So endet im ehrwürdigen Bṛhannāradīya-Purāṇa, im Pūrvabhāga, in der großen Nebenerzählung (Bṛhadupākhyāna), im zweiten Pāda, das 53. Kapitel, genannt „Die Darlegung der etymologischen Merkmale“ (Niruktalakṣaṇanirūpaṇa). – Sanandana sprach: Ich werde das Vedāṅga der Astronomie/Astrologie (Jyotiṣa) verkünden, das einst von Brahmā gesprochen wurde, durch dessen bloße Kenntnis den Menschen die Vollendung des Dharma zuteil wird.
das 53. Kapitel, genannt „Die Darlegung der etymologischen Merkmale“.
sanandana uvāca
Sanandana sprach:
jyotiṣāṅgaṃ pravakṣyāmi yaduktaṃ brahmaṇā purā
Das Vedāṅga der Astronomie werde ich verkünden, das einst von Brahmā gesprochen wurde,
yasya vijñāna mātreṇa dharmasiddhirbhavennṛṇām
durch dessen bloße Kenntnis den Menschen die Vollendung des Dharma zuteil wird.
[Anm.: Dem eigentlichen Versbeginn ist im Quelltext das Schlusskolophon des vorangehenden, traditionell 53. gezählten Kapitels („niruktalakṣaṇanirūpaṇam“, tripañcāśattamo 'dhyāyaḥ) vorangestellt; es gehört inhaltlich nicht zu diesem (hier projektintern gleichfalls als 53 gezählten) Kapitel, dessen eigener Schlusskolophon laut Vorgabe „jyotiṣavarṇanaṃ nāma catuḥpañcāśattamo 'dhyāyaḥ“ lautet. Die Zeile wurde dennoch unverändert in das sa-Feld übernommen, da sie im Quelltext unter der Markierung V1 steht.]
Die aus drei Zweigen (Skandha) bestehende Wissenschaft der Astronomie/Astrologie (Jyotiṣa) wird mit vierhunderttausend (Versen) angegeben, o Brahmane: Gaṇita (Berechnung), Jātaka (Geburtshoroskopie) und der mit dem Namen Saṃhitā bezeichnete Zweig.
Wort für Wort
triskandhaṃ jyautiṣāṃ śāstraṃ
die aus drei Zweigen bestehende Wissenschaft der Astronomie
In Gaṇita (der Berechnung): Parikarma (die Grundrechenarten) und Ähnliches, die Verfahren für mittleren und wahren (sphuṭa) Planetenstand, Anuyoga (Zusatzregeln), Sonnen- und Mondfinsternis sowie dessen Apogäum [?].
Wort für Wort
gaṇite parikarmādi
in Gaṇita: Parikarma und Ähnliches
khagamadhyasphuṭakriṃye
die Verfahren für mittleren und wahren Planetenstand
anuyogaścandrasūryagrahaṇaṃ
Anuyoga, Sonnen- und Mondfinsternis
tacodasyākam
und dessen Apogäum [?]
[?: „tacodasyākam“ ist im Quelltext unklar/verderbt; probeweise als Verschreibung von „tad ucca(m) asya“ (dessen Apogäum) gedeutet.]
Schatten(-berechnungen) (Chāyā), die Erhöhung der (Mond-)Hörner (Śṛṅgonnati) und die Konjunktion (Yuti) sowie die Berechnung des Knotens (Pāta) werden genannt. Im Jātaka (der Geburtshoroskopie): die Unterteilungen der Tierkreiszeichen (Rāśibheda), die Ursprungsnatur der Planeten (Grahayoni) und das daraus Geborene (Yonija).
Wort für Wort
chāyā śṛṅgonnatiyutī
Schatten(-berechnungen), Mondhorn-Erhöhung und Konjunktion
pātasādhānamīritam
und die Berechnung des Knotens werden genannt
jātake rāśibhedāśca
im Jātaka die Unterteilungen der Tierkreiszeichen
grahayoniśca yonijam
die Ursprungsnatur der Planeten und das daraus Geborene
Empfängnis (Niṣeka) und Geburt (Janma), die (kindlichen) Gefahren (Ariṣṭa), die Zuteilung der Lebensdauer (Āyurdāya), die Abfolge der Planetenperioden (Daśākrama), der Lebenserwerb (Karmājīva), das Aṣṭavarga-System, die königlichen Verbindungen (Rājayoga) und die Nābhasa-Yogas.
Wort für Wort
niṣekajanmāriṣṭāni
Empfängnis, Geburt und die (kindlichen) Gefahren
hyāyurdāyo daśākramaḥ
die Zuteilung der Lebensdauer, die Abfolge der Planetenperioden
karmājīvaṃ cāṣṭavargo
der Lebenserwerb und das Aṣṭavarga-System
rājayogāśca nābhasāḥ
die königlichen Verbindungen und die Nābhasa-Yogas.
candrayogāḥ pravrajyākhyā rāśiśīlaṃ ca dṛkphalam / grahabhāvaphalaṃ caivāśrayayogaprakīrṇake
Die Mondverbindungen (Candrayoga), die sogenannten Entsagungs-Yogas (Pravrajyā), der Charakter nach dem Tierkreiszeichen (Rāśiśīla) und die Wirkung der Aspekte (Dṛkphala), ferner die Wirkung der Planeten in den Häusern (Grahabhāvaphala) sowie die Āśraya-Yogas und Vermischtes (Prakīrṇaka).
Wort für Wort
candrayogāḥ pravrajyākhyā
die Mondverbindungen, die sogenannten Entsagungs-Yogas
rāśiśīlaṃ ca dṛkphalam
der Charakter nach dem Zeichen und die Aspektwirkung
aniṣṭayogāḥ srījanmapalaṃ niryāṇameva ca / naṣṭajanmavidhānaṃ ca tathā dreṣkāṇalakṣaṇam
Die unheilvollen Verbindungen (Aniṣṭayoga), die Wirkung der Geburt einer Frau (Strījanmaphala) [?] und das Hinscheiden (Niryāṇa), ferner das Verfahren bei verlorengegangener Kenntnis der Geburt(szeit) (Naṣṭajanmavidhāna) sowie die Merkmale der Dekane (Dreṣkāṇa).
Wort für Wort
aniṣṭayogāḥ
die unheilvollen Verbindungen
srījanmapalaṃ niryāṇameva ca
die Wirkung der Frauengeburt [?] und das Hinscheiden
naṣṭajanmavidhānaṃ ca
und das Verfahren bei verlorener Geburtszeit
tathā dreṣkāṇalakṣaṇam
sowie die Merkmale der Dekane.
[?: „srījanmapalaṃ“ wird als „strījanmaphalam“ gelesen.]
saṃhitāśāstrarūpaṃ ca grahacāro 'bdalakṣaṇam / tithivāsaranakṣatrayogatithyarddhasaṃjñakāḥ
Die Gestalt der Saṃhitā-Wissenschaft (Omenkunde), der Lauf der Planeten (Grahacāra) und die Merkmale des Jahres (Abdalakṣaṇa), sowie Mondtag (Tithi), Wochentag (Vāsara), Mondhaus (Nakṣatra), Yoga und die als „Halb-Tithi“ bezeichneten (Karaṇas).
Der günstige Zeitpunkt (Muhūrta) und die Nebenplaneten (Upagraha), der Sonnendurchgang (Saṃkrānti) [?] und der Tierkreisdurchgang (Gocara) der Reihe nach, ferner die Kraft von Mond und Gestirnen (Candra-tārā-bala) [?] sowie alle (besonderen) Aszendenten (Sarvalagna) und die nach den Jahreszeiten benannten (Lagnas) [?].
Wort für Wort
muhūrtopagrahāḥ
der günstige Zeitpunkt und die Nebenplaneten
sūyasaṃkrāntirgocaraḥ kramāt
der Sonnendurchgang und der Tierkreisdurchgang der Reihe nach
candratā rābalaṃ caiva
und die Kraft von Mond und Gestirnen [?]
sarvalagrārtavāhvayaḥ
alle Aszendenten und die jahreszeitlich benannten (Lagnas) [?].
[?: „sūyasaṃkrāntiḥ“ als „sūryasaṃkrāntiḥ“, „candratā rābalaṃ“ als „candratārābalaṃ“ gelesen; „ārtavāhvayaḥ“ (die nach der Jahreszeit/Ṛtu benannten Lagnas) bleibt unsicher.]
Die Empfängnisweihe (Ādhāna), die Zeugungsweihe für einen Sohn (Puṃsavana), die Scheitelungsweihe (Sīmanta), die Geburtsweihe (Jāta), die Namensgebung (Nāma) und die erste Nahrungsaufnahme (Annabhukti), ferner die erste Haarschur (Caula), die Ohrdurchbohrung (Karṇavedha) [?], die Einführung in die vedische Schülerschaft mit der Muñja-Gürtelschnur (Maiñjī/Upanayana) sowie das „Binden des Messers“ (Kṣurikābandhana) [?].
Wort für Wort
ādhānapuṃsasīmanta-
die Empfängnis-, Zeugungs- und Scheitelungsweihe
jātanāmānnabhuktayaḥ
die Geburtsweihe, Namensgebung und erste Nahrungsaufnahme
caulaṅkarṇyayaṇaṃ maiñjī
die erste Haarschur, die Ohrdurchbohrung [?], die Einführung mit der Muñja-Schnur
kṣurikābandhanaṃ tathā
sowie das „Binden des Messers“ [?].
[?: „karṇyayaṇaṃ“ als „karṇavedhanam“ (Ohrdurchbohrung) gedeutet; „kṣurikābandhanam“ wörtlich „Binden des kleinen Messers“, Sinn unsicher – evtl. ein Ritus im Rahmen der Erstrasur.]
Die Feier der Heimkehr vom Schülerhaus (Samāvartana), die Hochzeit (Vivāha), die Weihe (Pratiṣṭhā) und die Merkmale des Wohnhauses (Sadmalakṣaṇa), der Auszug zur Reise (Yātrā) und der Hauseinzug (Praveśana), das Herbeiführen von sofortigem Regen (Sadyovṛṣṭi) sowie die Besonderheiten (verschiedener) Riten (Karmavilakṣaṇa).
Wort für Wort
samāvartinavaivāha-
die Heimkehr-Feier (und) die Hochzeit
pratiṣṭāsadmalakṣaṇam
die Weihe und die Merkmale des Wohnhauses
yātrāpraveśanaṃ
der Aufbruch zur Reise, der Hauseinzug
sadyovṛṣṭiḥ karmavilakṣaṇam
das Herbeiführen von sofortigem Regen, die Besonderheiten der Riten.
Und die Merkmale der Entstehung (Utpattilakṣaṇa) – dies alles werde ich in Kürze verkünden. Eins (Eka), Zehn (Daśa), Hundert (Śata), Tausend (Sahasra), Zehntausend (Ayuta) und Hunderttausend (Lakṣa) –
prayutaṃ koṭisaṃjñāṃ cārbudamabjaṃ ca rarvavakam / niravarva ca mahāpadmaṃ śaṅkurjaladhireva ca
Million (Prayuta), das mit dem Namen Koṭi Bezeichnete (10 Millionen), Arbuda (100 Millionen), Abja (1 Milliarde) und Kharva (10 Milliarden) [?], sowie Nikharva (100 Milliarden) [?], Mahāpadma (Billion), Śaṅku (10 Billionen) und Jaladhi (100 Billionen) –
Wort für Wort
prayutaṃ koṭisaṃjñāṃ ca
Prayuta (10^6) und das mit Koṭi (10^7) Bezeichnete
arbudamabjaṃ ca rarvavakam
Arbuda (10^8), Abja (10^9) und Kharva (10^10) [?]
niravarva ca mahāpadmaṃ
Nikharva (10^11) [?] und Mahāpadma (10^12)
śaṅkurjaladhireva ca
Śaṅku (10^13) und Jaladhi (10^14).
[?: „rarvavakam“ und „niravarva“ sind im Quelltext verderbt; nach dem geläufigen indischen Dezimalstellen-Namenssystem als „kharvam“ (10^10) bzw. „nikharvaṃ“ (10^11) rekonstruiert.]
Antya (10^15), Madhya (10^16) und Parārdha (10^17) – dies sind die Bezeichnungen, die je um das Zehnfache zunehmen, sei es der Reihe nach (kramāt) oder auch in umgekehrter Reihenfolge (utkramataḥ). Ebenso ist die Addition (Yoga) auszuführen, wobei die (jeweils) folgende (Stelle mitzuführen) ist [?].
Wort für Wort
atyaṃ madhyaṃ parārddhaṃ ca
Antya, Madhya und Parārdha
saṃjñā daśaguṇottarāḥ
Bezeichnungen, die je zehnfach zunehmen
kramādutkramato vāpi
der Reihe nach oder auch umgekehrt
yogaḥ kāryottaraṃ tathā
ebenso die Addition mit Übertrag auf die nächste Stelle [?].
[?: „kāryottaram“ wörtlich „das zu Bewirkende an der nächsten (Stelle)“; vermutlich Hinweis auf das Übertragen (Carry) bei der stellenweisen Addition.]
Man multipliziere (hanyāt) den Multiplikanden (Guṇya) mit dem Multiplikator (Guṇa) und mit eben diesem auch die vorletzten (Ziffern) und so fort [?]. Bei der Division werde der Divisor (Hara) so oft abgezogen, wie es der (jeweilige) Multiplikator zulässt; das Ergebnis (Phala), ausgehend von der letzten (Ziffer) des Dividenden (Bhājya), o Weiser, ist der Quotient.
Wort für Wort
hanyādguṇena guṇyaṃ syāt
man multipliziere den Multiplikanden mit dem Multiplikator
tainaivopāntimādikān
mit eben diesem auch die vorletzten (Ziffern) und so fort [?]
śuddheddharoyadguṇaśca
der Divisor werde so oft abgezogen, wie es der Multiplikator zulässt
bhājyāntyāttatphalaṃ mune
das Ergebnis, ausgehend von der letzten Ziffer des Dividenden, o Weiser, (ist der Quotient).
[?: Knappe, teils verderbte Beschreibung der Multiplikations- und Divisionsalgorithmen (Parikarma); die genaue Ziffernverschiebung ist im Quelltext nicht mit Sicherheit zu rekonstruieren.]
Ferner nennen die Gelehrten (Budha) das (Produkt) einer Zahl mit sich selbst das Quadrat (Kṛti/Varga). Von der letzten, ungeraden (Stelle) ausgehend ziehe man das (darin größtmöglich enthaltene) Quadrat ab und setze dessen Wurzel (Mūla) gesondert (pṛthak) an –
Wort für Wort
samāṅkato 'tho vargasya
ferner (nennt man das Produkt) einer Zahl mit sich selbst
āttamevāhuḥ kṛtiṃ budhāḥ
das Quadrat, so sagen die Gelehrten
antyāttu viṣamāttyaktvā kṛtiṃ
von der letzten, ungeraden (Stelle) ziehe man das Quadrat ab
Teilt man (die nächste Stelle) durch das Doppelte derselben (bisherigen Wurzelziffer), so setze man den erhaltenen Quotienten der Reihe nach zur Wurzel hinzu; dessen Quadrat ziehe man ab, o Brahmane, und dividiere (den Rest) wiederum durch die (verdoppelte) Wurzel.
Wort für Wort
dviguṇenāmunā bhakte
teilt man durch das Doppelte derselben
phalaṃ mūle nyasetkramāt
so setze man den Quotienten der Reihe nach zur Wurzel
evaṃ muhurvargamūlaṃ jāyate ca munīśvara / samatryaṅkahatiḥ prokto ghanastatravidhiḥ pade
So ergibt sich, wiederholt (angewandt), die Quadratwurzel (Vargamūla), o Fürst der Weisen. Das dreifache Produkt einer Zahl mit sich selbst (Samatryaṅkahati) wird als Kubikzahl (Ghana) bezeichnet; das Verfahren hierfür geschieht stellenweise (pade).
Wort für Wort
evaṃ muhurvargamūlaṃ jāyate
so ergibt sich wiederholt die Quadratwurzel
ca munīśvara
o Fürst der Weisen
samatryaṅkahatiḥ prokto ghanaḥ
das dreifache Produkt einer Zahl mit sich selbst heißt Kubikzahl
procyate viṣamaṃ tvādyaṃ same dve ca tataḥ param / viśodhyaṃ viṣamādantyāddhanaṃ tanmūlamucyate
Es wird gelehrt: zuerst gilt eine (Stelle) als ungerade, danach zwei als gerade (für die Stelleneinteilung bei der Kubikwurzelziehung). Von der letzten ungeraden (Stellengruppe) ist die (größte darin enthaltene) Kubikzahl (Ghana) abzuziehen; deren Wurzel wird (als erste Ziffer der Kubikwurzel) bezeichnet.
Wort für Wort
procyate viṣamaṃ tvādyaṃ
es wird gelehrt: zuerst (gilt) eine (Stelle) als ungerade
Man dividiere (die nächste gerade Stellengruppe) durch das Dreifache des Quadrats der (bisherigen) Wurzel und setze den Quotienten an die (nächste) Stelle der Wurzel; das damit gebildete Quadrat (des Quotienten), mit dem Dreifachen der bisherigen Wurzel multipliziert, ziehe man ebenfalls ab –
Wort für Wort
trighnādbhajanmūlakṛtyā
man dividiere durch das Dreifache des Quadrats der Wurzel
samaṃ mūle nyasetphalam
und setze den Quotienten an die (nächste) Stelle der Wurzel
tatkṛtitvena nihatān
das damit gebildete Quadrat (des Quotienten), multipliziert (mit der dreifachen Wurzel)
ghanaṃ ca viṣamādevaṃ ghanamūlaṃ murhubhavet / anyonyahāranihatau harāṃśau tu samucchidā
und den Kubus (des Quotienten) von der (nächsten) ungeraden (Stelle) (ziehe man ab); so ergibt sich, wiederholt (angewandt), die Kubikwurzel (Ghanamūla). – Nenner und Zähler (zweier Brüche), wechselseitig mit dem Nenner bzw. Zähler des jeweils anderen malgenommen, ergeben (Brüche) mit gleichem Nenner (Samucchid).
Wort für Wort
ghanaṃ ca viṣamādevaṃ
und den Kubus (ziehe man) ebenso von der ungeraden (Stelle) ab
Die Zähler (Lava), mit (dem jeweils anderen) Zähler multipliziert, und die Nenner (Hara), mit (dem jeweils anderen) Nenner multipliziert – dies ist die Gleichnamigmachung (Savarṇana); bei Bruch-von-Bruch (Bhāgaprabhāga, d.h. Multiplikation von Brüchen) ist dies von denen zu erkennen, o Weiser, die sich mit dem Sinn der Lehrschrift befassen.
Wort für Wort
lavā lavaghnāśca
die Zähler, mit (dem jeweils anderen) Zähler multipliziert
harā haraghnā hi savarṇanam
und die Nenner, mit (dem jeweils anderen) Nenner multipliziert – dies ist die Gleichnamigmachung
bhāgaprabhāge vijñeyaṃ mune
bei Bruch-von-Bruch ist dies zu erkennen, o Weiser,
śāsrārthacintakaiḥ
von denen, die sich mit dem Sinn der Lehrschrift befassen.
Bei Anubandha (einem ganzzahlig vermehrten Bruch) und bei Apavāha (einem ganzzahlig verminderten Bruch) gilt, wenn bei einer (Größe) ein Überschuss oder Manko vorliegt [?]: Die (Zähler-)Anteile werden mit dem im Nenner stehenden (Grundwert) multipliziert, den Nenner (aber multipliziere man) mit dem um den eigenen Bruchteil vermehrten (Wert) –
Wort für Wort
anubandhe 'pavāhe ca
bei Anubandha und bei Apavāha
ekasya cedadhikonakaḥ
wenn bei einer (Größe) ein Überschuss oder Manko vorliegt [?]
bhāgāstalasthahāreṇa
werden die Anteile mit dem im Nenner stehenden (Grundwert multipliziert)
haraṃ svāṃśādhikena tān
den Nenner (aber) mit dem um den eigenen Bruchteil vermehrten (Wert).
