Kapitel 87: Rādhāvatāra-Ṣoḍaśanityā-Mantra-Varṇanam
Darstellung der Rādhā-Avatāras und der Mantras der sechzehn Nityā-Göttinnen
Kolophon des Kapitels lautet 'durgāmantracatuṣṭayavarṇanam' ('Darstellung der vier Durgā-Mantras'), was inhaltlich nicht zum Kapiteltext passt (dieser behandelt die Rādhā-Avatāra-Lehre sowie die Mantras, Nyāsas und Dhyānas der sechzehn Nityā-Göttinnen der Śrīvidyā/Tripurasundarī-Tradition, einschließlich Kurukullā und Vārāhī); vermutlich ein stockhaft übernommener oder falsch zugeordneter Kolophon-Titel (s. Anm. zu V1). Titel daher hier eigenständig nach Inhalt gebildet.
Viele Verse (u.a. V18-22, V25-32, V40-42, V52-73, V80, V88-91, V99-101, V110-113, V120-122, V130-132, V143-144, V159-160, V162-163, V169-172, V185-187, V198-199, V205-213, V219-221, V225-247) sind eine hochverdichtete, listenartige Bauanleitung ('varṇoddhāra'-Silben-Extraktions-Verfahren) für die jeweiligen Mantras: Elementar- und Eigenschafts-Synonyme (Feuer, Wasser, Erde, Wind, Äther, 'Haṃsa', 'Leere/Bindu', 'das Bewegliche' usw.) stehen kodiert für bestimmte Mantra-Silben. Die genaue Silben-Zuordnung setzt eine externe Schlüsseltabelle voraus, die im Text selbst nicht ausgeführt wird; sie wurde hier bewusst NICHT in mutmaßliche Silben aufgelöst, sondern wörtlich als Reihung der Codewörter übersetzt, um keine ungeprüfte Interpretation einzuführen. Einzelne unsichere Wortfugen und Lesungen sind mit [?] markiert und in den jeweiligen 'notes' kommentiert.
[Kolophon, offenbar versehentlich vom Ende des vorigen Kapitels hierher geraten:] „So [endet] im ehrwürdigen Bṛhannāradīya-Purāṇa, im Pūrvabhāga, in der großen Erzählung, im dritten Pāda, das 87. Kapitel mit Namen 'Darstellung der vier Durgā-Mantras'.“ — Sūta sprach: Nachdem sie so von der Verehrung [der Göttin], der die Mantra-Meditation vorausgeht, gehört hatten, [fragte] Nārada, der Schauer der Götter, im Hinblick auf alle Avatāras [der Weltenmutter, s. V2].
Wort für Wort
iti ... saptāśītitamo 'dhyāyaḥ
(Kolophonsatz, siehe Anmerkung)
sūta uvāca
Sūta sprach
śrutvā ittham yajanam viprāḥ
nachdem die Brahmanen die Verehrung so gehört hatten
mantra-dhyāna-puraḥsaram
der Mantra-Meditation vorausgehend
sarvāsām avatārāṇām
im Hinblick auf alle Avatāras
nārado deva-darśanaḥ
Nārada, der Schauer der Götter
Quell-Anomalie: Der Kolophonsatz gehört inhaltlich ans Ende von Kap. 86, ist hier aber als 'V1' dem Kapitel 87 vorangestellt. Der eigentliche erste Vers (sūta uvāca ... devadarśanaḥ) folgt unmarkiert danach und bildet syntaktisch eine Einheit mit V2. Der Kolophontitel 'durgāmantracatuṣṭayavarṇanam' passt nicht zum tatsächlichen Inhalt (Rādhā-/Lalitā-Ṣoḍaśanityā-Mantras); vermutlich stockhafter/falsch zugeordneter Kolophon.
sarvādyāyā jaganmātuḥ śrīrādhāyāḥ samarcanam / avatārakalānāṃ hi papraccha vinayānvitaḥ
[Er fragte] nach der Verehrung Śrī Rādhās, der Ur-Ersten, der Weltenmutter, [sowie] nach den Kalās (Teilmanifestationen) ihrer Avatāras — [Nārada], von Demut erfüllt, fragte [dies].
Nārada sprach: Gesegnet bin ich, mein Werk ist vollbracht, wahrhaft geboren bin ich durch deine Gnade, o Weiser, da ich die Herrlichkeit der Mantras der Weltenmutter vernommen habe.
Wort für Wort
nārada uvāca
Nārada sprach
dhanyaḥ asmi kṛta-kṛtyaḥ asmi
gesegnet bin ich, mein Werk ist vollbracht
jātaḥ aham tvat-prasādataḥ
geboren bin ich durch deine Gnade
pajjaganmātṛ- [?, tajjaganmātṛ?] mantrāṇām
der Mantras jener Weltenmutter
vaibhavaṃ śrutavān mune
ich habe die Herrlichkeit vernommen, o Weiser
'pajjaganmātṛ-' ist unklar/wohl korrupt; als beste Vermutung mit 'tajjaganmātṛ' ('jener Weltenmutter') wiedergegeben.
Von welcher Anzahl, von welcher Gestalt, von welcher Macht sie sind, o Bester der Kundigen — verkünde wahrhaftig jene Avatāras Rādhās, die restlose Vollkommenheit verleihen.
Wort für Wort
yat-saṃkhyākāḥ ca yad-rūpā
von welcher Anzahl und welcher Gestalt
yat-prabhāvā vidāṃ-vara
von welcher Macht, o Bester der Kundigen
rādhā-avatārān tān satyam
jene Avatāras Rādhās, wahrhaftig
kīrtaya aśeṣa-siddhi-dān
verkünde [sie], die restlose Vollkommenheit verleihend
Sanatkumāra sprach: Höre, o Brahmane, ich werde das Geheimnis der Geheimnisse verkünden — die Geschichte von Rādhās Avatāras, die den Verehrenden die Erfüllung ihrer Wünsche verleiht.
Wort für Wort
sanatkumāra uvāca
Sanatkumāra sprach
śṛṇu vipra pravakṣyāmi
höre, o Brahmane, ich werde verkünden
rahasya-atirahasyakam
das Geheimnis der Geheimnisse
rādhā-avatāra-caritam
die Geschichte von Rādhās Avatāras
bhajatām iṣṭi-siddhidam
den Verehrenden die Erfüllung des Gewünschten verleihend
Lalitā gilt als Herrin der acht [Sakhīs], angeführt von Kalāvatī; bei der Verehrung von Rādhās Füßen werden [zuerst] die mit Mālāvatī beginnenden [acht] genannt.
