Nārada sprach: Vortrefflich, vortrefflich, du großer Weiser, Kenner aller Tantras! Du hast mir die in den Tantras verborgen gehaltene Vorschrift dargelegt.
Wort für Wort
nārada uvāca
Nārada sprach
sādhu sādhu mahāprājña
vortrefflich, vortrefflich, du großer Weiser
sarva tantraviśārada
Kenner aller Tantras
tvayā mahyaṃ samākhyātaṃ vidhānaṃ tantragopitam
du hast mir die in den Tantras verborgen gehaltene Vorschrift dargelegt
[Anm.: Dem eigentlichen Vers 1 geht im Quelltext die Kolophonzeile „iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge bṛhadupākhyāne tṛtīyapāde kārtavīryamāhātmyamantradīpakathanaṃ nāma ṣaṭsaptatitamo 'dhyāyaḥ" samt Trennlinie voraus – der versehentlich hierher verschleppte Schlusskolophon des vorangehenden (projektintern als Kapitel 75 gezählten) Kapitels „Die Größe des Kārtavīrya, Mantra- und Lampen-Erzählung". Diese Zeile wurde nicht in den Vers-Text (sa) übernommen. Die für das vorliegende, projektintern als Kapitel 76 gezählte Kapitel maßgebliche Schlusskolophon-Angabe lautet stattdessen „kārtavīryakavacakathanaṃ ... saptasaptatitomo 'dhyāyaḥ" (traditionell 77. Kapitel) und wurde für Titel und Zählung zugrunde gelegt.]
Sanatkumāra sprach: Höre, du bester der Brahmanen, ich will den überaus wunderbaren Schutzpanzer des Kārtavīrya verkünden, durch den jener wohlgesinnt wird und das Gelingen der Vorhaben bewirkt.
Wort für Wort
sanatkumāra uvāca
Sanatkumāra sprach
śṛṇu viprendra vakṣyāmi
höre, du bester der Brahmanen, ich will verkünden
kavacaṃ paramādbhutam kārtavīryasya
den überaus wunderbaren Schutzpanzer des Kārtavīrya
yenāsau prasannaḥ kāryasiddhikṛt
durch den jener wohlgesinnt wird und das Gelingen bewirkt
[Man meditiere über ihn im Wagen], strahlend wie tausend Sonnen, leuchtend von mancherlei Juwelen, reich an glänzenden Bannern und Standarten, geschmückt mit zehntausend Pferden,
Wort für Wort
sahasrādityasaṃkāśe
strahlend wie tausend Sonnen
nānāratnasamujjvaṃle
leuchtend von mancherlei Juwelen
bhāsvaddhvajapatākāḍhye
reich an glänzenden Bannern und Standarten
turagāyutabhūṣite
geschmückt mit zehntausend Pferden
[Anm.: Die Verse 4–13 bilden eine fortlaufende, größtenteils im Lokativ stehende Beschreibung von Kārtavīryas Wagen und Erscheinung; das Hauptverb „dhyātvā rakṣāmudīrayet" folgt erst in V14. Die Übersetzung löst dies der Lesbarkeit halber in Teilsätze auf.]
widerhallend von einem Getöse, furchtbar wie das des kosmischen Auflösungsozeans (Saṃvartaka), dessen Himmelspfad von einem erhobenen großen Schirm überspannt ist,
Wort für Wort
mahāsaṃvartakāṃbhodhibhīmarāvavirāviṇi
widerhallend von einem Getöse, furchtbar wie das des Weltuntergangs-Ozeans
samuddhṛtamahāchattravitānitaviyatpathe
dessen Himmelspfad von einem erhobenen großen Schirm überspannt ist
in diesem trefflichen großen Wagen, strahlend von mancherlei blitzenden Waffen – [meditiere man über] ihn, wohlgesetzt, gewaltig und erhaben, geschmückt mit tausend Armen,
Wort für Wort
mahārathavare dīptanānāyudhavirājite
in dem trefflichen, von mancherlei blitzenden Waffen strahlenden großen Wagen
mit den linken [Händen] erhobene Bögen, mit den anderen Pfeile haltend; mit Diadem, Halskette, Krone, Armreifen (Keyūra), Armbändern (Valaya) und Oberarmspangen (Aṅgada),
Wort für Wort
vāmairuddaṇḍakodaṇḍān
mit den linken [Händen] erhobene Bögen
dadhānamaparaiḥ śarān
mit den anderen Pfeile haltend
kirīṭahāramukuṭakeyūravalayāṅgadaiḥ
mit Diadem, Halskette, Krone, Armreifen, Armbändern und Oberarmspangen
mit Fingerringen, Leibgurt und dergleichen, mit Fußspangen (Māñjīra), Fußringen (Nūpura) und dergleichen – geschmückt mit mancherlei glänzenden, überaus kostbaren Zierstücken,
Wort für Wort
mudrikodarabandhādyaiḥ
mit Fingerringen, Leibgurt und dergleichen
māñjīnūpurakādibhiḥ
mit Fußspangen, Fußringen und dergleichen
bhūṣitaṃ vividhākalpairbhāsvaraiḥ
geschmückt mit mancherlei glänzenden Zierstücken
sumahādhanaiḥ
überaus kostbaren
[Anm.: „māaiñjī" gelesen als „māñjīra" (Fußspange); die Lesart wirkt OCR-bedingt verderbt.]
