Quellen der Menschheit

Nārada-Purāṇa (Nāradīya)

Kapitel 89: nityāpaṭalaḥ Das Kapitel der Nityā-Göttinnen

Kapitel 89 (tritiyapada) behandelt tantrische Mantra-Sastra-Materie zur Verehrung der Lalita/der Nitya-Goettinnen: Zubereitung ritueller Trankopfer (asava), monats-/tithibezogene Bluetenopfer, kamya-Rituale (Wunschrituale) mit spezifischen Substanzen fuer diverse Siddhis (Yakshini-/Vetala-Bindung, Liebeszauber, Feindbezwingung/Krankheitszauber, Reichtum, Wissen etc.), sowie abschliessend die Japa-/Homa-Zahlen fuer die einzelnen Nitya-Goettinnen. Im Quelltext geht dem eigentlichen Vers 1 ein Kolophon voraus ('iti ... lalitastotra kavacasahasranamakathanam ... 89 //'), dessen Titelphrase inhaltlich nicht zu diesem (laut V238 selbst 'nityapatalam' genannten) Kapitel passt - vermutlich ein Verarbeitungsartefakt; Einzelheiten siehe Anmerkung zu V1. Mehrere Verse enthalten unklare/vermutlich korrumpierte Lesungen (u.a. V4, V6, V17, V19, V22, V26, V37, V39, V59, V70, V101, V104, V111, V115, V116, V118, V128, V139, V140, V146, V154, V157, V161, V168, V171, V173, V180, V210(context), V217, V237), die im jeweiligen sa-Feld unveraendert belassen und im de-/notes-Feld mit [?] gekennzeichnet sind.

athāto vipra nityānāṃ prayogādisamanvitam / paṭalaṃ te 'bhidhāsyāmi nityābhyarcanadīpakam

Nun also, oh Brahmane, will ich dir das Kapitel (paṭala) über die Nityās verkünden, versehen mit [ihrer rituellen] Anwendung (prayoga) und so weiter, die 'Leuchte' für die tägliche Verehrung der Nityās.

Wort für Wort
athāto vipra
nun also, oh Brahmane
nityānāṃ prayogādisamanvitam
über die Nityās, versehen mit [ihrer] Anwendung usw.
paṭalaṃ te 'bhidhāsyāmi
das Kapitel werde ich dir verkünden
nityābhyarcanadīpakam
die Leuchte der Verehrung der Nityās

Im Quelltext geht dem eigentlichen Vers 1 zusätzlich das Kolophon 'iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge bṛhadupākhyāne tṛtīyapāde lalitāstotra kavacasahasranāmakathanaṃ nāmaikonanavatitamo 'dhyāyāḥ // 89 //' sowie die Sprecherkennzeichnung 'sanatkumāra uvāca' voraus. Das Kolophon benennt zwar Kapitel 89, doch dessen Titelphrase ('Erzählung von Lalitās Stotra, Kavaca und Sahasranāma') passt inhaltlich nicht zu diesem Kapitel (das laut V238 selbst 'nityāpaṭalam' heißt) - vermutlich ein Verarbeitungs-/Kopierartefakt aus einem benachbarten Kapitel. Beides wurde aus dem sa-Feld entfernt und hier dokumentiert. Sprecher des ganzen Kapitels ist demnach Sanatkumāra (zu Nārada sprechend, vgl. V29 u.a.).

lalitāyāstribhivarṇaiḥ sakalārtho 'bhidhīyate / śeṣeṇa devīrūpeṇa tena syādidamīritam

Durch die drei Silben der Lalitā wird die gesamte Bedeutung ausgedrückt; durch den Rest in Gestalt der Göttin wird eben dies [die Welt] verkündet.

Wort für Wort
lalitāyāḥ tribhiḥ varṇaiḥ
durch Lalitās drei Silben (Laute)
sakalārthaḥ 'bhidhīyate
wird die gesamte Bedeutung ausgedrückt
śeṣeṇa devīrūpeṇa
durch den Rest, [der] in Gestalt der Göttin [ist]
tena syād idam īritam
dadurch wird eben dies verkündet

aśeṣato jagatkṛtsnaṃ hṛllekhātmakamucyate / tasyāścārthastu kathitaḥ sarvatantreṣu gopitaḥ

Ohne Rest wird die gesamte Welt als aus der Hṛllekhā (der Silbe HRĪM) bestehend bezeichnet; deren Bedeutung aber wird in allen Tantras verborgen gelehrt.

Wort für Wort
aśeṣataḥ jagat kṛtsnam
ohne Rest die gesamte Welt
hṛllekhātmakam ucyate
wird als aus der Hṛllekhā bestehend bezeichnet
tasyāḥ ca arthaḥ tu kathitaḥ
deren Bedeutung aber wird gelehrt
sarvatantreṣu gopitaḥ
in allen Tantras verborgen gehalten

vyomnā prakāśamānatvaṃ grasamānatvamagninā / tayorvimarśa īkāro bindunā tanniphaālanam

Durch [den dem] Raum[-Element entsprechenden Laut, ha, entsteht] das Erscheinen (Leuchten); durch [den dem] Feuer [entsprechenden Laut, ra, das] Verschlingen. Von beiden ist der Ī-Laut die reflektierende Bewusstheit (vimarśa); durch den Bindu [geschieht] deren Vollendung [?].

Wort für Wort
vyomnā prakāśamānatvam
durch den Raum(-Laut) das Erscheinen, Leuchten
grasamānatvam agninā
das Verschlingen, durch das Feuer(-Laut)
tayoḥ vimarśaḥ īkāraḥ
von beiden [ist] die reflektierende Bewusstheit der Ī-Laut
bindunā tanniphaālanam[?]
durch den Bindu deren Vollendung[?]

'tanniphaālanam' ist im Quelltext unklar/verderbt (vermutlich für 'tanniṣpādanam' o.ä., 'deren Vollendung/Bewirkung'); mit [?] gekennzeichnet.

piṇḍakartari bījākhyā mantrā mālābhidhāḥ kramāt / ekārṇavanto dvyarṇāśca tridiṅmukhārṇakāḥ

In Piṇḍa- und Kartarī-Form werden [Mantras] 'Bīja' (Samen-Mantra) genannt; der Reihe nach [gibt es auch] die als 'Mālā' (Kranz) bezeichneten Mantras: einsilbige (ekārṇa), zweisilbige (dvyarṇa) und 'den drei Himmelsrichtungen zugewandte' [Mantras] (tridiṅmukhārṇaka).

Wort für Wort
piṇḍakartari bījākhyāḥ mantrāḥ
in Piṇḍa- und Kartarī-Form 'Bīja' genannte Mantras
mālābhidhāḥ kramāt
der Reihe nach die 'Mālā' genannten [Mantras]
ekārṇavantaḥ dvyarṇāḥ ca
einsilbige und zweisilbige
tridiṅmukhārṇakāḥ
'den drei Richtungen zugewandte' [mehrsilbige Mantras]

'piṇḍa' und 'kartari' sind technische Termini der Mantra-Śāstra für bestimmte Kombinationsformen von Bīja-Silben; Übersetzung sinngemäß, Einzelheiten unsicher [?].

vṛttijārṇāṃllikhedaṅkairvyatyastakramayogataḥ / tairbhedayo janaṃ kuryātsaṃdarbhāṇāmaśeṣataḥ

Die aus der [mantrischen] Drehung/Umwandlung (vṛtti) entstandenen Silben (arṇa) schreibe man mit Zahlen (aṅka) gemäß der Verbindung in umgekehrter Reihenfolge (vyatyastakrama); durch diese möge man bei den Zusammenstellungen (saṃdarbha) vollständig Unterscheidungen [?] bewirken.

Wort für Wort
vṛttijān arṇān likhet aṅkaiḥ
die aus der Drehung entstandenen Silben schreibe man mit Zahlen
vyatyastakramayogataḥ
gemäß der Verbindung in umgekehrter Reihenfolge
tair bhedayaḥ[?] janaṃ[?] kuryāt
dadurch möge man Unterscheidungen[?] bewirken[?]
saṃdarbhāṇām aśeṣataḥ
der Zusammenstellungen vollständig

'tairbhedayo janaṃ kuryāt' ist morphologisch unsicher (evtl. verderbt); mit [?] gekennzeichnet, sinngemäß als 'Unterscheidungen bewirken' wiedergegeben.

devyātmakaṃ samudayaṃ viśrāntiṃ ca śivātmakam / ubhayātmakamapyātmasvarūpaṃ taiśca bhāvayet

Die Entstehung (samudaya), die aus der Göttin besteht, und die Ruhe (viśrānti), die aus Śiva besteht, sowie das aus beiden bestehende [Prinzip], das die eigene wahre Natur (ātmasvarūpa) ist - dies alles möge man mittels jener [Laute] meditativ verwirklichen.

Wort für Wort
devyātmakaṃ samudayam
die aus der Göttin bestehende Entstehung
viśrāntiṃ ca śivātmakam
und die aus Śiva bestehende Ruhe
ubhayātmakam api ātmasvarūpam
auch das aus beiden bestehende, [das] die eigene wahre Natur [ist]
taiḥ ca bhāvayet
damit möge man [es] meditativ verwirklichen

kālenānyañca duḥkhārttivāsanānāśano dhruvam / parāhṝntāmayaṃ sarvasvarūpaṃ cātmavigraham

Und mit der Zeit [erlangt man] ein anderes [Prinzip], das sicher die Bedrängnis des Leids und [ihre] Eindrücke (vāsanā) vernichtet - bestehend aus dem höchsten Ich-Bewusstsein (parāhaṃtāmaya)[?], von aller Gestalt, die eigene [wahre] Form (ātmavigraha).

Wort für Wort
kālena anyat ca
und mit der Zeit ein anderes [Prinzip]
duḥkhārttivāsanānāśanaṃ dhruvam
das sicher die Bedrängnis des Leids und ihre Eindrücke vernichtet
parāhṝntāmayam[?] sarvasvarūpam
aus dem höchsten Ich-Sein[?] bestehend, von aller Gestalt
ca ātmavigraham
und die eigene [wahre] Form

'parāhṝntāmayam' ist unklar/verderbt; gedeutet als 'parāhaṃtāmayam' ('aus dem höchsten Ich-Sein bestehend'); mit [?] gekennzeichnet.

sadātmakaṃ sphuratākhyamaroṣopādhivarjitam / prakāśarūpamātmatve vastu tadbhāsate param

[Es ist] von der Natur des Seins (sat), 'das Erscheinende/Aufblitzende' (sphurat) genannt, frei von der Bedingtheit durch Zorn [u.ä.] (aroṣopādhi), von der Form des Leuchtens (prakāśa) im [eigenen] Selbst-Sein - jenes höchste Ding (vastu) erstrahlt.

Wort für Wort
sadātmakaṃ sphuratākhyam
von der Natur des Seins, 'das Erscheinende' genannt
aroṣopādhivarjitam
frei von der Bedingtheit durch Zorn u.ä.
prakāśarūpam ātmatve
von der Form des Leuchtens im Selbst-Sein
vastu tat bhāsate param
jenes höchste Ding erstrahlt

yata evamato loke nāstyamantraṃ yadakṣaram / yadvidyeti samākhyātaṃ sarvathā sarvataḥ sadā

Weil es sich also verhält, gibt es in der Welt keine Silbe (akṣara), die nicht Mantra wäre; sie wird auf jede Weise, von überall her, immer als 'Vidyā' (Wissens-Mantra) bezeichnet.

Wort für Wort
yataḥ evam ataḥ loke
weil es sich also verhält, deshalb gibt es in der Welt
na asti amantraṃ yat akṣaram
keine Silbe, die nicht Mantra wäre
yat vidyā iti samākhyātam
sie wird als 'Vidyā' bezeichnet
sarvathā sarvataḥ sadā
auf jede Weise, von überall her, immer

vāsareṣu tu teṣvevaṃ sarvāpattārakaṃ bhavet / tadvidhānaṃ ca vakṣyāmi samyagāsavakalpanam

An jenen Tagen aber wird [dies] so zum Retter aus jeder Not; und ich werde die Vorschrift dazu verkünden, [nämlich] die rechte Zubereitung des Rauschtranks (āsava).

Wort für Wort
vāsareṣu tu teṣu evam
an jenen Tagen aber so
sarvāpattārakaṃ bhavet
wird es zum Retter aus jeder Not
tadvidhānaṃ ca vakṣyāmi
und ich werde die Vorschrift dazu verkünden
samyag āsavakalpanam
die rechte Zubereitung des Rauschtranks

gauḍī paiṣṭī tathā mādhvītyevaṃ tattrividhaṃ smṛtam / gatuḍamuṣṇodake kṣiptvā samāloḍya vinikṣipet

Gauḍī (Rohrzucker-Wein), Paiṣṭī (Mehl-/Reiswein) und ebenso Mādhvī (Honigwein) - so wird jener [Trank] als dreifach überliefert. Den Zucker (guḍa) werfe man in heißes Wasser, verrühre ihn gut und gieße [ihn dann] hinein.

Wort für Wort
gauḍī paiṣṭī tathā mādhvī
Gauḍī, Paiṣṭī und ebenso Mādhvī
iti evaṃ tattrividhaṃ smṛtam
so wird dies als dreifach überliefert
gatuḍam[?] uṣṇodake kṣiptvā
den Zucker[?] in heißes Wasser geworfen
samāloḍya vinikṣipet
gut verrührt gieße man hinein

'gatuḍam' vermutlich für 'guḍam' (Rohrzucker/Jaggery), mit überschüssiger Silbe 'ta'; mit [?] vermerkt.

ghaṭe kācamaye tasmin dhātakīsumanorajaḥ / khātvā bhūmau saṃdhyayostu karaiḥ saṃkṣobhya bhūyasā

In jenen gläsernen Krug [gebe man den] Blütenstaub der Dhātakī-Blume; [den Krug] in der Erde eingegraben, zu beiden Dämmerungen (Morgen- und Abenddämmerung) mit den Händen kräftig aufrührend.

Wort für Wort
ghaṭe kācamaye tasmin
in jenen gläsernen Krug
dhātakīsumanorajaḥ
Blütenstaub der Dhātakī-Blume
khātvā bhūmau
in der Erde eingegraben
saṃdhyayoḥ tu karaiḥ saṃkṣobhya bhūyasā
zu beiden Dämmerungen mit den Händen kräftig aufrührend

māsamātre gate tasminnimagne rajasi drutam / saṃśodhya pūjayettena gauḍī sā guḍayogataḥ

Wenn ein voller Monat vergangen ist, während jener [Blütenstaub] darin eingetaucht [und der Ansatz] flüssig [geworden ist], reinige man [ihn] und verehre [die Göttin] damit - das ist die Gauḍī, [entstanden] durch die Verbindung mit Zucker.

Wort für Wort
māsamātre gate
wenn ein voller Monat vergangen ist
tasmin nimagne rajasi drutam
während jener Blütenstaub darin eingetaucht, [der Ansatz] flüssig [ist]
saṃśodhya pūjayet tena
reinige man und verehre damit
gauḍī sā guḍayogataḥ
das ist die Gauḍī, durch Verbindung mit Zucker

evaṃ madhusamāyogānmādhvī paiṣṭīṃ śṛṇu priya / adhyarddhadviguṇe toye śrapayettandulaṃ śanaiḥ

So [entsteht] durch Verbindung mit Honig die Mādhvī. Höre, Lieber, [nun über] die Paiṣṭī: In der zweieinhalbfachen [Menge] Wasser koche man langsam Reiskörner.

Wort für Wort
evaṃ madhusamāyogāt mādhvī
so durch Verbindung mit Honig die Mādhvī
paiṣṭīṃ śṛṇu priya
höre, Lieber, [über] die Paiṣṭī
adhyarddhadviguṇe toye
in der zweieinhalbfachen Menge Wasser
śrapayet taṇḍulaṃ śanaiḥ
koche man langsam Reiskörner

dinatrayoṣite tasmindhātryaṅkurarajaḥ kṣipet / dinamekaṃ dhṛte vāte nivāte sthāpayettataḥ

Wenn jener [Reis] drei Tage gestanden hat, werfe man den Staub der Sprossen der Āmalakī-[Frucht] (dhātrī) hinein; nachdem man ihn einen Tag lang dem Wind ausgesetzt hat, stelle man ihn dann an einen windgeschützten Ort.

Wort für Wort
dinatrayoṣite tasmin
wenn jener drei Tage gestanden hat
dhātryaṅkurarajaḥ kṣipet
werfe man den Staub der Āmalakī-Sprossen hinein
dinam ekaṃ dhṛte vāte
einen Tag lang dem Wind ausgesetzt
nivāte sthāpayet tataḥ
stelle man ihn dann an einen windgeschützten Ort

udakairlilitaṃ paścādgalitaṃ paiṣṭikaṃ madhu / vṛkṣajaṃ phalajaṃ ceti dvividhaṃ kriyate madhu

Danach, mit Wasser vermischt [und] durchgeseiht, [ist es] der 'Paiṣṭika-Met'. Der Met (madhu) wird zweifach hergestellt: baum-entstandener (vṛkṣaja) und frucht-entstandener (phalaja).

Wort für Wort
udakaiḥ lilitaṃ[?]
mit Wasser vermischt[?]
paścāt galitaṃ paiṣṭikaṃ madhu
danach durchgeseiht [ist es] der Paiṣṭika-Met
vṛkṣajaṃ phalajaṃ ca iti
baum-entstandener und frucht-entstandener
dvividhaṃ kriyate madhu
wird der Met zweifach hergestellt

'lilitaṃ' unklar, evtl. für 'lolitam' ('vermischt/geschüttelt'); mit [?] vermerkt.

tannirmāṇaṃ śṛṇuṣvādya yadāsvādānmanolayaḥ / mṛdvīkāṃvātha kharjūraphalaṃ puṣpamathāpi vā

Höre nun dessen Herstellung, durch dessen Genuss (āsvāda) Auflösung des Geistes (manolaya) [eintritt]: Weintraube (mṛdvīkā) oder Dattelfrucht (kharjūraphala), oder auch [deren] Blüte -

Wort für Wort
tannirmāṇaṃ śṛṇuṣva adya
höre nun dessen Herstellung
yadāsvādān manolayaḥ
durch dessen Genuss Auflösung des Geistes [eintritt]
mṛdvīkāṃ vā atha kharjūraphalam
Weintraube oder Dattelfrucht
puṣpam atha api vā
oder auch [deren] Blüte

madhūkasyāṃbhasi kṣiptvā śatṛmarddhāvaśeṣitam / prāksṛtāsavaleśena militaṃ divasadvayāt

[Diese], in das Wasser der Madhūka[-Blüte] geworfen, gekocht [und] bis zur Hälfte übrig gelassen [?], mit einer Spur von zuvor bereitetem Rauschtrank vermischt, für zwei Tage [stehen gelassen].

Wort für Wort
madhūkasya ambhasi kṣiptvā
in das Wasser der Madhūka-Blüte geworfen
śṛtam[?] ardhāvaśeṣitam[?]
gekocht[?], zur Hälfte übriggelassen[?]
prāksṛtāsavaleśena militam
mit einer Spur zuvor bereiteten Rauschtranks vermischt
divasadvayāt
für/nach zwei Tagen

'śatṛmarddhāvaśeṣitam' unklar/verderbt, gedeutet als 'śṛtam ardhāvaśeṣitam' ('gekocht, zur Hälfte übriggelassen'); mit [?] vermerkt.

gālitaṃ svādu pūjārhaṃ manolayakaraṃ śubham / vārkṣaṃ tu nālikeraṃ syāddhintālasyātha tālataḥ

Durchgeseiht [ist es] wohlschmeckend, verehrungswürdig, geistlösend wirkend, heilvoll. Der 'baum-entstandene' [Met] aber [stammt] von der Kokospalme (nālikera), oder von der Hintāla-Palme, oder von der Palmyrapalme (tāla).

Wort für Wort
gālitaṃ svādu pūjārham
durchgeseiht [ist es] wohlschmeckend, verehrungswürdig
manolayakaraṃ śubham
geistlösend wirkend, heilvoll
vārkṣaṃ tu nālikeraṃ syāt
der 'baum-entstandene' aber [stammt] von der Kokospalme
hintālasya atha tālataḥ
oder von der Hintāla-Palme, oder von der Palmyrapalme

phalakāṇḍātsnutaṃ dugdhaṃ nītaṃ sadyo rasāvaham / nālike raphalāntasthasalile śaśinā yute

Die aus dem Fruchtstiel ausgetretene 'Milch' (Saft), sogleich entnommen, wird zum Rasa-Bringer; bei der Kokosnuss, wenn im in der Frucht befindlichen Wasser [Zucker,] verbunden mit 'dem Mond' (Kampfer) [ist] -

Wort für Wort
phalakāṇḍāt snutaṃ dugdham
die aus dem Fruchtstiel ausgetretene 'Milch'
nītaṃ sadyaḥ rasāvaham
sogleich entnommen, Rasa-bringend gemacht
nālikeraphalāntasthasalile
im im Inneren der Kokosnussfrucht befindlichen Wasser
śaśinā yute
wenn [es] mit 'dem Mond' (Kampfer) verbunden [ist]

Verse 21/22 sind syntaktisch stark verkürzt/eliptisch (Herstellungsnotizen); Übersetzung sinngemäß, Einzelheiten mit [?] behaftet.

arddhapūgaphalotthaṃ tu ramaṃ saṃkṣipya tāpayet / ātape sadya evaitadāsavaṃ devatāpriyām

Den aus der halbreifen Areka-Nuss-Frucht entstandenen Saft [?] aber gieße man zusammen und erhitze ihn in der Sonnenhitze - sogleich [wird] dies zum Rauschtrank, der der Göttin lieb ist.

Wort für Wort
arddhapūgaphalotthaṃ tu ramam[?]
den aus der halbreifen Areka-Frucht entstandenen Saft[?] aber
saṃkṣipya tāpayet
zusammengießend erhitze man
ātape sadya eva
in der Sonnenhitze, sogleich
etat āsavaṃ devatāpriyām
wird dies zum der Göttin lieben Rauschtrank

'ramam' vermutlich für 'rasam' (Saft); mit [?] vermerkt.

āsavairebhiruditairardhyaṃ devyai nivedayet / devaiḥ kṛtvā tataḥ sadyo dadyāttatsiddhaye dvayam

Mit diesen genannten Rauschtränken bringe man die Ehrengabe (arghya) der Göttin dar; nachdem man [dies] mit/durch die Götter[-Mantras geweiht] hergestellt hat, gebe man dann sogleich beides zu dessen Gelingen.

Wort für Wort
āsavaiḥ ebhiḥ uditaiḥ
mit diesen genannten Rauschtränken
ardhyaṃ devyai nivedayet
bringe man der Göttin die Ehrengabe dar
devaiḥ kṛtvā tataḥ sadyaḥ
damit durch/mit den Göttern hergestellt, dann sogleich
dadyāt tatsiddhaye dvayam
gebe man beides zu dessen Gelingen

sādhako niyatāhāraḥ samādhisthaḥ pibetsadā / na kadācitpibotsiddho devyarthamaniveditam

Der Sādhaka, mit geregelter Nahrung, in Versenkung (samādhi) verweilend, trinke stets [davon]; niemals trinke der [bereits] Vollendete (siddha) [etwas], das nicht der Göttin dargebracht wurde.

Wort für Wort
sādhakaḥ niyatāhāraḥ
der Sādhaka, mit geregelter Nahrung
samādhisthaḥ pibet sadā
in Versenkung verweilend trinke er stets
na kadācit pibet siddhaḥ
niemals trinke der Vollendete
devyartham aniveditam
was nicht der Göttin dargebracht wurde

pānaṃ ca tāvatkurvīta yāvatā syānmanolayaḥ / tataḥ karoti cetsadyaḥ pātakī bhavati dhruvam

Das Trinken übe man nur so lange, bis Auflösung des Geistes eintritt; wenn man danach [weiter trinkt], wird man sogleich sicher zum Sünder.