[?: Der Vers beschreibt die aus der Pāṭīgaṇita-Tradition bekannten Regeln für Bhāgānubandha/Bhāgāpavāha (ganzzahlig vermehrte bzw. verminderte Bruchgrößen); die genaue Formulierung ist im Quelltext teils verderbt.]
oder auch mit dem verminderten (Wert) multipliziere man; Positiv (Dhana) und Negativ (Ṛṇa) sind dabei ebenso zu beachten. Schließlich, o Weiser, ist die Summierung (Yoga) der Brüche mit gleichgemachtem Nenner durchzuführen.
Wort für Wort
ūnena cāpi guṇayet
oder auch mit dem verminderten (Wert) multipliziere man
dhanarṇaṃ cintayettathā
Positiv und Negativ sind dabei ebenso zu beachten
kāryastulyaharāṃśānāṃ yogaḥ
es ist die Summierung der Brüche mit gleichem Nenner durchzuführen
ahārarāśau rūpyaṃ tu kalpayeddharamapyathā / aṃśāhatiśchedaghātahṛdbhinnaguṇane phalam
Bei einer ganzen Zahl ohne (eigenen) Nenner setze man die Eins (Rūpya) als Nenner an. Das Produkt der Zähler, geteilt durch das Produkt der Nenner, ist bei der Multiplikation von Brüchen (Bhinnaguṇana) das Ergebnis.
Wort für Wort
ahārarāśau rūpyaṃ tu
bei einer ganzen Zahl (ohne Nenner setze man) die Eins
kalpayeddharamapyathā
auch als Nenner an
aṃśāhatiśchedaghātahṛt
das Produkt der Zähler, geteilt durch das Produkt der Nenner,
bhinnaguṇane phalam
ist bei der Multiplikation von Brüchen das Ergebnis.
Nenner und Zähler des Divisors vertausche man, o Gelehrter; das Übrige ist bei der Division von Brüchen (Bhāgahāra) so durchzuführen, dass (danach) das Verfahren der Multiplikation anzuwenden ist.
Wort für Wort
chedaṃ cāpi lavaṃ vidvan
Nenner und auch Zähler, o Gelehrter,
parivartya harasya ca
vertausche man beim Divisor
śeṣaḥ kāryo bhāgahāre
das Übrige ist bei der Bruchdivision durchzuführen
kartavyo guṇanāvidhiḥ
indem man das Verfahren der Multiplikation anwendet.
Von Nenner und Zähler bildet man bei der Quadrierung (Varga) die Quadrate, bei der Kubizierung (Ghanavidhi) die Kuben, o Weiser. Zur Gewinnung der Wurzel verfahre man bei der Wurzelziehung entsprechend (mit Nenner und Zähler je für sich) [?].
Wort für Wort
hārāṃśayoḥ kṛtī varge
von Nenner und Zähler (bildet man) bei der Quadrierung die Quadrate
ghanau ghanavidhau mune
bei der Kubizierung die Kuben, o Weiser
padasiddhyai pade kuryāt
zur Gewinnung der Wurzel verfahre man bei der Wurzelziehung entsprechend
athoravaṃ sarvataśca ravam
(Rest unklar) [?].
[?: „athoravaṃ sarvataśca ravam“ ist im Quelltext verderbt und lässt sich nicht sicher rekonstruieren; sinngemäß dürfte gemeint sein, dass Wurzel, Quadrat bzw. Kubus von Zähler und Nenner je gesondert zu bilden sind.]
Negatives (zu) Positivem, Positives (zu) Negativem verwandle man
dṛśye rāśiprasiddhaye
um bei der zu bestimmenden Größe den gesuchten Wert zu erhalten.
[Anm.: Beschreibung des „Vyastavidhi“ (Umkehrverfahrens): Zur Auflösung nach der gesuchten Größe werden die an ihr vorgenommenen Rechenoperationen in umgekehrter Reihenfolge und mit vertauschten Operationen (Multiplikation/Division, Quadrat/Wurzel, Plus/Minus) rückgängig gemacht.]
atha svāṃśādhikone tu lavāḍhyo no haro haraḥ / aṃśastvavikṛtastatra vilome śeṣamuktavat
Ist hingegen (der Nenner) um den eigenen Bruchteil vermehrt oder vermindert, so wird der (ursprüngliche) Nenner, um den Zähler vermehrt, zum (neuen) Nenner [?]; der Zähler aber bleibt dabei unverändert. Bei der Umkehrung verfährt man wie beim zuvor genannten Rest.
Wort für Wort
atha svāṃśādhikone tu
ist aber (der Nenner) um den eigenen Bruchteil vermehrt oder vermindert
lavāḍhyo no haro haraḥ
so wird, um den Zähler vermehrt, der (bisherige) Nenner zum (neuen) Nenner [?]
aṃśastvavikṛtastatra
der Zähler aber bleibt dabei unverändert
vilome śeṣamuktavat
bei der Umkehrung (verfährt man) wie beim zuvor genannten Rest.
[?: Fortsetzung der Bhāgānubandha/Bhāgāpavāha-Regel aus V23f.; die genaue Rechenvorschrift bleibt wegen der knappen, teils verderbten Formulierung unsicher.]
Die gesuchte Größe (Uddiṣṭarāśi) wird bei der Zusammenziehung, vermindert oder vermehrt um die geteilten Anteile, (ermittelt) [?]; mit dieser durch die willkürlich angenommene Zahl (Iṣṭa) multiplizierten und (durch das Ergebnis) geteilten (Größe) wird die zunächst unbestimmte gesuchte Größe (ermittelt) [?].
Wort für Wort
uddiṣṭārāśiḥ saṃkṣiptau
die gesuchte Größe wird bei der Zusammenziehung
hṛtoṃ'śai rahito yutaḥ
vermindert oder vermehrt um die geteilten Anteile (ermittelt) [?]
iṣṭaghnadṛṣṭenaitena
mit dieser durch die willkürlich angenommene Zahl multiplizierten (Größe)
bhaktarāśiranīśitaḥ
wird die (zunächst) unbestimmte gesuchte Größe (ermittelt) [?].
[?: Der Vers beschreibt offenbar die Iṣṭakarma-Methode (Rechnen mit einer willkürlich angenommenen Zahl, Iṣṭa) zur Bestimmung einer unbekannten Größe; die genaue Verfahrensangabe ist durch Verderbnisse im Sanskrittext nicht mit Sicherheit zu rekonstruieren.]
yogontareṇonayutodvitorāśītasaṃkrame / rāśyantarahṛtaṃ vargottaraṃ yosutaśca tau
Die Summe (Yoga), vermindert und vermehrt um die Differenz (Antara) und (jeweils) halbiert, ergibt bei diesem Verfahren (Saṃkrama) die beiden (gesuchten) Größen (Rāśi) [?]. Der Unterschied der Quadrate, geteilt durch den Unterschied der Größen selbst, ergibt, zusammen mit der Summe, ebenfalls diese beiden Größen [?].
Wort für Wort
yogontareṇonayutodvitorāśī
die Summe, vermindert und vermehrt um die Differenz, (ergibt) die beiden Größen
tasaṃkrame
bei diesem Verfahren
rāśyantarahṛtaṃ vargottaraṃ
der durch den Unterschied der Größen geteilte Quadrat-Unterschied
yosutaśca tau
ergibt, mit der Summe, ebenfalls diese beiden (Größen) [?].
[?: Beschreibung der Regel zur Bestimmung zweier Größen aus ihrer Summe und Differenz bzw. aus Summe und Quadratdifferenz (Yogāntara-/Yogavargāntara-Verfahren); der Quelltext ist an mehreren Stellen verderbt, Einzelheiten bleiben unsicher.]
Das um Eins verminderte Quadrat der willkürlich angenommenen Zahl (Iṣṭa) [?], halbiert und durch die angenommene Zahl geteilt – (dies ergibt) eine der gesuchten Größen; deren eigenes, halbiertes Quadrat, um Eins vermehrt, gilt als die andere Größe [?].
Wort für Wort
gajagrīṣṭakṛtirvyaikā
das um Eins verminderte Quadrat der angenommenen Zahl [?]
dalitā ceṣṭabhājitā
halbiert und durch die angenommene Zahl geteilt
eko 'sya vargo dalitaḥ
deren eigenes, halbiertes Quadrat
saiko rāśiḥ paro mataḥ
um Eins vermehrt, gilt als die andere Größe [?].
[Anm.: Der Vers ist im Quelltext stark verderbt („gajagrīṣṭakṛtiḥ“ unklar); erkennbar handelt es sich um ein algebraisches Verfahren zur Bestimmung zweier Größen mittels einer willkürlich angenommenen Zahl (Iṣṭakarma) im Rahmen einer quadratischen Beziehung; die genaue Formel ist nicht mit Sicherheit zu rekonstruieren.]
Die Eins, geteilt durch die verdoppelte angenommene Zahl, ist die bevorzugte (Größe) [?], die zuvor genannte (Größe) die andere. Bei Summe bzw. Differenz der Quadrate zweier um Eins verschiedener Größen ist dies das Quadrat dieser beiden Größen [?].
Wort für Wort
dviguṇeṣṭahṛtaṃ rūpaṃ
die Eins, geteilt durch die verdoppelte angenommene Zahl
śreṣṭhaṃ prāgrūpakaṃ param
ist die bevorzugte (Größe), die zuvor genannte die andere [?]
vargayogāntare vyeke
bei Summe bzw. Differenz der Quadrate zweier um Eins verschiedener (Größen)
rāśyorvargosta etayoḥ
ist dies das Quadrat dieser beiden Größen [?].
[?: Fortsetzung des in V32 begonnenen, im Quelltext verderbten algebraischen Verfahrens mit zwei Größen, deren Quadrate sich um Eins unterscheiden.]
iṣṭavagekṛtiśceṣṭaghanoṣṭagrau ca saukakau / eṣīsyānāmubhe vyakte gaṇite vyaktameva ca
Das um Eins verminderte Quadrat der angenommenen Zahl [?] sowie der Kubus der angenommenen Zahl [?] – beide (Größen) werden dadurch bestimmt (Vyakta) [?]. Dies betrifft die „bestimmte“ Rechnung (Vyaktagaṇita) innerhalb der Mathematik [?].
Wort für Wort
iṣṭavagekṛtiśceṣṭaghanoṣṭagrau ca
das Quadrat und der Kubus der angenommenen Zahl [?]
saukakau
(beide Größen) [?]
eṣīsyānāmubhe vyakte
beide werden dadurch bestimmt [?]
gaṇite vyaktameva ca
dies betrifft die „bestimmte“ Rechnung innerhalb der Mathematik.
[?: Vers stark verderbt; offenbar Abschluss des algebraischen Abschnitts mit Bezug auf die „bestimmte Rechnung“ (Vyaktagaṇita) im Unterschied zur „unbestimmten“ (Avyakta-/Bīja-)Rechnung; Einzelheiten nicht sicher rekonstruierbar.]
guṇaghnamūlonayutaḥ saguṇārddhe kṛtaṃ padam / dṛṣṭasya ca guṇārddho na yutaṃ vargīkṛtaṃ guṇaḥ
Nachdem (die Gleichung) mit dem Koeffizienten (Guṇa) malgenommen und um das Quadrat der halben Wurzel [?] vermehrt wurde, ziehe man die Wurzel. Der (Zahlenwert) der zu bestimmenden Größe, vermindert um die Hälfte des Koeffizienten – (sofern) nicht addiert –, (ergibt) die mit dem Koeffizienten multiplizierte quadrierte (Größe) [?].
Wort für Wort
guṇaghnamūlonayutaḥ
mit dem Koeffizienten malgenommen und (um ein Quadrat) vermehrt [?]
saguṇārddhe kṛtaṃ padam
ziehe man, bei der Hälfte des Koeffizienten, die Wurzel
dṛṣṭasya ca guṇārddho na yutaṃ
der Wert der zu bestimmenden Größe, vermindert um die Hälfte des Koeffizienten [?]
vargīkṛtaṃ guṇaḥ
(ergibt) die mit dem Koeffizienten quadrierte Größe [?].
[?: Der Vers beschreibt vermutlich das Verfahren der quadratischen Ergänzung (Pūrṇavargīkaraṇa) zur Lösung einer quadratischen Gleichung, wie es aus der Bīja-/Avyaktagaṇita-Tradition bekannt ist; der stark verderbte Quelltext lässt keine sichere wörtliche Rekonstruktion zu.]
Wenn die um den Bruchteil verminderte (Größe) [?] die zu bestimmende Größe (Dṛśya) ist, (und diese) durch die um den Bruchteil verminderte (Grundzahl) geteilt sowie mit der Wurzel malgenommen wird – daraus ist dann (die gesuchte Größe) wie bei der „bestimmten“ Rechnung zu ermitteln.
Wort für Wort
yadā lavonapumrāśirdṛśyaṃ
wenn die um den Bruchteil verminderte Größe die zu bestimmende ist [?]
bhāgonayugbhuvā
durch die um den Bruchteil verminderte Grundzahl (geteilt) [?]
bhaktaṃ tathā mūlaguṇaṃ
geteilt und ebenso mit der Wurzel malgenommen
tābhyāṃ sādhyotha vyaktavat
daraus ist (die gesuchte Größe) wie bei der bestimmten Rechnung zu ermitteln.
[?: Stark verderbter Vers, vermutlich der letzte der algebraischen Beispielaufgaben vor dem Übergang zu den geometrischen Regeln (ab V44); wörtliche Rekonstruktion unsicher.]
Die gegebene Größe (Pramāṇa) und die gewünschte Größe (Icchā) sind von gleicher Art und stehen am Anfang und Ende (der Aufstellung), das Ergebnis (Phala) in der Mitte. Das mit der Icchā multiplizierte Phala, geteilt durch die an erster Stelle stehende Pramāṇa, ist das gewünschte Ergebnis; bei der umgekehrten Regel (Vyasta-Trairāśika) verfährt man durch Vertauschung, also umgekehrt.
Wort für Wort
pramāṇecche sajātīye
gegebene Größe und gewünschte Größe sind von gleicher Art
ādyante madhaayagaṃ phalam
(sie stehen) am Anfang und Ende, das Ergebnis in der Mitte
icchaghnamādyahṛtseṣṭaṃ phalaṃ
das mit der Icchā multiplizierte, durch die erste (Pramāṇa) geteilte (Phala) ist das gewünschte Ergebnis
vyaste viparyayāt
bei der umgekehrten Regel (verfährt man) durch Vertauschung.
pañcarāsyādike 'nyonyapakṣaṃ kṛtvā phalacchidām / bahurāśivadhaṃ bhakte phalaṃ svalpavadhena ca
Bei der Regel von fünf Größen und mehr (Pañcarāśika usw.) bilde man wechselseitig die Kehrwerte der Zähler und Nenner der Ergebnis-Brüche. Das Produkt der vielen (bekannten) Größen, geteilt durch das Produkt der wenigen (bekannten Größen), ergibt das Ergebnis.
Wort für Wort
pañcarāsyādike
bei der Regel von fünf Größen und mehr
'nyonyapakṣaṃ kṛtvā phalacchidām
indem man wechselseitig die Kehrwerte der Ergebnis-Brüche bildet
bahurāśivadhaṃ bhakte
das Produkt der vielen (bekannten) Größen geteilt
phalaṃ svalpavadhena ca
durch das Produkt der wenigen, ergibt das Ergebnis.
Beim Verfahren mit angenommener Zahl (Iṣṭakarma) wird, nach Multiplikation, das Kapital (Mūla) aus der Gesamtsumme (aus Kapital und Zins, Miśra) mittels der Zinsdifferenz pro Zeiteinheit (Kalāntara) gewonnen [?]. Die mit der Zinsrate malgenommene (verflossene) Zeit sowie die mit dem Ergebnis malgenommene verflossene Zeit werden (jeweils) dividiert [?].
Wort für Wort
iṣṭakarmavadhemūlaṃ
beim Verfahren mit angenommener Zahl das (gewonnene) Kapital
cyutaṃ miśrātkalāntare
aus der Gesamtsumme, mittels der Zinsdifferenz pro Zeiteinheit [?]
mānaghnakālaścātītakāla-
die mit der Rate malgenommene Zeit und die verflossene Zeit
ghnaphalasaṃhṛtāḥ
mit dem Ergebnis malgenommen, werden dividiert [?].
[?: Vers gehört erkennbar zum Abschnitt über Zins- und Mischungsrechnung (Miśravyavahāra: Kapital Mūla, Zins, Zeit Kāla); die genaue Verfahrensvorschrift ist wegen der knappen, teils verderbten Formulierung nicht sicher zu rekonstruieren.]
svayogabhaktānighnāḥ syuḥ saṃprayuktadalāni ca / bahurāśipalātsvalparāśimāsaphalaṃ bahu
Sie werden, durch ihre eigene Summe geteilt, malgenommen, ebenso die Hälften der zusammengelegten (Beträge) [?]. Vom Zinsertrag der größeren Kapitalsumme (ergibt sich), im Verhältnis zur kleineren Kapitalsumme, deren monatlicher Zinsertrag, der entsprechend größer ist [?].
Wort für Wort
svayogabhaktānighnāḥ syuḥ
sie werden, durch ihre eigene Summe geteilt, malgenommen
saṃprayuktadalāni ca
ebenso die Hälften der zusammengelegten (Beträge) [?]
bahurāśipalātsvalparāśi-
vom Zinsertrag der größeren Kapitalsumme, im Verhältnis zur kleineren
māsaphalaṃ bahu
(ergibt sich) deren monatlicher, entsprechend größerer Zinsertrag.
[?: Fortsetzung der Zins-/Mischungsrechnung (Miśravyavahāra) mit mehreren unterschiedlich hohen Kapitalbeträgen; Einzelheiten der Rechenvorschrift unsicher.]
cedrāśivivaraṃ māsaphalāntarahṛtaṃ ca yaḥ / kṣepā miśrahatāḥ kṣepoyogabhaktāḥ phalāni ca
Wenn der Unterschied der Kapitalsummen durch den Unterschied der monatlichen Zinserträge geteilt wird [?] – die Einlagen (Kṣepa), mit der Gesamtsumme malgenommen und durch die Summe der Einlagen geteilt, ergeben die jeweiligen Zinserträge.
Wort für Wort
cedrāśivivaraṃ
wenn der Unterschied der Kapitalsummen
māsaphalāntarahṛtaṃ ca yaḥ
durch den Unterschied der monatlichen Zinserträge geteilt wird [?]
kṣepā miśrahatāḥ
die Einlagen, mit der Gesamtsumme malgenommen
kṣepoyogabhaktāḥ phalāni ca
und durch die Summe der Einlagen geteilt, ergeben die Zinserträge.
[?: Regel zur anteiligen Zinsverteilung bei mehreren Einlagen (Kṣepa) unterschiedlicher Höhe, entsprechend dem klassischen Verfahren der Anteilsrechnung.]
Man dividiere durch die Nenner-Anteile, wodurch mit diesen Anteilen Kapitalsumme (Rūpa) und Zeit (Kāla) zur Vollständigkeit gebracht werden [?]. So gelangt man, sei es bei gleichen oder ungleichen Beträgen, zum vollständigen Ergebnis, gemäß dem oben Gesagten [?].
Wort für Wort
bhajecchidāeṃśaistairmiśrai
man dividiere durch die Nenner-Anteile der Gesamtsumme [?]
rūpaṃ kālaśca pūrtikṛt
wodurch Kapital und Zeit zur Vollständigkeit gebracht werden
pūrṇogacchetsamedhyavye
so gelangt man, bei gleichen oder ungleichen (Beträgen), zum vollständigen (Ergebnis) [?]
sameva vargorddhitetyataḥ
gemäß dem oben Gesagten [?].
[?: Stark verderbter Abschlussvers der Zinsrechnung; wörtliche Rekonstruktion nicht mit Sicherheit möglich.]
vyastaṃ gacchataṃ phalaṃ yadguṇavargaṃ bhacahi tat / vyekaṃ vyekaguṇāptaṃ ca prādhnaṃ mānaṃ guṇottare
Das bei der Umkehrung erlangte Ergebnis ist das, was das Produkt aus Koeffizient und dessen Vielfachem betrifft [?]. Das um Eins verminderte, durch den um Eins verminderten Koeffizienten geteilte (Ergebnis) ist bei einer geometrischen Reihe (Guṇottara) das zuvor (genannte) Maß der Summe [?].