den in Rüstung gehüllten Helden, mit heiterem Lotusantlitz, der mit dem Schwirren der Bogensehne und seinem Löwenbrüllen die drei Welten erzittern lässt,
Wort für Wort
ābaddhakavacaṃ vīraṃ
den in Rüstung gehüllten Helden
suprasannānanāṃbujam
mit heiterem Lotusantlitz
dhanurjyā siṃhanādena
mit dem Schwirren der Bogensehne und dem Löwenbrüllen
den Herbeiführer des Untergangs aller Feinde, den Vernichter aller Krankheit, den Geber alles Wohlstands, begleitet von der Siegesglanz-Göttin (Vijayaśrī),
den Geber allen Glücks, den Heilvollen, den Gewährer der Furchtlosigkeit für seine Verehrer, reich an göttlichen Girlanden und Salben, versehen mit allen [günstigen Körper-]Merkmalen,
Wort für Wort
sarvasaubhāgyadaṃ bhadraṃ
den Geber allen Glücks, den Heilvollen
bhaktābhayavidhāyinam
den Gewährer der Furchtlosigkeit für seine Verehrer
den Herrn inmitten einer Schar von Wagen, Elefanten, Pferden und Fußvolk, den Gewährer von Gaben, den Weltenherrscher (Cakravartin), den alleinigen Beschützer aller Welten,
Wort für Wort
rathanāgāśvapādātavṛndamadhyagamīśvaram
den Herrn inmitten einer Schar von Wagen, Elefanten, Pferden und Fußvolk
von einem Glanz gleich tausend gleichzeitig aufgegangenen Sonnen, der durch die aus großem Yoga geborene Herrschermacht und Ruhm die drei Welten durchdringt,
Wort für Wort
samānoditasāhasradivākarasamadyutim
von einem Glanz gleich tausend gleichzeitig aufgegangenen Sonnen
mahāyogabhavaiśvaryakīrtyākrāntajagattrayam
der durch die aus großem Yoga geborene Herrschermacht und Ruhm die drei Welten durchdringt
den Glorreichen, als Teil-Inkarnation (Aṃśāvatāra) Haris [Viṣṇus] auf die Erde herabgestiegen – hat man ihn so meditiert, spreche man, in genauer Zuordnung auf das Selbst (Ātman) und die übrigen [Körperglieder verteilt], die Worte des Schutzes.
Wort für Wort
śrīmañṭataṃ
den Glorreichen
hareraṃśādavatīrṇaṃ mahītale
als Teil-Inkarnation Haris auf die Erde herabgestiegen
samyagātmādibhedena dhyātvā
hat man ihn so, in genauer Zuordnung auf Selbst und Glieder verteilt, meditiert
Mögen seine fünf Glied-Gestalten, kristallklar strahlend, mich beschützen – [aufgestellt] in den Winkeln von Agni (SO), Īśa (NO), Asura/Nairṛti (SW) und Vāyavya (NW): das Herz und die übrigen [vier Glieder, dazu die mittlere fünfte].
auf allen Seiten von blitzender Gestalt, mit Muschelhorn, Schild und Schwert in der Hand, Verkörperungen ungehinderter Kraft, Herrschermacht, Stärke und Fähigkeit,
Wort für Wort
sarvatosrajvaladrūpā
auf allen Seiten von blitzender Gestalt
daracarmāsipāṇayaḥ
mit Muschelhorn, Schild und Schwert in der Hand
avyāhatabalaiśvaryaśaktisāmarthyavigrahāḥ
Verkörperungen ungehinderter Kraft, Herrschermacht, Stärke und Fähigkeit
kṣemaṅkarīśaktiyutaścauravargavibhañjanaḥ / prācīṃ diśaṃ rakṣatu me bāṇabāṇāsanāyudhaḥ
Vereint mit der Kraft-Gottheit Kṣemaṅkarī, der Zerschmetterer der Diebesbanden, mit Pfeil und Bogen bewaffnet, möge er meine östliche Richtung beschützen.
Wort für Wort
kṣemaṅkarīśaktiyutaḥ
vereint mit der Kraft-Gottheit Kṣemaṅkarī
cauravargavibhañjanaḥ
der Zerschmetterer der Diebesbanden
prācīṃ diśaṃ rakṣatu me
möge er meine östliche Richtung beschützen
bāṇabāṇāsanāyudhaḥ
mit Pfeil und Bogen bewaffnet
[Anm.: Die in V17–26 genannten Richtungsbezeichnungen (u. a. „prācetasī", „caitrabhānavī", „śaivī") folgen keiner einheitlich als Himmelsrichtung eindeutig identifizierbaren Systematik; sie wurden, soweit möglich, nach ihrer traditionellen Gottheiten-Zuordnung wiedergegeben, doch bleibt die genaue Zuordnung im Einzelfall unsicher.]
śrīkarīśaktisahito mārībhayavināśakaḥ / śaracāpadharaḥ śrīmān diśaṃ me pātu dakṣiṇām
Vereint mit der Kraft-Gottheit Śrīkarī, der Vernichter der Furcht vor Seuchen, Pfeil und Bogen tragend, der Glorreiche, möge er meine südliche Richtung beschützen.
mahāvaśyakarīyuktaḥ sarvaśatruvināśakṛt / maheṣucāpadhṛkpātu mama prācetasīṃ diśam
Vereint mit der großen [Kraft-Gottheit] Vaśyakarī, der Vernichter aller Feinde, mit großem Pfeil und Bogen ausgerüstet, möge er meine westliche Richtung (Prācetasī, die Richtung Varuṇas) beschützen.
Wort für Wort
mahāvaśyakarīyuktaḥ
vereint mit der großen Vaśyakarī
sarvaśatruvināśakṛt
der Vernichter aller Feinde
maheṣucāpadhṛkpātu
möge er, mit großem Pfeil und Bogen ausgerüstet, beschützen
yaśaḥkaryā samāyukto daityasaṃghavināśanaḥ / parirakṣatu me samyagvidiśaṃ caitrabhānavīm
Vereint mit Yaśaskarī, der Vernichter der Daitya-Scharen, möge er meine südöstliche Zwischenrichtung (Caitrabhānavī, die Richtung Agnis) vollständig behüten.
vidyākarīsamāyuktaḥ sumahahuḥkhanāśanaḥ / pātu me nairṛtīṃ cāpapāṇirvidiśamīśvaraḥ
Vereint mit Vidyākarī, der Vernichter überaus großen Leids, möge der Herr, den Bogen in der Hand, meine südwestliche Zwischenrichtung (Nairṛti) beschützen.
Wort für Wort
vidyākarīsamāyuktaḥ
vereint mit Vidyākarī
sumahahuḥkhanāśanaḥ
der Vernichter überaus großen Leids
pātu me nairṛtīṃ vidiśam
möge er meine südwestliche Zwischenrichtung beschützen
āyuḥkaryā yutaḥ śrīmānmahābhayavināśanaḥ / cāpeṣudhārī śaivīṃ me vidiśaṃ parirakṣatu
Vereint mit Āyuḥkarī, der Glorreiche, der Vernichter großer Furcht, Bogen und Pfeile tragend, möge er meine nordöstliche Zwischenrichtung (Śaivī, die Richtung Śivas) vollständig behüten.
