Kapitel 89: nityāpaṭalaḥ
Das Kapitel der Nityā-Göttinnen
Kapitel 89 (tritiyapada) behandelt tantrische Mantra-Sastra-Materie zur Verehrung der Lalita/der Nitya-Goettinnen: Zubereitung ritueller Trankopfer (asava), monats-/tithibezogene Bluetenopfer, kamya-Rituale (Wunschrituale) mit spezifischen Substanzen fuer diverse Siddhis (Yakshini-/Vetala-Bindung, Liebeszauber, Feindbezwingung/Krankheitszauber, Reichtum, Wissen etc.), sowie abschliessend die Japa-/Homa-Zahlen fuer die einzelnen Nitya-Goettinnen. Im Quelltext geht dem eigentlichen Vers 1 ein Kolophon voraus ('iti ... lalitastotra kavacasahasranamakathanam ... 89 //'), dessen Titelphrase inhaltlich nicht zu diesem (laut V238 selbst 'nityapatalam' genannten) Kapitel passt - vermutlich ein Verarbeitungsartefakt; Einzelheiten siehe Anmerkung zu V1. Mehrere Verse enthalten unklare/vermutlich korrumpierte Lesungen (u.a. V4, V6, V17, V19, V22, V26, V37, V39, V59, V70, V101, V104, V111, V115, V116, V118, V128, V139, V140, V146, V154, V157, V161, V168, V171, V173, V180, V210(context), V217, V237), die im jeweiligen sa-Feld unveraendert belassen und im de-/notes-Feld mit [?] gekennzeichnet sind.
athāto vipra nityānāṃ prayogādisamanvitam / paṭalaṃ te 'bhidhāsyāmi nityābhyarcanadīpakam
Nun also, oh Brahmane, will ich dir das Kapitel (paṭala) über die Nityās verkünden, versehen mit [ihrer rituellen] Anwendung (prayoga) und so weiter, die 'Leuchte' für die tägliche Verehrung der Nityās.
Wort für Wort
athāto vipra
nun also, oh Brahmane
nityānāṃ prayogādisamanvitam
über die Nityās, versehen mit [ihrer] Anwendung usw.
paṭalaṃ te 'bhidhāsyāmi
das Kapitel werde ich dir verkünden
nityābhyarcanadīpakam
die Leuchte der Verehrung der Nityās
Im Quelltext geht dem eigentlichen Vers 1 zusätzlich das Kolophon 'iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge bṛhadupākhyāne tṛtīyapāde lalitāstotra kavacasahasranāmakathanaṃ nāmaikonanavatitamo 'dhyāyāḥ // 89 //' sowie die Sprecherkennzeichnung 'sanatkumāra uvāca' voraus. Das Kolophon benennt zwar Kapitel 89, doch dessen Titelphrase ('Erzählung von Lalitās Stotra, Kavaca und Sahasranāma') passt inhaltlich nicht zu diesem Kapitel (das laut V238 selbst 'nityāpaṭalam' heißt) - vermutlich ein Verarbeitungs-/Kopierartefakt aus einem benachbarten Kapitel. Beides wurde aus dem sa-Feld entfernt und hier dokumentiert. Sprecher des ganzen Kapitels ist demnach Sanatkumāra (zu Nārada sprechend, vgl. V29 u.a.).
Ohne Rest wird die gesamte Welt als aus der Hṛllekhā (der Silbe HRĪM) bestehend bezeichnet; deren Bedeutung aber wird in allen Tantras verborgen gelehrt.
Durch [den dem] Raum[-Element entsprechenden Laut, ha, entsteht] das Erscheinen (Leuchten); durch [den dem] Feuer [entsprechenden Laut, ra, das] Verschlingen. Von beiden ist der Ī-Laut die reflektierende Bewusstheit (vimarśa); durch den Bindu [geschieht] deren Vollendung [?].
Wort für Wort
vyomnā prakāśamānatvam
durch den Raum(-Laut) das Erscheinen, Leuchten
grasamānatvam agninā
das Verschlingen, durch das Feuer(-Laut)
tayoḥ vimarśaḥ īkāraḥ
von beiden [ist] die reflektierende Bewusstheit der Ī-Laut
bindunā tanniphaālanam[?]
durch den Bindu deren Vollendung[?]
'tanniphaālanam' ist im Quelltext unklar/verderbt (vermutlich für 'tanniṣpādanam' o.ä., 'deren Vollendung/Bewirkung'); mit [?] gekennzeichnet.
In Piṇḍa- und Kartarī-Form werden [Mantras] 'Bīja' (Samen-Mantra) genannt; der Reihe nach [gibt es auch] die als 'Mālā' (Kranz) bezeichneten Mantras: einsilbige (ekārṇa), zweisilbige (dvyarṇa) und 'den drei Himmelsrichtungen zugewandte' [Mantras] (tridiṅmukhārṇaka).
Wort für Wort
piṇḍakartari bījākhyāḥ mantrāḥ
in Piṇḍa- und Kartarī-Form 'Bīja' genannte Mantras
mālābhidhāḥ kramāt
der Reihe nach die 'Mālā' genannten [Mantras]
ekārṇavantaḥ dvyarṇāḥ ca
einsilbige und zweisilbige
tridiṅmukhārṇakāḥ
'den drei Richtungen zugewandte' [mehrsilbige Mantras]
'piṇḍa' und 'kartari' sind technische Termini der Mantra-Śāstra für bestimmte Kombinationsformen von Bīja-Silben; Übersetzung sinngemäß, Einzelheiten unsicher [?].
Die aus der [mantrischen] Drehung/Umwandlung (vṛtti) entstandenen Silben (arṇa) schreibe man mit Zahlen (aṅka) gemäß der Verbindung in umgekehrter Reihenfolge (vyatyastakrama); durch diese möge man bei den Zusammenstellungen (saṃdarbha) vollständig Unterscheidungen [?] bewirken.
Wort für Wort
vṛttijān arṇān likhet aṅkaiḥ
die aus der Drehung entstandenen Silben schreibe man mit Zahlen
vyatyastakramayogataḥ
gemäß der Verbindung in umgekehrter Reihenfolge
tair bhedayaḥ[?] janaṃ[?] kuryāt
dadurch möge man Unterscheidungen[?] bewirken[?]
saṃdarbhāṇām aśeṣataḥ
der Zusammenstellungen vollständig
'tairbhedayo janaṃ kuryāt' ist morphologisch unsicher (evtl. verderbt); mit [?] gekennzeichnet, sinngemäß als 'Unterscheidungen bewirken' wiedergegeben.
devyātmakaṃ samudayaṃ viśrāntiṃ ca śivātmakam / ubhayātmakamapyātmasvarūpaṃ taiśca bhāvayet
Die Entstehung (samudaya), die aus der Göttin besteht, und die Ruhe (viśrānti), die aus Śiva besteht, sowie das aus beiden bestehende [Prinzip], das die eigene wahre Natur (ātmasvarūpa) ist - dies alles möge man mittels jener [Laute] meditativ verwirklichen.
Wort für Wort
devyātmakaṃ samudayam
die aus der Göttin bestehende Entstehung
viśrāntiṃ ca śivātmakam
und die aus Śiva bestehende Ruhe
ubhayātmakam api ātmasvarūpam
auch das aus beiden bestehende, [das] die eigene wahre Natur [ist]
Und mit der Zeit [erlangt man] ein anderes [Prinzip], das sicher die Bedrängnis des Leids und [ihre] Eindrücke (vāsanā) vernichtet - bestehend aus dem höchsten Ich-Bewusstsein (parāhaṃtāmaya)[?], von aller Gestalt, die eigene [wahre] Form (ātmavigraha).
Wort für Wort
kālena anyat ca
und mit der Zeit ein anderes [Prinzip]
duḥkhārttivāsanānāśanaṃ dhruvam
das sicher die Bedrängnis des Leids und ihre Eindrücke vernichtet
parāhṝntāmayam[?] sarvasvarūpam
aus dem höchsten Ich-Sein[?] bestehend, von aller Gestalt
ca ātmavigraham
und die eigene [wahre] Form
'parāhṝntāmayam' ist unklar/verderbt; gedeutet als 'parāhaṃtāmayam' ('aus dem höchsten Ich-Sein bestehend'); mit [?] gekennzeichnet.
sadātmakaṃ sphuratākhyamaroṣopādhivarjitam / prakāśarūpamātmatve vastu tadbhāsate param
[Es ist] von der Natur des Seins (sat), 'das Erscheinende/Aufblitzende' (sphurat) genannt, frei von der Bedingtheit durch Zorn [u.ä.] (aroṣopādhi), von der Form des Leuchtens (prakāśa) im [eigenen] Selbst-Sein - jenes höchste Ding (vastu) erstrahlt.
Wort für Wort
sadātmakaṃ sphuratākhyam
von der Natur des Seins, 'das Erscheinende' genannt
Weil es sich also verhält, gibt es in der Welt keine Silbe (akṣara), die nicht Mantra wäre; sie wird auf jede Weise, von überall her, immer als 'Vidyā' (Wissens-Mantra) bezeichnet.
Wort für Wort
yataḥ evam ataḥ loke
weil es sich also verhält, deshalb gibt es in der Welt
vāsareṣu tu teṣvevaṃ sarvāpattārakaṃ bhavet / tadvidhānaṃ ca vakṣyāmi samyagāsavakalpanam
An jenen Tagen aber wird [dies] so zum Retter aus jeder Not; und ich werde die Vorschrift dazu verkünden, [nämlich] die rechte Zubereitung des Rauschtranks (āsava).
Gauḍī (Rohrzucker-Wein), Paiṣṭī (Mehl-/Reiswein) und ebenso Mādhvī (Honigwein) - so wird jener [Trank] als dreifach überliefert. Den Zucker (guḍa) werfe man in heißes Wasser, verrühre ihn gut und gieße [ihn dann] hinein.
Wort für Wort
gauḍī paiṣṭī tathā mādhvī
Gauḍī, Paiṣṭī und ebenso Mādhvī
iti evaṃ tattrividhaṃ smṛtam
so wird dies als dreifach überliefert
gatuḍam[?] uṣṇodake kṣiptvā
den Zucker[?] in heißes Wasser geworfen
samāloḍya vinikṣipet
gut verrührt gieße man hinein
'gatuḍam' vermutlich für 'guḍam' (Rohrzucker/Jaggery), mit überschüssiger Silbe 'ta'; mit [?] vermerkt.
In jenen gläsernen Krug [gebe man den] Blütenstaub der Dhātakī-Blume; [den Krug] in der Erde eingegraben, zu beiden Dämmerungen (Morgen- und Abenddämmerung) mit den Händen kräftig aufrührend.
Wort für Wort
ghaṭe kācamaye tasmin
in jenen gläsernen Krug
dhātakīsumanorajaḥ
Blütenstaub der Dhātakī-Blume
khātvā bhūmau
in der Erde eingegraben
saṃdhyayoḥ tu karaiḥ saṃkṣobhya bhūyasā
zu beiden Dämmerungen mit den Händen kräftig aufrührend
Wenn ein voller Monat vergangen ist, während jener [Blütenstaub] darin eingetaucht [und der Ansatz] flüssig [geworden ist], reinige man [ihn] und verehre [die Göttin] damit - das ist die Gauḍī, [entstanden] durch die Verbindung mit Zucker.