Wort für Wort
vyastaṃ gacchataṃ phalaṃ
das bei der Umkehrung erlangte Ergebnis
yadguṇavargaṃ bhacahi tat
betrifft das Produkt aus Koeffizient und dessen Vielfachem [?]
vyekaṃ vyekaguṇāptaṃ ca
das um Eins verminderte, durch den um Eins verminderten Koeffizienten geteilte (Ergebnis)
prādhnaṃ mānaṃ guṇottare
ist bei einer geometrischen Reihe das zuvor genannte Maß (der Summe) [?].
[?: Vers behandelt vermutlich die Summenformel einer geometrischen Reihe (Guṇottaraśreḍhī): Summe = a·(rⁿ−1)/(r−1); die genaue Zuordnung der Glieder im verderbten Quelltext bleibt unsicher.]
Die Wurzel aus der Summe der Quadrate von Kathete (Bhuja) und Kathete (Koṭi) ist die Hypotenuse (Karṇa); und die Basis (Doḥ) ergibt sich als die Wurzel aus der Differenz der Quadrate von Hypotenuse (Śruti) und (der anderen) Kathete – (entsprechend) aus den Quadraten von Kathete und Hypotenuse.
Wort für Wort
bhujakoṭikṛtiyogamūlaṃ karṇaḥ
die Wurzel aus der Summe der Kathetenquadrate ist die Hypotenuse
ca dorbhavet
und (ebenso ergibt sich) die Basis
śrutikṛtyantarapada
als Wurzel aus der Differenz der Hypotenusen- und Kathetenquadrate
koṭirdoḥ karṇavargayoḥ
(und) die Koṭi aus den Quadraten von Bhuja und Karṇa.
Daraus (aus der Differenz der Quadrate) ergibt sich die Wurzel der Hypotenuse auch bei einer drei- oder viereckigen Figur [?]. Durch das Quadrat der Differenz der beiden Größen, vermehrt um das Doppelte ihres Produkts (verbunden mit diesem) –
Wort für Wort
viṃvarāttatkarṇapadaṃ
daraus ergibt sich die Wurzel der Hypotenuse [?]
kṣetre tricaturasrake
bei einer drei- oder viereckigen Figur
rāśyorantaravargeṇa dvighne
durch das Quadrat der Differenz der Größen, verdoppelt
ghāte yute tayoḥ
und vermehrt um deren Produkt [?].
[?: Der Vers ist im Quelltext an mehreren Stellen verderbt („viṃvarāt“ unklar); er behandelt erkennbar die Anwendung des Bhujakoṭikarṇa-Satzes (Pythagoreischer Lehrsatz) auf drei- und vierseitige Figuren.]
ferner ergibt die Summe der Quadrate, geteilt durch die Summe (der Größen), die Differenz der Quadrate [?]. Der mit der (Kreis-)Verhältniszahl malgenommene Durchmesser (Vyāsa) [?] ergibt den Umfang (Paridhi) des Kreises, o Weiser.
Wort für Wort
vargayogotha yogānta-
ferner die Summe der Quadrate (geteilt) durch die Summe
hṝntirvargāntaraṃ bhavet
ergibt die Differenz der Quadrate [?]
vyāsa ākṛtisaṃkṣaṇṇo
der mit der Kreis-Verhältniszahl malgenommene Durchmesser [?]
vyāsāsyātparidhirmune
ergibt den Umfang des Kreises, o Weiser.
[?: Übergang zur Kreisgeometrie (Vyāsa-Paridhi); Einzelheiten der ersten Vershälfte im Quelltext verderbt.]
Die Wurzel aus dem Produkt von Summe und Differenz von Sehne (Jyā) und Durchmesser (Vyāsa), vom Durchmesser abgezogen und halbiert, ist der Pfeil (Śara, die Sagitta); und die Wurzel aus dem Produkt von Pfeil und dem um den Pfeil verminderten Durchmesser ist die halbe Sehne.
Wort für Wort
jyāvyāsayogavivarāhata-
aus dem Produkt von Summe und Differenz von Sehne und Durchmesser
mūlonito 'rddhitaḥ vyāsaḥ
die Wurzel, vom Durchmesser abgezogen und halbiert
śaraḥ
ist der Pfeil (Śara)
śaronāñca vyāsāccharaguṇātpadam
und die Wurzel aus (Pfeil mal) dem um den Pfeil verminderten Durchmesser ist die halbe Sehne.
Die verdoppelte Sehne (Jyā) ergibt sich, wenn man das Quadrat der halben Sehne durch den Pfeil teilt und (den Pfeil) hinzufügt: so ergibt sich der Durchmesser. So wird es von den in der Mathematik Erfahrenen gelehrt.
Wort für Wort
dvighnaṃ jīvātha
die verdoppelte Sehne, ferner
jīvārddhavarge śarahṛte yute
das Quadrat der halben Sehne, durch den Pfeil geteilt und (mit ihm) vermehrt
vyāsoṣṭatebhavedevaṃ
ergibt so den Durchmesser
proktaṃ gaṇitakovidaiḥ
so wird es von den Erfahrenen in der Mathematik gelehrt.
Der um den Bogen(-anteil) [?] verminderte, malgenommene Umfang (Paridhi) [?] – bei der (genaueren) Bestimmung des Umfangs mittels eines Viertelanteils, multipliziert mit dem Pfeil (Śara) und vervierfacht [?].
Wort für Wort
cāponanighnaḥ paridhiḥ
der um den Bogenanteil verminderte, malgenommene Umfang [?]
pragaṅlaḥ paridheḥ kṛte
bei der (genaueren) Bestimmung des Umfangs [?]
turyāṃśena śaradhnena
mittels eines Viertelanteils, multipliziert mit dem Pfeil
āgheninādhaṃ caturgaṇam
und vervierfacht [?].
[Anm.: Der Vers ist im Quelltext stark verderbt und nur bruchstückhaft verständlich; er gehört erkennbar zum Abschnitt über die näherungsweise Berechnung des Kreisumfangs (Paridhi) aus dem Durchmesser mittels des Pfeils (Śara), vergleichbar entsprechenden Näherungsregeln anderer Siddhānta-Texte. Eine sichere wörtliche Übersetzung ist nicht möglich.]
Man dividiere, mit dem Durchmesser malgenommen, o Brahmane; so entsteht die genaue (sphuṭa) Sehne (Jyā) [?]. [Der weitere Vershälftentext betrifft offenbar zusätzliche Angaben zur Sehnenberechnung (Jyotpatti) mittels des Kreisquadrats und des Durchmessers, ist jedoch im Quelltext zu verderbt für eine sichere Übersetzung.]
Wort für Wort
vyāsadhnaṃ prabhajedvipra
man dividiere, mit dem Durchmesser malgenommen, o Brahmane
jyā kāśaṃ jāyate sphuṭā
so entsteht die genaue Sehne [?]
jyāṅghrīṣudhnovṛttavargo
(unklar, betrifft vermutlich das Kreisquadrat) [?]
bagdhighnavyāsāḍhyamaurvihṛt
(unklar, betrifft vermutlich den Durchmesser) [?].
[Anm.: Zweite Vershälfte („jyāṅghrīṣudhnovṛttavargobagdhighnavyāsāḍhyamaurvihṛt“) im Quelltext stark verderbt und nicht sinnvoll zu parsen.]
[Der Vers ist im Quelltext stark verderbt; erkennbar geht es um die Umrechnung zwischen Sehne (Jyā) und Bogen (Dhanus) sowie um eine grobe (Sthūla) und eine genauere (Madhya) Bestimmung mittels der verbleibenden Kreis-Teilstücke.] [?]
Wort für Wort
labdhonavṛttavargāt
vom erhaltenen (Wert), vermindert um das Kreisquadrat [?]
ripaderdhātpatite dhanuḥ
(ergibt sich) der Bogen (Dhanus) [?]
sthūlamadhyāpṛvannavedho
eine grobe und eine genauere Bestimmung [?]
vṛttāṅkāśeṣabhāgikaḥ
mittels der verbleibenden Kreis-Teilstücke [?].
[Anm.: Der gesamte Vers ist im überlieferten Sanskrittext so stark verderbt, dass eine verlässliche wörtliche Übersetzung nicht möglich ist; die obige Wiedergabe stützt sich auf die noch erkennbaren Fachbegriffe (vṛtta „Kreis“, dhanuḥ „Bogen“, vedha „Tiefe/Durchmesser-Bezug“).]
[Übergang zur Berechnung von Rauminhalten:] Das Quadrat des Kreisteils [?] dient zur Bestimmung der Tiefe (Vedha) [?]. Die mit dem Durchmesser des (kreisförmigen) Wasserbeckens malgenommene Länge, wiederum mit der Tiefe in Fingerbreiten (Aṅgula) malgenommen –
Wort für Wort
vṛttāṅgāṃśakṛtirvedhani
das Quadrat des Kreisteils dient zur Bestimmung der Tiefe [?]
prīyanakarāmitau
(unklar) [?]
vārivyāsahataṃ dairdhyaṃ
die mit dem Durchmesser des Wasserbeckens malgenommene Länge
vedhāṅgulahataṃ punaḥ
wiederum mit der Tiefe in Fingerbreiten malgenommen.
[Anm.: Übergang vom Abschnitt über Kreisgeometrie zum Abschnitt über die Berechnung von Rauminhalten/Gruben (Khātavyavahāra); erste Vershälfte stark verderbt.]
so ergibt sich, mit einer bestimmten Zahl [?] malgenommen, das Maß von Wasser (oder Getreide) in Droṇa und dergleichen. Breite, Länge und Tiefe, in Fingerbreiten angegeben, miteinander malgenommen [?] –
Wort für Wort
kharavendurāmavihataṃ
mit einer bestimmten Zahl malgenommen [?]
mānaṃ droṇādivāriṇaḥ
das Maß von Wasser in Droṇa und dergleichen
vistārāyāmavedhānāṃ
von Breite, Länge und Tiefe
aṅgulyonyanāḍighnāḥ
in Fingerbreiten angegeben, miteinander malgenommen [?].
[?: „kharavendurāma“ vermutlich ein Bhūtasaṃkhyā-Zahlwort (Zahlwort-Zahlensystem); im Quelltext verderbt und nicht sicher zu entziffern.]
rasāṃkābhrābdhibhirbhaktā dhānye droṇādikāmitiḥ / utsedhavyāsadairdhyāṇāmaṅgulyānyasya no dvija
geteilt durch 4096 (Rasāṅkābhrābdhi, wörtlich „Geschmäcker(6)-Ziffern(9)-Leere(0)-Ozeane(4)“), ergibt sich bei Getreide (Dhānya) das Maß in Droṇa und dergleichen. Höhe, Durchmesser und Länge (werden dabei) in Fingerbreiten angegeben, nicht anders, o Zweifachgeborener (Dvija).
Wort für Wort
rasāṃkābhrābdhibhirbhaktā
geteilt durch 4096 [?]
dhānye droṇādikāmitiḥ
ergibt sich bei Getreide das Maß in Droṇa und dergleichen
utsedhavyāsadairdhyāṇāṃ
von Höhe, Durchmesser und Länge
aṅgulyanyasya no dvija
(alles) in Fingerbreiten, nicht anders, o Zweifachgeborener.
[?: „rasāṃkābhrābdhi“ als Bhūtasaṃkhyā-Zahl gedeutet: rasa=6, aṅka=9, abhra=0, abdhi=4, in aufsteigender Stellenfolge (Einer zuerst) gelesen = 4096; die genaue Lesung ist nicht gesichert.]
Man multipliziere (Breite, Länge und Tiefe) miteinander und dividiere durch die eigene, (zuvor genannte) Zahl [?]; so ergibt sich das Maß in Droṇa und dergleichen. Breite und die übrigen (Maße), in Fingerbreiten angegeben und ebenso miteinander malgenommen, ergeben (das Volumen) an Wasser [?].
Wort für Wort
mithoghnāti bhajet
man multipliziere (die Maße) miteinander und dividiere
svākṣeśairdreṇādimitirbhavet
durch die eigene Zahl [?], so ergibt sich das Maß in Droṇa und dergleichen
vistārādyaṃ gulānyevaṃ
Breite und die übrigen (Maße), in Fingerbreiten, ebenso
mithoghnānyapasāṃbhavet
miteinander malgenommen, ergeben (das Volumen) an Wasser [?].
Durch 585 (Vāṇebhamārgaṇa) geteilt, erhält man das Maß in Droṇa und dergleichen [?]. – (Nun zum Schatten-Verfahren:) Der mit der Grundfläche des Lampenpfahls und der Öffnung malgenommene Gnomon (Śaṅku) ergibt sich so, o Weiser [?].
Wort für Wort
vāṇebhamārgaṇairlabdhaṃ
durch 585 geteilt, erhält man [?]
droṇādyaṃ mānamādiśet
das Maß in Droṇa und dergleichen
dīpaśaṅkutalacchidraghnaḥ
der mit der Grundfläche des Lampenpfahls und der Öffnung malgenommene
śaṅkurbhaivaṃbhavenmune
Gnomon ergibt sich so, o Weiser [?].
[?: „vāṇebhamārgaṇaiḥ“ als Bhūtasaṃkhyā-Zahl 585 gedeutet (vāṇa=5, ibha=8, mārgaṇa=5); die Lesung ist unsicher. Ab hier Übergang zum Abschnitt über die Lampen-Schattenrechnung (Dīpacchāyā, ähnliche Dreiecke).]
Vom (Gnomon-)Maß (Nara) vermindert, durch die Höhe der Lampenflamme geteilt … auf dem Erdboden [?] … der Gnomon, mit dem Abstand zwischen Mensch, Lampe und Öffnung malgenommen, ergibt die Höhe der Lampe, vermehrt um die Gnomonhöhe [?].
Wort für Wort
narona dīpakaśikhaucya-
vom Gnomonmaß vermindert, durch die Höhe der Lampenflamme
bhakto hyatha bhodvane
geteilt, auf dem Erdboden [?]
śaṅkaunṛdīpādhaśchidraghnaiḥ
der Gnomon, mit dem Abstand von Mensch, Lampe und Öffnung malgenommen
dīpauccyaṃ narānvite
ergibt die Höhe der Lampe, vermehrt um die Gnomonhöhe [?].
[Anm.: Stark verderbter Vers innerhalb des Verfahrens der ähnlichen Dreiecke zur Bestimmung der Lampenhöhe aus dem Schattenwurf des Gnomons (Śaṅku).]
Mit zwanzig [?] und der Lampenhöhe malgenommen und durch den Gnomon geteilt, ergibt sich der Schatten (Chāyā). Und der Abstand zwischen Lampe und Gnomon, malgenommen mit dem Unterschied zwischen den Schattenspitzen [?] –
Wort für Wort
viṃśakudīpauccaguṇāt
mit zwanzig [?] und der Lampenhöhe malgenommen
chāyā śaṅkūddhṛtā bhavet
ergibt, durch den Gnomon geteilt, der Schatten
dīpaśaṅkvantaraṃ cātha
und der Abstand zwischen Lampe und Gnomon
cchāyāgravivaraghnabhā
malgenommen mit dem Unterschied der Schattenspitzen [?].
[?: Stark verderbter Vers; „viṃśaku“ unklar, probeweise als Zahlangabe „zwanzig“ gedeutet.]
ergibt, geteilt durch den Maßunterschied, den Bodenabstand [?]. Und die mit dem Bodenabstand malgenommene Gnomonhöhe, durch den Schatten geteilt, ergibt die Höhe der Lampenflamme – dies gemäß der Regel von drei Größen (Trirāśika).
Wort für Wort
mānāntaradrudbhūmiḥ syāt
ergibt, geteilt durch den Maßunterschied, den Bodenabstand [?]
athobhūnarāhatiḥ
und die mit dem Bodenabstand malgenommene Gnomonhöhe
prabhāptā jāyate dīpaśikhauccyaṃ
durch den Schatten geteilt, ergibt sich die Höhe der Lampenflamme
Dies wurde in Kürze über die Grundrechenarten (Parikarma) innerhalb der Mathematik (Gaṇita) gesagt. Nun werde ich den (Abschnitt über den) mittleren Planetenstand (Grahamadhya) und Weiteres innerhalb der Mathematik verkünden, ohne allzu große Ausführlichkeit.
Wort für Wort
etatsaṃkṣepataḥ proktaṃ
dies wurde in Kürze gesagt
gaṇite parikarmakam
über die Grundrechenarten innerhalb der Mathematik
grahamadhyādikaṃ vakṣye
den mittleren Planetenstand und Weiteres werde ich verkünden
gaṇite nātivistarān
innerhalb der Mathematik, ohne allzu große Ausführlichkeit.
Das Maß eines Yuga wird überliefert, o Brahmane, mit 4.320.000 (Jahren) [?] (Khacatuṣkaradārṇavāḥ). Dessen Zehntel-Anteile (Daśāṃśa), und zwar vier davon, werden „Kṛta“ genannt und als (dessen) Teil (Pāda) bezeichnet.
Wort für Wort
yugamānaṃ smṛtaṃ vipra
das Maß eines Yuga wird überliefert, o Brahmane,
khacatuṣkaradārṇavāḥ
(als) 4.320.000 (Jahre) [?]
taddaśāṃśāstu catvāraḥ
dessen Zehntel-Anteile, nämlich vier davon,
kṛtākhyaṃ pādamucyate
werden „Kṛta“ genannt und als (dessen) Teil bezeichnet.
[?: „khacatuṣkaradārṇavāḥ“ als Bhūtasaṃkhyā-Zahl gedeutet; der überlieferte Wortlaut ist verderbt, doch legt der Kontext (Übereinstimmung mit den Umlaufzahlen von Sonne, Merkur und Venus in V65 sowie die aus V62 erschließbare 4-3-2-1-Gliederung der Teilyugas) mit hoher Wahrscheinlichkeit den in den Siddhānta-Texten allgemein bezeugten Wert von 4.320.000 Jahren für das Mahāyuga nahe.]
Drei (Zehntel-Anteile) werden als Tretā (verkündet), zwei als Dvāpara, eins als Kali. Einundsiebzig (Ekasaptati) Yugas, zusammen mit den von Manu (bewirkten Zusatz-)Jahren, (bilden ein Manvantara).
Wort für Wort
trayasretā
drei (Anteile werden als) Tretā (verkündet)
dvāparaḥ dvau kalirekaḥ prakīrtitaḥ
zwei als Dvāpara, eins als Kali wird verkündet
manukṛtābdasahitā
zusammen mit den von Manu bewirkten (Zusatz-)Jahren
An einem Tag des Schöpfers (Vidhi, Brahmā), o Fürst der Brahmanen, gibt es vierzehn Manus; ebenso viele werden, o Fürst der Brahmanen, für dessen Nacht verkündet.
Wort für Wort
vidherddine syurviprendra
an einem Tag des Schöpfers gibt es, o Fürst der Brahmanen,
Nachdem man die seit Svayambhū (Brahmā) verflossenen Jahre [?] zusammengefasst hat, o Nārada, ist die Berechnung der Himmelskörper (Khacara) vorzunehmen, sei es auch ausgehend von einem beliebig gewählten (Iṣṭa) Yuga(-Beginn).
Wort für Wort
svayaṃbhuvā śaragatānabdān
die seit Svayambhū (Brahmā) verflossenen Jahre [?]
saṃpiṇḍya nārada
zusammengefasst, o Nārada,
khacarānayanaṃ kāryam
ist die Berechnung der Himmelskörper vorzunehmen
athaveṣṭayugāditaḥ
sei es auch ausgehend von einem beliebigen Yuga(-Beginn).
[?: „śaragatān“ (wörtlich etwa „mit Pfeilen/mit fünf gegangen“) bleibt in der genauen Bedeutung unsicher; sinngemäß als „verflossen“ wiedergegeben.]
Im Yuga (beträgt die Zahl der Umläufe) von Sonne, Merkur (Jña) und Venus (Śukra) 4.320.000 [?] – (das heißt: ebenso viele wie die Sonnenjahre des Yuga selbst). Nun folgen die Umlaufzahlen (Bhagaṇa) der (übrigen, langsameren) Planeten [?].
Wort für Wort
yuge sūryajñaśukrāṇāṃ
im Yuga (beträgt die Zahl der Umläufe) von Sonne, Merkur und Venus
khacatuṣkaradārṇavāḥ
4.320.000 [?] (ebenso viele wie Sonnenjahre)
pūjārkiguruśukrāṇāṃ
(unklare Planetenaufzählung) [?]
bhagaṇāpūrvapāpinām
(es folgen) die Umlaufzahlen der (übrigen) Planeten [?].
