringen und mit Hingabe das Paar der Lotosfüße Nārāyaṇas verehren - Nārāyaṇas, des inneren Selbst der ganzen Welt, der aus Wahrheit, Erkenntnis und Wonne besteht, durch dessen Macht und Kraft die Gesamtheit der Welten gegründet ist, des Gemahls der Lakṣmī, dessen Lotosfüße von der gesamten Schar der Götter, Dämonen, Yakṣas, Gandharvas, Rākṣasas, Schlangenwesen, Asketen und Kinnaras verehrt werden; es nimmt sich vor, die im Herzen geborgene, durch das Geheimnis der Veden und der Upaniṣaden klar geoffenbarte Ursache der Durchtrennung des unerträglichen Daseinskreislaufs, Nārāyaṇa, der der Zuflucht aller Welten ist, zu bergen, und denkt bei sich: Ich werde diese überaus leidvolle Behausung der leiblichen Formung [den Mutterleib] überwinden.
Wort für Wort
ātmānam āśvāsya utpatteḥ anantaraṃ
sich selbst tröstend, nimmt es sich vor: nach der Geburt
satsaṃgena viṣṇoḥ caritaśravaṇena ca viśuddhamanāḥ bhūtvā
durch den Umgang mit den Guten und das Hören von Viṣṇus Taten reinen Sinnes zu werden
satkarmāṇi nirvartya
gute Werke zu vollbringen
akhilajagadantarātmanaḥ satyajñānānandamayasya
des inneren Selbst der ganzen Welt, der aus Wahrheit, Erkenntnis und Wonne besteht
yatastanmātuḥ prasūtisamaye sati garbhasthodehī nāradamune vāyunāparipīḍito mātuścāpi duḥkhaṃ kurvankarmapāśena balādyonimārgānniṣkrāmansakalayātanābhogamekakālabhavamanubhavati
Denn, o Weiser Nārada, wenn die Zeit der Niederkunft der Mutter eintritt, wird das im Mutterleib weilende verkörperte Wesen vom Wind bedrängt und, während es auch der Mutter Schmerzen bereitet, durch die Fessel des Karmas gewaltsam aus dem Geburtskanal herausgezogen; dabei erfährt es die gesamte Erfahrung der Qual auf einmal, in einem einzigen Augenblick.
Wort für Wort
yataḥ tanmātuḥ prasūtisamaye sati
denn wenn die Zeit der Niederkunft der Mutter eintritt
garbhasthaḥ dehī nāradamune
das im Mutterleib weilende verkörperte Wesen, o Weiser Nārada,
vāyunā paripīḍitaḥ
vom Wind bedrängt
mātuḥ ca api duḥkhaṃ kurvan
und auch der Mutter Schmerzen bereitend
karmapāśena balāt yonimārgāt niṣkrāman
wird durch die Fessel des Karmas gewaltsam aus dem Geburtskanal herausgezogen
sakalayātanābhogam ekakālabhavam anubhavati
und erfährt die gesamte Erfahrung der Qual, auf einmal geschehend
taṃ tu bāhyavāyuḥ samujjīvayati / bāhyavāyusparśasamanantarameva naṣṭasmṛtipūrvānubhūtākhiladuḥkhāni varttamānānyapi jñānābhāvadavijñāyātyantaduḥkhamanubhavati
Die äußere Luft aber belebt es wieder. Doch unmittelbar mit der Berührung der äußeren Luft geht die Erinnerung verloren; und da es aus Mangel an Erkenntnis weder die früher erfahrenen noch die gegenwärtigen Leiden als solche erkennt, erfährt es dennoch äußerstes Leid.