Wort für Wort
pānaṃ ca tāvat kurvīta
das Trinken übe man nur so lange
yāvatā syāt manolayaḥ
bis Auflösung des Geistes eintritt
tataḥ karoti cet sadyaḥ
wenn man danach [weiter] tut, sogleich
pātakī bhavati dhruvam
wird man gewiss zum Sünder

devatāguruśiṣṭānyaṃ pibannāsavamāśayā / pātakī rājadaṇḍyaśca rikthopāsaka eva

Wer den von Gottheit und Guru übriggelassenen Rauschtrank [darüber hinaus] aus [bloßer] Begierde trinkt, ist ein Sünder, der königlichen Strafe würdig, und nur ein Verehrer des Wertlosen [?].

Wort für Wort
devatāguruśiṣṭa anyam
das von Gottheit und Guru übriggelassene, ein anderes [zusätzlich]
pibat āsavam āśayā
trinkend den Rauschtrank aus Begierde
pātakī rājadaṇḍyaḥ ca
[ist er] ein Sünder und der königlichen Strafe würdig
rikthopāsakaḥ eva[?]
nur ein Verehrer des Wertlosen[?]

'rikthopāsaka' unklar; evtl. 'riktopāsaka' ('Verehrer des Leeren/Wertlosen', d.h. einer, der vergeblich verehrt); mit [?] vermerkt.

sādhyasādhakayoretatkāmya eva samīritam / siddhasya sarvadā proktaṃ yato 'sau tanmayo bhavet

Für den [noch] zu Vollendenden und den [bereits] Übenden (sādhaka) wird dies nur als 'Wunsch-Ritual' (kāmya) erklärt; für den Vollendeten (siddha) aber wird es als [stets erlaubt] gelehrt, weil jener damit eins geworden ist.

Wort für Wort
sādhyasādhakayoḥ etat
für den zu Vollendenden und den Übenden dies
kāmyaḥ eva samīritam
wird nur als Wunsch-Ritual erklärt
siddhasya sarvadā proktam
für den Vollendeten wird es als stets [erlaubt] gelehrt
yataḥ asau tanmayaḥ bhavet
weil jener damit eins geworden ist

pūjayetproktarūpastu proktarūpāśca tāḥ kramāt / upacārairāsavaiśca matsyairmāṃsaistu saṃskṛtaiḥ

In der genannten Weise verehre man, und jene [Göttinnen] ebenfalls in der genannten Weise, der Reihe nach - mit [den üblichen] Ehrenerweisungen, mit Rauschtränken, mit Fisch und mit zubereitetem Fleisch.

Wort für Wort
pūjayet proktarūpaḥ tu
verehre man in der genannten Weise
proktarūpāḥ ca tāḥ kramāt
und jene [Göttinnen] in der genannten Weise, der Reihe nach
upacāraiḥ āsavaiḥ ca
mit Ehrenerweisungen und Rauschtränken
matsyaiḥ māṃsaiḥ tu saṃskṛtaiḥ
mit Fisch und mit zubereitetem Fleisch

atha kāmyārcanaṃ vakṣye prayogāṃścāpi nārada / yeṣāmācaraṇātsiddhiṃ sādhako labhate dhruvam

Nun werde ich die Wunsch-Verehrung (kāmyārcana) und auch die [rituellen] Anwendungen verkünden, o Nārada, durch deren Ausübung der Sādhaka gewiss die Vollendung erlangt.

Wort für Wort
atha kāmyārcanaṃ vakṣye
nun werde ich die Wunsch-Verehrung verkünden
prayogān ca api nārada
und auch die Anwendungen, o Nārada
yeṣām ācaraṇāt siddhim
durch deren Ausübung die Vollendung
sādhako labhate dhruvam
erlangt der Sādhaka gewiss

caitre damanakairarcetpūrṇāyāṃ madanotsavam / vaiśākhe māsi pūrṇāyāṃ pūjayeddhemapuṣpakaiḥ

Im Monat Caitra verehre man an dessen Vollmondtag mit Damanaka-Blüten das Liebesfest (madanotsava); im Monat Vaiśākha, an dessen Vollmondtag, verehre man mit goldenen Blüten.

Wort für Wort
caitre damanakaiḥ arcet
im Caitra verehre man mit Damanaka-Blüten
pūrṇāyāṃ madanotsavam
an dessen Vollmondtag das Liebesfest
vaiśākhe māsi pūrṇāyām
im Monat Vaiśākha, an dessen Vollmondtag
pūjayet hemapuṣpakaiḥ
verehre man mit goldenen Blüten

jyaiṣṭhyāṃ phalairyajenddevīṃ kadalīpanasāmnajaiḥ / āṣāḍhyāṃ candanairelājātīkaṅkolakuṅkumaiḥ

Im Monat Jyaiṣṭha verehre man die Göttin mit Früchten - von Banane, Jackfrucht und Mango entstandenen; im Monat Āṣāḍha mit Sandelholz, Kardamom, Jasmin, Kaṅkola[-Pfeffer] und Safran.

Wort für Wort
jyaiṣṭhyāṃ phalaiḥ yajet devīm
im Jyaiṣṭha verehre man die Göttin mit Früchten
kadalīpanasāmnajaiḥ
von Banane, Jackfrucht [und] Mango entstandenen
āṣāḍhyāṃ candanaiḥ elājātī
im Āṣāḍha mit Sandelholz, Kardamom, Jasmin
kaṅkolakuṅkumaiḥ
Kaṅkola[-Pfeffer] und Safran

śrāvaṇyāmāgamoktena vidhinārcetpavitrakaiḥ / prauṣṭhapadyāṃ gandhapuṣpairyajedvā ketakīsumaiḥ

Im Monat Śrāvaṇa verehre man nach der in den Āgamas gelehrten Vorschrift mit Pavitraka[-Fäden]; im Monat Prauṣṭhapada verehre man mit duftenden Blüten oder mit Ketakī-Blüten.

Wort für Wort
śrāvaṇyām āgamoktena vidhinā
im Śrāvaṇa nach der in den Āgamas gelehrten Vorschrift
arcet pavitrakaiḥ
verehre man mit Pavitraka[-Fäden]
prauṣṭhapadyāṃ gandhapuṣpaiḥ
im Prauṣṭhapada mit duftenden Blüten
yajet vā ketakīsumaiḥ
oder verehre man mit Ketakī-Blüten

āśvāyujyāṃ kanyakārcā bhūṣāvastradhanādibhiḥ / kārtikyāṃ kuṅkumaiścaiva niśi dīpagaṇairapi

Im Monat Āśvayuja [erfolgt die] Verehrung der [Göttin als] Jungfrau mit Schmuck, Kleidung, Reichtum und dergleichen; im Monat Kārtika mit Safran sowie nachts auch mit Scharen von Lampen.

Wort für Wort
āśvāyujyāṃ kanyakārcā
im Āśvayuja [erfolgt] die Verehrung der Jungfrau
bhūṣāvastradhanādibhiḥ
mit Schmuck, Kleidung, Reichtum u.a.
kārtikyāṃ kuṅkumaiḥ ca eva
im Kārtika mit Safran
niśi dīpagaṇaiḥ api
nachts auch mit Scharen von Lampen

sacandrairmārgaśīrṣyāṃ tu nālikerairapūpakaiḥ / pauṣyāṃ saśarkaraguḍairgavāṃ dugdhaiḥ samarcayet

Im Monat Mārgaśīrṣa [verehre man] mit Kampfer versehenen Kokosnüssen und Kuchen; im Monat Pauṣa verehre man mit Zucker und Melasse versehener Kuhmilch.

Wort für Wort
sacandraiḥ mārgaśīrṣyāṃ tu
im Mārgaśīrṣa aber mit kampferversehenen[?]
nālikeraiḥ apūpakaiḥ
Kokosnüssen und Kuchen
pauṣyāṃ saśarkaraguḍaiḥ
im Pauṣa mit Zucker und Melasse versehener
gavāṃ dugdhaiḥ samarcayet
Kuhmilch verehre man

'sacandraiḥ' hier als 'mit Kampfer (candra als Synonym) versehen' gedeutet; alternativ 'mondbeschienen'; mit [?] vermerkt.

svarṇaraupyaiḥ paṅkajaistu māghyāṃ saugandhikādibhiḥ / phaālgunyāṃ vividhairdravyaiḥ phalaiḥ puṣpaiḥ sugandhibhiḥ

Im Monat Māgha [verehre man] mit goldenen und silbernen Lotusblüten sowie mit rotem Lotus (saugandhika) u.a.; im Monat Phālguna mit verschiedenen Substanzen, Früchten und wohlriechenden Blüten.

Wort für Wort
svarṇaraupyaiḥ paṅkajaiḥ tu
mit goldenen und silbernen Lotusblüten aber
māghyāṃ saugandhikādibhiḥ
im Māgha mit rotem Lotus u.a.
phālgunyāṃ vividhaiḥ dravyaiḥ phalaiḥ
im Phālguna mit verschiedenen Substanzen, Früchten
puṣpaiḥ sugandhibhiḥ
[und] wohlriechenden Blüten

'phaālgunyāṃ' Schreibvariante für 'phālgunyāṃ' (Phālguna); im Quelltext wiederholt so verzerrt geschrieben.

parvatāgre yajeddevīṃ palāśakusumairniśi / siddhadravyaiśca saptāhātkhecarīmelanaṃ bhavet

Auf einem Berggipfel verehre man die Göttin nachts mit Palāśa-Blüten; mit den Siddha-Substanzen entsteht nach sieben Tagen die Begegnung mit einer Khecarī (Himmelswandlerin).

Wort für Wort
parvatāgre yajet devīm
auf einem Berggipfel verehre man die Göttin
palāśakusumaiḥ niśi
nachts mit Palāśa-Blüten
siddhadravyaiḥ ca saptāhāt
und mit den Siddha-Substanzen, binnen sieben Tagen
khecarīmelanaṃ bhavet
entsteht die Begegnung mit einer Khecarī

araṇye vaṭamūle vā kuñje vā dharaṇībhṛtām / kadambagajātipuṣpābhyāṃ siddhadravyaiḥ śivāṃ yajet

Im Wald, oder am Fuß eines Banyanbaums, oder in einem Gebüsch der Berge, verehre man die Śivā (Göttin) mit Kadamba- und Gajajāti[?]-Blüten zusammen mit den Siddha-Substanzen.

Wort für Wort
araṇye vaṭamūle vā
im Wald, oder am Fuß eines Banyanbaums
kuñje vā dharaṇībhṛtām
oder in einem Gebüsch der Berge
kadambagajātipuṣpābhyāṃ
mit Kadamba- und Gajajāti[?]-Blüten
siddhadravyaiḥ śivāṃ yajet
mit den Siddha-Substanzen verehre man die Śivā

'gajātipuṣpābhyām' unklar (evtl. eine best. Jasminart); mit [?] vermerkt.

māsena siddhā yakṣiṇyaḥ pratyakṣā vāñchitapradāḥ / ketakīkusumaiḥ siddhāśceṭakā vāridhestaṭe

Binnen eines Monats werden [so] die Yakṣiṇīs vollendet, sichtbar (pratyakṣa) und gewähren das Gewünschte; mit Ketakī-Blüten werden am Ufer des Meeres die Dienerinnen (ceṭakā) vollendet.

Wort für Wort
māsena siddhā yakṣiṇyaḥ
binnen eines Monats werden die Yakṣiṇīs vollendet
pratyakṣā vāñchitapradāḥ
sichtbar, das Gewünschte gewährend
ketakīkusumaiḥ siddhāḥ
mit Ketakī-Blüten werden vollendet
ceṭakā vāridheḥ taṭe
die Dienerinnen am Ufer des Meeres

ājñāmabhīṣṭāṃ kurvanti raṇe māyāṃ mahādbhutām / vasūni mālāṃ bhūṣāṃ ca dadyurasyehayāniśam

Sie führen den gewünschten Befehl aus [und bewirken] in der Schlacht höchst wunderbare Zauberkraft (māyā); sie mögen diesem [Sādhaka] Tag und Nacht Reichtümer, Kränze und Schmuck geben.

Wort für Wort
ājñām abhīṣṭāṃ kurvanti
sie führen den gewünschten Befehl aus
raṇe māyāṃ mahādbhutām
in der Schlacht höchst wunderbare Zauberkraft
vasūni mālāṃ bhūṣāṃ ca
Reichtümer, Kranz und Schmuck
dadyuḥ asya ihayā[?] aniśam
mögen sie diesem [Sādhaka] Tag[?] und Nacht geben

'ehayā' unklar/verderbt; sinngemäß als Teil von 'Tag [und Nacht]' behandelt, mit [?] vermerkt.

pīṭhamṛkṣadrumaiḥ kṛtvā tatra devīṃ yajenniśi / śālmalaiḥ kusumaiḥ siddhadravyairmāsaṃ tu nirbhayam

Nachdem man aus Ṛkṣa-Bäumen[?] eine [rituelle] Sitzstätte errichtet hat, verehre man dort die Göttin nachts - mit Śālmali(Baumwoll-)Blüten und Siddha-Substanzen, einen Monat lang, furchtlos.

Wort für Wort
pīṭham ṛkṣadrumaiḥ[?] kṛtvā
eine Sitzstätte aus Ṛkṣa-Bäumen[?] errichtet
tatra devīṃ yajet niśi
dort verehre man die Göttin nachts
śālmalaiḥ kusumaiḥ siddhadravyaiḥ
mit Śālmali-Blüten und Siddha-Substanzen
māsaṃ tu nirbhayam
einen Monat lang, furchtlos

'ṛkṣadrumaiḥ' evtl. 'aus dem dem Nakṣatra entsprechenden Baum'; mit [?] vermerkt.

śyaśānadeśe viprendra siddhyantyasya piśācakāḥ / aśmapātaprahārādyairjīyādābhirdviṣaściram

Am Ort des Leichenverbrennungsplatzes, o bester der Brahmanen, werden diesem [Sādhaka] die Piśāca-Dämonen dienstbar; durch [von ihnen bewirkten] Steinwurf, Schlag und dergleichen möge er die Feinde lange besiegen.

Wort für Wort
śmaśānadeśe viprendra
am Ort des Leichenverbrennungsplatzes, o bester der Brahmanen
siddhyanti asya piśācakāḥ
werden diesem die Piśāca-Dämonen dienstbar
aśmapātaprahārādyaiḥ
durch Steinwurf, Schlag u.a.
jīyāt ābhiḥ dviṣaḥ ciram
möge er damit die Feinde lange besiegen

'śyaśāna' = Schreibvariante für 'śmaśāna'.

nirjane vipine rātrau māsamātraṃ tu nirbhayaḥ / yajeddevīṃ cakragatāṃ siddhadravyasamanvitām

In einsamer Wildnis, nachts, einen ganzen Monat lang, furchtlos, verehre man die im [Yantra-]Cakra befindliche Göttin, verbunden mit den Siddha-Substanzen.

Wort für Wort
nirjane vipine rātrau
in einsamer Wildnis, nachts
māsamātraṃ tu nirbhayaḥ
einen ganzen Monat lang, furchtlos
yajet devīṃ cakragatām
verehre man die im Cakra befindliche Göttin
siddhadravyasamanvitām
verbunden mit den Siddha-Substanzen

mālatījātapunnāgaketakīmarubhiḥ kramāt / tena siddhyanti vetālāstānāruhyecchayā caret

Mit Mālatī-, Jāti-, Punnāga-, Ketakī- und Maru[?]-Blüten der Reihe nach [verehrend] - dadurch werden die Vetālas (Leichendämonen) vollendet; auf sie [aufsteigend] möge man nach Belieben umherwandeln.

Wort für Wort
mālatījātapunnāgaketakī­marubhiḥ kramāt
mit Mālatī-, Jāti-, Punnāga-, Ketakī- und Maru[?]-Blüten der Reihe nach
tena siddhyanti vetālāḥ
dadurch werden die Vetālas vollendet
tān āruhya icchayā caret
auf sie aufsteigend möge man nach Belieben umherwandeln

'marubhiḥ' unklar (Pflanzenname unsicher, evtl. Verschreibung); mit [?] vermerkt.

śmaśāne caṇḍikāgehe nirjane vipine 'pi vā / madhyarātre yajeddevīṃ kṛṣṇavastravibhūṣaṇaiḥ

Auf dem Leichenverbrennungsplatz, im Tempel der Caṇḍikā, oder auch in einsamer Wildnis, verehre man um Mitternacht die Göttin mit schwarzer Kleidung und schwarzem Schmuck.

Wort für Wort
śmaśāne caṇḍikāgehe
auf dem Leichenverbrennungsplatz, im Tempel der Caṇḍikā
nirjane vipine api vā
oder auch in einsamer Wildnis
madhyarātre yajet devīm
um Mitternacht verehre man die Göttin
kṛṣṇavastravibhūṣaṇaiḥ
mit schwarzer Kleidung und schwarzem Schmuck

kṛṣṇacakre 'tikṛṣṇāṃ tāmatikruddhāśayo yajet / sādhya yoniṃ tadagre tu baliṃ chindannivedayet

Im schwarzen [Yantra-]Cakra verehre man jene höchst schwarze [Göttin] mit höchst zornerfülltem Sinn; vor ihr die 'Yoni' des zu Bezwingenden, und dort, sie durchschneidend, bringe man das Opfer dar.

Wort für Wort
kṛṣṇacakre atikṛṣṇāṃ tām
im schwarzen Cakra jene höchst schwarze [Göttin]
atikruddhāśayaḥ yajet
mit höchst zornerfülltem Sinn verehre man
sādhyayoniṃ tadagre tu
die Yoni des zu Bezwingenden vor ihr aber
baliṃ chindan nivedayet
sie durchschneidend bringe man das Opfer dar

siddhadravyasametaṃ tu māsāttadbhālalocanāt / jāyante bhīṣaṇāḥ kṛtyāstābhyaḥ siddhiṃ nivedayet

Mit den Siddha-Substanzen versehen entstehen nach einem Monat aus deren Stirnauge (bhālalocana) furchterregende Kṛtyā-[Dämoninnen]; diesen bringe man die [erwünschte] Vollendung/Gabe dar.

Wort für Wort
siddhadravyasametaṃ tu māsāt
mit den Siddha-Substanzen versehen aber nach einem Monat
tadbhālalocanāt
aus deren Stirnauge
jāyante bhīṣaṇāḥ kṛtyāḥ
entstehen furchterregende Kṛtyā-Dämoninnen
tābhyaḥ siddhiṃ nivedayet
diesen bringe man die Gabe dar

viśvasaṃhārasaṃtuṣṭāḥ punaretya nijecchayā / devyā lalāṭanetre syuḥ prārthite tu tirohitāḥ

Zufrieden mit der Zerstörung der [feindlichen] Welt, kehren sie aus eigenem Willen wieder zurück und sind [dann wieder] im Stirnauge der Göttin; auf [erneute] Bitte hin [entsandt], sonst bleiben sie verborgen.

Wort für Wort
viśvasaṃhārasaṃtuṣṭāḥ
zufrieden mit der Zerstörung der Welt
punaḥ etya nijecchayā
wieder zurückkehrend aus eigenem Willen
devyā lalāṭanetre syuḥ
sind sie im Stirnauge der Göttin
prārthite tu tirohitāḥ
auf Bitte hin [erneut], sonst verborgen

raktabhūṣāṃbarālepamālābhūṣitavigrahāḥ / udyāne nirjane devīṃ cakre saṃcintya pūjayet

[Mit] rotem Schmuck, roter Kleidung, rotem Salbenauftrag und rotem Blumenkranz geschmückter Gestalt - in einsamem Garten stelle man sich die Göttin im [Yantra-]Cakra vor und verehre sie.

Wort für Wort
raktabhūṣāṃbarālepamālābhūṣitavigrahāḥ
mit roten Schmuck, Kleidung, Salbe und Kranz geschmückter Gestalt
udyāne nirjane
in einsamem Garten
devīṃ cakre saṃcintya
die Göttin im Cakra sich vorstellend
pūjayet
verehre man

kahlāracaṃpakāśokapāṭalāśatapatrakaiḥ / siddhadravyasamopetairmāyāḥ siddhyanti māsataḥ

Mit Kahlāra-, Campaka-, Aśoka-, Pāṭalā- und Lotus-Blüten, versehen mit den Siddha-Substanzen, werden [Zauber-]Māyās binnen eines Monats vollendet.

Wort für Wort
kahlāracaṃpakāśokapāṭalāśatapatrakaiḥ
mit Kahlāra-, Campaka-, Aśoka-, Pāṭalā- und Lotus-Blüten
siddhadravyasamopetaiḥ
versehen mit den Siddha-Substanzen
māyāḥ siddhyanti māsataḥ
werden Māyās binnen eines Monats vollendet

yāsāṃ prasādalābhena kāmarūpo bhavennaraḥ / yābhirviśvajayī viśvacārī viśvavinodavān

Durch deren Gunsterlangung wird der Mensch 'Kāmarūpa' (nach Belieben Gestalt annehmend); durch sie [wird er zum] Welteroberer, Weltdurchwanderer, an der ganzen Welt sich Erfreuenden.

Wort für Wort
yāsāṃ prasādalābhena
durch deren Gunsterlangung
kāmarūpo bhavet naraḥ
wird der Mensch 'nach Belieben Gestalt annehmend'
yābhiḥ viśvajayī viśvacārī
durch sie Welteroberer, Weltdurchwanderer
viśvavinodavān
an der ganzen Welt sich Erfreuender

ṣaḍādhārābjamadhye tu cakraṃ saṃchitya pūjayet / candracandanakastūrīmṛganābhimahodayaiḥ

In der Mitte des Lotus der sechs [Cakra-]Grundlagen zeichne man das [Yantra-]Cakra und verehre [es] mit Kampfer, Sandelholz, Moschus und den großen Hervorbringungen des Moschushirsch-Nabels.

Wort für Wort
ṣaḍādhārābjamadhye tu
in der Mitte des Lotus der sechs Grundlagen aber
cakraṃ saṃchitya pūjayet
zeichne man das Cakra und verehre
candracandanakastūrī
mit Kampfer, Sandelholz, Moschus
mṛganābhimahodayaiḥ
und den großen Hervorbringungen des Moschushirsch-Nabels

trikālajño bhaveddevīṃ teṣu samyagvicintayet / pūrṇapratītau bhavyāni vikale 'bhavyamīritam

Man wird ein Kenner der drei Zeiten; man betrachte die Göttin in jenen [Cakras] gründlich; bei vollständigem [innerem] Erfassen [erscheinen] günstige [Zeichen], bei unvollständigem wird Ungünstiges angezeigt.

Wort für Wort
trikālajño bhavet
man wird ein Kenner der drei Zeiten
devīṃ teṣu samyagvicintayet
man betrachte die Göttin in jenen gründlich
pūrṇapratītau bhavyāni
bei vollständigem Erfassen [erscheinen] günstige [Zeichen]
vikale abhavyam īritam
bei unvollständigem wird Ungünstiges angezeigt

devīṃ cakreṇa sahitāṃ smaredbhaktiyuto naraḥ / vivekā vibhavā viśvā vitatā ca prakīrtitā

Der mit Hingabe erfüllte Mensch gedenke der mit dem [Yantra-]Cakra versehenen Göttin: 'Vivekā, Vibhavā, Viśvā' und 'Vitatā' werden [ihre Namen] verkündet.