Wort für Wort
āyuḥkaryā yutaḥ śrīmān
vereint mit Āyuḥkarī, der Glorreiche
mahābhayavināśanaḥ
der Vernichter großer Furcht
cāpeṣudhārī
Bogen und Pfeile tragend
śaivīṃ me vidiśaṃ parirakṣatu
möge er meine nordöstliche Zwischenrichtung behüten
vijayaśrīyutaḥ sākṣātsahasrāradharo vibhuḥ / diśamūrddhvāmavatu me sarvaduṣṭabhayaṅkaraḥ
Vereint mit Vijayaśrī, der leibhaftig das tausendspeichige [Rad] tragende Herrscher, der Schrecken aller Übeltäter, möge er meine obere Richtung (den Zenit) beschützen.
Wort für Wort
vijayaśrīyutaḥ sākṣāt
vereint mit Vijayaśrī, leibhaftig
sahasrāradharo vibhuḥ
der Herrscher, der das tausendspeichige [Rad] trägt
śaṅkhabhṛtsumahāśaktisaṃyuto 'pyadharāṃ diśam / parirakṣatu me duḥkhadhvāntasambhedabhāskaraḥ
Der Muschelhorn-Träger, auch vereint mit der überaus großen Kraft-Gottheit [Prajñākarī], die Sonne, welche die Finsternis des Leids zerteilt, möge auch meine untere Richtung (den Nadir) vollständig behüten.
Wort für Wort
śaṅkhabhṛtsumahāśaktisaṃyuto
der Muschelhorn-Träger, vereint mit der überaus großen Kraft-Gottheit
'pyadharāṃ diśam parirakṣatu me
möge er auch meine untere Richtung behüten
duḥkhadhvāntasambhedabhāskaraḥ
die Sonne, welche die Finsternis des Leids zerteilt
mahāyogasamāyuktaḥ sarvadikcakramaṇḍalaḥ / mahāyogīśvaraḥ pātu sarvato mama padmabhṛt
Vereint mit großem Yoga, der das ganze Rad-Rund aller Richtungen [umfasst], der große Herr des Yoga, der Lotusträger, möge mich von allen Seiten beschützen.
die [begleitenden] Kraft-Gottheiten (Śakti), Lotus in der Hand, gleich der blauen Wasserlilie, in weiße Girlanden und Gewänder gekleidet, strahlend von wohlgesetztem Stirnzeichen (Tilaka),
die an ihrer Seite stehenden Herrscher, ein jeder mit eigenem Reittier, eigener Waffe und eigenem Schmuck, ein jeder in seiner eigenen Richtung stehend – mögen Indra und die anderen Mächtigen mich beschützen.
Wort für Wort
tatpārśadeśvarāḥ
die an ihrer Seite stehenden Herrscher
svasvavāhanāyudhabhūṣaṇāḥ
ein jeder mit eigenem Reittier, Waffe und Schmuck
svasvadikṣu sthitāḥ
ein jeder in seiner eigenen Richtung stehend
pāntu māmindrādyā mahābalāḥ
mögen Indra und die anderen Mächtigen mich beschützen
Diese sind als sämtliche Umhüllungs-Gottheiten (Āvaraṇa-Devatā) seines [Maṇḍala] genannt; mögen sie, mit aller Kraft ausgestattet, mich stets von allen Seiten beschützen.
am Herzen, am Leib, am Nabel, am Unterleib, im geheimen Bereich stehend, als Gestalten der Glut (Tejas) – mögen sie, gleich Wunsch-Bäumen des Glücks, mich beschützen.
Wort für Wort
hṛdaye codare nābhau
am Herzen, am Leib, am Nabel
jaṭhare guhyamaṇḍale
am Unterleib, im geheimen Bereich
tejorūpāḥ sthitāḥ
als Gestalten der Glut stehend
pātuṃ vāñchāsukhanadrumāḥ
mögen sie, gleich Wunsch-Bäumen des Glücks, beschützen
Und die übrigen, von großer Farbe, in Mantra-Gestalt, überaus strahlend, [ihrer jeweiligen] Richtung [zugeordnet] – mögen sie, den ganzen Körper durchdringend, uns von den Fußsohlen bis zum Scheitel beschützen.
Kārtavīrya möge mein Haupt beschützen, der Herr der Haihayas die Stirn; der Schönmündige (Sumukha) möge mein Antlitz beschützen, der die drei Welten Durchdringende die Ohren,
sukumāro hanuṃ pātu bhrūyugaṃ me dhanurdharaḥ / nayanaṃ puṃmaḍarīkākṣago nāsikāṃ me guṇākaraḥ
der Liebliche (Sukumāra) möge mein Kinn beschützen, der Bogenträger mein Augenbrauenpaar; der Lotusäugige (Puṇḍarīkākṣa) [möge] die Augen, die Fundgrube der Tugenden meine Nase [beschützen],
Wort für Wort
sukumāro hanuṃ pātu
der Liebliche möge das Kinn beschützen
bhrūyugaṃ me dhanurdharaḥ
das Augenbrauenpaar der Bogenträger
nayanaṃ puṇḍarīkākṣago
die Augen der Lotusäugige
nāsikāṃ me guṇākaraḥ
die Nase die Fundgrube der Tugenden
[Anm.: „puṃmaḍarīkākṣago" gelesen als „puṇḍarīkākṣaḥ" (der Lotusäugige).]
die beiden Lippen möge stets der durch das Brahman Erkennbare beschützen, der Dichter unter den Zweifachgeborenen; der Träger aller Wissenschaften und Künste die Zunge, der Unvergängliche das Kinn,
Wort für Wort
adharoṣṭhau sadā pātu
die beiden Lippen möge stets beschützen
brahmajñeyo dvijānkaviḥ
der durch das Brahman Erkennbare, der Dichter der Zweifachgeborenen
sarvaśāstrakalādhārī jihvāṃ
der Träger aller Wissenschaften und Künste die Zunge
cibukamavyayaḥ
das Kinn der Unvergängliche
[Anm.: „brahjñeyo" gelesen als „brahmajñeyaḥ" (der durch das Brahman Erkennbare).]
