Kapitel 122: caturdaśīvratāni
Die Gelübde des vierzehnten Mondtags (Caturdaśī)
[Anm.: Das im Rohtext vor V1 stehende Kolophon lautet '...dvādaśamāsasthitatrayodaśīvratakathanam...' und bezeichnet damit fälschlich das trayodaśī-Gelübde (Thema des vorhergehenden Kapitels 121); das vorliegende Kapitel 122 behandelt durchgehend Gelübde der caturdaśī. Zum systematischen Verschiebungsmuster der Kolophone in Kap. 120–123 siehe die Anmerkung zu Kap. 120. – Vers 79 besteht in der Quelle nur aus einem einzigen Halbvers; das Kapitel endet damit.]
An der hellen Caturdaśī des Caitra ist mit Safran, Aloeholz und Sandel, mit Duftstoffen usw., Gewändern und Juwelen eine große Verehrung für Śivā (die Göttin) zu vollziehen,
Wort für Wort
caitraśukla caturdaśyāṃ
an der hellen Caturdaśī des Caitra
kuṅkumāgarucandanaiḥ
mit Safran, Aloeholz und Sandel
gandhādyairvastramaṇibhiḥ
mit Duftstoffen usw., Gewändern und Juwelen
kāryāryā mahatī śive [?]
ist eine große Verehrung für Śivā zu vollziehen [?]
[?] „āryā“ hier unklar, sinngemäß als 'Verehrung' der Göttin gedeutet.
nachdem man Baldachine, Banner und Schirme dargebracht hat, sind auch die Mütter zu verehren. Wer so die Verehrung vollzieht, o Brahmane, fastend oder nur eine Mahlzeit einnehmend,
Wort für Wort
vitānadhvajachatrāṇi datvā
nachdem man Baldachine, Banner und Schirme dargebracht hat
aśvamedhādhikaṃ puṇyaṃ labhate mānavo bhuvi / atraiva damanārcāṃ ca kārayedgandhapuṣpakaiḥ
der Mensch erlangt auf Erden ein Verdienst, das das Pferdeopfer übertrifft. Ebenfalls hier lasse man die Damana-Verehrung mit Duft und Blumen vollziehen,
verehre der Kluge, nachdem er gebadet hat, mit gewaschenem Gewand, das Liṅga, mit Verehrungsgaben wie Duft usw. und mit Bilva-Blättern von allen Seiten,
datvā mantraṃ dvijāgryāya bhuñjīta ca pare 'hani / evameva tu kṛṣṇāsu sarvāsu dvijasattama
nachdem man dem besten der Brahmanen (eine Gabe) mit Mantra gegeben hat, esse man am folgenden Tag; ebenso an allen dunklen (Caturdaśīs), o Bester der Zweifachgeborenen,
Wort für Wort
datvā mantraṃ dvijāgryāya
nachdem man dem besten der Brahmanen mit Mantra gegeben hat
ist das Śiva-Gelübde zu vollziehen von dem, der sich Reichtum und Nachkommenschaft wünscht. An der hellen Caturdaśī des Rādha vollziehe man das Śrī-Nṛsiṃha-Gelübde,
Wort für Wort
śivavrataṃ prakartavyaṃ
ist das Śiva-Gelübde zu vollziehen
dhanasaṃtānamicchatā
von dem, der sich Reichtum und Nachkommenschaft wünscht
upavāsavidhānena śakto 'śaktastathaikabhuk / niśāgame tu saṃpūjya nṛsiṃhaṃ daityasūdanam
nach der Fastenvorschrift, wer dazu fähig ist; wer nicht fähig ist, nehme ebenso nur eine Mahlzeit. Bei Anbruch der Nacht aber, nachdem man Nṛsiṃha, den Vernichter der Daityas, verehrt hat,
Wort für Wort
upavāsavidhānena śaktaḥ
wer dazu fähig ist, nach der Fastenvorschrift
aśaktastathaikabhuk
wer nicht fähig ist, ebenso nur eine Mahlzeit
niśāgame tu saṃpūjya
bei Anbruch der Nacht aber, nachdem man verehrt hat
tatpahāṭakakeśānta jvalatpāvakalocana / vajrādhikanakhasparśadivyasiṃha namo 'stu ta
„Du, dessen Haarenden wie geglühtes Gold sind, dessen Auge wie loderndes Feuer ist, dessen Krallenberührung den Blitz übertrifft, du göttlicher Löwe, Verehrung sei dir.“
Wort für Wort
taptahāṭakakeśānta [?]
