Kapitel 72: rāmādyupāsanāvarṇanam
Beschreibung der Verehrung Rāmas u.a.
Titel gemäß der in der Aufgabenstellung vorgegebenen Kolophon-Angabe (dort im Kolophon als 73. Kapitel, trisaptatitama, bezeichnet). Diese für Kapitel 72 maßgebliche Kolophonzeile findet sich, einem bereits für Kapitel 77 dokumentierten Verschiebungsmuster der Quelle folgend, tatsächlich am Anfang von V.1 des NÄCHSTEN Kapitels (73), wohin sie bei der Extraktion als Reststück vor dessen erstem Vers gerutscht ist. Umgekehrt beginnt V.1 der vorliegenden Datei (src_kap72_raw.txt) seinerseits mit der Schlusskolophonzeile des vorangehenden, mit „Darlegung der Verehrung des Hayagrīva“ betitelten Kapitels (siehe Anm. zu V.1). Ein eigener Schlusskolophon zum vorliegenden Kapitel 72 fehlt in dessen Quelltext.
So [endet] im ehrwürdigen Bṛhannāradīya-Purāṇa, im Pūrvabhāga, in der großen Nebenerzählung, im Sanatkumāra-Abschnitt, im dritten Pāda, das mit „Darlegung der Verehrung des Hayagrīva“ betitelte 72. Kapitel. – Sanatkumāra sprach: Nun sollen die Erfüllung (Siddhi) verleihenden Mantras Rāmas verkündet werden, durch deren Verehrung Sterbliche den Ozean des Daseins (Bhavasāgara) überqueren.
das mit „Darlegung der Verehrung des Hayagrīva“ betitelte 72. Kapitel
sanatkumāra uvāca
Sanatkumāra sprach
atha rāmasya manavo vakṣyante siddhidāyakāḥ
nun sollen die Siddhi verleihenden Mantras Rāmas verkündet werden
yeṣāmārādhanānmartyāstaranti bhavasāgaram
durch deren Verehrung Sterbliche den Ozean des Daseins überqueren
[Anm.: Dem eigentlichen Beginn dieses Kapitels geht im Quelltext, wie bereits für Kapitel 77 dokumentiert, die versehentlich mitgeführte Schlusskolophonzeile des vorangehenden Kapitels voraus – hier eines mit „Darlegung der Verehrung des Hayagrīva“ betitelten, im Kolophon als 72. (dvisaptatitama) bezeichneten Kapitels. Die für das vorliegende, projektintern als Kapitel 72 geführte Stück maßgebliche, in der Aufgabenstellung vorgegebene Kolophon-Angabe („rāmādyupāsanāvarṇanam“, im Kolophon als 73. bezeichnet) findet sich stattdessen – demselben Verschiebungsmuster folgend – am Anfang von V.1 des nächsten Kapitels (73). Ein eigener Schlusskolophon fehlt am Ende des vorliegenden Kapitels.]
Unter allen erhabenen Mantras gilt der vaiṣṇava-Mantra als der beste; auch unter den gāṇapatya-, saura-, śākta- und śaiva-Mantras ist er der Wunscherfüller.
Wort für Wort
sarveṣu mantravaryeṣu śreṣṭhaṃ vaiṣṇavamucyate
unter allen erhabenen Mantras gilt der vaiṣṇava-Mantra als der beste
gāṇapatyeṣu saureṣu śāktaśaiveṣvabhīṣṭadam
auch unter den gāṇapatya-, saura-, śākta- und śaiva-Mantras ist er der Wunscherfüller
Auch unter den vaiṣṇava-Mantras sind die Rāma-Mantras die fruchtreicheren – zehnmillionenfach mal zehnmillionenfach wirksamer als die gāṇapatya- und ähnlichen Mantras.
Wort für Wort
vaiṣṇaveṣvapi mantreṣu rāmamantrāḥ phalādhikāḥ
auch unter den vaiṣṇava-Mantras sind die Rāma-Mantras die fruchtreicheren
gāṇapatyādimantrebhyaḥ koṭikoṭiguṇādhikāḥ
zehnmillionenfach mal zehnmillionenfach wirksamer als die mit Gāṇapatya beginnenden Mantras
Der auf Viṣṇus Lager Ruhende [d.h. die Feuersilbe „ra“], dessen Haupt vom Mond geschmückt ist [d.h. mit Anusvāra versehen: „raṃ“] – dieser, gefolgt von „rāmāya“ und endend auf „Herz“ [d.h. „namaḥ“] – das ist der sechssilbige Mantra, der die Flut großer Sünden vernichtet.
Wort für Wort
viṣṇuśayyāsthito vahnirindubhūṣitamastakaḥ
der auf Viṣṇus Lager ruhende Feuer[-Laut], dessen Haupt vom Mond geschmückt ist [?]
rāmāya hṛdayānto 'yaṃ
dieser, gefolgt von „rāmāya“, endend auf „Herz“ (namaḥ)
mahāghaudhavināśanaḥ
der Vernichter der Flut großer Sünden
[Anm.: Der Vers verwendet die in der Mantra-Lehre übliche Rätselsprache (Kūṭa-Bezeichnung) für Keimsilben: „Feuer“ (vahni) steht für den Laut „ra“, „vom Mond geschmückt“ für den Anusvāra (ṃ); vermutlich resultiert die Silbe „raṃ“. Die genaue Auflösung bleibt unsicher. [?]]
svarṇasteya surāpānagurutalpāyutāni ca / / koṭikoṭisahasrāṇi hyupapāpāni yāni vai
sowie Zehntausende von Golddiebstählen, Weingenuss und Verkehr mit dem Lager des Lehrers, ebenso Abertausende mal Abertausende geringerer Sünden, die es gibt –
Wort für Wort
svarṇasteya surāpānagurutalpāyutāni ca
und Zehntausende von Golddiebstählen, Weingenuss und Ehebruch am Lager des Lehrers
koṭikoṭisahasrāṇi hyupapāpāni yāni vai
sowie Abertausende mal Abertausende geringerer Sünden, die es gibt
Die erste Silbe ist die Keimsilbe (bīja), „Herz“ [namaḥ] die Kraftsilbe (śakti), die Anwendung dient der Erlangung von allem. Mit der Keimsilbe, versehen mit den sechs langen Vokalen, vollziehe man die Bildung der sechs Glieder(-mantras).
Wort für Wort
ādyaṃ bījaṃ ca hṛcchaktirviniyogo 'khilāptaye
die erste Silbe ist die Keimsilbe, „Herz“ die Kraftsilbe, die Anwendung dient der Erlangung von allem
ṣaḍdīrghabhājā bījena ṣaḍaṅgāni samācaret
mit der Keimsilbe, versehen mit den sechs langen Vokalen, vollziehe man die sechs Glieder(-mantras)
An der Brahma-Öffnung [dem Scheitel], zwischen den Augenbrauen, am Herzen, am Nabel, an den Geschlechtsteilen und an den Füßen lege man der Reihe nach die Mantra-Silben auf und setze dann die mit Keśava beginnenden Namen ein.
pīṭhanyāsādikaṃ kṛtvā dhyāyeddhṛdi raghūttamam / / kālāṃbhodharakāntaṃ ca vīrā sanasamāsthitam
Nachdem man die Sitz-Einsetzung (Pīṭhanyāsa) u.a. vollzogen hat, meditiere man im Herzen über den Besten der Raghu[-Dynastie], schön wie eine dunkle Regenwolke, im Heldensitz (Vīrāsana) verweilend,
Wort für Wort
pīṭhanyāsādikaṃ kṛtvā dhyāyeddhṛdi raghūttamam
nachdem man die Sitz-Einsetzung u.a. vollzogen hat, meditiere man im Herzen über den Besten der Raghu
kālāṃbhodharakāntaṃ ca vīrā sanasamāsthitam
schön wie eine dunkle Regenwolke, im Heldensitz verweilend
der in der rechten Hand die Wissens-Geste (Jñānamudrā) über dem rechten Knie hält, und Sītā, deren Hand einem Lotos gleicht, von blitzgleichem Glanz, an seiner Seite,
Wort für Wort
jñānamudrāṃ dakṣahaste dadhataṃ jānunītaram
der in der rechten Hand die Wissens-Geste über dem Knie hält
saroruhakarāṃ sītāṃ vidyudābhāṃ ca pārśvagām
und Sītā, deren Hand einem Lotos gleicht, von blitzgleichem Glanz, an seiner Seite
die auf Rāmas lotosgleiches Antlitz blickt, mit mannigfachem Schmuck geziert. So meditierend, wiederhole der Mantra-Kundige hunderttausendmal den Mantra, davon opfere er ein Zehntel im Feuer.
Wort für Wort
paśyantīṃ rāmavakrābjaṃ vividhākalpabhūṣitām
die auf Rāmas lotosgleiches Antlitz blickt, mit mannigfachem Schmuck geziert
dhyātvaivaṃ prajapedvarṇalakṣaṃ mantrī daśāṃśataḥ
so meditierend, wiederhole der Mantra-Kundige hunderttausendmal, ein Zehntel davon als Opfer
Mit Lotosblüten opfere man im Feuer, sodann speise man Brahmanen. Man verehre den Gott auf dem vaiṣṇava-Sitz (Pīṭha), der mit den Sitzgottheiten, beginnend mit Vimalā, versehen ist.
Wort für Wort
kamalairjuhuyādvahnau brāhmaṇānbhojayettataḥ
mit Lotosblüten opfere man im Feuer, sodann speise man Brahmanen
pūjayedvaiṣṇave pīṭhe vimalādisamanvite
man verehre auf dem vaiṣṇava-Sitz, der mit den mit Vimalā beginnenden Gottheiten versehen ist
Nachdem der Übende (Sādhaka) mit dem Grundmantra die Gestalt geistig gesetzt und in ihr die Gottheit herbeigerufen hat, verehre er Sītā, die links sitzt, mit ihrem eigenen Mantra.
Wort für Wort
mūrtiṃ mūlena saṃkalpya tasyāmāvāhya sādhakaḥ
nachdem der Übende mit dem Grundmantra die Gestalt gesetzt und in ihr die Gottheit herbeigerufen hat
sītāṃ vāme samāsīnāṃ tanmantreṇa prapūjayet
verehre er Sītā, die links sitzt, mit ihrem eigenen Mantra
Der Jānakī-Mantra lautet: das Wort „Ramā-Sītā“, endend auf „ṅe“ [?], mit einem Paar „ṭha“ am Schluss [?]. Nachdem man Agni und den Śārṅga-Bogen verehrt hat, verehre man die Pfeile zu beiden Seiten.
Wort für Wort
ramāsītāpadaṃ ṅeṃtaṃ dviṭhānto jānakīmanuḥ
der Jānakī-Mantra: das Wort „Ramā-Sītā“, endend auf „ṅe“ [?], mit einem Paar „ṭha“ am Schluss [?]
agreḥ śārṅgaṃ ca sampūjya śarānpārśvadvayer'cayet
nachdem man Agni [?] und den Śārṅga-Bogen verehrt hat, verehre man die Pfeile zu beiden Seiten
[?: Die genaue phonetische Auflösung der Kūṭa-Silben „ṅe“ und des Silbenpaares „ṭha“ bleibt unsicher; ebenso ist „agreḥ“ (wohl zu „agneḥ“, des Feuers) unklar überliefert.]
keśareṣu ṣaḍaṅgāni patreṣvetānsamarcayet / / hanumantaṃ ca sugrīvaṃ bharataṃ sabibhīṣaṇam
An den Staubfäden des Lotos verehre man die sechs Glieder(-mantras), an den Blättern verehre man diese Gestalten: Hanumant, Sugrīva, Bharata mit Vibhīṣaṇa,
Wort für Wort
keśareṣu ṣaḍaṅgāni patreṣvetānsamarcayet
an den Staubfäden die sechs Glieder(-mantras), an den Blättern verehre man diese
Man verehre Bharata und Śatrughna, die zu beiden Seiten die Chāmara-Wedel halten; Lakṣmaṇa, der mit beiden Händen den Sonnenschirm hält, verehre man im Rücken, hinter Rāma.
Wort für Wort
yajedbharataśatrughnau pārśvayordhṛtacāmarau
man verehre Bharata und Śatrughna, die zu beiden Seiten die Chāmara-Wedel halten
dhṛtātapatraṃ hastābhyāṃ lakṣmaṇaṃ pṛṣṭator'cayet
Lakṣmaṇa, der mit beiden Händen den Sonnenschirm hält, verehre man im Rücken
tato 'ṣṭapatre sṛṣṭiṃ ca japantaṃ vijayaṃ tathā / / surāṣṭraṃ rāṣṭrapālaṃ ca akopaṃ dharmapālakam
Sodann verehre man auf dem achtblättrigen Lotos Sṛṣṭi, dann Vijaya, Surāṣṭra, Rāṣṭrapāla, Akopa und den Dharma-Hüter,
Wort für Wort
tato 'ṣṭapatre sṛṣṭiṃ ca japantaṃ vijayaṃ tathā
sodann auf dem achtblättrigen Lotos Sṛṣṭi und ebenso Vijaya, den Japa Verrichtenden [?]
surāṣṭraṃ rāṣṭrapālaṃ ca akopaṃ dharmapālakam
Surāṣṭra, Rāṣṭrapāla, Akopa und den Dharma-Hüter
[?: Die auf den acht Lotosblättern genannten Namen (Sṛṣṭi, Vijaya, Surāṣṭra, Rāṣṭrapāla, Akopa, Dharmapālaka, Sumanta) sind vermutlich Bezeichnungen begleitender Schutzgottheiten des Yantra; ihre genaue Funktion bleibt unsicher.]
und Sumanta – nachdem man diese, die in der Welt mit friedvollen Waffen ausgestattet sind, verehrt hat: so wird, wer Rāma auf diese Weise verehrt hat, zu einem im Leben Befreiten (Jīvanmukta).
