Quellen der Menschheit

Nārada-Purāṇa (Nāradīya)

Kapitel 76: kārtavīryakavacakathanam Erzählung des Kārtavīrya-Kavaca (Schutzpanzers)

nārada uvāca / sādhu sādhu mahāprājña sarva tantraviśārada / tvayā mahyaṃ samākhyātaṃ vidhānaṃ tantragopitam

Nārada sprach: Vortrefflich, vortrefflich, du großer Weiser, Kenner aller Tantras! Du hast mir die in den Tantras verborgen gehaltene Vorschrift dargelegt.

Wort für Wort
nārada uvāca
Nārada sprach
sādhu sādhu mahāprājña
vortrefflich, vortrefflich, du großer Weiser
sarva tantraviśārada
Kenner aller Tantras
tvayā mahyaṃ samākhyātaṃ vidhānaṃ tantragopitam
du hast mir die in den Tantras verborgen gehaltene Vorschrift dargelegt

[Anm.: Dem eigentlichen Vers 1 geht im Quelltext die Kolophonzeile „iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge bṛhadupākhyāne tṛtīyapāde kārtavīryamāhātmyamantradīpakathanaṃ nāma ṣaṭsaptatitamo 'dhyāyaḥ" samt Trennlinie voraus – der versehentlich hierher verschleppte Schlusskolophon des vorangehenden (projektintern als Kapitel 75 gezählten) Kapitels „Die Größe des Kārtavīrya, Mantra- und Lampen-Erzählung". Diese Zeile wurde nicht in den Vers-Text (sa) übernommen. Die für das vorliegende, projektintern als Kapitel 76 gezählte Kapitel maßgebliche Schlusskolophon-Angabe lautet stattdessen „kārtavīryakavacakathanaṃ ... saptasaptatitomo 'dhyāyaḥ" (traditionell 77. Kapitel) und wurde für Titel und Zählung zugrunde gelegt.]

adhunā tu mahābhāga kīrtavīryahanūmatoḥ / kavace śrotumicchāmi tadvadasvakṛpānidhe

Nun aber, du Hochgesinnter, möchte ich den Schutzpanzer (Kavaca) des Kārtavīrya und Hanumat hören; sage ihn mir, du Ozean der Gnade!

Wort für Wort
adhunā tu mahābhāga
nun aber, du Hochgesinnter
kīrtavīryahanūmatoḥ kavace
den Schutzpanzer des Kārtavīrya und Hanumat
śrotumicchāmi
möchte ich hören
tadvadasvakṛpānidhe
sage ihn mir, du Ozean der Gnade

sanatkumāra uvāca / śṛṇu viprendra vakṣyāmi kavacaṃ paramādbhutam / kārtavīryasya yenāsau prasannaḥ kāryasiddhikṛt

Sanatkumāra sprach: Höre, du bester der Brahmanen, ich will den überaus wunderbaren Schutzpanzer des Kārtavīrya verkünden, durch den jener wohlgesinnt wird und das Gelingen der Vorhaben bewirkt.

Wort für Wort
sanatkumāra uvāca
Sanatkumāra sprach
śṛṇu viprendra vakṣyāmi
höre, du bester der Brahmanen, ich will verkünden
kavacaṃ paramādbhutam kārtavīryasya
den überaus wunderbaren Schutzpanzer des Kārtavīrya
yenāsau prasannaḥ kāryasiddhikṛt
durch den jener wohlgesinnt wird und das Gelingen bewirkt

sahasrādityasaṃkāśe nānāratnasamujjvaṃle / bhāsvaddhvajapatākāḍhye turagāyutabhūṣite

[Man meditiere über ihn im Wagen], strahlend wie tausend Sonnen, leuchtend von mancherlei Juwelen, reich an glänzenden Bannern und Standarten, geschmückt mit zehntausend Pferden,

Wort für Wort
sahasrādityasaṃkāśe
strahlend wie tausend Sonnen
nānāratnasamujjvaṃle
leuchtend von mancherlei Juwelen
bhāsvaddhvajapatākāḍhye
reich an glänzenden Bannern und Standarten
turagāyutabhūṣite
geschmückt mit zehntausend Pferden

[Anm.: Die Verse 4–13 bilden eine fortlaufende, größtenteils im Lokativ stehende Beschreibung von Kārtavīryas Wagen und Erscheinung; das Hauptverb „dhyātvā rakṣāmudīrayet" folgt erst in V14. Die Übersetzung löst dies der Lesbarkeit halber in Teilsätze auf.]

mahāsaṃvartakāṃbhodhibhīmarāvavirāviṇi / samuddhṛtamahāchattravitānitaviyatpathe

widerhallend von einem Getöse, furchtbar wie das des kosmischen Auflösungsozeans (Saṃvartaka), dessen Himmelspfad von einem erhobenen großen Schirm überspannt ist,

Wort für Wort
mahāsaṃvartakāṃbhodhibhīmarāvavirāviṇi
widerhallend von einem Getöse, furchtbar wie das des Weltuntergangs-Ozeans
samuddhṛtamahāchattravitānitaviyatpathe
dessen Himmelspfad von einem erhobenen großen Schirm überspannt ist

mahārathavare dīptanānāyudhavirājite / susthitaṃ vipulodāraṃ sahasrabhujamaṇḍitam

in diesem trefflichen großen Wagen, strahlend von mancherlei blitzenden Waffen – [meditiere man über] ihn, wohlgesetzt, gewaltig und erhaben, geschmückt mit tausend Armen,

Wort für Wort
mahārathavare dīptanānāyudhavirājite
in dem trefflichen, von mancherlei blitzenden Waffen strahlenden großen Wagen
susthitaṃ vipulodāraṃ
ihn, wohlgesetzt, gewaltig und erhaben
sahasrabhujamaṇḍitam
geschmückt mit tausend Armen

vāmairuddaṇḍakodaṇḍāndadhānamaparaiḥ śarān / kirīṭahāramukuṭakeyūravalayāṅgadaiḥ

mit den linken [Händen] erhobene Bögen, mit den anderen Pfeile haltend; mit Diadem, Halskette, Krone, Armreifen (Keyūra), Armbändern (Valaya) und Oberarmspangen (Aṅgada),

Wort für Wort
vāmairuddaṇḍakodaṇḍān
mit den linken [Händen] erhobene Bögen
dadhānamaparaiḥ śarān
mit den anderen Pfeile haltend
kirīṭahāramukuṭakeyūravalayāṅgadaiḥ
mit Diadem, Halskette, Krone, Armreifen, Armbändern und Oberarmspangen

mudrikodarabandhādyairmāaiñjīnūpurakādibhiḥ / bhūṣitaṃ vividhākalpairbhāsvaraiḥ sumahādhanaiḥ

mit Fingerringen, Leibgurt und dergleichen, mit Fußspangen (Māñjīra), Fußringen (Nūpura) und dergleichen – geschmückt mit mancherlei glänzenden, überaus kostbaren Zierstücken,

Wort für Wort
mudrikodarabandhādyaiḥ
mit Fingerringen, Leibgurt und dergleichen
māñjīnūpurakādibhiḥ
mit Fußspangen, Fußringen und dergleichen
bhūṣitaṃ vividhākalpairbhāsvaraiḥ
geschmückt mit mancherlei glänzenden Zierstücken
sumahādhanaiḥ
überaus kostbaren

[Anm.: „māaiñjī" gelesen als „māñjīra" (Fußspange); die Lesart wirkt OCR-bedingt verderbt.]

ābaddhakavacaṃ vīraṃ suprasannānanāṃbujam / dhanurjyā siṃhanādena kaṃpayantaṃ jagattrayam

den in Rüstung gehüllten Helden, mit heiterem Lotusantlitz, der mit dem Schwirren der Bogensehne und seinem Löwenbrüllen die drei Welten erzittern lässt,

Wort für Wort
ābaddhakavacaṃ vīraṃ
den in Rüstung gehüllten Helden
suprasannānanāṃbujam
mit heiterem Lotusantlitz
dhanurjyā siṃhanādena
mit dem Schwirren der Bogensehne und dem Löwenbrüllen
kaṃpayantaṃ jagattrayam
der die drei Welten erzittern lässt

sarvaśatrukṣayakaraṃ sarvavyādhivināśanam / sarvasaṃpatpradātāraṃ vijayaśrīniṣevitam

den Herbeiführer des Untergangs aller Feinde, den Vernichter aller Krankheit, den Geber alles Wohlstands, begleitet von der Siegesglanz-Göttin (Vijayaśrī),

Wort für Wort
sarvaśatrukṣayakaraṃ
den Herbeiführer des Untergangs aller Feinde
sarvavyādhivināśanam
den Vernichter aller Krankheit
sarvasaṃpatpradātāraṃ
den Geber alles Wohlstands
vijayaśrīniṣevitam
begleitet von der Siegesglanz-Göttin

sarvasaubhāgyadaṃ bhadraṃ bhaktābhayavidhāyinam / divyamālyānulepāḍhyaṃ sarvalakṣaṇasaṃyutam

den Geber allen Glücks, den Heilvollen, den Gewährer der Furchtlosigkeit für seine Verehrer, reich an göttlichen Girlanden und Salben, versehen mit allen [günstigen Körper-]Merkmalen,

Wort für Wort
sarvasaubhāgyadaṃ bhadraṃ
den Geber allen Glücks, den Heilvollen
bhaktābhayavidhāyinam
den Gewährer der Furchtlosigkeit für seine Verehrer
divyamālyānulepāḍhyaṃ
reich an göttlichen Girlanden und Salben
sarvalakṣaṇasaṃyutam
versehen mit allen günstigen Merkmalen

rathanāgāśvapādātavṛndamadhyagamīśvaram / varadaṃ cakravartīnaṃ sarvalokaikapālakam

den Herrn inmitten einer Schar von Wagen, Elefanten, Pferden und Fußvolk, den Gewährer von Gaben, den Weltenherrscher (Cakravartin), den alleinigen Beschützer aller Welten,

Wort für Wort
rathanāgāśvapādātavṛndamadhyagamīśvaram
den Herrn inmitten einer Schar von Wagen, Elefanten, Pferden und Fußvolk
varadaṃ cakravartīnaṃ
den Gewährer von Gaben, den Weltenherrscher
sarvalokaikapālakam
den alleinigen Beschützer aller Welten

samānoditasāhasradivākarasamadyutim / mahāyogabhavaiśvaryakīrtyākrāntajagattrayam

von einem Glanz gleich tausend gleichzeitig aufgegangenen Sonnen, der durch die aus großem Yoga geborene Herrschermacht und Ruhm die drei Welten durchdringt,

Wort für Wort
samānoditasāhasradivākarasamadyutim
von einem Glanz gleich tausend gleichzeitig aufgegangenen Sonnen
mahāyogabhavaiśvaryakīrtyākrāntajagattrayam
der durch die aus großem Yoga geborene Herrschermacht und Ruhm die drei Welten durchdringt

śrīmañṭataṃ hareraṃśādavatīrṇaṃ mahītale / samyagātmādibhedena dhyātvā rakṣāmudīrayet

den Glorreichen, als Teil-Inkarnation (Aṃśāvatāra) Haris [Viṣṇus] auf die Erde herabgestiegen – hat man ihn so meditiert, spreche man, in genauer Zuordnung auf das Selbst (Ātman) und die übrigen [Körperglieder verteilt], die Worte des Schutzes.

Wort für Wort
śrīmañṭataṃ
den Glorreichen
hareraṃśādavatīrṇaṃ mahītale
als Teil-Inkarnation Haris auf die Erde herabgestiegen
samyagātmādibhedena dhyātvā
hat man ihn so, in genauer Zuordnung auf Selbst und Glieder verteilt, meditiert
rakṣāmudīrayet
spreche man die Worte des Schutzes

asyāṅgamūrtayaḥ pañca pāntu māṃ sphaṭikojjvalāḥ / agnīśāsuravāyavyakoṇeṣu hṛdayādikāḥ

Mögen seine fünf Glied-Gestalten, kristallklar strahlend, mich beschützen – [aufgestellt] in den Winkeln von Agni (SO), Īśa (NO), Asura/Nairṛti (SW) und Vāyavya (NW): das Herz und die übrigen [vier Glieder, dazu die mittlere fünfte].

