Kapitel 96: śrīnāradīyapurāṇānukramaṇam
Zusammenfassung des Nāradīya-Purāṇa (des vorliegenden Werks)
Selbstreferentielles Kapitel: Brahmā fasst Aufbau und Inhalt des Nāradīya-Purāṇa selbst zusammen (Pūrvabhāga mit vier Belehrungen durch Sanaka, Sanandana, Sanatkumāra, Sanātana; Uttarabhāga mit Ekādaśī-Gelübde, Tīrtha-Māhātmyas u.a.).
Śrī Brahmā sprach: Höre, o Brahmane, ich will [dir] das Nāradīya-Purāṇa verkünden, [das] fünfundzwanzigtausend [Verse umfasst und] auf der Erzählung des Bṛhat-Kalpa beruht.
Wort für Wort
śrībrahmovāca
Śrī Brahmā sprach
śṛṇu vipra pravakṣyāmi
höre, o Brahmane, ich will verkünden
purāṇaṃ nāradīyakam
das Nāradīya-Purāṇa
pañcaviṃśatisāhasraṃ
fünfundzwanzigtausend [Verse]
bṛhatkalpakathāśrayam
gestützt auf die Erzählung des Bṛhat-Kalpa
Anm.: Vor dem eigentlichen Versbeginn steht im Quelltext die Zeile "iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge bṛhadupākhyāne caturthapāde śrīmadbhāgavatānukramaṇīnirūpaṇaṃ nāma ṣaṇṇavatitamo 'dhyāyaḥ". Wie in V1 von Kap. 95 erläutert, ist dies der verschobene Abschluss-Kolophon des VORHERGEHENDEN Kapitels (Bhāgavata-Zusammenfassung), fälschlich mit der Nummer des vorliegenden Kapitels (96) versehen. Das tatsächliche Kapitel 96 behandelt, wie der Versinhalt zeigt, das Nāradīya-Purāṇa selbst (selbstreferentiell). Nicht als Vers übersetzt.
Das Gespräch zwischen Sūta und Śaunaka, die knappe Beschreibung der Schöpfung, und verschiedene heilige Erzählungen über den Dharma werden im [Teil] Pravṛtti dargelegt.
Im ersten Viertel (pāda) des vorderen Teils [wird gelehrt] durch den hochgesinnten Sanaka; im zweiten, genannt Mokṣadharma, [erfolgt] die Darlegung der Mittel zur Erlösung.
Im großen Tantra wird gelehrt die Befreiung des [Seelen-]Tieres von der Fessel, die Reinigung der Mantras, die Weihe (dīkṣā), das Herausziehen der Mantras und die Verehrungspraxis.
prayogāḥ kavacaṃ nāmasahasraṃ stotrameva ca / gaṇeśasūryaviṣṇūnāṃ śivaśaktyoranukramāt
Die rituellen Anwendungen, der Schutzzauber, das Tausendnamen-Hymnus sowie das Lobpreis-Hymnus – der Reihe nach für Gaṇeśa, Sūrya, Viṣṇu, Śiva und Śakti.
Einzeln, jeweils gesondert, wird [dies] gelehrt, unter Voranstellung der [rechten] Zeit für das Schenken – in allen Monaten, angefangen mit Caitra, und für die [einzelnen] Mondtage jeweils gesondert.
pūrvabhāgo 'yamudito bṛhadākhyānasaṃjñitaḥ / asyottare vibhāge tu praśna ekādaśīvrate
Dies ist der genannte Pūrvabhāga (vordere Teil), 'die große Erzählung' genannt. In dessen nachfolgendem Abschnitt aber [beginnt] die Frage über das Ekādaśī-Gelübde.
Und der Fluch des Vasu über Mohinī, danach die Handlung ihrer Erlösung; die höchst heilige Erzählung der Gaṅgā, die Verkündung der Pilgerfahrt nach Gayā.
Die unvergleichliche Größe [der Stadt] Kāśī, die Beschreibung des Puruṣottama, die Vorschrift für die Pilgerfahrt zu dieser heiligen Stätte, versehen mit vielen Erzählungen.
Wort für Wort
kāśyā māhātmyamatulaṃ
die unvergleichliche Größe von Kāśī
puruṣottamavarṇanam
die Beschreibung des Puruṣottama
yātrāvidhānaṃ kṣetrasya
die Vorschrift für die Pilgerfahrt zu dieser heiligen Stätte
Danach die kleine Erzählung von Gautama, sodann der Lobpreis 'Veda-Pāda', die Größe der heiligen Stätte Gokarṇa, ebenso die kleine Erzählung von Lakṣmaṇa.