Śaibyā, Vṛndā, mit Namen Śrīdharā — alle diese sind von gleicher Gestalt [wie Rādhā selbst]. Und die anderen, angeführt von Suśīlā, sind Gefährtinnen, insgesamt zweiunddreißig genannt.
Einst schuf die Göttin — [in Bewegung begriffen (?)], in männlicher Gestalt, mit dem Leib Kṛṣṇas — jene sechzehn Kalās, alle von gleichem Glanz wie sie selbst.
Wort für Wort
kadācit chalilā [calitā?] devī
einst die [sich bewegende?] Göttin
puṃrūpā kṛṣṇavigrahā
in männlicher Gestalt, mit Kṛṣṇas Leib
sasarja ṣoḍaśakalāḥ tāḥ
schuf jene sechzehn Kalās
sarvāḥ tat-sama-prabhāḥ
alle von deren gleichem Glanz
'chalilā' ist unklar/vermutlich korrupt; beste Vermutung 'calitā' ('sich bewegend, aufgebrochen') wurde probeweise angesetzt.
Deren Mantra, sowie [ihre] Meditationsform, den Ablauf von Yantra, Verehrung und so weiter will ich darlegen — das Geheimnis, [das] in allen Tantras [enthalten ist], o Bester der Weisen.
Wind, Wind und Feuer, Feuer, Erde, Erde, die im Wasser Wandelnde (Wasser), das Abgewandte, das Bewegliche, das Reine, der Alldurchdringende (Äther), der Wald/das Eigene, die Kräfte (Śaktis) und die Vokale [stehen als Codewörter für Buchstaben].
Wort für Wort
vātaḥ marut ca agniḥ vahnī
Wind, Wind und Feuer, Feuer
dharā kṣme jala-cāriṇī
Erde, Erde, die im Wasser Wandelnde
vimukhaṃ cara śuci vibhū
das Abgewandte, das Bewegliche, das Reine, der Alldurchdringende
vana sva śaktayaḥ svarāḥ
Wald/Eigenes, die Kräfte, die Vokale
V18-22 bilden offenbar eine Liste kodierter Synonyme (Elemente, Eigenschaften) für Buchstaben/Silben, wie im tantrischen 'varṇoddhāra' (Silben-Extraktions-Verfahren) üblich. Die genaue Silben-Zuordnung wird im Text nicht expliziert; hier wörtlich als Begriffsliste wiedergegeben, nicht in tatsächliche Mantra-Laute aufgelöst.
Der Lebenshauch, der Glanz, die Feste (Erde), der Wind, und ebenso auch der Wind, das Licht, die Bogensehne, die Erde, die Wolke, der Klang, der Brennende (Feuer), das Wasser — so [geht die Liste] weiter.
Wort für Wort
prāṇaḥ tejaḥ sthirā vāyuḥ
Lebenshauch, Glanz, die Feste, Wind
vāyuḥ ca api prabhā tathā
und auch Wind, ebenso Licht
jyā kum abhraṃ tathā nādaḥ
Bogensehne, Erde, ebenso Wolke, Klang
dāvakaḥ pāthaḥ iti atha
der Brennende, das Wasser — so weiter
Fortsetzung der Codewort-Liste, s. Anmerkung zu V18.
vyomarayaḥ śikhī gotrā toyaṃ śūnyajavīdyutiḥ / bhūmī raso namo vyāptaṃ dāhaścāpi rasāṃbu ca
Der Äther, der Windstoß, der Flammentragende (Feuer), das Wasser, die Leere, der Schnelle (Wind), der Glanz (Feuer), die Erde, der Saft (Wasser), [der Äther], das Durchdrungene (Äther), das Brennen (Feuer) und auch Wasser-Saft.
Wort für Wort
vyoma rayaḥ śikhī gotrā
Äther, Windstoß, Flammentragender, Gotrā
toyaṃ śūnya javī dyutiḥ
Wasser, Leere, der Schnelle, Glanz
bhūmī rasaḥ namo [nabho?] vyāptam
Erde, Saft, [Äther], das Durchdrungene
dāhaḥ ca api rasa-ambu ca
Brennen und auch Wasser-Saft
'namo' im Quelltext ist vermutlich für 'nabho' (Äther) verschrieben.
viyatsparśaśca hṛddhaṃsahalāgrāso halātmikāḥ / candrāvalī ca lalitā haṃselā nāyake mate
Der Äther, die Berührung, das Herz, Haṃsa, [und] Hala-Agra-Grāsa [unklare Reihung] — [dies sind] von der Natur der Konsonanten. Candrāvalī und Lalitā gelten, als Haṃsa und Elā, an führender Stelle.
Wort für Wort
viyat sparśaḥ ca hṛt haṃsa
Äther, Berührung, Herz, Haṃsa
hala-agra-grāsaḥ halātmikāḥ
[unklare Reihung] — von der Natur der Konsonanten
candrāvalī ca lalitā
Candrāvalī und Lalitā
haṃsa-elā nāyake mate
gelten als Haṃsa [und] Elā an führender Stelle
'halāgrāso' unklare Wortfuge, wörtlich wiedergegeben. 'halātmikāḥ' vermutlich im grammatischen Sinn von 'hal' = Konsonant (Pāṇini-Terminologie) verstanden.
Rādhā selbst steht an der Stelle des Grāsa (Abschluss), selbst von der Wesensnatur der Śakti. Die übrigen [Gefährtinnen] aber sind die sechzehn Kalās — [zusammen] werden [sie] als zweiunddreißig Kalās überliefert.
vāṅmayaṃ nikhilaṃ vyāptamābhireva munīśvara / lalitāpramukhāṇāṃ tu ṣoḍaśītvamupāgatā
Von eben diesen [Kalās] ist die gesamte Sprache durchdrungen, o Herr der Weisen. Diejenigen aber, die von Lalitā angeführt werden, sind zum Zustand der Sechzehnheit gelangt [bilden die Gruppe der sechzehn Nityās].
saṃbhūte mantravargaṃ te 'bhidhāsye 'haṃ yathātatham / hṛtprāṇelāhaṃsadāvahnisvairlaliteritā
Ich werde dir die Gruppe der Mantras der Wahrheit gemäß darlegen. [Das Mantra] der Lalitā ist genannt mit [den Codewörtern] Herz, Lebenshauch, Elā, Haṃsa, Dāva und Feuer.