Wort für Wort
asyāṅgamūrtayaḥ pañca
seine fünf Glied-Gestalten
pāntu māṃ sphaṭikojjvalāḥ
mögen mich beschützen, kristallklar strahlend
agnīśāsuravāyavyakoṇeṣu
in den Winkeln von Agni, Īśa, Asura und Vāyavya
hṛdayādikāḥ
das Herz und die übrigen [Glieder]

sarvatosrajvaladrūpā daracarmāsipāṇayaḥ / avyāhatabalaiśvaryaśaktisāmarthyavigrahāḥ

auf allen Seiten von blitzender Gestalt, mit Muschelhorn, Schild und Schwert in der Hand, Verkörperungen ungehinderter Kraft, Herrschermacht, Stärke und Fähigkeit,

Wort für Wort
sarvatosrajvaladrūpā
auf allen Seiten von blitzender Gestalt
daracarmāsipāṇayaḥ
mit Muschelhorn, Schild und Schwert in der Hand
avyāhatabalaiśvaryaśaktisāmarthyavigrahāḥ
Verkörperungen ungehinderter Kraft, Herrschermacht, Stärke und Fähigkeit

kṣemaṅkarīśaktiyutaścauravargavibhañjanaḥ / prācīṃ diśaṃ rakṣatu me bāṇabāṇāsanāyudhaḥ

Vereint mit der Kraft-Gottheit Kṣemaṅkarī, der Zerschmetterer der Diebesbanden, mit Pfeil und Bogen bewaffnet, möge er meine östliche Richtung beschützen.

Wort für Wort
kṣemaṅkarīśaktiyutaḥ
vereint mit der Kraft-Gottheit Kṣemaṅkarī
cauravargavibhañjanaḥ
der Zerschmetterer der Diebesbanden
prācīṃ diśaṃ rakṣatu me
möge er meine östliche Richtung beschützen
bāṇabāṇāsanāyudhaḥ
mit Pfeil und Bogen bewaffnet

[Anm.: Die in V17–26 genannten Richtungsbezeichnungen (u. a. „prācetasī", „caitrabhānavī", „śaivī") folgen keiner einheitlich als Himmelsrichtung eindeutig identifizierbaren Systematik; sie wurden, soweit möglich, nach ihrer traditionellen Gottheiten-Zuordnung wiedergegeben, doch bleibt die genaue Zuordnung im Einzelfall unsicher.]

śrīkarīśaktisahito mārībhayavināśakaḥ / śaracāpadharaḥ śrīmān diśaṃ me pātu dakṣiṇām

Vereint mit der Kraft-Gottheit Śrīkarī, der Vernichter der Furcht vor Seuchen, Pfeil und Bogen tragend, der Glorreiche, möge er meine südliche Richtung beschützen.

Wort für Wort
śrīkarīśaktisahito
vereint mit der Kraft-Gottheit Śrīkarī
mārībhayavināśakaḥ
der Vernichter der Furcht vor Seuchen
śaracāpadharaḥ śrīmān
Pfeil und Bogen tragend, der Glorreiche
diśaṃ me pātu dakṣiṇām
möge er meine südliche Richtung beschützen

mahāvaśyakarīyuktaḥ sarvaśatruvināśakṛt / maheṣucāpadhṛkpātu mama prācetasīṃ diśam

Vereint mit der großen [Kraft-Gottheit] Vaśyakarī, der Vernichter aller Feinde, mit großem Pfeil und Bogen ausgerüstet, möge er meine westliche Richtung (Prācetasī, die Richtung Varuṇas) beschützen.

Wort für Wort
mahāvaśyakarīyuktaḥ
vereint mit der großen Vaśyakarī
sarvaśatruvināśakṛt
der Vernichter aller Feinde
maheṣucāpadhṛkpātu
möge er, mit großem Pfeil und Bogen ausgerüstet, beschützen
mama prācetasīṃ diśam
meine westliche Richtung

yaśaḥkaryā samāyukto daityasaṃghavināśanaḥ / parirakṣatu me samyagvidiśaṃ caitrabhānavīm

Vereint mit Yaśaskarī, der Vernichter der Daitya-Scharen, möge er meine südöstliche Zwischenrichtung (Caitrabhānavī, die Richtung Agnis) vollständig behüten.

Wort für Wort
yaśaḥkaryā samāyukto
vereint mit Yaśaskarī
daityasaṃghavināśanaḥ
der Vernichter der Daitya-Scharen
parirakṣatu me samyag
möge er vollständig behüten
vidiśaṃ caitrabhānavīm
meine südöstliche Zwischenrichtung

vidyākarīsamāyuktaḥ sumahahuḥkhanāśanaḥ / pātu me nairṛtīṃ cāpapāṇirvidiśamīśvaraḥ

Vereint mit Vidyākarī, der Vernichter überaus großen Leids, möge der Herr, den Bogen in der Hand, meine südwestliche Zwischenrichtung (Nairṛti) beschützen.

Wort für Wort
vidyākarīsamāyuktaḥ
vereint mit Vidyākarī
sumahahuḥkhanāśanaḥ
der Vernichter überaus großen Leids
pātu me nairṛtīṃ vidiśam
möge er meine südwestliche Zwischenrichtung beschützen
cāpapāṇirīśvaraḥ
der Herr, den Bogen in der Hand

dhanakaryā samāyukto mahādurita nāśanaḥ / iṣvāsaneṣudhṛkpātu vidiśaṃ mama vāyavīm

Vereint mit Dhanakarī, der Vernichter großen Unheils, Bogen und Köcher tragend, möge er meine nordwestliche Zwischenrichtung (Vāyavī) beschützen.

Wort für Wort
dhanakaryā samāyukto
vereint mit Dhanakarī
mahādurita nāśanaḥ
der Vernichter großen Unheils
iṣvāsaneṣudhṛkpātu
Bogen und Köcher tragend, möge er beschützen
vidiśaṃ mama vāyavīm
meine nordwestliche Zwischenrichtung

āyuḥkaryā yutaḥ śrīmānmahābhayavināśanaḥ / cāpeṣudhārī śaivīṃ me vidiśaṃ parirakṣatu

Vereint mit Āyuḥkarī, der Glorreiche, der Vernichter großer Furcht, Bogen und Pfeile tragend, möge er meine nordöstliche Zwischenrichtung (Śaivī, die Richtung Śivas) vollständig behüten.

Wort für Wort
āyuḥkaryā yutaḥ śrīmān
vereint mit Āyuḥkarī, der Glorreiche
mahābhayavināśanaḥ
der Vernichter großer Furcht
cāpeṣudhārī
Bogen und Pfeile tragend
śaivīṃ me vidiśaṃ parirakṣatu
möge er meine nordöstliche Zwischenrichtung behüten

vijayaśrīyutaḥ sākṣātsahasrāradharo vibhuḥ / diśamūrddhvāmavatu me sarvaduṣṭabhayaṅkaraḥ

Vereint mit Vijayaśrī, der leibhaftig das tausendspeichige [Rad] tragende Herrscher, der Schrecken aller Übeltäter, möge er meine obere Richtung (den Zenit) beschützen.

Wort für Wort
vijayaśrīyutaḥ sākṣāt
vereint mit Vijayaśrī, leibhaftig
sahasrāradharo vibhuḥ
der Herrscher, der das tausendspeichige [Rad] trägt
diśamūrddhvāmavatu me
möge er meine obere Richtung beschützen
sarvaduṣṭabhayaṅkaraḥ
der Schrecken aller Übeltäter

śaṅkhabhṛtsumahāśaktisaṃyuto 'pyadharāṃ diśam / parirakṣatu me duḥkhadhvāntasambhedabhāskaraḥ

Der Muschelhorn-Träger, auch vereint mit der überaus großen Kraft-Gottheit [Prajñākarī], die Sonne, welche die Finsternis des Leids zerteilt, möge auch meine untere Richtung (den Nadir) vollständig behüten.

Wort für Wort
śaṅkhabhṛtsumahāśaktisaṃyuto
der Muschelhorn-Träger, vereint mit der überaus großen Kraft-Gottheit
'pyadharāṃ diśam parirakṣatu me
möge er auch meine untere Richtung behüten
duḥkhadhvāntasambhedabhāskaraḥ
die Sonne, welche die Finsternis des Leids zerteilt

mahāyogasamāyuktaḥ sarvadikcakramaṇḍalaḥ / mahāyogīśvaraḥ pātu sarvato mama padmabhṛt

Vereint mit großem Yoga, der das ganze Rad-Rund aller Richtungen [umfasst], der große Herr des Yoga, der Lotusträger, möge mich von allen Seiten beschützen.

Wort für Wort
mahāyogasamāyuktaḥ
vereint mit großem Yoga
sarvadikcakramaṇḍalaḥ
der das ganze Rad-Rund aller Richtungen umfasst
mahāyogīśvaraḥ pātu
der große Herr des Yoga möge beschützen
sarvato mama padmabhṛt
der Lotusträger, mich von allen Seiten

etāstu mūrtayo raktā raktamālyāṃśukāvṛtāḥ / pradhānadevatārūpāḥ pṛthagrathavare sthitāḥ

Diese Gestalten sind rot, in rote Girlanden und Gewänder gehüllt – die Formen der Hauptgottheit, ein jede auf ihrem eigenen trefflichen Wagen stehend,

Wort für Wort
etāstu mūrtayo raktā
diese Gestalten aber sind rot
raktamālyāṃśukāvṛtāḥ
in rote Girlanden und Gewänder gehüllt
pradhānadevatārūpāḥ
die Formen der Hauptgottheit
pṛthagrathavare sthitāḥ
eine jede auf ihrem eigenen trefflichen Wagen stehend

śaktayaḥ padmahastāścata nīlendīvarasannnibhāḥ / śuklamālyānuvasanāḥ suliptatilakojjvalāḥ

die [begleitenden] Kraft-Gottheiten (Śakti), Lotus in der Hand, gleich der blauen Wasserlilie, in weiße Girlanden und Gewänder gekleidet, strahlend von wohlgesetztem Stirnzeichen (Tilaka),

Wort für Wort
śaktayaḥ padmahastāḥ
die Kraft-Gottheiten, Lotus in der Hand
nīlendīvarasannnibhāḥ
gleich der blauen Wasserlilie
śuklamālyānuvasanāḥ
in weiße Girlanden und Gewänder gekleidet
suliptatilakojjvalāḥ
strahlend von wohlgesetztem Stirnzeichen

tatpārśadeśvarāḥ svasvavāhanāyudhabhūṣaṇāḥ / svasvadikṣu sthitāḥ pāntu māmindrādyā mahābalāḥ

die an ihrer Seite stehenden Herrscher, ein jeder mit eigenem Reittier, eigener Waffe und eigenem Schmuck, ein jeder in seiner eigenen Richtung stehend – mögen Indra und die anderen Mächtigen mich beschützen.

Wort für Wort
tatpārśadeśvarāḥ
die an ihrer Seite stehenden Herrscher
svasvavāhanāyudhabhūṣaṇāḥ
ein jeder mit eigenem Reittier, Waffe und Schmuck
svasvadikṣu sthitāḥ
ein jeder in seiner eigenen Richtung stehend
pāntu māmindrādyā mahābalāḥ
mögen Indra und die anderen Mächtigen mich beschützen

etastasya samākhyātāḥ sarvāvaraṇadevatāḥ / sarvato māṃ sadā pātuṃ sarvaśaktisamanvitāḥ

Diese sind als sämtliche Umhüllungs-Gottheiten (Āvaraṇa-Devatā) seines [Maṇḍala] genannt; mögen sie, mit aller Kraft ausgestattet, mich stets von allen Seiten beschützen.

Wort für Wort
etastasya samākhyātāḥ
diese sind genannt als
sarvāvaraṇadevatāḥ
sämtliche Umhüllungs-Gottheiten seines [Maṇḍala]
sarvato māṃ sadā pātuṃ
mögen sie mich stets von allen Seiten beschützen
sarvaśaktisamanvitāḥ
mit aller Kraft ausgestattet

hṛdaye codare nābhau jaṭhare guhyamaṇḍale / tejorūpāḥ sthitāḥ pātuṃ vāñchāsukhanadrumāḥ

am Herzen, am Leib, am Nabel, am Unterleib, im geheimen Bereich stehend, als Gestalten der Glut (Tejas) – mögen sie, gleich Wunsch-Bäumen des Glücks, mich beschützen.

Wort für Wort
hṛdaye codare nābhau
am Herzen, am Leib, am Nabel
jaṭhare guhyamaṇḍale
am Unterleib, im geheimen Bereich
tejorūpāḥ sthitāḥ
als Gestalten der Glut stehend
pātuṃ vāñchāsukhanadrumāḥ
mögen sie, gleich Wunsch-Bäumen des Glücks, beschützen

diśaṃ cānye mahāvarṇā mantrarūpā mahojjvalāḥ / vyāpakatvena pāntvasmānāpādatalamastakam

Und die übrigen, von großer Farbe, in Mantra-Gestalt, überaus strahlend, [ihrer jeweiligen] Richtung [zugeordnet] – mögen sie, den ganzen Körper durchdringend, uns von den Fußsohlen bis zum Scheitel beschützen.