[?: Die zweite Vershälfte ist im Quelltext verderbt; „pūjārkiguruśukrāṇāṃ“ lässt sich nicht sicher als Planetenaufzählung identifizieren. Bemerkenswert ist, dass die Umlaufzahl von Sonne, Merkur und Venus hier wörtlich mit der in V61 für das Yugamāna selbst genannten Zahl übereinstimmt – dies entspricht der in den Siddhānta-Texten allgemein bezeugten Lehre, dass die (mittleren) Umläufe von Merkur und Venus mit denen der Sonne gleichgesetzt werden.]
indorasāgnitriṣu sapta bhūdharamārgaṇāḥ / dasratryāṣṭarasāṃkāśvilocanāni kujasya tu
Des Mondes (Umlaufzahl im Yuga beträgt) [ein Zahlwort im Bhūtasaṃkhyā-System, verderbt] [?]; des Mars (Kuja) aber (beträgt sie) [ebenfalls ein verderbtes Zahlwort] [?].
Wort für Wort
indoḥ
des Mondes (Umlaufzahl)
rasāgnitriṣu sapta bhūdharamārgaṇāḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
kujasya tu
des Mars aber
dasratryāṣṭarasāṃkāśvilocanāni
(Zahlwort, verderbt) [?]
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System (Zahlwörter als Ziffern verwendet), das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
Des Merkur Konjunktionslauf (Śīghra) (beträgt) [ein verderbtes Zahlwort] [?]; des Jupiter (Bṛhaspati) ebenso [ein verderbtes Zahlwort] [?].
Wort für Wort
budhaśīghrasya
des Merkur Konjunktionslauf
śūnyartukhādritryaṅkanagendavaḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
bṛhaspateḥ
des Jupiter
khadasrākṣivedasraṅhūyastathā
ebenso (Zahlwort, verderbt) [?]
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System (Zahlwörter als Ziffern verwendet), das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
Der Venus (Śita, „der Kühlen“) Konjunktionslauf (beträgt) [ein verderbtes Zahlwort] [?]; des Saturn (Śani) [ebenfalls ein verderbtes Zahlwort] [?].
Wort für Wort
śitaśīghrasya
der Venus (Śita) Konjunktionslauf
yaṣṇasatriyamāśvisvabhūdharāḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
śaneḥ
des Saturn
bhujagaṣaṭpacarasavedaniśākarāḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System (Zahlwörter als Ziffern verwendet), das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
candroñcasyāgniśūnyākṣivasusarpārṇavā yuge / vāmaṃ pātasya ca svagniyamāśviśikhidasrakāḥ
Des Mondapogäums (Candocca) Umlaufzahl im Yuga (beträgt) [ein verderbtes Zahlwort] [?]; und die rückläufige Umlaufzahl des (Mond-)Knotens (Pāta) (beträgt) [ein verderbtes Zahlwort] [?].
Wort für Wort
candroñcasyāgniśūnyākṣivasusarpārṇavā yuge
des Mondapogäums (Zahlwort, verderbt) [?] im Yuga
vāmaṃ pātasya ca
und die rückläufige (Umlaufzahl) des Knotens
svagniyamāśviśikhidasrakāḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System (Zahlwörter als Ziffern verwendet), das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
Von (Sonnen-)Aufgang zu Aufgang gerechnet sind die (bürgerlichen) Tage (Vāsara), zusammen mit den Erd(umdrehungen) [?]. Die Mondtage (Tithi) im Yuga (betragen) [ein verderbtes Zahlwort] [?].
Wort für Wort
udayādudayaṃ bhānoḥ
von (Sonnen-)Aufgang zu Aufgang
bhūmaiḥ sācena vāsarāḥ
sind die (bürgerlichen) Tage, zusammen mit den Erd(umdrehungen) [?]
vasuvdyaṣṭādrirūpāṅkasaptādritithayo
die Mondtage (Zahlwort, verderbt) [?]
yuge
im Yuga.
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System (Zahlwörter als Ziffern verwendet), das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
Und die Schaltmonate (Adhimāsa) im Yuga (betragen) [ein verderbtes Zahlwort] [?]; die ausfallenden Mondtage (Tithikṣaya) (betragen) [ein verderbtes Zahlwort] [?].
Wort für Wort
ṣaḍ vahitrihutāśāṅkatithayaḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
cādhimāsakāḥ
und die Schaltmonate (im Yuga)
tithikṣayāyamārthākṣidvyaṣṭavyomaśarāśvinaḥ
die ausfallenden Mondtage (Zahlwort, verderbt) [?]
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System (Zahlwörter als Ziffern verwendet), das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
[Fortsetzung der Zahlenangaben zu den (Sonnen- und Mond-)Monaten (Māsaka) des Yuga; der Vers ist im Quelltext so stark verderbt, dass sich die einzelnen Zahlwerte nicht mehr sicher zuordnen lassen.] [?]
Wort für Wort
ravacatuṣkā samudrāṣṭakurpacaravimāsakāḥ
(Zahlwort-Kette, verderbt) [?]
ṣaṭtryagnivedagnipañcaśubhrāṃśumāsakāḥ
(weitere Zahlwort-Kette, verderbt) [?]
[Anm.: Der gesamte Vers besteht aus einer Kette von Bhūtasaṃkhyā-Zahlwörtern innerhalb der Ahargaṇa-Berechnung (Umrechnung von Jahren in Monate); eine verlässliche Übersetzung der Einzelwerte ist wegen der Verderbnis des Textes nicht möglich.]
Der Umlaufzahlen des Sonnen-Apogäums (Manda) im Kalpa (betragen) [ein verderbtes Zahlwort] [?]; die des Mars(-Apogäums) (Kuja) (betragen) [ein verderbtes Zahlwort] [?], die des Merkur(-Apogäums) (Budha) [ein verderbtes Zahlwort] [?].
Wort für Wort
prāgāteḥ sūryamandasya
des (voranschreitenden) Sonnen-Apogäums
kalpesaptāṣṭavahnayaḥ
im Kalpa (Zahlwort, verderbt) [?]
kaujasya vedasvayamā
des Mars(-Apogäums, Zahlwort, verderbt) [?]
baudhasyāṣṭartuvahnayaḥ
des Merkur(-Apogäums, Zahlwort, verderbt) [?]
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System (Zahlwörter als Ziffern verwendet), das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
Des Jupiter(-Apogäums, Jaiva) (Umlaufzahl beträgt) [ein verderbtes Zahlwort] [?], des Venus(-Apogäums, Śaukra) [ein verderbtes Zahlwort] [?]; des Saturn-Apogäums sowie der (übrigen Planeten-)Knoten (Umlaufzahlen sind) [ein verderbtes Zahlwort] [?], so wird es angenommen (mataḥ).
Wort für Wort
jaivasya śaukrasyārdhaguṇeṣavaḥ
des Jupiter(-Apogäums) und des Venus(-Apogäums, Zahlwort, verderbt) [?]
gognayaḥ śanimandasya
des Saturn-Apogäums (Zahlwort, verderbt) [?]
pātānāmathavā mataḥ
sowie der (Planeten-)Knoten, so wird es angenommen.
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System (Zahlwörter als Ziffern verwendet), das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
Des Mars(-Knotens) (Umlaufzahl beträgt) [ein verderbtes Zahlwort] [?], des Merkur(-Knotens) [ein verderbtes Zahlwort] [?]; des Jupiter(-Knotens) [ein verderbtes Zahlwort] [?], (und eines weiteren Planeten) [ein verderbtes Zahlwort] [?].
Wort für Wort
manudasrāstu kaujasya
des Mars(-Knotens, Zahlwort, verderbt) [?]
baudhasyāṣṭāṣṭasāgarāḥ
des Merkur(-Knotens, Zahlwort, verderbt) [?]
kṛtādricandrājaivasya
des Jupiter(-Knotens, Zahlwort, verderbt) [?]
ravaikasyāgniravanandakāḥ
(eines weiteren Planeten, Zahlwort, verderbt) [?]
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System (Zahlwörter als Ziffern verwendet), das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
Des Saturn-Knotens Umlaufzahlen im Kalpa (betragen) [ein verderbtes Zahlwort] [?]. Im gegenwärtigen Yuga sind die verflossenen Jahre mit den (entsprechenden) Umlaufzahlen zu bezeichnen [?].
Wort für Wort
śanipātasya bhagaṇāḥ kalpe
des Saturn-Knotens Umlaufzahlen im Kalpa
yamarasartavaḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
vartamānayuge
im gegenwärtigen Yuga
pānāvatsarābhagaṇābhidhāḥ
sind die verflossenen Jahre mit den Umlaufzahlen zu bezeichnen [?].
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System (Zahlwörter als Ziffern verwendet), das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
In Monate umgerechnet (Māsīkṛta) und mit den vergangenen Monaten verbunden, beginnend mit dem hellen (Śukla-)Monat Madhu (Caitra) – gesondert, nach Hinzufügung der Schaltmonate (Adhimāsa), durch die Sonnenmonate (Sūryamāsa) geteilt [?].
Wort für Wort
māsīkṛtāyutā māsaiḥ
in Monate umgerechnet und mit den (vergangenen) Monaten verbunden
madhuśuklādibhirgataiḥ
beginnend mit dem hellen Monat Madhu (Caitra), den vergangenen
pṛthaktthāsidhimāsagrā
gesondert, nach Hinzufügung der Schaltmonate [?]
sūryamāsavibhājitāḥ
durch die Sonnenmonate geteilt.
[?: Beschreibung des Ahargaṇa-Verfahrens (Umrechnung der verflossenen Jahre in Monate und weiter in Tage); Einzelheiten der Formulierung im Quelltext unsicher.]
Sodann, vermehrt um die Schaltmonate, in Tage umgerechnet (Dinīkṛtya) und um (weitere) Tage vermehrt, an zweiter Stelle stehend [?], mit den ausfallenden Mondtagen (Tithikṣaya) multipliziert, durch die Mondtage (Cāndravāsara) geteilt –
Wort für Wort
athādhimāsakairyuktā
sodann, vermehrt um die Schaltmonate,
dinīkṛtya dinānvitāḥ
in Tage umgerechnet und um (weitere) Tage vermehrt
dvisthāstitikṣayābhyastāḥ
an zweiter Stelle stehend [?], mit den ausfallenden Mondtagen multipliziert
cāndravāsarabhājitāḥ
durch die Mondtage geteilt.
[?: „dvisthāḥ“ bleibt in der genauen Bedeutung unsicher.]
vermindert um [?] und ohne die Nächte, [im Verhältnis?] bei halben Nächten [?] – so ergeben sich die bürgerlichen (Sāvana-)Tage seit Beginn des Yuga, mit der Sonne beginnend: Tag, Monat und Jahr [?].
Wort für Wort
lathonarātrirahitāla
vermindert um [?] und ohne die Nächte
ṅkāryāmarddharātrikāḥ
bei halben Nächten [?]
sāvanodyūgasārarkādi
die bürgerlichen Tage seit Yugabeginn, mit der Sonne beginnend
dinamāsābdayāstataḥ
(ergeben so) Tag, Monat und Jahr.
[Anm.: Vers stark verderbt; die Grundaussage – Ermittlung von bürgerlichem Tag, Monat und Jahr seit Yugabeginn (Ahargaṇa) – ist aus dem Kontext erschließbar, die genaue Rechenvorschrift jedoch nicht.]
Der durch Sieben geteilte Rest ergibt, beginnend mit der Sonne (Sūryādi), den Herrscher des Wochentags (Vāsareśvara). Die Anzahl der Monate, Jahre und Tage wird (jeweils) mit zwei oder drei malgenommen und um Eins vermehrt [?] –
Wort für Wort
saptibhiḥ kṣapitaḥ śeṣaḥ
der durch Sieben geteilte Rest
mūryādyovāsareśvaraḥ
ergibt, mit der Sonne beginnend, den Herrscher des Wochentags
māsābdadinasaṃkhyāsaṃ
die Anzahl der Monate, Jahre und Tage
dvitrighnaṃ rūpasaṃyutam
(wird jeweils) mit zwei oder drei malgenommen und um Eins vermehrt [?].
[?: „mūryādyo“ als „sūryādyo“ gelesen (Verderbnis des anlautenden s-).]
saptorddhanāvaśeṣau tau vijñeyau māsavarṣapau / snehasya bhagaṇābhyasto dinarāśiḥ kuvāsaraiḥ
Die beiden durch Sieben (geteilten) Reste sind als (die Herrscher von) Monat und Jahr zu erkennen [?]. Die mit den Umlaufzahlen des Mondes (Sneha, „des Feuchten“) multiplizierte Tagesanzahl (Dinarāśi), durch die Umlauftage (Kuvāsara) [geteilt] –
Wort für Wort
saptorddhanāvaśeṣau tau
die beiden durch Sieben (geteilten) Reste
vijñeyau māsavarṣapau
sind als die Herrscher von Monat und Jahr zu erkennen [?]
snehasya bhagaṇābhyasto
die mit den Umlaufzahlen des Mondes multiplizierte
dinarāśiḥ kuvāsaraiḥ
Tagesanzahl, durch die Umlauftage (geteilt).
[?: Die genaue Zuordnung von „saptorddhana-“ zum vorangehenden Divisionsverfahren bleibt unsicher.]
geteilt (durch die Umlauftage), ergibt sich mittels der mittleren Bewegung (Madhyagati) der (jeweilige) Planet, ausgehend von den Umlaufzahlen. So wurden, hinsichtlich derer, die (noch) ohne Śīghra- und Manda-(Korrektur sind) [?], die zuvor genannten (Planeten) dargelegt.
Wort für Wort
vibhājito madhyagatyā
geteilt (ergibt sich) mittels der mittleren Bewegung
bhagaṇādirgraho bhavet
der (jeweilige) Planet, ausgehend von den Umlaufzahlen
evaṃ hyaśīghramandāñcaye
so wurden, hinsichtlich derer ohne Śīghra- und Manda-Korrektur [?],
Die Knoten (Pāta) haben rückläufige Bewegung; sie werden vom (Tierkreis-)Kreis abgezogen [?]. Achthundert Yojana, verdoppelt, werden als der Erddurchmesser (Bhūkarṇa) überliefert.
Wort für Wort
vilomagatayaḥ pātāḥ
die Knoten haben rückläufige Bewegung
tadvañcakrāṣviśodhitāḥ
sie werden vom (Tierkreis-)Kreis abgezogen [?]
yojanāni śatānyaṣṭau
achthundert Yojana
bhūkarṇauṃ dviguṇāḥ smṛtaḥ
werden, verdoppelt, als Erddurchmesser überliefert.
[?: „tadvañcakrāt“ bleibt in der genauen Bedeutung unsicher; sinngemäß als Abzug vom Tierkreis(-Grad) wiedergegeben.]
Aus dessen (des Erddurchmessers) verzehnfachtem Quadrat ergibt die Wurzel den Erdumfang (Bhūparidhi). Mit dem Sinus der (geographischen) Ortsbreite (Lambajyā) multipliziert und durch den eigenen (Kosinus-)Sinus geteilt, ergibt sich der wahre (sphuṭa), dem Ort eigene Erdumfang.
Wort für Wort
tadvargato daśaguṇātpada
aus dessen verzehnfachtem Quadrat (ergibt) die Wurzel
bhūparidhirbhavet
den Erdumfang
laṃbajyāghnasvajīvāptaḥ
mit dem Sinus der Ortsbreite multipliziert und durch den eigenen Sinus geteilt
tena deśāntarābhyastā grahabhuktirvibhājitā / kalāditatphalaṃ prārcyāḥ grahebhyaḥ pariśodhayet
Mit diesem (Erdumfang), multipliziert mit dem Ortsabstand (Deśāntara) und geteilt, (ergibt sich) die (entsprechend zu korrigierende) tägliche Bewegung (Bhukti) des Planeten. Das daraus resultierende Ergebnis in Bogenminuten (Kalā) ist bei östlich (gelegenen Orten) von den Planeten(-Positionen) abzuziehen.
Wort für Wort
tena deśāntarābhyastā
mit diesem, multipliziert mit dem Ortsabstand,
grahabhuktirvibhājitā
die tägliche Bewegung des Planeten, geteilt
kalāditatphalaṃ prārcyāḥ
das Ergebnis in Bogenminuten, bei östlich (gelegenen Orten)
Bei einer Lage westlich der (Nullmeridian-)Linie (Rekhā) addiere man (die Korrektur) von seinem eigenen Ort aus. Laṅkā [Rākṣasa] und die Götterstadt [?] liegen auf der Mittellinie zwischen den (beiden Polar-)Bergen [?].
Wort für Wort
rekhāpratīcisaṃsthāne
bei einer Lage westlich der (Nullmeridian-)Linie
prakṣipetsyuḥ svadeśataḥ
addiere man (die Korrektur) von seinem eigenen Ort aus
rākṣasātapadevaukaḥ
Laṅkā und die Götterstadt [?]
śailayormadhyasūtragāḥ
liegen auf der Mittellinie zwischen den (beiden) Bergen [?].
[?: „rākṣasātapadevaukaḥ śailayormadhyasūtragāḥ“ bezieht sich vermutlich auf die traditionellen, auf dem indischen Nullmeridian gelegenen Orte (Laṅkā, Ujjayinī, Meru u.a.); der genaue Wortlaut ist verderbt.]
Ebenso (liegen) Avantikā (Ujjayinī) [?], Rohītaka [?] und der (heilige) See Sannihita [?] (auf dieser Linie) [?]. Im Land, in dem der (Wochentags-)Beginn (früher) eintritt [?], ist (die Korrektur) größer als die Hälfte (des Fehlbetrags) [?].
Wort für Wort
avantikārohatikaṃ tathā
ebenso Avantikā (Ujjayinī) und Rohītaka [?]
sannihitaṃ saraḥ
und der (heilige) See Sannihita [?]
vārapravṛttivāgdeśe
im Land, in dem der (Wochentags-)Beginn (früher) eintritt [?]
kṣayārddhebhyadhiko bhavet
ist (die Korrektur) größer als die Hälfte (des Fehlbetrags) [?].
[?: Vers stark verderbt; Ortsnamen (Avantikā/Ujjayinī, Rohītaka, See Sannihita) sind traditionelle, auf dem indischen Nullmeridian verortete Stätten.]
Bei jenem Ortsabstand, in Zeiteinheiten (Nāḍī) ausgedrückt, weise man, wenn (der Ort) westlich gelegen ist, den verminderten (Wert) zu. Die mit den (Orts-)Zeiteinheiten multiplizierte tägliche Bewegung, durch sechzig geteilt, ergibt (die Korrektur) in Bogenminuten und dergleichen.
Wort für Wort
taddeśāntaranāḍībhiḥ
bei jenem Ortsabstand, in Zeiteinheiten ausgedrückt
paścādūne vinirdiśet
weise man, wenn westlich gelegen, den verminderten (Wert) zu
iṣṭanāḍīguṇā bhuktiḥ
die mit den (Orts-)Zeiteinheiten multiplizierte tägliche Bewegung
ṣaṣṭyā bhaktā kalādikam
durch sechzig geteilt, ergibt (die Korrektur) in Bogenminuten und dergleichen.
Beim (bereits) Vergangenen ist (die Korrektur) abzuziehen, beim (noch) zu Vollendenden hinzuzufügen; (so ergibt sich) die momentane (tātkālika) Planetenposition. Der achtzigste Teil der Bogenminuten des Tierkreises (Bhacakra) ist die größte nördliche oder südliche (Abweichung, Vikṣepa) [?].
Wort für Wort
gate śoddhyaṃ
beim Vergangenen ist (die Korrektur) abzuziehen
tathā yojyaṃ gamye
ebenso beim (noch) zu Vollendenden hinzuzufügen
tātkāliko grahaḥ
(so ergibt sich) die momentane Planetenposition
bhacakraliptāśītyaṃśaḥ paramaṃ dakṣiṇottaram
der achtzigste Teil der Tierkreis-Bogenminuten ist die größte nördliche oder südliche Abweichung.
vikṣipyate svapātena svakrāntyantādanuṣṇaguḥ / tatra vāsaṃ dviguṇitajīvasriguṇitaṃ kujaḥ
Der Mond (Anuṣṇagu, „der nicht heiß Strahlende“) wird durch seinen (eigenen) Knoten (Pāta) von seiner (eigentlichen) Deklinationsgrenze abweichend versetzt (Vikṣepa). Dabei (beträgt) der (Vikṣepa-)Sinus, verdoppelt, [für den Mond]; für Mars (Kuja) (ist er) verdreifacht [?].