Wort für Wort
sambhūte [?] mantravargaṃ te
[Anrede? jetzt?] die Mantra-Gruppe dir
abhidhāsye ahaṃ yathātatham
werde ich der Wahrheit gemäß darlegen
hṛt-prāṇa-elā-haṃsa-dāva-vahnisvaiḥ
mit den Lauten Herz, Lebenshauch, Elā, Haṃsa, Dāva, Feuer
lalitā īritā
ist Lalitā[s Mantra] genannt
'sambhūte' unklar, evtl. Anrede oder Verschreibung für 'sāmprataṃ' ('jetzt').
trividhā haṃsabhedeva śṛṇu tāṃ ca yathākramam / haṃsādyayādyā madhyā syādādimadhyasthahaṃsayā
Höre, wie die Unterscheidung des Haṃsa in drei Arten der Reihe nach [erfolgt]: Die erste [Form ist die], die mit Haṃsa beginnt; die mittlere entsteht durch das zwischen Anfang und Mitte stehende Haṃsa,
Wort für Wort
trividhā haṃsa-bhedā iva
die gleichsam dreifache Unterscheidung des Haṃsa
śṛṇu tāṃ ca yathākramam
höre sie der Reihe nach
haṃsa-ādyā yā ādyā
die erste, die mit Haṃsa beginnt
madhyā syāt ādi-madhya-stha-haṃsayā
die mittlere entsteht durch das zwischen Anfang und Mitte stehende Haṃsa
die dritte ist eben jene Urnatur (Prakṛti) selbst; die vierte [entsteht] durch jene [Silben] mit der End-Māyā-Silbe. Unter diesen dient die vierte der Erlösung, die anderen drei dem Wohlstand.
So ist die Vidyā der Tripurasundarī gemäß der [Sarva-]Lehre dargelegt. Mit [den Codewörtern] Feuer, Erde, Wasser [und] Erde ist das Bīja der Vaśinī verkündet.
Wort für Wort
iti tripurasundaryāḥ vidyā
so [ist] die Vidyā der Tripurasundarī
sarumata-[sarvamata?]-samīritā
gemäß der [allgemeinen?] Lehre dargelegt
dāha-bhūmī-rasā-kṣmāsvaiḥ
mit Feuer, Erde, Wasser, Erde
vaśinī-bījam īritam
ist das Bīja der Vaśinī genannt
'sarumata' unklar; beste Vermutung 'sarvamata' ('allgemeine Lehre').
Der Lebenshauch, verbunden mit Rasa-Śakti (Wasser-Kraft), ist die große Silbe der Kāmeśvarī. Durch die Verbindung von Leere, Wasser, Rasa und Feuer entsteht der Zauberspruch der Mohinī.
Wort für Wort
prāṇaḥ rasā-śakti-yutaḥ
der Lebenshauch, mit Rasa-Kraft verbunden
kāmeśvarī-akṣaraṃ mahat
die große Silbe der Kāmeśvarī
śūnyam ambu rasā vahni-svayogāt
durch Eigenverbindung von Leere, Wasser, Rasa, Feuer
Das Durchdrungene (Äther), verbunden mit Rasa und Erde, ist als das Bīja der Vimalā verkündet. Durch die Verbindungen von Bogensehne, Himmel, Feuer und Feuer entsteht der Zauberspruch der Aruṇā.
Wort für Wort
vyāptaṃ rasā-kṣmāsva-yutam
das Durchdrungene, mit Rasa und Erde verbunden
vimalā-bījam īritam
als das Bīja der Vimalā genannt
jyā-nabho-dāha-vahni-svayogaiḥ
durch die Verbindungen von Bogensehne, Himmel, Feuer, Feuer
Der [Mantra] der Jayinī aber ist verkündet als überall Sieg verleihend: [die Silbe] Ka, verbunden mit Himmel [und] Feuer, [dann] verbunden mit dem Durchdrungenen [und] Erde — [dies ist] der Zauberspruch.
Wort für Wort
jayinyāḥ tu samuddiṣṭaḥ
der [Mantra] der Jayinī aber ist verkündet
sarvatra jayadāyakaḥ
überall Sieg verleihend
kaṃ nabho-dāha-sahitam
[die Silbe] Ka, mit Himmel [und] Feuer verbunden
vyāpta-kṣmāsva-yutaṃ manuḥ
mit dem Durchdrungenen und Erde verbunden — der Zauberspruch
[Dieser Mantra] der Sarveśvarī ist verkündet als der höchste, alle Vollkommenheit bewirkende. [Die Silbe] Grāsa, verbunden mit Himmel, Feuer und Feuer, ist der Zauberspruch der Kaulinī.
Mit diesen acht Zaubersprüchen der Śaktis, verbunden mit [ihren jeweiligen Laut-]Gruppen [und] endend mit [dem Mantra der] Vāgdevatā, soll die Installation (Nyāsa) erfolgen, durch die [der Verehrer] von der Wesensnatur der Göttin wird.
Wort für Wort
etaiḥ manubhiḥ aṣṭābhiḥ śaktibhiḥ
mit diesen acht Zaubersprüchen der Śaktis
varga-saṃyuktaiḥ
verbunden mit [Laut-]Gruppen
vāgdevatā-antaiḥ nyāsaḥ syāt
mit der Vāgdevatā endend soll die Installation erfolgen
yena devī-ātmako bhavet
durch die [man] von der Wesensnatur der Göttin werde
An der [Scheitel-]Öffnung, an der Stirn, ebenso am Ājñā-Cakra, an der Kehle, am Herzen soll man [die Silben] installieren, ferner am Nabel, am Grundzentrum, an den beiden Füßen, von der Wurzel bis zur Spitze.
Wort für Wort
randhre bhāle tathā ājñāyām
an der Öffnung, an der Stirn, ebenso am Ājñā[-Cakra]
Mit dem [Wurzel-]Bīja, angereichert mit den sechs langen Vokalen, soll man auch die sechsfache Gliederinstallation vornehmen. [Man meditiere auf] die rote Lalitā, die in [ihren] Händen Pfeil, Bogen, Schlinge und Elefantenhaken [trägt],
Wort für Wort
ṣaḍ-dīrgha-āḍhyena bījena
mit dem [Bīja], angereichert mit den sechs langen [Vokalen]
kuryāt caiva ṣaḍaṅgakam
soll man auch die sechsfache Gliederinstallation vornehmen
lohitāṃ lalitāṃ
die rote Lalitā
bāṇa-cāpa-pāśa-sṛṇīḥ karaiḥ
Pfeil, Bogen, Schlinge, Elefantenhaken mit [ihren] Händen [tragend]
die auf dem Schoß des Kāmarāja thront [und dort gleichsam] verankert ist — man gedenke der Zarten. Die in der Mitte weilende Göttin ist zwar eine einzige, doch steht sie in sechzehn Gestalten [zugleich].