Wort für Wort
sumantaṃ ceti sampūjya loke śānāyudhairyutān
und Sumanta – nachdem man diese, die in der Welt mit friedvollen Waffen [?] ausgestattet sind, verehrt hat
evaṃ rāmaṃ samārādhya jīvanmuktaḥ prajāyate
so wird, wer Rāma auf diese Weise verehrt hat, zu einem im Leben Befreiten
[?: „śānāyudhaiḥ“ ist unsicher, vermutlich zu „śāntāyudhaiḥ“ (mit friedlichen Waffen) zu ergänzen.]
Mit sandelbestrichenen Jātī-Blüten opfere man gesammelten Sinnes im Feuer zur Bezauberung eines Königs (Rājavaśya); mit Lotosblüten zur Erlangung von Reichtum, Getreide u.a.
Wort für Wort
candanāktaiḥ prajuhuyājjātīpuṣpaiḥ samāhitaḥ
mit sandelbestrichenen Jātī-Blüten opfere man gesammelten Sinnes im Feuer
rājavaśyāya kamalairdhanadhānyādisiddhaye
zur Bezauberung eines Königs; mit Lotosblüten zur Erlangung von Reichtum, Getreide u.a.
Wer nach der Göttin Lakṣmī verlangt, opfere mit vom Bilva-Baum stammenden Blüten; mit in Ghee getauchten blauen Lotosblüten bezaubere man die ganze Welt.
Wort für Wort
lakṣmīkāmaḥ prajuhuyātprasūnairvilvasaṃbhavaiḥ
wer nach Lakṣmī verlangt, opfere mit vom Bilva-Baum stammenden Blüten
ājyāktairnīlakamalairvaśayedakhilaṃ jagat
mit in Ghee getauchten blauen Lotosblüten bezaubere man die ganze Welt
Durch hundert in Ghee getauchte hundertblättrige Blüten wird man langlebig und krankheitsfrei; durch das Opfer roter Lotosblüten erlangt man den gewünschten Reichtum.
Wort für Wort
ghṛtāktaśatavarvībhirdīrghāyuśca nirāmayaḥ
durch hundert in Ghee getauchte hundertblättrige [?] Blüten wird man langlebig und krankheitsfrei
raktotpalānāṃ homena dhanaṃ prāpnoti vāñchitam
durch das Opfer roter Lotosblüten erlangt man den gewünschten Reichtum
[?: „śatavarvībhiḥ“ ist als Pflanzenbezeichnung unklar; sinngemäß im Anschluss an „śata-“ (hundert) als „hundertblättrige Blüten“ wiedergegeben.]
Durch Opfer von Palāśa-Blüten wird der Mann geistesscharf; wer das mit dem Mantra besprochene Wasser morgens trinkt, wird nach einem Jahr ein erhabener Dichterfürst.
Wort für Wort
pālāśakusumairhutvā medhāvī jāyate naraḥ
durch Opfer von Palāśa-Blüten wird der Mann geistesscharf
tajjaptāṃbhaḥ pibetprātarvatsarātkavirāḍ bhavet
wer das damit besprochene Wasser morgens trinkt, wird nach einem Jahr ein Dichterfürst
Man esse mit diesem Mantra besprochene Speise zur Besänftigung schwerer Krankheit; durch Opfer der für die jeweilige Krankheit vorgeschriebenen Heilpflanze wird man augenblicklich von jener Krankheit befreit.
Wort für Wort
tanmantritānnaṃ bhuñjītamahārogapraśāntaye
man esse mit diesem Mantra besprochene Speise zur Besänftigung schwerer Krankheit
rogoktauṣadhahomena tadrogānmucyate kṣaṇām
durch Opfer der für die Krankheit vorgeschriebenen Heilpflanze wird man augenblicklich von jener Krankheit befreit
[Anm.: Endform „kṣaṇām“ statt des zu erwartenden „kṣaṇāt“ (augenblicklich); vermutlich metrisch oder durch Verschreibung bedingt, Sinn unberührt.]
Am Flussufer oder im Kuhstall wiederhole man, nur von Milch lebend, hunderttausendmal den Mantra; durch Opfer von mit Ghee versetztem Milchreis wird man ein Schatz an Wissen.
Wort für Wort
nadītīre ca goṣṭhe vā japellakṣaṃ payobrataḥ
am Flussufer oder im Kuhstall wiederhole man, nur von Milch lebend, hunderttausendmal
pāyasenājyayuktena hutvā vidyānidhirbhavet
durch Opfer von mit Ghee versetztem Milchreis wird man ein Schatz an Wissen
und ein Zehntel davon mit Lotosblüten oder mit vom Bilva stammenden Blüten opfert, die mit den drei Süßigkeiten (Honig, Zucker, Ghee) versehen sind, erlangt anfänglichen, aus Ghee gewonnenen Glanz [?].
Wort für Wort
daśāṃśaṃ kamalairhutvā vilvotthairvā prasūnakaiḥ
und ein Zehntel davon mit Lotosblüten oder mit vom Bilva stammenden Blüten opfert
madhuratrayasaṃyuktairādajyaśriyamavāpnuyāt
die mit den drei Süßigkeiten versehen sind, erlangt anfänglichen Glanz aus Ghee [?]
[?: „ādajyaśriyam“ ist als Kompositum unklar überliefert; sinngemäß etwa „anfänglichen, aus Ghee gewonnenen Glanz/Wohlstand“ wiedergegeben.]
Im Monat Mārgaśīrṣa im Wasser stehend, von Wurzeln, Knollen und Früchten lebend, wiederhole man hunderttausendmal und opfere mit einem Zehntel davon Milchreis, dem Vasu [?] dargebracht –
Wort für Wort
mārgamāse jale sthitvā kandamūlaphalāśanaḥ
im Monat Mārgaśīrṣa im Wasser stehend, von Wurzeln, Knollen und Früchten lebend
lakṣaṃ japtvā daśāṃśena pāyasairjuhuyādvasau
nach hunderttausendmaliger Wiederholung opfere man mit einem Zehntel davon Milchreis, dem Vasu [?]
[?: Der Bezug von „vasau“ (dem Vasu bzw. den Vasus) bleibt unsicher; möglicherweise gehört das Wort syntaktisch zum folgenden Vers (31), der den Lohn des Ritus – einen rāmagleichen Sohn – nennt.]
so wird ihm ein Sohn, ja sogar ein Enkel, Śrī Rāmacandra gleich, geboren. Es gibt auch noch viele andere Anwendungen (Prayoga) für diesen Mantra-König.
Wort für Wort
śrīrāmacandrasadṛśaḥ putraḥ pautro 'pi jāyate
es wird ihm ein Sohn, ja sogar ein Enkel, Śrī Rāmacandra gleich, geboren
anye 'pi bahavaḥ saṃti prayogāmantrarājake
es gibt auch noch viele andere Anwendungen für diesen Mantra-König
kintu prayogakartṛāṇāṃ paraloko na vidyate / / ṣaṭkoṇaṃ vasupatraṃ ca tadbāhyārkadalaṃ likhet
Doch für die, die bloße Zauberanwendungen (Prayoga) ausüben, gibt es keine jenseitige Welt. – Man zeichne ein Sechseck, einen achtblättrigen Lotos und außerhalb davon einen zwölfblättrigen Sonnen-Lotos.
Wort für Wort
kintu prayogakartṛāṇāṃ paraloko na vidyate
doch für die, die bloße Zauberanwendungen ausüben, gibt es keine jenseitige Welt
ṣaṭkoṇaṃ vasupatraṃ ca tadbāhyārkadalaṃ likhet
man zeichne ein Sechseck, einen achtblättrigen Lotos und außerhalb davon einen zwölfblättrigen Sonnen-Lotos
[Anm.: „vasupatram“ (wörtl. das Blattwerk der Vasus, deren Zahl traditionell acht ist) und „arkadalam“ (das Blattwerk der Āditya/Arka, deren Zahl traditionell zwölf ist) sind Zahlwort-Kenningar für einen acht- bzw. zwölfblättrigen Lotos.]
In den Sechseck-Winkeln schreibe der Kundige die sechs Silben des Mantras; auf dem achtblättrigen Lotos ebenso die acht Silben, versehen mit dem Praṇava (Oṃ) im Innern.
Wort für Wort
ṣaṭkoṇeṣu ṣaḍarṇāni mantrasya vilikhed budhaḥ
in den Sechseck-Winkeln schreibe der Kundige die sechs Silben des Mantras
aṣṭapatre tathāṣṭārṇāṃllikhetpraṇavagarbhitān
auf dem achtblättrigen Lotos ebenso die acht Silben, versehen mit dem Praṇava im Innern
Auf dem Sonnen-Lotos schreibe man die Kāma-Keimsilbe; in der Mitte den vom Mantra-Namen umgebenen [Kreis], außen vom Sudarśana umgeben, und ebenso in den Himmelsrichtungen von einem Paar umgeben.
Wort für Wort
kāmabījaṃ ravidale madhye mantrāvṛtābhidhām
auf dem Sonnen-Lotos die Kāma-Keimsilbe; in der Mitte den vom Mantra-Namen umgebenen [Kreis]
sudarśanāvṛtaṃ bāhye dikṣu yugmāvṛtaṃ tathā
außen von Sudarśana umgeben, und ebenso in den Himmelsrichtungen von einem Paar umgeben
[?: Die knappe Beschreibung des Yantra-Aufbaus („mantrāvṛtābhidhām“, „sudarśanāvṛtam“, „dikṣu yugmāvṛtam“) lässt die genaue Anordnung der konzentrischen Ringe nur andeutungsweise erkennen.]
vajrollasadbhūmigehaṃ kandarpāṅkuśapāśakaiḥ / / bhūmyā ca vilasatkoṇaṃ yantrarājamidaṃ smṛtam
Es habe ein von Vajra-Zeichen erstrahlendes Erd-Gehäuse (Bhūpura), mit der Kandarpa-Silbe, Haken (Aṅkuśa) und Fessel (Pāśa) versehen, und mit von der Erdlinie erstrahlenden Ecken – dies gilt als der Yantra-König.
Wort für Wort
vajrollasadbhūmigehaṃ kandarpāṅkuśapāśakaiḥ
ein von Vajra-Zeichen erstrahlendes Erd-Gehäuse, mit der Kandarpa-Silbe, Haken und Fessel versehen
bhūmyā ca vilasatkoṇaṃ yantrarājamidaṃ smṛtam
und mit von der Erdlinie erstrahlenden Ecken – dies gilt als der Yantra-König
Auf Birkenrinde mit den acht Wohlgerüchen (Aṣṭagandha) gezeichnet, verehre man es nach der genannten Weise. In den Sechseck-Winkeln seien die Blütenblätter, der Sonnenkreis und der Lotos, von einem Doppelkreis umschlossen.
Wort für Wort
bhūrje 'ṣṭagandhaiḥ saṃlikhya pūjayeduktavartmanā
auf Birkenrinde mit den acht Wohlgerüchen gezeichnet, verehre man es nach der genannten Weise
ṣaṭkoṇeṣu dalārkābjānyāveṣṭavṛttayugmataḥ
in den Sechseck-Winkeln seien die Blütenblätter, der Sonnenkreis und der Lotos, von einem Doppelkreis umschlossen
An den Staubfäden des achtblättrigen [Lotos] schreibe der Kundige das Vokalpaar; außen aber die Mātṛkā (das Alphabet) sowie den Mantra „prāṇāya namaḥ“.
Wort für Wort
keśareṣvaṣṭapatrasya svaradvandvaṃ likhed budhaḥ
an den Staubfäden des achtblättrigen Lotos schreibe der Kundige das Vokalpaar
bahistu mātṛkāṃ caiva mantraṃ prāṇanidhayanama
außen aber die Mātṛkā sowie den Mantra „prāṇāya namaḥ“ [Anm.]
[Anm.: „prāṇanidhayanama“ ist im Quelltext offenkundig verderbt bzw. durch OCR entstellt; sinngemäß vermutlich „prāṇāya namaḥ“ zu lesen.]