Wort für Wort
vikṣipyate svapātena
wird durch seinen (eigenen) Knoten versetzt
svakrāntyantādanuṣṇaguḥ
von seiner Deklinationsgrenze (weg) der Mond
tatra vāsaṃ dviguṇitajīva
dabei (beträgt) der (Vikṣepa-)Sinus, verdoppelt, (für den Mond)
sriguṇitaṃ kujaḥ
verdreifacht für Mars [?].
[?: Beginn der Aufzählung der planetenspezifischen Vikṣepa-Vervielfachungsfaktoren (Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn); Einzelheiten der Formulierung unsicher.]
Merkur, Venus und Saturn (Arkaja, „Sohn der Sonne“) werden durch ihre Knoten vierfach versetzt (Vikṣepa). Der achte Teil der Bogenminuten eines Tierkreiszeichens (225′) wird als die erste Sinus-Halbsehne (Jyārddha) bezeichnet.
Wort für Wort
budhaśukrārkajāḥ pātairvikṣipyante
Merkur, Venus und Saturn werden durch ihre Knoten versetzt
caturguṇam
vierfach
rāśiliptāṣṭamo bhāgaḥ
der achte Teil der Bogenminuten eines Tierkreiszeichens
tato dvibhaktalabdhonamiśritaṃ taddvitīyakam / ādyenaiva kramātpiṇḍānbhaktāllabdhonitairyutān
Davon ausgehend, durch (das Doppelte) geteilt, das Ergebnis vermindert und (mit dem vorherigen Wert) vermischt, ist dies das zweite (Sinus-Differential). Auf dieselbe Weise wie beim ersten (Glied), der Reihe nach, (ergeben sich) die (weiteren) Teilsummen, indem man die geteilten, verminderten (Werte) hinzufügt.
Wort für Wort
tato dvibhaktalabdhonamiśritaṃ
davon ausgehend, durch das Doppelte geteilt, vermindert und vermischt
taddvitīyakam
ist dies das zweite (Sinus-Differential)
ādyenaiva kramātpiṇḍān
auf dieselbe Weise wie beim ersten (Glied), der Reihe nach, die Teilsummen
bhaktāllabdhonitairyutān
indem man geteilte, verminderte (Werte) hinzufügt.
[?: Knappe Beschreibung des rekursiven Verfahrens zur Erzeugung der 24 tabellarischen Sinuswerte (Jyotpatti); Einzelheiten der Formulierung unsicher.]
khaṇḍakāḥ syuścaturviśā jyārddhapiṇḍāḥ kramādamī / paramā pakramajyā tu saptarandhraguṇendavaḥ
Es gibt vierundzwanzig Teilstücke (Khaṇḍaka); dies sind der Reihe nach die Sinus-Halbsehnen-Teilsummen. Der größte Deklinationssinus (Paramāpakramajyā) aber beträgt 1397 (Saptarandhraguṇendavaḥ).
Wort für Wort
khaṇḍakāḥ syuścaturviśā
es gibt vierundzwanzig Teilstücke
jyārddhapiṇḍāḥ kramādamī
dies sind der Reihe nach die Sinus-Halbsehnen-Teilsummen
paramā pakramajyā tu
der größte Deklinationssinus aber
saptarandhraguṇendavaḥ
beträgt 1397.
[?: „saptarandhraguṇendavaḥ“ als Bhūtasaṃkhyā-Zahl gedeutet: sapta=7, randhra=9, guṇa=3, indu=1, in aufsteigender Stellenfolge gelesen = 1397 — ein in der Siddhānta-Literatur gut bezeugter Wert für den größten Deklinationssinus.]
tadgumajyā trijivāptā tañcāpaṃ krāntirucyate / grahaṃ saṃśodhya mandoñcattathā śīghnādviśodhya ca
Dessen (mit dem jeweiligen Sinuswert multiplizierte Größe), geteilt durch den (Radius-)Sinus (Trijīvā), (ergibt) als deren Bogen (Cāpa) die sogenannte Deklination (Krānti). Nachdem man den Planeten um sein Apogäum (Mandocca) vermindert und ebenso um den Śīghra-(Konjunktionspunkt) vermindert hat –
Wort für Wort
tadgumajyā trijivāptā
dessen (mit dem Sinuswert multiplizierte Größe), geteilt durch den Radius-Sinus
tañcāpaṃ krāntirucyate
deren Bogen wird als Deklination bezeichnet
grahaṃ saṃśodhya mandoñcat
nachdem man den Planeten um sein Apogäum vermindert hat
śeṣaṃ kandapadantasmādbhujajyā koṭireva ca / gatādbhujajyāviṣame gamyātkoṭiḥ pade bhavet
ist der Rest, je nach (Viertel-)Kreis-Abschnitt (Pada), daraus (ergeben sich) der Sinus des Arguments (Bhujajyā) und ebenso der Kosinus (Koṭi). Bei ungeradem Viertel (ergibt sich), vom bereits durchlaufenen (Anomaliewinkel) ausgehend, die Bhujajyā, vom noch zu durchlaufenden (ausgehend) die Koṭi.
Wort für Wort
śeṣaṃ kandapadantasmāt
der Rest, je nach (Viertel-)Kreis-Abschnitt
bhujajyā koṭireva ca
daraus (ergeben sich) Bhujajyā und ebenso Koṭi
gatādbhujajyāviṣame
bei ungeradem Viertel, vom bereits Durchlaufenen, die Bhujajyā
gamyātkoṭiḥ pade bhavet
vom noch zu Durchlaufenden die Koṭi im (jeweiligen) Viertel.
bei geradem Viertel (ergibt sich), vom noch zu durchlaufenden (Anteil) ausgehend, die Sinus(-Bāhujyā); die Koṭijyā folgt dem bereits durchlaufenen (Anteil). Die Bogenminuten, durch 225 [?] geteilt, ergeben, als Ergebnis, die (entsprechende) Sinus-Teilsumme für den durchlaufenen (Anteil).
Wort für Wort
sameti gamyādvāhudajyā
bei geradem Viertel, vom noch zu Durchlaufenden, die Bāhujyā
koṭijyānugatā bhavet
die Koṭijyā folgt dem bereits Durchlaufenen
liptāstattvayamairbhaktā
die Bogenminuten, durch 225 [?] geteilt,
labdhajyāpiṇḍakaṃ gatam
ergeben die Sinus-Teilsumme für den durchlaufenen (Anteil).
[?: „tattvayamaiḥ“ vermutlich als Bhūtasaṃkhyā-Zahl 225 zu deuten (Größe eines Sinus-Tabellenintervalls, Khaṇḍa); Lesung nicht gesichert.]
Multipliziert mit der Differenz zwischen durchlaufenem und noch zu durchlaufendem (Anteil), dividiere man durch 225 [?]; das dabei erhaltene Ergebnis ist zu der mit „gata“ (durchlaufen) bezeichneten Sinus-Teilsumme hinzuzufügen.
Wort für Wort
gatagamyāntarābhyastaṃ
multipliziert mit der Differenz von durchlaufenem und zu durchlaufendem (Anteil)
vibhajettattvalocanaiḥ
dividiere man durch 225 [?]
tadavāptaphalaṃ yojyaṃ
das erhaltene Ergebnis ist hinzuzufügen
jyāpiṇḍe gatasaṃjñake
zur mit „gata“ bezeichneten Sinus-Teilsumme.
[?: „tattvalocanaiḥ“ ebenfalls vermutlich als 225 zu deuten (vgl. V96).]
So lautet das Verfahren für den „fortschreitenden“ Sinus (Kramajyā); ebenso ergibt sich der „rückläufige“ Sinus (Utkramajyā, Versinus). Die Bogenminuten, durch 225 [?] geteilt, ergeben, als Ergebnis, die Sinus-Teilsumme für den durchlaufenen (Anteil).
Wort für Wort
syātkramajyāvidhiścaivam
so lautet das Verfahren für den fortschreitenden Sinus
utkramajyāgatā bhavet
ebenso ergibt sich der rückläufige Sinus
liptāstattvayamairbhaktā
die Bogenminuten, durch 225 [?] geteilt,
labdhajyāpiṇḍakaṃ gatam
ergeben die Sinus-Teilsumme (wie in V96).
[Anm.: Die zweite Vershälfte wiederholt wortgleich die zweite Hälfte von V96 („liptāstattvayamairbhaktā labdhajyāpiṇḍakaṃ gatam“) – vermutlich eine Dittographie (versehentliche Wiederholung) im überlieferten Quelltext.]
Multipliziert mit der Differenz zwischen durchlaufenem und noch zu durchlaufendem (Anteil), dividiere man durch 225 [?]; das dabei erhaltene Ergebnis ist zu der mit „gata“ bezeichneten Sinus-Teilsumme hinzuzufügen.
Wort für Wort
gatagamyāntarābhyastaṃ
multipliziert mit der Differenz von durchlaufenem und zu durchlaufendem (Anteil)
vibhajettattvalocanaiḥ
dividiere man durch 225 [?]
tadavāptaphalaṃ yojyaṃ
das erhaltene Ergebnis ist hinzuzufügen
jyāpiṇḍe gatasaṃjñake
zur mit „gata“ bezeichneten Sinus-Teilsumme (wie in V97).
[Anm.: V99 ist im überlieferten Quelltext wortgleich mit V97 – eine offensichtliche Dittographie (Wiederholung) innerhalb des Jyotpatti-Abschnitts.]
So lautet abermals das Verfahren für den fortschreitenden Sinus; ebenso ist der rückläufige Sinus bei sich selbst zu merken [?]. Nachdem man die (bekannte) Sinuslinie abgezogen hat, wird der (verbleibende) Rest durch 225 [?] geteilt und durch dessen Differenz dividiert.
Wort für Wort
syātkramajyāvidhiścaivam
so lautet abermals das Verfahren für den fortschreitenden Sinus
ukramajyāsvapismṛtaḥ
ebenso ist der rückläufige Sinus bei sich selbst zu merken [?]
jyāṃ prohya śeṣaṃ tattvatāśvi
nachdem man die Sinuslinie abgezogen hat, der Rest durch 225 [?]
hṝntaṃ tadvivaroddhṛm
geteilt und durch dessen Differenz dividiert [?].
[Anm.: Die erste Vershälfte ähnelt stark der ersten Hälfte von V98 (abermalige Wiederholung der Kramajyā/Utkramajyā-Regel), was ebenfalls auf eine Textverderbnis bzw. Dittographie im Quelltext hindeutet.] [?: „tattvatāśvi“ in der zweiten Vershälfte unklar.]
Die (Teilstück-)Zahl, mit 225 [?] malgenommen und (zum vorherigen Wert) hinzugefügt, wird als Bogen (Dhanus) bezeichnet. Die Grade des Manda-Epizykelradius (Mandaparidhi) der Sonne betragen 14 (Manavaḥ); die des Mondes (Śītago, „der kühl Strahlende“) [ein Zahlwort, verderbt] [?].
Wort für Wort
saṃkhyātattvāśvisaṃvargyaṃ
die (Teilstück-)Zahl, mit 225 [?] malgenommen
saṃyojyaṃ dhanurucyate
und hinzugefügt, wird als Bogen bezeichnet
ravermandaparidhyaṃśā manavaḥ
die Grade des Manda-Epizykelradius der Sonne (betragen) 14
śītagoradāḥ
die des Mondes (Zahlwort, verderbt) [?].
[?: „manavaḥ“ als Bhūtasaṃkhyā-Zahl 14 (die vierzehn Manus) gedeutet, in Übereinstimmung mit dem in der Siddhānta-Literatur verbreiteten Wert von 14° für den Manda-Epizykelradius der Sonne; die anschließende Zahlangabe für den Mond ist im Quelltext verderbt.]
Am geraden Ende (Yugmānta, 180°) und am ungeraden Ende (Viṣamānta) (sind die Epizykelradien jeweils), vermindert um [ein verderbtes Zahlwort] [?] Bogenminuten. Am geraden Ende ferner betragen sie [ein verderbtes Zahlwort] [?]; bei der Sonne [ein weiteres verderbtes Zahlwort] [?].
Wort für Wort
yugmānte viṣamānte tu
am geraden und am ungeraden Ende
nakhaliptonitāstayoḥ
vermindert um (Zahlwort, verderbt) Bogenminuten [?]
yugmānterthādrayaḥ khāgnisurāḥ
am geraden Ende ferner (Zahlwort, verderbt) [?]
sūryā navārṇavāḥ
bei der Sonne (Zahlwort, verderbt) [?].
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System, das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
ojedvyagā ca suyamāradārudrāgajābdhayaḥ / kujādīnāmataḥ śaughnyāyugmānterthāgnidasrakāḥ
Am ungeraden (Kreisviertel) hingegen [ein verderbtes Zahlwort] [?]. Für Mars und die übrigen (Planeten) demnach [ein verderbtes Zahlwort] [?] am geraden Ende [?].
Wort für Wort
ojedvyagā ca
am ungeraden (Kreisviertel) hingegen
suyamāradārudrāgajābdhayaḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
kujādīnāmataḥ śaughnyā
für Mars und die übrigen (Planeten) demnach
yugmānterthāgnidasrakāḥ
(Zahlwort, verderbt) am geraden Ende [?]
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System, das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
guṇāgnicandrāḥ khanagādvirasākṣīṇi go 'grayaḥ / ojānte dvitriyamatādviviśveyamaparvatāḥ
[Fortsetzung der Zahlenangaben zu den planetenspezifischen Epizykelradien (Manda- und Śīghra-Paridhi) an geradem und ungeradem Kreisviertel; der Vers ist im Quelltext so stark verderbt, dass sich die einzelnen Werte nicht mehr sicher zuordnen lassen.] [?]
Wort für Wort
guṇāgnicandrāḥ khanagādvirasākṣīṇi
(Zahlwort-Kette, verderbt) [?]
go 'grayaḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
ojānte dvitriyamatādvi
am ungeraden Ende (Zahlwort, verderbt) [?]
viśveyamaparvatāḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
[Anm.: Fortlaufende Kette von Bhūtasaṃkhyā-Zahlwörtern innerhalb der Epizykelradius-Tabelle; eine verlässliche Übersetzung der Einzelwerte ist wegen der Verderbnis des Textes nicht möglich.]
[Weitere verderbte Zahlwörter] werden beim Śīghra-Verfahren (Konjunktionskorrektur) genannt. Die Differenz der Epizykelradien an ungeradem und geradem (Kreisviertel), mit dem Sinus des Arguments (Bhujajyā) multipliziert und durch den Radius-Sinus (Trijyā) geteilt –
Wort für Wort
khartudasnāvipadvedāḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
śīghnakarmaṇi kīrtitāḥ
werden beim Śīghra-Verfahren genannt
ojayugmāntaraguṇā
die Differenz der Epizykelradien an ungeradem und geradem Kreisviertel, malgenommen
bhujajyātrijyayoddhṛtāḥ
mit der Bhujajyā und durch die Trijyā geteilt.
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System, das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
beim geraden Kreisviertel ist (das Ergebnis) positiv oder negativ zu setzen, je nachdem, ob (der Wert) kleiner oder größer als der am ungeraden (Viertel) ist – so ergibt sich der wahre (sphuṭa) Epizykelradius. Mit diesem multipliziert man Sinus und Kosinus des Arguments, (das Ergebnis) durch die Gradzahl des vollen Kreises (360°) geteilt –
Wort für Wort
yugmavṛtte dhanarṇaśyāt
beim geraden Kreisviertel ist (das Ergebnis) positiv oder negativ
ojādūne 'dhike sphuṭam
je nachdem, ob kleiner oder größer als am ungeraden (Viertel) – der wahre (Epizykelradius)
der daraus resultierende Bogen des mit der Bhujajyā gebildeten Ergebnisses ist die Manda-Gleichung, das Ergebnis in Bogenminuten und dergleichen. Das Koṭiphala beim Anomaliewinkel (Kendra), beginnend bei Makara (Steinbock), wird als positiv überliefert.
Wort für Wort
tadbhujajyāphaladhanuḥ
der Bogen des mit der Bhujajyā gebildeten Ergebnisses
māndaṃ liptādikaṃ phalam
ist die Manda-Gleichung, das Ergebnis in Bogenminuten und dergleichen
śai'yakoṭiphalaṃ kendre
das Koṭiphala beim Anomaliewinkel
makarādau dhanaṃ smṛtam
beginnend bei Makara, wird als positiv überliefert.
saṃśodhyaṃ tu trijīvāyāṃ karkādau koṭijaṃ phalam / tadbāhuphalavargaikyānmūlakarṇaścalābhidhaḥ
beim Radius-Sinus (Trijīvā) aber ist, beginnend bei Karka (Krebs), das aus der Koṭi resultierende Ergebnis abzuziehen. Aus der Summe der Quadrate von (Radius mit Koṭiphala) und Bāhuphala ergibt die Wurzel die veränderliche, sogenannte Hypotenuse (Cala-Karṇa).
Wort für Wort
saṃśodhyaṃ tu trijīvāyāṃ
beim Radius-Sinus aber ist abzuziehen
karkādau koṭijaṃ phalam
beginnend bei Karka, das aus der Koṭi resultierende Ergebnis
tadbāhuphalavargaikyān
aus der Summe der Quadrate (von Koṭi- und) Bāhuphala
Das mit dem Radius-Sinus multiplizierte Bāhuphala wird, beginnend bei Makara, als positiv überliefert. Beim Radius-Sinus aber ist, beginnend bei Karka, das aus der Koṭi resultierende Ergebnis abzuziehen.
Wort für Wort
trijyābhyastaṃ bhujaphalaṃ
das mit dem Radius-Sinus multiplizierte Bāhuphala
makarādau dhanaṃ smṛtam
wird, beginnend bei Makara, als positiv überliefert (vgl. V107)
saṃśodhyaṃ tu trijīvāyāṃ
beim Radius-Sinus aber ist abzuziehen
karkādau koṭijaṃ phalam
beginnend bei Karka, das aus der Koṭi resultierende Ergebnis (vgl. V108).
[Anm.: Der Vers wiederholt inhaltlich bzw. wortgleich Aussagen aus V107 („makarādau dhanaṃ smṛtam“) und V108 (zweite Vershälfte wortgleich mit der ersten Hälfte von V108: „saṃśodhyaṃ tu trijīvāyāṃ karkādau koṭijaṃ phalam“) – offenbar eine weitere Dittographie im überlieferten Quelltext.]
Aus der Summe der Quadrate (von Koṭi- und) Bāhuphala ergibt die Wurzel die veränderliche, sogenannte Hypotenuse (Cala-Karṇa). Das mit dem Radius-Sinus multiplizierte Bāhuphala, durch die (jeweils aktuelle) Hypotenuse geteilt –
Wort für Wort
tadbāhuphalavargaikyān
aus der Summe der Quadrate (von Koṭi- und) Bāhuphala
mūlaṃ karṇaścalābhidhaḥ
ergibt die Wurzel die veränderliche Hypotenuse (vgl. V108)
trijyābhaghyastaṃ bhujaphalaṃ
das mit dem Radius-Sinus multiplizierte Bāhuphala
palakarṇavibhājitam
durch die (aktuelle) Hypotenuse geteilt.
[Anm.: Die erste Vershälfte entspricht nahezu wortgleich der zweiten Hälfte von V108 („tadbāhuphalavargaikyānmūlakarṇaścalābhidhaḥ“) – eine weitere Dittographie im überlieferten Text.]
der Bogen des so erhaltenen (Wertes), in Bogenminuten und dergleichen, wird als diese „Śaighrya“ (Śīghra-Gleichung) überliefert. Dies gilt zunächst für Mars und die übrigen (oberen Planeten), und zwar im vierten (Berechnungs-)Schritt (Karman).