Wort für Wort
dadhānāṃ kāmarāja-aṅke
die auf dem Schoß des Kāmarāja weilt
yantrītāṃ mudutāṃ [mṛdutāṃ?] smaret
man gedenke der verankerten, zarten [Göttin]
madhyastha-devī tu ekaiva
die in der Mitte weilende Göttin ist zwar eine einzige
ṣoḍaśa-ākārataḥ sthātā
steht [doch] in sechzehn Gestalten
Quelltext 'yantrītāṃ mudutāṃ' vermutlich für 'yantritāṃ mṛdutāṃ' ('verankert, die Zarte').
Deshalb soll man auf ihrem Leib die anderen fünfzehn [Göttinnen] verehren. [Als] Ṛṣi [des Mantras] wird Śiva genannt, [als] Chandas [ebenfalls unklar angegeben], [als] Gottheiten Lalitā und die übrigen.
Wort für Wort
yataḥ tasmāt tanau tasyāḥ
deshalb, auf ihrem Leib
tu anyāḥ pañcadaśa arcayet
soll man die anderen fünfzehn verehren
ṛṣiḥ śivaḥ chandaḥ uktā [?]
Ṛṣi [ist] Śiva, [als] Chandas genannt [unklar]
devatā lalitā-ādikāḥ
Gottheiten [sind] Lalitā und die übrigen
Die Angabe des Chandas (Versmaßes) bei der Mantra-Anrufung ist im Quelltext verkürzt/unklar ('śivaśchanda').
sarvāsāmapi nityānāmāvṛtīrnāmasaṃcaye / paṭale tu prayogāṃśca vakṣyāmyagre savistaram
Die Gefolgschaften aller dieser Nityās, [zusammen] mit der Sammlung [ihrer] Namen, sowie die [magischen] Anwendungen werde ich weiter unten, in [einem eigenen] Kapitel, ausführlich darlegen.
Wort für Wort
sarvāsām api nityānām
aller dieser Nityās
āvṛtīḥ nāma-saṃcaye
die Gefolgschaften, [zusammen] mit der Namenssammlung
paṭale tu prayogān ca
im [entsprechenden] Kapitel aber auch die Anwendungen
Der erste [Laut ist] 'Śuci' (Feuer), verbunden mit sich selbst; die zweite Silbe sei [die der] Lalitā; danach die mit Feuer verbundene Leere, [dann] der mit dem Durchdringenden verbundene Windstoß.
Wort für Wort
śuciḥ svena yutaḥ tu ādyaḥ
der erste [Laut], 'Śuci' mit sich selbst verbunden
Der Lebenshauch, verbunden mit Rasa und Feuer, [dann] das mit dem Beweglichen verbundene Leere-Paar; ferner Himmel und Gotrā, wiederum mit dem Brennen verbunden.
aṃbu syāccarasaṃyuktaṃ navaśaktiyutaṃ ca hṛt / eṣā kāmeśvarī nityā kāmadaikādaśākṣarī
Das Wasser, verbunden mit dem Beweglichen, und das mit den neun Śaktis verbundene Herz [folgen]. Dies ist die Nityā Kāmeśvarī, das elfsilbige, alle Wünsche erfüllende [Mantra].
Eben mit den Silben der Wurzel-Vidyā soll man der Reihe nach die sechs Glieder [installieren]: mit einer [Silbe] das Herz, mit ebenso einer das Haupt, danach mit je zwei [Silben je ein Glied],
Wort für Wort
mūla-vidyā-akṣaraiḥ eva
eben mit den Silben der Wurzel-Vidyā
kuryāt aṅgāni ṣaṭ kramāt
soll man der Reihe nach die sechs Glieder [installieren]
mit vier [Silben werden] die Augen, ebenso wird die Waffe mit einer [Silbe] genannt. [Ferner installiere man] an den beiden Augen, den beiden Ohren, den beiden Nasenlöchern, an der Zunge, am Herzen, am Nabel und am Geheimort,
samastena vyāpakaṃ tu kuryāduktakrameṇa tu / atha dhyānaṃ pravakṣyāmi nityapūjāsu coditam
Man soll die pervasive [Installation] mit dem gesamten [Mantra] nach dem genannten Verfahren vornehmen. Nun werde ich die Meditationsform verkünden, wie sie bei der täglichen Verehrung vorgeschrieben ist.
Wort für Wort
samastena vyāpakaṃ tu
mit dem gesamten [Mantra] aber die pervasive [Installation]
kuryāt ukta-krameṇa tu
soll man nach dem genannten Verfahren vornehmen
atha dhyānaṃ pravakṣyāmi
nun werde ich die Meditationsform verkünden
nitya-pūjāsu coditam
wie sie bei der täglichen Verehrung vorgeschrieben ist
durch die die Göttin wohlgefällig wird und mühelos das Erwünschte gewährt: [Man meditiere auf sie als] gleißend wie zehn Millionen aufgehende Sonnen, strahlend mit einem Rubindiadem,
sechsarmig, dreiäugig, mit einer Mondsichel im Diadem geschmückt, [thronend im Yantra] mit Fünf-, Acht- und Sechzehn[-Blatt-Lotus], Sechseck-Paar und Quadrat,
mandasmitalasadvaktrāṃ dayāmantharavīkṣaṇām / pāśāṅkuśau ca puṇḍrekṣucāpaṃ puṣpaśilīmukham
mit sanft lächelndem, strahlendem Antlitz, von Mitleid trägem Blick, in ihren Händen Schlinge und Elefantenhaken, den Zuckerrohrbogen und den Blütenpfeil [haltend],
sowie eine mit Wein gefüllte Juwelenschale und [die Geste der] Wunschgewährung in [ihren] Händen tragend. Danach, wenn das Mantra vollendet ist, soll der Übende [magische] Anwendungen ausführen.