An einem günstigen Tag, unter günstigem Sternbild, an einem guten, von Fremdkörpern freien Ort – nun folgen Bezauberung (Vaśya), Herbeiziehung (Ākarṣaṇa), Entzweiung (Vidveṣa), Vertreibung (Drāvaṇa), Austreibung (Uccāṭana) usw.:
Wort für Wort
sudine śubhanakṣatre sudeśe śalyavarjite
an einem günstigen Tag, unter günstigem Sternbild, an einem guten, von Fremdkörpern freien Ort
man verwende beide Puṣya-Tage sowie Āditya, Ārdrā und Maghā der Reihe nach; ein aus Dūrvā-Gras stammender Schreibgriffel dient bei der Bezauberung, ebenso bei der Herbeiziehung einer, der vom Karañja-Baum stammt;
Wort für Wort
puṣyadvayaṃ tathādityārdrāmaghāsu yathākramam
man verwende beide Puṣya-Tage sowie Āditya, Ārdrā und Maghā der Reihe nach
dūrvotthā lekhanī vaśye tathākṛṣṭau karañjajā
ein aus Dūrvā-Gras stammender Griffel bei der Bezauberung, bei der Herbeiziehung einer aus dem Karañja-Baum
narāsthijā māraṇe tu staṃbhane rājavṛkṣajā / / śāntipuṣṭaṣṭyāyuṣāṃ siddhayai sarvāpacchamanāya ca
bei der Tötung aber ein Griffel aus Menschenknochen, bei der Lähmung einer aus dem Rājavṛkṣa-Baum; zur Erlangung von Frieden, Gedeihen und langem Leben sowie zur Beschwichtigung jeglichen Unheils
Wort für Wort
narāsthijā māraṇe tu staṃbhane rājavṛkṣajā
bei der Tötung aber ein Griffel aus Menschenknochen, bei der Lähmung einer aus dem Rājavṛkṣa-Baum
śāntipuṣṭaṣṭyāyuṣāṃ siddhayai sarvāpacchamanāya ca
zur Erlangung von Frieden, Gedeihen und Leben sowie zur Beschwichtigung jeglichen Unheils
[Anm.: „puṣṭaṣṭyāyuṣām“ ist wohl aus „puṣṭyāyuṣām“ (Gedeihen und Leben betreffend) verschrieben bzw. OCR-bedingt entstellt.]
śatrūṇāṃ jvarasantāpaśokamāraṇakarmaṇi / / pītavasraṃ likhitvā tu sādhayetsādhakottamaḥ
bei Ritualen zum Erzeugen von Fieber, Qual, Kummer und zur Tötung von Feinden schreibe der beste Übende den Mantra auf gelbes Tuch und vollziehe das Werk.
Wort für Wort
śatrūṇāṃ jvarasantāpaśokamāraṇakarmaṇi
bei Ritualen zum Erzeugen von Fieber, Qual, Kummer und zur Tötung von Feinden
pītavasraṃ likhitvā tu sādhayetsādhakottamaḥ
schreibe der beste Übende auf gelbes Tuch und vollziehe das Werk
vaśyākṛṣṭau cāṣṭagandhaiḥ sampūjya ca yathāvidhi / / citāṅgārādinā caiva tāḍanoccāṭanādikam
Bei Bezauberung und Herbeiziehung schreibe man mit den acht Wohlgerüchen, nachdem man vorschriftsmäßig verehrt hat; mit Scheiterhaufenkohle u.ä. aber vollziehe man Schlagen (Tāḍana), Austreiben (Uccāṭana) usw.
Wort für Wort
vaśyākṛṣṭau cāṣṭagandhaiḥ sampūjya ca yathāvidhi
bei Bezauberung und Herbeiziehung schreibe man mit den acht Wohlgerüchen, nachdem man vorschriftsmäßig verehrt hat
citāṅgārādinā caiva tāḍanoccāṭanādikam
mit Scheiterhaufenkohle u.ä. aber vollziehe man Schlagen, Austreiben usw.
Durch Verbindung mit Gift und Arka-Milchsaft erfolgt gewiss die Tötung. Nachdem man so den Yantra-König gezeichnet hat, verehre man ihn mit Duftstoffen, Blumen usw.
Wort für Wort
viṣārkakṣīrayogena māraṇaṃ bhavati dhruvam
durch Verbindung mit Gift und Arka-Milchsaft erfolgt gewiss die Tötung
likhitvaivaṃ yantrarājaṃ gandhapuṣpādibhiryajet
nachdem man so den Yantra-König gezeichnet hat, verehre man ihn mit Duftstoffen, Blumen usw.
Nachdem man ihn mit drei Metallen (Triloha) umhüllt hat, trage ihn der beste Übende bei sich. Die Keimsilbe, [dann] „rāmāya“, [dann] ein Paar „ṭha“ – dieser Mantra hat sechs Silben.
Wort für Wort
trilohaveṣṭitaṃ kṛtvā dhārayetsādhakottamaḥ
nachdem man ihn mit drei Metallen umhüllt hat, trage ihn der beste Übende bei sich
bījaṃ rāmāya ṭhadvandvaṃ mantro 'yaṃ rasavarṇakaḥ
die Keimsilbe, „rāmāya“, ein Paar „ṭha“ – dieser Mantra ist sechssilbig (rasa)
„Duṣṭāntaka, Duṣṭabhayānaka, Duṣṭabhayaṅkara“, dann ein Paar „chindhi“ (zerschneide!), ein Paar „bhindhi“ (zerspalte!), sodann ein Paar „vidāraya“ (zerreiße!),
Wort für Wort
duṣṭāntakaduṣṭabhayānakaduṣṭabhayaṅkaram
„Duṣṭāntaka, Duṣṭabhayānaka, Duṣṭabhayaṅkara“
chindhidvayaṃ bhindhiyugmaṃ vidārayayugaṃ tataḥ
dann ein Paar „chindhi“, ein Paar „bhindhi“, sodann ein Paar „vidāraya“
„paramantrān“ (die fremden Mantras), ein Paar „grasa“ (verschlinge!), sodann ein Paar „bhakṣaya“ (verzehre!), ein Paar „trāsaya“ (erschrecke!) – endend mit Kavaca, Astra und Agnis Gattin (Svāhā) – dies ist der letzte Mantra.
Wort für Wort
paramantrān grasadvandvaṃ bhakṣayadvitayaṃ tataḥ
„paramantrān“ (die fremden Mantras), ein Paar „grasa“, sodann ein Paar „bhakṣaya“
trāsayadvitayaṃ varmāstrāgnijāyāntimo manuḥ
ein Paar „trāsaya“ – endend mit Kavaca, Astra und Agnis Gattin – der letzte Mantra
Er wird als achtundsechzigsilbig bezeichnet; dieser dient zur Umhüllung des Yantra. – Der Praṇava, „hṛt“, „bhagavān“, endend auf „ṅe“ [?] – „ṅe“ [?] – gilt dem Freudenspender der Raghus (Raghunandana),
Wort für Wort
aṣṭaṣaṣṭyakṣaraḥ prokto yantrasaṃveṣṭane tvayam
er wird als achtundsechzigsilbig bezeichnet; dieser dient zur Umhüllung des Yantra
tāro hṛdbhagavān ṅeṃto ṅeṃto hi raghunandanaḥ
der Praṇava, „hṛt“, „bhagavān“, endend auf „ṅe“ [?], „ṅe“ [?] – für den Freudenspender der Raghus
[?: Die doppelte Kūṭa-Silbe „ṅeṃ“ lässt sich nicht eindeutig auflösen.]
rakṣoghnaviśadāyānte madhurādiprasanna ca / / varadānāyāmitānte nutejasepadamīrayet
„rakṣoghna“ (Dämonenvernichter), endend auf „viśada“, sodann „madhura“ u.ä., „prasanna“, und endend auf „amita“ bei „varadāna“ (Gabe der Gunst) – man spreche das Wort „nutejase“ (dem Strahlenden).
Wort für Wort
rakṣoghnaviśadāyānte madhurādiprasanna ca
„rakṣoghna“, endend auf „viśada“, sodann „madhura“ u.ä., „prasanna“
varadānāyāmitānte nutejasepadamīrayet
und endend auf „amita“ bei „varadāna“ – man spreche das Wort „nutejase“
bālāyānte tu rāmāya viṣṇave hṛdayāntimaḥ / / saptacatvāriṃśadarṇo mālāmantro 'yamīritaḥ
endend auf „bālā“, dann „rāmāya“, „viṣṇave“, endend auf „hṛdaya“ (namaḥ) – dies ist der siebenundvierzigsilbige Girlanden-Mantra (Mālāmantra), wie verkündet.
Wort für Wort
bālāyānte tu rāmāya viṣṇave hṛdayāntimaḥ
endend auf „bālā“, dann „rāmāya“, „viṣṇave“, endend auf „hṛdaya“ (namaḥ)
saptacatvāriṃśadarṇo mālāmantro 'yamīritaḥ
dies ist der siebenundvierzigsilbige Girlanden-Mantra, wie verkündet
Mit der Keimsilbe, verbunden mit dem Paar der sechs langen Vokale, bilde man die Glieder(-mantras); Meditation, Verehrung usw. vollziehe man für ihn wie zuvor.
Wort für Wort
ṣaḍdīrghasvarayugmāyābījenāṅgāni kalpayet
mit der Keimsilbe, verbunden mit dem Paar der sechs langen Vokale, bilde man die Glieder(-mantras)
dhyānapūjādikaṃ sarvamasya pūrvavadācaret
Meditation, Verehrung usw. vollziehe man für ihn wie zuvor
Dieser Mantra, wenn er verehrt wird, gewährt alle Wünsche. – Der nächste, aus „svakāma“, „satyavāk“, „lakṣmī“ und dem Praṇava bestehende, fünfsilbige Mantra:
Wort für Wort
ayamārādhito mantraḥ sarvānkāmānprayacchati
dieser Mantra, wenn er verehrt wird, gewährt alle Wünsche
svakāmasatyavāglakṣmītārāḍhyaḥ pañcavarṇakaḥ
der nächste, aus „svakāma“, „satyavāk“, „lakṣmī“ und dem Praṇava bestehende, fünfsilbige Mantra
Es gibt auch einen sechssilbigen, sechsfachen Mantra, der die Frucht der vier Lebensziele (Caturvarga) gewährt. Brahmā, Sammohana, [der mit] Śakti, [und] der Dakṣiṇāmūrti genannte –
Wort für Wort
ṣaḍakṣaraḥ ṣaḍvidhaḥ syāñcaturvargaphalapradaḥ
es gibt auch einen sechssilbigen, sechsfachen Mantra, der die Frucht der vier Lebensziele gewährt
brahmā saṃmohanaḥ śaktirdakṣiṇāmūrtisaṃjñakaḥ
Brahmā, Sammohana, mit Śakti, und der Dakṣiṇāmūrti genannte
Agastya und Śrī Śiva werden genannt; dies sind der Reihe nach deren Seher. Oder aber: für den mit der Kāma-Keimsilbe beginnenden Mantra gilt Viśvāmitra als Seher.
Wort für Wort
agastyaḥ śrīśivaḥ proktāste teṣāṃ munayaḥ kramāt
Agastya und Śrī Śiva werden genannt; dies sind der Reihe nach deren Seher
athavā kāmabījāderviśvāmitro muniḥ smṛtaḥ
oder aber für den mit der Kāma-Keimsilbe beginnenden Mantra gilt Viśvāmitra als Seher
Gāyatrī wird als Versmaß genannt, Śrī Rāma wiederum als Gottheit; Keimsilbe und Kraftsilbe stehen am Anfang und Ende; mit den Mantra-Silben selbst geschehe die Bildung der sechs Glieder(-mantras).
Wort für Wort
chandaḥ proktaṃ ca gāyatrī śrīrāmo devatā punaḥ
Gāyatrī wird als Versmaß genannt, Śrī Rāma wiederum als Gottheit
bījaśaktirādhamāntyaṃ mantrārṇaiḥ syātṣaḍaṅgakam
Keimsilbe und Kraftsilbe stehen am Anfang und Ende; mit den Mantra-Silben geschehe die Sechs-Glieder-Bildung
Oder mit den Keimsilben, verbunden mit den sechs langen Vokalen, setze man die Mantra-Silben wie zuvor. Man meditiere über ihn an der Wurzel des Wunschbaums (Kalpataru), in einem goldenen Pavillon,
im Innern des Puṣpaka genannten Himmelswagens, auf einem mit einem Löwenthron ausgestatteten Sitz, auf einem achtblättrigen Lotos – über den Gott, dessen Glanz dem Saphir (Indranīla) gleicht,
Wort für Wort
puṣpakākhyavimānāntaḥ siṃhāsanaparicchade
im Innern des Puṣpaka genannten Himmelswagens, auf einem mit einem Löwenthron ausgestatteten Sitz
padme vasudaledevamindranīlasamaprabham
auf einem achtblättrigen Lotos, den Gott, dessen Glanz dem Saphir gleicht
mit Juwelenschmuck geziert – so meditiere man über den Herrn und wiederhole den Mantra hunderttausendmal. Oder man gedenke, bei den mit „smara“ (Kāma-Keimsilbe) beginnenden Mantras, Haris, dessen Glanz dem Siegesbanner gleicht [?].