Wort für Wort
māsamātre gate
wenn ein voller Monat vergangen ist
tasmin nimagne rajasi drutam
während jener Blütenstaub darin eingetaucht, [der Ansatz] flüssig [ist]
So [entsteht] durch Verbindung mit Honig die Mādhvī. Höre, Lieber, [nun über] die Paiṣṭī: In der zweieinhalbfachen [Menge] Wasser koche man langsam Reiskörner.
Wenn jener [Reis] drei Tage gestanden hat, werfe man den Staub der Sprossen der Āmalakī-[Frucht] (dhātrī) hinein; nachdem man ihn einen Tag lang dem Wind ausgesetzt hat, stelle man ihn dann an einen windgeschützten Ort.
Danach, mit Wasser vermischt [und] durchgeseiht, [ist es] der 'Paiṣṭika-Met'. Der Met (madhu) wird zweifach hergestellt: baum-entstandener (vṛkṣaja) und frucht-entstandener (phalaja).
Wort für Wort
udakaiḥ lilitaṃ[?]
mit Wasser vermischt[?]
paścāt galitaṃ paiṣṭikaṃ madhu
danach durchgeseiht [ist es] der Paiṣṭika-Met
vṛkṣajaṃ phalajaṃ ca iti
baum-entstandener und frucht-entstandener
dvividhaṃ kriyate madhu
wird der Met zweifach hergestellt
'lilitaṃ' unklar, evtl. für 'lolitam' ('vermischt/geschüttelt'); mit [?] vermerkt.
Höre nun dessen Herstellung, durch dessen Genuss (āsvāda) Auflösung des Geistes (manolaya) [eintritt]: Weintraube (mṛdvīkā) oder Dattelfrucht (kharjūraphala), oder auch [deren] Blüte -
Wort für Wort
tannirmāṇaṃ śṛṇuṣva adya
höre nun dessen Herstellung
yadāsvādān manolayaḥ
durch dessen Genuss Auflösung des Geistes [eintritt]
[Diese], in das Wasser der Madhūka[-Blüte] geworfen, gekocht [und] bis zur Hälfte übrig gelassen [?], mit einer Spur von zuvor bereitetem Rauschtrank vermischt, für zwei Tage [stehen gelassen].
Wort für Wort
madhūkasya ambhasi kṣiptvā
in das Wasser der Madhūka-Blüte geworfen
śṛtam[?] ardhāvaśeṣitam[?]
gekocht[?], zur Hälfte übriggelassen[?]
prāksṛtāsavaleśena militam
mit einer Spur zuvor bereiteten Rauschtranks vermischt
divasadvayāt
für/nach zwei Tagen
'śatṛmarddhāvaśeṣitam' unklar/verderbt, gedeutet als 'śṛtam ardhāvaśeṣitam' ('gekocht, zur Hälfte übriggelassen'); mit [?] vermerkt.
Durchgeseiht [ist es] wohlschmeckend, verehrungswürdig, geistlösend wirkend, heilvoll. Der 'baum-entstandene' [Met] aber [stammt] von der Kokospalme (nālikera), oder von der Hintāla-Palme, oder von der Palmyrapalme (tāla).
Die aus dem Fruchtstiel ausgetretene 'Milch' (Saft), sogleich entnommen, wird zum Rasa-Bringer; bei der Kokosnuss, wenn im in der Frucht befindlichen Wasser [Zucker,] verbunden mit 'dem Mond' (Kampfer) [ist] -
Wort für Wort
phalakāṇḍāt snutaṃ dugdham
die aus dem Fruchtstiel ausgetretene 'Milch'
nītaṃ sadyaḥ rasāvaham
sogleich entnommen, Rasa-bringend gemacht
nālikeraphalāntasthasalile
im im Inneren der Kokosnussfrucht befindlichen Wasser
śaśinā yute
wenn [es] mit 'dem Mond' (Kampfer) verbunden [ist]
Verse 21/22 sind syntaktisch stark verkürzt/eliptisch (Herstellungsnotizen); Übersetzung sinngemäß, Einzelheiten mit [?] behaftet.
arddhapūgaphalotthaṃ tu ramaṃ saṃkṣipya tāpayet / ātape sadya evaitadāsavaṃ devatāpriyām
Den aus der halbreifen Areka-Nuss-Frucht entstandenen Saft [?] aber gieße man zusammen und erhitze ihn in der Sonnenhitze - sogleich [wird] dies zum Rauschtrank, der der Göttin lieb ist.
Wort für Wort
arddhapūgaphalotthaṃ tu ramam[?]
den aus der halbreifen Areka-Frucht entstandenen Saft[?] aber
saṃkṣipya tāpayet
zusammengießend erhitze man
ātape sadya eva
in der Sonnenhitze, sogleich
etat āsavaṃ devatāpriyām
wird dies zum der Göttin lieben Rauschtrank
'ramam' vermutlich für 'rasam' (Saft); mit [?] vermerkt.
Mit diesen genannten Rauschtränken bringe man die Ehrengabe (arghya) der Göttin dar; nachdem man [dies] mit/durch die Götter[-Mantras geweiht] hergestellt hat, gebe man dann sogleich beides zu dessen Gelingen.
Wort für Wort
āsavaiḥ ebhiḥ uditaiḥ
mit diesen genannten Rauschtränken
ardhyaṃ devyai nivedayet
bringe man der Göttin die Ehrengabe dar
devaiḥ kṛtvā tataḥ sadyaḥ
damit durch/mit den Göttern hergestellt, dann sogleich
sādhako niyatāhāraḥ samādhisthaḥ pibetsadā / na kadācitpibotsiddho devyarthamaniveditam
Der Sādhaka, mit geregelter Nahrung, in Versenkung (samādhi) verweilend, trinke stets [davon]; niemals trinke der [bereits] Vollendete (siddha) [etwas], das nicht der Göttin dargebracht wurde.
devatāguruśiṣṭānyaṃ pibannāsavamāśayā / pātakī rājadaṇḍyaśca rikthopāsaka eva
Wer den von Gottheit und Guru übriggelassenen Rauschtrank [darüber hinaus] aus [bloßer] Begierde trinkt, ist ein Sünder, der königlichen Strafe würdig, und nur ein Verehrer des Wertlosen [?].
Wort für Wort
devatāguruśiṣṭa anyam
das von Gottheit und Guru übriggelassene, ein anderes [zusätzlich]
pibat āsavam āśayā
trinkend den Rauschtrank aus Begierde
pātakī rājadaṇḍyaḥ ca
[ist er] ein Sünder und der königlichen Strafe würdig
rikthopāsakaḥ eva[?]
nur ein Verehrer des Wertlosen[?]
'rikthopāsaka' unklar; evtl. 'riktopāsaka' ('Verehrer des Leeren/Wertlosen', d.h. einer, der vergeblich verehrt); mit [?] vermerkt.
Für den [noch] zu Vollendenden und den [bereits] Übenden (sādhaka) wird dies nur als 'Wunsch-Ritual' (kāmya) erklärt; für den Vollendeten (siddha) aber wird es als [stets erlaubt] gelehrt, weil jener damit eins geworden ist.
Wort für Wort
sādhyasādhakayoḥ etat
für den zu Vollendenden und den Übenden dies
kāmyaḥ eva samīritam
wird nur als Wunsch-Ritual erklärt
siddhasya sarvadā proktam
für den Vollendeten wird es als stets [erlaubt] gelehrt
In der genannten Weise verehre man, und jene [Göttinnen] ebenfalls in der genannten Weise, der Reihe nach - mit [den üblichen] Ehrenerweisungen, mit Rauschtränken, mit Fisch und mit zubereitetem Fleisch.
Wort für Wort
pūjayet proktarūpaḥ tu
verehre man in der genannten Weise
proktarūpāḥ ca tāḥ kramāt
und jene [Göttinnen] in der genannten Weise, der Reihe nach
Nun werde ich die Wunsch-Verehrung (kāmyārcana) und auch die [rituellen] Anwendungen verkünden, o Nārada, durch deren Ausübung der Sādhaka gewiss die Vollendung erlangt.
Im Monat Caitra verehre man an dessen Vollmondtag mit Damanaka-Blüten das Liebesfest (madanotsava); im Monat Vaiśākha, an dessen Vollmondtag, verehre man mit goldenen Blüten.
Im Monat Jyaiṣṭha verehre man die Göttin mit Früchten - von Banane, Jackfrucht und Mango entstandenen; im Monat Āṣāḍha mit Sandelholz, Kardamom, Jasmin, Kaṅkola[-Pfeffer] und Safran.
Im Monat Śrāvaṇa verehre man nach der in den Āgamas gelehrten Vorschrift mit Pavitraka[-Fäden]; im Monat Prauṣṭhapada verehre man mit duftenden Blüten oder mit Ketakī-Blüten.
Wort für Wort
śrāvaṇyām āgamoktena vidhinā
im Śrāvaṇa nach der in den Āgamas gelehrten Vorschrift
Im Monat Āśvayuja [erfolgt die] Verehrung der [Göttin als] Jungfrau mit Schmuck, Kleidung, Reichtum und dergleichen; im Monat Kārtika mit Safran sowie nachts auch mit Scharen von Lampen.
sacandrairmārgaśīrṣyāṃ tu nālikerairapūpakaiḥ / pauṣyāṃ saśarkaraguḍairgavāṃ dugdhaiḥ samarcayet
Im Monat Mārgaśīrṣa [verehre man] mit Kampfer versehenen Kokosnüssen und Kuchen; im Monat Pauṣa verehre man mit Zucker und Melasse versehener Kuhmilch.
Wort für Wort
sacandraiḥ mārgaśīrṣyāṃ tu
im Mārgaśīrṣa aber mit kampferversehenen[?]
nālikeraiḥ apūpakaiḥ
Kokosnüssen und Kuchen
pauṣyāṃ saśarkaraguḍaiḥ
im Pauṣa mit Zucker und Melasse versehener
gavāṃ dugdhaiḥ samarcayet
Kuhmilch verehre man
'sacandraiḥ' hier als 'mit Kampfer (candra als Synonym) versehen' gedeutet; alternativ 'mondbeschienen'; mit [?] vermerkt.
Im Monat Māgha [verehre man] mit goldenen und silbernen Lotusblüten sowie mit rotem Lotus (saugandhika) u.a.; im Monat Phālguna mit verschiedenen Substanzen, Früchten und wohlriechenden Blüten.
Wort für Wort
svarṇaraupyaiḥ paṅkajaiḥ tu
mit goldenen und silbernen Lotusblüten aber
māghyāṃ saugandhikādibhiḥ
im Māgha mit rotem Lotus u.a.
phālgunyāṃ vividhaiḥ dravyaiḥ phalaiḥ
im Phālguna mit verschiedenen Substanzen, Früchten
puṣpaiḥ sugandhibhiḥ
[und] wohlriechenden Blüten
'phaālgunyāṃ' Schreibvariante für 'phālgunyāṃ' (Phālguna); im Quelltext wiederholt so verzerrt geschrieben.
Auf einem Berggipfel verehre man die Göttin nachts mit Palāśa-Blüten; mit den Siddha-Substanzen entsteht nach sieben Tagen die Begegnung mit einer Khecarī (Himmelswandlerin).