Wort für Wort
diśaṃ cānye mahāvarṇā
und die übrigen, von großer Farbe
mantrarūpā mahojjvalāḥ
in Mantra-Gestalt, überaus strahlend
vyāpakatvena pāntvasmān
mögen sie, durchdringend, uns beschützen
āpādatalamastakam
von den Fußsohlen bis zum Scheitel

kārtavīryaḥ śiraḥ pātu lalāṭaṃ haihayeśvaraḥ / sumukho me mukhaṃ pātu karṇauṃ vyāptajagattrayaḥ

Kārtavīrya möge mein Haupt beschützen, der Herr der Haihayas die Stirn; der Schönmündige (Sumukha) möge mein Antlitz beschützen, der die drei Welten Durchdringende die Ohren,

Wort für Wort
kārtavīryaḥ śiraḥ pātu
Kārtavīrya möge das Haupt beschützen
lalāṭaṃ haihayeśvaraḥ
die Stirn der Herr der Haihayas
sumukho me mukhaṃ pātu
der Schönmündige möge mein Antlitz beschützen
karṇauṃ vyāptajagattrayaḥ
die Ohren der die drei Welten Durchdringende

sukumāro hanuṃ pātu bhrūyugaṃ me dhanurdharaḥ / nayanaṃ puṃmaḍarīkākṣago nāsikāṃ me guṇākaraḥ

der Liebliche (Sukumāra) möge mein Kinn beschützen, der Bogenträger mein Augenbrauenpaar; der Lotusäugige (Puṇḍarīkākṣa) [möge] die Augen, die Fundgrube der Tugenden meine Nase [beschützen],

Wort für Wort
sukumāro hanuṃ pātu
der Liebliche möge das Kinn beschützen
bhrūyugaṃ me dhanurdharaḥ
das Augenbrauenpaar der Bogenträger
nayanaṃ puṇḍarīkākṣago
die Augen der Lotusäugige
nāsikāṃ me guṇākaraḥ
die Nase die Fundgrube der Tugenden

[Anm.: „puṃmaḍarīkākṣago" gelesen als „puṇḍarīkākṣaḥ" (der Lotusäugige).]

adharoṣṭhau sadā pātu brahjñeyo dvijānkaviḥ / sarvaśāstrakalādhārī jihvāṃ cibukamavyayaḥ

die beiden Lippen möge stets der durch das Brahman Erkennbare beschützen, der Dichter unter den Zweifachgeborenen; der Träger aller Wissenschaften und Künste die Zunge, der Unvergängliche das Kinn,

Wort für Wort
adharoṣṭhau sadā pātu
die beiden Lippen möge stets beschützen
brahmajñeyo dvijānkaviḥ
der durch das Brahman Erkennbare, der Dichter der Zweifachgeborenen
sarvaśāstrakalādhārī jihvāṃ
der Träger aller Wissenschaften und Künste die Zunge
cibukamavyayaḥ
das Kinn der Unvergängliche

[Anm.: „brahjñeyo" gelesen als „brahmajñeyaḥ" (der durch das Brahman Erkennbare).]

dattātreyapriyaḥ kaṇṭhaṃ skandhau rājakuleśvaraḥ / bhujau daśāsyadarpaghno hṛdayaṃ me mahābalaḥ

der Dattātreya Liebe den Hals, der Herr des Königsgeschlechts die Schultern; die Arme der Brecher des Stolzes des Zehnköpfigen [Rāvaṇa], mein Herz der überaus Mächtige,

Wort für Wort
dattātreyapriyaḥ kaṇṭhaṃ
der Dattātreya Liebe den Hals
skandhau rājakuleśvaraḥ
die Schultern der Herr des Königsgeschlechts
bhujau daśāsyadarpaghno
die Arme der Brecher des Stolzes des Zehnköpfigen
hṛdayaṃ me mahābalaḥ
mein Herz der überaus Mächtige

kukṣiṃ rakṣatu me vidvān vakṣaḥ parapurañjayaḥ / karau sarvārthadaḥ pātukarāgrāṇi jagatpriyaḥ

meine Flanken möge der Weise beschützen, die Brust der Bezwinger feindlicher Städte; die Hände der Geber alles Erstrebten, die Fingerspitzen der dem Weltall Liebe,

Wort für Wort
kukṣiṃ rakṣatu me vidvān
meine Flanken möge der Weise beschützen
vakṣaḥ parapurañjayaḥ
die Brust der Bezwinger feindlicher Städte
karau sarvārthadaḥ pātu
die Hände möge der Geber alles Erstrebten beschützen
karāgrāṇi jagatpriyaḥ
die Fingerspitzen der dem Weltall Liebe

revāṃbagulīlāsaṃhapto jaṭharaṃ parirakṣatu / vīraśūrastu me nābhiṃ pārśvau me sarvaduṣṭahā

der im Spiel mit den Wassern der Revā Verbundene möge meinen Bauch vollständig behüten; den Nabel der heldenhaft Tapfere, meine beiden Flanken der Zerstörer alles Bösen,

Wort für Wort
revāṃbagulīlāsaṃhapto
der im Spiel mit den Wassern der Revā Verbundene
jaṭharaṃ parirakṣatu
möge den Bauch vollständig behüten
vīraśūrastu me nābhiṃ
den Nabel der heldenhaft Tapfere
pārśvau me sarvaduṣṭahā
meine Flanken der Zerstörer alles Bösen

[?: Die genaue Wortbildung von „revāṃbagulīlāsaṃhapto" bleibt unsicher; probeweise als Bezug auf das Spiel mit den Wassern der Revā (Narmadā) gedeutet.]

sahasrabhujanṛtpṛṣṭaṃ saptadvīpādhipaḥ kaṭim / ūrū māhiṣmatīnātho jānunī vallabho bhuvaḥ

den Rücken der tausendarmige König, die Hüfte der Herr der sieben Kontinente; die Schenkel der Herrscher von Māhiṣmatī, die Knie der Geliebte der Erde,

Wort für Wort
sahasrabhujanṛtpṛṣṭaṃ
den Rücken der tausendarmige König
saptadvīpādhipaḥ kaṭim
die Hüfte der Herr der sieben Kontinente
ūrū māhiṣmatīnātho
die Schenkel der Herrscher von Māhiṣmatī
jānunī vallabho bhuvaḥ
die Knie der Geliebte der Erde

jaṅghe vīrādhipaḥ pātu pātu pādau manojavaḥ / pātu sarvāyudhadharaḥ sarvāṅgaṃ sarvamarmasu

die Unterschenkel möge der Herr der Helden beschützen, die Füße der Windschnelle; den ganzen Körper an allen wunden Punkten (Marman) möge der Träger aller Waffen beschützen.

Wort für Wort
jaṅghe vīrādhipaḥ pātu
die Unterschenkel möge der Herr der Helden beschützen
pātu pādau manojavaḥ
die Füße möge der Windschnelle beschützen
pātu sarvāyudhadharaḥ
möge der Träger aller Waffen beschützen
sarvāṅgaṃ sarvamarmasu
den ganzen Körper, an allen wunden Punkten

sarvaduṣṭāntakaḥ pātu dhātvaṣṭakakalevaram / prāṇādidaśajīveśānsarvaśiṣṭeṣṭado 'vatu

der Vernichter alles Bösen möge den aus den acht Grundstoffen (Dhātu) bestehenden Körper beschützen; die zehn Lebenshauche und Lebenskräfte möge der Erfüller aller Wünsche der Rechtschaffenen behüten,

Wort für Wort
sarvaduṣṭāntakaḥ pātu
der Vernichter alles Bösen möge beschützen
dhātvaṣṭakakalevaram
den aus den acht Grundstoffen bestehenden Körper
prāṇādidaśajīveśān
die zehn Lebenshauche und Lebenskräfte
sarvaśiṣṭeṣṭado 'vatu
möge der Erfüller aller Wünsche der Rechtschaffenen behüten

vaśīkṛtendriyagrāmaḥ pātu sarvendriyāṇi me / anuktamapi yatsthāna śarīrāntarbahiśca yat

der die Schar der Sinne Bezwungene möge all meine Sinne beschützen; und welcher Ort auch, selbst wenn ungenannt, innerhalb oder außerhalb des Körpers [sei],

Wort für Wort
vaśīkṛtendriyagrāmaḥ
der die Schar der Sinne Bezwungene
pātu sarvendriyāṇi me
möge all meine Sinne beschützen
anuktamapi yatsthāna
und welcher Ort auch, selbst wenn ungenannt
śarīrāntarbahiśca yat
innerhalb oder außerhalb des Körpers

tatsarvaṃ pātu me sarvalokanātheśvareśvaraḥ / vajrātsārataraṃ cedaṃ śarīraṃ kavacāvṛtam

all das möge für mich der Herr der Herren aller Weltenherrscher beschützen. Und so [wird] dieser Körper, von der Rüstung umhüllt, stärker als der Donnerkeil (Vajra),

Wort für Wort
tatsarvaṃ pātu me
all das möge für mich beschützen
sarvalokanātheśvareśvaraḥ
der Herr der Herren aller Weltenherrscher
vajrātsārataraṃ cedaṃ
und stärker als der Donnerkeil [wird] dieser
śarīraṃ kavacāvṛtam
Körper, von der Rüstung umhüllt

bādhāśatavinirmuktamastu me bhayavarjitam / baddhedaṃ kavacaṃ divyamabhedyaṃ haihayeśituḥ

möge er frei von hundert Bedrängnissen und ohne Furcht sein! Angelegt ist diese göttliche, unzerstörbare Rüstung des Herrn der Haihayas –

Wort für Wort
bādhāśatavinirmuktam
frei von hundert Bedrängnissen
astu me bhayavarjitam
möge er sein, ohne Furcht
baddhedaṃ kavacaṃ divyam
angelegt ist diese göttliche Rüstung
abhedyaṃ haihayeśituḥ
die unzerstörbare, des Herrn der Haihayas

vicarāmi divā rātrau nirbhayenāntarātmanā / rājamārge mahādurge mārge caurā disaṃkule

mit ihr wandle ich bei Tag und bei Nacht furchtlos in meinem innersten Selbst – auf der Königsstraße, in großer Festung, auf einem von Dieben und dergleichen heimgesuchten Weg,

Wort für Wort
vicarāmi divā rātrau
ich wandle bei Tag und bei Nacht
nirbhayenāntarātmanā
furchtlos in meinem innersten Selbst
rājamārge mahādurge
auf der Königsstraße, in großer Festung
mārge caurā disaṃkule
auf einem von Dieben und dergleichen heimgesuchten Weg

viṣame vipine ghore dāvāgnau girikandare / saṃgrāme śastrasaṃghāte siṃhavyāghraniṣevite

in rauem Gelände, in schrecklichem Wald, in Waldbrand, in Bergesschlucht, im Kampf, im Waffengetümmel, in [Gegenden], die von Löwen und Tigern heimgesucht sind,

Wort für Wort
viṣame vipine ghore
in rauem Gelände, in schrecklichem Wald
dāvāgnau girikandare
in Waldbrand, in Bergesschlucht
saṃgrāme śastrasaṃghāte
im Kampf, im Waffengetümmel
siṃhavyāghraniṣevite
in von Löwen und Tigern heimgesuchten [Gegenden]

gahvare sarvasaṃkīrṇe saṃdhyākāle nṛpālaye / vivāde vipulāvarte samudre ca nadītaṭe

im Dickicht, an einem völlig überfüllten Ort, zur Dämmerungszeit, im Königspalast, im Streit, in gewaltigem Strudel, im Ozean und am Flussufer,

Wort für Wort
gahvare sarvasaṃkīrṇe
im Dickicht, an einem völlig überfüllten Ort
saṃdhyākāle nṛpālaye
zur Dämmerungszeit, im Königspalast
vivāde vipulāvarte
im Streit, in gewaltigem Strudel
samudre ca nadītaṭe
im Ozean und am Flussufer

paripanthijanākīrṇe deśe dasyugaṇāvṛte / sarvasvaharaṇe prāpte prāpte prāṇasya saṃkaṭe

in einer von Wegelagerern wimmelnden, von Räuberbanden umgebenen Gegend, wenn der Raub allen Besitzes eingetreten ist, wenn Lebensgefahr eingetreten ist,

Wort für Wort
paripanthijanākīrṇe deśe
in einer von Wegelagerern wimmelnden Gegend
dasyugaṇāvṛte
von Räuberbanden umgeben
sarvasvaharaṇe prāpte
wenn der Raub allen Besitzes eingetreten ist
prāpte prāṇasya saṃkaṭe
wenn Lebensgefahr eingetreten ist

nānārogajvarāveśe piśācapretayātane / mārīduḥsvapnapīḍāsu kliṣṭe viśvāsaghātake

beim Ausbruch mancherlei Krankheiten und Fieber, bei Quälerei durch Piśāca oder Preta, bei den Nöten von Seuche und bösem Traum, in Bedrängnis, bei einem Verräter des Vertrauens,

Wort für Wort
nānārogajvarāveśe
beim Ausbruch mancherlei Krankheiten und Fieber
piśācapretayātane
bei Quälerei durch Piśāca oder Preta
mārīduḥsvapnapīḍāsu
bei den Nöten von Seuche und bösem Traum
kliṣṭe viśvāsaghātake
in Bedrängnis, bei einem Verräter des Vertrauens