dattātreyapriyaḥ kaṇṭhaṃ skandhau rājakuleśvaraḥ / bhujau daśāsyadarpaghno hṛdayaṃ me mahābalaḥ
der Dattātreya Liebe den Hals, der Herr des Königsgeschlechts die Schultern; die Arme der Brecher des Stolzes des Zehnköpfigen [Rāvaṇa], mein Herz der überaus Mächtige,
meine Flanken möge der Weise beschützen, die Brust der Bezwinger feindlicher Städte; die Hände der Geber alles Erstrebten, die Fingerspitzen der dem Weltall Liebe,
Wort für Wort
kukṣiṃ rakṣatu me vidvān
meine Flanken möge der Weise beschützen
vakṣaḥ parapurañjayaḥ
die Brust der Bezwinger feindlicher Städte
karau sarvārthadaḥ pātu
die Hände möge der Geber alles Erstrebten beschützen
revāṃbagulīlāsaṃhapto jaṭharaṃ parirakṣatu / vīraśūrastu me nābhiṃ pārśvau me sarvaduṣṭahā
der im Spiel mit den Wassern der Revā Verbundene möge meinen Bauch vollständig behüten; den Nabel der heldenhaft Tapfere, meine beiden Flanken der Zerstörer alles Bösen,
Wort für Wort
revāṃbagulīlāsaṃhapto
der im Spiel mit den Wassern der Revā Verbundene
jaṭharaṃ parirakṣatu
möge den Bauch vollständig behüten
vīraśūrastu me nābhiṃ
den Nabel der heldenhaft Tapfere
pārśvau me sarvaduṣṭahā
meine Flanken der Zerstörer alles Bösen
[?: Die genaue Wortbildung von „revāṃbagulīlāsaṃhapto" bleibt unsicher; probeweise als Bezug auf das Spiel mit den Wassern der Revā (Narmadā) gedeutet.]
den Rücken der tausendarmige König, die Hüfte der Herr der sieben Kontinente; die Schenkel der Herrscher von Māhiṣmatī, die Knie der Geliebte der Erde,
die Unterschenkel möge der Herr der Helden beschützen, die Füße der Windschnelle; den ganzen Körper an allen wunden Punkten (Marman) möge der Träger aller Waffen beschützen.
Wort für Wort
jaṅghe vīrādhipaḥ pātu
die Unterschenkel möge der Herr der Helden beschützen
der Vernichter alles Bösen möge den aus den acht Grundstoffen (Dhātu) bestehenden Körper beschützen; die zehn Lebenshauche und Lebenskräfte möge der Erfüller aller Wünsche der Rechtschaffenen behüten,
Wort für Wort
sarvaduṣṭāntakaḥ pātu
der Vernichter alles Bösen möge beschützen
dhātvaṣṭakakalevaram
den aus den acht Grundstoffen bestehenden Körper
prāṇādidaśajīveśān
die zehn Lebenshauche und Lebenskräfte
sarvaśiṣṭeṣṭado 'vatu
möge der Erfüller aller Wünsche der Rechtschaffenen behüten
vaśīkṛtendriyagrāmaḥ pātu sarvendriyāṇi me / anuktamapi yatsthāna śarīrāntarbahiśca yat
der die Schar der Sinne Bezwungene möge all meine Sinne beschützen; und welcher Ort auch, selbst wenn ungenannt, innerhalb oder außerhalb des Körpers [sei],
tatsarvaṃ pātu me sarvalokanātheśvareśvaraḥ / vajrātsārataraṃ cedaṃ śarīraṃ kavacāvṛtam
all das möge für mich der Herr der Herren aller Weltenherrscher beschützen. Und so [wird] dieser Körper, von der Rüstung umhüllt, stärker als der Donnerkeil (Vajra),
mit ihr wandle ich bei Tag und bei Nacht furchtlos in meinem innersten Selbst – auf der Königsstraße, in großer Festung, auf einem von Dieben und dergleichen heimgesuchten Weg,
Wort für Wort
vicarāmi divā rātrau
ich wandle bei Tag und bei Nacht
nirbhayenāntarātmanā
furchtlos in meinem innersten Selbst
rājamārge mahādurge
auf der Königsstraße, in großer Festung
mārge caurā disaṃkule
auf einem von Dieben und dergleichen heimgesuchten Weg
in rauem Gelände, in schrecklichem Wald, in Waldbrand, in Bergesschlucht, im Kampf, im Waffengetümmel, in [Gegenden], die von Löwen und Tigern heimgesucht sind,
in einer von Wegelagerern wimmelnden, von Räuberbanden umgebenen Gegend, wenn der Raub allen Besitzes eingetreten ist, wenn Lebensgefahr eingetreten ist,
beim Ausbruch mancherlei Krankheiten und Fieber, bei Quälerei durch Piśāca oder Preta, bei den Nöten von Seuche und bösem Traum, in Bedrängnis, bei einem Verräter des Vertrauens,
śārīre ca mahāduḥkhe mānase ca mahājvare / ādhivyādhibhaye vighnajvālopadravake 'pi ca
bei großem körperlichen Leid und bei großer seelischer Qual, in Furcht vor geistiger und körperlicher Krankheit, und auch in der lodernden Bedrängnis von Hindernissen –
Wort für Wort
śārīre ca mahāduḥkhe
bei großem körperlichen Leid
mānase ca mahājvare
und bei großer seelischer Qual
ādhivyādhibhaye
in Furcht vor geistiger und körperlicher Krankheit
vighnajvālopadravake 'pi ca
und auch in der lodernden Bedrängnis von Hindernissen
möge der große Wagenkämpfer mit seinen tausend Armen abwehren – jene, schwer zu bezwingenden, gebunden durch die tausend, von seiner eigenen Hand erhobenen Fesseln,
Wort für Wort
nivārayatu dordaṇḍasahasreṇa
möge er mit seinen tausend Armen abwehren
mahārathaḥ
der große Wagenkämpfer
svakaroddhṛtasāhasrapāśabaddhān
gebunden durch die tausend, von seiner Hand erhobenen Fesseln
möge der Lotusäugige die Scharen böser Wesen, Diebe und dergleichen, erschreckt vom Klang seines eigenen Muschelhorns machen – er, der die tausend[speichigen], tausendfachen [Waffen] trägt.