Wort für Wort
parvatāgre yajet devīm
auf einem Berggipfel verehre man die Göttin
palāśakusumaiḥ niśi
nachts mit Palāśa-Blüten
siddhadravyaiḥ ca saptāhāt
und mit den Siddha-Substanzen, binnen sieben Tagen
Im Wald, oder am Fuß eines Banyanbaums, oder in einem Gebüsch der Berge, verehre man die Śivā (Göttin) mit Kadamba- und Gajajāti[?]-Blüten zusammen mit den Siddha-Substanzen.
Wort für Wort
araṇye vaṭamūle vā
im Wald, oder am Fuß eines Banyanbaums
kuñje vā dharaṇībhṛtām
oder in einem Gebüsch der Berge
kadambagajātipuṣpābhyāṃ
mit Kadamba- und Gajajāti[?]-Blüten
siddhadravyaiḥ śivāṃ yajet
mit den Siddha-Substanzen verehre man die Śivā
'gajātipuṣpābhyām' unklar (evtl. eine best. Jasminart); mit [?] vermerkt.
Binnen eines Monats werden [so] die Yakṣiṇīs vollendet, sichtbar (pratyakṣa) und gewähren das Gewünschte; mit Ketakī-Blüten werden am Ufer des Meeres die Dienerinnen (ceṭakā) vollendet.
Sie führen den gewünschten Befehl aus [und bewirken] in der Schlacht höchst wunderbare Zauberkraft (māyā); sie mögen diesem [Sādhaka] Tag und Nacht Reichtümer, Kränze und Schmuck geben.
Wort für Wort
ājñām abhīṣṭāṃ kurvanti
sie führen den gewünschten Befehl aus
raṇe māyāṃ mahādbhutām
in der Schlacht höchst wunderbare Zauberkraft
vasūni mālāṃ bhūṣāṃ ca
Reichtümer, Kranz und Schmuck
dadyuḥ asya ihayā[?] aniśam
mögen sie diesem [Sādhaka] Tag[?] und Nacht geben
'ehayā' unklar/verderbt; sinngemäß als Teil von 'Tag [und Nacht]' behandelt, mit [?] vermerkt.
pīṭhamṛkṣadrumaiḥ kṛtvā tatra devīṃ yajenniśi / śālmalaiḥ kusumaiḥ siddhadravyairmāsaṃ tu nirbhayam
Nachdem man aus Ṛkṣa-Bäumen[?] eine [rituelle] Sitzstätte errichtet hat, verehre man dort die Göttin nachts - mit Śālmali(Baumwoll-)Blüten und Siddha-Substanzen, einen Monat lang, furchtlos.
Wort für Wort
pīṭham ṛkṣadrumaiḥ[?] kṛtvā
eine Sitzstätte aus Ṛkṣa-Bäumen[?] errichtet
tatra devīṃ yajet niśi
dort verehre man die Göttin nachts
śālmalaiḥ kusumaiḥ siddhadravyaiḥ
mit Śālmali-Blüten und Siddha-Substanzen
māsaṃ tu nirbhayam
einen Monat lang, furchtlos
'ṛkṣadrumaiḥ' evtl. 'aus dem dem Nakṣatra entsprechenden Baum'; mit [?] vermerkt.
Am Ort des Leichenverbrennungsplatzes, o bester der Brahmanen, werden diesem [Sādhaka] die Piśāca-Dämonen dienstbar; durch [von ihnen bewirkten] Steinwurf, Schlag und dergleichen möge er die Feinde lange besiegen.
Wort für Wort
śmaśānadeśe viprendra
am Ort des Leichenverbrennungsplatzes, o bester der Brahmanen
nirjane vipine rātrau māsamātraṃ tu nirbhayaḥ / yajeddevīṃ cakragatāṃ siddhadravyasamanvitām
In einsamer Wildnis, nachts, einen ganzen Monat lang, furchtlos, verehre man die im [Yantra-]Cakra befindliche Göttin, verbunden mit den Siddha-Substanzen.
mālatījātapunnāgaketakīmarubhiḥ kramāt / tena siddhyanti vetālāstānāruhyecchayā caret
Mit Mālatī-, Jāti-, Punnāga-, Ketakī- und Maru[?]-Blüten der Reihe nach [verehrend] - dadurch werden die Vetālas (Leichendämonen) vollendet; auf sie [aufsteigend] möge man nach Belieben umherwandeln.
Wort für Wort
mālatījātapunnāgaketakīmarubhiḥ kramāt
mit Mālatī-, Jāti-, Punnāga-, Ketakī- und Maru[?]-Blüten der Reihe nach
tena siddhyanti vetālāḥ
dadurch werden die Vetālas vollendet
tān āruhya icchayā caret
auf sie aufsteigend möge man nach Belieben umherwandeln
'marubhiḥ' unklar (Pflanzenname unsicher, evtl. Verschreibung); mit [?] vermerkt.
Auf dem Leichenverbrennungsplatz, im Tempel der Caṇḍikā, oder auch in einsamer Wildnis, verehre man um Mitternacht die Göttin mit schwarzer Kleidung und schwarzem Schmuck.
Wort für Wort
śmaśāne caṇḍikāgehe
auf dem Leichenverbrennungsplatz, im Tempel der Caṇḍikā
Im schwarzen [Yantra-]Cakra verehre man jene höchst schwarze [Göttin] mit höchst zornerfülltem Sinn; vor ihr die 'Yoni' des zu Bezwingenden, und dort, sie durchschneidend, bringe man das Opfer dar.
siddhadravyasametaṃ tu māsāttadbhālalocanāt / jāyante bhīṣaṇāḥ kṛtyāstābhyaḥ siddhiṃ nivedayet
Mit den Siddha-Substanzen versehen entstehen nach einem Monat aus deren Stirnauge (bhālalocana) furchterregende Kṛtyā-[Dämoninnen]; diesen bringe man die [erwünschte] Vollendung/Gabe dar.
Wort für Wort
siddhadravyasametaṃ tu māsāt
mit den Siddha-Substanzen versehen aber nach einem Monat
viśvasaṃhārasaṃtuṣṭāḥ punaretya nijecchayā / devyā lalāṭanetre syuḥ prārthite tu tirohitāḥ
Zufrieden mit der Zerstörung der [feindlichen] Welt, kehren sie aus eigenem Willen wieder zurück und sind [dann wieder] im Stirnauge der Göttin; auf [erneute] Bitte hin [entsandt], sonst bleiben sie verborgen.
[Mit] rotem Schmuck, roter Kleidung, rotem Salbenauftrag und rotem Blumenkranz geschmückter Gestalt - in einsamem Garten stelle man sich die Göttin im [Yantra-]Cakra vor und verehre sie.
Wort für Wort
raktabhūṣāṃbarālepamālābhūṣitavigrahāḥ
mit roten Schmuck, Kleidung, Salbe und Kranz geschmückter Gestalt
Durch deren Gunsterlangung wird der Mensch 'Kāmarūpa' (nach Belieben Gestalt annehmend); durch sie [wird er zum] Welteroberer, Weltdurchwanderer, an der ganzen Welt sich Erfreuenden.
ṣaḍādhārābjamadhye tu cakraṃ saṃchitya pūjayet / candracandanakastūrīmṛganābhimahodayaiḥ
In der Mitte des Lotus der sechs [Cakra-]Grundlagen zeichne man das [Yantra-]Cakra und verehre [es] mit Kampfer, Sandelholz, Moschus und den großen Hervorbringungen des Moschushirsch-Nabels.
Wort für Wort
ṣaḍādhārābjamadhye tu
in der Mitte des Lotus der sechs Grundlagen aber
cakraṃ saṃchitya pūjayet
zeichne man das Cakra und verehre
candracandanakastūrī
mit Kampfer, Sandelholz, Moschus
mṛganābhimahodayaiḥ
und den großen Hervorbringungen des Moschushirsch-Nabels
Man wird ein Kenner der drei Zeiten; man betrachte die Göttin in jenen [Cakras] gründlich; bei vollständigem [innerem] Erfassen [erscheinen] günstige [Zeichen], bei unvollständigem wird Ungünstiges angezeigt.
Wort für Wort
trikālajño bhavet
man wird ein Kenner der drei Zeiten
devīṃ teṣu samyagvicintayet
man betrachte die Göttin in jenen gründlich
pūrṇapratītau bhavyāni
bei vollständigem Erfassen [erscheinen] günstige [Zeichen]
Der mit Hingabe erfüllte Mensch gedenke der mit dem [Yantra-]Cakra versehenen Göttin: 'Vivekā, Vibhavā, Viśvā' und 'Vitatā' werden [ihre Namen] verkündet.
Abschluss der Namensaufzählung (die Liste enthält insgesamt mehr als 16 Einzelnamen, gepackt über V53-58; das Verhältnis zu den in V84 genannten 'sechzehn Nityās' bleibt im Text implizit).
[Das Wasser], versehen mit der Mātṛkā, [in Gestalt der] 'Erkannten' [?], in dreifacher Wiederholung, von der Natur des Amṛta - dabei an die 'Tāḍī', die Sarasvatī-[gleiche] Zunge, flammengestaltig, denkend, trinke man es.
Wort für Wort
mātṛkāsahitāṃ vignām[?]
versehen mit der Mātṛkā, 'die Erkannte'[?]
trirāvṛttyā amṛtātmikām
in dreifacher Wiederholung, von der Natur des Amṛta
tāḍīṃ sārasvatīṃ jihvām
an die Tāḍī, die Sarasvatī-Zunge
dīpākārāṃ smaran pibet
flammengestaltig denkend trinke man
'vignāṃ' unklar (evtl. Verschreibung); wörtlich mit [?] belassen.
Binnen vier Jahren entsteht für ihn auf Erden [die] vierfache Gelehrsamkeit; wer so täglich zur Zeit der Morgendämmerung [dies] mit reinem Sinn ausübt -
Wort für Wort
abdān caturvidhaṃ tasya
binnen [vier] Jahren, die vierfache [Gelehrsamkeit] für ihn
sa yogī brahmavijñānī śivayogī tathātmavit / anugrahoktacakrasthāṃ devīṃ tābhirvṛtāsmaret
der [wird zum] Yogin, Kenner des Brahman-Wissens, Śiva-Yogin sowie Selbstkenner; man gedenke der im [in der Gnaden-Lehre] genannten Cakra befindlichen, von jenen [Nityā-Göttinnen] umgebenen Göttin.
Wort für Wort
sa yogī brahmavijñānī
der [wird zum] Yogin, Kenner des Brahman-Wissens
śivayogī tathā ātmavit
Śiva-Yogin, sowie Selbstkenner
anugrahoktacakrasthāṃ devīm
die im in der Gnaden-Lehre genannten Cakra befindliche Göttin
Mit Campaka- und blauen Lotus-Blüten entsteht binnen eines Monats Gesundheit - dies vertreibt Fieber, Besessenheit durch Geister und Planeten(-dämonen), Wahnsinn, Kälte-[Fieber], Gelbsucht und Augenleiden.