śārīre ca mahāduḥkhe mānase ca mahājvare / ādhivyādhibhaye vighnajvālopadravake 'pi ca

bei großem körperlichen Leid und bei großer seelischer Qual, in Furcht vor geistiger und körperlicher Krankheit, und auch in der lodernden Bedrängnis von Hindernissen –

Wort für Wort
śārīre ca mahāduḥkhe
bei großem körperlichen Leid
mānase ca mahājvare
und bei großer seelischer Qual
ādhivyādhibhaye
in Furcht vor geistiger und körperlicher Krankheit
vighnajvālopadravake 'pi ca
und auch in der lodernden Bedrängnis von Hindernissen

na bhavatu bhayaṃ kiñcitkavacenāvṛtasya me / āṅgutukāmānakhilānasmadvasuviluṃpakān

möge mir, der ich von der Rüstung umhüllt bin, keinerlei Furcht widerfahren! Alle eindringenden [Feinde], die unser Gut zu plündern [trachten] –

Wort für Wort
na bhavatu bhayaṃ kiñcit
möge mir keinerlei Furcht widerfahren
kavacenāvṛtasya me
der ich von der Rüstung umhüllt bin
āgantukānakhilān
alle eindringenden [Feinde]
asmadvasuviluṃpakān
die unser Gut zu plündern trachten

[Anm.: „āṅgutukāmān" gelesen als „āgantukān" (die Eindringenden/Ankömmlinge).]

nivārayatu dordaṇḍasahasreṇa mahārathaḥ / svakaroddhṛtasāhasrapāśabaddhānsudurjayān

möge der große Wagenkämpfer mit seinen tausend Armen abwehren – jene, schwer zu bezwingenden, gebunden durch die tausend, von seiner eigenen Hand erhobenen Fesseln,

Wort für Wort
nivārayatu dordaṇḍasahasreṇa
möge er mit seinen tausend Armen abwehren
mahārathaḥ
der große Wagenkämpfer
svakaroddhṛtasāhasrapāśabaddhān
gebunden durch die tausend, von seiner Hand erhobenen Fesseln
sudurjayān
jene schwer zu Bezwingenden

saṃruddhūgatisāmarthyānkarotu kṛtavīryajaḥ / sṛṇisāhasranirbhinnānsahasraśarakhaṇḍitān

möge der Sohn des Kṛtavīrya sie in Bewegung und Kraft gehemmt machen, durchbohrt von tausend Elefantenstacheln, zerschmettert von tausend Pfeilen,

Wort für Wort
saṃruddhūgatisāmarthyān
in Bewegung und Kraft gehemmt
karotu kṛtavīryajaḥ
möge der Sohn des Kṛtavīrya machen
sṛṇisāhasranirbhinnān
durchbohrt von tausend Elefantenstacheln
sahasraśarakhaṇḍitān
zerschmettert von tausend Pfeilen

rājacūḍāmaṇiḥ kṣipraṃ karotvasmadvirodhakān / khaḍga sāhasradalitānsahasramuśalārditān

möge der Kronjuwel unter den Königen unsere Widersacher rasch gespalten von tausend Schwertern, gequält von tausend Keulen machen,

Wort für Wort
rājacūḍāmaṇiḥ kṣipraṃ
möge der Kronjuwel unter den Königen rasch
karotvasmadvirodhakān
unsere Widersacher machen
khaḍga sāhasradalitān
gespalten von tausend Schwertern
sahasramuśalārditān
gequält von tausend Keulen

caurādi duṣṭasattvaughānkarotu kamalekṣaṇaḥ / svaśaṅkhanādasaṃtrastānsahasrārasahasrabhṛt

möge der Lotusäugige die Scharen böser Wesen, Diebe und dergleichen, erschreckt vom Klang seines eigenen Muschelhorns machen – er, der die tausend[speichigen], tausendfachen [Waffen] trägt.

Wort für Wort
caurādi duṣṭasattvaughān
die Scharen böser Wesen, Diebe und dergleichen
karotu kamalekṣaṇaḥ
möge der Lotusäugige machen
svaśaṅkhanādasaṃtrastān
erschreckt vom Klang seines eigenen Muschelhorns
sahasrārasahasrabhṛt
er, der die tausendspeichigen, tausendfachen [Waffen] trägt

avatāro hareḥ sākṣātpālayatvakhilaṃ mama / kārtavīrya mahāvīrya sarvaduṣṭavināśana

Die leibhaftige Inkarnation Haris möge alles das Meinige beschützen! O Kārtavīrya, o Großheldenhafter, o Vernichter alles Bösen,

Wort für Wort
avatāro hareḥ sākṣāt
die leibhaftige Inkarnation Haris
pālayatvakhilaṃ mama
möge alles das Meinige beschützen
kārtavīrya mahāvīrya
o Kārtavīrya, o Großheldenhafter
sarvaduṣṭavināśana
o Vernichter alles Bösen

sarvatra sarvadā duṣṭacaurānnāśāya nāśaya / kiṃ tvaṃ svapiṣi duṣṭaghna kiṃ tiṣṭasi cirāyāsi

überall, allezeit, vernichte, oh vernichte die bösen Diebe! Warum schläfst du, o Vertilger der Übeltäter? Warum verharrst du, warum säumst du so lange?

Wort für Wort
sarvatra sarvadā
überall, allezeit
duṣṭacaurānnāśāya nāśaya
vernichte, oh vernichte die bösen Diebe
kiṃ tvaṃ svapiṣi duṣṭaghna
warum schläfst du, o Vertilger der Übeltäter
kiṃ tiṣṭasi cirāyāsi
warum verharrst du, warum säumst du so lange

uttiṣṭha pāhi naḥ sarvabhayebhyaḥ svasutāniva / ye caurā vasuhartāro vidviṣo ye ca hiṃsakāḥ

Erhebe dich! Beschütze uns vor allen Gefahren, wie [du] deine eigenen Kinder [beschützt]! Welche Diebe, Räuber des Gutes, Feinde und Gewalttäter es gibt,

Wort für Wort
uttiṣṭha pāhi naḥ sarvabhayebhyaḥ
erhebe dich, beschütze uns vor allen Gefahren
svasutāniva
wie deine eigenen Kinder
ye caurā vasuhartāro
welche Diebe, Räuber des Gutes
vidviṣo ye ca hiṃsakāḥ
Feinde und Gewalttäter es gibt

sādhubhītikarā duṣṭāśchadmakā ye durāśayāḥ / durhṛdo duṣṭabhū pālā duṣṭāmātyāśca pāpakāḥ

die bösen Erschrecker der Rechtschaffenen, die Betrüger, die Übelgesinnten, die Bösherzigen, die bösen Herrscher der Erde, und die sündigen, bösen Minister,

Wort für Wort
sādhubhītikarā duṣṭāḥ
die bösen Erschrecker der Rechtschaffenen
chadmakā ye durāśayāḥ
die Betrüger, die Übelgesinnten
durhṛdo duṣṭabhū pālā
die Bösherzigen, die bösen Herrscher der Erde
duṣṭāmātyāśca pāpakāḥ
und die sündigen, bösen Minister

ye ca kāryaviloptoro ye khalāḥ paripanthinaḥ / sarvasvahāriṇāṃ ye ca pañca māyāvino 'pareḥ

und die Vereitler von Vorhaben, die Bösewichte, die Wegelagerer, sowie, unter den Räubern allen Besitzes, die trügerischen Zauberkundigen und andere [Übeltäter] –

Wort für Wort
ye ca kāryaviloptoro
und die Vereitler von Vorhaben
ye khalāḥ paripanthinaḥ
die Bösewichte, die Wegelagerer
sarvasvahāriṇāṃ ye ca
und unter den Räubern allen Besitzes
pañca māyāvino 'pareḥ
die trügerischen Zauberkundigen und andere

[?: „pañca māyāvinaḥ" (fünf Zauberkundige[?]) und „'pareḥ" bleiben in ihrer genauen Bedeutung unsicher.]

mahākleśakarā mlecchā dasyavo vṛṣalāśca ye / ye 'gnidā garadātāro vañcakāḥ śastrapāṇayaḥ

die großes Elend verursachenden Barbaren (Mleccha), Räuber und Ausgestoßene (Vṛṣala), die Brandstifter, Giftmischer, Betrüger, [und die] mit Waffe in der Hand,

Wort für Wort
mahākleśakarā mlecchā
die großes Elend verursachenden Barbaren
dasyavo vṛṣalāśca ye
die Räuber und Ausgestoßenen
ye 'gnidā garadātāro
die Brandstifter, Giftmischer
vañcakāḥ śastrapāṇayaḥ
die Betrüger, die mit Waffe in der Hand

ye pāpā duṣṭakarmāṇo duḥkhadā duṣṭabuddhayaḥ / vyājakāḥ kupathāsaktā ye ca nānābhayapradāḥ

die Sünder, die Übeltäter, die Leidbringer, die Bösgesinnten, die Betrüger, die dem schlechten Pfade Ergebenen, und die mancherlei Schrecken Bringenden,

Wort für Wort
ye pāpā duṣṭakarmāṇo
die Sünder, die Übeltäter
duḥkhadā duṣṭabuddhayaḥ
die Leidbringer, die Bösgesinnten
vyājakāḥ kupathāsaktā
die Betrüger, die dem schlechten Pfade Ergebenen
ye ca nānābhayapradāḥ
und die mancherlei Schrecken Bringenden

chidrānveṣaratā nityaṃ ye 'smānbādhitumudyatāḥ / te sarve kārtavīryasya mahāśaṅkharavāhatāḥ

die stets an der Suche nach [unseren] Schwächen sich Erfreuenden, die darauf aus sind, uns zu schaden – mögen sie alle vom gewaltigen Dröhnen des Muschelhorns Kārtavīryas getroffen,

Wort für Wort
chidrānveṣaratā nityaṃ
die stets an der Suche nach Schwächen sich Erfreuenden
ye 'smānbādhitumudyatāḥ
die darauf aus sind, uns zu schaden
te sarve kārtavīryasya
mögen sie alle Kārtavīryas
mahāśaṅkharavāhatāḥ
vom gewaltigen Dröhnen des Muschelhorns getroffen [werden]

sahasā vilayaṃ yāntu dūradiva vimohitāḥ / ye dānavā mahādityā ye yakṣā ye ca rākṣasāḥ

plötzlich zugrunde gehen, aus der Ferne gänzlich verwirrt! Welche Dānavas, große Daityas, Yakṣas und Rākṣasas es gibt,

Wort für Wort
sahasā vilayaṃ yāntu
mögen sie plötzlich zugrunde gehen
dūradiva vimohitāḥ
aus der Ferne gänzlich verwirrt
ye dānavā mahādityā
welche Dānavas, große Daityas
ye yakṣā ye ca rākṣasāḥ
welche Yakṣas und Rākṣasas es gibt

piśācā ye mahāsattvā ye bhūtabrahmarākṣasāḥ / apasmāragrahā ye ca ye grahāḥ piśitāśanāḥ

welche Piśācas, mächtige Wesen, welche Bhūtas und Brahmarākṣasas, welche epilepsieverursachenden Grahas und welche fleischfressenden Grahas es gibt,

Wort für Wort
piśācā ye mahāsattvā
welche Piśācas, mächtige Wesen
ye bhūtabrahmarākṣasāḥ
welche Bhūtas und Brahmarākṣasas
apasmāragrahā ye ca
welche epilepsieverursachenden Grahas
ye grahāḥ piśitāśanāḥ
welche fleischfressenden Grahas es gibt

mahālohitabhoktāro vetālā ye ca guhyakāḥ / gandharvāpsarasaḥ siddhā ye ca devādiyonayaḥ

die großen Bluttrinker, die Vetālas, die Guhyakas, die Gandharvas, Apsaras, Siddhas, und welche Wesen aus göttlicher Herkunft und dergleichen es gibt,

Wort für Wort
mahālohitabhoktāro
die großen Bluttrinker
vetālā ye ca guhyakāḥ
die Vetālas und Guhyakas
gandharvāpsarasaḥ siddhā
die Gandharvas, Apsaras, Siddhas
ye ca devādiyonayaḥ
und welche Wesen göttlicher Herkunft es gibt

ḍākinyo druṇasāḥ pretāḥ kṣetrapālā vināyakāḥ / mahāvyāghramahāmeghā mahāturāgarūpakāḥ

die Ḍākinīs, die Droṇasas, die Pretas, die Kṣetrapālas, die Vināyakas, [Wesen] von großer-Tiger- und großer-Wolken-Gestalt, von der Gestalt großer Rosse,

Wort für Wort
ḍākinyo druṇasāḥ pretāḥ
die Ḍākinīs, die Droṇasas, die Pretas
kṣetrapālā vināyakāḥ
die Kṣetrapālas, die Vināyakas
mahāvyāghramahāmeghā
von großer-Tiger- und großer-Wolken-Gestalt
mahāturāgarūpakāḥ
von der Gestalt großer Rosse