Wort für Wort
caurādi duṣṭasattvaughān
die Scharen böser Wesen, Diebe und dergleichen
karotu kamalekṣaṇaḥ
möge der Lotusäugige machen
svaśaṅkhanādasaṃtrastān
erschreckt vom Klang seines eigenen Muschelhorns
sahasrārasahasrabhṛt
er, der die tausendspeichigen, tausendfachen [Waffen] trägt
überall, allezeit, vernichte, oh vernichte die bösen Diebe! Warum schläfst du, o Vertilger der Übeltäter? Warum verharrst du, warum säumst du so lange?
uttiṣṭha pāhi naḥ sarvabhayebhyaḥ svasutāniva / ye caurā vasuhartāro vidviṣo ye ca hiṃsakāḥ
Erhebe dich! Beschütze uns vor allen Gefahren, wie [du] deine eigenen Kinder [beschützt]! Welche Diebe, Räuber des Gutes, Feinde und Gewalttäter es gibt,
sādhubhītikarā duṣṭāśchadmakā ye durāśayāḥ / durhṛdo duṣṭabhū pālā duṣṭāmātyāśca pāpakāḥ
die bösen Erschrecker der Rechtschaffenen, die Betrüger, die Übelgesinnten, die Bösherzigen, die bösen Herrscher der Erde, und die sündigen, bösen Minister,
ye ca kāryaviloptoro ye khalāḥ paripanthinaḥ / sarvasvahāriṇāṃ ye ca pañca māyāvino 'pareḥ
und die Vereitler von Vorhaben, die Bösewichte, die Wegelagerer, sowie, unter den Räubern allen Besitzes, die trügerischen Zauberkundigen und andere [Übeltäter] –
Wort für Wort
ye ca kāryaviloptoro
und die Vereitler von Vorhaben
ye khalāḥ paripanthinaḥ
die Bösewichte, die Wegelagerer
sarvasvahāriṇāṃ ye ca
und unter den Räubern allen Besitzes
pañca māyāvino 'pareḥ
die trügerischen Zauberkundigen und andere
[?: „pañca māyāvinaḥ" (fünf Zauberkundige[?]) und „'pareḥ" bleiben in ihrer genauen Bedeutung unsicher.]
mahākleśakarā mlecchā dasyavo vṛṣalāśca ye / ye 'gnidā garadātāro vañcakāḥ śastrapāṇayaḥ
die großes Elend verursachenden Barbaren (Mleccha), Räuber und Ausgestoßene (Vṛṣala), die Brandstifter, Giftmischer, Betrüger, [und die] mit Waffe in der Hand,
ye pāpā duṣṭakarmāṇo duḥkhadā duṣṭabuddhayaḥ / vyājakāḥ kupathāsaktā ye ca nānābhayapradāḥ
die Sünder, die Übeltäter, die Leidbringer, die Bösgesinnten, die Betrüger, die dem schlechten Pfade Ergebenen, und die mancherlei Schrecken Bringenden,
chidrānveṣaratā nityaṃ ye 'smānbādhitumudyatāḥ / te sarve kārtavīryasya mahāśaṅkharavāhatāḥ
die stets an der Suche nach [unseren] Schwächen sich Erfreuenden, die darauf aus sind, uns zu schaden – mögen sie alle vom gewaltigen Dröhnen des Muschelhorns Kārtavīryas getroffen,
Wort für Wort
chidrānveṣaratā nityaṃ
die stets an der Suche nach Schwächen sich Erfreuenden
ye 'smānbādhitumudyatāḥ
die darauf aus sind, uns zu schaden
te sarve kārtavīryasya
mögen sie alle Kārtavīryas
mahāśaṅkharavāhatāḥ
vom gewaltigen Dröhnen des Muschelhorns getroffen [werden]
die Ḍākinīs, die Droṇasas, die Pretas, die Kṣetrapālas, die Vināyakas, [Wesen] von großer-Tiger- und großer-Wolken-Gestalt, von der Gestalt großer Rosse,
Wort für Wort
ḍākinyo druṇasāḥ pretāḥ
die Ḍākinīs, die Droṇasas, die Pretas
kṣetrapālā vināyakāḥ
die Kṣetrapālas, die Vināyakas
mahāvyāghramahāmeghā
von großer-Tiger- und großer-Wolken-Gestalt
mahāturāgarūpakāḥ
von der Gestalt großer Rosse
[?: „druṇasāḥ" und „mahāturāgarūpakāḥ" bleiben in ihrer genauen Bedeutung unsicher.]
mit den Häuptern von großem Kamel, Esel, Katze, Schlange, Kuh oder Stier, von mancherlei Gestalt, mächtige Wesen, Geber tausendfachen mancherlei Leids,
Wort für Wort
mahoṣṭrakharamārjārasarpagovṛṣamastakāḥ
mit den Häuptern von großem Kamel, Esel, Katze, Schlange, Kuh oder Stier
die Verursacher mancherlei Krankheit, kleine wie überaus kraftvolle und starke [Dämonen], [Krankheiten] aus Wind, aus Galle, den schrecklichen, aus Schleim, und den [Krankheiten] gemischten Ursprungs,
māheśvarā vaiṣṇavāśca vairiñcyāśca mahāgrahāḥ / skāndā vaināyakāḥ krūrā ye ca pramathaguhyakāḥ
die großen, Śiva zugehörigen, Viṣṇu zugehörigen und Brahmā zugehörigen Grahas, die Skanda zugehörigen und Vināyaka zugehörigen, die grausamen, und welche Pramathas und Guhyakas es gibt,
Wort für Wort
māheśvarā vaiṣṇavāśca
die Śiva zugehörigen und Viṣṇu zugehörigen
vairiñcyāśca mahāgrahāḥ
und die Brahmā zugehörigen großen Grahas
skāndā vaināyakāḥ krūrā
die Skanda- und Vināyaka-zugehörigen, die grausamen
cāturthikāḥ pākṣikāśca māsyāḥ ṣāṇmāsikāśca ye / sāṃvatsarā durnivāryā jvarāḥ paramadāruṇāḥ
die viertägigen, die vierzehntägigen, die monatlichen und die sechsmonatlichen, sowie die jährlichen, schwer abzuwehrenden, überaus furchtbaren Fieber,
svāpnikā ye mahotpātā ye ca duḥsvāpnikā grahāḥ / kūṣmāṇḍā jṛṃbhikā bhaumā droṇāḥ sānnidhyavañcakāḥ
die großen, im Traum sich zeigenden Vorzeichen, und welche Grahas des bösen Traumes es gibt, die Kūṣmāṇḍas, der Gähnzwang (Jṛmbhikā), die Erdgeborenen, die Droṇas, die in der Nähe Lauernden und Täuschenden,
Wort für Wort