Wort für Wort
devīṃ cakreṇa sahitāṃ smaret
der Göttin, versehen mit dem Cakra, gedenke man
bhaktiyutaḥ naraḥ
der mit Hingabe erfüllte Mensch
vivekā vibhavā viśvā vitatā
Vivekā ('Unterscheidung'), Vibhavā ('Macht'), Viśvā ('All'), Vitatā ('Ausgebreitete')
ca prakīrtitā
werden [so] verkündet

Beginn einer Aufzählung von Beinamen/Nityā-Namen der Göttin (V53-58); Eigennamen bleiben unübersetzt, wörtliche Bedeutung ggf. im wfw ergänzt.

kāminī khecarī garvā purāṇā parameśvarī / gaurī śivā hyameyā ca vimalā vijayā parā

Kāminī, Khecarī, Garvā, Purāṇā, Parameśvarī, Gaurī, Śivā, sowie Ameyā, Vimalā, Vijayā, Parā -

Wort für Wort
kāminī khecarī garvā
Kāminī ('Liebende'), Khecarī ('Himmelswandlerin'), Garvā ('Stolze')
purāṇā parameśvarī
Purāṇā ('Uralte'), Parameśvarī ('höchste Herrin')
gaurī śivā hi ameyā ca
Gaurī ('Helle'), Śivā, sowie Ameyā ('Unermessliche')
vimalā vijayā parā
Vimalā ('Makellose'), Vijayā ('Siegreiche'), Parā ('Höchste')

Fortsetzung der Namensaufzählung.

pavitrā pīḍanī vidyā viśveśī śivavallabhā / aśeṣarūpā svānandāṃbujākṣī cāpyaninditā

Pavitrā, Pīḍanī, Vidyā, Viśveśī, Śivavallabhā, Aśeṣarūpā, Svānandā, [die] Lotusäugige und Aninditā -

Wort für Wort
pavitrā pīḍanī vidyā
Pavitrā ('Reine'), Pīḍanī ('Bedrängerin'), Vidyā ('Wissen')
viśveśī śivavallabhā
Viśveśī ('Herrin des Alls'), Śivavallabhā ('Śivas Geliebte')
aśeṣarūpā svānandāṃbujākṣī
Aśeṣarūpā ('von vollständiger Gestalt'), Svānandā, die Lotusäugige
ca api aninditā
und auch Aninditā ('Untadelige')

Fortsetzung der Namensaufzählung.

varadā vākyadā vāṇī vividhā vedavigrahā / vidyā vāgīśvarī satyā saṃyatā ca sarasvatī

Varadā, Vākyadā, Vāṇī, Vividhā, Vedavigrahā, Vidyā, Vāgīśvarī, Satyā, Saṃyatā und Sarasvatī -

Wort für Wort
varadā vākyadā vāṇī
Varadā ('Gabenschenkende'), Vākyadā ('Redegeberin'), Vāṇī ('Rede')
vividhā vedavigrahā
Vividhā ('Vielgestaltige'), Vedavigrahā ('Veda-Gestalt')
vidyā vāgīśvarī satyā
Vidyā, Vāgīśvarī ('Herrin der Rede'), Satyā ('Wahrhaftige')
saṃyatā ca sarasvatī
Saṃyatā ('Gezügelte') und Sarasvatī

Fortsetzung der Namensaufzählung.

nirmalānandarūpā ca hyamṛtā mānadā tathā / pūṣā caiva tathā tuṣṭiḥ puṣṭiścāpi ratirdhṛtiḥ

Nirmalānandarūpā, sowie Amṛtā, Mānadā, ebenso Pūṣā, sowie Tuṣṭi, Puṣṭi, Rati und Dhṛti -

Wort für Wort
nirmalānandarūpā ca
Nirmalānandarūpā ('reine Wonnegestalt') und
hi amṛtā mānadā tathā
auch Amṛtā ('Unsterbliche'), Mānadā ('Ehrengeberin')
pūṣā ca eva tathā tuṣṭiḥ
sowie Pūṣā und Tuṣṭi ('Zufriedenheit')
puṣṭiḥ ca api ratiḥ dhṛtiḥ
Puṣṭi ('Gedeihen'), Rati ('Liebeslust') und Dhṛti ('Standhaftigkeit')

Fortsetzung der Namensaufzählung.

śāśinī candrikā kāntirjyotsnā śrīḥ prītiraṅgadā / devīnāmāni caitāni culuke salile smaran

Śāśinī, Candrikā, Kānti, Jyotsnā, Śrī, Prīti und Aṅgadā - diese Namen der Göttin, in einer Hand voll Wasser gedacht -

Wort für Wort
śāśinī candrikā kāntiḥ
Śāśinī ('Mondhafte'), Candrikā ('Mondlicht'), Kānti ('Glanz')
jyotsnā śrīḥ prītiḥ aṅgadā
Jyotsnā ('Mondschein'), Śrī, Prīti ('Freude'), Aṅgadā
devīnāmāni ca etāni
diese Namen der Göttin
culuke salile smaran
in einer Hand voll Wasser gedenkend

Abschluss der Namensaufzählung (die Liste enthält insgesamt mehr als 16 Einzelnamen, gepackt über V53-58; das Verhältnis zu den in V84 genannten 'sechzehn Nityās' bleibt im Text implizit).

mātṛkāsahitāṃ vignāṃ trirāvṛttyāmṛtātmikām / tāḍīṃ sārasvatīṃ jihvāṃ dīpākārāṃ smaranpibet

[Das Wasser], versehen mit der Mātṛkā, [in Gestalt der] 'Erkannten' [?], in dreifacher Wiederholung, von der Natur des Amṛta - dabei an die 'Tāḍī', die Sarasvatī-[gleiche] Zunge, flammengestaltig, denkend, trinke man es.

Wort für Wort
mātṛkāsahitāṃ vignām[?]
versehen mit der Mātṛkā, 'die Erkannte'[?]
trirāvṛttyā amṛtātmikām
in dreifacher Wiederholung, von der Natur des Amṛta
tāḍīṃ sārasvatīṃ jihvām
an die Tāḍī, die Sarasvatī-Zunge
dīpākārāṃ smaran pibet
flammengestaltig denkend trinke man

'vignāṃ' unklar (evtl. Verschreibung); wörtlich mit [?] belassen.

abdāñcaturvidhaṃ tasya pāṇḍityaṃ bhuvi jāyate / evaṃ nityamuṣaḥ kāle yaḥ kuryācchuddhamānasaḥ

Binnen vier Jahren entsteht für ihn auf Erden [die] vierfache Gelehrsamkeit; wer so täglich zur Zeit der Morgendämmerung [dies] mit reinem Sinn ausübt -

Wort für Wort
abdān caturvidhaṃ tasya
binnen [vier] Jahren, die vierfache [Gelehrsamkeit] für ihn
pāṇḍityaṃ bhuvi jāyate
entsteht auf Erden Gelehrsamkeit
evaṃ nityam uṣaḥ kāle
so täglich zur Zeit der Morgendämmerung
yaḥ kuryāt śuddhamānasaḥ
wer [dies] mit reinem Sinn ausübt

sa yogī brahmavijñānī śivayogī tathātmavit / anugrahoktacakrasthāṃ devīṃ tābhirvṛtāsmaret

der [wird zum] Yogin, Kenner des Brahman-Wissens, Śiva-Yogin sowie Selbstkenner; man gedenke der im [in der Gnaden-Lehre] genannten Cakra befindlichen, von jenen [Nityā-Göttinnen] umgebenen Göttin.

Wort für Wort
sa yogī brahmavijñānī
der [wird zum] Yogin, Kenner des Brahman-Wissens
śivayogī tathā ātmavit
Śiva-Yogin, sowie Selbstkenner
anugrahoktacakrasthāṃ devīm
die im in der Gnaden-Lehre genannten Cakra befindliche Göttin
tābhiḥ vṛtāṃ smaret
man gedenke der von jenen [Göttinnen] umgebenen

caṃpakendīvarairmāsādārogyamupajāyate / jvarabhūtagrahonmādaśītakākāmalākṣihṛt

Mit Campaka- und blauen Lotus-Blüten entsteht binnen eines Monats Gesundheit - dies vertreibt Fieber, Besessenheit durch Geister und Planeten(-dämonen), Wahnsinn, Kälte-[Fieber], Gelbsucht und Augenleiden.

Wort für Wort
caṃpakendīvaraiḥ māsāt
mit Campaka- und blauen Lotus-Blüten binnen eines Monats
ārogyam upajāyate
entsteht Gesundheit
jvarabhūtagrahonmāda­śītakā
[es vertreibt] Fieber, Geister-/Planetenbesessenheit, Wahnsinn, Kältefieber
kāmalākṣihṛt
Gelbsucht- und Augenleiden-vertreibend

dantakarṇajvaraśiraḥ śūlagulmādi kukṣijāḥ / vraṇapramehacchardyarśograhaṇyāmatridoṣajāḥ

Zahn-, Ohr-, Fieber-, Kopf-, Stechschmerz-, Geschwulst- und andere im Bauch entstehende [Leiden]; Wunden, Diabetes, Erbrechen, Hämorrhoiden, Ruhr und die aus den drei Doṣas entstandenen [Krankheiten] -

Wort für Wort
dantakarṇajvaraśiraḥ
Zahn-, Ohr-, Fieber-, Kopf-[Leiden]
śūlagulmādi kukṣijāḥ
Stechschmerz, Geschwulst u.a. im Bauch entstandene
vraṇapramehacchardi
Wunden, Diabetes, Erbrechen
arśograhaṇyāmatridoṣajāḥ
Hämorrhoiden, Ruhr, [und] die aus den drei Doṣas entstandenen

sarve tathā śamaṃ yānti pūjayā parameśvarī / dravyaṃ cakrasya nirmāṇe kāśmīraṃ samudīritam

sie alle kommen so durch die Verehrung der höchsten Herrin zur Ruhe. Als Substanz für die Herstellung des [Yantra-]Cakra wird Safran genannt -

Wort für Wort
sarve tathā śamaṃ yānti
sie alle kommen so zur Ruhe
pūjayā parameśvarī
durch die Verehrung der höchsten Herrin
dravyaṃ cakrasya nirmāṇe
als Substanz für die Herstellung des Cakra
kāśmīraṃ samudīritam
wird Safran genannt

siṃdūraṃ gairikaṃ lākṣā daradaṃ candanadvayam / biladvāre likhettryasraṃ ṣoḍaśatryasrasaṃyutam

Zinnober, roter Ocker, Lack, rotes Arsen(-Pigment), zweierlei Sandelholz - am Öffnungsrand zeichne man ein Dreieck, versehen mit sechzehn [weiteren] Dreiecken.

Wort für Wort
siṃdūraṃ gairikaṃ lākṣā
Zinnober, roter Ocker, Lack
daradaṃ candanadvayam
rotes Arsen(-Pigment), zweierlei Sandelholz
biladvāre likhet tryasram
am Öffnungsrand zeichne man ein Dreieck
ṣoḍaśatryasrasaṃyutam
versehen mit sechzehn [weiteren] Dreiecken

daradenāsya madhyasthāṃ pūjayetparameśvarīm / tābhistacchaktibhiḥ sākaṃ siddhadravyaiḥ sugandhibhiḥ

Mit dem roten Arsen(-Pigment) verehre man die in dessen Mitte befindliche höchste Herrin, zusammen mit jenen ihren Śaktis, mit den wohlriechenden Siddha-Substanzen.

Wort für Wort
daradena asya madhyasthām
mit dem roten Arsen-Pigment die in dessen Mitte befindliche
pūjayet parameśvarīm
verehre man die höchste Herrin
tābhiḥ tacchaktibhiḥ sākam
zusammen mit jenen ihren Śaktis
siddhadravyaiḥ sugandhibhiḥ
mit den wohlriechenden Siddha-Substanzen

kusumairmāsamātreṇa nāgakanyāsamanvitam / pātālādiṣu lokeṣu ramayatyaniśaṃ ciram

Mit Blüten, binnen eines einzigen Monats, [erlangt man] Gemeinschaft mit Nāga-Jungfrauen; mit ihnen ergötzt man sich in den Unterwelten ununterbrochen, lange Zeit.

Wort für Wort
kusumaiḥ māsamātreṇa
mit Blüten, binnen eines Monats
nāgakanyāsamanvitam
verbunden mit Nāga-Jungfrauen
pātālādiṣu lokeṣu
in den Unterwelten (Pātāla usw.)
ramayati aniśaṃ ciram
ergötzt man sich ununterbrochen, lange

yakṣarākṣasagandharvasiddhavidyādharāṅganāḥ / piśācā guhyakā vīrāḥ kinnirā bhujagāstathā

Yakṣa-, Rākṣasa-, Gandharva-, Siddha- und Vidyādhara-Frauen, Piśācas, Guhyakas, Vīras, Kinnaras sowie Schlangenwesen -

Wort für Wort
yakṣarākṣasagandharva­siddhavidyādharāṅganāḥ
Yakṣa-, Rākṣasa-, Gandharva-, Siddha- und Vidyādhara-Frauen
piśācā guhyakā vīrāḥ
Piśācas, Guhyakas, Vīras
kinnirā bhujagāḥ tathā
Kinnaras sowie Schlangenwesen

siddhyanti pūjanāttatra tathā tatproktakālataḥ / kiṃśukairbhūṣaṇāvāptau pāṭalairgajasiddhaye

werden durch die Verehrung dort ebenso zur genannten Zeit vollendet. Mit Kiṃśuka-Blüten [erlangt man] Schmuck, mit Pāṭalā-Blüten Elefanten-Erlangung -

Wort für Wort
siddhyanti pūjanāt tatra
werden durch die Verehrung dort vollendet
tathā tatproktakālataḥ
ebenso zur genannten Zeit
kiṃśukaiḥ bhūṣaṇāvāptau
mit Kiṃśuka-Blüten zur Schmuck-Erlangung
pāṭalaiḥ gajasiddhaye
mit Pāṭalā-Blüten zur Elefanten-Vollendung

raktotpalairaśvasiddhau kumudaiścarasiddhaye / utpalairuṣṭrasaṃsiddhyai tagaraiḥ paśusiddhaye

mit rotem Lotus Pferde-Vollendung, mit weißem Nachtlotus Vollendung des [Heer-]Zugs [?], mit blauem Lotus Kamel-Vollendung, mit Tagara-Blüten Vieh-Vollendung.

Wort für Wort
raktotpalaiḥ aśvasiddhau
mit rotem Lotus zur Pferde-Vollendung
kumudaiḥ carasiddhaye[?]
mit weißem Nachtlotus zur Vollendung des Heerzugs[?]
utpalaiḥ uṣṭrasaṃsiddhyai
mit blauem Lotus zur Kamel-Vollendung
tagaraiḥ paśusiddhaye
mit Tagara-Blüten zur Vieh-Vollendung

'carasiddhaye' unklar (evtl. 'Truppenbewegung'/'Diener'); mit [?] vermerkt.

jaṃbīrairmahiṣāvāptyai lakucairajasiddhaye / dāḍimairnidhisaṃsiddhyai madhukairgānasiddhaye

Mit Jaṃbīra-Blüten Büffel-Erlangung, mit Lakuca-Blüten Ziegen-Vollendung, mit Granatapfel-Blüten Schatz-Vollendung, mit Madhūka-Blüten Gesangskunst-Vollendung.

Wort für Wort
jaṃbīraiḥ mahiṣāvāptyai
mit Jaṃbīra-Blüten zur Büffel-Erlangung
lakucaiḥ ajasiddhaye
mit Lakuca-Blüten zur Ziegen-Vollendung
dāḍimaiḥ nidhisaṃsiddhyai
mit Granatapfel-Blüten zur Schatz-Vollendung
madhukaiḥ gānasiddhaye
mit Madhūka-Blüten zur Gesangs-Vollendung

bakulairaṅganāsiddhyai kahlāraiḥ putrasiddhaye / śatapatrairjayāvāptyai ketakairvāhanāptaye

Mit Bakula-Blüten Frauen-Vollendung, mit Kahlāra Sohnes-Vollendung, mit Lotus Sieg-Erlangung, mit Ketakī Reittier-Erlangung.

Wort für Wort
bakulaiḥ aṅganāsiddhyai
mit Bakula-Blüten zur Frauen-Vollendung
kahlāraiḥ putrasiddhaye
mit Kahlāra zur Sohnes-Vollendung
śatapatraiḥ jayāvāptyai
mit Lotus zur Sieg-Erlangung
ketakaiḥ vāhanāptaye
mit Ketakī zur Reittier-Erlangung

saurabhāḍhyaiḥ prasūnaistu nityaṃ saubhāgyasiddhaye / pūjayenmāsamātraṃ vā dviguṇaṃ triguṇaṃ tu vā

Mit besonders duftreichen Blüten aber stets zur Vollendung des Glücks - man verehre einen Monat lang, oder zweifach, oder auch dreifach so lange.

Wort für Wort
saurabhāḍhyaiḥ prasūnaiḥ tu
mit besonders duftreichen Blüten aber
nityaṃ saubhāgyasiddhaye
stets zur Vollendung des Glücks
pūjayet māsamātraṃ vā
man verehre einen Monat lang, oder
dviguṇaṃ triguṇaṃ tu vā
zweifach oder auch dreifach [so lange]

yāvatphalāvāptikāṅkṣī śarkarāghṛtapāyasaiḥ / sacakraparivārāṃ tāṃ devīṃ salilamadhyagām

Solange man das Erlangen der Frucht [des Rituals] begehrt, [opfere man] mit Zucker, Ghee und Milchreis jener Göttin, die von ihrem [Yantra-]Cakra-Gefolge umgeben, inmitten des Wassers befindlich [ist] -

Wort für Wort
yāvat phalāvāptikāṅkṣī
solange man das Erlangen der Frucht begehrt
śarkarāghṛtapāyasaiḥ
mit Zucker, Ghee und Milchreis
sacakraparivārāṃ tām
jener, von ihrem Cakra-Gefolge umgebenen
devīṃ salilamadhyagām
der Göttin, inmitten des Wassers befindlich

tarppayetkusumaiḥ sārdhyaiḥ sarvopadravaśāntaye / ghṛtaiḥ pūrṇāyuṣaḥ siddhyai kṣauddraiḥ saubhāgyasiddhaye

man erquicke sie mit dazugehörigen Blüten zur Beruhigung aller Übel; mit Ghee zur Vollendung vollen Lebensalters, mit Honig zur Vollendung des Glücks.

Wort für Wort
tarpayet kusumaiḥ sārdhyaiḥ
man erquicke [sie] mit dazugehörigen Blüten
sarvopadravaśāntaye
zur Beruhigung aller Übel
ghṛtaiḥ pūrṇāyuṣaḥ siddhyai
mit Ghee zur Vollendung vollen Lebensalters
kṣaudraiḥ saubhāgyasiddhaye
mit Honig zur Vollendung des Glücks

dugdhairārogyasaṃsiddhyai tribhiraiśvaryasiddhaye / nālikerodakaiḥ prītyai himatoyairnṛpāptaye / sarvārthasiddhaya tauryairabhiṣiñcenmaheśvarīm

Mit Milch zur Vollendung der Gesundheit, mit den 'drei Süßen' zur Vollendung der Herrschaftsmacht; mit Kokoswasser zur Erlangung von Zuneigung, mit kaltem [Schnee-]Wasser zur Erlangung [der Gunst] eines Königs; zur Vollendung aller Ziele besprenge man die große Herrin mit Tauryatrika[-Darbietung, Musik/Tanz/Gesang] [?].

Wort für Wort
dugdhaiḥ ārogyasaṃsiddhyai
mit Milch zur Vollendung der Gesundheit
tribhiḥ aiśvaryasiddhaye
mit den drei Süßen zur Vollendung der Herrschaftsmacht
nālikerodakaiḥ prītyai
mit Kokoswasser zur Erlangung von Zuneigung
himatoyaiḥ nṛpāptaye
mit kaltem Wasser zur Erlangung [der Gunst] eines Königs
sarvārthasiddhaye tauryaiḥ[?]
zur Vollendung aller Ziele mit Tauryatrika[?]
abhiṣiñcet maheśvarīm
besprenge man die große Herrin

'tauryaiḥ' vermutlich Bezug auf 'tauryatrika' (Tanz-Gesang-Musik-Darbietung); Deutung unsicher, mit [?] vermerkt. Vers hat im Quelltext drei Pāda-Paare statt der üblichen zwei.

pūgodyāne yajeddevīṃ siddhadravyairdivāniśam / nivasaṃstatra tatpuṣpairjāyate manmathopamaḥ

In einem Areka-Garten verehre man die Göttin Tag und Nacht mit den Siddha-Substanzen; wer dort verweilt, wird durch deren Blüten dem Liebesgott Manmatha gleich.

Wort für Wort
pūgodyāne yajet devīm
in einem Areka-Garten verehre man die Göttin
siddhadravyaiḥ divāniśam
mit den Siddha-Substanzen Tag und Nacht
nivasan tatra tatpuṣpaiḥ
wer dort verweilt, durch deren Blüten
jāyate manmathopamaḥ
wird er dem Manmatha gleich

pūrṇāsu niyattaṃ devīṃ kanyakāyāṃ samarcayan / kṛtyāḥ pareritā mantrā vimukhāṃstān grasaṃti vai

Wer an Vollmondtagen beharrlich die Göttin in Gestalt einer Jungfrau verehrt - die von einem anderen entsandten Kṛtyā-[Dämoninnen und] Zauber-Mantras verschlingen fürwahr jene, die [ihm] feindlich gesinnt sind.

Wort für Wort
pūrṇāsu niyataṃ devīm
an Vollmondtagen beharrlich die Göttin
kanyakāyāṃ samarcayan
in Gestalt einer Jungfrau verehrend
kṛtyāḥ pareritā mantrāḥ
die von einem anderen entsandten Kṛtyās [und] Mantras
vimukhān tān grasanti vai
verschlingen fürwahr jene, die [ihm] feindlich [gesinnt] sind

liṅgatrayamayīṃ devīṃ cakrasthābhiśca śaktibhiḥ / pūjayanniṣṭamakhilaṃ labhate 'tra paratra ca

Wer die aus dem dreifachen Liṅga bestehende Göttin mit den im [Yantra-]Cakra befindlichen Śaktis verehrt, erlangt alles Gewünschte hier und im Jenseits.

Wort für Wort
liṅgatrayamayīṃ devīm
die aus dem dreifachen Liṅga bestehende Göttin
cakrasthābhiḥ ca śaktibhiḥ
mit den im Cakra befindlichen Śaktis
pūjayan iṣṭam akhilam
verehrend, alles Gewünschte
labhate atra paratra ca
erlangt er hier und im Jenseits

śatamānakṛtaiḥ svarṇapuṣpaiḥ saurabhyavāsitaiḥ / pūjayanmāsamātreṇa prāgjanmādyairvimucyate

Wer mit hundert Māna(-Gewichtseinheiten) gefertigten, mit Wohlgeruch durchdufteten goldenen Blüten binnen eines Monats verehrt, wird von [den Folgen] früherer Geburten u.a. befreit.

Wort für Wort
śatamānakṛtaiḥ svarṇapuṣpaiḥ
mit aus hundert Māna gefertigten goldenen Blüten
saurabhyavāsitaiḥ
mit Wohlgeruch durchdufteten
pūjayan māsamātreṇa
verehrend, binnen eines Monats
prāgjanmādyaiḥ vimucyate
wird man von früheren Geburten u.a. befreit

tathā ratnaiśca navabhirmāsaṃ tu yadi pūjayet / vimuktasarvapāpaughaistāṃ ca paśyati cakṣuṣā

Ebenso, wenn man mit den neun Juwelen einen Monat lang verehrt, wird man von der ganzen Flut der Sünden befreit und schaut sie mit [leiblichem] Auge.

Wort für Wort
tathā ratnaiḥ ca navabhiḥ
ebenso mit den neun Juwelen
māsaṃ tu yadi pūjayet
wenn man einen Monat lang verehrt
vimuktasarvapāpaughaiḥ
von der ganzen Flut der Sünden befreit
tāṃ ca paśyati cakṣuṣā
und schaut sie mit [leiblichem] Auge

aṃśukairarcayeddevīṃ māsamātraṃ sugandhibhiḥ / mucyate pāpakṛtyādiduḥkhaughairitarairapi

Wer die Göttin einen Monat lang mit wohlriechenden feinen Geweben verehrt, wird von der Flut der Leiden aus [gegen ihn gerichteten] Sünden-Kṛtyās und anderen [Übeln] befreit.

Wort für Wort
aṃśukaiḥ arcayet devīm
mit feinen Geweben verehre man die Göttin
māsamātraṃ sugandhibhiḥ
einen Monat lang, mit wohlriechenden
mucyate pāpakṛtyādi­duḥkhaughaiḥ
wird man von der Flut der Leiden aus Sünden-Kṛtyās u.a. befreit
itaraiḥ api
auch von anderen [Übeln]

devīrūpaṃ svamātmānaṃ cakraṃ śaktīḥ samantataḥ / bhāvayanviṣayaiḥ puṣpaiḥ pūjayaṃstanmayo bhavet

Wer sich sein eigenes Selbst in Göttinnen-Gestalt, das [Yantra-]Cakra und die Śaktis ringsum vorstellt und mit sinnenhaften Blüten verehrt, wird eins mit ihr.