Wort für Wort
ratna-pātraṃ sīdhu-pūrṇaṃ
eine mit Wein gefüllte Juwelenschale
varadaṃ bibhratīṃ karaiḥ
[und] die Wunschgewährungsgeste in [ihren] Händen tragend
tṛtīyāmatha vakṣyāmi nāmnā tu bhagamālinī / kāmeśvaryādirādiḥ syādrasaścāpasthirārasaḥ
Nun werde ich die dritte [Nityā] verkünden, mit Namen Bhagamālinī. [Ihr Mantra] beginnt mit dem Anfangslaut der Kāmeśvarī; [es folgt] Rasa (Wasser), dann Sthirā (Erde), [dann wieder] Rasa,
Wort für Wort
tṛtīyām atha vakṣyāmi
nun werde ich die dritte verkünden
nāmnā tu bhagamālinī
mit Namen Bhagamālinī
kāmeśvaryāḥ ādiḥ ādiḥ syāt
[ihr] Anfang sei der Anfang der Kāmeśvarī
rasaḥ ca sthirā rasaḥ
Rasa und Sthirā [und] Rasa
V52-73 sind eine extrem verdichtete Codewort-Bauanleitung für das lange Bhagamālinī-Mantra (137 Silben, s. V73); wörtlich als Reihung der Codewörter wiedergegeben (vgl. Anm. zu V18).
verbunden mit Erde und dem Beweglichen; danach wieder Sthirā, danach folgt Rasa; [dann] Sthirā [und] die mit Feuer verbundene Leere, danach folgt Rasa.
Wort für Wort
dharā-yuk sacarā paścāt
mit Erde verbunden, [dann] mit dem Beweglichen, danach
Sthirā, verbunden mit Erde [und] Gotrā, [dann] das mit Brennen [verbundene] Feuer, [dann] Rasa [und] Sthirā; ferner der mit dem Wind verbundene Himmel, begleitet vom Rasa-Laut,
sthirādharānvitā haṃso vyāptena ca careṇa ca / rasaḥ sthirā tato vyāptaṃ bhūyutaṃ śūnyamagniyuk
Sthirā, verbunden mit Erde, [dann] Haṃsa, verbunden mit dem Durchdringenden und dem Beweglichen; [dann] Rasa [und] Sthirā, danach das mit Erde verbundene Durchdringende, [dann] die mit Feuer verbundene Leere,
Wort für Wort
sthirā dharā-anvitā haṃsaḥ
Sthirā, mit Erde verbunden, Haṃsa
vyāptena ca careṇa ca
mit dem Durchdringenden und dem Beweglichen
rasaḥ sthirā tataḥ vyāptam
Rasa, Sthirā, danach das Durchdringende
bhū-yutaṃ śūnyam agni-yuk
mit Erde verbunden, die mit Feuer verbundene Leere
Rasa [und] Sthirā; danach die mit Feuer [verbundene] Leere, der mit [Tavi, unklar] verbundene Wind; [dann] der Windstoß, die mit Feuer verbundene Leere, und danach Herz, Feuer [und] Haṃsa.
Wort für Wort
rasaḥ sthirā tataḥ sa-agni-śūnyam
Rasa, Sthirā, danach die mit Feuer [verbundene] Leere
rasaḥ sthirāṃbu ca viyatsvayutaṃ prāṇa eva ca / dāho 'griyugrasastasmāsthirākṣmā dāhasaṃyutā / sacaraḥ syājjavīpūrvavidyā tartīyataḥ kramāt
Rasa, Sthirā [und] Wasser, [dann] das mit sich selbst verbundene Firmament und ebenso der Lebenshauch; [dann] Feuer, das Feuer-Paar [und] Grāsa, danach die mit Erde [verbundene] Sthirā, verbunden mit Feuer und dem Beweglichen — so sei die dritte Vidyā, [beginnend] mit dem Schnellen, der Reihe nach [vollständig].
Wort für Wort
rasaḥ sthirā ambu ca
Rasa, Sthirā und Wasser
viyat sva-yutaṃ prāṇaḥ eva ca
das mit sich selbst verbundene Firmament, ebenso der Lebenshauch
dāhaḥ agri-yuk [?] grāsaḥ
Feuer, das Feuer-Paar [?], Grāsa
tasmāt sthirā kṣmā dāha-saṃyutā sacaraḥ syāt
danach Sthirā [und] Erde, mit Feuer und dem Beweglichen verbunden
javī-pūrva-vidyā tṛtīyataḥ kramāt
die dritte Vidyā, [beginnend] mit dem Schnellen, der Reihe nach [vollständig]
Dieser Vers hat im Quelltext drei statt zwei Halbverse (dritte Zeile 'sacaraḥ syājjavīpūrvavidyā...'); Übersetzung entsprechend um diese dritte Zeile ergänzt.
catuṣṭayamathārṇānāṃ rasastadanu ca sthirā / hṛdaṃbuyuk kṣmayā dāhaḥ sacaraḥ syājjavī ca hṛt
Es folgt eine Vierergruppe von Lauten, dann Rasa und Sthirā; das mit Wasser verbundene Herz, mit Erde [verbunden ist] das Brennen, das mit dem Beweglichen verbunden ist, sei der Schnelle, und [wieder] das Herz.
Wort für Wort
catuṣṭayam atha arṇānām
danach eine Vierergruppe von Lauten
rasaḥ tadanu ca sthirā
Rasa, danach Sthirā
hṛt-ambu-yuk kṣmayā dāhaḥ
das mit Wasser verbundene Herz, mit Erde das Brennen
sacaraḥ syāt javī ca hṛt
mit dem Beweglichen verbunden sei der Schnelle, und das Herz
Das mit Wasser [und] Wind verbundene Brennen, im Äther, verbunden mit Feuer, ist danach Rasa; Sthirā aber, mit Wind verbunden, [dann] die Leere, verbunden mit Feuer [und] Himmel, [und] das Bewegliche,
Haṃsa, verbunden mit dem Durchdringenden [und] Wind, [dann] die mit dem Durchdringenden [verbundene] Leere und Wasser; das Brennen, verbunden mit Gotrā [und] dem Beweglichen, ebenso das Brennen, ebenso der Windstoß,
Wort für Wort
haṃsaḥ vyāpta-marud-yuktaḥ
Haṃsa, mit dem Durchdringenden [und] Wind verbunden
śūnyaṃ vyāptam atha ambu ca
die Leere, das Durchdringende, dann auch Wasser
dāhaḥ gotrā-cara-yutā
das Brennen, mit Gotrā [und] dem Beweglichen verbunden
Das mit Erde verbundene Herz, das Brennen [und] der Windstoß, verbunden mit dem Beweglichen; Rasa [und] Sthirā, danach der Lebenshauch, verbunden mit Rasa [und] Feuer.