Wort für Wort
labdhasya cāpaṃ liptādi phalaṃ
der Bogen des erhaltenen (Wertes), in Bogenminuten und dergleichen,
śaidhryamidaṃ smṛtam
wird als diese Śīghra-Gleichung überliefert
etadādau kujādīnāṃ
dies gilt zunächst für Mars und die übrigen (Planeten)
Für Sonne und Mond ist nur eine Rechnung, die Manda-Korrektur, (vorzunehmen); für Merkur und die übrigen (Planeten) hingegen wird gesagt: Śīghra, Manda, wiederum Manda, (dann) Śīghra – vier (Schritte) der Reihe nach.
Wort für Wort
māndyaṃ karmaikamarkendvoḥ
für Sonne und Mond ist nur die Manda-Korrektur (vorzunehmen)
bhaundvorbhauṃmādīnāmāthocyate
für Merkur und die übrigen (Planeten) hingegen wird gesagt
ajā dikendre sarveṣāṃ māndye śairghye ca karmaṇi / dhanaṃ grahāṇāṃ liptādi tulādāvṛṇameva tat
Bei Aja (Widder) und den (übrigen Zeichen als) Anomaliewinkel ist bei allen (Planeten), sowohl bei der Manda- als auch bei der Śīghra-Rechnung, die Korrektur der Planeten in Bogenminuten und dergleichen positiv; bei Tulā (Waage) beginnend, ist sie hingegen negativ.
Wort für Wort
ajā dikendre sarveṣāṃ
bei Widder (und den übrigen Zeichen) als Anomaliewinkel, bei allen (Planeten)
māndye śairghye ca karmaṇi
sowohl bei der Manda- als auch bei der Śīghra-Rechnung
dhanaṃ grahāṇāṃ liptādi
ist die Korrektur der Planeten, in Bogenminuten und dergleichen, positiv
Mit dem Bāhuphala der Sonne multipliziert und durch die tägliche Bewegung (Bhukti) des Planeten geteilt, sind die Bogenminuten mittels der Bogenminuten des Tierkreises für den Planeten so wie bei der Sonne zu bestimmen.
Wort für Wort
arkabāhuphalābhyastā
mit dem Bāhuphala der Sonne multipliziert
grahabhuktivibhājitāḥ
durch die tägliche Bewegung des Planeten geteilt
bhacakrakalikābhistu liptāḥ
die Bogenminuten mittels der Bogenminuten des Tierkreises
kāryā graher'kavat
sind für den Planeten so wie bei der Sonne zu bestimmen.
grahabhaktaḥ phalaṃ kāryaṃ grahavanmandakarmaṇi / karkādau taddhanaṃ tatra makarādāvṛṇaṃ smṛtam
Das durch (die Bewegung) des Planeten geteilte Ergebnis ist, wie bei den (übrigen) Planeten, bei der Manda-Rechnung zu bilden. Beginnend bei Karka ist dies dabei positiv, beginnend bei Makara hingegen negativ überliefert.
Wort für Wort
grahabhaktaḥ phalaṃ kāryaṃ
das durch (die Bewegung) des Planeten geteilte Ergebnis ist zu bilden
grahavanmandakarmaṇi
wie bei den (übrigen) Planeten, bei der Manda-Rechnung
karkādau taddhanaṃ tatra
beginnend bei Karka ist es dabei positiv
makarādāvṛṇaṃ smṛtam
beginnend bei Makara hingegen negativ überliefert.
Die mit dem Sinus (Dorjyā) und (weiteren Faktoren) multiplizierte tägliche Bewegung, wiederum durch 225 [?] geteilt und dann mit dem eigenen Manda-Epizykelradius multipliziert, (und) durch die Gradzahl des vollen Kreises geteilt, ergibt die Bogenminuten (der täglichen Änderung der Gleichung) –
Wort für Wort
dorjyottaraguṇābhuktiḥ
die mit dem Sinus und (weiteren Faktoren) multiplizierte tägliche Bewegung
tattvanetroddhṛtā punaḥ
wiederum durch 225 [?] geteilt
svamandaparidhikṣuṇṇā
dann mit dem eigenen Manda-Epizykelradius multipliziert
bhagaṇāṃśoddhṛtāḥkalāḥ
durch die Gradzahl des vollen Kreises geteilt, ergibt die Bogenminuten.
[?: „tattvanetraiḥ“ vermutlich wiederum als 225 zu deuten (vgl. V96f.).]
die um die Manda-Korrektur berichtigte tägliche Bewegung, vermindert um die Bewegung des Śīghra-Apogäums – der verbleibende Rest ist sodann mit dem Verhältnis von Radius-Sinus (Trijyā) und (veränderlicher) Hypotenuse zu multiplizieren.
Wort für Wort
mandasphuṭakṛtā bhuktiḥ
die um die Manda-Korrektur berichtigte tägliche Bewegung
śīghnoccabhuktitaḥ
vermindert um die Bewegung des Śīghra-Apogäums
taccheṣaṃ vivareṇātha
der verbleibende Rest ist sodann mit dem Verhältnis
hanyātrijyāṅkakarṇayoḥ
von Radius-Sinus und Hypotenuse zu multiplizieren.
durch die (mit dem Vollkreis-Radius berechnete) Hypotenuse geteilt, ist es bei der täglichen Bewegung positiv, wenn die veränderliche Hypotenuse größer als der Radius-Sinus ist; ist sie kleiner, negativ. Übersteigt (der Korrekturbetrag die tägliche Bewegung), so tritt, nach Abzug, rückläufige Bewegung (Vakragati) ein.
Wort für Wort
cakrakarṇahṛtaṃ bhuktau
durch die (mit dem Vollkreis-Radius berechnete) Hypotenuse geteilt, bei der täglichen Bewegung
karṇe trijyādhike dhanam
positiv, wenn die (veränderliche) Hypotenuse größer als der Radius-Sinus ist
ṛṇamūne 'dhike prohya
negativ, wenn kleiner; übersteigt (der Betrag die Bewegung), nach Abzug,
[Zahlwörter im Bhūtasaṃkhyā-System, verderbt, geben offenbar die Anomaliewinkel-Gradzahlen an, bei denen Mars und die übrigen (oberen) Planeten in Rückläufigkeit eintreten.] [?]
Wort für Wort
kṛtartucandrairvedendraiḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
śūnyatryekairguṇāṣṭabhiḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
śararudraiścaturyāṃśu
(Zahlwort, verderbt) [?]
kendrāṃśerbhūsutādayaḥ
die Anomaliewinkel-Gradzahlen für Mars und die übrigen (Planeten) [?].
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System, das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
Bei den rückläufigen (Planeten) ergibt sich, vom Vollkreis abgezogen, mit jenen Gradzahlen, der Übergang von direktem (Uju) zu rückläufigem (Vakra) Lauf [?]. Der fortschreitende Sinus (Kramajyā), multipliziert mit dem Äquinoktialsinus (Viṣuvadbhā) und durch zwölf geteilt, ergibt den Horizontsinus (Kṣitijyā) [?].
Wort für Wort
vakriṇaścakraśuddhaistaiḥ
bei den rückläufigen (Planeten), vom Vollkreis abgezogen, mit jenen
aṃśairujutivakratām
Gradzahlen, der Übergang von direktem zu rückläufigem Lauf
kramajyā viṣuvadbhāghnī
der fortschreitende Sinus, multipliziert mit dem Äquinoktialsinus,
trijyāguṇā dinavyāsabhaktā cāpaṃ ca śatravaḥ / tatkārmukamudakrāntau dhanahīno pṛthakkṣate
Mit dem Radius-Sinus multipliziert und durch den (Äquator-Tages-)Durchmesser geteilt, ergibt der Bogen (davon) die Ascensionaldifferenz [?]. Deren Bogen ist bei nördlicher Deklination (Udakkrānti) positiv oder negativ zu setzen, gesondert bei (Tag- oder Nacht-)Verlust (Kṣaya) [?].
Wort für Wort
trijyāguṇā dinavyāsabhaktā
mit dem Radius-Sinus multipliziert und durch den Tagesdurchmesser geteilt
cāpaṃ ca śatravaḥ
ergibt der Bogen (die Ascensionaldifferenz) [?]
tatkārmukamudakrāntau
deren Bogen ist bei nördlicher Deklination
dhanahīno pṛthakkṣate
positiv oder negativ zu setzen, gesondert bei (Tag-/Nacht-)Verlust [?].
[?: Knappe Formulierung der Cara-(Ascensionaldifferenz-)Regel; Einzelheiten der zweiten Vershälfte unsicher.]
Beim vierten Teil des eigenen Tag-Nacht-Zyklus, bei der Hälfte von Tag und Nacht, wird dies überliefert. Bei südlicher Deklination (Yāmyakrānti) ist es umgekehrt; verdoppelt gilt dies bei Tagesverkürzung (Dinakṣaya).
Wort für Wort
svāhorātracaturbhāge
beim vierten Teil des eigenen Tag-Nacht-Zyklus
dinarātridale smṛte
bei der Hälfte von Tag und Nacht wird dies überliefert
Der Durchlauf eines Tierkreiszeichens (Bhabhoga) beträgt [ein verderbtes Zahlwort] Bogenminuten [?], ebenso bei der (Mondtag-)Berechnung (Tithi). Die Bogenminuten des Planeten, durch den Zeichen-Durchlauf (geteilt), ergeben die entsprechende Zeit in Tagen und dergleichen.
Wort für Wort
bhabhogo 'ṣṭaśatīrliptāḥ
der Durchlauf eines Zeichens (beträgt Zahlwort, verderbt) Bogenminuten [?]
svāśivaśailostathāttitheḥ
(weiteres Zahlwort, verderbt) [?], ebenso bei der Tithi-Berechnung
grahaliptā bhagābhogābhāni
die Bogenminuten des Planeten, durch den Zeichen-Durchlauf
bhuktyādinādikam
ergeben die entsprechende Zeit in Tagen und dergleichen.
[?: „aṣṭaśatīḥ … svāśivaśailoḥ“ im Quelltext verderbt; die zu erwartende Größe (Bhabhoga = 1800′, ein Zeichen zu 30°) lässt sich aus dem Wortlaut nicht sicher bestätigen.]
Die Bogenminuten der Konjunktion (Yoga) von Sonne und Mond aber, durch den Yoga-Zeichendurchlauf geteilt, ergeben den durchlaufenen und den noch zu durchlaufenden Anteil; mit sechzig multipliziert und durch die (kombinierte) Bewegung geteilt, ergeben sich die Zeiteinheiten (Nāḍikā).
Wort für Wort
ravīnduyogaliptāstu
die Bogenminuten der Konjunktion von Sonne und Mond aber
yogābhabhogabhājitāḥ
durch den Yoga-Zeichendurchlauf geteilt
gatagamyāśca ṣaṣṭighnā
(ergeben) den durchlaufenen und zu durchlaufenden Anteil, mit sechzig multipliziert
bhuktiyogāptanāḍikāḥ
durch die (kombinierte) Bewegung geteilt, die Zeiteinheiten.
Die Bogenminuten von Sonne und Mond aber, bezogen auf die Mondtage (Tithi), durch den (Tages-)Durchlauf geteilt, ergeben den durchlaufenen und noch zu durchlaufenden Anteil; mit sechzig multipliziert und durch die relative Bewegung geteilt [?].
Wort für Wort
arkenacandraliptāstu tithayaḥ
die Bogenminuten von Sonne und Mond, bezogen auf die Mondtage,
bhogabhājitāḥ
durch den (Tages-)Durchlauf geteilt
gatagamyāśca ṣaṣṭighnā
ergeben den durchlaufenen und zu durchlaufenden Anteil, mit sechzig multipliziert
nātobhuktataroddhṛtāḥ
und durch die relative Bewegung geteilt [?].
[?: Zweite Vershälfte in der genauen Formulierung unsicher.]
Die Mondtage (Tithi), beginnend mit Śukla-Pratipad, verdoppelt und um Eins vermehrt [?]. Der Rest ergibt (die Karaṇas): Bava, Bālava, Kaulava, Taitila, Gara –
Wort für Wort
tithayaḥ śuklapratipado
die Mondtage, beginnend mit Śukla-Pratipad
dvighnāḥ saikā na gāhatāḥ
verdoppelt und um Eins vermehrt [?]
śeṣaṃ bavo bālavaśca
der Rest (ergibt): Bava, Bālava
kaulavastaitilo garaḥ
Kaulava, Taitila, Gara.
[?: Erste Vershälfte in der genauen Rechenvorschrift unsicher; die Aufzählung der Karaṇa-Namen in der zweiten Vershälfte ist hingegen eindeutig.]
śilātalevasaṃśuddhe vajralepetivāsame / tatra śakāṅgulairiṣṭaiḥ samamaṇḍalamālikhet
Auf einer Steinplatte, gut geglättet, mit Vajralepa (Hartmörtel) überzogen, oder auf einer ebenso ebenen Fläche – dort zeichne man mit einer beliebigen Anzahl von Fingerbreiten (Aṅgula) als Radius einen ebenmäßigen Kreis.
Wort für Wort
śilātalevasaṃśuddhe
auf einer Steinplatte, gut geglättet
vajralepetivāsame
mit Vajralepa überzogen oder auf ebenso ebener Fläche
tatra śakāṅgulairiṣṭaiḥ
dort mit einer beliebigen Anzahl von Fingerbreiten
In dessen Mitte stelle man einen Gnomon (Śaṅku) auf, angenommen mit zwölf Fingerbreiten Länge. Die Spitze seines Schattens berühre (den Kreisrand) dort, wo sie am Vormittag und am Nachmittag zu liegen kommt.
Wort für Wort
tanmadhye sthāpayecchaṅkuṃ
in dessen Mitte stelle man den Gnomon auf
kalpanā ddvādaśāṅgulam
angenommen mit zwölf Fingerbreiten Länge
tacchāyāgraṃ spṛśedyatra
die Spitze seines Schattens berühre (den Kreisrand) dort, wo
dattaṃ pūrvāparāhnayoḥ
sie am Vormittag und am Nachmittag zu liegen kommt.
Nachdem man dort beide Punkte markiert hat, die als „östlich“ und „westlich“ bezeichnet werden, ist in deren Mitte mit dem „Fisch“(-Verfahren) die Süd-Nord-Linie zu ziehen.
Wort für Wort
tatra binduṃ vidhāyobhau
nachdem man dort beide Punkte markiert hat
vṛtte pūrvāparābhidhau
die als „östlich“ und „westlich“ am Kreis bezeichnet werden
tanmadhye timinā rekhā
in deren Mitte ist mit dem Fisch(-Verfahren) die Linie
yāmyottaradiśormadhye timinā pūrvapaścimā / digmadhyamatsyaiḥ saṃsādhyā vidiśastadvadeva hi
In der Mitte zwischen der Süd- und der Nordrichtung ist mit dem Fisch(-Verfahren) ebenso die Ost-West-Linie (zu ziehen). Die Zwischenrichtungen sind mit den „Fischen“ der Mittellinien ebenso zu bestimmen.
Wort für Wort
yāmyottaradiśormadhye
in der Mitte zwischen Süd- und Nordrichtung
timinā pūrvapaścimā
ist mit dem Fisch(-Verfahren) die Ost-West-Linie (zu ziehen)
digmadhyamatsyaiḥ saṃsādhyā
mit den „Fischen“ der Mittellinien sind zu bestimmen
Man zeichne außen ein Viereck mit von der Mitte ausgehenden Fäden (Sūtra). Dort, mit den in Fingerbreiten angegebenen Seitenfäden, gilt die jeweils gewünschte Schattenlänge als gegeben.
Wort für Wort
caturastaṃ bahiḥ kuryāt
man zeichne außen ein Viereck
sūtrairmadhyādviniḥsṛtaiḥ
mit von der Mitte ausgehenden Fäden
bhujasūtrāṅgulaistatra
dort mit den in Fingerbreiten angegebenen Seitenfäden
prāṅkpaścimāśritā rekhā procyate samamaṇḍalam / bhamaṇḍalaṃ ca viṣuvanmaṇḍalaṃ parikīrtitam
Die von Ost nach West verlaufende Linie wird als „gleichmäßiger Kreis“ (Samamaṇḍala, der Ost-West-Horizontkreis) bezeichnet. Und der Sternenkreis (Bhamaṇḍala) wird als Äquatorkreis (Viṣuvanmaṇḍala) verkündet.
Die Ost-West-Linie ist mittels der Äquinoktialschatten-Spitze (Viṣuvadbhāgrā) zu bestimmen. Die Mitte zwischen gewünschtem Schatten und Äquinoktialschatten wird als „Agrā“ bezeichnet.
Wort für Wort
rekhā prācyaparā sādhyā
die Ost-West-Linie ist zu bestimmen
viṣuvadbhāgrayā tathā
mittels der Äquinoktialschatten-Spitze, ebenso
iṣṭacchāyāviṣuvatormadhye
die Mitte zwischen gewünschtem Schatten und Äquinoktialschatten
Aus der Summe der Quadrate von Gnomon und Schatten ergibt die Wurzel die Hypotenuse (Karṇa). Nach Abzug des Gnomonquadrats (vom Hypotenusenquadrat) ergibt die Wurzel den Schatten, und umgekehrt (ergibt sich) der Gnomon.
Wort für Wort
śaṅkucchāyākṛtiyutermūlaṃ
aus der Summe der Quadrate von Gnomon und Schatten ergibt die Wurzel
karṃṇo 'ya vargataḥ
die Hypotenuse, aus deren Quadrat
prohya śaṅkukṛte mūlaṃ chāyā
nach Abzug des Gnomonquadrats ergibt die Wurzel den Schatten
Dreißigfach quadriert [?] verschiebt sich im Yuga der Kreis der Sternbilder (Bhacakra) nach Osten [?] (Ayana-Verschiebung). Mit dieser Zahl multipliziert und durch die Tage eines (Fixstern-)Umlaufs geteilt, ergibt sich der entsprechende Anteil aus der (verflossenen) Tagesanzahl (Dyugaṇa).
Wort für Wort
triṃśatkṛtyoyuge bhānāṃ
dreißigfach quadriert [?], im Yuga, der Sternbilder
cakraṃ prākparilaṃbate
Kreis verschiebt sich nach Osten [?]
tadguṇādbhadinairbhaktyā
mit dieser Zahl multipliziert und durch die (Fixstern-)Tage geteilt
dyugaṇādyadavāpyate
ergibt sich (der Anteil) aus der Tagesanzahl.
[?: Knappe Beschreibung einer Ayana-Verschiebungs-/Präzessionsregel; die genaue Zahlangabe „triṃśatkṛtyo“ und der Rechenweg bleiben unsicher.]
Dessen Bogen, durch [ein verderbtes Zahlwort] geteilt, ist als die Gradzahl der Ayana-(Verschiebung) zu erkennen [?]. Aus dessen (Quadrat) ergibt sich, in Verbindung mit der Deklination, die Schattendifferenz und die Halb(-Tageslänge) und dergleichen [?].
Wort für Wort
taddosrivnādaśādhnāṃśā
dessen Bogen, durch (Zahlwort, verderbt) geteilt [?]
vijñeyā ayatānidhāḥ
ist als die Gradzahl der Ayana-Verschiebung zu erkennen [?]
tatsaṃsvakṛtāddhahātkānti
aus dessen (Quadrat), in Verbindung mit der Deklination [?]
cchāyāvaradalādikam
ergibt sich die Schattendifferenz und Halb(-Tageslänge) und dergleichen [?].
[Anm.: Der gesamte Vers ist im überlieferten Quelltext stark verderbt; die obige Wiedergabe folgt dem erkennbaren Sinnzusammenhang (Ayana-Grad, Krānti, Chāyā), ohne dass die genaue Rechenvorschrift gesichert wäre.]
Wenn Gnomon und (Äquinoktial-)Schatten mit dem Radius-Sinus multipliziert und durch den (Schatten bei) Krebs-Solstitium geteilt werden, ergeben sich der Kobreiten-Sinus (Lamba) und der Sinus der geographischen Breite (Akṣajyā); deren Schatten sind stets Lamba und Akṣa (auf der Südseite gemessen) [?].
Wort für Wort
śaṅkucchāyāhate trijye
Gnomon und Schatten, mit dem Radius-Sinus multipliziert
viṣuvatkarkabhājite
durch den Schatten bei Krebs-Solstitium geteilt
laṃbākṣajye tayośchāye
ergeben sich Lamba- und Akṣa-Sinus; deren Schatten
laṃbākṣau dakṣimau sadā
sind stets Lamba und Akṣa [?].