Wort für Wort
devīrūpaṃ svamātmānam
sein eigenes Selbst in Göttinnen-Gestalt
cakraṃ śaktīḥ samantataḥ
das Cakra, die Śaktis ringsum
bhāvayan viṣayaiḥ puṣpaiḥ
sich vorstellend, mit sinnenhaften Blüten
pūjayan tanmayo bhavet
verehrend wird man eins mit ihr

ṣoḍaśānāṃ tu nityānāṃ pratyeka tithayaḥ kramāt / tattittithau tadbhajanaṃ japahomādikaṃ caret

Von den sechzehn Nityās aber hat jede einzelne der Reihe nach [ihre] Tithi (Mondtag); an eben jener Tithi übe man deren Verehrung, Japa, Homa und dergleichen.

Wort für Wort
ṣoḍaśānāṃ tu nityānām
von den sechzehn Nityās aber
pratyeka tithayaḥ kramāt
hat jede einzelne der Reihe nach [ihre] Tithi
tattittithau tadbhajanam
an eben jener Tithi deren Verehrung
japahomādikaṃ caret
Japa, Homa u.a. übe man aus

ghṛtaṃ ca śarkarā dugdhamapūpaṃ kadalīpalam / kṣaudraṃ guḍaṃ nālikeraphalaṃ lājā tilaṃ dadhi

Ghee, Zucker, Milch, Kuchen, Bananenfrucht, Honig, Melasse, Kokosnussfrucht, geröstete Reiskörner, Sesam, Joghurt -

Wort für Wort
ghṛtaṃ ca śarkarā dugdham
Ghee, Zucker, Milch
apūpaṃ kadalīpalam
Kuchen, Bananenfrucht
kṣaudraṃ guḍaṃ nālikeraphalam
Honig, Melasse, Kokosnussfrucht
lājā tilaṃ dadhi
geröstete Reiskörner, Sesam, Joghurt

pṛthukaṃ caṇakaṃ mudgapāyasaṃ ca nivedayet / kāmeśvaryādiśaktīnāṃ sarvāsāmapi coditam

Reisflocken, Kichererbsen, Mungbohnen-Milchreis darbringe man - dies ist für alle Śaktis, angefangen mit Kāmeśvarī, gelehrt worden.

Wort für Wort
pṛthukaṃ caṇakaṃ
Reisflocken, Kichererbsen
mudgapāyasaṃ ca nivedayet
und Mungbohnen-Milchreis darbringe man
kāmeśvaryādiśaktīnām
für die Śaktis, angefangen mit Kāmeśvarī
sarvāsām api coditam
für alle ist [dies] gelehrt worden

ādyāyā lalitāyāstu sarvāṇyetāni sarvadā / nivedayeñca juhuyādvahnau dadyānnṛṇāmapi

Der ursprünglichen Lalitā aber [bringe man] all diese [Gaben] stets dar; man opfere sie darbringend auch im Feuer und gebe davon auch den Menschen.

Wort für Wort
ādyāyā lalitāyāḥ tu
der ursprünglichen Lalitā aber
sarvāṇi etāni sarvadā
all diese stets
nivedayet ca juhuyāt vahnau
bringe man dar und opfere im Feuer
dadyāt nṛṇām api
gebe [davon] auch den Menschen

tattadvidyākṣaraproktamauṣadhaṃ tatpramāṇataḥ / saṃpiṣya guṭikīkṛtya tābhiḥ sarvaṃ ca sādhayet

Die jeweils durch die Silben der [betreffenden] Vidyā genannte Heilpflanze, nach deren [entsprechendem] Maß, zermahle man und forme Pillen daraus; mit diesen erreiche man alles.

Wort für Wort
tattadvidyākṣaraproktam auṣadham
die jeweils durch die Silben der Vidyā genannte Heilpflanze
tatpramāṇataḥ saṃpiṣya
nach deren Maß zermahlen
guṭikīkṛtya
zu Pillen geformt
tābhiḥ sarvaṃ ca sādhayet
mit diesen erreiche man alles

ravivāre 'ruṇāṃbhojaiḥ kumudaiḥ somavārake / bhaume raktotpalaiḥ saumye vāre tagarasaṃbhavaiḥ

Am Sonntag mit roten Lotusblüten, am Montag mit weißem Nachtlotus, am Dienstag mit rotem Lotus, am Mittwoch mit Tagara-[Blüten] -

Wort für Wort
ravivāre aruṇāṃbhojaiḥ
am Sonntag mit roten Lotusblüten
kumudaiḥ somavārake
mit weißem Nachtlotus am Montag
bhaume raktotpalaiḥ
am Dienstag mit rotem Lotus
saumye vāre tagarasaṃbhavaiḥ
am Mittwoch mit Tagara-Blüten

guruvāre sukahlāraiḥ śukravāre sitāṃbujaiḥ / nīlotpalairmandavāre pūjayediṣṭamādarāt

am Donnerstag mit schönen Kahlāra-[Blüten], am Freitag mit weißem Lotus, am Samstag mit blauem Lotus - verehre man mit Hingabe das Gewünschte.

Wort für Wort
guruvāre sukahlāraiḥ
am Donnerstag mit schönen Kahlāra-Blüten
śukravāre sitāṃbujaiḥ
am Freitag mit weißem Lotus
nīlotpalaiḥ mandavāre
am Samstag mit blauem Lotus
pūjayet iṣṭam ādarāt
verehre man mit Hingabe das Gewünschte

nivedayetkramātteṣu ravivārādiṣu kramāt / pāyasaṃ dugdhakadalīnavanītasitāghṛtam

Man bringe der Reihe nach an jenen [Tagen], beginnend mit dem Sonntag, dar: Milchreis, Milch, Banane, frische Butter, Zucker, Ghee -

Wort für Wort
nivedayet kramāt teṣu
man bringe der Reihe nach an jenen dar
ravivārādiṣu kramāt
beginnend mit dem Sonntag, der Reihe nach
pāyasaṃ dugdhakadalī
Milchreis, Milch, Banane
navanītasitāghṛtam
frische Butter, Zucker, Ghee

evamiṣṭaṃ samārādhya devīṃ gandhādibhiryajet / grahapīḍāṃ vijityāśusukhāni ca samaśnute

Nachdem man die Göttin so nach Wunsch verehrt und mit Duftstoffen u.a. Opfergaben dargebracht hat, überwindet man rasch die Bedrängnis durch Planeten(-dämonen) und genießt Glücksgüter.

Wort für Wort
evam iṣṭaṃ samārādhya
nachdem man so nach Wunsch verehrt hat
devīṃ gandhādibhiḥ yajet
die Göttin mit Duftstoffen u.a. verehre man
grahapīḍāṃ vijitya āśu
die Bedrängnis durch Planeten rasch überwindend
sukhāni ca samaśnute
und Glücksgüter genießt man

ardharātre tu sādhyāṃ strīṃ smaranmadanavahninā / dahyamānāṃ hṛtasvāntāṃ mastakasthāpitāñjalim

Um Mitternacht stelle man sich die zu bezwingende Frau vor, wie sie vom Feuer des Liebesgottes brennt, ihres Herzens beraubt, die Hände zum [Gruß über dem] Kopf erhoben -

Wort für Wort
ardharātre tu sādhyāṃ strīm
um Mitternacht aber die zu bezwingende Frau
smaran madanavahninā
sich vorstellend, vom Feuer des Liebesgottes
dahyamānāṃ hṛtasvāntām
brennend, ihres Herzens beraubt
mastakasthāpitāñjalim
die Hände über dem Kopf erhoben

vikīrṇakeśīmālolalocanāmaruṇāruṇām / vāyupreṅkhatpatākāsthapadā padmakalevarām

mit aufgelöstem Haar, mit rastlos schweifenden Augen, ganz gerötet, mit einer im Wind schaukelnden Fahne an ihrem Standort, lotusgleichen Leibes -

Wort für Wort
vikīrṇakeśīm ālolalocanām
mit aufgelöstem Haar, mit rastlos schweifenden Augen
aruṇāruṇām
ganz gerötet
vāyupreṅkhatpatākāsthapadā
mit im Wind schaukelnder Fahne an ihrem Standort
padmakalevarām
lotusgleichen Leibes

vivekavidhurāṃ mattāṃ mānalajjābhayātigām / cintayannarcayeñcakraṃ madhye devīṃ digaṃbarām

der Unterscheidungskraft beraubt, berauscht, jenseits von Stolz, Scham und Furcht - so sich die Frau vorstellend, verehre man in der Mitte des [Yantra-]Cakras die Göttin, gewandlos.

Wort für Wort
vivekavidhurāṃ mattām
der Unterscheidungskraft beraubt, berauscht
mānalajjābhayātigām
jenseits von Stolz, Scham und Furcht
cintayan arcayet cakram
so sich vorstellend, verehre man im Cakra
madhye devīṃ digaṃbarām
in der Mitte die gewandlose Göttin

japādāḍimabandhūkakiṃśukādyaiḥ samarcayet / anyaiḥ sugandhiśephaālīkusumādyaiḥ samarcayet

Mit Hibiskus, Granatapfel-, Bandhūka- und Kiṃśuka-[Blüten] u.a. verehre man; mit anderen, wohlriechenden Śephālī-Blüten u.a. verehre man ebenfalls.

Wort für Wort
japā dāḍimabandhūka­kiṃśukādyaiḥ
mit Hibiskus, Granatapfel-, Bandhūka-, Kiṃśuka-Blüten u.a.
samarcayet
verehre man
anyaiḥ sugandhiśephālīkusumādyaiḥ
mit anderen, wohlriechenden Śephālī-Blüten u.a.
samarcayet
verehre man

trisaptarātrādāyāti proktarūpā madākulā / yāvaccharīrapātaḥ syācchāpo vānapagāsya sā

Nach dreimal sieben Nächten kommt [die Frau] in der genannten Gestalt, von Leidenschaft überwältigt; bis zum Sterben des Leibes weicht dieser Bann nicht von ihm.

Wort für Wort
trisaptarātrāt āyāti
nach dreimal sieben Nächten kommt sie
proktarūpā madākulā
in der genannten Gestalt, von Leidenschaft überwältigt
yāvat śarīrapātaḥ syāt
bis zum Sterben des Leibes
śāpaḥ vā na apagā asya sā
weicht dieser Bann nicht von ihm

padmairaktaistrimadhvaktairhemāllakṣmīmavāpnuyāt / tathaiva kairavai raktairaṅganāḥ svavaśaṃ nayet

Mit roten Lotus, mit den 'drei Süßen' benetzt, im Feuer dargebracht, erlangt man Reichtum; ebenso bringt man mit roten Nachtlotus Frauen in die eigene Gewalt.

Wort für Wort
padmaiḥ raktaiḥ trimadhvaktaiḥ
mit roten, mit den drei Süßen benetzten Lotus
hemāt lakṣmīm avāpnuyāt
im Feuer dargebracht erlangt man Reichtum
tathā eva kairavaiḥ raktaiḥ
ebenso mit roten Nachtlotus
aṅganāḥ svavaśaṃ nayet
bringe man Frauen in die eigene Gewalt

samānarūpavatsāyā śuklayā goḥ payaḥplutaiḥ / mallikāmālatījātīśatapatrairhutairbhavet

Mit Milch einer weißen Kuh mit gleichfarbigem Kalb getränkte, im Feuer dargebrachte Mallikā-, Mālatī-, Jātī- und Lotus-Blüten [bewirken das Ergebnis].

Wort für Wort
samānarūpavatsāyāḥ śuklayāḥ goḥ
einer weißen Kuh mit gleichfarbigem Kalb
payaḥplutaiḥ
mit deren Milch getränkte
mallikāmālatījātīśatapatraiḥ
Mallikā-, Mālatī-, Jātī- und Lotus-Blüten
hutaiḥ bhavet
im Feuer dargebracht, [bewirken das Ergebnis]

kīrtividyādhanārogyasaubhāgyavittapādikam / āragvadhaprasūnaistu kṣaudrāktairhavanādbhavet

Ruhm, Wissen, Reichtum, Gesundheit, Glück, Vermögenserlangung und dergleichen entstehen durch das Feueropfer mit honigbenetzten Āragvadha-Blüten.

Wort für Wort
kīrtividyādhanārogya
Ruhm, Wissen, Reichtum, Gesundheit
saubhāgyavittapādikam
Glück, Vermögenserlangung u.a.
āragvadhaprasūnaiḥ tu kṣaudrāktaiḥ
mit honigbenetzten Āragvadha-Blüten aber
havanāt bhavet
entsteht durch das Feueropfer

svarṇādistaṃ bhanaṃ śatrornṛpādīnāṃ krudho 'pi ca / ājyāktaiḥ karavīrotthaiḥ prasūnairaruṇairhutaiḥ

Das Gold u.a. Vermögen [?] des Feindes sowie den Zorn von Königen u.a. [beseitigt man] durch mit Ghee benetzte, aus dem Oleander entstandene rote Blüten, im Feuer dargebracht.

Wort für Wort
svarṇādi vittaṃ[?] dhanam[?]
das Gold u.a. Vermögen[?]
śatroḥ nṛpādīnāṃ krudhaḥ api ca
des Feindes, sowie auch den Zorn von Königen u.a.
ājyāktaiḥ karavīrotthaiḥ
mit ghee-benetzten, aus dem Oleander entstandenen
prasūnaiḥ aruṇaiḥ hutaiḥ
roten, im Feuer dargebrachten Blüten

'svarṇādistaṃ bhanaṃ' unklar, sinngemäß als 'svarṇādi vittaṃ dhanam' ('Gold u.a. Vermögen') gedeutet; mit [?] vermerkt.

raktāṃbarāṇi vanitā bhūpāmātyavaśaṃ tathā / bhūṣāvāhanavāṇijyasiddhayaścāsya vāñchitāḥ

Rote Gewänder, Frauen, ebenso die Unterwerfung von König und Minister; auch Schmuck, Reittiere, Handelsgeschäft-Erfolge werden ihm nach Wunsch [zuteil].

Wort für Wort
raktāṃbarāṇi vanitā
rote Gewänder, Frauen
bhūpāmātyavaśaṃ tathā
ebenso die Unterwerfung von König und Minister
bhūṣāvāhanavāṇijyasiddhayaḥ
Schmuck-, Reittier-, Handels-Erfolge
ca asya vāñchitāḥ
werden ihm nach Wunsch [zuteil]

lavaṇaiḥ sarṣarpairairitarairvātha homataḥ / satailāktairniśāmadhye tvānayedvāñchitāṃ vadhūm

Mit Salz, Senfkörnern oder anderen [Substanzen], mit Öl benetzt, durch Feueropfer inmitten der Nacht führe man die gewünschte Frau herbei.

Wort für Wort
lavaṇaiḥ sarṣapaiḥ
mit Salz, Senfkörnern
itaraiḥ vā atha homataḥ
oder anderen [Substanzen], durch Feueropfer
satailāktaiḥ niśāmadhye
mit Öl benetzt, inmitten der Nacht
tu ānayet vāñchitāṃ vadhūm
führe man die gewünschte Frau herbei

'sarṣarpaiḥ' Schreibvariante für 'sarṣapaiḥ' (Senfkörnern).

tailāktairjuhuyātkṛṣṇadarapuṣpairniśātare / māsādarātestasyārtirjvareṇa bhavati dhruvam

Mit Öl benetzte schwarze Darada[-Blüten] [?] opfere man inmitten der Nacht; binnen eines Monats entsteht sicher für den Feind Leid durch Fieber.

Wort für Wort
tailāktaiḥ juhuyāt
mit Öl benetzte opfere man
kṛṣṇadarapuṣpaiḥ[?] niśātare
mit schwarzen Darada-Blüten[?] inmitten der Nacht
māsāt arāteḥ tasya ārtiḥ
binnen eines Monats [entsteht] für jenen Feind Leid
jvareṇa bhavati dhruvam
durch Fieber gewiss

'kṛṣṇadarapuṣpaiḥ' unklar (Pflanzenname 'dara' unsicher); mit [?] vermerkt.

āruṣkarairdhṛtābhyaktaistadbījairniśi homataḥ / śatrorddāhavraṇāni syurduḥsādhyāni cikitsakaiḥ

Mit Ghee bestrichenen Samen des Āruṣkara-[Baumes] opfere man nachts im Feuer; dem Feind entstehen dadurch Brandwunden, die für Ärzte schwer heilbar sind.

Wort für Wort
āruṣkaraiḥ dhṛtābhyaktaiḥ
mit dem Āruṣkara-[Baum], mit Ghee bestrichen
tadbījaiḥ niśi homataḥ
mit dessen Samen nachts durch Feueropfer
śatroḥ dāhavraṇāni syuḥ
entstehen dem Feind Brandwunden
duḥsādhyāni cikitsakaiḥ
die für Ärzte schwer heilbar sind

tathā tattailasaṃsiktairbījairaṅkolakairapi / maricaiḥ sarṣapājyāktaunaśi homānusārataḥ

Ebenso mit dessen Öl getränkten Samen sowie mit Aṅkola-Samen, mit Pfefferkörnern, mit in Öl und Ghee getränkten Senfkörnern, nachts, gemäß dem Feueropfer -

Wort für Wort
tathā tattailasaṃsiktaiḥ bījaiḥ
ebenso mit dessen Öl getränkten Samen
aṅkolakaiḥ api
auch mit Aṅkola-Samen
maricaiḥ sarṣapājyāktaiḥ
mit Pfefferkörnern, mit Öl und Ghee getränkten Senfkörnern
naśi[niśi] homānusārataḥ
nachts, gemäß dem Feueropfer

vāñchitāṃ vanitāṃ kāmajvarārtāmānayeddrutam / śālibhiścājyasaṃsiktairhemācchālīnavāpnuyāt

bringe man rasch die gewünschte, von Liebesfieber gequälte Frau herbei; mit ghee-getränktem Reis(-Korn), im Feuer dargebracht, erlangt man Reis[vorräte].

Wort für Wort
vāñchitāṃ vanitāṃ
die gewünschte Frau
kāmajvarārtām ānayet drutam
von Liebesfieber gequält, führe man rasch herbei
śālibhiḥ ca ājyasaṃsiktaiḥ
mit ghee-getränktem Reis
hemāt śālīn avāpnuyāt
im Feuer dargebracht erlangt man Reis[vorräte]

mudgairmudgaṃ ghṛtairājyaṃ siddhairitthaṃ hutairbhavet / sādhyarkṣavṛkṣasaṃbhūtāṃ piṣṭapādarajaḥkṛtām

Mit Mungbohnen [erlangt man] Mungbohnen, mit Ghee Ghee - so entsteht [Gleiches] durch entsprechend dargebrachte Opfergaben. [Nun ein anderes Verfahren:] Aus dem Holz des dem Geburtsgestirn des zu Bezwingenden entsprechenden Baumes, mit dem Staub von dessen Fuß(-Erde) versehen -

Wort für Wort
mudgaiḥ mudgaṃ ghṛtaiḥ ājyam
mit Mungbohnen Mungbohnen, mit Ghee Ghee
siddhaiḥ itthaṃ hutaiḥ bhavet
so entsteht [dies] durch entsprechend dargebrachte Opfergaben
sādhyarkṣavṛkṣasaṃbhūtām
aus dem dem Geburtsgestirn des zu Bezwingenden entsprechenden Baum entstanden
piṣṭapādarajaḥkṛtām
zermahlen, mit dessen Fuß-Staub versehen

rājīmarīciloṇotthāṃ puttalīṃ juhuyānniśi / prapadābhyāṃ ca jaṅghābhyāṃ jānubhyāmuruyugmataḥ

aus Senf, Pfeffer und Salz [gefertigte] Puppe opfere man nachts im Feuer - [beginnend] von den beiden Fußspitzen, den beiden Unterschenkeln, den beiden Knien, dem Beinpaar -

Wort für Wort
rājīmarīciloṇotthām puttalīm
aus Senf, Pfeffer und Salz entstandene Puppe
juhuyāt niśi
opfere man nachts
prapadābhyāṃ ca jaṅghābhyām
von den beiden Fußspitzen und Unterschenkeln
jānubhyām uruyugmataḥ
den beiden Knien, dem Beinpaar

nābheradhastāddhṛdayādbhinnenākaṇṭhastathā / śirasā ca sutīkṣṇena cchitvā śastreṇa vai kramāt

unterhalb des Nabels, vom Herzen [an] getrennt, ebenso am Hals, und mit dem Kopf - mit sehr scharfer Waffe der Reihe nach zerschneidend -

Wort für Wort
nābheḥ adhastāt hṛdayāt bhinnena
unterhalb des Nabels, vom Herzen an getrennt
kaṇṭhaḥ tathā
ebenso am Hals
śirasā ca
und mit dem Kopf
sutīkṣṇena chitvā śastreṇa vai kramāt
mit sehr scharfer Waffe der Reihe nach zerschneidend

evaṃ dvādaśadhā homānnaranārīnarādhipāḥ / vaśyā bhavanti saptāḍājjvarārttīścāsya vāñchayā

So werden durch zwölffaches Feueropfer Mann, Frau und Könige [dem Sādhaka] botmäßig; binnen sieben [Tagen] [erleiden sie] Fieberqualen nach seinem Wunsch.

Wort für Wort
evaṃ dvādaśadhā homāt
so durch zwölffaches Feueropfer
naranārīnarādhipāḥ vaśyā bhavanti
werden Mann, Frau und Könige botmäßig
saptāhāt[?] jvarārttīḥ
binnen sieben Tagen[?] Fieberqualen
ca asya vāñchayā
nach seinem Wunsch

'saptāḍāt' unklar, gedeutet als 'saptāhāt' ('binnen sieben Tagen'); mit [?] vermerkt.

piṣṭena guḍayuktena maricairjīrakairyutām / kṛtvā puttalikāṃ sādhyanāmayuktāmatho hṛdi

Aus Mehlteig, mit Melasse versetzt, mit Pfeffer und Kreuzkümmel versehen, forme man eine Puppe, versehen mit dem Namen des zu Bezwingenden [geschrieben] auf dem Herzen -

Wort für Wort
piṣṭena guḍayuktena
aus Mehlteig, mit Melasse versetzt
maricaiḥ jīrakaiḥ yutām
mit Pfeffer und Kreuzkümmel versehen
kṛtvā puttalikām
eine Puppe formend
sādhyanāmayuktām atho hṛdi
versehen mit dem Namen des zu Bezwingenden auf dem Herzen

sanāmahomasaṃpātaghṛtepācyatāṃ punaḥ / spṛśannijakarāgreṇa sahasraṃ prajapenmanum

man lasse sie wieder im Ghee, [das aus] dem namensbegleiteten Opferguss [stammt], kochen; mit der Spitze der eigenen Hand sie berührend, rezitiere man tausendmal das Mantra.

Wort für Wort
sanāmahomasaṃpātaghṛte
im Ghee des namensbegleiteten Opfergusses
pācyatāṃ punaḥ
man lasse [sie] wieder kochen
spṛśan nijakarāgreṇa
mit der Spitze der eigenen Hand berührend
sahasraṃ prajapet manum
tausendmal rezitiere man das Mantra

abhyarcya tad ghṛtābhyaktaṃ bhakṣayettaddhiyā japan / naranārīnṛpāstasya vaśyāḥ syurmaraṇāvadhiṃ

Nachdem man sie verehrt hat, esse man das mit jenem Ghee bestrichene [Stück], dabei an jenen [zu Bezwingenden] denkend und rezitierend; Mann, Frau und Könige werden ihm bis zum Tod botmäßig.

Wort für Wort
abhyarcya tad ghṛtābhyaktam
nachdem man verehrt hat, das mit Ghee bestrichene [Stück]
bhakṣayet taddhiyā japan
esse man, an jenen denkend, rezitierend
naranārīnṛpāḥ tasya vaśyāḥ
Mann, Frau und Könige werden ihm botmäßig
syuḥ maraṇāvadhim
bis zum Tod

śaktayaṣṭagandhaṃ saṃpiṣya kanyayā śiśire jale / tena vai tilakaṃ bhāle dhārayanvaśayejjagat

Nachdem man Śakti-yaṣṭi[?] und Duftstoff mit kaltem Wasser von einem Mädchen zermahlen lässt - damit, ein Stirnzeichen auf der Stirn tragend, unterwerfe man sich die Welt.