Wort für Wort
ratnākalpaṃ vibhundhyātvā varṇalakṣaṃ japenmanum
mit Juwelenschmuck geziert – so meditiere man über den Herrn und wiederhole den Mantra hunderttausendmal
yadvā smārādimantrāṇāṃ jayābhaṃ ca hariṃ smaret
oder man gedenke, bei den mit „smara“ beginnenden Mantras, Haris, dessen Glanz dem Siegesbanner gleicht [?]
[?: „jayābham“ (etwa: siegesbannergleich) ist als Kompositum unsicher.]
Die Verehrung und alle Wunscherfüllungs-Riten (Kāmyakarma) vollziehe man wie beim sechssilbigen Mantra. – „Rāma“, endend auf „candrabhadra“, endend auf „ṅe-namaḥ“ [?], mit „dhruva“ beginnend usw.
Wort für Wort
yejanaṃ kāmyakarmāṇi sarvaṃ kuryātṣaḍarṇavat
die Verehrung und alle Wunscherfüllungs-Riten vollziehe man wie beim sechssilbigen Mantra
rāmaśca candrabha drānto ṅenamonto dhruvādikaḥ
„Rāma“, endend auf „candrabhadra“, endend auf „ṅe-namaḥ“ [?], mit „dhruva“ beginnend
[Anm.: „candrabha drānto“ im Quelltext ist vermutlich durch fehlerhafte Worttrennung aus „candrabhadrānto“ entstanden.]
Diese Mantras sind achtsilbig; enden sie mit dem Praṇava, sind sie neunsilbig. Deren gesamte Verehrung vollziehe der Mantra-Kundige wie beim sechssilbigen Mantra.
Wort für Wort
mantrāvaṣṭākṣarau hyetau tārāntyau cennavākṣarau
diese Mantras sind achtsilbig; enden sie mit dem Praṇava, sind sie neunsilbig
eteṣāṃ yajanaṃ sarvaṃ kuryānmantrī ṣaḍarṇavat
deren gesamte Verehrung vollziehe der Mantra-Kundige wie beim sechssilbigen Mantra
„Jānakīvallabha“ (Sītās Geliebter), endend auf „ṅe“, endend auf ein Paar „ṭha“ – mit dem Kavaca beginnend ist dies der zehnsilbige große Mantra; sein besonderer Seher ist Svarāṭ.
Wort für Wort
jānakīvallabho ṅeṃto dviṭhāntaḥ kavacādikaḥ
„Jānakīvallabha“, endend auf „ṅe“, endend auf ein Paar „ṭha“, mit dem Kavaca beginnend
daśārṇo 'yaṃ mahāmantro viśiṣṭo 'sya muniḥ svarāṭ
dies ist der zehnsilbige große Mantra; sein besonderer Seher ist Svarāṭ
Sītas Gemahl ist die Gottheit, [dem Wort] „ādi“ [voranstehend ist] die Keimsilbe, „svāhā“ die Kraftsilbe; mit dem Kāma-Bīja bilde man der Reihe nach die sechs Glieder.
Wort für Wort
chandaśca devatā sītā patirbījaṃ tathādimam
[sein Versmaß], Sītas Gemahl die Gottheit, „ādi“ voranstehend die Keimsilbe
svāhā śaktiśca kāmena kuryādaṅgāni ṣaṭ kramāt
„svāhā“ die Kraftsilbe; mit dem Kāma-Bīja bilde man der Reihe nach die sechs Glieder
Am Scheitel, an der Stirn, zwischen den Augenbrauen, am Gaumen, am Hals sowie am Herzen, am Nabel, am Schenkel, am Knie und an den Füßen lege man die zehn Silben des Mantras auf.
Wort für Wort
śirolalāṭabhrūmadhyatālukaṇṭheṣu hṛdyapi
am Scheitel, an der Stirn, zwischen den Augenbrauen, am Gaumen, am Hals sowie am Herzen
nābhyaṅghrijānupādeṣu daśārṇānvinyasenmanoḥ
am Nabel, am Schenkel, am Knie und an den Füßen lege man die zehn Silben des Mantras auf
In der Stadt Ayodhyā, in einem mit bunten Juwelen gezierten goldenen Pavillon, dessen Baldachin mit Mandāra-Blüten geschmückt und der mit Torbögen versehen ist,
Wort für Wort
ayodhyānagare ratnacitrasauvarṇamaṇḍape
in der Stadt Ayodhyā, in einem mit bunten Juwelen gezierten goldenen Pavillon
mandārapuṣpairābaddhavitāne toraṇānvite
dessen Baldachin mit Mandāra-Blüten geschmückt und der mit Torbögen versehen ist
meditiere man über Rāghava, der auf einem Löwenthron oben auf dem Puṣpaka-Wagen sitzt, umgeben von Rākṣasas, Affen und Göttern, die in schönen Himmelswagen herbeigekommen sind,
Wort für Wort
siṃhāsanasamāsīna puṣpakopari rāghavam
Rāghava, der auf einem Löwenthron oben auf dem Puṣpaka-Wagen sitzt
rakṣobhirharibhirdevaiḥ suvimānagataiḥ śubhaiḥ
umgeben von Rākṣasas, Affen und Göttern, die in schönen Himmelswagen herbeigekommen sind
dunkel von Farbe, mit heiterem Antlitz, mit allem Schmuck versehen – so meditierend, wiederhole der Mantra-Kundige gesammelten Sinnes hunderttausendmal den Mantra.
Wort für Wort
śyāmaṃ prasannavadanaṃ sarvābharaṇabhūṣitam
dunkel von Farbe, mit heiterem Antlitz, mit allem Schmuck versehen
evaṃ dhyātvā japenmantrī varṇalakṣaṃ samāhitaḥ
so meditierend, wiederhole der Mantra-Kundige gesammelten Sinnes hunderttausendmal
Ein Zehntel davon opfere man mit Lotosblüten [?]; die Verehrung geschehe wie beim sechssilbigen Mantra. – „Rāma“, endend auf „ṅe“, der Bogenträger, endend auf „ṅai“, und Agnis Schöne (Svāhā).
Wort für Wort
daśāṃśaḥ kamalairhemo yajanaṃ ca ṣaḍarṇavat
ein Zehntel mit [goldenen?] Lotosblüten; die Verehrung wie beim sechssilbigen Mantra
rāmo ṅeṃnto dhanuṣpāṇirṅaitoṃ'te vahnisuṃdarī
„Rāma“, endend auf „ṅe“, der Bogenträger, endend auf „ṅai“, und Agnis Schöne
[?: „kamalairhemaḥ“ ist unklar; vermutlich sind goldene bzw. mit Gold verzierte Lotosblüten gemeint.]
Die erste Silbe ist die Keimsilbe, das Paar „ṭha“ die Kraftsilbe; mit der Keimsilbe bilde man die Glieder(-mantras); ebenso vollziehe man die Silben-Auflegung, die Meditation, die vorbereitende Rezitation (Puraścaraṇa), die Verehrung usw.
Wort für Wort
ādyaṃ bījaṃ dviṭhaḥ śaktibīñjenāṅgāni kalpayet
die erste Silbe ist die Keimsilbe, das Paar „ṭha“ die Kraftsilbe; mit der Keimsilbe bilde man die Glieder(-mantras)
varṇanyāsaṃ tathā dhyānaṃ puraścaryārcanādikaman
ebenso vollziehe man die Silben-Auflegung, die Meditation, die vorbereitende Rezitation, die Verehrung usw.
daśākṣaroktavatkuryāccāpabāṇadharaṃ smaret / / tāro namo bhagavate rāmānte candrabhadrakau
Man vollziehe alles wie beim zehnsilbigen Mantra angegeben, und gedenke des Gottes als des Bogen- und Pfeilträgers. – Der Praṇava, „namo bhagavate“, endend auf „rāma“, dann das Paar „candrabhadra“.
Wort für Wort
daśākṣaroktavatkuryāccāpabāṇadharaṃ smaret
man vollziehe alles wie beim zehnsilbigen Mantra angegeben, und gedenke des Bogen- und Pfeilträgers
tāro namo bhagavate rāmānte candrabhadrakau
der Praṇava, „namo bhagavate“, endend auf „rāma“, dann das Paar „candrabhadra“
ṅeṃtāvarkākṣarau mantrau ṛṣidhyānādi pūrvavat / / śrīpūrvaṃ jayapūrvaṃ ca taddvidhā rāmanāma ca
Beide endend auf „ṅe“ – dies sind zwei Mantras; Seher, Meditation usw. wie zuvor. Mit „śrī“ voranstehend und mit „jaya“ voranstehend – auf diese zweifache Weise wird auch der Name Rāmas verwendet.
Wort für Wort
ṅeṃtāvarkākṣarau mantrau ṛṣidhyānādi pūrvavat
beide endend auf „ṅe“ [?] – dies sind zwei Mantras; Seher, Meditation usw. wie zuvor
śrīpūrvaṃ jayapūrvaṃ ca taddvidhā rāmanāma ca
mit „śrī“ voranstehend und mit „jaya“ voranstehend wird auf diese zweifache Weise der Name Rāmas verwendet
ṣaḍaṅgāni prakurvīta dvirāvṛttyā padatrayaiḥ / / dhyānārcanādikaṃ sava hyasya kuryāddaśārṇavat
Die sechs Glieder(-mantras) bilde man durch zweimalige Wiederholung mit den drei Wörtern; Meditation, Verehrung usw. vollziehe man für ihn ganz wie beim zehnsilbigen Mantra.
Wort für Wort
ṣaḍaṅgāni prakurvīta dvirāvṛttyā padatrayaiḥ
die sechs Glieder(-mantras) bilde man durch zweimalige Wiederholung mit den drei Wörtern
dhyānārcanādikaṃ sava hyasya kuryāddaśārṇavat
Meditation, Verehrung usw. vollziehe man für ihn ganz wie beim zehnsilbigen Mantra
Der Praṇava, „namo bhagavate“, endend auf „rāmāya“, dann das Wort „mahā“, [dann] „puruṣāya“, endend auf „hṛt“ (namaḥ) – dies ist ein achtzehnsilbiger Mantra.
Wort für Wort
tāro namo bhagavate rāmāyānte mahāpadam
der Praṇava, „namo bhagavate“, endend auf „rāmāya“, dann das Wort „mahā“
puruṣāya hṛdanto 'yaṃ manuraṣṭādaśākṣaraḥ
„puruṣāya“, endend auf „hṛt“ – dies ist ein achtzehnsilbiger Mantra
Viśvāmitra ist sein Seher, [sein Versmaß ist] Dhṛti, Rāma ist seine Gottheit; der Praṇava ist die Keimsilbe, „namaḥ“ die Kraftsilbe; mit den Silben, [verteilt auf] Mond, Auge, Meer, Feuer und die sechs Arme [?] –
Wort für Wort
viśvāmitro muniśchado dhṛtī rāmo 'sya devatā
Viśvāmitra ist sein Seher, Dhṛti sein Versmaß, Rāma seine Gottheit
der Praṇava die Keimsilbe, „namaḥ“ die Kraftsilbe; mit den Silben nach Mond, Auge, Meer, Feuer und sechs Armen [?]
[?: Die zahlensymbolische Aufzählung „candrākṣyabdhyagniṣaḍbhujaiḥ“ (Mond=1, Auge=2, Meer=4, Feuer=3, sechs Arme=6) lässt die genaue Zuordnung der Silben zu den sechs Körperstellen der Nyāsa nicht sicher erkennen.]
mit den aus dem Mantra entstandenen Silben bilde man gesammelten Sinnes die sechs Glieder(-mantras). Bei dem Schall von Kriegstrompeten, Kesselpauken, Pauken, Muschelhörnern, Blasinstrumenten usw.,
Wort für Wort
varṇaimantrotthitaiḥ kuryātṣaḍaṅgāni samāhitaḥ
mit den aus dem Mantra entstandenen Silben bilde man gesammelten Sinnes die sechs Glieder(-mantras)
niḥśāṇabherīpaṭahaśaṅkhaturyādiniḥsvanaiḥ
bei dem Schall von Kriegstrompeten, Kesselpauken, Pauken, Muschelhörnern, Blasinstrumenten usw.
wenn ringsum der Tanz im Gange ist und Sieges- und Segensworte gesprochen werden, an einem Ort, der mit Sandelholz, Agaru, Moschus, Kampfer usw. wohlriechend gemacht ist,
Wort für Wort
pravṛttanṛtye parito jayamaṅgalabhāṣite
wenn ringsum der Tanz im Gange ist und Sieges- und Segensworte gesprochen werden
candanāgarukastūrīkarpūrādisuvāsite
an einem mit Sandelholz, Agaru, Moschus, Kampfer usw. wohlriechend gemachten Ort
meditiere man über Rāghava, der auf einem Löwenthron oben auf dem Puṣpaka-Wagen sitzt, begleitet von Saumitri (Lakṣmaṇa) und Sītā, durch die Jaṭā-Krone geziert,
Wort für Wort
siṃhāsane samāsīnaṃ puṣpakopari rāghavam
Rāghava, der auf einem Löwenthron oben auf dem Puṣpaka-Wagen sitzt
saumitrisītāsahitaṃ jaṭāmukuṭaśobhitam
begleitet von Saumitri und Sītā, durch die Jaṭā-Krone geziert
Bogen und Pfeil tragend, dunkel von Farbe, mit Sugrīva und Vibhīṣaṇa, zurückkehrend, nachdem er Rāvaṇa getötet hat, [nachdem er] die drei Welten beschützt hat.