Wort für Wort
hṛt-dharā-sahitaṃ dāha-rayau
das mit Erde verbundene Herz, das Brennen [und] der Windstoß
Das mit dem Beweglichen verbundene Leere-Paar, danach jenes zuvor [Genannte, wieder]; das mit dem Beweglichen verbundene Leere-Paar [und] Gotrā; das mit Wind verbundene Wasser [gibt] das Bewegliche.
Wort für Wort
śūnya-yugmaṃ cara-yutaṃ
das mit dem Beweglichen verbundene Leere-Paar
tataḥ pūrvam ataḥ param
danach das vorherige, danach folgend
śūnya-yugmaṃ ca gotrā syāt
das Leere-Paar und Gotrā
vāha-yuktam ambunā caraḥ
mit Wind verbunden [ist] durch Wasser das Bewegliche
Der Lebenshauch, Rasa, verbunden mit dem Beweglichen, danach Gotrā-[Silben-]Paar; Gotrā, verbunden mit Brennen [und] Wind, danach folge die Wasser-Installation.
Wort für Wort
prāṇaḥ rasā cara-yutaḥ
der Lebenshauch, Rasa, mit dem Beweglichen verbunden
Das mit dem Verbundenen [verbundene] Wasser [und] das mit Erde Verbundene, mit dem Beweglichen begleitet vom Wasser; Grāsa, verbunden mit Erde, danach Rasa, begleitet von der Śakti,
Grāsa, verbunden mit Erde, o Brahmane, Rasa [und] das Durchdringende, dann Herz; das Brennen, dann Wasser, dann Herz, danach der Windstoß, [begleitet] von Wasser [und] Wind,
śūnyaṃ ca kevalaṃ caiva rasaśca sacarasthirā / viyadaṃbuyutaṃ dāhastvagniyuksayutaḥ śuciḥ
Die Leere allein, und Rasa mit dem Beweglichen [und] Sthirā; die mit Wasser verbundene Leere [und] das Brennen, verbunden mit Feuer [und] dem Reinen (Feuer),
Wort für Wort
śūnyaṃ ca kevalaṃ caiva
und die Leere allein
rasaḥ ca sacara-sthirā
und Rasa mit dem Beweglichen [und] Sthirā
viyat-ambu-yutaṃ dāhaḥ
die mit Himmel [und] Wasser verbundene Leere, das Brennen
bhūmī rasākṣmāsvayutā pañcaikāntaritāḥ sthirāḥ / tadantarita bījāni svasaṃyuktāni pañca vai
Erde, verbunden mit Rasa [und] Erde, fünf, jeweils einzeln eingeschoben, [bilden] die Sthirā-Reihe; zwischen diese eingeschoben [stehen] fünf mit sich selbst verbundene Bīja-Silben.
Diese [Silben ergeben] der Reihe nach: Bogensehne [und] das Bewegliche, Rasa [und] Erde, verbunden mit Himmel; Haṃsa, zweimal verbunden mit dem Beweglichen, danach der Lebenshauch, verbunden mit Rasa [und] Feuer.
Wort für Wort
tāni kramāt jyā-sacaraḥ
diese der Reihe nach: Bogensehne mit dem Beweglichen
rasaḥ bhūḥ ca nabho-yutā
Rasa, Erde, mit Himmel verbunden
haṃsaḥ cara-yutaḥ dviḥ syāt
Haṃsa, zweimal mit dem Beweglichen verbunden
tataḥ prāṇaḥ rasā-agni-yuk
danach der Lebenshauch, mit Rasa [und] Feuer verbunden
Das mit dem Beweglichen verbundene Leere-Paar, Herz, das mit Wasser [und] Wind verbundene Brennen; danach mit Himmel [und] Feuer verbunden, [dann] Rasa, verbunden mit Wind [und] Sthirā,
Wort für Wort
śūnya-yugmaṃ cara-yutaṃ
das mit dem Beweglichen verbundene Leere-Paar
hṛt-dāhaḥ ambu-marud-yutaḥ
Herz, das mit Wasser [und] Wind verbundene Brennen
Die mit Feuer [und] Himmel [verbundene] Leere, ebenso begleitet vom Beweglichen; danach Wasser, danach Himmel [und] daraus [folgend], begleitet von Wind,
Die Leere, das Durchdringende, verbunden mit Wind, Brennen [und] Feuer selbst; Haṃsa, mit Brennen, Wasser [und] Rasa [verbunden], sei verbunden mit dem Beweglichen [und Feuer] selbst.
Wort für Wort
śūnyaṃ vyāptaṃ ca dad-yuktaṃ
die Leere, das Durchdringende, verbunden mit dem [Windstoß? unklar]
raya-dāha-sva-vahnibhiḥ
mit Windstoß, Brennen, dem eigenen Feuer
haṃsaḥ sa-dāhaḥ ambaguraso [ambu-rasā]
Haṃsa, mit Brennen, Wasser [und] Rasa
cara-svaiḥ saṃyuto bhavet
sei mit dem Beweglichen [und Feuer] selbst verbunden
Haṃsa, verbunden mit Brennen [und] Feuer selbst, wird als letzte [Silbe] genannt. Mit [insgesamt] hundertsiebenunddreißig Silben ist die Nityā Saubhāgamālinī [gemeint, alias Bhagamālinī].
Die Glieder [werden] mit den Mantrasilben [gebildet]: mit der ersten wird das Herz genannt, danach mit vier [Silben] das Haupt, mit drei [Silben] wird der Haarschopf genannt,
Wort für Wort
aṅgāni mantra-varṇaiḥ syuḥ
die Glieder [werden] mit den Mantrasilben [gebildet]
Mit den [restlichen] Silben, [gezählt] nach der Anzahl der Guṇas und Veden [d.h. drei bzw. vier], [werden] der Reihe nach die übrigen sechs Glieder [gebildet]. [Man meditiere auf] die Rötliche, in rötlicher Gestalt, die Schöne, mit sanft lächelndem Antlitz,
Wort für Wort
guṇa-veda-akṣaraiḥ śeṣāṇi
mit den [nach der Zahl der] Guṇas [und] Veden [bemessenen] übrigen Silben
und von anderen [Śaktis, genannt] mit den [ihnen zugeordneten] Silben, deren Wesen der Rausch der Liebeslust ist. Dies ist die dritte [Nityā] verkündet worden: die Frau, die die Menschen bezaubert.