Wort für Wort
śaktayaṣṭagandhaṃ[?] saṃpiṣya
Śakti-yaṣṭi[?] und Duftstoff zermahlend
kanyayā śiśire jale
durch ein Mädchen, mit kaltem Wasser
tena vai tilakaṃ bhāle dhārayan
damit ein Stirnzeichen auf der Stirn tragend
vaśayet jagat
unterwerfe man sich die Welt

'śaktayaṣṭa' unklar (Name einer Pflanze/Substanz, evtl. 'Śakti-Stab'); mit [?] vermerkt.

śālitandulamādāya prasthaṃ bhāṇḍe nave bhipet / samānavarṇevatsāyā raktāyā goḥ payastathā

Man nehme ein Prastha[-Maß] Reiskörner, [gebe es] in ein neues Gefäß [und weiche es ein] [?]; ebenso die Milch einer roten Kuh mit gleichfarbigem Kalb -

Wort für Wort
śālitaṇḍulam ādāya
Reiskörner nehmend
prasthaṃ bhāṇḍe nave
ein Prastha-Maß in ein neues Gefäß
bhipet[?]
gebe man hinein[?]
samānavarṇevatsāyāḥ raktāyāḥ goḥ payaḥ tathā
ebenso die Milch einer roten Kuh mit gleichfarbigem Kalb

'bhipet' unklar/verderbt, vermutlich für 'kṣipet' ('werfe hinein') o.ä.; mit [?] vermerkt.

dvuguṇaṃ tatra nikṣipya śrapayetsaṃskṛte 'nale / ghṛtena siktaṃ sikthaṃ tu kṛtvā tatsasitaṃ kare

die doppelte Menge dort hineingeworfen, koche man im geweihten Feuer; das mit Ghee getränkte Reiskorn mache man, dann jenes mit Zucker versehen in der Hand [haltend] -

Wort für Wort
dviguṇaṃ tatra nikṣipya
die doppelte Menge dort hineingeworfen
śrapayet saṃskṛte anale
koche man im geweihten Feuer
ghṛtena siktaṃ sikthaṃ tu kṛtvā
das mit Ghee getränkte Reiskorn machend
tat sasitaṃ kare
jenes mit Zucker [versehen] in der Hand

vidhāya vidyāmaṣṭorddhūśataṃ jasvā hunettataḥ / evaṃ homo mahālakṣmīmāvahetpratipatkṛtaḥ

das Mantra hundertundacht[?] mal rezitierend, opfere man dies dann im Feuer; ein so am [Tag der] Pratipad ausgeführtes Feueropfer bringt die große Lakṣmī herbei.

Wort für Wort
vidhāya vidyām
das Mantra anwendend
aṣṭottaraśataṃ[?] japtvā
108-mal[?] rezitiert
hunet tataḥ
opfere man dann
evaṃ homo mahālakṣmīm āvahet pratipatkṛtaḥ
ein so am Pratipad-Tag ausgeführtes Feueropfer bringt die große Lakṣmī herbei

'aṣṭorddhūśataṃ' gedeutet als 'aṣṭottaraśatam' (108-mal); mit [?] vermerkt.

śukravāreṣvapi tathā varṣānnṛpasamo bhavet / pañcamyāṃ tu viśeṣeṇa prāgvaddhomaṃ samācaret

Auch an Freitagen ebenso [ausgeführt] wird man binnen eines Jahres königsgleich; am fünften [Mondtag] aber führe man in besonderer Weise das Feueropfer wie zuvor aus.

Wort für Wort
śukravāreṣu api tathā
auch an Freitagen ebenso
varṣāt nṛpasamo bhavet
wird man binnen eines Jahres königsgleich
pañcamyāṃ tu viśeṣeṇa
am fünften [Mondtag] aber in besonderer Weise
prāgvat homaṃ samācaret
führe man das Feueropfer wie zuvor aus

tasyāṃ tithau trimadhvaktairmallikādyaiḥ sitairhunet / annājyābhyāṃ ca niyataṃ hutvānnāḍhyo bhavennaraḥ

An jenem Mondtag opfere man mit den 'drei Süßen' benetzten weißen Mallikā-Blüten u.a.; und wer regelmäßig mit Speise und Ghee opfert, wird reich an Speise.

Wort für Wort
tasyāṃ tithau trimadhvaktaiḥ
an jenem Mondtag mit den drei Süßen benetzten
mallikādyaiḥ sitaiḥ hunet
weißen Mallikā-Blüten u.a. opfere man
annājyābhyāṃ ca niyataṃ hutvā
und mit Speise und Ghee regelmäßig opfernd
annāḍhyo bhavet naraḥ
wird der Mensch reich an Speise

yadyaddhi vāñchitaṃ vastu tattatsarvaṃ tu sarvadā / ghṛtahomādavāpnoti tathaiva tilatandulaiḥ

Was immer man sich wünscht, all das erlangt man stets durch das Ghee-Opfer, ebenso durch [Opfer mit] Sesam und Reis.

Wort für Wort
yat yat hi vāñchitaṃ vastu
was immer man sich wünscht
tat tat sarvaṃ tu sarvadā
all das stets
ghṛtahomāt avāpnoti
erlangt man durch das Ghee-Opfer
tathā eva tilatandulaiḥ
ebenso durch Sesam und Reis

aruṇaiḥ paṅkajairhemaṃ kurvaṃstrimadhurāplutaiḥ / maṇḍalāllabhate lakṣmīṃ mahatīṃ ślādhyavigrahām

Wer mit roten, in den 'drei Süßen' getränkten Lotusblüten ein Feueropfer vollzieht, erlangt binnen eines Maṇḍala[-Zeitraums] großen, preiswürdigen Reichtum.

Wort für Wort
aruṇaiḥ paṅkajaiḥ hemaṃ kurvan
mit roten Lotusblüten ein Feueropfer vollziehend
trimadhurāplutaiḥ
in den drei Süßen getränkten
maṇḍalāt labhate lakṣmīm
binnen eines Maṇḍala-Zeitraums erlangt man Reichtum
mahatīṃ ślādhyavigrahām
großen, preiswürdigen

kahlāraiḥ kṣaudrasaṃsiktaiḥ pūrṇādyaṃ taddināvadhi / juhuyānnityaśo bhaktyā sahasraṃ vikacaiḥ śubhaiḥ

Mit honigbenetzten Kahlāra-[Blüten], vom Vollmondtag beginnend bis zu jenem [festgelegten] Tag, opfere man täglich mit Hingabe tausend [Blüten], schön aufgeblüht.

Wort für Wort
kahlāraiḥ kṣaudrasaṃsiktaiḥ
mit honigbenetzten Kahlāra-Blüten
pūrṇādyaṃ taddināvadhi
vom Vollmondtag an bis zu jenem Tag
juhuyāt nityaśo bhaktyā
opfere man täglich mit Hingabe
sahasraṃ vikacaiḥ śubhaiḥ
tausend, schön aufgeblühte [Blüten]

sa tu kīrtiṃ dhanaṃ putrānprāpnuyānnātra saṃśayaḥ / caṃpakaiḥ kṣaudrasaṃsiktaiḥ sahasrahavanāddhruvam

Der erlangt dann Ruhm, Reichtum, Söhne - daran ist kein Zweifel; mit honigbenetzten Campaka-Blüten erlangt man durch tausendfaches Feueropfer sicher -

Wort für Wort
sa tu kīrtiṃ dhanaṃ putrān
der [erlangt] dann Ruhm, Reichtum, Söhne
prāpnuyāt na atra saṃśayaḥ
erlangt er, daran ist kein Zweifel
caṃpakaiḥ kṣaudrasaṃsiktaiḥ
mit honigbenetzten Campaka-Blüten
sahasrahavanāt dhruvam
durch tausendfaches Feueropfer sicher

labhate svarṇaniṣkāṇāṃ śataṃ māsena nārada / pāṭalairghṛtasaṃsiktaistrisahasraṃ hutaistathā

erlangt man, o Nārada, binnen eines Monats hundert Goldmünzen; mit ghee-benetzten Pāṭalā-Blüten, dreitausendfach im Feuer dargebracht, [erlangt man] ebenso -

Wort für Wort
labhate svarṇaniṣkāṇāṃ śatam
erlangt man hundert Goldmünzen
māsena nārada
binnen eines Monats, o Nārada
pāṭalaiḥ ghṛtasaṃsiktaiḥ
mit ghee-benetzten Pāṭalā-Blüten
trisahasraṃ hutaiḥ tathā
dreitausendfach dargebracht, ebenso

darśādimāsāllabhate citrāṇi vasanāni ca / karpūracandanādyāni sugandhāni tu māsataḥ

vom Tag des Neumonds an, binnen eines Monats, [erlangt man] bunte Gewänder; Kampfer, Sandelholz u.a. wohlriechende [Stoffe] aber binnen eines Monats -

Wort für Wort
darśādimāsāt labhate
vom Neumond an, binnen eines Monats erlangt man
citrāṇi vasanāni ca
bunte Gewänder
karpūracandanādyāni
Kampfer, Sandelholz u.a.
sugandhāni tu māsataḥ
wohlriechende [Stoffe] aber binnen eines Monats

vastūni labhate hṛdyairanyairbhogopayogibhiḥ / śālibhiḥ kṣīrasiktābhiḥ saptamīṣu śataṃ hutam

erlangt man mit anderen, dem Herzen wohlgefälligen, dem Genuss dienlichen Dingen. Mit milchgetränktem Reis, an den Siebten (Mondtagen), hundertfach dargebracht -

Wort für Wort
vastūni labhate
erlangt man Dinge
hṛdyaiḥ anyaiḥ bhogopayogibhiḥ
mit anderen, dem Herzen wohlgefälligen, dem Genuss dienlichen
śālibhiḥ kṣīrasiktābhiḥ
mit milchgetränktem Reis
saptamīṣu śataṃ hutam
an den Siebten hundertfach dargebracht

tena śālisamṛddhiḥ syājmāsaiḥ ṣaḍrabhirasaṃśayam / tilairhutaistu divasairvarṣādārogyamāpnuyāt

dadurch entsteht binnen sechs Monaten zweifellos Reis-Überfluss; mit Sesam, täglich [?] dargebracht, erlangt man binnen eines Jahres Gesundheit.

Wort für Wort
tena śālisamṛddhiḥ syāt
dadurch entsteht Reis-Überfluss
māsaiḥ ṣaḍbhiḥ asaṃśayam
binnen sechs Monaten, zweifellos
tilaiḥ hutaiḥ tu divasaiḥ[?]
mit Sesam, täglich[?] dargebracht
varṣāt ārogyam āpnuyāt
binnen eines Jahres erlangt man Gesundheit

'divasairvarṣāt' unsicher gedeutet als 'divasair, varṣāt' ('täglich, binnen eines Jahres'); [?] vermerkt.

svajanmarkṣatriṣu tathā dūrvābhirjjuhuyānnaraḥ / nirātaṅko mahābhogaḥ śataṃ varṣāṇi jīvati

An den drei [Tagen um] das eigene Geburtsgestirn opfere der Mensch ebenso mit Dūrvā-Gras; dann lebt er, frei von Krankheit, reich an Genuss, hundert Jahre.

Wort für Wort
svajanmarkṣatriṣu tathā
an den drei [Tagen um] das eigene Geburtsgestirn ebenso
dūrvābhiḥ juhuyāt naraḥ
opfere der Mensch mit Dūrvā-Gras
nirātaṅko mahābhogaḥ
frei von Krankheit, reich an Genuss
śataṃ varṣāṇi jīvati
lebt er hundert Jahre

guḍūcītiladūrvābhistriṣu janmasu vā hunet / tenāyuḥśrīyaśobhogapuṇyanidhyādimānbhavet

Oder man opfere mit Guḍūcī, Sesam und Dūrvā an den drei Geburts[-Gestirn-Tagen]; dadurch wird man reich an Lebensalter, Glanz, Ruhm, Genuss, Verdienst, Schatz u.a.

Wort für Wort
guḍūcītiladūrvābhiḥ
mit Guḍūcī, Sesam und Dūrvā
triṣu janmasu vā hunet
oder an den drei Geburts[-Tagen] opfere man
tena āyuḥśrīyaśobhoga
dadurch [wird man reich an] Lebensalter, Glanz, Ruhm, Genuss
puṇyanidhyādimān bhavet
Verdienst, Schatz u.a. wird man [reich]

ghṛtapāyasadugdhaistu hutaisteṣu triṣu kramāt / āyurārogyavibhavairnṛpāmātyo bhavettathā

Mit Ghee, Milchreis und Milch, an jenen drei [Tagen] der Reihe nach dargebracht, wird man ebenso, [ausgestattet] mit Lebensalter, Gesundheit und Reichtum, [zum] Königsminister.

Wort für Wort
ghṛtapāyasadugdhaiḥ tu
mit Ghee, Milchreis und Milch aber
hutaiḥ teṣu triṣu kramāt
an jenen drei [Tagen] der Reihe nach dargebracht
āyurārogyavibhavaiḥ
mit Lebensalter, Gesundheit und Reichtum
nṛpāmātyo bhavet tathā
wird man ebenso Königsminister

saptamyāṃ kadalīhomātsaubhāgyaṃ labhate 'nvaham / dūrvātrikaistu prādeśamānaistrisvādusaṃyutaiḥ

Am siebten [Mondtag], durch Banane-Feueropfer, erlangt man täglich [wachsendes] Glück; mit dreifachem, eine Spanne langem, mit den 'drei Süßen' versehenem Dūrvā-Gras -

Wort für Wort
saptamyāṃ kadalīhomāt
am siebten [Mondtag] durch Banane-Feueropfer
saubhāgyaṃ labhate anvaham
erlangt man täglich [wachsendes] Glück
dūrvātrikaiḥ tu prādeśamānaiḥ
mit dreifachem, eine Spanne langem Dūrvā-Gras
trisvādusaṃyutaiḥ
versehen mit den drei Süßen

juhuyāddinaśo ghore sannipātajvare tathā / taddineṣu japedvidyāṃ nityaśaḥ salilaṃ spṛśan

opfere man täglich, auch bei schrecklichem Sannipāta-Fieber [wirksam]; an jenen Tagen rezitiere man täglich das Mantra, dabei Wasser berührend.

Wort für Wort
juhuyāt dinaśo ghore
opfere man täglich, bei schrecklichem
sannipātajvare tathā
Sannipāta-Fieber ebenso
taddineṣu japet vidyām
an jenen Tagen rezitiere man das Mantra
nityaśaḥ salilaṃ spṛśan
täglich, Wasser berührend

sahasravāraṃ tattoyaiḥ snānaṃ pānaṃ samācaret / pākādyamapi tairava kuryādrogavimuktaye

Tausendmal [rezitiert] übe man mit jenem Wasser Bad und Trunk aus; auch das Kochen u.a. verrichte man ebenso damit, zur Befreiung von Krankheit.

Wort für Wort
sahasravāraṃ tattoyaiḥ
tausendmal, mit jenem Wasser
snānaṃ pānaṃ samācaret
übe man Bad und Trunk aus
pākādyam api taiḥ eva
auch das Kochen u.a. ebenso damit
kuryāt rogavimuktaye
verrichte man zur Befreiung von Krankheit

sādhyarkṣavṛkṣasaṃcūrṇaṃ tryūṣaṇaṃ sarṣapaṃ tilam / piṣṭaṃ ca sādhyapādottharajasā ca samanvitam

Zerstoßenes [Holz] des dem Nakṣatra des zu Bezwingenden entsprechenden Baumes, die 'drei Scharfen', Senf und Sesam, [alles] zermahlen und versehen mit Staub von den Füßen des zu Bezwingenden -

Wort für Wort
sādhyarkṣavṛkṣasaṃcūrṇam
zerstoßenes Holz des dem Nakṣatra des zu Bezwingenden entsprechenden Baumes
tryūṣaṇaṃ sarṣapaṃ tilam
die 'drei Scharfen', Senf und Sesam
piṣṭaṃ ca
zermahlen
sādhyapādottharajasā ca samanvitam
und versehen mit Staub von den Füßen des zu Bezwingenden

kṛtvā puttalikāṃ samyagdhṛdaye nāmasaṃyutām / prāgvacchitvāyasaistīkṣṇaiḥ śastraiḥ puttalikāṃ hanet

eine Puppe, gründlich [geformt], mit dem Namen am Herzen versehen, daraus herstellend, zerschlage man diese Puppe wie zuvor mit scharfen eisernen Waffen [nacheinander].

Wort für Wort
kṛtvā puttalikāṃ samyak
eine Puppe gründlich herstellend
hṛdaye nāmasaṃyutām
mit dem Namen am Herzen versehen
prāgvat chitvā ayasaiḥ tīkṣṇaiḥ
wie zuvor mit scharfen eisernen
śastraiḥ puttalikāṃ hanet
Waffen zerschlage man die Puppe

evaṃ dinaiḥ saptabhistu sādhyo vaśyo bhaveddṛḍham / tathāvidhāṃ puttalikāṃ kuṇḍamadhye nikhanya ca

So wird binnen sieben Tagen der zu Bezwingende fest botmäßig; eine derartige Puppe vergrabe man in der Mitte der Feuergrube -

Wort für Wort
evaṃ dinaiḥ saptabhiḥ tu
so binnen sieben Tagen aber
sādhyo vaśyo bhavet dṛḍham
wird der zu Bezwingende fest botmäßig
tathāvidhāṃ puttalikām
eine derartige Puppe
kuṇḍamadhye nikhanya ca
in der Mitte der Feuergrube vergrabend

uparyagniṃ nidhāyātha vidyayā dinaśo hunet / trisahasraṃ triyamāyāṃ sarṣapaistadrasāplutaiḥ

und lege darüber das Feuer; dann opfere man täglich mit dem Mantra dreitausendmal, während der 'dritten Nachtwache', mit in deren Saft getränkten Senfkörnern.

Wort für Wort
upari agniṃ nidhāya atha
darüber das Feuer legend, dann
vidyayā dinaśo hunet
opfere man täglich mit dem Mantra
trisahasraṃ triyamāyām
dreitausendmal, während der dritten Nachtwache
sarṣapaiḥ tadrasāplutaiḥ
mit in deren Saft getränkten Senfkörnern

śatayojanadūrādapyānayedvanitāṃ balāt / vaśayedvanitāṃ hāeṃmātkauśikairmadhumiśritaiḥ

So führe man sogar aus hundert Yojana Entfernung eine Frau mit Gewalt herbei; unterwerfe man eine Frau [mit] mit Honig vermischten Kauśika[-Substanzen] [?].

Wort für Wort
śatayojanadūrāt api
sogar aus hundert Yojana Entfernung
ānayet vanitāṃ balāt
führe man eine Frau mit Gewalt herbei
vaśayet vanitāṃ hāeṃmāt[?]
unterwerfe man eine Frau [durch][?]
kauśikaiḥ madhumiśritaiḥ
mit honigvermischten Kauśika[-Substanzen]

'hāeṃmāt' ist im Quelltext offensichtlich korrupt/unlesbar; wörtlich mit [?] übernommen, Sinn unsicher.

nālikeraphalope tairguḍairlakṣmīmavāpnuyāt / tathājyasiktaiḥ kahlāraiḥ kṣīrāktairaruṇotpalaiḥ

Mit Kokosnussfrucht[-Fleisch] [?] und Melasse erlangt man Reichtum; ebenso mit ghee-benetzten Kahlāra-[Blüten] und milchbenetzten roten Lotus -

Wort für Wort
nālikeraphalopetaiḥ[?]
versehen mit Kokosnussfrucht[?]
taiḥ guḍaiḥ lakṣmīm avāpnuyāt
damit und mit Melasse erlangt man Reichtum
tathā ājyasiktaiḥ kahlāraiḥ
ebenso mit ghee-benetzten Kahlāra-Blüten
kṣīrāktaiḥ aruṇotpalaiḥ
mit milchbenetzten roten Lotus

'phalope' unklar, vermutlich für 'phalopetaiḥ' ('versehen mit Frucht'); mit [?] vermerkt.

trimadhvaktaiścaṃparkaśca prasūnairbakulodbhavaiḥ / madhūkajaiḥ prasūnaiśca hutaiḥ kanyāmavāpnuyāt

mit den 'drei Süßen' benetzten Campaka-Blüten und Bakula-entstandenen Blüten, mit Madhūka-entstandenen Blüten, dargebracht, erlangt man eine Jungfrau [als Frau].

Wort für Wort
trimadhvaktaiḥ caṃpakaiḥ ca
mit den drei Süßen benetzten Campaka-Blüten
prasūnaiḥ bakulodbhavaiḥ
und Bakula-entstandenen Blüten
madhūkajaiḥ prasūnaiḥ ca hutaiḥ
mit Madhūka-entstandenen Blüten dargebracht
kanyām avāpnuyāt
erlangt man eine Jungfrau

punnāgajairhutairvastrāṇyājyairiṣṭamavāpnuyāt / māhiṣairmahiṣīrājairajān gavyaiśca gāstathā

Mit Punnāga-entstandenen, dargebrachten [Blüten erlangt man] Gewänder, mit Ghee[-Opfer] das Gewünschte; mit Büffel[-Substanzen] Büffelkühe, mit Ziegen[-Substanzen] Ziegen, und mit Kuh[-Substanzen] Kühe.

Wort für Wort
punnāgajaiḥ hutaiḥ vastrāṇi
mit Punnāga-entstandenen, dargebrachten [Blüten] Gewänder
ājyaiḥ iṣṭam avāpnuyāt
mit Ghee[-Opfer] das Gewünschte erlangt man
māhiṣaiḥ mahiṣīḥ ajaiḥ ajān
mit Büffel[-Substanzen] Büffelkühe, mit Ziegen[-Substanzen] Ziegen
gavyaiḥ ca gāḥ tathā
und mit Kuh[-Substanzen] Kühe

avāpnoti hutairājyaiḥ ratnai ratnaṃ ca sādhakaḥ / śālipiṣṭamayīṃ kṛtvā puttalīṃ sasitāṃ tataḥ

Der Sādhaka erlangt durch dargebrachtes Ghee Ghee, durch Juwelen Juwelen. Nachdem man dann eine aus Reismehl gefertigte, mit Zucker versehene Puppe hergestellt hat -

Wort für Wort
avāpnoti hutaiḥ ājyaiḥ
erlangt durch dargebrachtes Ghee
ratnaiḥ ratnaṃ ca sādhakaḥ
durch Juwelen Juwelen, der Sādhaka
śālipiṣṭamayīṃ kṛtvā puttalīm
eine aus Reismehl gefertigte Puppe herstellend
sasitāṃ tataḥ
mit Zucker versehen, dann

hṛddeśanyastanāmārṇāṃ pacettailājyayorniśi / tanmanāśca divārātrau vidyājaptāṃ tu bhakṣayet

mit im Herzbereich niedergelegten [Buchstaben des] Namens, koche man sie nachts in Öl und Ghee; Tag und Nacht daran denkend, esse man sie, nachdem sie mit dem Mantra besprochen wurde.

Wort für Wort
hṛddeśanyastanāmārṇām
mit im Herzbereich niedergelegten Namensbuchstaben
pacet tailājyayoḥ niśi
koche man nachts in Öl und Ghee
tanmanāḥ ca divārātrau
Tag und Nacht daran denkend
vidyājaptāṃ tu bhakṣayet
esse man sie, nachdem sie mit dem Mantra besprochen wurde

saptarātraprayogeṇa naro nārī nṛpo 'pi vā / dāsavadvaśamāyāti cittaprāṇādi cārpayet

Durch siebentägige Anwendung kommt Mann, Frau oder auch König wie ein Diener in die Gewalt [des Sādhaka] und widmet ihm Herz, Lebenskraft u.a.

Wort für Wort
saptarātraprayogeṇa
durch siebentägige Anwendung
naro nārī nṛpo api vā
Mann, Frau oder auch König
dāsavat vaśam āyāti
kommt wie ein Diener in die Gewalt
cittaprāṇādi ca arpayet
und widmet Herz, Lebenskraft u.a.

hayāripuṣpairaruṇaiḥ sitairvā juhuyāttathā / trisaptarātrānmahatīmavāpnoti śriyannaraḥ

Mit roten oder weißen Hayāri[?]-Blüten opfere man ebenso; binnen dreimal sieben Nächten erlangt der Mensch großen Glanz/Reichtum.