Wort für Wort
caṃpakendīvaraiḥ māsāt
mit Campaka- und blauen Lotus-Blüten binnen eines Monats
Zahn-, Ohr-, Fieber-, Kopf-, Stechschmerz-, Geschwulst- und andere im Bauch entstehende [Leiden]; Wunden, Diabetes, Erbrechen, Hämorrhoiden, Ruhr und die aus den drei Doṣas entstandenen [Krankheiten] -
Wort für Wort
dantakarṇajvaraśiraḥ
Zahn-, Ohr-, Fieber-, Kopf-[Leiden]
śūlagulmādi kukṣijāḥ
Stechschmerz, Geschwulst u.a. im Bauch entstandene
vraṇapramehacchardi
Wunden, Diabetes, Erbrechen
arśograhaṇyāmatridoṣajāḥ
Hämorrhoiden, Ruhr, [und] die aus den drei Doṣas entstandenen
Zinnober, roter Ocker, Lack, rotes Arsen(-Pigment), zweierlei Sandelholz - am Öffnungsrand zeichne man ein Dreieck, versehen mit sechzehn [weiteren] Dreiecken.
Mit dem roten Arsen(-Pigment) verehre man die in dessen Mitte befindliche höchste Herrin, zusammen mit jenen ihren Śaktis, mit den wohlriechenden Siddha-Substanzen.
Wort für Wort
daradena asya madhyasthām
mit dem roten Arsen-Pigment die in dessen Mitte befindliche
Mit Blüten, binnen eines einzigen Monats, [erlangt man] Gemeinschaft mit Nāga-Jungfrauen; mit ihnen ergötzt man sich in den Unterwelten ununterbrochen, lange Zeit.
mit rotem Lotus Pferde-Vollendung, mit weißem Nachtlotus Vollendung des [Heer-]Zugs [?], mit blauem Lotus Kamel-Vollendung, mit Tagara-Blüten Vieh-Vollendung.
Wort für Wort
raktotpalaiḥ aśvasiddhau
mit rotem Lotus zur Pferde-Vollendung
kumudaiḥ carasiddhaye[?]
mit weißem Nachtlotus zur Vollendung des Heerzugs[?]
utpalaiḥ uṣṭrasaṃsiddhyai
mit blauem Lotus zur Kamel-Vollendung
tagaraiḥ paśusiddhaye
mit Tagara-Blüten zur Vieh-Vollendung
'carasiddhaye' unklar (evtl. 'Truppenbewegung'/'Diener'); mit [?] vermerkt.
Mit Jaṃbīra-Blüten Büffel-Erlangung, mit Lakuca-Blüten Ziegen-Vollendung, mit Granatapfel-Blüten Schatz-Vollendung, mit Madhūka-Blüten Gesangskunst-Vollendung.
Solange man das Erlangen der Frucht [des Rituals] begehrt, [opfere man] mit Zucker, Ghee und Milchreis jener Göttin, die von ihrem [Yantra-]Cakra-Gefolge umgeben, inmitten des Wassers befindlich [ist] -
Mit Milch zur Vollendung der Gesundheit, mit den 'drei Süßen' zur Vollendung der Herrschaftsmacht; mit Kokoswasser zur Erlangung von Zuneigung, mit kaltem [Schnee-]Wasser zur Erlangung [der Gunst] eines Königs; zur Vollendung aller Ziele besprenge man die große Herrin mit Tauryatrika[-Darbietung, Musik/Tanz/Gesang] [?].
Wort für Wort
dugdhaiḥ ārogyasaṃsiddhyai
mit Milch zur Vollendung der Gesundheit
tribhiḥ aiśvaryasiddhaye
mit den drei Süßen zur Vollendung der Herrschaftsmacht
nālikerodakaiḥ prītyai
mit Kokoswasser zur Erlangung von Zuneigung
himatoyaiḥ nṛpāptaye
mit kaltem Wasser zur Erlangung [der Gunst] eines Königs
sarvārthasiddhaye tauryaiḥ[?]
zur Vollendung aller Ziele mit Tauryatrika[?]
abhiṣiñcet maheśvarīm
besprenge man die große Herrin
'tauryaiḥ' vermutlich Bezug auf 'tauryatrika' (Tanz-Gesang-Musik-Darbietung); Deutung unsicher, mit [?] vermerkt. Vers hat im Quelltext drei Pāda-Paare statt der üblichen zwei.
In einem Areka-Garten verehre man die Göttin Tag und Nacht mit den Siddha-Substanzen; wer dort verweilt, wird durch deren Blüten dem Liebesgott Manmatha gleich.
Wer an Vollmondtagen beharrlich die Göttin in Gestalt einer Jungfrau verehrt - die von einem anderen entsandten Kṛtyā-[Dämoninnen und] Zauber-Mantras verschlingen fürwahr jene, die [ihm] feindlich gesinnt sind.
Wort für Wort
pūrṇāsu niyataṃ devīm
an Vollmondtagen beharrlich die Göttin
kanyakāyāṃ samarcayan
in Gestalt einer Jungfrau verehrend
kṛtyāḥ pareritā mantrāḥ
die von einem anderen entsandten Kṛtyās [und] Mantras
vimukhān tān grasanti vai
verschlingen fürwahr jene, die [ihm] feindlich [gesinnt] sind
liṅgatrayamayīṃ devīṃ cakrasthābhiśca śaktibhiḥ / pūjayanniṣṭamakhilaṃ labhate 'tra paratra ca
Wer die aus dem dreifachen Liṅga bestehende Göttin mit den im [Yantra-]Cakra befindlichen Śaktis verehrt, erlangt alles Gewünschte hier und im Jenseits.
Wer mit hundert Māna(-Gewichtseinheiten) gefertigten, mit Wohlgeruch durchdufteten goldenen Blüten binnen eines Monats verehrt, wird von [den Folgen] früherer Geburten u.a. befreit.
Wer die Göttin einen Monat lang mit wohlriechenden feinen Geweben verehrt, wird von der Flut der Leiden aus [gegen ihn gerichteten] Sünden-Kṛtyās und anderen [Übeln] befreit.
Wort für Wort
aṃśukaiḥ arcayet devīm
mit feinen Geweben verehre man die Göttin
māsamātraṃ sugandhibhiḥ
einen Monat lang, mit wohlriechenden
mucyate pāpakṛtyādiduḥkhaughaiḥ
wird man von der Flut der Leiden aus Sünden-Kṛtyās u.a. befreit
Wer sich sein eigenes Selbst in Göttinnen-Gestalt, das [Yantra-]Cakra und die Śaktis ringsum vorstellt und mit sinnenhaften Blüten verehrt, wird eins mit ihr.
Von den sechzehn Nityās aber hat jede einzelne der Reihe nach [ihre] Tithi (Mondtag); an eben jener Tithi übe man deren Verehrung, Japa, Homa und dergleichen.
tattadvidyākṣaraproktamauṣadhaṃ tatpramāṇataḥ / saṃpiṣya guṭikīkṛtya tābhiḥ sarvaṃ ca sādhayet
Die jeweils durch die Silben der [betreffenden] Vidyā genannte Heilpflanze, nach deren [entsprechendem] Maß, zermahle man und forme Pillen daraus; mit diesen erreiche man alles.
Wort für Wort
tattadvidyākṣaraproktam auṣadham
die jeweils durch die Silben der Vidyā genannte Heilpflanze
evamiṣṭaṃ samārādhya devīṃ gandhādibhiryajet / grahapīḍāṃ vijityāśusukhāni ca samaśnute
Nachdem man die Göttin so nach Wunsch verehrt und mit Duftstoffen u.a. Opfergaben dargebracht hat, überwindet man rasch die Bedrängnis durch Planeten(-dämonen) und genießt Glücksgüter.
ardharātre tu sādhyāṃ strīṃ smaranmadanavahninā / dahyamānāṃ hṛtasvāntāṃ mastakasthāpitāñjalim
Um Mitternacht stelle man sich die zu bezwingende Frau vor, wie sie vom Feuer des Liebesgottes brennt, ihres Herzens beraubt, die Hände zum [Gruß über dem] Kopf erhoben -
der Unterscheidungskraft beraubt, berauscht, jenseits von Stolz, Scham und Furcht - so sich die Frau vorstellend, verehre man in der Mitte des [Yantra-]Cakras die Göttin, gewandlos.
Nach dreimal sieben Nächten kommt [die Frau] in der genannten Gestalt, von Leidenschaft überwältigt; bis zum Sterben des Leibes weicht dieser Bann nicht von ihm.
Wort für Wort
trisaptarātrāt āyāti
nach dreimal sieben Nächten kommt sie
proktarūpā madākulā
in der genannten Gestalt, von Leidenschaft überwältigt
Mit roten Lotus, mit den 'drei Süßen' benetzt, im Feuer dargebracht, erlangt man Reichtum; ebenso bringt man mit roten Nachtlotus Frauen in die eigene Gewalt.
svarṇādistaṃ bhanaṃ śatrornṛpādīnāṃ krudho 'pi ca / ājyāktaiḥ karavīrotthaiḥ prasūnairaruṇairhutaiḥ
Das Gold u.a. Vermögen [?] des Feindes sowie den Zorn von Königen u.a. [beseitigt man] durch mit Ghee benetzte, aus dem Oleander entstandene rote Blüten, im Feuer dargebracht.
Wort für Wort
svarṇādi vittaṃ[?] dhanam[?]
das Gold u.a. Vermögen[?]
śatroḥ nṛpādīnāṃ krudhaḥ api ca
des Feindes, sowie auch den Zorn von Königen u.a.
ājyāktaiḥ karavīrotthaiḥ
mit ghee-benetzten, aus dem Oleander entstandenen
prasūnaiḥ aruṇaiḥ hutaiḥ
roten, im Feuer dargebrachten Blüten
'svarṇādistaṃ bhanaṃ' unklar, sinngemäß als 'svarṇādi vittaṃ dhanam' ('Gold u.a. Vermögen') gedeutet; mit [?] vermerkt.
Rote Gewänder, Frauen, ebenso die Unterwerfung von König und Minister; auch Schmuck, Reittiere, Handelsgeschäft-Erfolge werden ihm nach Wunsch [zuteil].
Mit Ghee bestrichenen Samen des Āruṣkara-[Baumes] opfere man nachts im Feuer; dem Feind entstehen dadurch Brandwunden, die für Ärzte schwer heilbar sind.
Ebenso mit dessen Öl getränkten Samen sowie mit Aṅkola-Samen, mit Pfefferkörnern, mit in Öl und Ghee getränkten Senfkörnern, nachts, gemäß dem Feueropfer -
Wort für Wort
tathā tattailasaṃsiktaiḥ bījaiḥ
ebenso mit dessen Öl getränkten Samen
aṅkolakaiḥ api
auch mit Aṅkola-Samen
maricaiḥ sarṣapājyāktaiḥ
mit Pfefferkörnern, mit Öl und Ghee getränkten Senfkörnern
bringe man rasch die gewünschte, von Liebesfieber gequälte Frau herbei; mit ghee-getränktem Reis(-Korn), im Feuer dargebracht, erlangt man Reis[vorräte].