du, dessen Haarenden wie geglühtes Gold sind [?]
jvalatpāvakalocana
dessen Auge wie loderndes Feuer ist
vajrādhikanakhasparśa
dessen Krallenberührung den Blitz übertrifft
divyasiṃha namo 'stu te
du göttlicher Löwe, Verehrung sei dir
[?] „tatpahāṭakakeśānta“ unklar, vermutlich verderbt für „taptahāṭakakeśānta“ ('dessen Haarenden wie geglühtes Gold sind'); „namo 'stu ta“ vermutlich für „namo 'stu te“.
Wer so, o Brahmane, vorschriftsmäßig das vortreffliche Gelübde Jahr für Jahr vollzieht, der erlangt, nachdem er die Genüsse genossen hat, das Reich Haris.
Wort für Wort
evaṃ yaḥ kurute vipra
wer so, o Brahmane, vollzieht
vidhivadvratamuttamam
vorschriftsmäßig das vortreffliche Gelübde
varṣe varṣe sa labhate
Jahr für Jahr, der erlangt
bhuktabhogo hareḥ padam
nachdem er die Genüsse genossen hat, das Reich Haris
oṅkāreśvarayātrā ca kāryātraiva munīśvara / durlabhaṃ vārcanaṃ tatra darśanaṃ pāpanāśanam
Auch die Pilgerfahrt zu Oṅkāreśvara ist ebenfalls hier zu vollziehen, o Herr der Weisen. Schwer erlangbar ist dort die Verehrung, schon der Anblick vernichtet Sünde.
Wort für Wort
oṅkāreśvarayātrā ca
auch die Pilgerfahrt zu Oṅkāreśvara
kāryātraiva munīśvara
ist ebenfalls hier zu vollziehen, o Herr der Weisen
Was nützt hier viel Gerede? Verehrung, Meditation, Murmelgebet und Betrachtung — was auch immer davon geschieht, ist gelehrt als das den Menschen Erkenntnis und Erlösung Gewährende.
Wort für Wort
kimatra bahunoktena
was nützt hier viel Gerede
pūjādhyānajapekṣaṇam
Verehrung, Meditation, Murmelgebet, Betrachtung
yadbhavettatsamuddiṣṭaṃ
was auch immer davon geschieht, ist gelehrt
jñānamokṣapradaṃ nṛṇām
als das den Menschen Erkenntnis und Erlösung Gewährende
Hier ist auch das Liṅga-Gelübde zu vollziehen, das Sünde vernichtet: nachdem man das Liṅga mit den fünf Ambrosia-Substanzen gebadet und mit Safran bestrichen hat,
Wort für Wort
atra liṅgavrataṃ cāpi
hier ist auch das Liṅga-Gelübde
karttavyaṃ pāpanāśanam
zu vollziehen, das Sünde vernichtet
pañcāmṛtaistu saṃsnāpya
nachdem man mit den fünf Ambrosia-Substanzen gebadet hat
mit Speiseopfern, Früchten, Räucherwerk, Lampen, Gewändern und Schmuck — wer so das aus Mehlteig geformte Liṅga verehrt, das die Erfüllung aller Ziele gewährt,
gebe man (dem Brahmanen) eine goldene Kuh als Gabe; dies ist als das Rudra-Gelübde überliefert. An der hellen Caturdaśī des Śuci (Āṣāḍha), nachdem der Mensch Śiva verehrt hat,
mit Blumen, die an Ort und Zeit entstanden sind, erlangt er allen Wohlstand. An der hellen Caturdaśī des Nabhas (Śrāvaṇa) gilt das Anlegen der heiligen Schnur als gelehrt,
tatsvaśākhoktavidhinā kartavyaṃ dvijasattama / śatābhimantritaṃ kṛtvā tato devyai nivedayet
das nach der in der eigenen (vedischen) Schule gelehrten Vorschrift zu vollziehen ist, o Bester der Zweifachgeborenen; nachdem man die Schnur hundertfach geweiht hat, übergebe man sie der Göttin,
Wort für Wort
tatsvaśākhoktavidhinā
nach der in der eigenen Schule gelehrten Vorschrift
kartavyaṃ dvijasattama
ist es zu vollziehen, o Bester der Zweifachgeborenen
bhādraśuklacaturdaśyāmanantavratamuttamam / karttavyamekabhuktaṃ hi godhūmaprasthapiṣṭakam
An der hellen Caturdaśī des Bhādra(pada) ist das vortreffliche Ananta-Gelübde zu vollziehen: nur eine Mahlzeit, nämlich einen Kuchen aus einem Prastha Weizenmehl,