Wort für Wort
hayāripuṣpaiḥ[?] aruṇaiḥ sitaiḥ vā
mit roten oder weißen Hayāri[?]-Blüten
juhuyāt tathā
opfere man ebenso
trisaptarātrāt mahatīm
binnen dreimal sieben Nächten großen
avāpnoti śriyaṃ naraḥ
erlangt der Mensch Glanz/Reichtum

'hayāri' (wörtl. 'Pferdefeind') unklar als Pflanzenname; mit [?] vermerkt.

chāgamāṃsaistrimadhvaktairhemātsvarṇamavāpnuyāt / kṣīrāktaiḥ sasyasaṃpannāṃ bhuvamāpnoti maṇḍalāt

Mit Ziegenfleisch, benetzt mit den 'drei Süßen', im Feuer dargebracht, erlangt man Gold; mit milchbenetzten [Opfergaben] erlangt man binnen eines Maṇḍala[-Zeitraums] eine an Feldfrüchten reiche Erde.

Wort für Wort
chāgamāṃsaiḥ trimadhvaktaiḥ
mit Ziegenfleisch, mit den drei Süßen benetzt
hemāt svarṇam avāpnuyāt
im Feuer dargebracht erlangt man Gold
kṣīrāktaiḥ sasyasaṃpannām
mit milchbenetzten [Opfergaben], an Feldfrüchten reiche
bhuvam āpnoti maṇḍalāt
Erde erlangt man binnen eines Maṇḍala-Zeitraums

padmākṣairhavanāllakṣmīmavāpnoti tribhirdinaiḥ / bilvairdaśāṃśaṃ juhuyānmantrādyaiḥ sādhane jape

Mit Lotussamen erlangt man durch Feueropfer binnen drei Tagen Reichtum; mit Bilva[-Blättern] opfere man den zehnten Teil [der Japa-Zahl], zusammen mit dem Mantra u.a. bei der Ausübung des Japa.

Wort für Wort
padmākṣaiḥ havanāt lakṣmīm
mit Lotussamen durch Feueropfer Reichtum
avāpnoti tribhiḥ dinaiḥ
erlangt man binnen drei Tagen
bilvaiḥ daśāṃśaṃ juhuyāt
mit Bilva[-Blättern] opfere man den zehnten Teil
mantrādyaiḥ sādhane jape
mit dem Mantra u.a. bei der Ausübung des Japa

evaṃ saṃsiddhamantrastu mantritaiśculukodakaiḥ / phaṇidaṣṭamṛtānāṃ tu mukhe saṃtāḍya jīvayet

Wer so ein vollendetes Mantra [erlangt hat], belebe mit dem mit Mantra versehenen Wasser aus der hohlen Hand, ins Gesicht der von einer Schlange gebissenen Toten gesprengt, sie wieder.

Wort für Wort
evaṃ saṃsiddhamantraḥ tu
wer so ein vollendetes Mantra [hat] aber
mantritaiḥ culukodakaiḥ
mit dem mantra-versehenen Wasser aus der hohlen Hand
phaṇidaṣṭamṛtānāṃ tu mukhe
ins Gesicht der von einer Schlange gebissenen Toten
saṃtāḍya jīvayet
gesprengt, belebe man wieder

tatkarṇayorjapanvidyāṃ yaṣṭyā vā japasiddhayā / saṃtāḍyaśīrṣaṃ sahasā mṛtamutthāpayediti

das Mantra in dessen beide Ohren rezitierend, oder mit einem durch Japa geweihten Stab den Kopf [des Toten] schlagend, richte man den plötzlich Verstorbenen sogleich wieder auf - so wird gelehrt.

Wort für Wort
tatkarṇayoḥ japan vidyām
das Mantra in dessen beide Ohren rezitierend
yaṣṭyā vā japasiddhayā
oder mit einem durch Japa vollendeten Stab
saṃtāḍya śīrṣaṃ sahasā
den Kopf schlagend, sogleich
mṛtam utthāpayet iti
richte man den Toten wieder auf - so [wird gelehrt]

kṛtvā yoniṃ kuṇḍamadhye tatrāgnau vidhivaddhrunet / tilasarṣapagodhūmaśālidhānyayavairhunet

Nachdem man in der Mitte der Feuergrube die 'Yoni'[-Form] hergestellt hat, opfere man dort im Feuer vorschriftsmäßig; man opfere mit Sesam, Senf, Weizen, Reis[-Korn], Getreide und Gerste -

Wort für Wort
kṛtvā yoniṃ kuṇḍamadhye
die Yoni-Form in der Mitte der Feuergrube herstellend
tatra agnau vidhivat hunet
dort im Feuer vorschriftsmäßig opfere man
tilasarṣapagodhūma
mit Sesam, Senf, Weizen
śālidhānyayavaiḥ hunet
Reis, Getreide und Gerste opfere man

trimadhvaktairekaśo vā sametairvā samṛddhaye / bakulaiścaṃpakairabjaiḥ kahlārairaruṇotpalaiḥ

einzeln oder zusammen mit den 'drei Süßen' benetzt, zum Gedeihen; mit Bakula-, Campaka-, Lotus-, Kahlāra- und roten Lotus-[Blüten] -

Wort für Wort
trimadhvaktaiḥ ekaśo vā
mit den drei Süßen benetzt, einzeln, oder
sametaiḥ vā samṛddhaye
zusammen, zum Gedeihen
bakulaiḥ caṃpakaiḥ abjaiḥ
mit Bakula-, Campaka-, Lotus-
kahlāraiḥ aruṇotpalaiḥ
Kahlāra- und roten Lotus-Blüten

kairavairmallikākundamadhūkairindirāptaye / aśokaiḥ pāṭalairvilvairjātīvikaṅkataiḥ sitaiḥ

mit weißem Nachtlotus, Mallikā, Kunda, Madhūka [-Blüten] zur Erlangung der Indirā (Lakṣmī); mit Aśoka-, Pāṭalā-, Bilva-, Jātī- und weißen Vikaṅkata-Blüten -

Wort für Wort
kairavaiḥ mallikākundamadhūkaiḥ
mit weißem Nachtlotus, Mallikā, Kunda, Madhūka
indirāptaye
zur Erlangung der Indirā
aśokaiḥ pāṭalaiḥ vilvaiḥ
mit Aśoka-, Pāṭalā-, Bilva-
jātīvikaṅkataiḥ sitaiḥ
Jātī- und weißen Vikaṅkata-Blüten

navanīlotpalairaśvaripujaiḥ karṇikārajaiḥ / homāllakṣmīṃ ca saubhāgyaṃ nidhimāyuryaśo labhet

mit neuen blauen Lotusblüten, [mit] Aśvattha-Blüten [?] und Karṇikāra-entstandenen [Blüten] - durch das Feueropfer erlangt man Reichtum, Glück, Schatz, langes Leben und Ruhm.

Wort für Wort
navanīlotpalaiḥ
mit neuen blauen Lotusblüten
aśvatthapuṣpaiḥ[?] karṇikārajaiḥ
mit Aśvattha-Blüten[?] und Karṇikāra-entstandenen
homāt lakṣmīṃ ca saubhāgyam
durch das Feueropfer Reichtum und Glück
nidhim āyuḥ yaśo labhet
erlangt man Schatz, langes Leben und Ruhm

'aśvaripujaiḥ' unklar, gedeutet als verderbt für 'aśvatthapuṣpaiḥ' (Aśvattha-Blüten); mit [?] vermerkt.

dūrvāṃ guḍūcīmaśvatthaṃ vaṭamāragvadhaṃ tathā / sitārkaplakṣajaṃ hutvā cirānmucyeta rogataḥ

Dūrvā-Gras, Guḍūcī, Aśvattha, Vaṭa, ebenso Āragvadha, weißen Arka[-Zweig] und vom Plakṣa[-Baum] Entstandenes im Feuer dargebracht, wird man von langwieriger Krankheit befreit.

Wort für Wort
dūrvāṃ guḍūcīm aśvatthaṃ vaṭam
Dūrvā, Guḍūcī, Aśvattha, Vaṭa
āragvadhaṃ tathā
ebenso Āragvadha
sitārkaplakṣajaṃ hutvā
weißen Arka[-Zweig] und Plakṣa-Entstandenes dargebracht
cirāt mucyeta rogataḥ
wird man von langwieriger Krankheit befreit

ikṣujaṃbūnālikeramocāguḍasitāyutaiḥ / acalāṃ labhate lakṣmīṃ bhoktā ca bhavati dhruvam

Mit Zuckerrohr, Jambu-Frucht, Kokosnuss, Banane, verbunden mit Melasse und Zucker, erlangt man unerschütterlichen Reichtum und wird gewiss zu dessen Genießer.

Wort für Wort
ikṣujaṃbūnālikeramocā
mit Zuckerrohr, Jambu-Frucht, Kokosnuss, Banane
guḍasitāyutaiḥ
verbunden mit Melasse und Zucker
acalāṃ labhate lakṣmīm
erlangt man unerschütterlichen Reichtum
bhoktā ca bhavati dhruvam
und wird gewiss zu dessen Genießer

sarṣapājyairhute mṛtyuḥ kāṣṭhāgnau vairimṛtyave / caturaṅgulajaiḥ hemāñcaturaṅgabale ripoḥ

Durch mit Senf und Ghee dargebrachtes Opfer im Holzfeuer [tritt] Tod [ein] - zum Tod des Feindes; mit vier Finger[breit] langen [Zweigen] [?], im Feuer dargebracht, [wird geschädigt] die vierteilige Streitmacht des Feindes.

Wort für Wort
sarṣapājyaiḥ hute mṛtyuḥ
durch mit Senf und Ghee dargebrachtes Opfer [tritt] Tod ein
kāṣṭhāgnau vairimṛtyave
im Holzfeuer, zum Tod des Feindes
caturaṅgulajaiḥ[?] hemāt
mit vier Finger[breit langen][?], im Feuer dargebracht
caturaṅgabale ripoḥ
[wird geschädigt] die vierteilige Streitmacht des Feindes

'caturaṅgulajaiḥ' unklar (evtl. Blüten-/Zweiglänge); mit [?] vermerkt.

saptāhādrogaduḥkhārtirbhavatyeva na saṃśayaḥ / nityaṃ nityārcanaṃ kuryāttathā homaṃ ghṛtena vai

Binnen sieben Tagen entsteht zweifellos Leid durch Krankheit [für den Feind]; man übe täglich die tägliche Verehrung aus, ebenso das Feueropfer mit Ghee.

Wort für Wort
saptāhāt rogaduḥkhārtiḥ
binnen sieben Tagen Leid durch Krankheit
bhavati eva na saṃśayaḥ
entsteht gewiss, kein Zweifel
nityaṃ nityārcanaṃ kuryāt
täglich übe man die tägliche Verehrung aus
tathā homaṃ ghṛtena vai
ebenso das Feueropfer mit Ghee

vidyābhimantritaṃ toyaṃ pibetprātastadāptaye / candanośīrakarpūrakastūrīrocanānvitaiḥ

Das mit dem Mantra geweihte Wasser trinke man morgens, um jenes [Ergebnis] zu erlangen; mit Sandelholz, Uśīra-Wurzel, Kampfer, Moschus und Gorocanā versehen -

Wort für Wort
vidyābhimantritaṃ toyam
das mit dem Mantra geweihte Wasser
pibet prātaḥ tadāptaye
trinke man morgens, um jenes zu erlangen
candanośīrakarpūra
mit Sandelholz, Uśīra-Wurzel, Kampfer
kastūrīrocanānvitaiḥ
Moschus und Gorocanā versehen

kāśmīrakālāgurubhirmṛgasvedamayairapi / pūjayecca śivāmetairgandhaiḥ sarvārthasiddhaye

mit Safran und schwarzem Aloeholz, auch mit aus Moschushirsch-Schweiß bestehenden [Substanzen] - man verehre mit diesen Duftstoffen die Śivā (Göttin) zur Vollendung aller Ziele.

Wort für Wort
kāśmīrakālāgurubhiḥ
mit Safran und schwarzem Aloeholz
mṛgasvedamayaiḥ api
auch mit aus Moschushirsch-Schweiß bestehenden [Substanzen]
pūjayet ca śivām
man verehre die Śivā
etaiḥ gandhaiḥ sarvārthasiddhaye
mit diesen Duftstoffen, zur Vollendung aller Ziele

sarvābhirapi nityābhiḥ prātarmātṛkayā samam / trijaptābhiḥ pibettoyaṃ tathā vāksidvaye śivam

Mit allen Nityās zusammen, morgens, zusammen mit der Mātṛkā, dreimal [mantra-]rezitiert, trinke man das heilvolle Wasser, ebenso beim Paar der Rede[-Gottheiten] [?].

Wort für Wort
sarvābhiḥ api nityābhiḥ
mit allen Nityās zusammen
prātaḥ mātṛkayā samam
morgens, zusammen mit der Mātṛkā
trijaptābhiḥ pibet toyam
dreimal rezitiert, trinke man das Wasser
tathā vāksidvaye[?] śivam
ebenso beim Paar der Rede[-Gottheiten][?] das heilvolle

'vāksidvaye' unklar; mit [?] vermerkt.

vidadhyātsādhanaṃ prāgvadvarṇalakṣaṃ payovrataḥ / trisvādusiktairaruṇairaṃbujairhavanaṃ caret

Man vollziehe die Ausübung wie zuvor, ein Lakh Silben[-Rezitationen], sich mit dem 'Milchgelübde' haltend; mit den drei Süßen benetzten roten Lotusblüten vollziehe man das Feueropfer.

Wort für Wort
vidadhyāt sādhanaṃ prāgvat
man vollziehe die Ausübung wie zuvor
varṇalakṣaṃ payovrataḥ
ein Lakh Silben, sich mit dem Milchgelübde haltend
trisvādusiktaiḥ aruṇaiḥ
mit den drei Süßen benetzten roten
aṃbujaiḥ havanaṃ caret
Lotusblüten vollziehe man das Feueropfer

japatarpaṇahomārcāsekasiddhamanurnaraḥ / kuryāduktānprayogāṃśca na cettanmanudevatāḥ

Der Mensch, dessen Mantra durch Japa, Tarpaṇa, Homa, Verehrung und Besprengung vollendet ist, führe die genannten [rituellen] Anwendungen aus; wenn nicht, dann die Gottheiten jenes Mantras -

Wort für Wort
japatarpaṇahomārcāsekasiddhamanuḥ naraḥ
der Mensch, dessen Mantra durch Japa, Tarpaṇa, Homa, Verehrung und Besprengung vollendet ist
kuryāt uktān prayogān ca
führe die genannten Anwendungen aus
na cet
wenn nicht
tanmanudevatāḥ
dann die Gottheiten jenes Mantras

prāṇāṃstasya grasaṃtyeva kupitāstatkṣaṇānmune / anayā vidyayā loke yadasādhyaṃ na tatkvacit

erzürnt, sogleich seine Lebenskräfte verschlingen, o Weiser. Durch dieses Mantra gibt es in der Welt nichts, das unerreichbar wäre.

Wort für Wort
prāṇān tasya grasanti eva
seine Lebenskräfte verschlingen gewiss
kupitāḥ tatkṣaṇāt mune
erzürnt, sogleich, o Weiser
anayā vidyayā loke
durch dieses Mantra gibt es in der Welt
yat asādhyaṃ na tat kvacit
nichts, das irgendwo unerreichbar wäre

araṇyavaṭamūle ca parvatāgraguhāsu ca / udyānamadhyakāntāre mātṛpādapamūlataḥ

Im Wald, am Fuß eines Banyanbaums, auf Berggipfeln, in Höhlen, inmitten eines Gartens, in der Wildnis, am Fuß eines 'Mutter-Baumes' -

Wort für Wort
araṇyavaṭamūle ca
im Wald, am Fuß eines Banyanbaums
parvatāgraguhāsu ca
auf Berggipfeln, in Höhlen
udyānamadhyakāntāre
inmitten eines Gartens, in der Wildnis
mātṛpādapamūlataḥ
am Fuß eines 'Mutter-Baumes'

siṃdhutīre vane caitā yakṣiṇīḥ sādhayennaraḥ / kamalaiḥ kairavai raktaiḥ sitaiḥ saugandhikotpalaiḥ

am Ufer eines Flusses, im Wald - dort bezwinge der Mensch die Yakṣiṇīs, mit Lotus, roten und weißen Nachtlotus und wohlriechendem blauen Lotus -

Wort für Wort
siṃdhutīre vane
am Ufer eines Flusses, im Wald
etāḥ yakṣiṇīḥ sādhayet naraḥ
diese Yakṣiṇīs bezwinge der Mensch
kamalaiḥ kairavaiḥ raktaiḥ sitaiḥ
mit Lotus, roten und weißen Nachtlotus
saugandhikotpalaiḥ
und wohlriechendem blauen Lotus

sugandhiśiphaālikayā trimadhvaktairyathāvidhi / homātsaptasu vāreṣu tanmaṇḍalata eva vai

mit wohlriechender Śephālī-[Blüte], mit den 'drei Süßen' benetzt, vorschriftsmäßig; durch Feueropfer an allen sieben Wochentagen, binnen eines Maṇḍala[-Zeitraums] eben -

Wort für Wort
sugandhiśiphaālikayā
mit wohlriechender Śephālī-Blüte
trimadhvaktaiḥ yathāvidhi
mit den drei Süßen benetzt, vorschriftsmäßig
homāt saptasu vāreṣu
durch Feueropfer an sieben Wochentagen
tanmaṇḍalataḥ eva vai
eben binnen eines Maṇḍala-Zeitraums

vijayaṃ samavāproti samare dvandvayuddhake / mallayuddhe śastrayuddhe vāde dyūtahnaye 'pi ca

erlangt man Sieg in der Schlacht, im Zweikampf, im Ringkampf, im Waffenkampf, im Streitgespräch, im Würfelspiel und sogar im [rituellen] Opferstreit [?].

Wort für Wort
vijayaṃ samavāproti
erlangt man den Sieg
samare dvandvayuddhake
in der Schlacht, im Zweikampf
mallayuddhe śastrayuddhe vāde
im Ringkampf, Waffenkampf, Streitgespräch
dyūte ahnaye[?] api ca
im Würfelspiel und sogar im Opferstreit[?]

'dyūtahnaye' unklar; mit [?] vermerkt.

vyavahāreṣu sarvatra jayamāpnoti niścitam / caturaṅgulajaiḥ puppairhemātsaṃstaṃbhayedarīn

In [Rechts-]Streitigkeiten aller Art erlangt man gewiss den Sieg; mit vier Finger[breit langen] [?] Blüten, im Feuer dargebracht, lähme man die Feinde.

Wort für Wort
vyavahāreṣu sarvatra
in Rechtsstreitigkeiten aller Art
jayam āpnoti niścitam
erlangt man gewiss den Sieg
caturaṅgulajaiḥ puṣpaiḥ
mit vier Finger[breit langen][?] Blüten
hemāt saṃstaṃbhayet arīn
im Feuer dargebracht lähme man die Feinde

tathaiva karṇikārotthaiḥ punnāgotthairnamerujaiḥ / caṃpakaiḥ ketakai rājavṛkṣajairmādhavodbhavaiḥ

Ebenso mit aus Karṇikāra, Punnāga, Nameru [?] entstandenen [Blüten], mit Campaka, Ketakī, Rājavṛkṣa(Āragvadha)-entstandenen, mit aus Mādhavī entstandenen -

Wort für Wort
tathā eva karṇikārotthaiḥ
ebenso mit aus Karṇikāra entstandenen
punnāgotthaiḥ namerujaiḥ
mit aus Punnāga, Nameru entstandenen
caṃpakaiḥ ketakaiḥ
mit Campaka, Ketakī
rājavṛkṣajaiḥ mādhavodbhavaiḥ
mit Rājavṛkṣa-entstandenen, mit aus Mādhavī entstandenen

prāgvaddāreṣu juhuyātkramātpuṣpaistu saptabhiḥ / prokteṣu staṃbhanaṃ śatrorbhaṅgo vā bhavati dhruvam

opfere man wie zuvor an den [sieben Wochen-]Tagen [?] der Reihe nach mit sieben verschiedenen Blüten; bei den genannten [Ritualen] tritt gewiss Lähmung oder Vernichtung des Feindes ein.

Wort für Wort
prāgvat vāreṣu[?] juhuyāt
wie zuvor opfere man an den Wochentagen[?]
kramāt puṣpaiḥ tu saptabhiḥ
der Reihe nach mit sieben Blüten
prokteṣu staṃbhanaṃ śatroḥ
bei den genannten [Ritualen] Lähmung des Feindes
bhaṅgo vā bhavati dhruvam
oder gewiss Vernichtung tritt ein

'dāreṣu' vermutlich für 'vāreṣu' ('an den Wochentagen'), Tippfehler; mit [?] vermerkt.

śatrornakṣatravṛkṣāgnau tatsamiddhistu homataḥ / sarṣapājyaplutābhiste praṇamantyeva pādayoḥ

Im Feuer aus dem Holz des dem Geburtsgestirn des Feindes entsprechenden Baumes, mit dessen Brennholz, durch Feueropfer mit in Senf und Ghee getränkten [Substanzen] - jene fallen fürwahr [dem Sādhaka] zu Füßen.

Wort für Wort
śatroḥ nakṣatravṛkṣāgnau
im Feuer aus dem dem Geburtsgestirn des Feindes entsprechenden Baum
tatsamiddhiḥ tu homataḥ
mit dessen Brennholz, durch Feueropfer
sarṣapājyaplutābhiḥ
mit in Senf und Ghee getränkten [Substanzen]
te praṇamanti eva pādayoḥ
jene fallen fürwahr [ihm] zu Füßen

mṛtyukāṣṭhānale mṛtyupatrapuṣpaphalairapi / samidbhirjuhuyātsamyagvāre śārcanapūrvakam

Im Feuer aus 'Todes-Holz' opfere man auch mit den Blättern, Blüten und Früchten des 'Todes-Baumes', mit Brennholz-Scheiten, gründlich, am [entsprechenden] Wochentag, mit vorausgehender Verehrung [?].

Wort für Wort
mṛtyukāṣṭhānale
im Feuer aus 'Todes-Holz'
mṛtyupatrapuṣpaphalaiḥ api
auch mit Blättern, Blüten und Früchten des 'Todes-Baumes'
samidbhiḥ juhuyāt samyak
mit Brennholz-Scheiten opfere man gründlich
vāre śārcanapūrvakam[?]
am Wochentag, mit vorausgehender Verehrung[?]

'śārcanapūrvakam' unklar, evtl. 'śivārcanapūrvakam' ('mit vorausgehender Śivā-Verehrung'); mit [?] vermerkt.

arāteścaturaṅgaṃ tu balaṃ rogārdditaṃ bhavet / tenāsya vijayo bhūyānnidhanenāpi vā punaḥ

Die vierteilige Streitmacht des Feindes wird dadurch von Krankheit geplagt; dadurch wird sein Sieg groß, oder wiederum sogar durch [des Feindes] Tod.

Wort für Wort
arāteḥ caturaṅgaṃ tu balam
die vierteilige Streitmacht des Feindes aber
rogārdditaṃ bhavet
wird von Krankheit geplagt
tena asya vijayo bhūyāt
dadurch werde sein Sieg groß
nidhanena api vā punaḥ
oder wiederum sogar durch [dessen] Tod

arkavārer'kajairidhmaiḥ samiddhe 'gnau tadudbhavaiḥ / patraiḥ puṣpaiḥ phalaiḥ kāṇḍairmūlaiścāpi hunetkramāt

Am Sonnentag, im mit von der Arka-Pflanze [stammendem] Brennholz entfachten Feuer, mit von ihr entstandenen Blättern, Blüten, Früchten, Stängeln und auch Wurzeln opfere man der Reihe nach.