[?: Zweite Vershälfte („dakṣimau sadā“) in der genauen Bedeutung unsicher.]
Die Summe von geographischer Breite und Sonnendeklination (gilt), falls bei gleicher Richtung, sonst die Differenz. Der verbleibende Rest sind die Zenitdistanz-Grade der Sonne; davon ergeben sich Sinus (Bāhujyā) und Kosinus (Koṭijā).
Wort für Wort
sākṣārkāpakramayutiḥ
die Summe von geographischer Breite und Sonnendeklination
Mit dem Gnomonmaß in Fingerbreiten multipliziert, bei Bhujajyā und Trijyā der Reihe nach, (und) durch die Koṭijyā geteilt, erhält man das Schattenverfahren im äußeren Kreisviertel.
Von den Gradzahlen der geographischen Breite, der Sonnendeklination und der Zenitdistanz: bei gleicher Richtung die Differenz, sonst (die Summe). Der Rest ist der „Richtungswechsel-Beginn“ (Digbhedopakrama); dessen Sinus, mit dem Radius-Sinus multipliziert –
Wort für Wort
svākṣārkanatabhāgānāṃ
von den Gradzahlen der geographischen Breite, Sonnendeklination und Zenitdistanz
diksāmye 'taramanyathā
bei gleicher Richtung die Differenz, sonst (die Summe)
geteilt durch den Sinus des größten „Richtungswechsel-Beginns“, ergibt den Bogen; (so steht) die Sonne, beginnend bei Meṣa (Widder), (in ihrem Lauf). Beginnend bei Karka (Krebs) ist dies vom Halbkreis abzuziehen, beginnend bei Tulā (Waage) ist es zum Halbkreis, vermehrt (um einen weiteren Halbkreis), hinzuzufügen.
Wort für Wort
paramopakramajyāpta
geteilt durch den Sinus des größten Richtungswechsel-Beginns
cāpamepādigo raviḥ
ergibt den Bogen; die Sonne, beginnend bei Widder
karkādau prohyacakrārddhāt
beginnend bei Krebs vom Halbkreis abzuziehen
tulādau bhārddhasaṃyutātta
beginnend bei Waage zum Halbkreis (vermehrt) hinzuzufügen.
beginnend bei Mṛga (Steinbock), ist dies vom Vollkreis abzuziehen; so ergibt sich die wahre (sphuṭa) Sonne zum Mittag. Von dieser ausgehend wird, wiederholt angewandt, mittels der Manda-Gleichung (die Position) berichtigt; ausgehend von der mittleren Sonne (Madhyo Divākaraḥ).
Wort für Wort
mṛgādau prohyacakrāttu
beginnend bei Steinbock, aber vom Vollkreis abzuziehen
madhyāhner'kaḥ sphuṭo bhavet
so ergibt sich die wahre Sonne zum Mittag
tanmandamasakṛddhāmaṃphalaṃ
davon, wiederholt, mittels der Manda-Gleichung berichtigt
Die Aufgangszeiten der (Tierkreis-)Zeichen, mit Atemzügen (Prāṇa) multipliziert [?], durch [ein verderbtes Zahlwort] geteilt, ergeben die Bewegung. Die Atemzüge eines Vollkreises, mit dem Ergebnis vereinigt, werden als die Atemzüge des eigenen Tag-Nacht-Zyklus überliefert.
Wort für Wort
grahodayāḥ prāṇahatāḥ
die Aufgangszeiten der Zeichen, mit Atemzügen multipliziert
khakhāṣṭaikoddhatā gatiḥ
durch (Zahlwort, verderbt) geteilt, ergeben die Bewegung [?]
cakrāsavo labdhayutī
die Atemzüge eines Vollkreises, mit dem Ergebnis vereinigt
svrahorātrāsavaḥ smṛtāḥ
werden als Atemzüge des eigenen Tag-Nacht-Zyklus überliefert.
Mit der Hälfte der Hypotenuse der drei Tageslängen-Grenzen multipliziert [?], durch die Hälfte des eigenen Tag-Nacht-Zyklus geteilt, ergeben sich der Reihe nach die Sinus des ersten, zweiten und dritten Zeichens; deren Bögen werden je einzeln bestimmt.
Wort für Wort
tribhadyukarṇārddhaguṇā
mit der Hälfte der Hypotenuse der drei Tageslängen-Grenzen multipliziert [?]
svāhorātrārddhabhājitāḥ
durch die Hälfte des eigenen Tag-Nacht-Zyklus geteilt
kramādekadvitribhaghājyā
ergeben sich der Reihe nach die Sinus von erstem, zweitem, drittem Zeichen
taccāpāni pṛthak pṛthak
deren Bögen werden je einzeln bestimmt.
[?: „tribhadyukarṇārddhaguṇā“ in der genauen Konstruktion unsicher.]
Von seinem jeweils darunterliegenden Wert abgezogen, ergeben sich, ausgehend von Meṣa (Widder), die Aufgangszeiten für Laṅkā (den Äquatorort). [Es folgen weitere, im Quelltext verderbte Zahlwörter zu den Aufgangszeiten der einzelnen Tierkreiszeichen.] [?]
Wort für Wort
svādhodhaḥ praviśodhyātha
von seinem darunterliegenden Wert abgezogen, sodann
meṣāllaṅkodayāsavaḥ
ausgehend von Widder, die Aufgangszeiten für Laṅkā
svāgāṣṭayorthagogaikāḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
śaratryekaṃ himāṃśavaḥ
(Zahlwort, verderbt) [?]
[?: Enthält (ein) Zahlwort/-wörter im Bhūtasaṃkhyā-System, das/die im überlieferten Quelltext verderbt ist/sind; der genaue Zahlenwert lässt sich daher nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]
Vermindert um den jeweiligen Cara-Anteil des eigenen Ortes, ergeben sich die gewünschten Aufgangszeiten. Mit diesen, umgekehrt oder nicht umgekehrt vermehrt, ergeben sich sodann die (Aufgangszeiten), beginnend mit Karkaṭa (Krebs) und den folgenden (Zeichen).
Wort für Wort
svadeśacarakhaṇḍonā
vermindert um den Cara-Anteil des eigenen Ortes
bhavantīṣṭodayāsavaḥ
ergeben sich die gewünschten Aufgangszeiten
vyastāvyastairyutāstaistaiḥ
mit diesen, umgekehrt oder nicht umgekehrt, vermehrt
karkaṭādyāstatastu yaḥ
ergeben sich sodann (die Aufgangszeiten) beginnend mit Krebs.
In umgekehrter Reihenfolge ergeben sich eben diese sechs (Aufgangszeiten) für die Zeichen, beginnend mit Tulā (Waage). Die bereits verstrichenen und die noch zu vollendenden Aufgangs-Zeiteinheiten sind zu bestimmen, bezogen auf die mit Ayana-(Verschiebung versehene), dem gewünschten Zeitpunkt eigene Sonne.
Wort für Wort
utkrameṇa ṣaḍevaite
in umgekehrter Reihenfolge ergeben sich eben diese sechs
bhavantīṣṭāstulādayaḥ
für die gewünschten Zeichen, beginnend mit Waage
gatabhogyāsavaḥ kāryāḥ
die verstrichenen und noch zu vollendenden Zeiteinheiten sind zu bestimmen
sāyanāḥsveṣṭabhāskarāḥ
bezogen auf die mit Ayana versehene, dem Zeitpunkt eigene Sonne.
Vom (Sonnen-)Aufgang aus, multipliziert (mit den verstrichenen Graden) und geteilt, ergeben sich die noch zu vollendenden Zeiteinheiten, gemäß ihrem eigenen Maß. Von den Zeiteinheiten und Atemzügen des gewünschten Zeitpunkts ziehe man die noch zu vollendenden Atemzüge ab.
Wort für Wort
svodayātsuhatā bhaktā
vom (Sonnen-)Aufgang aus, multipliziert und geteilt
bhaktabhogyāḥ svamānataḥ
ergeben sich die noch zu vollendenden (Zeiteinheiten), gemäß eigenem Maß
abhiṣṭadhaṭikāsubhyo
von den Zeiteinheiten und Atemzügen des gewünschten Zeitpunkts
Ebenso verfährt man bei den Atemzügen des noch kommenden Aszendenten (Lagna); so werden sie der Reihe nach durchlaufen. Der Rest, vom Dreißiger-Schritt her genommen, wird durch den unkorrigierten Wert dividiert [?].
Wort für Wort
tadvadevaiṣyalagnāsūn
ebenso (verfährt man) bei den Atemzügen des kommenden Aszendenten
evaṃ vyāptāstathā kramāt
so werden sie der Reihe nach durchlaufen
śeṣaṃ triṃśatkramāddhyastam
der Rest, vom Dreißiger-Schritt her genommen,
aśuddhena vibhājitam
wird durch den unkorrigierten Wert dividiert [?].
[?: Zweite Vershälfte in der genauen Rechenvorschrift unsicher.]
bhāgayuktaṃ ca hīnaṃ ca vyayanāṃśaṃ tanuḥ kuje / prākpaścānnatanāḍībhyastadvallaṅkodayāsubhiḥ
Vermehrt oder vermindert um den Grad(-Anteil), (ergibt sich) der Ayana-Grad am Aszendenten (Tanu, erstes Haus) [?]. Mit den Zeiteinheiten für östliche oder westliche Zenitdistanz multipliziert, ebenso mit den Aufgangs-Zeiteinheiten für Laṅkā –
Wort für Wort
bhāgayuktaṃ ca hīnaṃ ca
vermehrt oder vermindert um den Grad(-Anteil)
vyayanāṃśaṃ tanuḥ kuje
der Ayana-Grad am Aszendenten [?]
prākpaścānnatanāḍībhyas
mit den Zeiteinheiten für östliche oder westliche Zenitdistanz
tadvallaṅkodayāsubhiḥ
ebenso mit den Aufgangs-Zeiteinheiten für Laṅkā.
[?: Vers stark verderbt (u. a. „kuje“ hier unklar); die Grundrichtung – Berechnung des Meridian-Aszendenten unter Einbeziehung der Ayana-Korrektur – ist aus dem Kontext erschließbar, die genaue Formel jedoch nicht.]
bhānau kṣayadhane kṛtvā madhyalagnaṃ tadā bhavet / bhogyāsūnūnakasyātha bhuktāsūnadhikasya ca
Nachdem man bei der Sonne Verlust oder Gewinn angewandt hat, ergibt sich dann der Meridian-Aszendent (Madhyalagna). Man verwendet die noch zu vollendenden Zeiteinheiten beim verminderten, die bereits verstrichenen Zeiteinheiten beim vermehrten (Wert).
Wort für Wort
bhānau kṣayadhane kṛtvā
nachdem man bei der Sonne Verlust oder Gewinn angewandt hat
madhyalagnaṃ tadā bhavet
ergibt sich dann der Meridian-Aszendent
bhogyāsūnūnakasyātha
man verwendet die noch zu vollendenden (Zeiteinheiten) beim verminderten (Wert)
Nachdem man (diese Werte) zusammengefasst hat, ergeben sich die Atemzüge des Zwischen-Aszendenten; so erfolgt die Zeitbestimmung. Wenn die Bogenminuten-Grade der Sonne [?] geringer sind als die des Planeten Mond –
Wort für Wort
sapiṇḍyāntaralagnāsūn
nachdem man (diese Werte) zusammengefasst hat, die Atemzüge des Zwischen-Aszendenten
evaṃ syātkālasādhanam
so erfolgt die Zeitbestimmung
virāhvarkabhujāṃśāścet
wenn die Bogenminuten-Grade der Sonne [?]
indrālpāḥ syād graho vidhoḥ
geringer sind als die des Planeten Mond.
[?: „virāhvarka“ bleibt in der genauen Bedeutung unsicher; sinngemäß auf die Sonne bezogen wiedergegeben. Ab hier Übergang zum Abschnitt über die Finsternisberechnung (Grahaṇa).]
Deren Bogenminuten-Grade, mit elf multipliziert und durch sieben geteilt [?], ergeben den Abstand in Fingerbreiten und Pfeil(-Einheiten) [?]. Der Mond verdeckt die Sonne, und der Erdschatten (Bhūbhā) verdeckt den Mond; so entsteht die Verfinsterung (Channaka).
Wort für Wort
teṣāṃ śivaghnāḥ śailāptā
deren (Grade), mit elf multipliziert und durch sieben geteilt [?]
vyāvarkājaḥ śarāeṅgulaiḥ
ergeben den Abstand in Fingerbreiten und Pfeil-Einheiten [?]
arkaṃ vidhurvidhuṃ bhūbhā
der Mond verdeckt die Sonne, der Erdschatten den Mond
chādayatyathā channakam
so entsteht die Verfinsterung.
[?: „śivaghnāḥ śailāptā“ als 11 (Śiva) multipliziert, durch 7 (Śaila) geteilt gedeutet; die genaue Konstruktion bleibt unsicher.]
chādyachādakamānārdhaṃ śaronaṃ grāhyavarjitam / tatsvacchannaṃ ca mānaikyārddhāṃśaṣaṣṭaṃ daśāhatam
Die Hälfte der Summe der Maße von Verdecktem und Verdeckendem, vermindert um den Pfeil(-Wert), ohne das zu Verfinsternde [?] – dies ist die eigene Größe der Verfinsterung (Svacchanna); und der sechzigste Teil der halbierten Summe der Maße, verzehnfacht [?].
Wort für Wort
chādyachādakamānārdhaṃ
die Hälfte der Summe der Maße von Verdecktem und Verdeckendem
śaronaṃ grāhyavarjitam
vermindert um den Pfeil(-Wert), ohne das zu Verfinsternde [?]
tatsvacchannaṃ ca
dies ist die eigene Größe der Verfinsterung
mānaikyārddhāṃśaṣaṣṭaṃ daśāhatam
und der sechzigste Teil der halbierten Summe der Maße, verzehnfacht [?].
[Anm.: Vers behandelt die Berechnung der Finsternisgröße (Grāsa/Chanda) aus den Scheibenmaßen von Verdecktem und Verdeckendem; Einzelheiten der Formulierung im Quelltext unsicher.]
channaghnamasmānmūlaṃ tu khāṅgonaglauvapurhṛtam / sthityarddhaṃ ghaṭikādisyādvyaṅgabāhvaṃśasaṃmitaiḥ
Mit dem Verfinsterungswert multipliziert, ergibt die Wurzel davon, vermindert um einen bestimmten Anteil [?], geteilt durch den Mondkörper [?], die halbe Verfinsterungsdauer (Sthityardha) in Ghaṭikā und dergleichen, gemäß den entsprechenden Grad-Anteilen.
Wort für Wort
channaghnamasmānmūlaṃ tu
mit dem Verfinsterungswert multipliziert, ergibt die Wurzel davon
khāṅgonaglauvapurhṛtam
vermindert um einen Anteil [?], geteilt durch den Mondkörper [?]
sthityarddhaṃ ghaṭikādisyāt
die halbe Verfinsterungsdauer in Ghaṭikā und dergleichen
vyaṅgabāhvaṃśasaṃmitaiḥ
gemäß den entsprechenden Grad-Anteilen [?].
[Anm.: Vers stark verderbt; die Grundaussage – Berechnung der halben Verfinsterungsdauer aus dem Verfinsterungswert – ist erschließbar, die genaue Formel nicht.]
Mit den gewünschten Zeiteinheiten (Pala), davon vermindert oder vermehrt [?] – bei ungerader Bewegung der Sonne, sechsfach multipliziert [?] –, andernfalls, wenn jenes größer ist, so beim wahren (Wert), im vierten oder ersten Haus [?] (befindlich).
Wort für Wort
iṣṭaiḥ palaistadūnāḍhyaṃ
mit den gewünschten Zeiteinheiten, davon vermindert oder vermehrt [?]
vyagāvūner'kaṣaṅguṇaḥ
bei ungerader Bewegung der Sonne, sechsfach multipliziert [?]
tadanyathādhike tasmin
andernfalls, wenn jenes größer ist
evaṃ spaṣṭe sukhāntyage
so beim wahren (Wert), im vierten oder ersten Haus [?].
[Anm.: Vers stark verderbt; wörtliche Rekonstruktion nicht mit Sicherheit möglich.]
Mit dem Verfinsterungsbetrag (Grāsa), multipliziert mit dem eigenen Maß des Verdeckten, ergeben sich die entsprechenden Bruchteile (Viśopaka) [?]. Die volle (Konjunktion) ist hierbei der Mittelpunkt; am Ende der Neumondzeit [?], vermindert um ein Drittel [?].
Wort für Wort
grāsena svāhate
mit dem Verfinsterungsbetrag, multipliziert mit dem eigenen (Maß)
cchādyamānāme syurviśopakāḥ
des Verdeckten, ergeben sich die Bruchteile [?]
pūrṇāntaṃ madhyamatra syāt
die volle (Konjunktion) ist hierbei der Mittelpunkt
darśānteñjaṃ tribhonakam
am Ende der Neumondzeit [?], vermindert um ein Drittel [?].
[?: Zweite Vershälfte in der genauen Bedeutung unsicher.]
Gesondert, bei der Korrektur mittels der Grade von Deklination und geographischer Breite, ergeben sich die Zenitdistanz-Grade. Deren, mit zehn multipliziertes Quadrat, um zwei vermindert und halbiert, mit der Sonne vereinigt, ergibt [?].
Wort für Wort
pṛthak tatkrāntyakṣabhāga-
gesondert, bei der Korrektur mittels der Grade von Deklination
saṃskṛtau syurnatāṃśakāḥ
und geographischer Breite, ergeben sich die Zenitdistanz-Grade
taddighnāṃśakṛtidvyūnārddha-
deren, mit zehn multipliziertes Quadrat, um zwei vermindert und halbiert,
arkayutā hariḥ
mit der Sonne vereinigt, ergibt (Hariḥ) [?].
[?: „hariḥ“ als Ergebnisgröße am Versende unklar; die genaue Rechenvorschrift der zweiten Vershälfte bleibt unsicher.]
[Der Unterschied der Grade der drei Sternbilder(-Positionen) von Sonne] [?] ... [Fortsetzung stark verderbt] ... Die durch den (Sonnen-Mond-)Bewegungsunterschied geteilte Parallaxe (Lambana) [?], bei überschüssigem oder unzureichendem (Wert) [?].
Wort für Wort
tribhānāṅgārkaviśleṣāṃśo
der Unterschied der Grade (unklar) [?]
ḥṃśonaghnāḥ purandarāḥ
(unklar, stark verderbt) [?]
harāptālaṃbanaṃ
die durch den Bewegungsunterschied geteilte Parallaxe [?]
svarṇavitribherkādhikonake
bei überschüssigem oder unzureichendem (Wert) [?].
[Anm.: Der Vers ist im überlieferten Quelltext an mehreren Stellen so stark verderbt und uneinheitlich segmentiert (u. a. das isoliert stehende Wort „purandarāḥ“), dass eine verlässliche wörtliche Übersetzung nicht möglich ist; erkennbar ist der Bezug zur Lambana-(Parallaxen-)Berechnung.]
Mit dreizehn multipliziert, um die Bogenminuten der Parallaxe (Lambana) vermehrt oder vermindert, verhält es sich wie beim Tithi-Wert [?]. Um den Pfeil(-Wert) vermindert, die Parallaxe sechsfach multipliziert, deren Bogenminuten, vermehrt oder vermindert, von 33 [?].
Wort für Wort
viśvaghnalaṃbanakalāḍhyonastu
mit dreizehn multipliziert, um die Parallaxen-Bogenminuten vermehrt oder vermindert
tithivadyaguḥ
verhält es sich wie beim Tithi-Wert [?]
śaronolaṃbanaṣaḍaghne
um den Pfeil-Wert vermindert, die Parallaxe sechsfach multipliziert
tallavāḍhyonavitribhāt
deren Bogenminuten, vermehrt oder vermindert, von 33 [?].
[?: „viśvaghna-“ als „mit 13 multipliziert“, „vitribhāt“ als Zahlwort (33?) gedeutet; die genaue Konstruktion bleibt unsicher.]
Die Zenitdistanz-Grade [?] ... davon ausgenommen. Mit den Bogenminuten von [ein verderbtes Zahlwort] durch sechs geteilt: die Nati (Parallaxe in Breite), je nach Richtung der Zenitdistanz-Grade.