Wort für Wort
akṣara-uktābhiḥ anyābhiḥ
und von anderen, mit [ihren] Silben genannten [Śaktis]
kāmeśvaryāstṛtīyādivarṇānāmaṣṭakaṃ bhavet / hṛdaṃbumarutā yuktaḥ sa evaikādaśākṣaraḥ
Es folgt die Achtergruppe der Silben, beginnend mit der dritten der Kāmeśvarī; [dann] das mit Wasser [und] Wind verbundene Herz — so [ist] eben dieses [Mantra] elfsilbig.
Wort für Wort
kāmeśvaryāḥ tṛtīya-ādi-varṇānām aṣṭakaṃ bhavet
es sei die Achtergruppe der Silben der Kāmeśvarī, beginnend mit der dritten
dvābhyāṃ dvābhyāṃ tu śeṣāṇi aṅgāni parikalpayet / nyasedaṅguṣṭhamūlādikaniṣṭhāgrāntamūrddhvagam
Mit je zwei [Silben] soll man die übrigen Glieder bilden. Man installiere [die Silben] von der Daumenwurzel bis zur Spitze des kleinen Fingers, aufwärts gehend,
Wort für Wort
dvābhyāṃ dvābhyāṃ tu śeṣāṇi
mit je zwei [Silben] aber die übrigen
aṅgāni parikalpayet
Glieder soll man bilden
nyaset aṅguṣṭha-mūla-ādi
man installiere von der Daumenwurzel an
kaniṣṭha-agra-anta-mūrdhvagam
bis zur Spitze des kleinen Fingers, aufwärts gehend
śeṣaṃ tadvalaye nyasya hṛddṛkchrotre nasordvayoḥ / tvaci dhvaje ca pāyau ca pādayo rarṇakānnyaset
[und] die restliche [Silbe] lege man am Armreif-Bereich an; am Herzen, an den beiden Augen [und] Ohren, an den beiden Nasenlöchern, an der Haut, am Zeugungsglied, am After [und] an den beiden Füßen installiere man die Silben.
Wort für Wort
śeṣaṃ tad-valaye nyasya
die restliche [Silbe] am Armreif-Bereich anlegend
hṛt-dṛk-śrotre nasoḥ dvayoḥ
am Herzen, den Augen, Ohren, den beiden Nasenlöchern
[Man meditiere auf] die Rötliche, in rötlicher Gestalt, die rötliche Gewänder trägt, mit rötlichem Kranz [und] rötlicher Salbe [geschmückt], mit lieblichem, lächelndem Lotosantlitz,
mit von drei Augen erstrahlendem Antlitz, an der Stirn mit einer Schweißtropfen-Perle [geschmückt], leuchtend, mit im Diadem strahlender halber Mondsichel,
mit ihren vier Armen Schlinge, Elefantenhaken, Trinkschale [und] die Furchtlosigkeitsgeste tragend, inmitten eines Lotos sitzend, von Liebesrausch träge,
So meditierend, soll man die ewige Nityaklinnā mit ihren eigenen Śaktis verehren. Die vierte, heilbringende [Nityā], genannt Nityāklinnā, ist [damit] verkündet, o Weiser.
[Die Dhyāna-Beschreibung führt fort:] die Frau (des vorigen Verses) — mit den [Codewörtern] Frischbutter, Dāvikā, Feuer [und] Sieg u.a. [wird das folgende Mantra gebildet]. Erde, mit sich selbst verbunden, [ist] die erste [Silbe]; der Lebenshauch, mit Brennen verbunden, folgt ihr.
Wort für Wort
vanitā navanītasya dāvikā-agniḥ jayā-ādinā
[unklare Reihung, wörtlich:] die Frau, Frischbutter, Dāvikā, Feuer, Jayā u.a.
bhūḥ svena yuktā prathamaṃ
Erde, mit sich selbst verbunden, [ist] die erste
prāṇaḥ dāhena tad-yutaḥ
der Lebenshauch, mit Brennen verbunden, folgt ihr
(Ergänzung)
Übergang zur Bheruṇḍā-Mantrakonstruktion; 'vanitā navanītasya dāvikāgnirjayādinā' bleibt in der genauen syntaktischen Zuordnung unsicher, wörtlich wiedergegeben.
Rasa, mit Brennen verbunden, folgt ihm; Glanz, mit Brennen verbunden, folgt ihm; auch die Bogensehne, mit Brennen verbunden, folgt ihr — [dies ist] das Silbenpaar am Ende von 'Nityāklinnā'.
Wort für Wort
rasaḥ dāhena tad-yuktaṃ
Rasa, mit Brennen verbunden, ihm folgend
prabhā dāhena tad-yutā
Glanz, mit Brennen verbunden, ihr folgend
jyā ca dāhena tad-yuktā
auch die Bogensehne, mit Brennen verbunden, ihr folgend
Dies ist die neunsilbige Nityā Bheruṇḍā, die alle Vollkommenheit verleiht. Man lasse den Praṇava und das Silbenpaar 'ṭha' fort und [installiere] mit den mittleren sechs Silben
Wort für Wort
eṣā navākṣarī nityā
dies ist die neunsilbige Nityā
bheruṇḍā sarva-siddhidā
Bheruṇḍā, die alle Vollkommenheit verleiht
praṇavaṃ ṭha-dvayaṃ tyaktvā
den Praṇava [und] das Silbenpaar 'ṭha' fortlassend
soll man die sechs Glieder bilden; danach [folgt] die Installation der [einzelnen] Silben. An Öffnung, Mund, Kehle, Herz [und] Nabel [platziere man] paarweise Silben,
man installiere die neun Mantrasilben, [dem] vorausgehend die Installation des Alphabets (Mātṛkānyāsa). Nun werde ich die Meditationsform verkünden, die der Göttin alle Ziele erfüllt.
[Man meditiere auf sie] mit einem Leib von der Farbe geschmolzenen Goldes, dreiäugig, mit lieblichem Lächeln, mit einem prächtigen Antlitz, geschmückt mit himmlischem Schmuck,
mit ihren Händen Schlinge und Elefantenhaken, Schild und Schwert, Keule, Feuer, Bogen [und] Pfeile tragend, sitzend, in der Verehrung an meiner Seite weilend,
Wort für Wort
pāśa-aṅkuśau carma-khaḍgau
Schlinge und Elefantenhaken, Schild und Schwert
gadā-vahni-dhanuḥ-śarān
Keule, Feuer, Bogen, Pfeile
karaiḥ dadhānām āsīnā
mit den Händen tragend, sitzend
pūjāyāṃ mat-pasa-sthitām [?]
in der Verehrung [an meiner Seite?] weilend
'matpasasthitām' unklar; wörtlich als 'an meiner Seite weilend' wiedergegeben.
und die Śaktis, von gleicher Gestalt wie sie, mit Glanz-Waffen versehen — [diese] soll man ringsum ebenso verehren, [Śaktis] mit lächelndem Antlitz, angeführt von Vijayā.