Wort für Wort
arkavāre arkajaiḥ idhmaiḥ
am Sonnentag, mit von der Arka-Pflanze stammendem Brennholz
samiddhe agnau tadudbhavaiḥ
im entfachten Feuer, mit von ihr entstandenen
patraiḥ puṣpaiḥ phalaiḥ
Blättern, Blüten, Früchten
kāṇḍaiḥ mūlaiḥ ca api hunet kramāt
Stängeln und auch Wurzeln opfere man der Reihe nach

savarṇāruṇavatsāyā ghṛtasiktaistu maṇḍalāt / arātidiṅmukho bhūtvā kuṇḍe tryasre vidhānataḥ

mit dem Ghee einer gleichfarbigen roten Kuh mit [gleichfarbigem] Kalb benetzten [Opfergaben], binnen eines Maṇḍala[-Zeitraums], in Richtung des Feindes gewandt, in einer dreieckigen Feuergrube, vorschriftsmäßig -

Wort für Wort
savarṇāruṇavatsāyāḥ
einer gleichfarbigen roten Kuh mit gleichfarbigem Kalb
ghṛtasiktaiḥ tu maṇḍalāt
mit deren Ghee benetzt, binnen eines Maṇḍala-Zeitraums
arātidiṅmukho bhūtvā
in Richtung des Feindes gewandt
kuṇḍe tryasre vidhānataḥ
in einer dreieckigen Feuergrube, vorschriftsmäßig

palāyate vā rogārtaḥ praṇamedvā bhayānvitaḥ / palāśedhmānale tasya pañcāṅgaistadghṛtāplutaiḥ

flieht [der Feind], von Krankheit geplagt, oder er unterwirft sich, von Furcht erfüllt. Im Feuer aus Palāśa-Brennholz, mit dessen fünf Teilen, in dessen Ghee getränkt -

Wort für Wort
palāyate vā rogārtaḥ
flieht der von Krankheit Geplagte, oder
praṇamet vā bhayānvitaḥ
unterwirft sich, von Furcht erfüllt
palāśedhmānale tasya
im Feuer aus Palāśa-Brennholz, dessen
pañcāṅgaiḥ tadghṛtāplutaiḥ
fünf Teile, in dessen Ghee getränkt

homena somavāre ca bhavetprāgvanna saṃśayaḥ / khādiredhmānale tasya pañcāṅgaistadghṛtāplutaiḥ

durch das Feueropfer, am Montag, geschieht zweifellos [dasselbe] wie zuvor. Im Feuer aus Khadira-Brennholz, mit dessen fünf Teilen, in dessen Ghee getränkt -

Wort für Wort
homena somavāre ca
durch das Feueropfer, am Montag
bhavet prāgvat na saṃśayaḥ
geschieht zweifellos wie zuvor
khādiredhmānale tasya
im Feuer aus Khadira-Brennholz, dessen
pañcāṅgaiḥ tadghṛtāplutaiḥ
fünf Teile, in dessen Ghee getränkt

vāre bhaumasya havanāttadāpnoti suniścitam / apāmārgasya saumye 'hni pippalasya gurordine

am Dienstag, durch Feueropfer, erlangt man dies ganz gewiss. [Mit Holz] des Apāmārga am Mittwoch, des Pippala(Aśvattha) am Donnerstag -

Wort für Wort
vāre bhaumasya havanāt
am Dienstag durch Feueropfer
tat āpnoti suniścitam
erlangt man dies ganz gewiss
apāmārgasya saumye ahni
des Apāmārga am Mittwoch
pippalasya guroḥ dine
des Pippala am Donnerstag

uduṃbarasya bhṛguje śamyā mānde 'hni goghṛtaiḥ / śubhrapītasitaśyāmavarṇādyāḥ pūrvavattathā

des Uḍumbara am Freitag, des Śamī-Baums am Samstag, mit Kuh-Ghee; weiß, gelb, weiß[?] und dunkel gefärbte [Opfergaben] u.a. wie zuvor -

Wort für Wort
uduṃbarasya bhṛguje
des Uḍumbara am Freitag
śamyā mānde ahni goghṛtaiḥ
des Śamī-Baums am Samstag, mit Kuh-Ghee
śubhrapītasitaśyāma­varṇādyāḥ[?]
weiß, gelb, weiß[?], dunkel gefärbte u.a.
pūrvavat tathā
wie zuvor ebenso

'śubhrapītasitaśyāma' enthält zwei Wörter für 'weiß' (śubhra, sita); evtl. Textkorruption, mit [?] vermerkt.

tatphalaṃ samavāpnoti tatsamiddīpite 'nale / pratipattithimārabhya pañcamyantaṃ krameṇa vai

erlangt man jenen [entsprechenden] Ertrag, im mit jenem [Holz] entzündeten Feuer; von der Pratipad-Tithi beginnend bis zur Fünften der Reihe nach -

Wort für Wort
tatphalaṃ samavāpnoti
erlangt man jenen Ertrag
tatsamiddīpite anale
im mit jenem Brennholz entzündeten Feuer
pratipattithim ārabhya
von der Pratipad-Tithi beginnend
pañcamyantaṃ krameṇa vai
bis zur Fünften der Reihe nach

śālīcaṇakamudgaiśca yavamāṣaiśca homataḥ / māhiṣājyaplutaistābhistithibhiḥ samavāpnuyāt

mit Reis, Kichererbsen, Mungbohnen, Gerste und schwarzen Bohnen, in Büffel-Ghee getränkt, durch das Feueropfer an jenen [fünf] Tithis erlangt man [den entsprechenden Ertrag].

Wort für Wort
śālīcaṇakamudgaiḥ ca
mit Reis, Kichererbsen, Mungbohnen
yavamāṣaiḥ ca homataḥ
Gerste und schwarzen Bohnen, durch Feueropfer
māhiṣājyaplutaiḥ
in Büffel-Ghee getränkt
tābhiḥ tithibhiḥ samavāpnuyāt
an jenen Tithis erlangt man [den Ertrag]

ṣaṣṭhyādisaptamyantaṃ tu cājābhavaghṛtaistathā / prāguktairnistuṣairhemātprāguktaphalamāpnuyāt

Von der Sechsten bis zur Siebten aber mit Ziegen-Ghee, mit den zuvor genannten, von der Spelze befreiten [Körnern], im Feuer dargebracht, erlangt man den zuvor genannten Ertrag.

Wort für Wort
ṣaṣṭhyādisaptamyantaṃ tu ca
von der Sechsten bis zur Siebten aber
ajābhavaghṛtaiḥ tathā
mit Ziegen-Ghee ebenso
prāguktaiḥ nistuṣaiḥ hemāt
mit den zuvor genannten, entspelzten [Körnern], im Feuer dargebracht
prāguktaphalam āpnuyāt
erlangt man den zuvor genannten Ertrag

tadvarddhaṃ pañcake tvetaiḥ samastaiśca tiladvayaiḥ / sitānnaiḥ pāyasaiḥ siktairāvikaistu ghṛtaistathā

Verstärkt wird dies bei der [nächsten] Fünfergruppe [von Tithis] mit all diesen zusammen, mit zweierlei Sesam, mit weißem Reis, mit Milchreis benetzt, sowie mit Schaf[-Ghee] -

Wort für Wort
tadvarddhaṃ pañcake tu
verstärkt wird dies bei der Fünfergruppe aber
etaiḥ samastaiḥ ca tiladvayaiḥ
mit all diesen zusammen und zweierlei Sesam
sitānnaiḥ pāyasaiḥ siktaiḥ
mit weißem Reis, mit Milchreis benetzt
āvikaiḥ tu ghṛtaiḥ tathā
sowie mit Schaf-Ghee ebenso

havanāttadavāpnoti yadādau phalamīritam / evaṃ nakṣatravṛkṣotthavahnau taistairmadhuplutaiḥ

durch das Feueropfer erlangt man das, was am Anfang als Ertrag genannt wurde. So auch im Feuer aus dem Nakṣatra-Baum entstandenen [Holz], mit den jeweiligen, in Honig getränkten [Substanzen] -

Wort für Wort
havanāt tat avāpnoti
durch das Feueropfer erlangt man das
yat ādau phalam īritam
was am Anfang als Ertrag genannt wurde
evaṃ nakṣatravṛkṣotthavahnau
so auch im Feuer aus dem Nakṣatra-Baum
taistaiḥ madhuplutaiḥ
mit den jeweiligen, in Honig getränkten [Substanzen]

havanādapi tatprāptirbhavatyeva na saṃśayaḥ / vidyāṃ saṃsādhya pūrvaṃ tu paścāduktānaśeṣataḥ

erfolgt auch durch das Feueropfer zweifellos jener Erwerb. Nachdem man zuerst das Mantra zur Vollendung gebracht hat, [führe man] danach die vollständig genannten -

Wort für Wort
havanāt api tatprāptiḥ
auch durch das Feueropfer jener Erwerb
bhavati eva na saṃśayaḥ
geschieht gewiss, kein Zweifel
vidyāṃ saṃsādhya pūrvaṃ tu
nachdem man zuerst das Mantra vollendet hat
paścāt uktān aśeṣataḥ
danach die vollständig genannten

prayogānsādhayeddhīmān maṅgalāyāḥ prasādataḥ / saṃpūjya devatāṃ viprakumārīṃ kanyakāṃ tu vā

[rituellen] Anwendungen aus, der Kluge, durch die Gnade der Maṅgalā; nachdem man die Gottheit verehrt hat, [nehme man] ein Brahmanenmädchen oder eine [andere] Jungfrau -

Wort für Wort
prayogān sādhayet dhīmān
[rituellen] Anwendungen führe der Kluge aus
maṅgalāyāḥ prasādataḥ
durch die Gnade der Maṅgalā
saṃpūjya devatām
nachdem man die Gottheit verehrt hat
viprakumārīṃ kanyakāṃ tu vā
ein Brahmanenmädchen oder eine [andere] Jungfrau

saśubhāvayavāṃ mugdhāṃ snātāṃ dhautāṃbarāṃ śubhām / tathāvidhaṃ kumāraṃ vā saṃsthāpyabhyarcya vidyayā

mit schönen Gliedern, anmutig, gebadet, in gewaschenem Gewand, schön - oder einen ebensolchen Knaben - nachdem man sie/ihn dort aufgestellt und mit dem Mantra verehrt hat -

Wort für Wort
saśubhāvayavāṃ mugdhām
mit schönen Gliedern, anmutig
snātāṃ dhautāṃbarāṃ śubhām
gebadet, in gewaschenem Gewand, schön
tathāvidhaṃ kumāraṃ vā
oder einen ebensolchen Knaben
saṃsthāpya abhyarcya vidyayā
aufgestellt und mit dem Mantra verehrt

spṛṣṭaśīrṣo japedvidyāṃ śatavāraṃ tathārcayet / prasūnairaruṇaiḥ śubhraiḥ saurabhāḍhyairathāpi vā

mit berührtem Kopf rezitiere man das Mantra hundertmal und verehre ebenso; mit roten oder weißen, besonders duftreichen Blüten, oder auch -

Wort für Wort
spṛṣṭaśīrṣo japet vidyām
mit berührtem Kopf rezitiere man das Mantra
śatavāraṃ tathā arcayet
hundertmal, ebenso verehre man
prasūnaiḥ aruṇaiḥ śubhraiḥ
mit roten oder weißen Blüten
saurabhāḍhyaiḥ atha api vā
besonders duftreichen, oder auch

dadyādgugguladhūpaṃ ca yāvatkarmāvasānakam / tato devyā samāviṣṭe tasminsaṃpūjya bhaktitaḥ

gebe man Guggulu-Räucherwerk, bis zum Ende des Rituals; danach, wenn die Göttin in jenen [Knaben/Mädchen] eingegangen ist, nachdem man ihn/sie mit Hingabe verehrt hat -

Wort für Wort
dadyāt gugguladhūpaṃ ca
gebe man auch Guggulu-Räucherwerk
yāvat karmāvasānakam
bis zum Ende des Rituals
tato devyā samāviṣṭe tasmin
danach, wenn die Göttin in jenen eingegangen ist
saṃpūjya bhaktitaḥ
mit Hingabe verehrt

tatastāmupacāraistaiḥ prāguktairvidyayā vratī / prajapaṃstāṃ tataḥ pṛcchedabhīṣṭaṃ kathayecca sā

verehre der Gelübdehaltende sie [weiter] mit jenen zuvor genannten Ehrenerweisungen und dem Mantra; sie [beständig] rezitierend, befrage man sie dann nach dem Gewünschten, und sie wird es verkünden.

Wort für Wort
tataḥ tām upacāraiḥ taiḥ
dann sie mit jenen Ehrenerweisungen
prāguktaiḥ vidyayā vratī
zuvor genannten, mit dem Mantra, der Gelübdehaltende
prajapan tāṃ tataḥ pṛcchet
sie beständig rezitierend, befrage man dann
abhīṣṭaṃ kathayet ca sā
nach dem Gewünschten, und sie wird [es] verkünden

bhūtaṃ bhavadbhaviṣyaṃ ca yadanyanmanasi sthitam / janmāntarāṇyatītāni sarvaṃ sā pūjitā vadet

Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges, sowie was sonst noch im Geiste [verborgen] steht, und vergangene frühere Geburten - all dies verkündet sie, wenn sie verehrt ist.

Wort für Wort
bhūtaṃ bhavat bhaviṣyaṃ ca
Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges
yat anyat manasi sthitam
was sonst noch im Geiste verborgen steht
janmāntarāṇi atītāni
vergangene frühere Geburten
sarvaṃ sā pūjitā vadet
all dies verkündet sie, verehrt

tatastāṃ prāgvadabhyarcya svātmanyudvāsya tāṃ japet / sahasravāraṃ sthiradhīḥ pūrṇātmā vicaretsukhī

Dann, nachdem man sie wie zuvor verehrt hat, entlasse man sie wieder in das eigene Selbst zurück und rezitiere das Mantra tausendmal; mit festem Geist, erfülltem Selbst, wandle man glücklich umher.

Wort für Wort
tataḥ tāṃ prāgvat abhyarcya
dann, sie wie zuvor verehrt
svātmani udvāsya tāṃ japet
in das eigene Selbst entlassend, rezitiere man
sahasravāraṃ sthiradhīḥ
tausendmal, mit festem Geist
pūrṇātmā vicaret sukhī
mit erfülltem Selbst wandle man glücklich umher

madhuratrayasaṃsiktairaruṇairaṃbajaiḥ śriyam / prāpnoti maṇḍalaṃ homātsitaiśca mahadyaśaḥ

Mit den in den 'drei Süßen' benetzten roten Lotusblüten erlangt man durch ein Maṇḍala[-Zeitraum] Feueropfer Reichtum, und mit weißen [Lotusblüten] großen Ruhm.

Wort für Wort
madhuratrayasaṃsiktaiḥ aruṇaiḥ aṃbajaiḥ
mit den in den drei Süßen benetzten roten Lotusblüten
śriyam prāpnoti maṇḍalaṃ homāt
erlangt man Reichtum durch ein Maṇḍala-Zeitraum Feueropfer
sitaiḥ ca
und mit weißen [Lotusblüten]
mahat yaśaḥ
großen Ruhm

kṣaudrāktairuptalai raktairhavanātproktakālataḥ / suvarṇaṃ samavāpnoti nidhiṃ vā vasudhāṃ tu vā

Mit honigbenetztem rotem Lotus, durch Feueropfer zur genannten Zeit, erlangt man Gold, oder einen Schatz, oder aber Land.

Wort für Wort
kṣaudrāktaiḥ utpalaiḥ raktaiḥ
mit honigbenetztem rotem Lotus
havanāt proktakālataḥ
durch Feueropfer zur genannten Zeit
suvarṇaṃ samavāpnoti
erlangt man Gold
nidhiṃ vā vasudhāṃ tu vā
oder einen Schatz, oder aber Land

kṣīrāktaiḥ kairavairhemātproktaṃ kāmamavāpnuyāt / dhānyāni vividhānyāśu subhagaḥ sa bhavennaraḥ

Mit milchbenetztem weißem Nachtlotus, im Feuer dargebracht, erlangt man das genannte Verlangte; verschiedenerlei Getreide [erlangt er] rasch, und der Mensch wird glücklich.

Wort für Wort
kṣīrāktaiḥ kairavaiḥ hemāt
mit milchbenetztem weißem Nachtlotus, im Feuer dargebracht
proktaṃ kāmam avāpnuyāt
erlangt man das genannte Verlangte
dhānyāni vividhāni āśu
verschiedenerlei Getreide rasch
subhagaḥ sa bhavet naraḥ
glücklich wird der Mensch

ājyāktairutpalairhemādvāñchitaṃ samavāpnuyāt / tadaktairapi kahlārairhavanādrājavallabhaḥ

Mit ghee-benetztem blauen Lotus, im Feuer dargebracht, erlangt man das Gewünschte; mit ebenso benetzten Kahlāra-[Blüten], durch Feueropfer, wird man dem König lieb.

Wort für Wort
ājyāktaiḥ utpalaiḥ hemāt
mit ghee-benetztem blauen Lotus, im Feuer dargebracht
vāñchitaṃ samavāpnuyāt
erlangt man das Gewünschte
tadaktaiḥ api kahlāraiḥ
mit ebenso benetzten Kahlāra-Blüten
havanāt rājavallabhaḥ
durch Feueropfer wird man dem König lieb

palāśapuṣpaistrisvāduyuktaistatkālahomataḥ / caturvidhaṃ tu pāṇḍityaṃ bhavatyeva na saṃśayaḥ

Mit den 'drei Süßen' versehenen Palāśa-Blüten, durch das Feueropfer zur [entsprechenden] Zeit, entsteht zweifellos die vierfache Gelehrsamkeit.

Wort für Wort
palāśapuṣpaiḥ trisvāduyuktaiḥ
mit den drei Süßen versehenen Palāśa-Blüten
tatkālahomataḥ
durch das Feueropfer zur [entsprechenden] Zeit
caturvidhaṃ tu pāṇḍityam
die vierfache Gelehrsamkeit aber
bhavati eva na saṃśayaḥ
entsteht gewiss, kein Zweifel

lājaistrimadhuropetaistatkālahavanena vai / kanyakāṃ labhate patnīṃ samastaguṇasaṃyutām

Mit den drei Süßen versehenen gerösteten Reiskörnern, durch das Feueropfer zur [entsprechenden] Zeit, erlangt man ein Mädchen als Gattin, ausgestattet mit allen [guten] Eigenschaften.

Wort für Wort
lājaiḥ trimadhuropetaiḥ
mit den drei Süßen versehenen gerösteten Reiskörnern
tatkālahavanena vai
durch das Feueropfer zur [entsprechenden] Zeit
kanyakāṃ labhate patnīm
erlangt man ein Mädchen als Gattin
samastaguṇasaṃyutām
ausgestattet mit allen Eigenschaften

nālikeraphalakṣodaṃ sasitaṃ saguḍaṃ tu vā / kṣaudrākṣaṃ juhuyāttadvadayatnāddhanadopamaḥ

Zerriebenes Kokosnussfruchtfleisch, mit Zucker oder auch mit Melasse versehen, mit Honig[-Anteil] opfere man ebenso; mühelos [wird man dadurch] Kubera (dhanada) gleich.

Wort für Wort
nālikeraphalakṣodaṃ
zerriebenes Kokosnussfruchtfleisch
sasitaṃ saguḍaṃ tu vā
mit Zucker oder auch mit Melasse versehen
kṣaudrākṣaṃ juhuyāt tadvat
mit Honig[-Anteil] opfere man ebenso
ayatnāt dhanadopamaḥ
mühelos [wird man] Kubera gleich

tathaivānnājyahomena satandulatilairapi / prasūnairaruṇaistadvattathā bandhūkasaṃbhavaiḥ

Ebenso durch das Feueropfer mit Speise und Ghee, auch mit Reiskörnern und Sesam; ebenso mit roten Blüten, gleichermaßen mit von der Bandhūka-Pflanze entstandenen -

Wort für Wort
tathā eva annājyahomena
ebenso durch das Feueropfer mit Speise und Ghee
satandulatilaiḥ api
auch mit Reiskörnern und Sesam
prasūnaiḥ aruṇaiḥ tadvat
mit roten Blüten ebenso
tathā bandhūkasaṃbhavaiḥ
ebenso mit von der Bandhūka-Pflanze entstandenen

sitaiḥ prasūnarvāksiddhiṃ havanātsamavāpnuyāt / sitaraktaistumilitairāyurārogyamāpnuyāt

mit weißen Blüten erlangt man durch das Feueropfer Redegewandtheit; mit vermischten weißen und roten [Blüten] erlangt man langes Leben und Gesundheit.

Wort für Wort
sitaiḥ prasūnaiḥ vāksiddhim
mit weißen Blüten Redegewandtheit
havanāt samavāpnuyāt
erlangt man durch das Feueropfer
sitaraktaiḥ tu militaiḥ
mit vermischten weißen und roten [Blüten] aber
āyurārogyam āpnuyāt
erlangt man langes Leben und Gesundheit

dūrvātrikaistrimadhvaktairhavanāttu jayecca tān / tathā guḍūcyā homena pāyasena tilena ca

Mit dreifachem, mit den 'drei Süßen' benetztem Dūrvā-Gras besiegt man durch das Feueropfer jene [Feinde]; ebenso durch das Feueropfer mit Guḍūcī, mit Milchreis und mit Sesam -

Wort für Wort
dūrvātrikaiḥ trimadhvaktaiḥ
mit dreifachem, mit den drei Süßen benetztem Dūrvā-Gras
havanāt tu jayet ca tān
besiegt man durch das Feueropfer jene
tathā guḍūcyā homena
ebenso durch das Feueropfer mit Guḍūcī
pāyasena tilena ca
mit Milchreis und mit Sesam

śrīkhaṇḍapaṅkakarpūramilitaiḥ śatapatrakaiḥ / havanācchriyamāpnoti yāvadanvayagā bhavet

mit Śrīkhaṇḍa(Sandelholz)-Paste und Kampfer vermischten Lotusblüten erlangt man durch das Feueropfer Reichtum, solange dieser der [eigenen] Nachkommenschaft zuteilwird.

Wort für Wort
śrīkhaṇḍapaṅkakarpūra­militaiḥ śatapatrakaiḥ
mit Sandelholz-Paste und Kampfer vermischten Lotusblüten
havanāt śriyam āpnoti
erlangt man durch das Feueropfer Reichtum
yāvat anvayagā bhavet
solange er der Nachkommenschaft zuteilwird

kuṅkumaṃ himatoyena piṣṭvā karpūrasaṃyutam / tatpaṅka mardditairhemātkahlārairvikacaiḥ sumaiḥ

Safran, mit kaltem Wasser zerrieben, mit Kampfer versehen - mit jener Paste bestrichenen, im Feuer dargebrachten, aufgeblühten Kahlāra-Blüten -

Wort für Wort
kuṅkumaṃ himatoyena piṣṭvā
Safran mit kaltem Wasser zerrieben
karpūrasaṃyutam
mit Kampfer versehen
tatpaṅka mardditaiḥ hemāt
mit jener Paste bestrichen, im Feuer dargebracht
kahlāraiḥ vikacaiḥ sumaiḥ
mit aufgeblühten Kahlāra-Blüten

rājakalpaḥ śriyā bhūyājjīvedvarṣaśataṃ bhuvi / niḥsapatno nirātaṅko nirdrando nirmalāśayaḥ

wird man königsgleich an Reichtum und lebt hundert Jahre auf Erden, ohne Rivalen, frei von Krankheit, frei von Gegensatzpaaren, mit reinem Sinn.

Wort für Wort
rājakalpaḥ śriyā bhūyāt
möge man königsgleich an Reichtum werden
jīvet varṣaśataṃ bhuvi
man lebt hundert Jahre auf Erden
niḥsapatno nirātaṅkaḥ
ohne Rivalen, frei von Krankheit
nirdrando nirmalāśayaḥ
frei von Gegensatzpaaren, mit reinem Sinn

ikṣukāṇḍasya śakalairhavanādvastramāpnuyāt / tathaiva karavīrotthaiḥ prasūnairaruṇaiḥ sitaiḥ

Mit Zuckerrohrstängel-Stücken erlangt man durch Feueropfer Kleidung; ebenso mit von Oleander entstandenen roten und weißen Blüten -

Wort für Wort
ikṣukāṇḍasya śakalaiḥ
mit Zuckerrohrstängel-Stücken
havanāt vastram āpnuyāt
erlangt man durch Feueropfer Kleidung
tathā eva karavīrotthaiḥ
ebenso mit von Oleander entstandenen
prasūnaiḥ aruṇaiḥ sitaiḥ
roten und weißen Blüten

kṣaudrāktaiḥ pāṭalāpuṣpairhavanādvaśayedvadhūḥ / tathaiva paṅkajairhemādrūpājīvāṃ vaśaṃ nayet

mit honigbenetzten Pāṭalā-Blüten unterwerfe man durch Feueropfer eine Braut/Frau; ebenso bringe man mit Lotusblüten, im Feuer dargebracht, eine Kurtisane in seine Gewalt.