svāpnikā ye mahotpātā
die großen, im Traum sich zeigenden Vorzeichen
ye ca duḥsvāpnikā grahāḥ
und welche Grahas des bösen Traumes es gibt
kūṣmāṇḍā jṛṃbhikā bhaumā
die Kūṣmāṇḍas, der Gähnzwang, die Erdgeborenen
droṇāḥ sānnidhyavañcakāḥ
die Droṇas, die in der Nähe Lauernden und Täuschenden
bhramikāḥ prāṇahartāro ye ca bālagrahādayaḥ / manobudvīndriyaharāḥ sphoṭakāśca mahāgrahāḥ
die Schwindelerregenden, die Lebenshauch-Räuber, und welche Kindergrahas und dergleichen es gibt, die Räuber von Geist, Verstand und Sinnen, und die großen Grahas der Pockenkrankheit (Sphoṭaka),
mahāśanā balibhujo mahākuṇapabhojanāḥ / divācarā rātricarā ye ca saṃdhyāsu dāruṇāḥ
die großen Vielfraße, die Opfergaben-Esser, die Fresser großer Leichname, die bei Tag Umherziehenden, die bei Nacht Umherziehenden, und die in der Dämmerung Furchtbaren,
die todbringenden Schlangen, von großen Fangzähnen, die sogenannten großen Pythons, die mit Ananta und Śūlin beginnenden, von Fangzahn-Gift und großem Schrecken,
Wort für Wort
kālavyālā mahādaṃṣṭrā
die todbringenden Schlangen, von großen Fangzähnen
die Giftschlangen, die vom Kālakūṭa[-Gift], die sogenannten großen Hālāhala[-Gift-Schlangen], die Wasserschlangen, die Wasserungeheuer, die Wasserkrokodile und Schildkröten,
matsyakā viṣapucchāśca ye cānye jalavāsinaḥ / jalajāḥ sthalajāścaiva kṛtrimāśca mahāviṣāḥ
die Fische, die mit giftigem Schweif, und welche anderen Wasserbewohner es gibt, die im Wasser wie die auf dem Land geborenen, und die künstlich [erschaffenen] großgiftigen,
guptarūpā guptaviṣā mūṣikā gṛhagodhikāḥ / nānāviṣāśca ye ghorā mahopaviṣasaṃjñakāḥ
die von verborgener Gestalt, von verborgenem Gift, die Mäuse, die Hauseidechsen, und welche schrecklichen, von mancherlei Gift, den sogenannten großen Nebengiften es gibt,
aus der Ferne zugrunde gehen, ihre Sinne und ihre Kühnheit gänzlich vernichtet! Menschen, Tiere, nämlich Bären und Affen, die im Wald umherstreifenden,
Wort für Wort
dūrādeva vinaśyantu
mögen sie aus der Ferne zugrunde gehen
praṇaṣṭendriyasāhasāḥ
ihre Sinne und ihre Kühnheit gänzlich vernichtet
manuṣyāḥ paśavo
Menschen, Tiere
tvṛkṣavānarā vanagocarāḥ
nämlich Bären und Affen, die im Wald umherstreifenden
die Bheruṇḍas [wilde Vögel], Krähen, Geier, Schwäne und andere Vogelgeschlechter, die aus der Erde Sprossenden, die Eigeborenen, die Schweißgeborenen und die aus dem Mutterschoß Geborenen,
Wort für Wort
bheruṇḍā vāyasā gūdhrā
die Bheruṇḍas, Krähen, Geier
haṃsādyāḥ pakṣijātayaḥ
die Schwäne und andere Vogelgeschlechter
udbhijjāścāṇḍajāścaiva
die aus der Erde Sprossenden und die Eigeborenen
svedajāśca jarāyujāḥ
die Schweißgeborenen und die aus dem Mutterschoß Geborenen
nānābhedakule jātā nānābhedāḥ pṛthagvidhāḥ / ye 'smānbādhitumicchanti sedhyāsu ca divā niśi
in mancherlei unterschiedlichen Geschlechtern geboren, von mancherlei Unterscheidung, jeweils verschiedener Art – welche von ihnen uns bei den [zuvor genannten] abzuwehrenden [Gefahren] zu schaden trachten, bei Tag oder bei Nacht,
Wort für Wort
nānābhedakule jātā
in mancherlei unterschiedlichen Geschlechtern geboren
nānābhedāḥ pṛthagvidhāḥ
von mancherlei Unterscheidung, jeweils verschiedener Art
ye 'smānbādhitumicchanti
welche uns zu schaden trachten
sedhyāsu ca divā niśi
bei den abzuwehrenden [Gefahren], bei Tag oder bei Nacht
ye cākṣemapradātāraḥ kūṭamāyāvinaśca ye / māraṇotsādanonmūladveṣamohanakārakāḥ
und welche Bringer von Unheil es gibt, und welche trügerischen Zauberkundigen, die Bewirker von Tötungszauber, Vertreibung, Entwurzelung, Feindschaft und Verwirrung,
Wort für Wort
ye cākṣemapradātāraḥ
und welche Bringer von Unheil es gibt
kūṭamāyāvinaśca ye
und welche trügerischen Zauberkundigen
māraṇotsādanonmūla
die Bewirker von Tötungszauber, Vertreibung, Entwurzelung
viśvāsa ghātakā duṣṭā ye ca svāmidruho narāḥ / ye cātatāyino duṣṭā ye pāpā gopyahāriṇaḥ
die bösen Verräter des Vertrauens, und die Menschen, die ihrem Herrn untreu sind, die bösen gewalttätigen Aggressoren (Ātatāyin), und die sündigen Räuber verborgener [Schätze],
die durch Feuer, [heimtückische] Speise[-Vergiftung], Gift oder Waffenhieb überaus großes Leid Bringenden, die durch Raub von Land, Gut und dergleichen sowie durch Gefangennahme und dergleichen Furcht Bringenden,
Wort für Wort
dāhopadyātagaralaśastrapāta
durch Feuer, heimtückische Speise, Gift oder Waffenhieb
atiduḥkhadāḥ
überaus großes Leid Bringende
kṣetravittādiharaṇa
durch Raub von Land, Gut und dergleichen
bandhanādibhayapradāḥ
durch Gefangennahme und dergleichen Furcht Bringende
[?: „upadyāta" bleibt in seiner genauen Bedeutung unsicher; probeweise im Sinne einer heimtückischen Speisevergiftung gedeutet.]