Mit Mungbohnen [erlangt man] Mungbohnen, mit Ghee Ghee - so entsteht [Gleiches] durch entsprechend dargebrachte Opfergaben. [Nun ein anderes Verfahren:] Aus dem Holz des dem Geburtsgestirn des zu Bezwingenden entsprechenden Baumes, mit dem Staub von dessen Fuß(-Erde) versehen -
Wort für Wort
mudgaiḥ mudgaṃ ghṛtaiḥ ājyam
mit Mungbohnen Mungbohnen, mit Ghee Ghee
siddhaiḥ itthaṃ hutaiḥ bhavet
so entsteht [dies] durch entsprechend dargebrachte Opfergaben
sādhyarkṣavṛkṣasaṃbhūtām
aus dem dem Geburtsgestirn des zu Bezwingenden entsprechenden Baum entstanden
rājīmarīciloṇotthāṃ puttalīṃ juhuyānniśi / prapadābhyāṃ ca jaṅghābhyāṃ jānubhyāmuruyugmataḥ
aus Senf, Pfeffer und Salz [gefertigte] Puppe opfere man nachts im Feuer - [beginnend] von den beiden Fußspitzen, den beiden Unterschenkeln, den beiden Knien, dem Beinpaar -
So werden durch zwölffaches Feueropfer Mann, Frau und Könige [dem Sādhaka] botmäßig; binnen sieben [Tagen] [erleiden sie] Fieberqualen nach seinem Wunsch.
Wort für Wort
evaṃ dvādaśadhā homāt
so durch zwölffaches Feueropfer
naranārīnarādhipāḥ vaśyā bhavanti
werden Mann, Frau und Könige botmäßig
saptāhāt[?] jvarārttīḥ
binnen sieben Tagen[?] Fieberqualen
ca asya vāñchayā
nach seinem Wunsch
'saptāḍāt' unklar, gedeutet als 'saptāhāt' ('binnen sieben Tagen'); mit [?] vermerkt.
Aus Mehlteig, mit Melasse versetzt, mit Pfeffer und Kreuzkümmel versehen, forme man eine Puppe, versehen mit dem Namen des zu Bezwingenden [geschrieben] auf dem Herzen -
Wort für Wort
piṣṭena guḍayuktena
aus Mehlteig, mit Melasse versetzt
maricaiḥ jīrakaiḥ yutām
mit Pfeffer und Kreuzkümmel versehen
kṛtvā puttalikām
eine Puppe formend
sādhyanāmayuktām atho hṛdi
versehen mit dem Namen des zu Bezwingenden auf dem Herzen
man lasse sie wieder im Ghee, [das aus] dem namensbegleiteten Opferguss [stammt], kochen; mit der Spitze der eigenen Hand sie berührend, rezitiere man tausendmal das Mantra.
abhyarcya tad ghṛtābhyaktaṃ bhakṣayettaddhiyā japan / naranārīnṛpāstasya vaśyāḥ syurmaraṇāvadhiṃ
Nachdem man sie verehrt hat, esse man das mit jenem Ghee bestrichene [Stück], dabei an jenen [zu Bezwingenden] denkend und rezitierend; Mann, Frau und Könige werden ihm bis zum Tod botmäßig.
Wort für Wort
abhyarcya tad ghṛtābhyaktam
nachdem man verehrt hat, das mit Ghee bestrichene [Stück]
śaktayaṣṭagandhaṃ saṃpiṣya kanyayā śiśire jale / tena vai tilakaṃ bhāle dhārayanvaśayejjagat
Nachdem man Śakti-yaṣṭi[?] und Duftstoff mit kaltem Wasser von einem Mädchen zermahlen lässt - damit, ein Stirnzeichen auf der Stirn tragend, unterwerfe man sich die Welt.
Wort für Wort
śaktayaṣṭagandhaṃ[?] saṃpiṣya
Śakti-yaṣṭi[?] und Duftstoff zermahlend
kanyayā śiśire jale
durch ein Mädchen, mit kaltem Wasser
tena vai tilakaṃ bhāle dhārayan
damit ein Stirnzeichen auf der Stirn tragend
vaśayet jagat
unterwerfe man sich die Welt
'śaktayaṣṭa' unklar (Name einer Pflanze/Substanz, evtl. 'Śakti-Stab'); mit [?] vermerkt.
Man nehme ein Prastha[-Maß] Reiskörner, [gebe es] in ein neues Gefäß [und weiche es ein] [?]; ebenso die Milch einer roten Kuh mit gleichfarbigem Kalb -
Wort für Wort
śālitaṇḍulam ādāya
Reiskörner nehmend
prasthaṃ bhāṇḍe nave
ein Prastha-Maß in ein neues Gefäß
bhipet[?]
gebe man hinein[?]
samānavarṇevatsāyāḥ raktāyāḥ goḥ payaḥ tathā
ebenso die Milch einer roten Kuh mit gleichfarbigem Kalb
'bhipet' unklar/verderbt, vermutlich für 'kṣipet' ('werfe hinein') o.ä.; mit [?] vermerkt.
dvuguṇaṃ tatra nikṣipya śrapayetsaṃskṛte 'nale / ghṛtena siktaṃ sikthaṃ tu kṛtvā tatsasitaṃ kare
die doppelte Menge dort hineingeworfen, koche man im geweihten Feuer; das mit Ghee getränkte Reiskorn mache man, dann jenes mit Zucker versehen in der Hand [haltend] -
vidhāya vidyāmaṣṭorddhūśataṃ jasvā hunettataḥ / evaṃ homo mahālakṣmīmāvahetpratipatkṛtaḥ
das Mantra hundertundacht[?] mal rezitierend, opfere man dies dann im Feuer; ein so am [Tag der] Pratipad ausgeführtes Feueropfer bringt die große Lakṣmī herbei.
Wort für Wort
vidhāya vidyām
das Mantra anwendend
aṣṭottaraśataṃ[?] japtvā
108-mal[?] rezitiert
hunet tataḥ
opfere man dann
evaṃ homo mahālakṣmīm āvahet pratipatkṛtaḥ
ein so am Pratipad-Tag ausgeführtes Feueropfer bringt die große Lakṣmī herbei
'aṣṭorddhūśataṃ' gedeutet als 'aṣṭottaraśatam' (108-mal); mit [?] vermerkt.
śukravāreṣvapi tathā varṣānnṛpasamo bhavet / pañcamyāṃ tu viśeṣeṇa prāgvaddhomaṃ samācaret
Auch an Freitagen ebenso [ausgeführt] wird man binnen eines Jahres königsgleich; am fünften [Mondtag] aber führe man in besonderer Weise das Feueropfer wie zuvor aus.
tasyāṃ tithau trimadhvaktairmallikādyaiḥ sitairhunet / annājyābhyāṃ ca niyataṃ hutvānnāḍhyo bhavennaraḥ
An jenem Mondtag opfere man mit den 'drei Süßen' benetzten weißen Mallikā-Blüten u.a.; und wer regelmäßig mit Speise und Ghee opfert, wird reich an Speise.
Wer mit roten, in den 'drei Süßen' getränkten Lotusblüten ein Feueropfer vollzieht, erlangt binnen eines Maṇḍala[-Zeitraums] großen, preiswürdigen Reichtum.
Wort für Wort
aruṇaiḥ paṅkajaiḥ hemaṃ kurvan
mit roten Lotusblüten ein Feueropfer vollziehend
trimadhurāplutaiḥ
in den drei Süßen getränkten
maṇḍalāt labhate lakṣmīm
binnen eines Maṇḍala-Zeitraums erlangt man Reichtum
Mit honigbenetzten Kahlāra-[Blüten], vom Vollmondtag beginnend bis zu jenem [festgelegten] Tag, opfere man täglich mit Hingabe tausend [Blüten], schön aufgeblüht.
erlangt man, o Nārada, binnen eines Monats hundert Goldmünzen; mit ghee-benetzten Pāṭalā-Blüten, dreitausendfach im Feuer dargebracht, [erlangt man] ebenso -
erlangt man mit anderen, dem Herzen wohlgefälligen, dem Genuss dienlichen Dingen. Mit milchgetränktem Reis, an den Siebten (Mondtagen), hundertfach dargebracht -
Wort für Wort
vastūni labhate
erlangt man Dinge
hṛdyaiḥ anyaiḥ bhogopayogibhiḥ
mit anderen, dem Herzen wohlgefälligen, dem Genuss dienlichen
An den drei [Tagen um] das eigene Geburtsgestirn opfere der Mensch ebenso mit Dūrvā-Gras; dann lebt er, frei von Krankheit, reich an Genuss, hundert Jahre.
Wort für Wort
svajanmarkṣatriṣu tathā
an den drei [Tagen um] das eigene Geburtsgestirn ebenso
Oder man opfere mit Guḍūcī, Sesam und Dūrvā an den drei Geburts[-Gestirn-Tagen]; dadurch wird man reich an Lebensalter, Glanz, Ruhm, Genuss, Verdienst, Schatz u.a.
Wort für Wort
guḍūcītiladūrvābhiḥ
mit Guḍūcī, Sesam und Dūrvā
triṣu janmasu vā hunet
oder an den drei Geburts[-Tagen] opfere man
tena āyuḥśrīyaśobhoga
dadurch [wird man reich an] Lebensalter, Glanz, Ruhm, Genuss
Mit Ghee, Milchreis und Milch, an jenen drei [Tagen] der Reihe nach dargebracht, wird man ebenso, [ausgestattet] mit Lebensalter, Gesundheit und Reichtum, [zum] Königsminister.
Am siebten [Mondtag], durch Banane-Feueropfer, erlangt man täglich [wachsendes] Glück; mit dreifachem, eine Spanne langem, mit den 'drei Süßen' versehenem Dūrvā-Gras -
sādhyarkṣavṛkṣasaṃcūrṇaṃ tryūṣaṇaṃ sarṣapaṃ tilam / piṣṭaṃ ca sādhyapādottharajasā ca samanvitam
Zerstoßenes [Holz] des dem Nakṣatra des zu Bezwingenden entsprechenden Baumes, die 'drei Scharfen', Senf und Sesam, [alles] zermahlen und versehen mit Staub von den Füßen des zu Bezwingenden -
Wort für Wort
sādhyarkṣavṛkṣasaṃcūrṇam
zerstoßenes Holz des dem Nakṣatra des zu Bezwingenden entsprechenden Baumes
tryūṣaṇaṃ sarṣapaṃ tilam
die 'drei Scharfen', Senf und Sesam
piṣṭaṃ ca
zermahlen
sādhyapādottharajasā ca samanvitam
und versehen mit Staub von den Füßen des zu Bezwingenden
eine Puppe, gründlich [geformt], mit dem Namen am Herzen versehen, daraus herstellend, zerschlage man diese Puppe wie zuvor mit scharfen eisernen Waffen [nacheinander].
und lege darüber das Feuer; dann opfere man täglich mit dem Mantra dreitausendmal, während der 'dritten Nachtwache', mit in deren Saft getränkten Senfkörnern.
So führe man sogar aus hundert Yojana Entfernung eine Frau mit Gewalt herbei; unterwerfe man eine Frau [mit] mit Honig vermischten Kauśika[-Substanzen] [?].
Wort für Wort
śatayojanadūrāt api
sogar aus hundert Yojana Entfernung
ānayet vanitāṃ balāt
führe man eine Frau mit Gewalt herbei
vaśayet vanitāṃ hāeṃmāt[?]
unterwerfe man eine Frau [durch][?]
kauśikaiḥ madhumiśritaiḥ
mit honigvermischten Kauśika[-Substanzen]
'hāeṃmāt' ist im Quelltext offensichtlich korrupt/unlesbar; wörtlich mit [?] übernommen, Sinn unsicher.
mit den 'drei Süßen' benetzten Campaka-Blüten und Bakula-entstandenen Blüten, mit Madhūka-entstandenen Blüten, dargebracht, erlangt man eine Jungfrau [als Frau].