Wort für Wort
cāpabāṇadharaṃ śyāmaṃ sasugrīvavibhīṣaṇam
Bogen und Pfeil tragend, dunkel von Farbe, mit Sugrīva und Vibhīṣaṇa
hatvā rāvaṇamāyāntaṃ kṛtatrailokyarakṣaṇam
zurückkehrend, nachdem er Rāvaṇa getötet und die drei Welten beschützt hat
So meditierend, wiederhole der Mantra-Kundige hunderttausendmal den Mantra und opfere ein Zehntel davon mit in Ghee getauchtem Milchreis; die Verehrung vollziehe man wie zuvor.
Wort für Wort
evaṃ dhyātvā japedvarṇaṃ lakṣaṃ matrī daśāṃśataḥ
so meditierend, wiederhole der Mantra-Kundige hunderttausendmal den Mantra, ein Zehntel davon
ghṛtāktaiḥ pāyasairhutvā yajanaṃ pūrvavañcaret
opfere mit in Ghee getauchtem Milchreis; die Verehrung vollziehe man wie zuvor
Der Praṇava, „hṛdaya“ (namaḥ), „sītāpataye“, danach „rāmāya“, endend auf ein Paar „hana“, und schließlich endend auf Kavaca, Astra und Agnis Geliebte (Svāhā).
Wort für Wort
praṇavo hṛdayaṃ sītāpataye tadanantaram
der Praṇava, „hṛdaya“ (namaḥ), „sītāpataye“, danach
rāmāya hanayugmānte varmāstrāgnipriyāntimaḥ
„rāmāya“, endend auf ein Paar „hana“, und endend auf Kavaca, Astra und Agnis Geliebte
Seine Gottheit ist Rāmabhadra, „jaṃ“ die Keimsilbe, „namaḥ“ die Kraftsilbe; mit den der Reihe nach aus dem Mantra entstandenen Silben meditiere man sodann wie zuvor.
Wort für Wort
devatā rāmabhadro jaṃ bījaṃ śaktirnama iti
seine Gottheit ist Rāmabhadra, „jaṃ“ die Keimsilbe, „namaḥ“ die Kraftsilbe
Verehrung, Wunscherfüllungsriten usw. – dies alles vollziehe man für ihn wie beim sechssilbigen Mantra. – Man rezitiere den Praṇava, die eigene Keimsilbe, „kamalā“ (Lakṣmī) und „rāmabhadra“.
Wort für Wort
pūjanaṃ kāmyakarmādi sarvamasya ṣaḍarṇavat
Verehrung, Wunscherfüllungsriten usw. vollziehe man wie beim sechssilbigen Mantra
tāraḥ svabījaṃ kamalā rāmabhadreti saṃpaṭhet
man rezitiere den Praṇava, die eigene Keimsilbe, „kamalā“ und „rāmabhadra“
endend auf das Wort „maheṣvāsa“ (der große Bogenschütze), [dann] „raghuvīra“, „nṛpottama“ (bester der Könige), endend auf das Wort „daśāsyāntaka“ (Vernichter des Zehnköpfigen) – man rezitiere „māṃ rakṣa“ (beschütze mich) und „dehi“ (gib).
Wort für Wort
maheṣvāsapadānte tu raghuvīra nṛpottama
endend auf das Wort „maheṣvāsa“, dann „raghuvīra“, „nṛpottama“
daśāsyāntakaśabdānte māṃ rakṣa dehi saṃpaṭhet
endend auf das Wort „daśāsyāntaka“ rezitiere man „māṃ rakṣa“ und „dehi“
endend auf „parama“, „me śriyaṃ syāt“ (mir werde Glanz zuteil) – der Mantra hat die Silbenzahl von Pfeil (5) und Guṇa (3) [?]. Ohne die [weiteren] Keimsilben gerechnet ist dieser Mantra zweiunddreißigsilbig und fruchtspendend.
Wort für Wort
paramānte me śriyaṃ syānmantro bāṇaguṇākṣaraḥ
endend auf „parama“, „me śriyaṃ syāt“ – der Mantra hat die Silbenzahl von Pfeil und Guṇa [?]
bījairviyukto dvātriṃśadarṇo 'yaṃ phaladāyakaḥ
ohne die Keimsilben gerechnet ist dieser Mantra zweiunddreißigsilbig und fruchtspendend
[?: Die Zahlensymbolik „bāṇaguṇākṣaraḥ“ (Pfeil=5, Guṇa=3) lässt sich nicht sicher mit der im zweiten Halbvers genannten Silbenzahl 32 in Einklang bringen; die genaue Rechnung bleibt unklar.]
Viśvāmitra ist sein Seher, Anuṣṭubh wird als sein Versmaß genannt; die Gottheit ist hierbei Rāmabhadra, die eigene [zuvor genannte Silbe] seine Keimsilbe, und Indirā (Lakṣmī) die Kraftsilbe.
Wort für Wort
viśvāmitro muniścāsyānuṣṭupchanda udāhṛtam
Viśvāmitra ist sein Seher, Anuṣṭubh wird als sein Versmaß genannt
devatā rāmabhadro 'tra bījaṃ svaṃ śaktirindirā
die Gottheit ist hierbei Rāmabhadra, die eigene Silbe seine Keimsilbe, Indirā die Kraftsilbe
Mit den drei Keimsilben am Anfang bilde der Mantra-Kundige [die Glieder] mit dem ganzen Mantra-Wort; nachdem er die fünf Glieder(-mantras) gebildet hat, lege er die Mantra-Silben der Reihe nach auf.
Wort für Wort
bījatrayādyaiḥ kurvīta padaiḥ sarveṇa mantravit
mit den drei Keimsilben am Anfang bilde der Mantra-Kundige [die Glieder] mit dem ganzen Wort
pañcāṅgāni ca vinyasya mantravarṇānkramānnyaset
nachdem er die fünf Glieder(-mantras) gebildet hat, lege er die Mantra-Silben der Reihe nach auf
Am Scheitel, an der Stirn, an beiden Augen, am Ohr, am Wangenpaar, an der Nase, am Mund, an beiden Armgelenken, an der Brust, am Herzen und am Nabel, der Reihe nach,
Wort für Wort
mūrdhni bhāle dṛśoḥ śrotre gaṇḍayugme sanāsike
am Scheitel, an der Stirn, an beiden Augen, am Ohr, am Wangenpaar, an der Nase
āsye doḥsaṃdhiyugale stanahṛnnābhiṣu kramāt
am Mund, an beiden Armgelenken, an der Brust, am Herzen und am Nabel, der Reihe nach
an der Hüfte, am Geschlechtsteil, am After und an den Fußgelenken lege man die Silben des Mantras auf. Meditation, Verehrung usw. vollziehe man für ihn wie zuvor.
Wort für Wort
kaṭau meḍhre pāyupādasaṃdhiṣvarṇānnyasenmanoḥ
an der Hüfte, am Geschlechtsteil, am After und an den Fußgelenken lege man die Silben des Mantras auf
dhyānārcanādikaṃ cāsya pūrvavatsamupācaret
Meditation, Verehrung usw. vollziehe man für ihn wie zuvor
Die vorbereitende Rezitation (Puraścaraṇa) beträgt dreihunderttausendmal; das Feueropfer mit Milchreis gilt als vorgeschrieben. Nachdem man über Rāma in gelber Farbe meditiert hat, wiederhole man gesammelten Sinnes hunderttausendmal.
Wort für Wort
lakṣatrayaṃ puraścaryāṃ pāyasairhavanaṃ matam
die vorbereitende Rezitation beträgt dreihunderttausendmal; das Feueropfer mit Milchreis gilt als vorgeschrieben
dhyātvā rāmaṃ pītavarṇaṃ japellakṣaṃ samāhitaḥ
nachdem man über Rāma in gelber Farbe meditiert hat, wiederhole man gesammelten Sinnes hunderttausendmal
Wer ein Zehntel davon mit Lotosblüten opfert, wird durch Reichtum ein Herr des Reichtums. – Der Praṇava, „māyā“ (hrīṃ), das Paar „ramā“, „dāśarathāya“ und „hṛt“ (namaḥ).
Wort für Wort
daśāṃśaṃ kamalairhutvā dhanairdhanapatirbhavet
wer ein Zehntel davon mit Lotosblüten opfert, wird durch Reichtum ein Herr des Reichtums
tāro māyā ramādvandvaṃ dāśarathāya hṛñca vai
der Praṇava, „māyā“, das Paar „ramā“, „dāśarathāya“ und „hṛt“
Der Mantra ist elfsilbig; Seher usw. und seine Verehrung sind wie zuvor. – Endend auf „trailokya“, „nāthāya“, endend auf „hṛt“ (namaḥ) – dieser Mantra hat die Silbenzahl der Vasus (acht).
Wort für Wort
ekādaśākṣaro mantro munyādyarcāsya pūrvavat
der Mantra ist elfsilbig; Seher usw. und seine Verehrung sind wie zuvor
trailokyānte tu nāthāya hṛdanto vasuvarṇavān
endend auf „trailokya“, „nāthāya“, endend auf „hṛt“ – acht Silben (Vasu-Zahl)
Der Mantra ist auch hier neunsilbig; die Verehrung gilt wie zuvor. – Endend auf „ṅe“, [dann] das Wort „rāma“, danach „hṛdaya“ (namaḥ) – dieser ist fünfsilbig.
Wort für Wort
mantro navākṣaro 'syāpi yajanaṃ pūrvavanmatam
der Mantra ist auch hier neunsilbig; die Verehrung gilt wie zuvor
ṅetaṃ rāmapada paścāddhṛdayaṃ pañcavaṇavat
endend auf „ṅe“, das Wort „rāma“, danach „hṛdaya“ – dieser ist fünfsilbig
[Anm.: „rāmapada“ und „pañcavaṇavat“ im Quelltext sind vermutlich OCR-bedingt für „rāmapadaṃ“ bzw. „pañcavarṇavat“ verschrieben.]
Seher, Meditation, Verehrung – dies alles wird für ihn wie beim sechssilbigen Mantra genannt. – Endend auf „rāma“, dann das Paar „candrabhadra“, beide endend auf „ṅe“, und Agnis Geliebte (Svāhā).
Wort für Wort
munidhyānārcanaṃ cāsya proktaṃ sarvaṃ ṣaḍarṇavat
Seher, Meditation, Verehrung – dies alles wird für ihn wie beim sechssilbigen Mantra genannt
rāmānte candrabhadrau ca ṅeṃtau pāvakavallabhā
endend auf „rāma“, das Paar „candrabhadra“, beide endend auf „ṅe“, und Agnis Geliebte
Zwei Mantras werden so genannt; Seher usw. und Verehrung sind wie zuvor. – Das Feuer [ra], versehen mit dem Rest [Anusvāra, ṃ], dessen Haupt vom Mond geschmückt ist [Bindu],
Wort für Wort
mantro dvau ca samākhyātau munyādyarcādi pūrvavat
zwei Mantras werden so genannt; Seher usw. und Verehrung sind wie zuvor
vahniḥ śeṣānvitaścaiva candrabhūṣitamastakaḥ
das Feuer [ra], versehen mit dem Rest [ṃ], dessen Haupt vom Mond geschmückt ist
Mit dem Mantra, versehen mit den sechs langen Vokalen, bilde man die sechs Glieder(-mantras). Am Ufer der Sarayū, auf einem Lotossitz an einem Mandāra-Altar,
Wort für Wort
ṣaḍdīrghāḍhyena mantreṇa ṣaḍaṅgāni samācaret
mit dem Mantra, versehen mit den sechs langen Vokalen, bilde man die sechs Glieder(-mantras)
sarayūtīramandāravedikāpaṅkajāsane
am Ufer der Sarayū, auf einem Lotossitz an einem Mandāra-Altar
meditiere man über ihn, dunkel von Farbe, im Heldensitz verweilend, durch die Wissensgeste geziert, dessen [eine] Hand auf dem linken Schenkel ruht, begleitet von Sītā und Lakṣmaṇa,
Wort für Wort
śyāmaṃ vīrāsanāsīnaṃ jñānamudropaśobhitam
dunkel von Farbe, im Heldensitz verweilend, durch die Wissensgeste geziert
vāmorunyastaṃ taddhastaṃ sītālakṣmaṇasaṃyutam
dessen Hand auf dem linken Schenkel ruht, begleitet von Sītā und Lakṣmaṇa
als den reinen, wissensvollen Ātman [?], von unermesslichem, Kāmadeva-gleichem Glanz, reinem Bergkristall gleichend – einzig aus Verlangen nach Erlösung [meditiere man so über ihn].