ītayo vividhākāro ye cānye duṣṭajātayaḥ / pīḍākarā ye satataṃ chidramicchanti bādhitum
die Plagen mancherlei Art, und welche anderen bösen Geschlechter es gibt, die Verursacher von Bedrängnis, die stets eine Gelegenheit zum Schaden suchen –
te sarve kārtavīryasya cakrasāhasradāritāḥ / dūrādeva kṣayaṃ yāntu vinaṣṭabalasāhasāḥ
mögen sie alle, von Kārtavīryas tausend Diskusscheiben zerrissen, aus der Ferne dem Untergang entgegengehen, ihre Kraft und Kühnheit gänzlich vernichtet.
ye meghā ye mahāvarṣā ye vātā yāśca vidyutaḥ / ye mahāśanayo dīptā ye nirghātāśca dāruṇāḥ
welche Wolken, welche gewaltigen Regengüsse, welche Winde und Blitze, welche flammenden großen Donnerkeile und welche furchtbaren Donnerschläge es gibt,
ulkāpātāśca ye ghorā ye mahendrāyudhādayaḥ / sūryendukujasaumyāśca gurukāvyaśanaiścarāḥ
welche furchtbaren Meteorfälle, und welche [Vorzeichen], angefangen bei Indras großer Waffe [dem Regenbogen], es gibt, sowie [die ungünstigen Einflüsse von] Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn,
Wort für Wort
ulkāpātāśca ye ghorā
welche furchtbaren Meteorfälle
ye mahendrāyudhādayaḥ
und welche mit Indras großer Waffe beginnenden [Vorzeichen] es gibt
sūryendukujasaumyāśca
sowie [die Einflüsse von] Sonne, Mond, Mars, Merkur
Rāhu und die furchtbaren Ketus, die Mondhäuser, ebenso die Tierkreiszeichen, die Mondtage, die [Sonnen-]Übergänge, die Monate, die Jahre, die Herren der [Welt-]Zeitalter,
die Herren der Manvantaras, die Siddhas, die Seher, die Yoga-Vollkommenheiten, die [neun] Schätze (Nidhi), Ṛg-, Yajur-, Sāma- und Atharva[-Veda], sowie die [heiligen] Feuer,
Wort für Wort
manvantarādhipāḥ siddhā
die Herren der Manvantaras, die Siddhas
ṛṣayo yogasiddhayaḥ
die Seher, die Yoga-Vollkommenheiten
nidhayo ṛgyajuḥsāmātharvāṇaścaiva
die Schätze, sowie Ṛg-, Yajur-, Sāma- und Atharva-Veda
die Jahreszeiten, die Weltenhüter, die Ahnen, die Schar der Götter, sowie die vierundsechzig unterschiedlichen Wissenschaften, die es in den drei Welten gibt –
Wort für Wort
ṛtavo lokapālāśca
die Jahreszeiten, die Weltenhüter
pitaro devasaṃhatiḥ
die Ahnen, die Schar der Götter
vidyāścaiva catuḥṣaṣṭibhedā
sowie die vierundsechzig unterschiedlichen Wissenschaften
Durch das Gebot Kārtavīryas, des Fürsten der Yogins, von unermesslichem Glanz: ‚Kārtavīryārjuna, der Bogenschütze, der Fürst der Könige, der Herr der Haihayas,
der Brecher des Stolzes des Zehnköpfigen, im Spiel mit der Revā übermütig, schwer zu bezwingen, der Vernichter des Leids, der Bezähmer der Diebe, der Herr über den Herrn der Könige, der Gebieter,
Wort für Wort
daśāsyadarpahā
der Brecher des Stolzes des Zehnköpfigen
revālīlādṛptakaḥ sudurjayaḥ
im Spiel mit der Revā übermütig, schwer zu bezwingen
der Allwissende, der Geber von allem, der Glorreiche, der Erfüller der Wünsche aller Rechtschaffenen, der Vollendete, das Kronjuwel der Könige, der Yogin, der Herrscher über die sieben Kontinente,
Wort für Wort
sarvajñaḥ sarvadaḥ śrīmān
der Allwissende, der Geber von allem, der Glorreiche
sarvaśiṣṭeṣṭadaḥ kṛtī
der Erfüller der Wünsche aller Rechtschaffenen, der Vollendete
der Siegreiche, der Alles-Bezwinger, der Redegewandte, von erhabenem Wandel, frei von Gier, der Opferer, der den Brahmanen Liebe, der Weise, der durch das Brahman Erkennbare, der Ewige,
Wort für Wort
vijayī viśvajidvāgmī
der Siegreiche, der Alles-Bezwinger, der Redegewandte
der Herr von Māhiṣmatī, der Kämpfer, von großem Ruhm, von mächtigen Armen, der Liebliche, der große Held, der Vernichter der Seuche, der von berauschendem Blick,
Wort für Wort
māhiṣmatīpatiryodhā
der Herr von Māhiṣmatī, der Kämpfer
mahākīrtirmahābhujaḥ
von großem Ruhm, von mächtigen Armen
sukumāro mahāvīro
der Liebliche, der große Held
mārīghno madirekṣaṇaḥ
der Vernichter der Seuche, der von berauschendem Blick
der Feindvertilger, der Ewige, der Tapfere, der Muschelhorn-Träger, der Liebling der Yogins, der große Verehrer [Viṣṇus], der Weise, der Vernichter großer Furcht,
von unbezwinglicher, göttlicher Gestalt, ein Wesen, das die drei Welten durchdringt, der Sinnenbezwinger, der Feindbezwinger, der aus eigenem Willen Handelnde, von unendlicher Tatkraft,
Wort für Wort
asādhyī vigraho divyo
von unbezwinglicher, göttlicher Gestalt
bhāvo vyāptajagattrayaḥ
ein Wesen, das die drei Welten durchdringt
jitendriyo jitārātiḥ
der Sinnenbezwinger, der Feindbezwinger
svacchando 'nantavikramamaḥ
der aus eigenem Willen Handelnde, von unendlicher Tatkraft
[?: „asādhyī vigrahaḥ" bleibt in der genauen Wortbildung unsicher.]