Wort für Wort
taṃ tu bāhyavāyuḥ samujjīvayati
die äußere Luft aber belebt es wieder
bāhyavāyusparśasamanantaram eva naṣṭasmṛtiḥ
unmittelbar mit der Berührung der äußeren Luft geht die Erinnerung verloren
pūrvānubhūtākhiladuḥkhāni varttamānāni api
die früher erfahrenen wie auch die gegenwärtigen Leiden
jñānābhāvāt avijñāya atyantaduḥkham anubhavati
aus Mangel an Erkenntnis nicht erkennend, erfährt es dennoch äußerstes Leid
So gelangt das Wesen zum Zustand der Kindheit; auch dort, den Leib mit dem eigenen Unrat und Urin besudelt, von inneren und anderen Schmerzen gequält, doch unfähig zu sprechen, von Hunger und Durst gepeinigt, bemühen sich die Eltern, wenn es weint, in der Meinung, ihm müsse die Brust oder dergleichen gereicht werden, es zu stillen.
Wort für Wort
evaṃ bālatvam āpannaḥ jantuḥ tatra api
so gelangt das Wesen zum Zustand der Kindheit; auch dort
svamalamūtraliptadehaḥ
den Leib mit dem eigenen Unrat und Urin besudelt
ādhyātmikādipīḍyamānaḥ api vaktum aśakta
von inneren und anderen Schmerzen gequält, doch unfähig zu sprechen
kṣuttṛṣāpīḍitaḥ rudite sati
von Hunger und Durst gepeinigt, wenn es weint
stanādikaṃ deyam iti manvānāḥ prayatante
bemühen sich [die Eltern] in der Meinung, ihm müsse die Brust oder dergleichen gereicht werden
So erfährt es mannigfaches leibliches Ungemach, da es von anderen abhängig ist, und ist nicht einmal imstande, sich gegen Insektenstiche und dergleichen zu wehren.
Nach Erreichen des Kindesalters erfährt es innerliches Leid solcher Art: das Schelten durch Eltern und Lehrer, die ständige Neigung zum Umherstreifen, das Spielen in Staub, Asche, Schlamm und dergleichen, die beständige Neigung zum Streit, Unreinlichkeit, die stete Beschäftigung mit vielerlei nur scheinbar bedeutsamen Tätigkeiten sowie deren Misslingen.
Wort für Wort
bālyabhāvam āsādya
nach Erreichen des Kindesalters
mātāpitroḥ upādhyāyasya tāḍanaṃ
das Schelten durch Eltern und Lehrer
sadā paryaṭanaśīlatvaṃ
die ständige Neigung zum Umherstreifen
pāṃśubhasmapaṅkādiṣu krīḍanaṃ
das Spielen in Staub, Asche, Schlamm und dergleichen
sadā kalahaniyatatvam aśucitvaṃ
die beständige Neigung zum Streit, die Unreinlichkeit
bahuvyāpārābhāsakāryaniyatatvaṃ tadasaṃbhavaḥ
die stete Beschäftigung mit scheinbar bedeutsamen Tätigkeiten und deren Misslingen
Dann, im Jugendalter, beschäftigt mit dem Erwerb von Reichtum und der Bewahrung des Erworbenen, sind sie hinsichtlich dessen Verlust und Verbrauch aufs Äußerste bekümmert; von der Māyā getäuscht, mit durch Begierde, Zorn und dergleichen verdorbenem Sinn, stets dem Neid ergeben, auf Mittel bedacht, fremdes Gut und fremde Frauen an sich zu reißen, in ständiger Sorge um die Mittel zum Unterhalt von Söhnen, Freunden, Gattin und dergleichen, durch eitlen Hochmut verdorben - wenn Söhne und andere von Krankheit und dergleichen befallen sind, lassen sie alle sonstige Beschäftigung fahren und geraten, in der Nähe der von Krankheit Geplagten selbst von innerem Leid überflutet, auf die im Folgenden zu schildernde Weise schließlich zum Scheiterhaufen.