Wort für Wort
avekṣaṇāṇamātmānaṃ manmathāmitatejasam
als den reinen, wissensvollen Ātman [?], von unermesslichem, Kāmadeva-gleichem Glanz
śuddhasphaṭikasaṃkāśaṃ kevalaṃ mokṣakāṅkṣayā
reinem Bergkristall gleichend – einzig aus Verlangen nach Erlösung
[?: „avekṣaṇāṇamātmānam“ ist im Quelltext unklar überliefert; sinngemäß etwa als „den reinen, aus Wissen bestehenden Ātman“ wiedergegeben.]
man denke an den höchsten Ātman und wiederhole dann hunderttausendmal den Mantra; alles – das Feueropfer, die tägliche Verehrung usw. – geschehe für ihn wie beim sechssilbigen Mantra.
Wort für Wort
cintayetparamātmānamṛtulakṣaṃ japenmanum
man denke an den höchsten Ātman und wiederhole dann [?] hunderttausendmal den Mantra
sarvvaṃ ṣaḍarṇavañcāsya homanityārcanādikam
alles – Feueropfer, tägliche Verehrung usw. – geschehe für ihn wie beim sechssilbigen Mantra
[Anm.: „ṛtulakṣam“ im Quelltext ist vermutlich durch OCR-Verschreibung aus „atha lakṣam“ entstanden.]
Das Feuer [ra], auf Śeṣa ruhend [?], strahlend – dies ist allein ein zweisilbiger Mantra. Alles – Seher, Meditation, Verehrung usw. – ist wie beim einsilbigen Mantra angegeben.
Wort für Wort
vahniḥ śeṣāsano bhāntaḥ kevalo dvyakṣaro manuḥ
das Feuer, auf Śeṣa ruhend [?], strahlend – allein ein zweisilbiger Mantra
ekākṣaroktavatsarvaṃ munidhyānārcanādikam
alles – Seher, Meditation, Verehrung usw. – ist wie beim einsilbigen Mantra angegeben
[?: Die genaue phonetische Deutung von „śeṣāsanaḥ“ (etwa: auf Śeṣa als Sitz ruhend) im Rahmen der Kūṭa-Sprache bleibt unsicher.]
Der Praṇava mit „māna“ [?], mit „anaṅga“ (Kāma) und der Astra-Keimsilbe – [so ergeben sich] zweisilbige [Mantras]; deren dreisilbiger [ist] der Mantra-König, sechsfach, jeden Wunsch gewährend.
Wort für Wort
tāramānāramānaṅgacāstrabījairdvivarṇakaḥ
der Praṇava mit „māna“ [?], mit „anaṅga“ und der Astra-Keimsilbe – zweisilbige [Mantras]
tryakṣaro mantrarājaḥ syātṣaḍvidhaḥ sakaleṣṭadaḥ
der dreisilbige ist der Mantra-König, sechsfach, jeden Wunsch gewährend
[?: Der Vers listet in stark verkürzter Kūṭa-Sprache mehrere kurze Mantra-Varianten auf; die genaue Silbenfolge („tāramānāramānaṅgacāstrabījaiḥ“) bleibt unsicher.]
Der zweisilbige, endend auf „candrabhadra“ – zweifach und viersilbig. Für diese gilt alles wie beim einsilbigen Mantra angegeben: Seher, Meditation, Verehrung usw.
Wort für Wort
vdyakṣaraścandrabhadrānto dvividhaścaturakṣaraḥ
der zweisilbige, endend auf „candrabhadra“ – zweifach und viersilbig
ekārṇoktavadeteṣāṃ munidhyānārcanādikam
für diese gilt alles wie beim einsilbigen Mantra angegeben
[Anm.: „vdyakṣaraḥ“ im Quelltext ist vermutlich für „dvyakṣaraḥ“ (zweisilbig) verschrieben.]
Der Praṇava, „rāma“ im Dativ endend, dann Kavaca, Astra und Agnis Geliebte (Svāhā) – dieser große Mantra ist achtsilbig; Seher usw. und Verehrung sind wie beim sechssilbigen Mantra.
Wort für Wort
tāro rāmaścaturthyanto varmāstraṃ vahnivallabhā
der Praṇava, „rāma“ im Dativ endend, dann Kavaca, Astra und Agnis Geliebte
aṣṭārṇo 'yaṃ mahāmantro munyādyarcā ṣaḍarṇavat
dieser große Mantra ist achtsilbig; Seher usw. und Verehrung wie beim sechssilbigen Mantra
Der Praṇava, „mayā“, endend auf „hṛt“ (namaḥ), [dann] „rāmāya“, endend auf den Praṇava – dieser „Śivo-mā-rāma“-Mantra ist achtsilbig und verleiht alle Siddhis.
Wort für Wort
tāro mayā hṛdante syādrāmāya praṇavāntimaḥ
der Praṇava, „mayā“, endend auf „hṛt“, „rāmāya“, endend auf den Praṇava
śivomārāmamantro 'yamaṣṭārṇaḥ sarvasiddhidaḥ
dieser „Śivo-mā-rāma“-Mantra ist achtsilbig und verleiht alle Siddhis
Mit der Sechs-Kraft-Silbe [?], verbunden mit „dhruva“ und den fünf übrigen Silben, bilde man die sechs Glieder(-mantras) und meditiere sodann im Herzen über den von den Göttern Verehrten,
Wort für Wort
ṣaḍvīryayāmāya yātu dhruvapañcārṇayuktayā
mit der Sechs-Kraft-Silbe [?], verbunden mit „dhruva“ und den fünf übrigen Silben
ṣaḍaṅgāni vidhāyātha dhyāyeddhṛdi surārcitam
bilde man die sechs Glieder(-mantras) und meditiere sodann im Herzen über den von den Göttern Verehrten
[?: „ṣaḍvīryayāmāya yātu“ ist im Quelltext unklar überliefert; die genaue Auflösung bleibt unsicher.]
über Rāma als den Dreiäugigen, den den halben Mond Tragenden, den vortrefflichen Dreizackträger, dessen ganzer Körper mit Asche bestreut ist, den Zopfträger – ihn verehren wir.
Wort für Wort
rāmaṃ trinetraṃ somārddhadhāriṇaṃ śūlinaṃ varam
über Rāma als den Dreiäugigen, den den halben Mond Tragenden, den vortrefflichen Dreizackträger
bhasmoddhūlitasarvāṅgaṃ kaparddinamupāsmahe
dessen ganzer Körper mit Asche bestreut ist, den Zopfträger – ihn verehren wir
und man meditiere über Sītā als die an Rāma sich Erfreuende, die Grenze der Schönheit, die den Mond als Ohrschmuck Tragende, die Fessel, Haken, Bogen und Pfeil Tragende, die Dreiäugige.
Wort für Wort
rāmābhirāmaṃ saindaryasīmāṃ somāvataṃsinīm
die an Rāma sich Erfreuende, die Grenze der Schönheit, die den Mond als Ohrschmuck Tragende
pāśāṅkuśadhanurbāṇadharāṃ dhyāyetrilocanām
die Fessel, Haken, Bogen und Pfeil Tragende, die Dreiäugige – so meditiere man
So meditierend, wiederhole man hunderttausendmal den Mantra; mit den drei Süßigkeiten versehen, opfere man mit Bilva-Blättern, Früchten, Blüten, Sesam oder Lotosblüten.
Wort für Wort
evaṃ dhyātvā japedvarṇalakṣaṃ trimadhurānvitaiḥ
so meditierend, wiederhole man hunderttausendmal den Mantra, mit den drei Süßigkeiten versehen
svayamāyānti nidhayaḥ siddhayaśca surepsitāḥ / / tāro māyā ca bharatāgrajarāmamanobhavaḥ
Von selbst kommen dann die Schätze und die von den Göttern begehrten Siddhis. – Der Praṇava, „māyā“ (hrīṃ), und das Wort für Bharatas älteren Bruder (Rāma), [gefolgt von] Kāmadevas [Silbe],
Wort für Wort
svayamāyānti nidhayaḥ siddhayaśca surepsitāḥ
von selbst kommen dann die Schätze und die von den Göttern begehrten Siddhis
tāro māyā ca bharatāgrajarāmamanobhavaḥ
der Praṇava, „māyā“, und das Wort für Bharatas älteren Bruder, [gefolgt von] Kāmadevas Silbe
endend auf Agnis Gattin (Svāhā) – dies ist ein zwölfsilbiger Mantra, ein weiterer Wunschbaum. Aṅgiras ist sein Seher, Gāyatrī sein Versmaß, [Rāma wiederum] die Gottheit.
Wort für Wort
vahnijāyādvādaśārṇo mantraḥ kalpadrumo 'paraḥ
endend auf Agnis Gattin – dies ist ein zwölfsilbiger Mantra, ein weiterer Wunschbaum
aṅgirāśca muniśchando gāyatrī devatā punaḥ
Aṅgiras ist sein Seher, Gāyatrī sein Versmaß, [Rāma] die Gottheit
Śrī Rāma ist die Gottheit, „bhuvana“ [?] die Keimsilbe, „svāhā“ wird als Kraftsilbe genannt; mit den Mantra-Silben, verteilt nach der Zahl von Mond, Weisen, Erde und Auge [?], geschehe die Gliederbildung.
Wort für Wort
śrīrāmo bhuvanābījaṃ svāhāśaktiḥ samīritaḥ
Śrī Rāma ist die Gottheit, „bhuvana“ [?] die Keimsilbe, „svāhā“ wird als Kraftsilbe genannt
candraikamunibhūnetrairmantrārṇairaṅgakalpanam
mit den Mantra-Silben, verteilt nach Mond, Muni, Erde und Auge [?], geschehe die Gliederbildung
[?: Die zahlensymbolische Zuordnung „candraikamunibhūnetraiḥ“ (Mond=1, Muni=7, Erde=1, Auge=2) lässt die genaue Silbenverteilung auf die Körperstellen nicht sicher erkennen.]
Meditation, Verehrung usw. – dies alles vollziehe man wie beim sechssilbigen Mantra. – Der Praṇava, „hṛdaya“ (namaḥ), „sītāpate“ und „rāma“, endend auf „ṅe“.
Wort für Wort
dhyānapūjādikaṃ cāśca sarvaṃ kuryātṣaḍarṇavat
Meditation, Verehrung usw. vollziehe man wie beim sechssilbigen Mantra
praṇavo hṛdayaṃ sītāpate rāmaśca ṅeṃtimaḥ
der Praṇava, „hṛdaya“, „sītāpate“ und „rāma“, endend auf „ṅe“
Endend auf ein Paar „hana“, dann Kavaca und Astra – dieser Mantra ist sechzehnsilbig. Agastya ist sein Seher, Bṛhatī sein Versmaß, [Rāma wiederum] die Gottheit.
Wort für Wort
hanadvayānte varmāstraṃ mantraḥ ṣoḍaśavarṇavān
endend auf ein Paar „hana“, dann Kavaca und Astra – dieser Mantra ist sechzehnsilbig
agastyo 'sya muniśchando bṛhatī devatā punaḥ
Agastya ist sein Seher, Bṛhatī sein Versmaß, [Rāma] die Gottheit
„Śrī Rāma, ich“ ist ebenso die Keimsilbe, „rāṃ“ wird als Kraftsilbe genannt; mit den Silben, verteilt nach der Zahl von Rāma, Meer, Feuer, Veda und Auge, geschehe die Bildung der fünf Glieder.
Wort für Wort
śrīrāmo 'haṃ tathā bījaṃ rāṃ śaktiḥ samudīritā
„Śrī Rāma, ich“ ist ebenso die Keimsilbe, „rāṃ“ wird als Kraftsilbe genannt
rāmābdhivahnivedākṣivarṇaiḥ pañcāṅgakalpanā
mit den Silben nach Rāma, Meer, Feuer, Veda und Auge [?] geschehe die Bildung der fünf Glieder
[?: Die zahlensymbolische Aufzählung „rāmābdhivahnivedākṣivarṇaiḥ“ lässt die genaue Silbenverteilung nicht sicher erkennen.]
Meditation, Verehrung usw. – dies alles vollziehe man für ihn wie beim sechssilbigen Mantra. – Der Praṇava, „hṛt“ (namaḥ), sowie das Wort „brahmaṇyasevyāya“ (dem von den Brahmanenfreunden Verehrten) spreche man aus.
Wort für Wort
dhyānapūjādikaṃ sarvamasya kuryātṣaḍarṇavat
Meditation, Verehrung usw. vollziehe man für ihn wie beim sechssilbigen Mantra
tāro hṛñcaiva brahmaṇyasevyāya padamīrayet
der Praṇava, „hṛt“, sowie das Wort „brahmaṇyasevyāya“ spreche man aus
rāmāyākuṇṭhaśabdāntaṃ tejase ca samīrayet / / uttamaślokadhuryāya svaṃ bhṛguḥ kāmikānvitaḥ
„rāmāya“, endend auf das Wort „akuṇṭha“ (unermüdlich), und „tejase“ spreche man aus; „uttamaślokadhuryāya“ – sein Seher ist Bhṛgu, versehen mit dem eigenen Kāma-Bīja.