Mit Punnāga-entstandenen, dargebrachten [Blüten erlangt man] Gewänder, mit Ghee[-Opfer] das Gewünschte; mit Büffel[-Substanzen] Büffelkühe, mit Ziegen[-Substanzen] Ziegen, und mit Kuh[-Substanzen] Kühe.
Wort für Wort
punnāgajaiḥ hutaiḥ vastrāṇi
mit Punnāga-entstandenen, dargebrachten [Blüten] Gewänder
ājyaiḥ iṣṭam avāpnuyāt
mit Ghee[-Opfer] das Gewünschte erlangt man
māhiṣaiḥ mahiṣīḥ ajaiḥ ajān
mit Büffel[-Substanzen] Büffelkühe, mit Ziegen[-Substanzen] Ziegen
Der Sādhaka erlangt durch dargebrachtes Ghee Ghee, durch Juwelen Juwelen. Nachdem man dann eine aus Reismehl gefertigte, mit Zucker versehene Puppe hergestellt hat -
hṛddeśanyastanāmārṇāṃ pacettailājyayorniśi / tanmanāśca divārātrau vidyājaptāṃ tu bhakṣayet
mit im Herzbereich niedergelegten [Buchstaben des] Namens, koche man sie nachts in Öl und Ghee; Tag und Nacht daran denkend, esse man sie, nachdem sie mit dem Mantra besprochen wurde.
Wort für Wort
hṛddeśanyastanāmārṇām
mit im Herzbereich niedergelegten Namensbuchstaben
pacet tailājyayoḥ niśi
koche man nachts in Öl und Ghee
tanmanāḥ ca divārātrau
Tag und Nacht daran denkend
vidyājaptāṃ tu bhakṣayet
esse man sie, nachdem sie mit dem Mantra besprochen wurde
Mit Ziegenfleisch, benetzt mit den 'drei Süßen', im Feuer dargebracht, erlangt man Gold; mit milchbenetzten [Opfergaben] erlangt man binnen eines Maṇḍala[-Zeitraums] eine an Feldfrüchten reiche Erde.
Wort für Wort
chāgamāṃsaiḥ trimadhvaktaiḥ
mit Ziegenfleisch, mit den drei Süßen benetzt
hemāt svarṇam avāpnuyāt
im Feuer dargebracht erlangt man Gold
kṣīrāktaiḥ sasyasaṃpannām
mit milchbenetzten [Opfergaben], an Feldfrüchten reiche
Mit Lotussamen erlangt man durch Feueropfer binnen drei Tagen Reichtum; mit Bilva[-Blättern] opfere man den zehnten Teil [der Japa-Zahl], zusammen mit dem Mantra u.a. bei der Ausübung des Japa.
evaṃ saṃsiddhamantrastu mantritaiśculukodakaiḥ / phaṇidaṣṭamṛtānāṃ tu mukhe saṃtāḍya jīvayet
Wer so ein vollendetes Mantra [erlangt hat], belebe mit dem mit Mantra versehenen Wasser aus der hohlen Hand, ins Gesicht der von einer Schlange gebissenen Toten gesprengt, sie wieder.
Wort für Wort
evaṃ saṃsiddhamantraḥ tu
wer so ein vollendetes Mantra [hat] aber
mantritaiḥ culukodakaiḥ
mit dem mantra-versehenen Wasser aus der hohlen Hand
phaṇidaṣṭamṛtānāṃ tu mukhe
ins Gesicht der von einer Schlange gebissenen Toten
das Mantra in dessen beide Ohren rezitierend, oder mit einem durch Japa geweihten Stab den Kopf [des Toten] schlagend, richte man den plötzlich Verstorbenen sogleich wieder auf - so wird gelehrt.
Wort für Wort
tatkarṇayoḥ japan vidyām
das Mantra in dessen beide Ohren rezitierend
yaṣṭyā vā japasiddhayā
oder mit einem durch Japa vollendeten Stab
saṃtāḍya śīrṣaṃ sahasā
den Kopf schlagend, sogleich
mṛtam utthāpayet iti
richte man den Toten wieder auf - so [wird gelehrt]
Nachdem man in der Mitte der Feuergrube die 'Yoni'[-Form] hergestellt hat, opfere man dort im Feuer vorschriftsmäßig; man opfere mit Sesam, Senf, Weizen, Reis[-Korn], Getreide und Gerste -
Wort für Wort
kṛtvā yoniṃ kuṇḍamadhye
die Yoni-Form in der Mitte der Feuergrube herstellend
mit weißem Nachtlotus, Mallikā, Kunda, Madhūka [-Blüten] zur Erlangung der Indirā (Lakṣmī); mit Aśoka-, Pāṭalā-, Bilva-, Jātī- und weißen Vikaṅkata-Blüten -
navanīlotpalairaśvaripujaiḥ karṇikārajaiḥ / homāllakṣmīṃ ca saubhāgyaṃ nidhimāyuryaśo labhet
mit neuen blauen Lotusblüten, [mit] Aśvattha-Blüten [?] und Karṇikāra-entstandenen [Blüten] - durch das Feueropfer erlangt man Reichtum, Glück, Schatz, langes Leben und Ruhm.
Wort für Wort
navanīlotpalaiḥ
mit neuen blauen Lotusblüten
aśvatthapuṣpaiḥ[?] karṇikārajaiḥ
mit Aśvattha-Blüten[?] und Karṇikāra-entstandenen
homāt lakṣmīṃ ca saubhāgyam
durch das Feueropfer Reichtum und Glück
nidhim āyuḥ yaśo labhet
erlangt man Schatz, langes Leben und Ruhm
'aśvaripujaiḥ' unklar, gedeutet als verderbt für 'aśvatthapuṣpaiḥ' (Aśvattha-Blüten); mit [?] vermerkt.
Dūrvā-Gras, Guḍūcī, Aśvattha, Vaṭa, ebenso Āragvadha, weißen Arka[-Zweig] und vom Plakṣa[-Baum] Entstandenes im Feuer dargebracht, wird man von langwieriger Krankheit befreit.
Wort für Wort
dūrvāṃ guḍūcīm aśvatthaṃ vaṭam
Dūrvā, Guḍūcī, Aśvattha, Vaṭa
āragvadhaṃ tathā
ebenso Āragvadha
sitārkaplakṣajaṃ hutvā
weißen Arka[-Zweig] und Plakṣa-Entstandenes dargebracht
ikṣujaṃbūnālikeramocāguḍasitāyutaiḥ / acalāṃ labhate lakṣmīṃ bhoktā ca bhavati dhruvam
Mit Zuckerrohr, Jambu-Frucht, Kokosnuss, Banane, verbunden mit Melasse und Zucker, erlangt man unerschütterlichen Reichtum und wird gewiss zu dessen Genießer.
Durch mit Senf und Ghee dargebrachtes Opfer im Holzfeuer [tritt] Tod [ein] - zum Tod des Feindes; mit vier Finger[breit] langen [Zweigen] [?], im Feuer dargebracht, [wird geschädigt] die vierteilige Streitmacht des Feindes.
Wort für Wort
sarṣapājyaiḥ hute mṛtyuḥ
durch mit Senf und Ghee dargebrachtes Opfer [tritt] Tod ein
kāṣṭhāgnau vairimṛtyave
im Holzfeuer, zum Tod des Feindes
caturaṅgulajaiḥ[?] hemāt
mit vier Finger[breit langen][?], im Feuer dargebracht
caturaṅgabale ripoḥ
[wird geschädigt] die vierteilige Streitmacht des Feindes
'caturaṅgulajaiḥ' unklar (evtl. Blüten-/Zweiglänge); mit [?] vermerkt.
saptāhādrogaduḥkhārtirbhavatyeva na saṃśayaḥ / nityaṃ nityārcanaṃ kuryāttathā homaṃ ghṛtena vai
Binnen sieben Tagen entsteht zweifellos Leid durch Krankheit [für den Feind]; man übe täglich die tägliche Verehrung aus, ebenso das Feueropfer mit Ghee.
Das mit dem Mantra geweihte Wasser trinke man morgens, um jenes [Ergebnis] zu erlangen; mit Sandelholz, Uśīra-Wurzel, Kampfer, Moschus und Gorocanā versehen -
mit Safran und schwarzem Aloeholz, auch mit aus Moschushirsch-Schweiß bestehenden [Substanzen] - man verehre mit diesen Duftstoffen die Śivā (Göttin) zur Vollendung aller Ziele.
Wort für Wort
kāśmīrakālāgurubhiḥ
mit Safran und schwarzem Aloeholz
mṛgasvedamayaiḥ api
auch mit aus Moschushirsch-Schweiß bestehenden [Substanzen]
pūjayet ca śivām
man verehre die Śivā
etaiḥ gandhaiḥ sarvārthasiddhaye
mit diesen Duftstoffen, zur Vollendung aller Ziele
Mit allen Nityās zusammen, morgens, zusammen mit der Mātṛkā, dreimal [mantra-]rezitiert, trinke man das heilvolle Wasser, ebenso beim Paar der Rede[-Gottheiten] [?].
Wort für Wort
sarvābhiḥ api nityābhiḥ
mit allen Nityās zusammen
prātaḥ mātṛkayā samam
morgens, zusammen mit der Mātṛkā
trijaptābhiḥ pibet toyam
dreimal rezitiert, trinke man das Wasser
tathā vāksidvaye[?] śivam
ebenso beim Paar der Rede[-Gottheiten][?] das heilvolle
Man vollziehe die Ausübung wie zuvor, ein Lakh Silben[-Rezitationen], sich mit dem 'Milchgelübde' haltend; mit den drei Süßen benetzten roten Lotusblüten vollziehe man das Feueropfer.
Wort für Wort
vidadhyāt sādhanaṃ prāgvat
man vollziehe die Ausübung wie zuvor
varṇalakṣaṃ payovrataḥ
ein Lakh Silben, sich mit dem Milchgelübde haltend
japatarpaṇahomārcāsekasiddhamanurnaraḥ / kuryāduktānprayogāṃśca na cettanmanudevatāḥ
Der Mensch, dessen Mantra durch Japa, Tarpaṇa, Homa, Verehrung und Besprengung vollendet ist, führe die genannten [rituellen] Anwendungen aus; wenn nicht, dann die Gottheiten jenes Mantras -
Wort für Wort
japatarpaṇahomārcāsekasiddhamanuḥ naraḥ
der Mensch, dessen Mantra durch Japa, Tarpaṇa, Homa, Verehrung und Besprengung vollendet ist
sugandhiśiphaālikayā trimadhvaktairyathāvidhi / homātsaptasu vāreṣu tanmaṇḍalata eva vai
mit wohlriechender Śephālī-[Blüte], mit den 'drei Süßen' benetzt, vorschriftsmäßig; durch Feueropfer an allen sieben Wochentagen, binnen eines Maṇḍala[-Zeitraums] eben -
erlangt man Sieg in der Schlacht, im Zweikampf, im Ringkampf, im Waffenkampf, im Streitgespräch, im Würfelspiel und sogar im [rituellen] Opferstreit [?].
In [Rechts-]Streitigkeiten aller Art erlangt man gewiss den Sieg; mit vier Finger[breit langen] [?] Blüten, im Feuer dargebracht, lähme man die Feinde.