Wort für Wort
tataḥ tu taruṇabhāvena dhanārjanam
dann, im Jugendalter, [beschäftigt mit] dem Erwerb von Reichtum
arjitasya rakṣaṇaṃ tasya nāśavyayādiṣu ca atyantaduḥkhitāḥ
und der Bewahrung des Erworbenen, hinsichtlich dessen Verlust und Verbrauch aufs Äußerste bekümmert
māyayā mohitāḥ kāmakrodhādiduṣṭamanasāḥ
von der Māyā getäuscht, mit durch Begierde und Zorn verdorbenem Sinn
bālāpatyā ca me bhāryā vyādhito 'haṃ ca nirdhanaḥ / avicārātkṛṣirnaṣṭā putrā nityaṃ rudanti ca
Meine Gattin hat kleine Kinder zu versorgen, und ich bin krank und mittellos. Durch Unbedachtsamkeit ist die Ernte verdorben, und meine Söhne weinen unaufhörlich.
bhagnaṃ chinnaṃ tu me sadma bāndhavā api dūragāḥ / na labhyate varttanaṃ ca rāja bādhātiduḥsahā
Mein Haus ist eingestürzt und zerfallen, und auch meine Verwandten sind weit entfernt. Kein Unterhalt ist zu erlangen, und die Bedrängnis durch den König ist unerträglich.
Feinde stürmen auf mich ein - wie soll ich die Feinde besiegen? Und ich bin zu keinem Unternehmen mehr fähig, und dazu sind noch diese Gäste eingetroffen.
So, von äußerster Sorge geplagt, unfähig, seine eigenen Leiden abzuwenden, [ruft er:] Verflucht sei das Schicksal! Wozu hat es mich, den Glücklosen, erschaffen? - so klagt er das Verhängnis an.
Ebenso, ins Alter gelangt, mit schwindender Kraft, den Körper von Alter, grauem Haar und dergleichen durchdrungen, der Bedrängnis durch Krankheit und dergleichen unterworfen, mit zitternden Gliedern, von Atemnot, Husten und dergleichen gequält, mit unsteten, trüben Augen, die Kehle von Schleim verstopft, von Söhnen und Gattin geschmäht, von der ängstlichen Sorge geplagt, wann er wohl sterbe, und zugleich davon, wie wohl, wenn er gestorben sei, seine Söhne und die Übrigen das von ihm erworbene Haus, Feld und sonstige Gut bewahren würden oder wem es zufallen werde.
Wenn mein Vermögen von anderen weggenommen wird, wie soll dann der Unterhalt meiner Söhne und der übrigen Angehörigen bestehen? - so, von dem Leid der Ich-Bezogenheit überflutet, tief aufseufzend, sich immer wieder an die in seinen jüngeren Jahren vollbrachten Taten erinnernd und sie im nächsten Augenblick doch wieder vergessend, unaufhörlich, mit stetig nahendem Tod ...
Wort für Wort
maddhane paraiḥ apahṛte
wenn mein Vermögen von anderen weggenommen wird
putrādīnāṃ kathaṃ varttanaṃ bhaviṣyati iti
wie soll dann der Unterhalt der Söhne und der übrigen bestehen
mamatāduḥkhaparipluto gāḍhaṃ niḥśvasya
von dem Leid der Ich-Bezogenheit überflutet, tief aufseufzend
svena vayasā kṛtāni karmāṇi punaḥ punaḥ smaran
sich immer wieder an die in seinen [jüngeren] Jahren vollbrachten Taten erinnernd
kṣaṇe vismarati ca
und sie im nächsten Augenblick doch wieder vergessend
... von Krankheit gequält, von innerem Brennen gepeinigt, bald auf dem Lager, bald auf der Bettstatt, dann wieder umherwandernd, von Hunger und Durst bedrängt, in höchstem Elend bittend: Gib mir nur ein wenig Wasser, während man ihm sogar dann entgegnet, Wasser sei für Fiebernde nicht zuträglich - im Geiste tiefen Groll hegend, wird er stumpfsinnig.