gebacken, mit Zucker und Ghee versehen, bringe man Ananta dar; nachdem man ihn zuvor mit Duft usw. verehrt hat, fertige man einen Faden aus Baumwolle oder Seide,
indem man ein 'Sarvatobhadra'-Maṇḍala aus Getreidekörnern gestaltet, und darauf, an schön geschmückter Stelle, einen kupfernen Krug aufstellt, o Weiser,
man verehre einzeln Gaṇeśa, die Mütter, die Planeten und die Weltenhüter; dann vollziehe man das Feueropfer mit Opferspeise und vollziehe die Vollendungsopferung,
Wort für Wort
gaṇeśaṃ mātṛkāḥ kheṭān
Gaṇeśa, die Mütter, die Planeten
lokapāṃśca yajetpṛthak
und die Weltenhüter verehre man einzeln
tato homaṃ haviṣyeṇa kṛtvā
dann, nachdem man das Feueropfer mit Opferspeise vollzogen hat
so 'pyanantaprasādena jāyate bhuktimuktibhāk / kadalīvratamapyatra tadvidhānaṃ ca me śṛṇu
der wird durch Anantas Gnade Teilhaber von Genuss und Erlösung. Auch das Kadalī-(Bananenbaum-)Gelübde ist hier gelehrt; höre auch seine Vorschrift von mir:
mit Dickmilch, Dūrvā-Gras, ungeschältem Reis, [?] Gewand und gekochter Speise; so, nachdem man mit dem Mantra verehrt hat, bete dann der Gelübdehaltende:
Wort für Wort
dadhidūrvākṣataiḥ
mit Dickmilch, Dūrvā-Gras, ungeschältem Reis
[unklar] vastrapakkānnaiḥ [?]
(unklar), Gewand und gekochter Speise [?]
evaṃ saṃpūjya mantreṇa
so, nachdem man mit dem Mantra verehrt hat
tataḥ saṃprārthayedvratī
dann bete der Gelübdehaltende
[?] „ddvīpairvastrapakkānnasaṃ cathaiḥ“ teilweise korrupt überliefert; Sinn nur ungefähr erschließbar.
nachdem man sich verneigt hat, gehe man, das Gelübde beendend, in das eigene Haus. Wenn das Gelübde so vollzogen ist, o Brahmane, nachdem man höchstes Glück erlangt hat,
gehe man hienieden mit einem Himmelswagen zum höchsten Himmelsreich ein. An der dunklen Caturdaśī des Iṣa (gedenke man) derer, die durch Gift, Waffe, Wasser und Feuer,
durch Schlangen, wilde Tiere, den Blitz usw. Getöteter sowie der Brahmanenmörder; an der Caturdaśī vollziehe man für sie das Śrāddha-Ritual nach der Vorschrift für die 'einzeln Gewidmeten',
kartavyaṃ vipravargaṃ ca bhojayenmiṣṭapakvakaiḥ / tarpaṇaṃ ca gavāṃ grāsaṃ baliṃ caiva śvakākayoḥ
und speise die Schar der Brahmanen mit süßer, gekochter Speise; man vollziehe auch die Wasserspende, gebe Kühen einen Bissen und opfere Hund und Krähe,
und nachdem man sich rituell gespült hat, esse man selbst danach mit den Verwandten. Wer so, o Brahmane, das Śrāddha mit vollständigen Ehrengaben vollzieht,
sa uddhṛtya pitṝngaccheddevalokaṃ sanātanam / iṣaśukla caturddaśyāṃ dharmarājaṃ dvijottama
der errettet seine Ahnen und geht ein in die ewige Götterwelt. An der hellen Caturdaśī des Iṣa (verehre man), o Bester der Zweifachgeborenen, Dharmarāja,
Wort für Wort
sa uddhṛtya pitṝn
der, nachdem er seine Ahnen errettet hat
gaccheddevalokaṃ sanātanam
geht ein in die ewige Götterwelt
iṣaśukla caturddaśyāṃ
an der hellen Caturdaśī des Iṣa
dharmarājaṃ dvijottama
(verehre man) Dharmarāja, o Bester der Zweifachgeborenen
evaṃ yaḥ kurute dharmapratimādānamuttamam / sa bhuktveha varānbhogāndivaṃ dharmājñayā vrajet
Wer so die vortreffliche Spende der Dharma-Bildgestalt vollzieht, der geht, nachdem er hienieden vortreffliche Genüsse genossen hat, auf Dharmas Geheiß in den Himmel ein.