Ebenso mit aus Karṇikāra, Punnāga, Nameru [?] entstandenen [Blüten], mit Campaka, Ketakī, Rājavṛkṣa(Āragvadha)-entstandenen, mit aus Mādhavī entstandenen -
Wort für Wort
tathā eva karṇikārotthaiḥ
ebenso mit aus Karṇikāra entstandenen
punnāgotthaiḥ namerujaiḥ
mit aus Punnāga, Nameru entstandenen
caṃpakaiḥ ketakaiḥ
mit Campaka, Ketakī
rājavṛkṣajaiḥ mādhavodbhavaiḥ
mit Rājavṛkṣa-entstandenen, mit aus Mādhavī entstandenen
opfere man wie zuvor an den [sieben Wochen-]Tagen [?] der Reihe nach mit sieben verschiedenen Blüten; bei den genannten [Ritualen] tritt gewiss Lähmung oder Vernichtung des Feindes ein.
Wort für Wort
prāgvat vāreṣu[?] juhuyāt
wie zuvor opfere man an den Wochentagen[?]
kramāt puṣpaiḥ tu saptabhiḥ
der Reihe nach mit sieben Blüten
prokteṣu staṃbhanaṃ śatroḥ
bei den genannten [Ritualen] Lähmung des Feindes
bhaṅgo vā bhavati dhruvam
oder gewiss Vernichtung tritt ein
'dāreṣu' vermutlich für 'vāreṣu' ('an den Wochentagen'), Tippfehler; mit [?] vermerkt.
Im Feuer aus dem Holz des dem Geburtsgestirn des Feindes entsprechenden Baumes, mit dessen Brennholz, durch Feueropfer mit in Senf und Ghee getränkten [Substanzen] - jene fallen fürwahr [dem Sādhaka] zu Füßen.
Wort für Wort
śatroḥ nakṣatravṛkṣāgnau
im Feuer aus dem dem Geburtsgestirn des Feindes entsprechenden Baum
Im Feuer aus 'Todes-Holz' opfere man auch mit den Blättern, Blüten und Früchten des 'Todes-Baumes', mit Brennholz-Scheiten, gründlich, am [entsprechenden] Wochentag, mit vorausgehender Verehrung [?].
Wort für Wort
mṛtyukāṣṭhānale
im Feuer aus 'Todes-Holz'
mṛtyupatrapuṣpaphalaiḥ api
auch mit Blättern, Blüten und Früchten des 'Todes-Baumes'
samidbhiḥ juhuyāt samyak
mit Brennholz-Scheiten opfere man gründlich
vāre śārcanapūrvakam[?]
am Wochentag, mit vorausgehender Verehrung[?]
'śārcanapūrvakam' unklar, evtl. 'śivārcanapūrvakam' ('mit vorausgehender Śivā-Verehrung'); mit [?] vermerkt.
Am Sonnentag, im mit von der Arka-Pflanze [stammendem] Brennholz entfachten Feuer, mit von ihr entstandenen Blättern, Blüten, Früchten, Stängeln und auch Wurzeln opfere man der Reihe nach.
Wort für Wort
arkavāre arkajaiḥ idhmaiḥ
am Sonnentag, mit von der Arka-Pflanze stammendem Brennholz
samiddhe agnau tadudbhavaiḥ
im entfachten Feuer, mit von ihr entstandenen
patraiḥ puṣpaiḥ phalaiḥ
Blättern, Blüten, Früchten
kāṇḍaiḥ mūlaiḥ ca api hunet kramāt
Stängeln und auch Wurzeln opfere man der Reihe nach
mit dem Ghee einer gleichfarbigen roten Kuh mit [gleichfarbigem] Kalb benetzten [Opfergaben], binnen eines Maṇḍala[-Zeitraums], in Richtung des Feindes gewandt, in einer dreieckigen Feuergrube, vorschriftsmäßig -
Wort für Wort
savarṇāruṇavatsāyāḥ
einer gleichfarbigen roten Kuh mit gleichfarbigem Kalb
ghṛtasiktaiḥ tu maṇḍalāt
mit deren Ghee benetzt, binnen eines Maṇḍala-Zeitraums
flieht [der Feind], von Krankheit geplagt, oder er unterwirft sich, von Furcht erfüllt. Im Feuer aus Palāśa-Brennholz, mit dessen fünf Teilen, in dessen Ghee getränkt -
homena somavāre ca bhavetprāgvanna saṃśayaḥ / khādiredhmānale tasya pañcāṅgaistadghṛtāplutaiḥ
durch das Feueropfer, am Montag, geschieht zweifellos [dasselbe] wie zuvor. Im Feuer aus Khadira-Brennholz, mit dessen fünf Teilen, in dessen Ghee getränkt -
mit Reis, Kichererbsen, Mungbohnen, Gerste und schwarzen Bohnen, in Büffel-Ghee getränkt, durch das Feueropfer an jenen [fünf] Tithis erlangt man [den entsprechenden Ertrag].
ṣaṣṭhyādisaptamyantaṃ tu cājābhavaghṛtaistathā / prāguktairnistuṣairhemātprāguktaphalamāpnuyāt
Von der Sechsten bis zur Siebten aber mit Ziegen-Ghee, mit den zuvor genannten, von der Spelze befreiten [Körnern], im Feuer dargebracht, erlangt man den zuvor genannten Ertrag.
Wort für Wort
ṣaṣṭhyādisaptamyantaṃ tu ca
von der Sechsten bis zur Siebten aber
ajābhavaghṛtaiḥ tathā
mit Ziegen-Ghee ebenso
prāguktaiḥ nistuṣaiḥ hemāt
mit den zuvor genannten, entspelzten [Körnern], im Feuer dargebracht
Verstärkt wird dies bei der [nächsten] Fünfergruppe [von Tithis] mit all diesen zusammen, mit zweierlei Sesam, mit weißem Reis, mit Milchreis benetzt, sowie mit Schaf[-Ghee] -
durch das Feueropfer erlangt man das, was am Anfang als Ertrag genannt wurde. So auch im Feuer aus dem Nakṣatra-Baum entstandenen [Holz], mit den jeweiligen, in Honig getränkten [Substanzen] -
Wort für Wort
havanāt tat avāpnoti
durch das Feueropfer erlangt man das
yat ādau phalam īritam
was am Anfang als Ertrag genannt wurde
evaṃ nakṣatravṛkṣotthavahnau
so auch im Feuer aus dem Nakṣatra-Baum
taistaiḥ madhuplutaiḥ
mit den jeweiligen, in Honig getränkten [Substanzen]
havanādapi tatprāptirbhavatyeva na saṃśayaḥ / vidyāṃ saṃsādhya pūrvaṃ tu paścāduktānaśeṣataḥ
erfolgt auch durch das Feueropfer zweifellos jener Erwerb. Nachdem man zuerst das Mantra zur Vollendung gebracht hat, [führe man] danach die vollständig genannten -
prayogānsādhayeddhīmān maṅgalāyāḥ prasādataḥ / saṃpūjya devatāṃ viprakumārīṃ kanyakāṃ tu vā
[rituellen] Anwendungen aus, der Kluge, durch die Gnade der Maṅgalā; nachdem man die Gottheit verehrt hat, [nehme man] ein Brahmanenmädchen oder eine [andere] Jungfrau -
mit schönen Gliedern, anmutig, gebadet, in gewaschenem Gewand, schön - oder einen ebensolchen Knaben - nachdem man sie/ihn dort aufgestellt und mit dem Mantra verehrt hat -
dadyādgugguladhūpaṃ ca yāvatkarmāvasānakam / tato devyā samāviṣṭe tasminsaṃpūjya bhaktitaḥ
gebe man Guggulu-Räucherwerk, bis zum Ende des Rituals; danach, wenn die Göttin in jenen [Knaben/Mädchen] eingegangen ist, nachdem man ihn/sie mit Hingabe verehrt hat -
verehre der Gelübdehaltende sie [weiter] mit jenen zuvor genannten Ehrenerweisungen und dem Mantra; sie [beständig] rezitierend, befrage man sie dann nach dem Gewünschten, und sie wird es verkünden.
Wort für Wort
tataḥ tām upacāraiḥ taiḥ
dann sie mit jenen Ehrenerweisungen
prāguktaiḥ vidyayā vratī
zuvor genannten, mit dem Mantra, der Gelübdehaltende
Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges, sowie was sonst noch im Geiste [verborgen] steht, und vergangene frühere Geburten - all dies verkündet sie, wenn sie verehrt ist.
Dann, nachdem man sie wie zuvor verehrt hat, entlasse man sie wieder in das eigene Selbst zurück und rezitiere das Mantra tausendmal; mit festem Geist, erfülltem Selbst, wandle man glücklich umher.
Mit den in den 'drei Süßen' benetzten roten Lotusblüten erlangt man durch ein Maṇḍala[-Zeitraum] Feueropfer Reichtum, und mit weißen [Lotusblüten] großen Ruhm.
Wort für Wort
madhuratrayasaṃsiktaiḥ aruṇaiḥ aṃbajaiḥ
mit den in den drei Süßen benetzten roten Lotusblüten
śriyam prāpnoti maṇḍalaṃ homāt
erlangt man Reichtum durch ein Maṇḍala-Zeitraum Feueropfer
kṣīrāktaiḥ kairavairhemātproktaṃ kāmamavāpnuyāt / dhānyāni vividhānyāśu subhagaḥ sa bhavennaraḥ
Mit milchbenetztem weißem Nachtlotus, im Feuer dargebracht, erlangt man das genannte Verlangte; verschiedenerlei Getreide [erlangt er] rasch, und der Mensch wird glücklich.
Wort für Wort
kṣīrāktaiḥ kairavaiḥ hemāt
mit milchbenetztem weißem Nachtlotus, im Feuer dargebracht
Mit ghee-benetztem blauen Lotus, im Feuer dargebracht, erlangt man das Gewünschte; mit ebenso benetzten Kahlāra-[Blüten], durch Feueropfer, wird man dem König lieb.
Wort für Wort
ājyāktaiḥ utpalaiḥ hemāt
mit ghee-benetztem blauen Lotus, im Feuer dargebracht
lājaistrimadhuropetaistatkālahavanena vai / kanyakāṃ labhate patnīṃ samastaguṇasaṃyutām
Mit den drei Süßen versehenen gerösteten Reiskörnern, durch das Feueropfer zur [entsprechenden] Zeit, erlangt man ein Mädchen als Gattin, ausgestattet mit allen [guten] Eigenschaften.
Wort für Wort
lājaiḥ trimadhuropetaiḥ
mit den drei Süßen versehenen gerösteten Reiskörnern
nālikeraphalakṣodaṃ sasitaṃ saguḍaṃ tu vā / kṣaudrākṣaṃ juhuyāttadvadayatnāddhanadopamaḥ
Zerriebenes Kokosnussfruchtfleisch, mit Zucker oder auch mit Melasse versehen, mit Honig[-Anteil] opfere man ebenso; mühelos [wird man dadurch] Kubera (dhanada) gleich.