Wort für Wort
vyādhipīḍitaḥ antastāpārtaḥ
von Krankheit gequält, von innerem Brennen gepeinigt
kṣaṇaṃ śayyāyāṃ kṣaṇaṃ mañce ca
bald auf dem Lager, bald auf der Bettstatt
tatastataḥ paryaṭan kṣuttṛṭūparipīḍitaḥ
dann wieder umherwandernd, von Hunger und Durst bedrängt
tataśca hastapādākarṣaṇe na tu kṣamo rudradbhibandhujanairveṣṭito vaktumakṣamaḥ svārjitadhanādikaṃ kasya bhaviṣyatīti cintāparo bāṣpāvilavilocanaḥ kaṇṭhe vuraghurāyamāṇe sati śarīrānniṣkrāntaprāṇo yamadūtairbhartsyamānaḥ pāśayantrito narakādīnpūrvavadaśnute
Und dann, nicht mehr fähig, Hände und Füße an sich zu ziehen, von weinenden Angehörigen umringt, unfähig zu sprechen, von dem Gedanken erfüllt, wem wohl sein selbst erworbenes Vermögen und der Rest zufallen werde, mit tränenverschleierten Augen, während in seiner Kehle ein Röcheln ertönt, entweicht der Lebenshauch aus seinem Körper; von den Boten Yamas gescholten, mit dem Strick gefesselt und fortgeführt, erfährt er wie zuvor die Höllen und dergleichen.
Wort für Wort
tataḥ ca hastapādākarṣaṇe na tu kṣamaḥ
und dann, nicht mehr fähig, Hände und Füße an sich zu ziehen
rudadbhiḥ bandhujanaiḥ veṣṭitaḥ vaktum akṣamaḥ
von weinenden Angehörigen umringt, unfähig zu sprechen
So wie Metalle im Feuer geschmolzen werden durch die Beseitigung des Unreinen [der Schlacke] [?], ebenso werden fürwahr alle lebenden Wesen heftig geläutert, bis ihr Karma gänzlich erschöpft ist.
Wort für Wort
malaprakṣayāt [?] yadvat agnau dhāmyanti dhātavaḥ
so wie durch die Beseitigung des Unreinen Metalle im Feuer geschmolzen werden
tathā eva jīvinaḥ sarve
ebenso fürwahr alle lebenden Wesen
ākarmaprakṣayāt bhṛśam [dhāmyante]
werden heftig [geläutert], bis ihr Karma gänzlich erschöpft ist
[?: "āmalaprakṣayāt" wohl verschrieben für "malaprakṣayāt" ("durch die Beseitigung des Unreinen/der Schlacke").]
Darum, o Bester der Zweifachgeborenen, soll der von der Glut des Waldbrands des Daseinskreislaufs Gequälte das höchste Wissen üben; durch das Wissen erlangt man die Erlösung.
Wort für Wort
tasmāt saṃsāradāvāgnitāpārtaḥ
darum der von der Glut des Waldbrands des Daseinskreislaufs Gequälte
dvijasattama
o Bester der Zweifachgeborenen
abhyaset paramaṃ jñānaṃ
soll das höchste Wissen üben
jñānāt mokṣam avāpnuyāt
durch das Wissen erlangt man die Erlösung
[Anm.: Hier erscheint erstmals wörtlich das titelgebende Bild vom "Waldbrand des saṃsāra" (saṃsāradāvāgni), das dem Kapiteltitel "bhavāṭavī" ("Wald des Daseins") zugrunde liegt.]
jñānaśūnyā narā ye tu paśavaḥ parikīrtitāḥ / tasmātsaṃsāramokṣāya paraṃ jñānaṃ samabhyaset
Diejenigen Menschen aber, die ohne Erkenntnis sind, werden als bloßes Vieh bezeichnet. Darum soll man, um die Erlösung vom Daseinskreislauf zu erlangen, das höchste Wissen eifrig üben.
