Höre, mein Kind, ich will das uralte, mit Namen Brahmāṇḍa (verkündete Purāṇa) verkünden, das zwölftausend (Verse zählt), verbunden mit der Erzählung des Urzeit-Kalpa.
prakriyākhyo 'nuṣaṅgākhya upodghātastṛtīyakaḥ / caturtha upasaṃhāraḥ pādāścatvāra eva hi
Der ‚Prakriyā' genannte, der ‚Anuṣaṅga' genannte, als dritter der ‚Upodghāta', als vierter der ‚Upasaṃhāra' — dies sind fürwahr die vier Viertel (Pādas).
ādau kṛtyasamuddeśo naimiṣākhyānakaṃ tataḥ / hiraṇyagarbhotpattiśca lokakalpanameva ca
Zu Beginn die Aufzählung der zu tuenden Handlungen, dann die Erzählung von Naimiṣa, die Entstehung des Hiraṇyagarbha, und ebenso die Erschaffung der Welten.
Wort für Wort
ādau kṛtyasamuddeśo
zu Beginn die Aufzählung der zu tuenden Handlungen
die Erzählung von der Geistes-Schöpfung (der Mānasa-Söhne), die Beschreibung von Rudras Geburt, und Mahādevas Herrlichkeit, danach die Erschaffung der Ṛṣis.
und der Sieg der Feuer, die Beschreibung vom wahren Wesen der Zeit, die Aufzählung von Priyavratas Geschlecht, die ausführliche Beschreibung der Erdausdehnung.
varṇanaṃ bhāratasyāsya tato 'nyeṣāṃ nirūpaṇam / jambvādisaptadvīpākhyā tato 'dholokavarṇanam
die Beschreibung dieses (Landes) Bhārata, dann die Darstellung der anderen (Länder), die Erzählung von den sieben Erdteilen mit Jambu(-dvīpa) beginnend, dann die Beschreibung der Unterwelten.
Wort für Wort
varṇanaṃ bhāratasyāsya
die Beschreibung dieses Bhārata
tato 'nyeṣāṃ nirūpaṇam
dann die Darstellung der anderen
jambvādisaptadvīpākhyā
die Erzählung von den sieben Erdteilen, mit Jambu beginnend
yajñapravartanaṃ cātha yugayorantyayoḥ kṛtiḥ / yugaprajālakṣaṇaṃ ca ṛṣipravaravarṇanam
und die Einsetzung des Opfers, das Kṛta-Zeitalter an den beiden Enden der Zeitalter, die Kennzeichen der Geschöpfe der Zeitalter, und die Beschreibung der vorzüglichen Ṛṣis.
Wort für Wort
yajñapravartanaṃ cātha
und die Einsetzung des Opfers
yugayorantyayoḥ kṛtiḥ
das Kṛta-Zeitalter an den beiden Enden der Zeitalter
cākṣuṣe 'dyatane sarge dvitīyo 'ṅghriḥ purodale / athopodghātapāde tu saptarṣiparikīrtanam
Bei der Cākṣuṣa- (und) der gegenwärtigen Schöpfung endet das zweite Viertel des vorderen Teils; nun aber im Upodghāta-Viertel die Verkündung der Sieben Weisen.
die Entstehung des Vaivasvata (Manu), danach seine Schöpfung, das Geschlecht der Manu-Söhne und schließlich die Darstellung des Gandharva(-Geschlechts).
die Erzählung vom Vṛṣṇi-Geschlecht, dann die Entstehung des Sagara, die Nacherzählung des Bhārgava, im Zusammenhang mit der Tötung um des Vaters willen.
Wort für Wort
vṛṣṇivaṃśānukathanaṃ
die Erzählung vom Vṛṣṇi-Geschlecht
sagarasyātha saṃbhavaḥ
dann die Entstehung des Sagara
bhārgavasyānucaritaṃ
die Nacherzählung des Bhārgava
pitṛkāryavadhāśrayam
im Zusammenhang mit der Tötung um des Vaters willen
dann die Geschichte des Sagara, wiederum die Geschichte des Bhārgava, die Erzählung der Schlacht zwischen Göttern und Dämonen, die Beschreibung von Kṛṣṇas Erscheinen.