Wort für Wort
evaṃ yaḥ kurute
wer so vollzieht
dharmapratimādānamuttamam
die vortreffliche Spende der Dharma-Bildgestalt
sa bhuktveha varānbhogān
der, nachdem er hienieden vortreffliche Genüsse genossen hat
An der dunklen Caturdaśī des Ūrja, vor Sonnenaufgang [?] eine Ölsalbung vollziehend, dann badend, verehre man Dharma und erlangt Furchtlosigkeit vor der Hölle.
Wort für Wort
ūrjjakṛṣṇacaturddaśyāṃ
an der dunklen Caturdaśī des Ūrja
tailābhyaṅgaṃ vidhūdaye [?]
eine Ölsalbung (bei Mondaufgang) [?]
kṛtvā snātvārcayeddharmaṃ
vollziehend, badend, verehre man Dharma
narakādabhayaṃ labhet
und erlangt Furchtlosigkeit vor der Hölle
[?] „vidhūdaye“ (wörtl. 'bei Mondaufgang') passt bei einer dunklen Caturdaśī schlecht; vermutlich ist die Zeit vor Sonnenaufgang gemeint.
In der Abenddämmerung entzünde man Öllampen zur Zufriedenstellung Yamas, an einer Kreuzung, außerhalb des Hauses, oder an einem heiligen Ort, gesammelten Sinnes,
Auch das Brahmakūrca-Gelübde ist hier von dem zu vollziehen, der sich Gedeihen wünscht: fastend trinke man in der Nacht die fünf Kuhprodukte, sinnbeherrscht,
und zwar Kuhurin von einer braunen (Kuh), ebenso Kuhdung von einer schwarzen, Milch von einer weißen, bekanntermaßen, und ebenso Dickmilch von einer roten,
und Ghee von einer buntscheckigen (Kuh) genommen, vermische man alles an einem Ort; mit Kuśa-Wasser [?] dann, am Morgen, nach dem Bad, seien die Götter zu befriedigen,
Wort für Wort
gṛhītvā karburāyāśca ghṛtam
und Ghee von einer buntscheckigen (Kuh) genommen
ekatra melayet
vermische man an einem Ort
kuśāmbunā tataḥ prātaḥ [?]
mit Kuśa-Wasser, dann am Morgen [?]
snātvā santarpyaṃ devatāḥ
nach dem Bad seien die Götter zu befriedigen
[?] „kuśāṃ bunā“ vermutlich verschrieben für „kuśāmbunā“ ('mit Kuśa-Wasser').