Wort für Wort
jñānaśūnyāḥ narāḥ ye tu
diejenigen Menschen aber, die ohne Erkenntnis sind
paśavaḥ parikīrtitāḥ
werden als Vieh bezeichnet
tasmāt saṃsāramokṣāya
darum, um die Erlösung vom Daseinskreislauf zu erlangen
O Wunder, o Wunder, o welch ein Wunder, ihr Fürsten der Weisen! Obwohl Viṣṇu, der Erfüller aller Wünsche, ihnen nahe ist, gehen die Menschen dennoch in die Qual.
Wort für Wort
aho citram aho citram aho citraṃ
o Wunder, o Wunder, o welch ein Wunder
munīśvarāḥ
ihr Fürsten der Weisen
āsthite kāmade viṣṇau
obwohl Viṣṇu, der Erfüller aller Wünsche, [ihnen] nahe ist
kutsitaṃ māṃsaraktādyairdehaṃ saṃprāpya yo naraḥ / saṃsāracchedakaṃ viṣṇuṃ na bhajetso 'tipātakī
Wer, nachdem er einen durch Fleisch, Blut und dergleichen widerwärtigen Leib erlangt hat, Viṣṇu, den Durchtrenner des Daseinskreislaufs, nicht verehrt, der ist ein überaus großer Sünder.
Wort für Wort
kutsitaṃ māṃsaraktādyaiḥ dehaṃ saṃprāpya
nachdem er einen durch Fleisch, Blut und dergleichen widerwärtigen Leib erlangt hat
yaḥ naraḥ
wer als Mensch
saṃsāracchedakaṃ viṣṇuṃ na bhajet
Viṣṇu, den Durchtrenner des Daseinskreislaufs, nicht verehrt
O welch ein Elend, o welch ein Elend, o welch ein Elend ist doch die Torheit! Selbst ein Caṇḍāla, o Brahmane, der der Meditation über Hari ergeben ist, ist überaus glückselig.
Wort für Wort
aho kaṣṭam aho kaṣṭam aho kaṣṭaṃ hi
o welch ein Elend, o welch ein Elend, o welch ein Elend ist doch
mūrkhatā
die Torheit
haridhyānaparaḥ vipra
der der Meditation über Hari ergeben ist, o Brahmane
svadehānniḥsṛtaṃ dṛṣṭvā malamūtrādikilbiṣam / udvega mānavā mūrkhāḥ kiṃ na yānti hi pāpinaḥ
Wenn sie den aus dem eigenen Körper hervorkommenden Unrat - Kot, Urin und dergleichen - erblicken, warum geraten die törichten, sündigen Menschen da nicht in Abscheu?
Wort für Wort
svadehāt niḥsṛtaṃ dṛṣṭvā
wenn sie das aus dem eigenen Körper hervorkommende erblicken
Diejenigen, die mit der Erkenntnis des Selbst ausgestattet und der Verehrung Haris ergeben sind, erlangen die höchste Stätte, von der eine Rückkehr in den Daseinskreislauf kaum mehr möglich ist.
Wort für Wort
adhyātmajñānasaṃpannāḥ
die mit der Erkenntnis des Selbst ausgestattet sind
haripūjāparāyaṇāḥ
die der Verehrung Haris ergeben sind
labhante paramaṃ sthānaṃ
erlangen die höchste Stätte
punarāvṛttidurlabham
von der eine Rückkehr [in den Daseinskreislauf] kaum mehr möglich ist
Er, aus dem dieses All entstanden ist, von dem es sein Bewusstsein empfängt, und in den es wieder zur Auflösung eingeht - er ist der Befreier vom Daseinskreislauf.
Ihn, der, obgleich eigenschaftslos, höchst und unendlich, dennoch erscheint, als besäße er Eigenschaften, ihn, den Götterherrn, verehrend, wird man vom Daseinskreislauf erlöst.