der Diskusträger, der Vernichter feindlicher Heerscharen, der nach der Kriegs-Ordnung Verehrte, der Träger aller Wissenschaften und Künste, der Makellose, der von der Welt Verehrte,
Wort für Wort
cakrabhṛtparacakraghnaḥ
der Diskusträger, der Vernichter feindlicher Heerscharen
der Schwertträger, der Wunscherfüller, der Liebreizende, der Bezwinger des Todes, der Lotusäugige, der der günstigen Rede Zugetane, der Arzt, der Weise, der Gewährer von Gaben, der Selbstbeherrschte,
Wort für Wort
khaḍgabhṛtkāmadaḥ kāntaḥ
der Schwertträger, der Wunscherfüller, der Liebreizende
kālaghnaḥ kamalekṣaṇaḥ
der Bezwinger des Todes, der Lotusäugige
bhadravādapriyo vaidyo
der der günstigen Rede Zugetane, der Arzt
vibudho varado vaśī
der Weise, der Gewährer von Gaben, der Selbstbeherrschte
der überaus Reiche, der Herr der Schätze, der große Yogin, der dem Lehrer Liebe, der an Yoga Reiche, der Vernichter aller Krankheit, der, durch den die ganze Erde erstrahlt,
Wort für Wort
mahādhano nidhipatir
der überaus Reiche, der Herr der Schätze
mahāyogī gurupriyaḥ
der große Yogin, der dem Lehrer Liebe
yogāḍhyaḥ sarvarogaghno
der an Yoga Reiche, der Vernichter aller Krankheit
der Träger göttlicher Waffen, von unermesslichem Wesen, der Beschützer aller, der überaus Strahlende, der Träger aller Waffen, der Erfüller des Erwünschten, der Bezwinger feindlicher Städte,
Wort für Wort
divyāstrabhṛdameyātmā
der Träger göttlicher Waffen, von unermesslichem Wesen
sarvagoptā mahojjvalaḥ
der Beschützer aller, der überaus Strahlende
sarvāyudhadharo 'bhīṣṭapradaḥ
der Träger aller Waffen, der Erfüller des Erwünschten
der im Yoga Vollendete, von gewaltiger Gestalt, der Herr über hundert große Heerscharen, die Schatzkammer allen Wissens, der stets um die Gewährung aller Vollkommenheit Bemühte' –
Wort für Wort
yogasiddho mahākāyo
der im Yoga Vollendete, von gewaltiger Gestalt
mahāvṛndaśatādhipaḥ
der Herr über hundert große Heerscharen
sarvajñānanidhiḥ
die Schatzkammer allen Wissens
sarvasiddhvidānakṛtodyamaḥ
der stets um die Gewährung aller Vollkommenheit Bemühte
– so mögen, mittels dieser hundertacht Namen, die zehn Gestalten auf dem Pfad der Richtungen, nachdem sie die zehn Richtungen vollständig durchdrungen haben, mich stets beschützen.
Wort für Wort
ityaṣṭaśatanāmottyā
so, mittels dieser hundertacht Namen
mūrtayo daśa dikpathi
die zehn Gestalten auf dem Pfad der Richtungen
samyagdaśadiśo vyāpya
nachdem sie die zehn Richtungen vollständig durchdrungen haben
agninirṛtivāyvīśakoṇagāḥ pāntu māṃ sadā / mama saukhyamasaṃbādhamārogyamaparājayaḥ
in den Winkeln von Agni, Nairṛti, Vāyu und Īśa stehend, mögen sie mich stets beschützen. [Möge] mir ungehindertes Glück, Gesundheit, Unbesiegbarkeit [zuteilwerden],
Wort für Wort
agninirṛtivāyvīśakoṇagāḥ
in den Winkeln von Agni, Nairṛti, Vāyu und Īśa stehend
Minderung des Leids und Freiheit von Hindernissen, Mehrung der Nachkommenschaft, das Aufkommen von Glück, Erlangung der Wünsche, höchstes Wohl, Freiheit von Ungleichheit und von Krankheit,
Wort für Wort
duḥkhahāniravighnaśca
Minderung des Leids und Freiheit von Hindernissen
prajāvṛddhiḥ sukhodayaḥ
Mehrung der Nachkommenschaft, das Aufkommen von Glück
den Bewirker allen Friedens, den geheimnisvollen, den Vernichter jeglicher Furcht, den Geber von Sieg und [weltlichem] Gewinn für die Menschen, den Geber allen Wohlstands, den Heilvollen –
Hat ein Mann ihn siebenundzwanzigmal rezitiert, nach Osten gewandt, kann er sogar ein feindliches Heer, [mächtig] wie das der Götter und Dämonen, abwehren.
Rezitiert man ihn des Nachts vollständig zwölfmal zur Befreiung aus Gefangenschaft, so wird man binnen drei Tagen von den Fesseln befreit – daran besteht kein Zweifel.
Wort für Wort
samyagdvādaśādhā rātrau
vollständig zwölfmal des Nachts
prajapedbandhamuktaye
rezitiere man zur Befreiung aus Gefangenschaft
tridinānnigaḍādūddhvo mucyate
binnen drei Tagen wird man von den Fesseln befreit
Nach eben dieser Vorschrift kann der beste der Mantrakundigen bei jedem [magischen] Vollzugswerk selbst das sonst Unerreichbare binnen sieben Tagen erreichen.
yātrākāle paṭhitvedaṃ mārge gacchati yaḥ pumān / na duṣṭacauravyāghrādyairbhayaṃ syātparipanthibhiḥ
Ein Mann, der dies beim Antritt einer Reise rezitiert hat und [dann] auf dem Wege geht, hat keine Furcht vor bösen Dieben, Tigern und dergleichen Wegelagerern.
japannāsecanaṃ kurvañjalenāñjalinā tanau / na cāsau viṣakṛtyādirogasphoṭaiḥ prabādhyate
Wer, [das Mantra] rezitierend, mit Wasser aus hohler Hand eine Besprengung des Körpers vollzieht, der wird auch nicht behelligt durch Gift, Zauberei (Kṛtyā) und dergleichen, noch durch Pockenkrankheit (Sphoṭa).
Wort für Wort
japannāsecanaṃ kurvan
rezitierend, eine Besprengung vollziehend
jalenāñjalinā tanau
mit Wasser aus hohler Hand am Körper
na cāsau viṣakṛtyādi
der wird nicht behelligt durch Gift, Zauberei und dergleichen
von rotem Duft, mit roten Girlanden, der König' – dies ist der Erfüller des Wunsches dessen, der [ihn] gedenkt: Wer diese zwölf Namen Kārtavīryas rezitiert,
für den übt stets Schutz aus der Diskus des großherzigen Viṣṇu. Von mir wurde dir, o Brahmane, dieser Schutzpanzer, [empfangen] von Dattātreya, dem Herrn der Weisen,