[?: „druṇasāḥ" und „mahāturāgarūpakāḥ" bleiben in ihrer genauen Bedeutung unsicher.]

mahāgajā mahāsiṃhā mahāmahiṣayonayaḥ / ṛkṣavārāhaśunakavānarolūkamūrtayaḥ

von großer-Elefanten-, großer-Löwen- und großer-Büffel-Herkunft, von Bären-, Eber-, Hunde-, Affen- und Eulen-Gestalt,

Wort für Wort
mahāgajā mahāsiṃhā
von großer-Elefanten- und großer-Löwen-Herkunft
mahāmahiṣayonayaḥ
von großer-Büffel-Herkunft
ṛkṣavārāhaśunakavānarolūkamūrtayaḥ
von Bären-, Eber-, Hunde-, Affen- und Eulen-Gestalt

mahoṣṭrakharamārjārasarpagovṛṣamastakāḥ / nānārūpā mahāsattvā nānākleśasahasradāḥ

mit den Häuptern von großem Kamel, Esel, Katze, Schlange, Kuh oder Stier, von mancherlei Gestalt, mächtige Wesen, Geber tausendfachen mancherlei Leids,

Wort für Wort
mahoṣṭrakharamārjārasarpagovṛṣamastakāḥ
mit den Häuptern von großem Kamel, Esel, Katze, Schlange, Kuh oder Stier
nānārūpā mahāsattvā
von mancherlei Gestalt, mächtige Wesen
nānākleśasahasradāḥ
Geber tausendfachen mancherlei Leids

nānārogakarāḥ kṣudrā mahāvīryā mahābalāḥ / vātikāḥ paittikā ghorā ślaiṣmikāḥ sānnipātikāḥ

die Verursacher mancherlei Krankheit, kleine wie überaus kraftvolle und starke [Dämonen], [Krankheiten] aus Wind, aus Galle, den schrecklichen, aus Schleim, und den [Krankheiten] gemischten Ursprungs,

Wort für Wort
nānārogakarāḥ kṣudrā
die Verursacher mancherlei Krankheit, die kleinen
mahāvīryā mahābalāḥ
die überaus kraftvollen und starken
vātikāḥ paittikā ghorā
aus Wind, aus Galle, den schrecklichen
ślaiṣmikāḥ sānnipātikāḥ
aus Schleim, und den gemischten Ursprungs

māheśvarā vaiṣṇavāśca vairiñcyāśca mahāgrahāḥ / skāndā vaināyakāḥ krūrā ye ca pramathaguhyakāḥ

die großen, Śiva zugehörigen, Viṣṇu zugehörigen und Brahmā zugehörigen Grahas, die Skanda zugehörigen und Vināyaka zugehörigen, die grausamen, und welche Pramathas und Guhyakas es gibt,

Wort für Wort
māheśvarā vaiṣṇavāśca
die Śiva zugehörigen und Viṣṇu zugehörigen
vairiñcyāśca mahāgrahāḥ
und die Brahmā zugehörigen großen Grahas
skāndā vaināyakāḥ krūrā
die Skanda- und Vināyaka-zugehörigen, die grausamen
ye ca pramathaguhyakāḥ
und welche Pramathas und Guhyakas es gibt

mahāśatruhā raudrā mahāmārīmasūrikāḥ / aikāhikā vdyāhikāśca tryāhikāśca mahājvarāḥ

die großen Feindvertilger, die Grimmigen, die große Seuche und die Pocken (Masūrikā), die eintägigen, zweitägigen und dreitägigen großen Fieber,

Wort für Wort
mahāśatruhā raudrā
die großen Feindvertilger, die Grimmigen
mahāmārīmasūrikāḥ
die große Seuche und die Pocken
aikāhikā vdyāhikāśca
die eintägigen und zweitägigen
tryāhikāśca mahājvarāḥ
und die dreitägigen großen Fieber

cāturthikāḥ pākṣikāśca māsyāḥ ṣāṇmāsikāśca ye / sāṃvatsarā durnivāryā jvarāḥ paramadāruṇāḥ

die viertägigen, die vierzehntägigen, die monatlichen und die sechsmonatlichen, sowie die jährlichen, schwer abzuwehrenden, überaus furchtbaren Fieber,

Wort für Wort
cāturthikāḥ pākṣikāśca
die viertägigen und die vierzehntägigen
māsyāḥ ṣāṇmāsikāśca ye
die monatlichen und die sechsmonatlichen
sāṃvatsarā durnivāryā
die jährlichen, schwer abzuwehrenden
jvarāḥ paramadāruṇāḥ
die überaus furchtbaren Fieber

svāpnikā ye mahotpātā ye ca duḥsvāpnikā grahāḥ / kūṣmāṇḍā jṛṃbhikā bhaumā droṇāḥ sānnidhyavañcakāḥ

die großen, im Traum sich zeigenden Vorzeichen, und welche Grahas des bösen Traumes es gibt, die Kūṣmāṇḍas, der Gähnzwang (Jṛmbhikā), die Erdgeborenen, die Droṇas, die in der Nähe Lauernden und Täuschenden,

Wort für Wort
svāpnikā ye mahotpātā
die großen, im Traum sich zeigenden Vorzeichen
ye ca duḥsvāpnikā grahāḥ
und welche Grahas des bösen Traumes es gibt
kūṣmāṇḍā jṛṃbhikā bhaumā
die Kūṣmāṇḍas, der Gähnzwang, die Erdgeborenen
droṇāḥ sānnidhyavañcakāḥ
die Droṇas, die in der Nähe Lauernden und Täuschenden

bhramikāḥ prāṇahartāro ye ca bālagrahādayaḥ / manobudvīndriyaharāḥ sphoṭakāśca mahāgrahāḥ

die Schwindelerregenden, die Lebenshauch-Räuber, und welche Kindergrahas und dergleichen es gibt, die Räuber von Geist, Verstand und Sinnen, und die großen Grahas der Pockenkrankheit (Sphoṭaka),

Wort für Wort
bhramikāḥ prāṇahartāro
die Schwindelerregenden, die Lebenshauch-Räuber
ye ca bālagrahādayaḥ
und welche Kindergrahas und dergleichen es gibt
manobudvīndriyaharāḥ
die Räuber von Geist, Verstand und Sinnen
sphoṭakāśca mahāgrahāḥ
und die großen Grahas der Pockenkrankheit

mahāśanā balibhujo mahākuṇapabhojanāḥ / divācarā rātricarā ye ca saṃdhyāsu dāruṇāḥ

die großen Vielfraße, die Opfergaben-Esser, die Fresser großer Leichname, die bei Tag Umherziehenden, die bei Nacht Umherziehenden, und die in der Dämmerung Furchtbaren,

Wort für Wort
mahāśanā balibhujo
die großen Vielfraße, die Opfergaben-Esser
mahākuṇapabhojanāḥ
die Fresser großer Leichname
divācarā rātricarā
die bei Tag und die bei Nacht Umherziehenden
ye ca saṃdhyāsu dāruṇāḥ
und die in der Dämmerung Furchtbaren

pramattā vāpramattā vai ye māṃ bādhitumudyatāḥ / te sarve kārttavīryasya dhanurmuktaśarāhatāḥ

seien sie achtlos oder wachsam, welche darauf aus sind, mir zu schaden – mögen sie alle, getroffen von den aus Kārtavīryas Bogen entsandten Pfeilen,

Wort für Wort
pramattā vāpramattā vai
seien sie achtlos oder wachsam
ye māṃ bādhitumudyatāḥ
welche darauf aus sind, mir zu schaden
te sarve kārttavīryasya
mögen sie alle Kārtavīryas
dhanurmuktaśarāhatāḥ
von den aus dem Bogen entsandten Pfeilen getroffen [werden]

sahasradhā praṇaśyantu bhagnasattvabalodyamāḥ / ye sarpā ye mahānāgā mahāgiribileśayāḥ

tausendfach zugrunde gehen, ihre Kraft, Stärke und ihr Eifer gebrochen! Welche Schlangen, welche großen Nāgas, in den Höhlen großer Berge wohnend,

Wort für Wort
sahasradhā praṇaśyantu
mögen sie tausendfach zugrunde gehen
bhagnasattvabalodyamāḥ
ihre Kraft, Stärke und ihr Eifer gebrochen
ye sarpā ye mahānāgā
welche Schlangen, welche großen Nāgas
mahāgiribileśayāḥ
in den Höhlen großer Berge wohnend

kālavyālā mahādaṃṣṭrā mahājagarasaṃjñakāḥ / anantaśūlikādyāśca daṃṣṭrāviṣamahābhayāḥ

die todbringenden Schlangen, von großen Fangzähnen, die sogenannten großen Pythons, die mit Ananta und Śūlin beginnenden, von Fangzahn-Gift und großem Schrecken,

Wort für Wort
kālavyālā mahādaṃṣṭrā
die todbringenden Schlangen, von großen Fangzähnen
mahājagarasaṃjñakāḥ
die sogenannten großen Pythons
anantaśūlikādyāśca
die mit Ananta und Śūlin beginnenden
daṃṣṭrāviṣamahābhayāḥ
von Fangzahn-Gift und großem Schrecken

anekaśata śīrṣāśca khaṇḍapucchāśca dāruṇāḥ / mahāviṣajalaukāśca vṛścikā ruktapucchakāḥ

mit vielen hundert Häuptern, mit zerstückeltem Schweif, die furchtbaren, die großgiftigen Blutegel, die Skorpione mit [rot] gefärbtem Schweif,

Wort für Wort
anekaśata śīrṣāśca
mit vielen hundert Häuptern
khaṇḍapucchāśca dāruṇāḥ
mit zerstückeltem Schweif, die furchtbaren
mahāviṣajalaukāśca
die großgiftigen Blutegel
vṛścikā ruktapucchakāḥ
die Skorpione mit gefärbtem Schweif

āśīviṣāḥ kālakūṭā mahāhālāhalāhvayāḥ / jalasarpā jalavyālā jalagrāhāśca kacchapāḥ

die Giftschlangen, die vom Kālakūṭa[-Gift], die sogenannten großen Hālāhala[-Gift-Schlangen], die Wasserschlangen, die Wasserungeheuer, die Wasserkrokodile und Schildkröten,

Wort für Wort
āśīviṣāḥ kālakūṭā
die Giftschlangen, die vom Kālakūṭa-Gift
mahāhālāhalāhvayāḥ
die sogenannten großen Hālāhala-Schlangen
jalasarpā jalavyālā
die Wasserschlangen, die Wasserungeheuer
jalagrāhāśca kacchapāḥ
die Wasserkrokodile und Schildkröten

matsyakā viṣapucchāśca ye cānye jalavāsinaḥ / jalajāḥ sthalajāścaiva kṛtrimāśca mahāviṣāḥ

die Fische, die mit giftigem Schweif, und welche anderen Wasserbewohner es gibt, die im Wasser wie die auf dem Land geborenen, und die künstlich [erschaffenen] großgiftigen,

Wort für Wort
matsyakā viṣapucchāśca
die Fische, die mit giftigem Schweif
ye cānye jalavāsinaḥ
und welche anderen Wasserbewohner es gibt
jalajāḥ sthalajāścaiva
die im Wasser wie die auf dem Land geborenen
kṛtrimāśca mahāviṣāḥ
und die künstlich erschaffenen großgiftigen

guptarūpā guptaviṣā mūṣikā gṛhagodhikāḥ / nānāviṣāśca ye ghorā mahopaviṣasaṃjñakāḥ

die von verborgener Gestalt, von verborgenem Gift, die Mäuse, die Hauseidechsen, und welche schrecklichen, von mancherlei Gift, den sogenannten großen Nebengiften es gibt,

Wort für Wort
guptarūpā guptaviṣā
die von verborgener Gestalt, von verborgenem Gift
mūṣikā gṛhagodhikāḥ
die Mäuse, die Hauseidechsen
nānāviṣāśca ye ghorā
und welche schrecklichen, von mancherlei Gift
mahopaviṣasaṃjñakāḥ
die sogenannten großen Nebengifte

ye 'smānbādhitumicchanti śarīraprāṇanāśakāḥ / te sarve kārtavīryasya khaṅkasāhasradāritāḥ

welche uns zu schaden trachten, Vernichter von Leib und Leben – mögen sie alle, von Kārtavīryas tausend Schwertern zerrissen,

Wort für Wort
ye 'smānbādhitumicchanti
welche uns zu schaden trachten
śarīraprāṇanāśakāḥ
die Vernichter von Leib und Leben
te sarve kārtavīryasya
mögen sie alle Kārtavīryas
khaṅkasāhasradāritāḥ
von tausend Schwertern zerrissen [werden]

dūrādeva vinaśyantu praṇaṣṭendriyasāhasāḥ / manuṣyāḥ paśavo tvṛkṣavānarā vanagocarāḥ

aus der Ferne zugrunde gehen, ihre Sinne und ihre Kühnheit gänzlich vernichtet! Menschen, Tiere, nämlich Bären und Affen, die im Wald umherstreifenden,