Wort für Wort
natāṃśāstajāṃsāne
die Zenitdistanz-Grade [?]
prādhṛtastadvivarjita
davon ausgenommen [?]
śabdenduliptaiḥ ṣaḍbhistu bhaktā
mit den Bogenminuten von (Zahlwort, verderbt), durch sechs geteilt
natirnatirnatāṃśadik
die Nati, je nach Richtung der Zenitdistanz-Grade.
[Anm.: Vers stark verderbt; Grundthema ist erkennbar die Nati-(Breitenparallaxen-)Berechnung.]
Von diesen beiden, wenn (Lambana und Nati) verschiedener Richtung sind [?], gelangt der Vikṣepa-Pfeil zur wahren Größe. Sodann, bei der zu bestimmenden halben Verfinsterungsdauer, mit sechzig und drei [?] –
Wort für Wort
tayornāṭyohabhinnaikadik
von diesen beiden, wenn verschiedener Richtung [?]
śaraḥ sphuṭatāṃ vrajet
gelangt der Vikṣepa-Pfeil zur wahren Größe
tataśchannasthitidale sādhye
sodann, bei der zu bestimmenden halben Verfinsterungsdauer
sthityarddhaṣaṭtribhiḥ
mit sechzig und drei [?].
[?: Zweite Vershälfte in der genauen Konstruktion unsicher.]
die Grade damit, an zweiter Stelle stehend [?], bei der Parallaxe von beiden (Lambana und Nati), wie zuvor. Durch die Korrektur mit diesen beiden ergeben sich die wahren halben Verfinsterungsdauern.
Wort für Wort
aṃśastairvintribhandvisthaṃ
die Grade damit, an zweiter Stelle stehend [?]
laṃbanetayoḥ pūrvavat
bei der Parallaxe von beiden, wie zuvor
saṃskṛtestābhyāṃ
durch die Korrektur mit diesen beiden
sthityarddhe bhavataḥ sphuṭe
ergeben sich die wahren halben Verfinsterungsdauern.
[?: Erste Vershälfte in der genauen Konstruktion unsicher.]
Vermindert oder vermehrt um diese beiden, ergeben sich aus der mittleren Konjunktionszeit die beiden Zeitpunkte von Anfang (Mukha) und Ende (Anta). Von der Sonne vermindert, betragen sie für Viśva (13), Īśa (11), neun und fünfzehn Grad-Anteile [?].
Wort für Wort
tābhyāṃ hīnayuto madhyadarśaḥ
vermindert oder vermehrt um diese beiden, aus der mittleren Konjunktionszeit
kālau mukhāntagau
die beiden Zeitpunkte von Anfang und Ende
arkādyūnā viśva īśā
von der Sonne vermindert, für Viśva (13), Īśa (11)
navapañcadaśāṃśakāḥ
neun und fünfzehn Grad-Anteile [?].
[?: Die Zuordnung der Zahlwörter „viśva“, „īśa“ u.a. zu den einzelnen Kontaktgraden bleibt im Detail unsicher.]
Mit diesen Zeit-Grad-Werten vermindert oder vermehrt, ergeben sich bei der Sonne Untergang und Aufgang des Mondes. Nachdem man zunächst die Planetenscheibe betrachtet hat, sowie, im Zenit-Bezug, die Parallaxe (Lamba) beobachtet hat –
Wort für Wort
kālāṃśāstairūnayukte ravau
mit diesen Zeit-Grad-Werten vermindert oder vermehrt, bei der Sonne
hyastodayau vidhoḥ
ergeben sich Untergang und Aufgang des Mondes
dṛṣṭvā hyādau kheṭabiṃbaṃ
nachdem man zunächst die Planetenscheibe betrachtet hat
dṛgauñcye laṃbamīkṣya ca
sowie, im Zenit-Bezug, die Parallaxe beobachtet hat.
talluṃbapāpabiṃbāntardṛṇau vyāptaravighnabhā / aste sāvayavā jñeyā gataiṣyāstithayo budhaiḥ
jene Parallaxe innerhalb der Planetenscheibe [?] ... beim Untergang sind die mit (Bruch-)Teilen versehenen verstrichenen und noch bevorstehenden Mondtage von den Gelehrten zu erkennen.
Wort für Wort
talluṃbapāpabiṃbāntar
jene Parallaxe innerhalb der Planetenscheibe [?]
dṛṇau vyāptaravighnabhā
(unklar) [?]
aste sāvayavā jñeyā
beim Untergang sind die mit Bruchteilen versehenen (Werte) zu erkennen
gataiṣyāstithayo budhaiḥ
(als) verstrichene und noch bevorstehende Mondtage von den Gelehrten.
[Anm.: Erste Vershälfte stark verderbt; wörtliche Rekonstruktion nicht mit Sicherheit möglich.]
Umgekehrt, vermehrt um die Rand-Grade, durch die verdoppelte Tithi geteilt, ergibt sich der wahre Wert. Die Parallaxe-Korrektur und dergleichen entsteht in Fingerbreiten und dergleichen.
Wort für Wort
vyaste yuktāntibhāgaiśca
umgekehrt, vermehrt um die Rand-Grade
dvighnatithyāhṛtā sphuṭam
durch die verdoppelte Tithi geteilt, ergibt sich der wahre Wert
Vermindert um [?] die hellen Mondtage; die Erhebung des Mondhorns (Śṛṅgonnati), vermindert um die Deflektion (Valana). Das (Mond-)Horn ist andernorts anzugeben, ausgehend von der Zeichnung der Valana in Fingerbreiten.
Wort für Wort
seṣvaśonāḥ sitaṃ tithyo
vermindert um [?] die hellen Mondtage
balannāśonnataṃ vidhoḥ
die Erhebung des Mondhorns, vermindert um die Valana
śṛṅgamanyatra udvācyaṃ
das (Mond-)Horn ist andernorts anzugeben
balanāṅgulalekhanāt
ausgehend von der Zeichnung der Valana in Fingerbreiten.
[?: Erster Halbvers in der genauen Konstruktion unsicher.]
Bei fünffacher (Teilung) [ein verderbtes Zahlwort], mit dem jeweiligen Rest-Hypotenusenwert multipliziert, je gesondert [?], geteilt, das Ergebnis vermindert oder vermehrt hinzugefügt.
Wort für Wort
pañcatve goṅkaviśikhāḥ
bei fünffacher (Teilung, Zahlwort, verderbt) [?]
śeṣakarṇahatāḥ pṛthak
mit dem Rest-Hypotenusenwert multipliziert, je gesondert
vikṛjyakāṅgasiddhāgnibhaktā
geteilt [?]
labdhonasaṃyutāḥ
das Ergebnis vermindert oder vermehrt hinzugefügt.
[Anm.: Vers im Quelltext stark verderbt; die Grundaussage – ein weiteres Interpolationsverfahren im Rahmen der Finsternisberechnung – ist erschließbar, die genaue Formel nicht.]
Wenn der Radius-Sinus größer oder kleiner als das (Erdschatten-)Maß ist, ergeben sich, durch Mars [?] geteilt, die (Schatten-)Körper. Die Differenz zwischen direkter und nicht-direkter Bewegung, durch den Bewegungsunterschied geteilt –
Wort für Wort
trijyādhikone śravaṇe
wenn der Radius-Sinus größer oder kleiner als das (Erdschatten-)Maß ist
vapūṃṣi syurhṛtāḥ kujāt
ergeben sich, durch Mars [?] geteilt, die (Schatten-)Körper
ṛjvoranṛjvorvivaraṃ
die Differenz zwischen direkter und nicht-direkter Bewegung
gatyantaravibhājitam
durch den Bewegungsunterschied geteilt.
[?: Bezug von „kujāt“ (Mars) an dieser Stelle unklar; möglicherweise Verderbnis für einen anderen Fachausdruck.]
bei rückläufiger oder (direkter) Bewegung, die Summe der Bewegung [?], beim noch zu Durchlaufenden oder bereits Verstrichenen, ergibt die Tage und dergleichen. [Weitere, stark verderbte Angaben zur Korrektur bei Richtungsgleichheit bzw. -verschiedenheit von Nati und Lambana.] [?]
Wort für Wort
vakrartvorgatiyogāmaṃ
bei rückläufiger oder direkter Bewegung, die Summe der Bewegung [?]
gamyetīte dinādikam
beim zu Durchlaufenden oder Verstrichenen, ergibt Tage und dergleichen
khanatyāsaṃskṛtauvveṣū
(Korrektur bei Nati und Lambana) [?]
daksāmyenyentaraṃ yutiḥ
bei Richtungsgleichheit oder -verschiedenheit, Differenz oder Summe [?].
[Anm.: Zweite Vershälfte im Quelltext stark verderbt; der Grundgedanke – Vorzeichenregel je nach Richtungsgleichheit von Nati und Lambana – ist aus dem Kontext (vgl. V173) erschließbar.]
Wenn der Unterschied zwischen südlicher und nördlicher Planetenposition geringer ist als die Summe der Maße [?] – wenn dagegen ein Unterschied besteht, sind Parallaxe (Lambana) und die übrigen Korrekturen, zur Bestimmung des wahren Wertes, wie bei der Sonnenfinsternis anzuwenden.
Wort für Wort
yāmyodakkheṭavivaraṃ
der Unterschied zwischen südlicher und nördlicher Planetenposition
mānaukyāddholpakaṃ yadā
wenn geringer als die Summe der Maße [?]
yadā bhedolaṃbanādyaṃ
wenn (dagegen) ein Unterschied besteht, Parallaxe und die übrigen (Korrekturen)
sphuṭārthaṃ sūryaparvavat
zur Bestimmung des wahren Wertes, wie bei der Sonnenfinsternis.
Wenn Sonne und Mond sich in derselben Ayana-Richtung befinden (Ekāyanagati) und, bei Gleichheit ihrer Deklinationen, in den jeweiligen Kreisen vereinigt sind, wird dies als „Dhṛti“ bezeichnet.
Wort für Wort
ekāyanagatau syātāṃ
wenn (Sonne und Mond) sich in derselben Ayana-Richtung befinden
sūryācandramasau yadā
(nämlich) Sonne und Mond, wenn
tayute maṇḍale krāntyau
bei Gleichheit ihrer Deklinationen, in den (jeweiligen) Kreisen vereinigt
Bei entgegengesetzter Ayana-Richtung, wenn die Deklinations-Bogenminuten von Mond und (Sonne) [?] gleich sind, dann tritt Vyatīpāta ein, bei (einem Stand im Abstand von) einem halben Kreis, vereinigt mit Tapas [?].
Wort für Wort
vipaṭītāyanagatau
bei entgegengesetzter Ayana-Richtung
candrākārai krāntiliptikāḥ
wenn die Deklinations-Bogenminuten von Mond und (Sonne) [?]
samāstadā vyatīpāto
gleich sind, dann tritt Vyatīpāta ein
bhagaṇārddhe tapoyutau
bei einem halben Kreis (Abstand), vereinigt mit Tapas [?].
[?: „candrākāraiḥ“ und „tapoyutau“ in der genauen Bedeutung unsicher.]
Von Sonne und Mond, innerhalb des Tierkreises, wenn sie im Abstand von einem Halbkreis zueinander stehen, mit den mittels der Sichtbarkeits-Regel (Dṛkkalpa) ermittelten Grad-Werten und dergleichen versehen, ergeben sich ihre jeweiligen Deklinationen.
Wort für Wort
bhāskaredvor bhacakrānta
von Sonne und Mond, innerhalb des Tierkreises
cakrārddhāvadhisaṃsthayoḥ
wenn sie im Abstand von einem Halbkreis zueinander stehen
dṛkkalpasādhitāṃśādiyuktayoḥ
mit den mittels der Sichtbarkeits-Regel ermittelten Grad-Werten versehen
Wenn ferner die um den Vikṣepa korrigierte Deklination des im ungeraden Viertel befindlichen Mondes größer ist als die Deklination der Sonne, dann ist der Knoten(-Durchgang, Pāta) bereits vergangen.
Wort für Wort
athojapadagamyendoḥ krāntiḥ
wenn ferner die Deklination des im ungeraden Viertel befindlichen Mondes
vikṣepasaṃskṛtāḥ
um den Vikṣepa korrigiert
yadi syādadhikā bhānoḥ krānteḥ
größer ist als die Deklination der Sonne
pāto gatastadā
dann ist der Knoten(-Durchgang) bereits vergangen.
Ist sie geringer, dann steht er noch bevor; dies gilt auch umgekehrt beim geraden Viertel [?]. Wenn dagegen eine Verschiedenheit (der Richtung) vorliegt, wird die Deklination des Mondes um den Vikṣepa berichtigt, falls (die Rechnung) aufgeht [?].
Wort für Wort
nyūnā cetsyāttadā bhāvī
ist sie geringer, dann steht er noch bevor
vāmaṃ yugmapadasya ca
dies gilt auch umgekehrt beim geraden Viertel [?]
yadānyatvaṃ vidhoḥ krāntiḥ
wenn eine Verschiedenheit (der Richtung) bei der Mond-Deklination vorliegt
kṣepāccedyadi śuddhyati
wird sie um den Vikṣepa berichtigt, falls (die Rechnung) aufgeht [?].
[?: „vāmaṃ yugmapadasya“ in der genauen Anwendung unsicher.]
Die beiden Deklinationen, mit dem Radius-Sinus multipliziert und durch den größten Deklinations-Sinus geteilt [?] – deren Bogen-Unterschied, bezogen auf den Mond, ergibt den (Zeitpunkt des) Eintretens beim Mond (Śītaga).
Wort für Wort
krāntyorjetrijyayābhiste
die beiden Deklinationen, mit dem Radius-Sinus multipliziert [?]
paramāyakramoddhate
und durch den größten Deklinations-Sinus geteilt [?]
taccāpāntarmarddhavāyor
deren Bogen-Unterschied, bezogen auf den Mond
jyabhāvinaśītagau
ergibt den Zeitpunkt des Eintretens beim Mond.
[?: Genaue Konstruktion der ersten Vershälfte unsicher.]
Ist der Knoten bereits vergangen, ist (der Wert) vom Mond abzuziehen; dieser, mit der Sonnenbewegung multipliziert und durch die Mondbewegung geteilt, ergibt bei der Sonne das Ergebnis in Bogenminuten und dergleichen, wie beim Mond.
Wort für Wort
śodhyaṃ candrādgate pāte
ist der Knoten bereits vergangen, ist (der Wert) vom Mond abzuziehen
tatsūyagatitāḍitam
dieser, mit der Sonnenbewegung multipliziert
candrabhuktyā hṛtaṃ bhānau
und durch die Mondbewegung geteilt, ergibt bei der Sonne
liptādiśaśivatphalam
das Ergebnis in Bogenminuten und dergleichen, wie beim Mond.
Dieses Ergebnis ist bei (Mond-)Apogäum und Mondknoten umgekehrt anzuwenden [?]. Diese Rechnung ist so oft zu wiederholen, bis die beiden Deklinationen gleich sind.
Wort für Wort
tadūcchaśāṅkapātasya
bei (Mond-)Apogäum und Mondknoten
phalaṃ deyaṃ viparyayāt
ist dieses Ergebnis umgekehrt anzuwenden [?]
karmaitadasakṛttāvat
diese Rechnung ist so oft zu wiederholen
krāntī yāvatsametayoḥ
bis die beiden Deklinationen gleich sind.
[?: „tadūcchaśāṅkapātasya“ in der genauen Anwendung unsicher.]
Bei Gleichheit der Deklinationen tritt der Knoten(-Durchgang) ein, wenn der Mond um die hinzugefügten Grade vermindert ist [?]. Beim verminderten (Wert) [?] wird (der Vyatīpāta) zum momentanen Zeitpunkt bevorstehen, wenn (die Differenz) größer ist [?].
Wort für Wort
krāntyoḥ samatve pāto 'tha
bei Gleichheit der Deklinationen tritt der Knoten(-Durchgang) ein
prakṣiptāṃśonite vidhau
wenn der Mond um die hinzugefügten Grade vermindert ist [?]
hīner'dvarātraghikāghato
beim verminderten (Wert) [?]
bhāvī tātkālike 'dhikā
wird (der Vyatīpāta) zum momentanen Zeitpunkt bevorstehen, wenn größer [?].
[Anm.: Zweite Vershälfte im Quelltext stark verderbt; wörtliche Rekonstruktion unsicher.]
Nachdem man die beiden Hälften [?] festgesetzt hat, ergeben sich die Bogenminuten der Differenz zwischen beiden. Und sechzig, durch die Mondbewegung geteilt, ergeben die Zeiteinheiten (Nāḍikā) des Knoten(-durchgangs)zeitpunkts.
Wort für Wort
sthirīkṛtārddharā trārddhau
nachdem man die beiden Hälften [?] festgesetzt hat
dvayorvivaraliptakāḥ
ergeben sich die Bogenminuten der Differenz zwischen beiden
ṣaṣṭiścācandrabhuktāptā
und sechzig, durch die Mondbewegung geteilt
pātakālasya nāḍikāḥ
ergeben die Zeiteinheiten des Knoten(-durchgangs)zeitpunkts.
[?: Erste Vershälfte in der genauen Konstruktion unsicher.]
Die Hälfte der Summe der (täglichen Bewegungs-)Maße von Sonne und Mond, mit sechzig multipliziert, dividiere man; das durch deren Bewegungsdifferenz erhaltene (Ergebnis ergibt) die halbe Dauer (Sthityardha), in Zeiteinheiten und dergleichen.
Wort für Wort
ravīndvormānayogārddhaṃ
die Hälfte der Summe der Bewegungsmaße von Sonne und Mond
ṣaṣṭyā saṃguṇya bhājayet
mit sechzig multipliziert, dividiere man
tayorbhuktayantareṇāptaṃ
das durch deren Bewegungsdifferenz erhaltene (Ergebnis)
sthityamarddhāṃ nāḍikādivat
(ergibt) die halbe Dauer, in Zeiteinheiten und dergleichen.
pātakālaḥ sphuṭo madhyaḥ so 'pi sthityarddhavarjitaḥ / tasya saṃbhavakālaḥ syāttatsaṃyogektasaṃjñakaḥ
Der so ermittelte wahre mittlere Knoten(-durchgangs)zeitpunkt, vermindert um die halbe Dauer – dessen (Zeitpunkt) ist der Beginn(-Zeitpunkt); dessen Vereinigungs(-Zeitpunkt) wird entsprechend benannt [?].
Wort für Wort
pātakālaḥ sphuṭo madhyaḥ
der wahre, mittlere Knoten(-durchgangs)zeitpunkt
so 'pi sthityarddhavarjitaḥ
dieser, vermindert um die halbe Dauer,
tasya saṃbhavakālaḥ syāt
ist dessen Beginn(-Zeitpunkt)
tatsaṃyogektasaṃjñakaḥ
dessen Vereinigungs(-Zeitpunkt) wird entsprechend benannt [?].
[?: Zweite Vershälfte in der genauen Bedeutung unsicher.]
Zwischen dem Anfangs- und dem End-Zeitpunkt ist die (dazwischenliegende) Zeit als überaus schrecklich zu erkennen: von der Gestalt lodernden Feuers, bei allen (rituellen) Handlungen verwerflich.
Wort für Wort
ādyantakālayormadhye
zwischen dem Anfangs- und dem End-Zeitpunkt
kālo jñeyo 'tidāruṇaḥ
ist die (dazwischenliegende) Zeit als überaus schrecklich zu erkennen
So wurde dies, ein wenig zur Mathematik (Gaṇita) Gehöriges, in Kürze verkündet, o Zweifachgeborener. Das Jātaka (die Geburtshoroskopie) werde ich der Reihe nach vortragen, beginnend mit den Bezeichnungen der Tierkreiszeichen (Rāśisaṃjñā).
Wort für Wort
ityetadgaṇito kiñcitproktaṃ
so wurde dies, ein wenig zur Mathematik Gehöriges, verkündet
saṃkṣepato dvija
in Kürze, o Zweifachgeborener
jātakaṃ vācmi samayāt
das Jātaka werde ich der Reihe nach vortragen
rāśisaṃjñāpuraḥsaram
beginnend mit den Bezeichnungen der Tierkreiszeichen.