Wort für Wort
sagarasyātha caritaṃ
dann die Geschichte des Sagara
bhārgavasya kathā punaḥ
wiederum die Geschichte des Bhārgava
devāsurāhavakathā
die Erzählung der Schlacht zwischen Göttern und Dämonen
varṇanaṃ narakāṇāṃ ca vikarmācaraṇaistataḥ / manomayapurākhyānaṃ layaḥ prākṛtikastataḥ
und die Beschreibung der Höllen durch (die Folgen von) Fehltaten, dann die Erzählung von der geistgemachten Stadt, dann die materielle (prākṛtische) Auflösung.
und dann auch die Beschreibung der Śiva-Stadt, danach wird der dreifache, aus der Verbindung mit den (drei) Guṇas entstehende Zustand der Geschöpfe verkündet.
anirdeśyāpratarkyasya brahmaṇaḥ paramātmanaḥ / anvayavyatirekābhyāṃ varṇanaṃ hi tataḥ param
und danach fürwahr die Beschreibung des unbezeichenbaren, unausdenkbaren höchsten Selbst, des Brahman, mittels der Methoden von Bejahung und Verneinung.
unvergleichlich unter den achtzehn, das Wesentlichste vom Wesentlichen, o Zweimalgeborener — jenes Brahmāṇḍa, durch das das vierhunderttausend (Verse zählende) Purāṇa (insgesamt) getragen wird.
Wort für Wort
aṣṭādaśamanaupamyaṃ
unvergleichlich unter den achtzehn
sārātsārataraṃ dvija
das Wesentlichste vom Wesentlichen, o Zweimalgeborener
brahmāṇḍaṃ yaccaturlakṣaṃ
jenes Brahmāṇḍa, das vierhunderttausend(-versige)
purāṇaṃ yena vaṭhyate
Purāṇa, durch das es getragen wird
[Anm.: Bezug auf die überlieferte Gesamtzahl von 400.000 (caturlakṣa) Versen aller 18 Mahāpurāṇas zusammen; das Brahmāṇḍa-Purāṇa wird hier als deren tragendes/zusammenfassendes Glied bezeichnet.]
Tatsächlich aber, nachdem sie von mir als Lehrer die Purāṇas gehört hatten, wurden sie von den Weisen mit geläuterter Seele den Welten (den Menschen) verkündet.
tena śaktisutāyoktaṃ jātūkarṇyāya tena ca / vyāso labdhvā tataścaitatprabhañjanamukhodgatam
von ihm wurde es dem Sohn der Śakti (Parāśara) gesagt, und von diesem dem Jātūkarṇya; und Vyāsa, nachdem er es erhalten hatte, (verbreitete) dies, aus dem Munde des Prabhañjana hervorgegangen.
Wort für Wort
tena śaktisutāyoktaṃ
von ihm wurde es dem Sohn der Śakti gesagt
jātūkarṇyāya tena ca
und von diesem dem Jātūkarṇya
vyāso labdhvā tataś
und Vyāso, nachdem er es erhalten hatte
caitatprabhañjanamukhodgatam
dies, aus dem Munde des Prabhañjana hervorgegangen [?]
[?] „prabhañjanamukhodgatam“ unklar in seinem genauen Bezug (evtl. Beiname eines weiteren Überlieferers in der Kette); sinngemäß wörtlich übersetzt.
pramāṇīkṛtya loke 'sminprāvartayadanuttamam / ya idaṃ kīrtayedvatsa śṛṇoti ca samāhitaḥ
nachdem er es in dieser Welt als maßgeblich anerkannt hatte, verbreitete er es, das unübertreffliche. Wer dies verkündet, mein Kind, und es gesammelten Sinnes hört,
Wort für Wort
pramāṇīkṛtya loke 'smin
nachdem er es in dieser Welt als maßgeblich anerkannt hatte
sa vidhūyeha pāpāni yāti lokamanāmayam / likhitvaitatpurāṇaṃ tu svarṇasiṃhāsanasthitam
der geht, nachdem er hier seine Sünden abgeschüttelt hat, zur leidfreien Welt. Wer aber, nachdem er dieses Purāṇa niedergeschrieben hat, es, auf einem goldenen Löwenthron befindlich,
Wort für Wort
sa vidhūyeha pāpāni
der geht, nachdem er hier seine Sünden abgeschüttelt hat
śāntāya śamacittāya śuśrūṣābhiratāya ca / nirmatsarāya śucaye deyaṃ sadvaiṣṇavāya ca
Einem Friedvollen, einem im Geist Ruhigen, einem am Dienen Erfreuten, einem Neidlosen, einem Reinen und einem rechtschaffenen Vaiṣṇava soll er gegeben werden.
Wort für Wort
śāntāya śamacittāya
einem Friedvollen, einem im Geist Ruhigen
śuśrūṣābhiratāya ca
und einem am Dienen Erfreuten
nirmatsarāya śucaye
einem Neidlosen, einem Reinen
deyaṃ sadvaiṣṇavāya ca
soll er gegeben werden, und einem rechtschaffenen Vaiṣṇava