Wort für Wort
dūrādeva vinaśyantu
mögen sie aus der Ferne zugrunde gehen
praṇaṣṭendriyasāhasāḥ
ihre Sinne und ihre Kühnheit gänzlich vernichtet
manuṣyāḥ paśavo
Menschen, Tiere
tvṛkṣavānarā vanagocarāḥ
nämlich Bären und Affen, die im Wald umherstreifenden

siṃhavyāghravarāhāśca mahiṣā ye mahāmṛgāḥ / gajāsturaṅgā gavayā rāsabhāḥ śarabhā vṛkāḥ

die Löwen, Tiger, Eber, Büffel, welche großen Wildtiere es gibt, die Elefanten, Rosse, Wildrinder (Gavaya), Esel, Śarabhas [Fabelwesen] und Wölfe,

Wort für Wort
siṃhavyāghravarāhāśca
die Löwen, Tiger, Eber
mahiṣā ye mahāmṛgāḥ
die Büffel, welche großen Wildtiere es gibt
gajāsturaṅgā gavayā
die Elefanten, Rosse, Wildrinder
rāsabhāḥ śarabhā vṛkāḥ
die Esel, Śarabhas und Wölfe

śunakā dvīpinaḥ śubhrā mārjārā bilalolupāḥ / śṛgālāḥ śaśakāḥ śyenā gurutmanto vihṝṅgamāḥ

die Hunde, die weißen Leoparden, die nach [ihrem] Bau gierigen Katzen, die Schakale, Hasen, Falken, die Garuḍa-artigen und [andere] Himmelsvögel,

Wort für Wort
śunakā dvīpinaḥ śubhrā
die Hunde, die weißen Leoparden
mārjārā bilalolupāḥ
die nach ihrem Bau gierigen Katzen
śṛgālāḥ śaśakāḥ śyenā
die Schakale, Hasen, Falken
gurutmanto vihṝṅgamāḥ
die Garuḍa-artigen und Himmelsvögel

bheruṇḍā vāyasā gūdhrā haṃsādyāḥ pakṣijātayaḥ / udbhijjāścāṇḍajāścaiva svedajāśca jarāyujāḥ

die Bheruṇḍas [wilde Vögel], Krähen, Geier, Schwäne und andere Vogelgeschlechter, die aus der Erde Sprossenden, die Eigeborenen, die Schweißgeborenen und die aus dem Mutterschoß Geborenen,

Wort für Wort
bheruṇḍā vāyasā gūdhrā
die Bheruṇḍas, Krähen, Geier
haṃsādyāḥ pakṣijātayaḥ
die Schwäne und andere Vogelgeschlechter
udbhijjāścāṇḍajāścaiva
die aus der Erde Sprossenden und die Eigeborenen
svedajāśca jarāyujāḥ
die Schweißgeborenen und die aus dem Mutterschoß Geborenen

nānābhedakule jātā nānābhedāḥ pṛthagvidhāḥ / ye 'smānbādhitumicchanti sedhyāsu ca divā niśi

in mancherlei unterschiedlichen Geschlechtern geboren, von mancherlei Unterscheidung, jeweils verschiedener Art – welche von ihnen uns bei den [zuvor genannten] abzuwehrenden [Gefahren] zu schaden trachten, bei Tag oder bei Nacht,

Wort für Wort
nānābhedakule jātā
in mancherlei unterschiedlichen Geschlechtern geboren
nānābhedāḥ pṛthagvidhāḥ
von mancherlei Unterscheidung, jeweils verschiedener Art
ye 'smānbādhitumicchanti
welche uns zu schaden trachten
sedhyāsu ca divā niśi
bei den abzuwehrenden [Gefahren], bei Tag oder bei Nacht

te sarve kārtavīryasya gadāsāhasradāritāḥ / dūrādeva vinaśyantu vinaṣṭagatipauruṣāḥ

mögen sie alle, von Kārtavīryas tausend Keulen zerrissen, aus der Ferne zugrunde gehen, ihre Bewegung und Manneskraft gänzlich vernichtet.

Wort für Wort
te sarve kārtavīryasya
mögen sie alle Kārtavīryas
gadāsāhasradāritāḥ
von tausend Keulen zerrissen
dūrādeva vinaśyantu
aus der Ferne zugrunde gehen
vinaṣṭagatipauruṣāḥ
ihre Bewegung und Manneskraft gänzlich vernichtet

ye cākṣemapradātāraḥ kūṭamāyāvinaśca ye / māraṇotsādanonmūladveṣamohanakārakāḥ

und welche Bringer von Unheil es gibt, und welche trügerischen Zauberkundigen, die Bewirker von Tötungszauber, Vertreibung, Entwurzelung, Feindschaft und Verwirrung,

Wort für Wort
ye cākṣemapradātāraḥ
und welche Bringer von Unheil es gibt
kūṭamāyāvinaśca ye
und welche trügerischen Zauberkundigen
māraṇotsādanonmūla
die Bewirker von Tötungszauber, Vertreibung, Entwurzelung
dveṣamohanakārakāḥ
von Feindschaft und Verwirrung

viśvāsa ghātakā duṣṭā ye ca svāmidruho narāḥ / ye cātatāyino duṣṭā ye pāpā gopyahāriṇaḥ

die bösen Verräter des Vertrauens, und die Menschen, die ihrem Herrn untreu sind, die bösen gewalttätigen Aggressoren (Ātatāyin), und die sündigen Räuber verborgener [Schätze],

Wort für Wort
viśvāsa ghātakā duṣṭā
die bösen Verräter des Vertrauens
ye ca svāmidruho narāḥ
und die Menschen, die ihrem Herrn untreu sind
ye cātatāyino duṣṭā
die bösen gewalttätigen Aggressoren
ye pāpā gopyahāriṇaḥ
und die sündigen Räuber verborgener Schätze

dāhopadyātagaralaśastrapātātiduḥkhadāḥ / kṣetravittādiharaṇabandhanādibhayapradāḥ

die durch Feuer, [heimtückische] Speise[-Vergiftung], Gift oder Waffenhieb überaus großes Leid Bringenden, die durch Raub von Land, Gut und dergleichen sowie durch Gefangennahme und dergleichen Furcht Bringenden,

Wort für Wort
dāhopadyātagaralaśastrapāta
durch Feuer, heimtückische Speise, Gift oder Waffenhieb
atiduḥkhadāḥ
überaus großes Leid Bringende
kṣetravittādiharaṇa
durch Raub von Land, Gut und dergleichen
bandhanādibhayapradāḥ
durch Gefangennahme und dergleichen Furcht Bringende

[?: „upadyāta" bleibt in seiner genauen Bedeutung unsicher; probeweise im Sinne einer heimtückischen Speisevergiftung gedeutet.]

ītayo vividhākāro ye cānye duṣṭajātayaḥ / pīḍākarā ye satataṃ chidramicchanti bādhitum

die Plagen mancherlei Art, und welche anderen bösen Geschlechter es gibt, die Verursacher von Bedrängnis, die stets eine Gelegenheit zum Schaden suchen –

Wort für Wort
ītayo vividhākāro
die Plagen mancherlei Art
ye cānye duṣṭajātayaḥ
und welche anderen bösen Geschlechter es gibt
pīḍākarā ye satataṃ
die Verursacher von Bedrängnis, die stets
chidramicchanti bādhitum
eine Gelegenheit zum Schaden suchen

te sarve kārtavīryasya cakrasāhasradāritāḥ / dūrādeva kṣayaṃ yāntu vinaṣṭabalasāhasāḥ

mögen sie alle, von Kārtavīryas tausend Diskusscheiben zerrissen, aus der Ferne dem Untergang entgegengehen, ihre Kraft und Kühnheit gänzlich vernichtet.

Wort für Wort
te sarve kārtavīryasya
mögen sie alle Kārtavīryas
cakrasāhasradāritāḥ
von tausend Diskusscheiben zerrissen
dūrādeva kṣayaṃ yāntu
aus der Ferne dem Untergang entgegengehen
vinaṣṭabalasāhasāḥ
ihre Kraft und Kühnheit gänzlich vernichtet

ye meghā ye mahāvarṣā ye vātā yāśca vidyutaḥ / ye mahāśanayo dīptā ye nirghātāśca dāruṇāḥ

welche Wolken, welche gewaltigen Regengüsse, welche Winde und Blitze, welche flammenden großen Donnerkeile und welche furchtbaren Donnerschläge es gibt,

Wort für Wort
ye meghā ye mahāvarṣā
welche Wolken, welche gewaltigen Regengüsse
ye vātā yāśca vidyutaḥ
welche Winde und Blitze es gibt
ye mahāśanayo dīptā
welche flammenden großen Donnerkeile
ye nirghātāśca dāruṇāḥ
und welche furchtbaren Donnerschläge es gibt

ulkāpātāśca ye ghorā ye mahendrāyudhādayaḥ / sūryendukujasaumyāśca gurukāvyaśanaiścarāḥ

welche furchtbaren Meteorfälle, und welche [Vorzeichen], angefangen bei Indras großer Waffe [dem Regenbogen], es gibt, sowie [die ungünstigen Einflüsse von] Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn,

Wort für Wort
ulkāpātāśca ye ghorā
welche furchtbaren Meteorfälle
ye mahendrāyudhādayaḥ
und welche mit Indras großer Waffe beginnenden [Vorzeichen] es gibt
sūryendukujasaumyāśca
sowie [die Einflüsse von] Sonne, Mond, Mars, Merkur
gurukāvyaśanaiścarāḥ
Jupiter, Venus und Saturn

rāhuśca ketavo ghorā nakṣatrā rāśayastathā / tithayaḥ saṃkramā māsā hāyanā yuganāyakāḥ

Rāhu und die furchtbaren Ketus, die Mondhäuser, ebenso die Tierkreiszeichen, die Mondtage, die [Sonnen-]Übergänge, die Monate, die Jahre, die Herren der [Welt-]Zeitalter,

Wort für Wort
rāhuśca ketavo ghorā
Rāhu und die furchtbaren Ketus
nakṣatrā rāśayastathā
die Mondhäuser, ebenso die Tierkreiszeichen
tithayaḥ saṃkramā māsā
die Mondtage, die Übergänge, die Monate
hāyanā yuganāyakāḥ
die Jahre, die Herren der Zeitalter

manvantarādhipāḥ siddhā ṛṣayo yogasiddhayaḥ / nidhayo ṛgyajuḥsāmātharvāṇaścaiva vahnayaḥ

die Herren der Manvantaras, die Siddhas, die Seher, die Yoga-Vollkommenheiten, die [neun] Schätze (Nidhi), Ṛg-, Yajur-, Sāma- und Atharva[-Veda], sowie die [heiligen] Feuer,

Wort für Wort
manvantarādhipāḥ siddhā
die Herren der Manvantaras, die Siddhas
ṛṣayo yogasiddhayaḥ
die Seher, die Yoga-Vollkommenheiten
nidhayo ṛgyajuḥsāmātharvāṇaścaiva
die Schätze, sowie Ṛg-, Yajur-, Sāma- und Atharva-Veda
vahnayaḥ
die heiligen Feuer

ṛtavo lokapālāśca pitaro devasaṃhatiḥ / vidyāścaiva catuḥṣaṣṭibhedā yā bhuvanatraye

die Jahreszeiten, die Weltenhüter, die Ahnen, die Schar der Götter, sowie die vierundsechzig unterschiedlichen Wissenschaften, die es in den drei Welten gibt –

Wort für Wort
ṛtavo lokapālāśca
die Jahreszeiten, die Weltenhüter
pitaro devasaṃhatiḥ
die Ahnen, die Schar der Götter
vidyāścaiva catuḥṣaṣṭibhedā
sowie die vierundsechzig unterschiedlichen Wissenschaften
yā bhuvanatraye
die es in den drei Welten gibt

ye tvatra kīrtitāḥ sarve caye cānye nānukīrtitāḥ / te saṃtu naḥ sadā saumyāḥ sarvakālasukhāvahāḥ

welche hier alle genannt wurden, und welche anderen nicht genannt wurden – sie alle mögen uns stets mild gesinnt sein und zu jeder Zeit Glück bringen.