Wort für Wort
rāmāyākuṇṭhaśabdāntaṃ tejase ca samīrayet
„rāmāya“, endend auf das Wort „akuṇṭha“, und „tejase“ spreche man aus
uttamaślokadhuryāya svaṃ bhṛguḥ kāmikānvitaḥ
„uttamaślokadhuryāya“ – sein Seher ist Bhṛgu, versehen mit dem eigenen Kāma-Bīja
Dem Geliebten den Stab Darreichenden [?] – der Mantra gilt als aus den Silben „Rāma Rāma“ bestehend. Śukra ist sein Seher, Anuṣṭubh sein Versmaß, Rāma seine Gottheit.
Wort für Wort
daṇḍārpitāṃ priye mantro rāmarāmākṣaro mataḥ
dem Geliebten den Stab Darreichenden [?] – der Mantra gilt als aus „Rāma Rāma“ bestehend
ṛṣiḥ śukrastathānuṣṭupchando rāmo 'sya devatā
Śukra ist sein Seher, Anuṣṭubh sein Versmaß, Rāma seine Gottheit
[?: „daṇḍārpitāṃ priye“ ist im Quelltext unklar überliefert; die genaue Bedeutung bleibt unsicher.]
Mit den Vierteln bilde man mit dem ganzen Wort die fünf Glieder; das Übrige geschehe wie beim sechssilbigen Mantra. Hunderttausendmal sei die Wiederholung; der Weise opfere ein Zehntel davon mit Milchreis.
Wort für Wort
pādaiḥ sarveṇa pañcāṅgaṃ kuryāccheṣaṃ ṣaḍarṇavat
mit den Vierteln bilde man mit dem ganzen Wort die fünf Glieder; das Übrige wie beim sechssilbigen Mantra
lakṣaṃ japo daśāṃśena juhuyātpāyasaiḥ sudhīḥ
hunderttausendmal sei die Wiederholung; der Weise opfere ein Zehntel davon mit Milchreis
Für den, dessen Mantra vollendet (siddha) ist, gibt es weltlichen Genuss, Erlösung und Vernichtung der Sünden. – Am Anfang „dāśarathāya“, am Ende spreche man das Wort „vidmahe“ aus,
Wort für Wort
siddhamantrasya bhuktiḥ syānmuktiḥ pātakanāśanam
für den, dessen Mantra vollendet ist, gibt es Genuss, Erlösung und Vernichtung der Sünden
ādau dāśarathāyānte vidmahe padamuccaret
am Anfang „dāśarathāya“, am Ende spreche man das Wort „vidmahe“ aus
sodann spreche man „sītāvallabhāya dhīmahi“ aus; danach werde „tan no rāmaḥ pracodayāt“ ausgesprochen.
Wort für Wort
tataḥ sītāvallabhāya dhīmahīti samuccaret
sodann spreche man „sītāvallabhāya dhīmahi“ aus
tanno rāmaḥ proco varṇo dayāditi ca saṃvadet
danach werde [die Formel] „tan no rāmaḥ pracodayāt“ ausgesprochen
[Anm.: „tanno rāmaḥ proco varṇo dayāditi“ im Quelltext ist offenkundig durch OCR entstellt aus der bekannten Gāyatrī-Schlussformel „tan no rāmaḥ pracodayāt“.]
Dies ist die genannte Rāma-Gāyatrī, die alle gewünschten Früchte gewährt. – Das Wort „Padmā-Sītā“, endend auf „ṅe“, endend auf ein Paar „ṭha“ – dieser ist sechssilbig.
Wort für Wort
eṣoktārā magāyatrī sarvābhīṣṭaphalapradā
dies ist die genannte Rāma-Gāyatrī, die alle gewünschten Früchte gewährt
padmāsītāpadaṃ ṅetaṃ ṭhadvayāntaḥ ṣaḍakṣaraḥ
das Wort „Padmā-Sītā“, endend auf „ṅe“, endend auf ein Paar „ṭha“ – sechssilbig
Vālmīki ist sein Seher, Gāyatrī sein Versmaß; als Gottheit wiederum wird die erhabene Sītā genannt; „śrīṃ“ ist die Keimsilbe, Agnis Schöne (Svāhā) die Kraftsilbe.
Wort für Wort
vālmīkiśca muniśchando gāyatrī devatā punaḥ
Vālmīki ist sein Seher, Gāyatrī sein Versmaß
sītā bhagavatī proktā śrīṃ bījaṃ vahnisundarī
als Gottheit wird die erhabene Sītā genannt; „śrīṃ“ die Keimsilbe, Agnis Schöne die Kraftsilbe
śaktiḥ ṣaḍdīrghayuktena bījenāṅgāni kalpayet / / tato dhyāyanmahādevīṃ sītāṃ trailokyapūjitām
Mit der Keimsilbe, verbunden mit den sechs langen Vokalen, bilde man die Glieder(-mantras). Sodann meditiere man über die große Göttin Sītā, die in den drei Welten Verehrte,
Wort für Wort
śaktiḥ ṣaḍdīrghayuktena bījenāṅgāni kalpayet
mit der Keimsilbe, verbunden mit den sechs langen Vokalen, bilde man die Glieder(-mantras)
tato dhyāyanmahādevīṃ sītāṃ trailokyapūjitām
sodann meditiere man über die große Göttin Sītā, die in den drei Welten Verehrte
mit mannigfachem Gewand, mondgesichtig, lotosäugig, innerlich freudvoll, den heiligen Rāghava betrachtend, zur Hälfte seines Lagers gehörig, die Herrin der sechs Vollkommenheiten (Ṣaḍguṇa).
Wort für Wort
nānāvastrāṃ śaśimukhīṃ padmākṣīṃ muditāntarām
mit mannigfachem Gewand, mondgesichtig, lotosäugig, innerlich freudvoll
So meditierend, wiederhole der Mantra-Kundige hunderttausendmal den Mantra und opfere ein Zehntel davon mit erblühten Lotosblüten; auf dem zuvor genannten Sitz (Pīṭha) verehre man sie.
Wort für Wort
evaṃ dhyātvā japedvarṇalakṣaṃ mantrī daśāṃśataḥ
so meditierend, wiederhole der Mantra-Kundige hunderttausendmal, ein Zehntel davon
juhuyātkamalaiḥ phullaiḥ pīṭhe pūrvodite yajet
opfere man mit erblühten Lotosblüten; auf dem zuvor genannten Sitz verehre man sie
Nachdem man mit dem Grundmantra die Gestalt geistig gesetzt und in ihr Jānakī herbeigerufen hat, verehre man sie; zur Rechten verehre man Rāma, vorn den Sohn des Windes (Hanumant),
Wort für Wort
mūrtiṃ saṃkalpya mūlena tasyāmāvāhya jānakīm
nachdem man mit dem Grundmantra die Gestalt gesetzt und in ihr Jānakī herbeigerufen hat
saṃpūjya dakṣiṇe rāmamabhyarcyāgre 'nilātmajam
verehre man sie; zur Rechten verehre man Rāma, vorn den Sohn des Windes
im Rücken verehre man Lakṣmaṇa; in den Sechseck-Winkeln geschehe die Gliederverehrung; auf den Blättern die Minister-Häupter [?], außen wiederum die Weltenherren (Lokeśvara).
Wort für Wort
pṛṣaṭe lakṣmaṇamabhyarcya ṣaṭkoṇeṣvaṅgapūjanam
im Rücken verehre man Lakṣmaṇa; in den Sechseck-Winkeln geschehe die Gliederverehrung
patreṣu mantrimukhyaṃśca bāhye lokeśvarānpunaḥ
auf den Blättern die Minister-Häupter [?], außen die Weltenherren
[?: „mantrimukhyān“ (etwa: die Minister-Häupter) ist im Kontext des Yantra-Aufbaus als Bezeichnung von Begleitgottheiten zu verstehen; die genaue Zuordnung bleibt unsicher.]
Nachdem man auch die mit Vajra beginnenden [Waffen der Weltenhüter] verehrt hat, wird man Herr aller Siddhis. Mit sandelbestrichenen Jātī-Blüten opfere man zur Bezauberung eines Königs.
Wort für Wort
vajrādyānapi saṃpūjya sarvasiddhīśvaro bhavet
nachdem man auch die mit Vajra beginnenden [Waffen] verehrt hat, wird man Herr aller Siddhis
jātīpuṣpaiścandanāktai rājavaśyāya homayet
mit sandelbestrichenen Jātī-Blüten opfere man zur Bezauberung eines Königs
Mit Lotosblüten erlangt man Reichtum und Getreide; mit blauen Lotosblüten bezaubert man die Welt; mit Bilva-Blättern zur Erlangung von Glanz; mit Dūrvā-Gras zur Besänftigung der Furcht [?].
Wort für Wort
kamalairdhanadhānyāptirnīlābjairvaśayan jagat
mit Lotosblüten erlangt man Reichtum und Getreide; mit blauen Lotosblüten bezaubert man die Welt
bilvapatraiḥ śriyaḥ prāptyai dūrvābhīrorāśāntaye
mit Bilva-Blättern zur Erlangung von Glanz; mit Dūrvā-Gras zur Besänftigung der Furcht [?]
[?: „āśāntaye“ (zur Besänftigung der Furcht/Hoffnung) ist im Kompositum „dūrvābhīroāśāntaye“ nicht ganz eindeutig; sinngemäß auf die Beseitigung von Furcht bezogen.]
Der große Held namens Lakṣmaṇa ist die Gottheit; „hṛt“ [ist versehen] mit Keimsilbe und Kraftsilbe. Mit der Keimsilbe, versehen mit den sechs langen Vokalen, bilde man die sechs Glieder(-mantras).
Wort für Wort
lakṣmaṇākhyo mahāvīraścāḍhyaṃ hṛdvījaśaktike
der große Held namens Lakṣmaṇa ist die Gottheit; „hṛt“ ist versehen mit Keimsilbe und Kraftsilbe
ṣaḍdīrghāḍhyena bījena ṣaḍaṅgāni samācaret
mit der Keimsilbe, versehen mit den sechs langen Vokalen, bilde man die sechs Glieder(-mantras)
Man meditiere über ihn als zweiarmig, mit goldglänzendem Leib, mit lotosgleichen Augen, mit Bogen und Pfeil in der Hand, mit an den Dienst Rāmas geheftetem Sinn,
Wort für Wort
dvibhujaṃ svarṇarucuratanuṃ padmanibhekṣaṇam
zweiarmig, mit goldglänzendem Leib, mit lotosgleichen Augen
dhanurbāṇakaraṃ rāmasevāsaṃsaktamānasam
mit Bogen und Pfeil in der Hand, mit an den Dienst Rāmas geheftetem Sinn
so meditierend, wiederhole der Mantra-Kundige hunderttausendmal den Mantra und opfere ein Zehntel davon mit honigbestrichenem Milchreis; auf dem Rāma-Sitz verehre man ihn.
Wort für Wort
dhyātvaivaṃ prajapedvarṇalakṣaṃ mantrī daśāṃśataḥ
so meditierend, wiederhole der Mantra-Kundige hunderttausendmal, ein Zehntel davon
madhvāktaiḥ pāyasairhutvā rāmapīṭhe prapūjayeta
opfere man mit honigbestrichenem Milchreis; auf dem Rāma-Sitz verehre man ihn
Seine Verehrung geschehe wie bei Rāma; er ist der Gewährer aller Siddhis. Wenn ein rechtschaffener Mann die Vollständigkeit der Rāma-Verehrung wünscht,
Wort für Wort
rāmavadyajanaṃ cāsya sarvasiddhiprado hyayam
seine Verehrung geschehe wie bei Rāma; er ist der Gewährer aller Siddhis
sākalyaṃ rāmapūjāyā yadīcchenniyataṃ naraḥ
wenn ein rechtschaffener Mann die Vollständigkeit der Rāma-Verehrung wünscht
Deshalb sollen die Übenden stets die heilvolle Verehrung Lakṣmaṇas vollziehen – sei es tausendundacht[mal] oder hundert[mal], von den wohlgesammelten Sinnes –
Wort für Wort
tatsādhakaiḥ sadā kāryaṃ lakṣmaṇārādhanaṃ śubham
deshalb sollen die Übenden stets die heilvolle Verehrung Lakṣmaṇas vollziehen
aṣṭottarasahasraṃ vā śataṃ vā susamāhitaiḥ
sei es tausendundacht[mal] oder hundert[mal], von den wohlgesammelten Sinnes
lakṣmaṇasya manurjapyo mumukṣubhiratandritaiḥ / / ajaptvā lakṣmaṇamanuṃ rāmamantrān japanti ye
soll der Mantra Lakṣmaṇas von den nach Erlösung Verlangenden unermüdlich wiederholt werden. Wer, ohne den Lakṣmaṇa-Mantra wiederholt zu haben, die Rāma-Mantras wiederholt –
Wort für Wort
lakṣmaṇasya manurjapyo mumukṣubhiratandritaiḥ
soll der Mantra Lakṣmaṇas von den nach Erlösung Verlangenden unermüdlich wiederholt werden
ajaptvā lakṣmaṇamanuṃ rāmamantrān japanti ye
wer, ohne den Lakṣmaṇa-Mantra wiederholt zu haben, die Rāma-Mantras wiederholt
na teṣāṃ jāyate siddhirhānireva pade pade / / yo japellakṣmaṇamanuṃ nityamekāntamāsthitaḥ
ihm widerfährt keine Vollendung, sondern nur Verlust auf Schritt und Tritt. Wer aber stets, in Zurückgezogenheit verweilend, den Lakṣmaṇa-Mantra wiederholt,
Wort für Wort
na teṣāṃ jāyate siddhirhānireva pade pade
ihm widerfährt keine Vollendung, sondern nur Verlust auf Schritt und Tritt
yo japellakṣmaṇamanuṃ nityamekāntamāsthitaḥ
wer aber stets, in Zurückgezogenheit verweilend, den Lakṣmaṇa-Mantra wiederholt
wird von allen Sünden befreit und erlangt alle Wünsche. Dieser Mantra hat den Sieg zum Hauptziel und ist das alleinige Mittel zur Erlangung eines Königreichs.