Ebenso durch das Feueropfer mit Speise und Ghee, auch mit Reiskörnern und Sesam; ebenso mit roten Blüten, gleichermaßen mit von der Bandhūka-Pflanze entstandenen -
dūrvātrikaistrimadhvaktairhavanāttu jayecca tān / tathā guḍūcyā homena pāyasena tilena ca
Mit dreifachem, mit den 'drei Süßen' benetztem Dūrvā-Gras besiegt man durch das Feueropfer jene [Feinde]; ebenso durch das Feueropfer mit Guḍūcī, mit Milchreis und mit Sesam -
Wort für Wort
dūrvātrikaiḥ trimadhvaktaiḥ
mit dreifachem, mit den drei Süßen benetztem Dūrvā-Gras
mit Śrīkhaṇḍa(Sandelholz)-Paste und Kampfer vermischten Lotusblüten erlangt man durch das Feueropfer Reichtum, solange dieser der [eigenen] Nachkommenschaft zuteilwird.
Wort für Wort
śrīkhaṇḍapaṅkakarpūramilitaiḥ śatapatrakaiḥ
mit Sandelholz-Paste und Kampfer vermischten Lotusblüten
mit honigbenetzten Pāṭalā-Blüten unterwerfe man durch Feueropfer eine Braut/Frau; ebenso bringe man mit Lotusblüten, im Feuer dargebracht, eine Kurtisane in seine Gewalt.
Durch das Feueropfer mit weißen [Blüten], benetzt mit der Milch einer weißen Kuh mit gleichfarbigem Kalb, erlangt selbst der von übelstem Sinn unvergleichlichen Reichtum.
Wort für Wort
sarūpavatsāsitagokṣīrāktasitahomataḥ
durch das Feueropfer mit weißen, mit der Milch einer weißen Kuh mit gleichfarbigem Kalb benetzten [Blüten]
Mit Sauvīra-benetzten Baumwollsamen, durch das Feueropfer zur [entsprechenden] Zeit, in einer halbmondförmigen Feuergrube, werden die Feinde gewiss, o Weiser, botmäßig.
Mit Ariṣṭa(Nimbaum)-Blättern und dessen Samen, in dessen Feuer damit ebenso dargebracht, mit 'Todes-Samen', in Nimbaumöl getränkt, im Feuer dargebracht, vernichtet man jene [Feinde].
Ebenso macht man Pferde krank durch die dargebrachten 'Fünf Kuh-Produkte' gewiss; mit ölbenetzten Akṣa[-Samen], im Feuer dargebracht, [entsteht] allgemeine Vernichtung.
Mit getränkten Karañja-Samen, im Feuer dargebracht, wird der Feind von Piśāca-Dämonen befallen; ebenso auch durch das Feueropfer mit den fünf Teilen des vom Akṣa-Baum Entstandenen -
Wort für Wort
karañjabījaiḥ saṃsiktaiḥ
mit getränkten Karañja-Samen
hemāt vairī piśācavān
im Feuer dargebracht wird der Feind von Piśāca-Dämonen befallen
tathā eva akṣatarūdbhūtapañcāṅgahavanāt api
ebenso auch durch das Feueropfer mit den fünf Teilen des Akṣa-Baumes
Im Feuer, entfacht mit dem Brennholz des dem Geburtsgestirn des Feindes entsprechenden Baumes, mit dessen [dem entsprechenden Tier] zugehörigem Fleisch dargebracht, bewirkt dies durch das Feueropfer den Tod des Feindes.
Wort für Wort
arāteḥ janmanakṣatravṛkṣendhanagate anale
im mit dem Brennholz des dem Geburtsgestirn des Feindes entsprechenden Baumes entfachten Feuer
tadyonipiśitaiḥ taiḥ ca
mit dessen [Nakṣatra-]Ursprungstier zugehörigem Fleisch
So bewirke man bei den 'Bezwingungs-Feueropfern', zum eigenen Schutz, ebenso täglich, mit wohlgesinnten, das rechte Mantra erlangt habenden [Priestern], Japa, Homa u.a.
Wort für Wort
evaṃ nigrahahomeṣu
so bei den Bezwingungs-Feueropfern
svarakṣāyai tathā anvaham
zum eigenen Schutz ebenso täglich
snigdhaiḥ saṃprāptasadvidyaiḥ
mit wohlgesinnten, das rechte Mantra erlangt habenden [Priestern]
Oder mit [dem Mantra des] Mṛtyuñjaya, oder eben mit den jeweils bei der Anwendung befindlichen Mantras - so zerstöre man rasch das andernfalls [gegen einen gerichtete] vollendete Mantra dieses [Feindes].
Wort für Wort
mṛtyuñjayena vā
oder mit [dem Mantra des] Mṛtyuñjaya
tattatprayogasthābhiḥ eva vā
oder eben mit den jeweils bei der Anwendung befindlichen [Mantras]
Im Kṛta[-Zeitalter] wird [eine Japa-Zahl von] drei Lakh genannt, im Tretā[-Zeitalter] ebenso das Doppelte, im Dvāpara wird das Dreifache genannt, im Kali[-Zeitalter] aber das Vierfache davon.
Ein Zehntel [davon] soll als Feueropfer ausgeführt werden, ein Zehntel davon wiederum als Tarpaṇa; ein Zehntel davon soll die [rituelle] Besprengung sein, ein Zehntel die Speisung von Brahmanen.
So, der Reihe nach, ist für alle [Nityā-Mantras] jeweils diese Zahl des Japa zur Vollendung des Mantras auszuführen; danach führe man die [rituellen] Anwendungen aus.
Das Doppelte [der Grundzahl] nämlich ist als Japa für Kāmeśvarī auszuführen, o Fürst der Weisen; wenn das Mantra vollendet ist, führe man die [rituellen] Anwendungen ganz nach Belieben aus.
Wort für Wort
dviguṇo hi japaḥ kāryaḥ
das Doppelte nämlich ist als Japa auszuführen
kāmeśvaryā munīśvara
für Kāmeśvarī, o Fürst der Weisen
siddhe mantre prayogān tu
wenn das Mantra vollendet ist, die Anwendungen aber
Ein Lakh wird als Japa[-Zahl] für [die Göttin] Bhagamālā genannt, das Feueropfer u.a. ist ein Zehntel davon auszuführen, o Fürst der Weisen, zur Vollendung [ihres] Mantras.
nityaklinnājapaḥ prokto lakṣaṃ homo haśāṃśataḥ / kāryaḥ siddhyai tu vidyāyāḥ prayogānsādhayettataḥ
Für [die Göttin] Nityaklinnā wird [gleichfalls] ein Lakh als Japa genannt, das Feueropfer ist ein Zehntel davon auszuführen, zur Vollendung des Mantras; danach führe man die Anwendungen aus.
Wort für Wort
nityaklinnājapaḥ proktaḥ lakṣam
für Nityaklinnā wird der Japa mit einem Lakh genannt
mahāvajreśvarīvidyājapo lakṣatrayo mataḥ / havanādi daśāṃśena kāryaṃ proktakrameṇa hi
Für das Mantra der Mahāvajreśvarī wird der Japa mit drei Lakh angesetzt; Feueropfer u.a. ist mit einem Zehntel davon, nach der genannten Reihenfolge, auszuführen.
Wort für Wort
mahāvajreśvarīvidyājapaḥ
der Japa des Mantras der Mahāvajreśvarī
lakṣatrayo mataḥ
wird mit drei Lakh angesetzt
havanādi daśāṃśena kāryam
Feueropfer u.a. mit einem Zehntel davon auszuführen
Unermüdlich rezitiere man ein Lakh [als Maß] für das Dūtī-Mantra, o Weiser; nach dem Verfahren eines Zehntels davon erfolgt das Feueropfer u.a., nach dem genannten Weg.
Wort für Wort
atandrito japet lakṣamitam
unermüdlich rezitiere man, mit dem Maß von einem Lakh
Für [die Göttin] Tvaritā rezitiere man, bemessen mit einem Lakh; nach einem Zehntel davon führe man alles Feueropfer u.a. aus, zur Vollendung des Mantras, o Fürst der Weisen.
Wort für Wort
tvaritāṃ prajapet lakṣapramitām
für Tvaritā rezitiere man, mit einem Lakh bemessen
Für [die Göttin] Nityā-Nityā, o Brahmane, wird der Japa mit drei Lakh bemessen angesetzt; das Feueropfer u.a. wird mit einem Zehntel davon, nach der genannten Vorschrift, gelehrt.
Dreiundfünfzig Lakh wird nach der Regel, o Fürst der Weisen, als Japa für [die Göttin] Nityapatākā erklärt; das Feueropfer u.a. [erfolgt] mit einem Zehntel davon.
vijayāyā jayaḥ prokto lakṣamānena nārada / anyatpūrvavadākhyātaṃ vidyāsiddhyai tu sādhanam
Für [die Göttin] Vijayā wird der 'Sieg' (Japa) mit dem Maß von einem Lakh verkündet, o Nārada; alles Übrige, die Ausübung zur Vollendung des Mantras, ist wie zuvor erklärt.
Mit dem Maß von 'Zahn-Lakh' (32 Lakh, nach der Zahl der Zähne) rezitiere man für [die Göttin] Sarvamaṅgalikā; nach dem Verfahren eines Zehntels davon wird das Feueropfer u.a. verkündet.
Wort für Wort
dantalakṣapramāṇena
mit dem Maß von 'Zahn-Lakh' (32 Lakh)
sarvamaṅgālikāṃ japet
rezitiere man für Sarvamaṅgalikā
taddaśāṃśakrameṇa eva
eben nach dem Verfahren eines Zehntels davon
homādi samudīritam
wird das Feueropfer u.a. verkündet
'danta' (32 Zähne) als traditionelle Zahlsymbolik für 32; 'dantalakṣa' somit '32 Lakh'.
Acht Lakh rezitiere man, sich von geweihter Opferspeise ernährend, für [die Göttin] Jvālāmālinī; das Feueropfer u.a. wird mit einem Zehntel davon, mit den genannten Substanzen, verkündet.
Für [die Göttin] Citrā [beträgt] der Japa 'Erd-Lakh' [?]; das Feueropfer u.a. ist danach nach der genannten Vorschrift auszuführen, zur Vollendung des Mantras, o Fürst der Weisen.
Wort für Wort
citrāyā bhūpalakṣaṃ[?] tu
für Citrā aber 'Erd-Lakh'[?]
japo homādikaḥ tataḥ
der Japa, das Feueropfer u.a. danach
proktena vidhinā kāryaḥ
ist nach der genannten Vorschrift auszuführen
vidyāsiddhyai munīśvara
zur Vollendung des Mantras, o Fürst der Weisen
'bhūpalakṣam' unklar (wörtl. evtl. 'König-der-Erde-Lakh' oder 'Erd-Lakh', Zahlensymbolik unsicher); mit [?] vermerkt.
Dies wurde in Kürze verkündet - das Kapitel über die Nityās, von Anfang an; hierbei ist alles zu verstehen unter vorausgehender Herstellung des Yantra (rituellen Diagramms).
Wort für Wort
etat saṃkṣepataḥ proktam
dies wurde in Kürze verkündet
nityāpaṭalam āditaḥ
das Kapitel der Nityās, von Anfang an
jñātavyaṃ sarvam eva atra
hierbei ist alles zu verstehen
yantrasādhanapūrvakam
unter vorausgehender Herstellung des Yantra
Selbstbezeichnung des Kapitels als 'nityāpaṭalam' bestätigt die inhaltliche Grundlage des hier gewählten Kapiteltitels.