prārcya gandhādibhirgauṃrīṃ ghṛtapaṅkvamupāharet / vratametaccaritvā tu yathoktaṃ dvijasattama
und nachdem man Gaurī mit Duft usw. verehrt hat, opfere man es, in Ghee gebacken. Wer dieses Gelübde vollzogen hat, wie es gelehrt wurde, o Bester der Zweifachgeborenen,
Wort für Wort
prārcya gandhādibhirgaurīṃ
nachdem man Gaurī mit Duft usw. verehrt hat
ghṛtapaṅkvamupāharet
opfere man es, in Ghee gebacken
vratametaccaritvā tu
wer dieses Gelübde aber vollzogen hat
yathoktaṃ dvijasattama
wie es gelehrt wurde, o Bester der Zweifachgeborenen
der Mensch erlangt Herrschaft, Glück, Wohlergehen und schöne Gestalt. An der hellen Caturdaśī des Mārgaśīrṣa, nur eine Mahlzeit einnehmend, wie zuvor gesagt,
ohne Nahrung, nachdem man einen goldenen Stier verehrt hat, gebe man ihn einem Zweifachgeborenen; am folgenden Tag, morgens aufgestanden und gebadet, (verehre man) Someśvara,
Wort für Wort
nirāhāro vṛṣaṃ svarṇaṃ
ohne Nahrung, einen goldenen Stier
prārcya dadyāddvijātaye
nachdem man verehrt hat, gebe man einem Zweifachgeborenen
man verehre mit Lotusblumen und Blumen, mit Duft, Girlanden und Salben; nachdem man Brahmanen mit süßer Speise gespeist hat, stelle man sie mit Ehrengaben usw. zufrieden.
Wort für Wort
pūjayetkamalaiḥ puṣpaiḥ
man verehre mit Lotusblumen und Blumen
gandhamālyānulepanaiḥ
mit Duft, Girlanden und Salben
dvijānsambhojya miṣṭānnaiḥ
nachdem man Brahmanen mit süßer Speise gespeist hat
nachdem man in tiefem Wasser gebadet hat, o Brahmane, verehre man Virūpākṣa-Śiva, mit dem Reichtum von Duft, Girlande, Verneigung, Räucherwerk, Lampe und Speise,
Wort für Wort
snātvāgādhajale vipra
nachdem man in tiefem Wasser gebadet hat, o Brahmane
tatsthaṃ dvijātaye dattvā modate divi devavat / māghakṛṣṇacaturddaśyāṃ yamatarpaṇamīritam
und indem man, was dort ist, einem Zweifachgeborenen gibt, freut man sich im Himmel wie ein Gott. An der dunklen Caturdaśī des Māgha ist die Yama-Wasserspende gelehrt,
Wort für Wort
tatsthaṃ dvijātaye dattvā
nachdem man, was dort ist, einem Zweifachgeborenen gegeben hat
Mit Sesam, Kuśa-Gras und Wasser ist die Wasserspende zu vollziehen, sowie die Speisung von Brahmanen; man esse selbst auch nur Reis-Bohnen-Brei, schweigend.
An der letzten dunklen Caturdaśī (des Jahres) gilt das Śivarātri-Gelübde, o Zweifachgeborener: völlig wasserlos fastend, verehre man hier bei Tag und Nacht,
und nachdem man Brahmanen mit süßer Speise gespeist hat, entlasse man sie, nachdem sie eine Ehrengabe erhalten haben. Wer so das Gelübde vollzogen hat, der Sterbliche, erlangt durch Mahādevas Gnade,
Wort für Wort
saṃbhojya viprānmiṣṭānnaiḥ
nachdem man Brahmanen mit süßer Speise gespeist hat
visṛjellabdhadakṣiṇān
entlasse man sie, nachdem sie eine Ehrengabe erhalten haben
kedārodakapānena vācimedhaphalaṃ bhavet / udyāpane tu sarvāṃsāṃ sāmānyo vidhirucyate
wird durch das Trinken von Kedāra-Wasser [?] die Frucht des Vājapeya-Opfers [?] erlangt. Für die Abschlussfeier aller dieser Gelübde aber wird eine gemeinsame Vorschrift genannt:
Wort für Wort
kedārodakapānena [?]
durch das Trinken von Kedāra-Wasser [?]
vācimedhaphalaṃ bhavet [?]
wird die Frucht des (Vāja-)Opfers erlangt [?]
udyāpane tu sarvāṃsāṃ
für die Abschlussfeier aller (Gelübde) aber
sāmānyo vidhirucyate
wird eine gemeinsame Vorschrift genannt
[?] „kedārodaka“ vermutlich Wasser von einem Tīrtha namens Kedāra; „vācimedhaphalam“ unklar, evtl. verderbt für „vājapeyaphalam“.