Wort für Wort
mucyate sarvapāpebhyaḥ sarvānkāmānavāpnuyāt
er wird von allen Sünden befreit und erlangt alle Wünsche
jayapradhāno mantro 'yaṃ rājyaprāptyaikasādhanam
dieser Mantra hat den Sieg zum Hauptziel und ist das alleinige Mittel zur Erlangung eines Königreichs
naṣṭarājyāptaye mantraṃ japellakṣaṃ samāhitaḥ / / so 'cirānnaṣṭarājyaṃ svaṃ prāpnotyeva na saṃśayaḥ
Zur Wiedererlangung eines verlorenen Königreichs wiederhole man den Mantra gesammelten Sinnes hunderttausendmal; er erlangt gewiss binnen kurzem sein verlorenes Königreich zurück, ohne Zweifel.
Wort für Wort
naṣṭarājyāptaye mantraṃ japellakṣaṃ samāhitaḥ
zur Wiedererlangung eines verlorenen Königreichs wiederhole man den Mantra gesammelten Sinnes hunderttausendmal
so 'cirānnaṣṭarājyaṃ svaṃ prāpnotyeva na saṃśayaḥ
er erlangt gewiss binnen kurzem sein verlorenes Königreich zurück, ohne Zweifel
Wer mit ungeteiltem Sinn über Rāma meditiert, wie er in Ayodhyā zum König geweiht wird, und den Mantra fünfzigtausendmal wiederholt hat, erlangt sein verlorenes Königreich.
Wort für Wort
dhyāyanrāmamayodhyāyāmabhiṣiktamananyadhīḥ
wer mit ungeteiltem Sinn über Rāma meditiert, wie er in Ayodhyā zum König geweiht wird
pañcāyutaṃ manuṃ japtvā naṣṭarājyamavāpnuyāt
und den Mantra fünfzigtausendmal wiederholt hat, erlangt sein verlorenes Königreich
Wer mit Ehrfurcht über Lakṣmaṇa meditiert, wie er von der Schlangenfessel befreit wird, und den Mantra zehntausendmal wiederholt, wird gewiss von Fesseln befreit.
Wort für Wort
nāgapāśavinirmuktaṃ dhyātvā lakṣmaṇamādarāt
wer mit Ehrfurcht über Lakṣmaṇa meditiert, wie er von der Schlangenfessel befreit wird
ayutaṃ prajapenmantraṃ nigaḍānmucyate dhruvam
und den Mantra zehntausendmal wiederholt, wird gewiss von Fesseln befreit
Wer meditiert, wie Lakṣmaṇa durch die vom Sohn des Windes (Hanumant) herbeigebrachten Heilkräuter von Schmerz befreit wurde, und den Mantra hunderttausendmal wiederholt, besiegt gewiss den vorzeitigen Tod.
Wort für Wort
vātātmajenānītābhiroṣadhībhirgatavyatham
wie Lakṣmaṇa durch die vom Sohn des Windes herbeigebrachten Heilkräuter von Schmerz befreit wurde
dhyātvā lakṣaṃ japanmantramalpamṛtyuṃ jayeddhuvam
wer meditiert und den Mantra hunderttausendmal wiederholt, besiegt gewiss den vorzeitigen Tod
Wer meditiert, wie Lakṣmaṇa Meghanāda tötet, und den Mantra hunderttausendmal wiederholt, besiegt selbst eine schwer zu besiegende, mächtige Feindesschar rasch.
Wort für Wort
ghātayantaṃ meghanādaṃ dhyātvā lakṣaṃ japenmanum
wer meditiert, wie Lakṣmaṇa Meghanāda tötet, und den Mantra hunderttausendmal wiederholt
durjayaṃ vāpi vegena jayedripukulaṃ mahat
besiegt selbst eine schwer zu besiegende, mächtige Feindesschar rasch
Wer meditiert, wie Lakṣmaṇas Sinn darauf gerichtet ist, Śūrpaṇakhās Nase abzuschneiden, und den Mantra tausendmal wiederholt, besiegt selbst Indra u.a. Götter.
Wort für Wort
dhyātvā śūrpaṇakhānāsāchedanodyuktamānasam
wer meditiert, wie Lakṣmaṇas Sinn darauf gerichtet ist, Śūrpaṇakhās Nase abzuschneiden
sahasraṃ prajapenmantraṃ puruhūtādikān jayet
und den Mantra tausendmal wiederholt, besiegt selbst Indra u.a. Götter
Wer, gedenkend Lakṣmaṇas, der sich um den Dienst an Rāmas Lotosfüßen bemüht, in der Einsamkeit hunderttausendmal wiederholt, wird von schwerer Krankheit befreit.
Wort für Wort
rāmapādābjasevārthaṃ kṛtodyogamatho smaran
gedenkend Lakṣmaṇas, der sich um den Dienst an Rāmas Lotosfüßen bemüht
prajapallaṅkṣamekānte mahārogātpramucyate
wer in der Einsamkeit hunderttausendmal wiederholt, wird von schwerer Krankheit befreit
In der Einsamkeit, die Speise gezügelt, sechs Monate lang nach dieser Vorschrift handelnd, wird man von Schwindsucht befreit – wahrlich, wahrlich, ohne Zweifel.
Wort für Wort
vijane vijitāhāraḥ ṣaṇmāsaṃ vidhināmunā
in der Einsamkeit, die Speise gezügelt, sechs Monate lang nach dieser Vorschrift
kṣayarogātpramucyeta satyaṃ satyaṃ na saṃśayaḥ
wird man von Schwindsucht befreit – wahrlich, wahrlich, ohne Zweifel
Wer morgens Wasser dreimal mit dem Mantra besprochen hat, gesammelten Sinnes, oder wer es stets zu den drei Sandhyā-Zeiten trinkt, wird von jeder Krankheit befreit.
Wort für Wort
abhimantrya jalaṃ prātarmantreṇa triḥ samāhitaḥ
wer morgens Wasser dreimal mit dem Mantra besprochen hat, gesammelten Sinnes
trisaṃdhyaṃ vā pibennityaṃ mucyate sarvarogataḥ
oder wer es stets zu den drei Sandhyā-Zeiten trinkt, wird von jeder Krankheit befreit
wird von allen Krankheiten befreit, daran ist kein Zweifel. Wer nach einer Braut verlangt und dessen Sinn auf die Erlangung der Hand einer makellosen Jungfrau gerichtet ist,
Wort für Wort
sa sarvebhyo 'tha rogebhyo mucyate nātra saṃśayaḥ
wird von allen Krankheiten befreit, daran ist kein Zweifel
kanyārthī vimalāpāṇigrahaṇāsaktamānasaḥ
wer nach einer Braut verlangt, dessen Sinn auf die Erlangung der Hand einer makellosen Jungfrau gerichtet ist
meditiere und wiederhole der Mantra-Kundige hunderttausendmal, und opfere ein Zehntel davon mit Lotosblüten; er erlangt die gewünschte Jungfrau sehr rasch, ohne Zweifel.
Wort für Wort
dhyāyan lakṣaṃ japenmantrī abjairhutvā daśāṃśataḥ
meditiere und wiederhole der Mantra-Kundige hunderttausendmal, und opfere ein Zehntel davon mit Lotosblüten
īpsitāṃ labhate kanyāṃ śīgrameva na saṃśayaḥ
er erlangt die gewünschte Jungfrau sehr rasch, ohne Zweifel
Wer über Lakṣmaṇa meditiert, geweiht in den Mantras der Gähn-Waffen (Jṛmbhaṇāstra), unter beständigem Gelübde, und der stets vorschriftsmäßig drei Monate lang den Mantra wiederholt,
Wort für Wort
dīkṣitaṃ juṃbhaṇāstrāṇāṃ mantreṣu niyatavratam
geweiht in den Mantras der Gähn-Waffen, unter beständigem Gelübde
dhyātvā ca vidhivannityaṃ japenmāsatrayaṃ manum
wer über ihn meditiert und stets vorschriftsmäßig drei Monate lang den Mantra wiederholt
Wer meditiert, wie Lakṣmaṇa bei Viśvāmitras vortrefflichem Opfer wunderbare Tapferkeit gezeigt hat, und den Mantra hunderttausendmal wiederholt, wird von großer Furcht befreit.
Wort für Wort
viśvāmitrakratuvare kṛtādbhutaparākramam
wie Lakṣmaṇa bei Viśvāmitras vortrefflichem Opfer wunderbare Tapferkeit gezeigt hat
dhyāyaṃllakṣaṃ japenmantraṃ mucyate mahato bhayāt
wer meditiert und den Mantra hunderttausendmal wiederholt, wird von großer Furcht befreit
Wer die täglichen Riten vollzogen hat, rein, und zu den drei Tageszeiten den Mantra wiederholt, wird von allen Sünden befreit und gelangt zu Viṣṇus höchstem Ort.
Wort für Wort
kṛtanityakriyaḥ śuddhastrikālaṃ prajapenmanum
wer die täglichen Riten vollzogen hat, rein, und zu den drei Tageszeiten den Mantra wiederholt
sarvapāpavinirmukto yāti viṣṇoḥ paraṃ padam
wird von allen Sünden befreit und gelangt zu Viṣṇus höchstem Ort
Der geweihte Mantra-Kundige, vorschriftsmäßig, durch gute Eigenschaften von Makel befreit, in eigenem Wandel gefestigt, gezügelt, ein Hausvater, die Sinne bezwungen,
Wort für Wort
dīkṣito vidhivanmantrī guṇairvigatakalmaṣaḥ
der geweihte Mantra-Kundige, vorschriftsmäßig, durch gute Eigenschaften von Makel befreit
svācāraniyato dānto gṛhastho vijitendriyaḥ
in eigenem Wandel gefestigt, gezügelt, ein Hausvater, die Sinne bezwungen
ohne Wiederkehr, erlangt er den ewigen Ort. Wer aber Wünsche hegt, erlangt zuerst die erwünschten Genüsse, genießt die im Sinn gehegten Freuden,
Wort für Wort
punarāvṛttirahitaḥ śāśvataṃ padamaśnute
ohne Wiederkehr, erlangt er den ewigen Ort
sakāmo vāñchitān labdhvā bhuktvā bhogān manogatān
wer aber Wünsche hegt, erlangt die erwünschten Genüsse, genießt die im Sinn gehegten Freuden
[Anm.: Im Quelltext liegt an dieser Stelle eine Dittographie vor („śāśvataṃ padamaśvataṃ padamaśnute“, das Wort „padam“ erscheint doppelt); übersetzt wird der sinngemäß intendierte einfache Ausdruck „śāśvataṃ padamaśnute“.]
und wird, nachdem er lange als Unsterblicher in einer neuen Geburt gelebt hat, dennoch zu Viṣṇus höchstem Ort gelangen. – „Nidrā“ [?], verbunden mit „candra“ (Mond, ṃ), danach „bharatāya“, endend auf „hṛt“ (namaḥ).
Wort für Wort
jātiramaraściraṃ bhūtvā yāti viṣṇoḥ paraṃ padam
und wird, nachdem er lange als Unsterblicher in einer neuen Geburt gelebt hat, zu Viṣṇus höchstem Ort gelangen
nidrācandrānvitā paścādbharatāya hṛdantimaḥ
„nidrā“ [?], verbunden mit „candra“, danach „bharatāya“, endend auf „hṛt“
[?: Die Kūṭa-Silbe „nidrā“ zu Beginn des folgenden Mantras (V.176) bleibt in ihrer phonetischen Auflösung unsicher.]
Dieser Mantra ist siebensilbig; Seher usw. und Verehrung sind wie zuvor. – „Baka“ [?], verbunden mit „indu“ (Mond, ṃ), „śatrughna“, „para“, endend auf „ṅe“, endend auf „hṛt“ (namaḥ).
Wort für Wort
saptākṣaro manuścāsya munyādyarcādi pūrvavat
dieser Mantra ist siebensilbig; Seher usw. und Verehrung sind wie zuvor
bakaḥ seṃduśca śatrudhnaparaṃ ṅetaṃ hṛdantimaḥ
„baka“ [?], verbunden mit „indu“, „śatrughna“, „para“, endend auf „ṅe“, endend auf „hṛt“
[?: Die Kūṭa-Silbe „baka“ ist als Bezeichnung eines Lautes ungewöhnlich und bleibt in ihrer Auflösung unsicher.]