Wort für Wort
ye tvatra kīrtitāḥ sarve
welche hier alle genannt wurden
caye cānye nānukīrtitāḥ
und welche anderen nicht genannt wurden
te saṃtu naḥ sadā saumyāḥ
sie alle mögen uns stets mild gesinnt sein
sarvakālasukhāvahāḥ
und zu jeder Zeit Glück bringen

ājñayā kārtavīryasya yogīndrasyāmitadyuteḥ / kārtavīryārjuno dhanvī rājendro haihayeśvaraḥ

Durch das Gebot Kārtavīryas, des Fürsten der Yogins, von unermesslichem Glanz: ‚Kārtavīryārjuna, der Bogenschütze, der Fürst der Könige, der Herr der Haihayas,

Wort für Wort
ājñayā kārtavīryasya
durch das Gebot Kārtavīryas
yogīndrasyāmitadyuteḥ
des Fürsten der Yogins, von unermesslichem Glanz
kārtavīryārjuno dhanvī
‚Kārtavīryārjuna, der Bogenschütze
rājendro haihayeśvaraḥ
der Fürst der Könige, der Herr der Haihayas'

daśāsyadarpahā revālīlādṛptakaḥ sudurjayaḥ / duḥkhahā cauradamano rājarājeśvaraḥ prabhuḥ

der Brecher des Stolzes des Zehnköpfigen, im Spiel mit der Revā übermütig, schwer zu bezwingen, der Vernichter des Leids, der Bezähmer der Diebe, der Herr über den Herrn der Könige, der Gebieter,

Wort für Wort
daśāsyadarpahā
der Brecher des Stolzes des Zehnköpfigen
revālīlādṛptakaḥ sudurjayaḥ
im Spiel mit der Revā übermütig, schwer zu bezwingen
duḥkhahā cauradamano
der Vernichter des Leids, der Bezähmer der Diebe
rājarājeśvaraḥ prabhuḥ
der Herr über den Herrn der Könige, der Gebieter

sarvajñaḥ sarvadaḥ śrīmān sarvaśiṣṭeṣṭadaḥ kṛtī / rājacūḍāmaṇiryogī saptadvīpādhināyakaḥ

der Allwissende, der Geber von allem, der Glorreiche, der Erfüller der Wünsche aller Rechtschaffenen, der Vollendete, das Kronjuwel der Könige, der Yogin, der Herrscher über die sieben Kontinente,

Wort für Wort
sarvajñaḥ sarvadaḥ śrīmān
der Allwissende, der Geber von allem, der Glorreiche
sarvaśiṣṭeṣṭadaḥ kṛtī
der Erfüller der Wünsche aller Rechtschaffenen, der Vollendete
rājacūḍāmaṇiryogī
das Kronjuwel der Könige, der Yogin
saptadvīpādhināyakaḥ
der Herrscher über die sieben Kontinente

vijayī viśvajidvāgmī mahāgatiralolupaḥ / yajvā viprapriyo vidvān brahmajñeyaḥ sanātanaḥ

der Siegreiche, der Alles-Bezwinger, der Redegewandte, von erhabenem Wandel, frei von Gier, der Opferer, der den Brahmanen Liebe, der Weise, der durch das Brahman Erkennbare, der Ewige,

Wort für Wort
vijayī viśvajidvāgmī
der Siegreiche, der Alles-Bezwinger, der Redegewandte
mahāgatiralolupaḥ
von erhabenem Wandel, frei von Gier
yajvā viprapriyo vidvān
der Opferer, der den Brahmanen Liebe, der Weise
brahmajñeyaḥ sanātanaḥ
der durch das Brahman Erkennbare, der Ewige

māhiṣmatīpatiryodhā mahākīrtirmahābhujaḥ / sukumāro mahāvīro mārīghno madirekṣaṇaḥ

der Herr von Māhiṣmatī, der Kämpfer, von großem Ruhm, von mächtigen Armen, der Liebliche, der große Held, der Vernichter der Seuche, der von berauschendem Blick,

Wort für Wort
māhiṣmatīpatiryodhā
der Herr von Māhiṣmatī, der Kämpfer
mahākīrtirmahābhujaḥ
von großem Ruhm, von mächtigen Armen
sukumāro mahāvīro
der Liebliche, der große Held
mārīghno madirekṣaṇaḥ
der Vernichter der Seuche, der von berauschendem Blick

śatrughnaḥ śāśvataḥ śūraḥ śaṅkhabhṛdyogivallabhaḥ / mahābhāgavato dhīmānmahābhayavināśanaḥ

der Feindvertilger, der Ewige, der Tapfere, der Muschelhorn-Träger, der Liebling der Yogins, der große Verehrer [Viṣṇus], der Weise, der Vernichter großer Furcht,

Wort für Wort
śatrughnaḥ śāśvataḥ śūraḥ
der Feindvertilger, der Ewige, der Tapfere
śaṅkhabhṛdyogivallabhaḥ
der Muschelhorn-Träger, der Liebling der Yogins
mahābhāgavato dhīmān
der große Verehrer, der Weise
mahābhayavināśanaḥ
der Vernichter großer Furcht

asādhyī vigraho divyo bhāvo vyāptajagattrayaḥ / jitendriyo jitārātiḥ svacchando 'nantavikramamaḥ

von unbezwinglicher, göttlicher Gestalt, ein Wesen, das die drei Welten durchdringt, der Sinnenbezwinger, der Feindbezwinger, der aus eigenem Willen Handelnde, von unendlicher Tatkraft,

Wort für Wort
asādhyī vigraho divyo
von unbezwinglicher, göttlicher Gestalt
bhāvo vyāptajagattrayaḥ
ein Wesen, das die drei Welten durchdringt
jitendriyo jitārātiḥ
der Sinnenbezwinger, der Feindbezwinger
svacchando 'nantavikramamaḥ
der aus eigenem Willen Handelnde, von unendlicher Tatkraft

[?: „asādhyī vigrahaḥ" bleibt in der genauen Wortbildung unsicher.]

cakrabhṛtparacakraghnaḥ saṃgrāmavidhipūjitaḥ / sarvaśāstrakalādharī virajā lokavanditaḥ

der Diskusträger, der Vernichter feindlicher Heerscharen, der nach der Kriegs-Ordnung Verehrte, der Träger aller Wissenschaften und Künste, der Makellose, der von der Welt Verehrte,

Wort für Wort
cakrabhṛtparacakraghnaḥ
der Diskusträger, der Vernichter feindlicher Heerscharen
saṃgrāmavidhipūjitaḥ
der nach der Kriegs-Ordnung Verehrte
sarvaśāstrakalādharī
der Träger aller Wissenschaften und Künste
virajā lokavanditaḥ
der Makellose, der von der Welt Verehrte

vīro vimalasattvāḍhyo mahābalaparākramaḥ / vijayaśrīmahāmānyo jitārirmantranāyakaḥ

der Held, reich an lauterem Wesen, von großer Stärke und Tapferkeit, hoch geehrt durch den Siegesglanz, der Feindbezwinger, der Fürst der Mantras,

Wort für Wort
vīro vimalasattvāḍhyo
der Held, reich an lauterem Wesen
mahābalaparākramaḥ
von großer Stärke und Tapferkeit
vijayaśrīmahāmānyo
hoch geehrt durch den Siegesglanz
jitārirmantranāyakaḥ
der Feindbezwinger, der Fürst der Mantras

khaḍgabhṛtkāmadaḥ kāntaḥ kālaghnaḥ kamalekṣaṇaḥ / bhadravādapriyo vaidyo vibudho varado vaśī

der Schwertträger, der Wunscherfüller, der Liebreizende, der Bezwinger des Todes, der Lotusäugige, der der günstigen Rede Zugetane, der Arzt, der Weise, der Gewährer von Gaben, der Selbstbeherrschte,

Wort für Wort
khaḍgabhṛtkāmadaḥ kāntaḥ
der Schwertträger, der Wunscherfüller, der Liebreizende
kālaghnaḥ kamalekṣaṇaḥ
der Bezwinger des Todes, der Lotusäugige
bhadravādapriyo vaidyo
der der günstigen Rede Zugetane, der Arzt
vibudho varado vaśī
der Weise, der Gewährer von Gaben, der Selbstbeherrschte

mahādhano nidhipatirmahāyogī gurupriyaḥ / yogāḍhyaḥ sarvarogaghno rājitākhilabhūtalaḥ

der überaus Reiche, der Herr der Schätze, der große Yogin, der dem Lehrer Liebe, der an Yoga Reiche, der Vernichter aller Krankheit, der, durch den die ganze Erde erstrahlt,

Wort für Wort
mahādhano nidhipatir
der überaus Reiche, der Herr der Schätze
mahāyogī gurupriyaḥ
der große Yogin, der dem Lehrer Liebe
yogāḍhyaḥ sarvarogaghno
der an Yoga Reiche, der Vernichter aller Krankheit
rājitākhilabhūtalaḥ
durch den die ganze Erde erstrahlt

divyāstrabhṛdameyātmā sarvagoptā mahojjvalaḥ / sarvāyudhadharo 'bhīṣṭapradaḥ parapurañjayaḥ

der Träger göttlicher Waffen, von unermesslichem Wesen, der Beschützer aller, der überaus Strahlende, der Träger aller Waffen, der Erfüller des Erwünschten, der Bezwinger feindlicher Städte,

Wort für Wort
divyāstrabhṛdameyātmā
der Träger göttlicher Waffen, von unermesslichem Wesen
sarvagoptā mahojjvalaḥ
der Beschützer aller, der überaus Strahlende
sarvāyudhadharo 'bhīṣṭapradaḥ
der Träger aller Waffen, der Erfüller des Erwünschten
parapurañjayaḥ
der Bezwinger feindlicher Städte

yogasiddho mahākāyo mahāvṛndaśatādhipaḥ / sarvajñānanidhiḥ sarvasiddhvidānakṛtodyamaḥ

der im Yoga Vollendete, von gewaltiger Gestalt, der Herr über hundert große Heerscharen, die Schatzkammer allen Wissens, der stets um die Gewährung aller Vollkommenheit Bemühte' –

Wort für Wort
yogasiddho mahākāyo
der im Yoga Vollendete, von gewaltiger Gestalt
mahāvṛndaśatādhipaḥ
der Herr über hundert große Heerscharen
sarvajñānanidhiḥ
die Schatzkammer allen Wissens
sarvasiddhvidānakṛtodyamaḥ
der stets um die Gewährung aller Vollkommenheit Bemühte

ityaṣṭaśatanāmottyā mūrtayo daśa dikpathi / samyagdaśadiśo vyāpya pālayantu ca māṃ sadā

– so mögen, mittels dieser hundertacht Namen, die zehn Gestalten auf dem Pfad der Richtungen, nachdem sie die zehn Richtungen vollständig durchdrungen haben, mich stets beschützen.

Wort für Wort
ityaṣṭaśatanāmottyā
so, mittels dieser hundertacht Namen
mūrtayo daśa dikpathi
die zehn Gestalten auf dem Pfad der Richtungen
samyagdaśadiśo vyāpya
nachdem sie die zehn Richtungen vollständig durchdrungen haben
pālayantu ca māṃ sadā
mögen sie mich stets beschützen

svasthāḥ sarvendriyāḥ saṃtuṃ śāntirastu sadā mama / śeṣādyā mūrtayo 'ṣṭau ca vikrameṇaiva bhāsvarāḥ

Mögen alle meine Sinne gesund sein, möge mir immerdar Friede sein! Und die übrigen acht Gestalten, durch [ihre] Tatkraft strahlend,

Wort für Wort
svasthāḥ sarvendriyāḥ saṃtuṃ
mögen alle meine Sinne gesund sein
śāntirastu sadā mama
möge mir immerdar Friede sein
śeṣādyā mūrtayo 'ṣṭau ca
und die übrigen acht Gestalten
vikrameṇaiva bhāsvarāḥ
durch ihre Tatkraft strahlend

agninirṛtivāyvīśakoṇagāḥ pāntu māṃ sadā / mama saukhyamasaṃbādhamārogyamaparājayaḥ

in den Winkeln von Agni, Nairṛti, Vāyu und Īśa stehend, mögen sie mich stets beschützen. [Möge] mir ungehindertes Glück, Gesundheit, Unbesiegbarkeit [zuteilwerden],

Wort für Wort
agninirṛtivāyvīśakoṇagāḥ
in den Winkeln von Agni, Nairṛti, Vāyu und Īśa stehend
pāntu māṃ sadā
mögen sie mich stets beschützen
mama saukhyamasaṃbādham
mir ungehindertes Glück
ārogyamaparājayaḥ
Gesundheit, Unbesiegbarkeit

duḥkhahāniravighnaśca prajāvṛddhiḥ sukho dayaḥ / vāñchāptiratikalyāṇamavaiṣamyamanāmayam

Minderung des Leids und Freiheit von Hindernissen, Mehrung der Nachkommenschaft, das Aufkommen von Glück, Erlangung der Wünsche, höchstes Wohl, Freiheit von Ungleichheit und von Krankheit,

Wort für Wort
duḥkhahāniravighnaśca
Minderung des Leids und Freiheit von Hindernissen
prajāvṛddhiḥ sukhodayaḥ
Mehrung der Nachkommenschaft, das Aufkommen von Glück
vāñchāptiratikalyāṇam
Erlangung der Wünsche, höchstes Wohl
avaiṣamyamanāmayam
Freiheit von Ungleichheit und von Krankheit

anālasyamabhīṣṭaṃ syānmṛtyuhānirbalonnatiḥ / bhayahāniryaśaḥ kāntirvidyā ṛddhirmahāśriyaḥ

Freiheit von Trägheit möge mir zuteilwerden, Minderung [vorzeitigen] Todes, Zunahme der Kraft, Minderung der Furcht, Ruhm, Glanz, Wissen, Gedeihen, großer Reichtum,

Wort für Wort
anālasyamabhīṣṭaṃ syāt
Freiheit von Trägheit möge mir zuteilwerden
mṛtyuhānirbalonnatiḥ
Minderung des Todes, Zunahme der Kraft
bhayahāniryaśaḥ kāntiḥ
Minderung der Furcht, Ruhm, Glanz
vidyā ṛddhirmahāśriyaḥ
Wissen, Gedeihen, großer Reichtum

anaṣṭadravyatā caiva naṣṭasya punarāgamaḥ / dīrghāyuṣyaṃ manoharṣaḥ saukumāryamabhīpsitam

und Nicht-Verlust von Gut, Wiederkehr des Verlorenen, langes Leben, Freude des Herzens, die erwünschte Anmut,

Wort für Wort
anaṣṭadravyatā caiva
und Nicht-Verlust von Gut
naṣṭasya punarāgamaḥ
Wiederkehr des Verlorenen
dīrghāyuṣyaṃ manoharṣaḥ
langes Leben, Freude des Herzens
saukumāryamabhīpsitam
die erwünschte Anmut

apradhṛṣyatamatvaṃ ca mahāsāmarthyameva ca / saṃtu me kārtavīryyasya haihayendrasya kīrtanāt

und höchste Unangreifbarkeit, und ebenso große Fähigkeit – dies alles möge mir durch das Preisen Kārtavīryas, des Fürsten der Haihayas, zuteilwerden.