Wort für Wort
kṣaudrāktaiḥ pāṭalāpuṣpaiḥ
mit honigbenetzten Pāṭalā-Blüten
havanāt vaśayet vadhūḥ
unterwerfe man durch Feueropfer eine Frau
tathā eva paṅkajaiḥ hemāt
ebenso mit Lotusblüten, im Feuer dargebracht
rūpājīvāṃ vaśaṃ nayet
bringe man eine Kurtisane in seine Gewalt

sarūpavatsāsitagokṣīrāktasitahomataḥ / labhate 'nupamāṃ lakṣmīmapi pāpiṣṭhacetanaḥ

Durch das Feueropfer mit weißen [Blüten], benetzt mit der Milch einer weißen Kuh mit gleichfarbigem Kalb, erlangt selbst der von übelstem Sinn unvergleichlichen Reichtum.

Wort für Wort
sarūpavatsā­sitagokṣīrāktasitahomataḥ
durch das Feueropfer mit weißen, mit der Milch einer weißen Kuh mit gleichfarbigem Kalb benetzten [Blüten]
labhate anupamāṃ lakṣmīm
erlangt unvergleichlichen Reichtum
api pāpiṣṭhacetanaḥ
sogar der von übelstem Sinn

sauvīrāktaistu kārpāsabījastatkālahomataḥ / arddhendukuṇḍe niyataṃ vaśagā ripavo mune

Mit Sauvīra-benetzten Baumwollsamen, durch das Feueropfer zur [entsprechenden] Zeit, in einer halbmondförmigen Feuergrube, werden die Feinde gewiss, o Weiser, botmäßig.

Wort für Wort
sauvīrāktaiḥ tu kārpāsabījaiḥ
mit Sauvīra-benetzten Baumwollsamen aber
tatkālahomataḥ
durch das Feueropfer zur entsprechenden Zeit
arddhendukuṇḍe niyatam
in einer halbmondförmigen Feuergrube, gewiss
vaśagā ripavo mune
werden die Feinde botmäßig, o Weiser

ariṣṭapatraistadbījaistadvahnau taistathā hutaiḥ / mṛtyubījairnimbatailasiktairhemānnihṝnti tān

Mit Ariṣṭa(Nimbaum)-Blättern und dessen Samen, in dessen Feuer damit ebenso dargebracht, mit 'Todes-Samen', in Nimbaumöl getränkt, im Feuer dargebracht, vernichtet man jene [Feinde].

Wort für Wort
ariṣṭapatraiḥ tadbījaiḥ
mit Ariṣṭa-Blättern und dessen Samen
tadvahnau taiḥ tathā hutaiḥ
in dessen Feuer damit ebenso dargebracht
mṛtyubījaiḥ nimbatailasiktaiḥ
mit Todes-Samen, in Nimbaumöl getränkt
hemāt nihṛnti tān
im Feuer dargebracht vernichtet man jene

rogārtāṃsturagāṃstadvatpañcagavyairhutairdhruvam / akṣabījaistu tailāktairhemaḥ sarvavināśanaḥ

Ebenso macht man Pferde krank durch die dargebrachten 'Fünf Kuh-Produkte' gewiss; mit ölbenetzten Akṣa[-Samen], im Feuer dargebracht, [entsteht] allgemeine Vernichtung.

Wort für Wort
rogārtān turagān tadvat
krank [macht man] Pferde ebenso
pañcagavyaiḥ hutaiḥ dhruvam
durch die dargebrachten Fünf Kuh-Produkte gewiss
akṣabījaiḥ tu tailāktaiḥ
mit ölbenetzten Akṣa-Samen aber
hemaḥ sarvavināśanaḥ
im Feuer dargebracht, allgemeine Vernichtung

karañjabījaiḥ saṃsiktairhemādvairī piśācavān / tathaivākṣatarūdbhūtapañcāṅgahavanādapi

Mit getränkten Karañja-Samen, im Feuer dargebracht, wird der Feind von Piśāca-Dämonen befallen; ebenso auch durch das Feueropfer mit den fünf Teilen des vom Akṣa-Baum Entstandenen -

Wort für Wort
karañjabījaiḥ saṃsiktaiḥ
mit getränkten Karañja-Samen
hemāt vairī piśācavān
im Feuer dargebracht wird der Feind von Piśāca-Dämonen befallen
tathā eva akṣatarūdbhūta­pañcāṅgahavanāt api
ebenso auch durch das Feueropfer mit den fünf Teilen des Akṣa-Baumes

niṃbatailānvitairakṣadrumabījaistu homataḥ / taddine syādapasmārī vairī bhavati niścitam

mit Nimbaumöl versehenen Samen des Akṣa-Baumes, durch das Feueropfer, wird der Feind an jenem Tag gewiss epilepsiekrank.

Wort für Wort
niṃbatailānvitaiḥ
mit Nimbaumöl versehenen
akṣadrumabījaiḥ tu homataḥ
Samen des Akṣa-Baumes, durch das Feueropfer
taddine syāt apasmārī
an jenem Tag wird [der Feind] epilepsiekrank
vairī bhavati niścitam
der Feind, gewiss

arāterjanmanakṣatravṛkṣendhanagate 'nale / tadyonipiśitaistaiśca havanānmṛtyukṛdripoḥ

Im Feuer, entfacht mit dem Brennholz des dem Geburtsgestirn des Feindes entsprechenden Baumes, mit dessen [dem entsprechenden Tier] zugehörigem Fleisch dargebracht, bewirkt dies durch das Feueropfer den Tod des Feindes.

Wort für Wort
arāteḥ janmanakṣatra­vṛkṣendhanagate anale
im mit dem Brennholz des dem Geburtsgestirn des Feindes entsprechenden Baumes entfachten Feuer
tadyonipiśitaiḥ taiḥ ca
mit dessen [Nakṣatra-]Ursprungstier zugehörigem Fleisch
havanāt mṛtyukṛt ripoḥ
bewirkt das Feueropfer den Tod des Feindes

padmākṣabījaiḥ sarṣapatailāktairhavanāttathā / jāyante vairiṇaḥ kuṣṭharogā dehavilopakāḥ

Mit Lotussamen, benetzt mit Senf[-Korn] und Öl, entstehen durch das Feueropfer ebenso beim Feind lepröse Krankheiten, die den Körper zerstören.

Wort für Wort
padmākṣabījaiḥ
mit Lotussamen
sarṣapatailāktaiḥ havanāt tathā
mit Senf und Öl benetzt, durch das Feueropfer ebenso
jāyante vairiṇaḥ
entstehen beim Feind
kuṣṭharogā dehavilopakāḥ
lepröse, den Körper zerstörende Krankheiten

maricaiḥ sarṣapairhemāttailāktairmadhyarājake / dāhajvareṇa grastaḥ syādarātistaddine dhruvam

Mit Pfeffer, Senfkörnern, ölbenetzt, im Feuer dargebracht, zur Mittagszeit [?], wird der Feind an jenem Tag gewiss von brennendem Fieber ergriffen.

Wort für Wort
maricaiḥ sarṣapaiḥ hemāt
mit Pfeffer, Senfkörnern, im Feuer dargebracht
tailāktaiḥ madhyarājake[?]
ölbenetzt, zur Mittagszeit[?]
dāhajvareṇa grastaḥ syāt
wird von brennendem Fieber ergriffen
arātiḥ taddine dhruvam
der Feind, an jenem Tag, gewiss

'madhyarājake' unklar, versuchsweise als 'zur Mittagszeit' gedeutet; mit [?] vermerkt.

evaṃ nigrahahomeṣu svarakṣāyai tathānvaham / snigdhaiḥ saṃprāptasadvidyairjapahomādi kārayet

So bewirke man bei den 'Bezwingungs-Feueropfern', zum eigenen Schutz, ebenso täglich, mit wohlgesinnten, das rechte Mantra erlangt habenden [Priestern], Japa, Homa u.a.

Wort für Wort
evaṃ nigrahahomeṣu
so bei den Bezwingungs-Feueropfern
svarakṣāyai tathā anvaham
zum eigenen Schutz ebenso täglich
snigdhaiḥ saṃprāptasadvidyaiḥ
mit wohlgesinnten, das rechte Mantra erlangt habenden [Priestern]
japahomādi kārayet
lasse man Japa, Homa u.a. ausführen

mṛtyuñjayena vā tattatprayogasthābhireva vā / vidyābhiranyathāsiddhamantramasyāśu nāśayet

Oder mit [dem Mantra des] Mṛtyuñjaya, oder eben mit den jeweils bei der Anwendung befindlichen Mantras - so zerstöre man rasch das andernfalls [gegen einen gerichtete] vollendete Mantra dieses [Feindes].

Wort für Wort
mṛtyuñjayena vā
oder mit [dem Mantra des] Mṛtyuñjaya
tattatprayogasthābhiḥ eva vā
oder eben mit den jeweils bei der Anwendung befindlichen [Mantras]
vidyābhiḥ anyathāsiddhamantram
mit den Mantras das andernfalls vollendete Mantra
asya āśu nāśayet
dieses [Feindes] zerstöre man rasch

lakṣatrayaṃ kṛte proktaṃ tretāyāṃ dviguṇaṃ tathā / dvāpare triguṇaṃ proktaṃ kalautattu caturguṇam

Im Kṛta[-Zeitalter] wird [eine Japa-Zahl von] drei Lakh genannt, im Tretā[-Zeitalter] ebenso das Doppelte, im Dvāpara wird das Dreifache genannt, im Kali[-Zeitalter] aber das Vierfache davon.

Wort für Wort
lakṣatrayaṃ kṛte proktam
drei Lakh wird im Kṛta-Zeitalter genannt
tretāyāṃ dviguṇaṃ tathā
im Tretā-Zeitalter ebenso das Doppelte
dvāpare triguṇaṃ proktam
im Dvāpara wird das Dreifache genannt
kalau tat tu caturguṇam
im Kali[-Zeitalter] aber das Vierfache davon

daśāṃśaṃ havanaṃ kāryaṃ tarpaṇaṃ taddaśāṃśataḥ / taddaśāṃśaṃ mārjanaṃ syāddaśāṃśaṃ dvijabhojanam

Ein Zehntel [davon] soll als Feueropfer ausgeführt werden, ein Zehntel davon wiederum als Tarpaṇa; ein Zehntel davon soll die [rituelle] Besprengung sein, ein Zehntel die Speisung von Brahmanen.

Wort für Wort
daśāṃśaṃ havanaṃ kāryam
ein Zehntel soll als Feueropfer ausgeführt werden
tarpaṇaṃ taddaśāṃśataḥ
ein Zehntel davon als Tarpaṇa
taddaśāṃśaṃ mārjanaṃ syāt
ein Zehntel davon soll die Besprengung sein
daśāṃśaṃ dvijabhojanam
ein Zehntel die Speisung von Brahmanen

evaṃ krameṇa sarvāsāṃ yā yā saṃkhyā japasya sā / kāryā siddhyai tu vidyāyāstataḥ kuryātprayogakān

So, der Reihe nach, ist für alle [Nityā-Mantras] jeweils diese Zahl des Japa zur Vollendung des Mantras auszuführen; danach führe man die [rituellen] Anwendungen aus.

Wort für Wort
evaṃ krameṇa sarvāsām
so der Reihe nach für alle
yā yā saṃkhyā japasya sā
welche Zahl des Japa jeweils [gilt]
kāryā siddhyai tu vidyāyāḥ
ist zur Vollendung des Mantras auszuführen
tataḥ kuryāt prayogakān
danach führe man die Anwendungen aus

dviguṇo hi japaḥ kāryaḥ kāmeśvaryā munīśvara / siddhe mantre prayogāṃstu vidadhīta yathā tathā

Das Doppelte [der Grundzahl] nämlich ist als Japa für Kāmeśvarī auszuführen, o Fürst der Weisen; wenn das Mantra vollendet ist, führe man die [rituellen] Anwendungen ganz nach Belieben aus.

Wort für Wort
dviguṇo hi japaḥ kāryaḥ
das Doppelte nämlich ist als Japa auszuführen
kāmeśvaryā munīśvara
für Kāmeśvarī, o Fürst der Weisen
siddhe mantre prayogān tu
wenn das Mantra vollendet ist, die Anwendungen aber
vidadhīta yathā tathā
führe man ganz nach Belieben aus

japo lakṣaṃ samākhyāto homādistaddhaśāṃśataḥ / kartavyo bhagamālāyā vidyāsiddhyaimunīśvara

Ein Lakh wird als Japa[-Zahl] für [die Göttin] Bhagamālā genannt, das Feueropfer u.a. ist ein Zehntel davon auszuführen, o Fürst der Weisen, zur Vollendung [ihres] Mantras.

Wort für Wort
japo lakṣaṃ samākhyātaḥ
der Japa wird mit einem Lakh angegeben
homādiḥ taddaśāṃśataḥ
das Feueropfer u.a. mit einem Zehntel davon
kartavyo bhagamālāyā
ist auszuführen, für Bhagamālā
vidyāsiddhyai munīśvara
zur Vollendung des Mantras, o Fürst der Weisen

nityaklinnājapaḥ prokto lakṣaṃ homo haśāṃśataḥ / kāryaḥ siddhyai tu vidyāyāḥ prayogānsādhayettataḥ

Für [die Göttin] Nityaklinnā wird [gleichfalls] ein Lakh als Japa genannt, das Feueropfer ist ein Zehntel davon auszuführen, zur Vollendung des Mantras; danach führe man die Anwendungen aus.

Wort für Wort
nityaklinnājapaḥ proktaḥ lakṣam
für Nityaklinnā wird der Japa mit einem Lakh genannt
homo daśāṃśataḥ kāryaḥ
das Feueropfer ein Zehntel davon auszuführen
siddhyai tu vidyāyāḥ
zur Vollendung des Mantras
prayogān sādhayet tataḥ
danach führe man die Anwendungen aus

tato maunī payobhakṣaḥ prajapennavalakṣakam / bheruḍāmantramuktaṃ tu śeṣaṃ kuryātprayatnataḥ

Danach rezitiere man, schweigend, sich nur von Milch ernährend, neun Lakh; für das Bheruḍā-Mantra ist das übrige [Ritual] eifrig auszuführen.

Wort für Wort
tato maunī payobhakṣaḥ
danach, schweigend, sich nur von Milch ernährend
prajapet navalakṣakam
rezitiere man neun Lakh
bheruḍāmantram uktaṃ tu
für das genannte Bheruḍā-Mantra aber
śeṣaṃ kuryāt prayatnataḥ
ist das Übrige eifrig auszuführen

lakṣatrayaṃ japo vahnivāsinyāḥ samudīritaḥ / anyatsarvaṃ purāvacca kāryyaṃ sādhakasattamaiḥ

Drei Lakh wird als Japa für [die Göttin] Vahnivāsinī verkündet; alles Übrige ist von den besten Sādhakas wie zuvor auszuführen.

Wort für Wort
lakṣatrayaṃ japo vahnivāsinyāḥ
drei Lakh der Japa für Vahnivāsinī
samudīritaḥ
wird verkündet
anyat sarvaṃ purāvat ca
alles Übrige wie zuvor
kāryaṃ sādhakasattamaiḥ
ist von den besten Sādhakas auszuführen

mahāvajreśvarīvidyājapo lakṣatrayo mataḥ / havanādi daśāṃśena kāryaṃ proktakrameṇa hi

Für das Mantra der Mahāvajreśvarī wird der Japa mit drei Lakh angesetzt; Feueropfer u.a. ist mit einem Zehntel davon, nach der genannten Reihenfolge, auszuführen.

Wort für Wort
mahāvajreśvarīvidyājapaḥ
der Japa des Mantras der Mahāvajreśvarī
lakṣatrayo mataḥ
wird mit drei Lakh angesetzt
havanādi daśāṃśena kāryam
Feueropfer u.a. mit einem Zehntel davon auszuführen
proktakrameṇa hi
nach der genannten Reihenfolge

atandrito japellakṣamitaṃ dūtīmanuṃ mune / taddaśāṃśakrameṇaiva homādiḥ proktamārgataḥ

Unermüdlich rezitiere man ein Lakh [als Maß] für das Dūtī-Mantra, o Weiser; nach dem Verfahren eines Zehntels davon erfolgt das Feueropfer u.a., nach dem genannten Weg.

Wort für Wort
atandrito japet lakṣamitam
unermüdlich rezitiere man, mit dem Maß von einem Lakh
dūtīmanuṃ mune
für das Dūtī-Mantra, o Weiser
taddaśāṃśakrameṇa eva
eben nach dem Verfahren eines Zehntels davon
homādiḥ proktamārgataḥ
das Feueropfer u.a., nach dem genannten Weg

tvaritāṃ prajapellakṣapramitāṃ taddaśāṃśataḥ / kṛtvā homādikaṃ sarvaṃ vidyāsiddhiyaimunīśvara

Für [die Göttin] Tvaritā rezitiere man, bemessen mit einem Lakh; nach einem Zehntel davon führe man alles Feueropfer u.a. aus, zur Vollendung des Mantras, o Fürst der Weisen.

Wort für Wort
tvaritāṃ prajapet lakṣapramitām
für Tvaritā rezitiere man, mit einem Lakh bemessen
taddaśāṃśataḥ kṛtvā
nach einem Zehntel davon ausführend
homādikaṃ sarvam
alles Feueropfer u.a.
vidyāsiddhyai munīśvara
zur Vollendung des Mantras, o Fürst der Weisen

japo lakṣaṃ samākhyāto homādistaddaśāṃśataḥ / vidyāyāḥ kulasundaryāḥ kartavyo dvijasattama

Ein Lakh wird als Japa genannt, das Feueropfer u.a. ist ein Zehntel davon auszuführen, für das Mantra der Kulasundarī, o bester der Brahmanen.

Wort für Wort
japo lakṣaṃ samākhyātaḥ
der Japa wird mit einem Lakh angegeben
homādiḥ taddaśāṃśataḥ
das Feueropfer u.a. ein Zehntel davon
vidyāyāḥ kulasundaryāḥ
für das Mantra der Kulasundarī
kartavyo dvijasattama
auszuführen, o bester der Brahmanen

nityānityājapo vipratrilakṣapramito mataḥ / homādistaddaśāṃśena proktaḥ proktavidhānataḥ

Für [die Göttin] Nityā-Nityā, o Brahmane, wird der Japa mit drei Lakh bemessen angesetzt; das Feueropfer u.a. wird mit einem Zehntel davon, nach der genannten Vorschrift, gelehrt.

Wort für Wort
nityānityājapo vipra
der Japa für Nityā-Nityā, o Brahmane
trilakṣapramito mataḥ
wird mit drei Lakh bemessen angesetzt
homādiḥ taddaśāṃśena
das Feueropfer u.a. mit einem Zehntel davon
proktaḥ proktavidhānataḥ
wird gelehrt, nach der genannten Vorschrift

tripañcāśallakṣamukto niyamena munīśvara / japo nityapatākāyā homādistaddaśāṃśataḥ

Dreiundfünfzig Lakh wird nach der Regel, o Fürst der Weisen, als Japa für [die Göttin] Nityapatākā erklärt; das Feueropfer u.a. [erfolgt] mit einem Zehntel davon.

Wort für Wort
tripañcāśallakṣamuktaḥ
als dreiundfünfzig Lakh erklärt
niyamena munīśvara
nach der Regel, o Fürst der Weisen
japo nityapatākāyāḥ
der Japa für Nityapatākā
homādiḥ taddaśāṃśataḥ
das Feueropfer u.a. mit einem Zehntel davon

vijayāyā jayaḥ prokto lakṣamānena nārada / anyatpūrvavadākhyātaṃ vidyāsiddhyai tu sādhanam

Für [die Göttin] Vijayā wird der 'Sieg' (Japa) mit dem Maß von einem Lakh verkündet, o Nārada; alles Übrige, die Ausübung zur Vollendung des Mantras, ist wie zuvor erklärt.

Wort für Wort
vijayāyā jayaḥ proktaḥ
für Vijayā wird der 'Sieg' [Japa] verkündet
lakṣamānena nārada
mit dem Maß von einem Lakh, o Nārada
anyat pūrvavat ākhyātam
alles Übrige ist wie zuvor erklärt
vidyāsiddhyai tu sādhanam
die Ausübung zur Vollendung des Mantras aber

dantalakṣapramāṇena sarvamaṅgālikāṃ japet / taddaśāṃśakrameṇaiva homādi samudīritam

Mit dem Maß von 'Zahn-Lakh' (32 Lakh, nach der Zahl der Zähne) rezitiere man für [die Göttin] Sarvamaṅgalikā; nach dem Verfahren eines Zehntels davon wird das Feueropfer u.a. verkündet.

Wort für Wort
dantalakṣapramāṇena
mit dem Maß von 'Zahn-Lakh' (32 Lakh)
sarvamaṅgālikāṃ japet
rezitiere man für Sarvamaṅgalikā
taddaśāṃśakrameṇa eva
eben nach dem Verfahren eines Zehntels davon
homādi samudīritam
wird das Feueropfer u.a. verkündet

'danta' (32 Zähne) als traditionelle Zahlsymbolik für 32; 'dantalakṣa' somit '32 Lakh'.

aṣṭalakṣaṃ haviṣyāśī jvālāmālinikāṃ japet / homādistaddaśāṃśena proktadravyaiḥ samīritaḥ

Acht Lakh rezitiere man, sich von geweihter Opferspeise ernährend, für [die Göttin] Jvālāmālinī; das Feueropfer u.a. wird mit einem Zehntel davon, mit den genannten Substanzen, verkündet.

Wort für Wort
aṣṭalakṣaṃ haviṣyāśī
acht Lakh, sich von Opferspeise ernährend
jvālāmālinikāṃ japet
rezitiere man für Jvālāmālinī
homādiḥ taddaśāṃśena
das Feueropfer u.a. mit einem Zehntel davon
proktadravyaiḥ samīritaḥ
mit den genannten Substanzen wird verkündet

citrāyā bhūpalakṣaṃ tu japo homādikastataḥ / proktena vidhinā kāryo vidyāsiddhyai munīśvara

Für [die Göttin] Citrā [beträgt] der Japa 'Erd-Lakh' [?]; das Feueropfer u.a. ist danach nach der genannten Vorschrift auszuführen, zur Vollendung des Mantras, o Fürst der Weisen.

Wort für Wort
citrāyā bhūpalakṣaṃ[?] tu
für Citrā aber 'Erd-Lakh'[?]
japo homādikaḥ tataḥ
der Japa, das Feueropfer u.a. danach
proktena vidhinā kāryaḥ
ist nach der genannten Vorschrift auszuführen
vidyāsiddhyai munīśvara
zur Vollendung des Mantras, o Fürst der Weisen

'bhūpalakṣam' unklar (wörtl. evtl. 'König-der-Erde-Lakh' oder 'Erd-Lakh', Zahlensymbolik unsicher); mit [?] vermerkt.

etatsaṃkṣepataḥ proktaṃ nityāpaṭalamādita / jñātavyaṃ sarvamevātra yantrasādhanapūrvakam

Dies wurde in Kürze verkündet - das Kapitel über die Nityās, von Anfang an; hierbei ist alles zu verstehen unter vorausgehender Herstellung des Yantra (rituellen Diagramms).

Wort für Wort
etat saṃkṣepataḥ proktam
dies wurde in Kürze verkündet
nityāpaṭalam āditaḥ
das Kapitel der Nityās, von Anfang an
jñātavyaṃ sarvam eva atra
hierbei ist alles zu verstehen
yantrasādhanapūrvakam
unter vorausgehender Herstellung des Yantra

Selbstbezeichnung des Kapitels als 'nityāpaṭalam' bestätigt die inhaltliche Grundlage des hier gewählten Kapiteltitels.

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