Wort für Wort
apradhṛṣyatamatvaṃ ca
und höchste Unangreifbarkeit
mahāsāmarthyameva ca
und ebenso große Fähigkeit
saṃtu me kārtavīryyasya
mögen sie mir werden, durch [das Preisen] Kārtavīryas
haihayendrasya kīrtanāt
des Fürsten der Haihayas, durch das Preisen

ya idaṃ kārtavīryyasya kavaca puṇyavarddhanam / sarvapāpapraśamanaṃ sarvopadravanāśanam

Wer diesen Schutzpanzer des Kārtavīrya, den Mehrer des Verdienstes, den Beschwichtiger allen Sündhaften, den Vernichter alles Unheils,

Wort für Wort
ya idaṃ kārtavīryyasya
wer diesen [Schutzpanzer] Kārtavīryas
kavaca puṇyavarddhanam
diesen Schutzpanzer, den Mehrer des Verdienstes
sarvapāpapraśamanaṃ
den Beschwichtiger allen Sündhaften
sarvopadravanāśanam
den Vernichter alles Unheils

sarvaśāntikaraṃ guhyaṃ samastabhayanāśanam / vijayārthapradaṃ nṝṇāṃ sarvasaṃpatpradaṃ śubham

den Bewirker allen Friedens, den geheimnisvollen, den Vernichter jeglicher Furcht, den Geber von Sieg und [weltlichem] Gewinn für die Menschen, den Geber allen Wohlstands, den Heilvollen –

Wort für Wort
sarvaśāntikaraṃ guhyaṃ
den Bewirker allen Friedens, den geheimnisvollen
samastabhayanāśanam
den Vernichter jeglicher Furcht
vijayārthapradaṃ nṝṇāṃ
den Geber von Sieg und Gewinn für die Menschen
sarvasaṃpatpradaṃ śubham
den Geber allen Wohlstands, den Heilvollen

śṛṇuyādvā paṭhedvāpi sarvakāmānavāpnuyāt / caurairhṛtaṃ yadā paśyetpaśvādidhanamātmanaḥ

hört oder rezitiert, der erlangt alle Wünsche. Sieht er, dass sein Vieh und anderes Gut von Dieben geraubt wurde,

Wort für Wort
śṛṇuyādvā paṭhedvāpi
wer [ihn] hört oder rezitiert
sarvakāmānavāpnuyāt
der erlangt alle Wünsche
caurairhṛtaṃ yadā paśyet
sieht er, dass es von Dieben geraubt wurde
paśvādidhanamātmanaḥ
sein Vieh und anderes Gut

saptavāraṃ tadā japyenniśi paścimadiṅmukhaḥ / saptarātreṇa labhate naṣṭadravyaṃ na saṃśayaḥ

dann rezitiere er ihn siebenmal des Nachts, nach Westen gewandt; binnen sieben Nächten erlangt er das verlorene Gut wieder – ohne Zweifel.

Wort für Wort
saptavāraṃ tadā japyet
dann rezitiere er ihn siebenmal
niśi paścimadiṅmukhaḥ
des Nachts, nach Westen gewandt
saptarātreṇa labhate
binnen sieben Nächten erlangt er
naṣṭadravyaṃ na saṃśayaḥ
das verlorene Gut wieder, ohne Zweifel

saptaviṃśatidhā japtvā prācīdigvadanaḥ pumān / devāsuranibhaṃ cāpi paracakraṃ nivārayet

Hat ein Mann ihn siebenundzwanzigmal rezitiert, nach Osten gewandt, kann er sogar ein feindliches Heer, [mächtig] wie das der Götter und Dämonen, abwehren.

Wort für Wort
saptaviṃśatidhā japtvā
hat er ihn siebenundzwanzigmal rezitiert
prācīdigvadanaḥ pumān
nach Osten gewandt, ein Mann
devāsuranibhaṃ cāpi
auch ein den Göttern und Dämonen gleiches
paracakraṃ nivārayet
feindliches Heer kann er abwehren

vivāde kalaheghore pañcadhā yaḥ paṭhedidam / vijayo jāyate tasya na kadācitparājayaḥ

Wer dies bei einem Streit, bei einem furchtbaren Zwist, fünfmal rezitiert, dem widerfährt Sieg, niemals Niederlage.

Wort für Wort
vivāde kalaheghore
bei einem Streit, bei einem furchtbaren Zwist
pañcadhā yaḥ paṭhedidam
wer dies fünfmal rezitiert
vijayo jāyate tasya
dem widerfährt Sieg
na kadācitparājayaḥ
niemals Niederlage

sarvarogaprapīḍāsu tredhā vā pañcadhā paṭhet / sa rogamṛtyuvetālabhūtapretairna bādhyate

Bei Bedrängnis durch jedwede Krankheit rezitiere man ihn dreimal oder fünfmal; man wird nicht behelligt von Krankheit, Tod, Vetāla, Bhūta oder Preta.

Wort für Wort
sarvarogaprapīḍāsu
bei Bedrängnis durch jedwede Krankheit
tredhā vā pañcadhā paṭhet
rezitiere man ihn dreimal oder fünfmal
sa rogamṛtyuvetālabhūtapretairna bādhyate
man wird nicht behelligt von Krankheit, Tod, Vetāla, Bhūta oder Preta

samyagdvādaśādhā rātrau prajapedbandhamuktaye / tridinānnigaḍādūddhvo mucyate nātra saṃśayaḥ

Rezitiert man ihn des Nachts vollständig zwölfmal zur Befreiung aus Gefangenschaft, so wird man binnen drei Tagen von den Fesseln befreit – daran besteht kein Zweifel.

Wort für Wort
samyagdvādaśādhā rātrau
vollständig zwölfmal des Nachts
prajapedbandhamuktaye
rezitiere man zur Befreiung aus Gefangenschaft
tridinānnigaḍādūddhvo mucyate
binnen drei Tagen wird man von den Fesseln befreit
nātra saṃśayaḥ
daran besteht kein Zweifel

anenaiva vidhānena sarvasādhanakarmaṇi / asādhyamapi saptāhātsādhayenmantravittamaḥ

Nach eben dieser Vorschrift kann der beste der Mantrakundigen bei jedem [magischen] Vollzugswerk selbst das sonst Unerreichbare binnen sieben Tagen erreichen.

Wort für Wort
anenaiva vidhānena
nach eben dieser Vorschrift
sarvasādhanakarmaṇi
bei jedem Vollzugswerk
asādhyamapi saptāhāt
selbst das Unerreichbare binnen sieben Tagen
sādhayenmantravittamaḥ
kann der beste der Mantrakundigen erreichen

yātrākāle paṭhitvedaṃ mārge gacchati yaḥ pumān / na duṣṭacauravyāghrādyairbhayaṃ syātparipanthibhiḥ

Ein Mann, der dies beim Antritt einer Reise rezitiert hat und [dann] auf dem Wege geht, hat keine Furcht vor bösen Dieben, Tigern und dergleichen Wegelagerern.

Wort für Wort
yātrākāle paṭhitvedaṃ
der dies beim Antritt einer Reise rezitiert hat
mārge gacchati yaḥ pumān
ein Mann, der auf dem Wege geht
na duṣṭacauravyāghrādyaiḥ
vor bösen Dieben, Tigern und dergleichen
bhayaṃ syātparipanthibhiḥ
hat er keine Furcht, vor Wegelagerern

japannāsecanaṃ kurvañjalenāñjalinā tanau / na cāsau viṣakṛtyādirogasphoṭaiḥ prabādhyate

Wer, [das Mantra] rezitierend, mit Wasser aus hohler Hand eine Besprengung des Körpers vollzieht, der wird auch nicht behelligt durch Gift, Zauberei (Kṛtyā) und dergleichen, noch durch Pockenkrankheit (Sphoṭa).

Wort für Wort
japannāsecanaṃ kurvan
rezitierend, eine Besprengung vollziehend
jalenāñjalinā tanau
mit Wasser aus hohler Hand am Körper
na cāsau viṣakṛtyādi
der wird nicht behelligt durch Gift, Zauberei und dergleichen
rogasphoṭaiḥ prabādhyate
noch durch Krankheit [und] Pockenkrankheit

kārtavīryaḥ khaladveṣī kṛtavīryasuto balī / sahasrabāhuḥ śatrughno raktavāsā dhanurdharaḥ

‚Kārtavīrya, der Feind der Bösen, der starke Sohn des Kṛtavīrya, der Tausendarmige, der Feindvertilger, der rot Gewandete, der Bogenträger,

Wort für Wort
kārtavīryaḥ khaladveṣī
‚Kārtavīrya, der Feind der Bösen
kṛtavīryasuto balī
der starke Sohn des Kṛtavīrya
sahasrabāhuḥ śatrughno
der Tausendarmige, der Feindvertilger
raktavāsā dhanurdharaḥ
der rot Gewandete, der Bogenträger'

raktagandhoraktamālyo rājā smarturabhīṣṭadaḥ / dvādaśaitāni nāmāni kārtavīryasya yaḥ paṭhet

von rotem Duft, mit roten Girlanden, der König' – dies ist der Erfüller des Wunsches dessen, der [ihn] gedenkt: Wer diese zwölf Namen Kārtavīryas rezitiert,

Wort für Wort
raktagandhoraktamālyo rājā
‚von rotem Duft, mit roten Girlanden, der König'
smarturabhīṣṭadaḥ
der Erfüller des Wunsches dessen, der gedenkt
dvādaśaitāni nāmāni
diese zwölf Namen
kārtavīryasya yaḥ paṭhet
Kārtavīryas, wer sie rezitiert

saṃpadastasya jāyante janāstasya vaśe sadā / yaḥ sevate sadā vipra śrīmañcakrāvatārakam

dem entsteht Wohlstand, die Menschen sind ihm stets gefügig. Wer, o Brahmane, stets den glorreichen Avatar des Diskus (Cakra) verehrt,

Wort für Wort
saṃpadastasya jāyante
dem entsteht Wohlstand
janāstasya vaśe sadā
die Menschen sind ihm stets gefügig
yaḥ sevate sadā vipra
wer, o Brahmane, stets verehrt
śrīmañcakrāvatārakam
den glorreichen Avatar des Diskus

tasya rakṣāṃ sadā kuryāñcakraṃ viṣṇormahātmanaḥ / mayaitatkavacaṃ vipra dattātreyānmunīśvarāt

für den übt stets Schutz aus der Diskus des großherzigen Viṣṇu. Von mir wurde dir, o Brahmane, dieser Schutzpanzer, [empfangen] von Dattātreya, dem Herrn der Weisen,

Wort für Wort
tasya rakṣāṃ sadā kuryāt
für den übt stets Schutz aus
cakraṃ viṣṇormahātmanaḥ
der Diskus des großherzigen Viṣṇu
mayaitatkavacaṃ vipra
von mir dieser Schutzpanzer, o Brahmane
dattātreyānmunīśvarāt
von Dattātreya, dem Herrn der Weisen

śrutaṃ tubhyaṃ nigaditaṃ dhārayasvākhileṣṭadam

vernommen, dir verkündet; bewahre ihn, den Geber alles Erwünschten.

Wort für Wort
śrutaṃ tubhyaṃ nigaditaṃ
vernommen, dir verkündet
dhārayasvākhileṣṭadam
bewahre ihn, den Geber alles Erwünschten

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