Die aber sechste [Nityā], o Bester der Zweifachgeborenen, ist die ewige Vahnivāsinī. Höre nun ihr Ritual, das den Übenden vortreffliche Vollkommenheit verleiht.
Wort für Wort
yā tu ṣaṣṭhī dvijaśreṣṭha
die aber sechste, o Bester der Zweifachgeborenen
sā nityā vahnivāsinī
sie ist die ewige Vahnivāsinī
tad-vidhānaṃ śṛṇuṣva ādya
höre nun ihr Ritual
sādhakānāṃ susiddhidam
das den Übenden vortreffliche Vollkommenheit verleiht
Der Anfang von 'Bheruṇḍā' [steht] hier an erster Stelle, danach der Anfang von 'Nityaklinnā'; danach die mit Wasser [verbundene] Leere, Haṃsa [und] Feuer, danach das oberste, mit Wasser [und] Wind verbundene [Element],
Wort für Wort
bheruṇḍā-ādyam iha ādyaṃ syāt
der Anfang von Bheruṇḍā sei hier der Anfang
nityaklinnā-ādy-anantaram
danach der Anfang von Nityaklinnā
tataḥ ambu-śūnye haṃsa-agniḥ
danach die mit Wasser [verbundene] Leere, Haṃsa, Feuer
hṛdagninā yutaṃ śūnyaṃ vyāptena śucinā ca yuk / śūnyaṃ nabhaḥ śaktiyutaṃ navārṇeyamudāhṛtā
das mit Feuer verbundene Herz, [dann] die mit dem Durchdringenden [und] Reinen verbundene Leere; die mit Himmel [und] Śakti verbundene Leere — so wird dieses neunsilbige [Mantra] erklärt.
Man verbinde die Vidyā mit dem zweiten Bīja [und] den langen Vokalen; mit den bis 'Māyā' [reichenden] sechs [Silben] soll man die Gruppen an Hand und Gliedern anbringen.
Wort für Wort
vidyā dvitīya-bījena
die Vidyā mit dem zweiten Bīja
svarān dīrghān niyojayet
verbinde man mit den langen Vokalen
māyā-antān ṣaḍbhiḥ eva
mit den bis Māyā [reichenden] sechs eben
āṅgāni ācaret kara-aṅgayoḥ
soll man die Gliederinstallation an Hand und Gliedern vornehmen
navākṣarāṇi vidyāyā navarandhreṣu vinyaset / vyāpakaṃ ca samastena kuryādevātmasiddhaye
Die neun Silben der Vidyā installiere man an den neun Körperöffnungen; mit dem gesamten [Mantra] soll man die pervasive [Installation] vornehmen, zur eigenen Vollendung.
Wort für Wort
nava-akṣarāṇi vidyāyāḥ
die neun Silben der Vidyā
nava-randhreṣu vinyaset
installiere man an den neun Öffnungen
vyāpakaṃ ca samastena
und die pervasive [Installation] mit dem gesamten [Mantra]
sarvāsvapi ca vidyāsu vyāpakanyāsamācaret / taptakāñcanasaṃkāśāṃ navayauvanasundarīm
Auch bei allen [anderen] Vidyās vollziehe man die pervasive Installation. [Man meditiere auf sie:] von der Farbe geschmolzenen Goldes, mit der Schönheit frischer Jugend,
leuchtend mit Schmuck aus roten Perlen und durchbrochenen Büscheln, [mit einem Diadem, geformt wie] Juwelen-Lotos, Muschel, Zuckerrohrbogen [und] Vollmondscheibe,
ihre Vidyā werde ich verkünden, den Übenden vortreffliche Vollkommenheit gebend: [man nehme] die zweite [Silbe] von Vahnivāsinī, das vierte von Nityaklinnā,
das achte [und] auch das neunte, wieder das erste, wieder das letzte, [dann] je ein Paar, je eines einzeln, ferner ein doppeltes Paar, danach ein [weiteres] Paar.
Nachdem man [dieses Mantra] mit der Māyā-[Silbe] umschlossen hat, soll man der Reihe nach die sechs Glieder bilden; jedes [Glied] soll man mit zehn, von der Śakti umschlossenen Mantrasilben installieren.
dṛkchrotranāsāvāgvakṣonābhiguhyeṣu ca kramāt / raktāṃ raktāṃbarāṃ raktagaṅghamālāvibhūṣaṇām
an Auge, Ohr, Nase, Sprache, Brust, Nabel [und] Geheimort, der Reihe nach — [man meditiere auf] die Rote, in rotem Gewand, mit rotem Halsschmuck aus Girlanden,
inmitten des Rades angenehm sitzend, mit lächelndem Lotosantlitz, von ihren eigenen [gleichgestaltigen] Śaktis umgeben, in der Mitte, gelb [gekleidet],
Wort für Wort
cakra-madhye sukha-āsīnāṃ
inmitten des Rades angenehm sitzend
smera-vaktra-saroruhām
mit lächelndem Lotosantlitz
śaktibhiḥ sva-sva-rūpābhiḥ āvṛtāṃ
von ihren eigenen [gleichgestaltigen] Śaktis umgeben
ringsum auf dem Löwenthron, umgeben von schwankenden, auf einem Schiffchen stehenden Śaktis, stets begleitet von jenen in Spielen des Kommens und Gehens und anderem [beschäftigt],
Wort für Wort
siṃhāsane abhitaḥ
ringsum auf dem Löwenthron
preṅkhat-pota-sthābhiḥ ca śaktibhiḥ
und von auf einem schwankenden Schiffchen stehenden Śaktis
vṛtāṃ tābhiḥ vinodāni
von ihnen umgeben, in Vergnügungen
yātāyāta-ādibhiḥ sadā
stets in Kommen und Gehen u.a. [beschäftigt]
Bildliche Ausdrücke ('preṅkhat-pota-sthābhiḥ') bleiben in der genauen Bedeutung unsicher; wörtlich wiedergegeben.
kurvāṇāmaruṇāṃbhodhau cintayenmantranāyakam / eṣā tu saptamīproktā dūtiṃ cāpyaṣṭamīṃ śṛṇu
ausführend — auf dem rötlichen Ozean(?) soll man den Herrn des Mantras betrachten. Dies ist die siebte [Nityā] verkündet; nun höre auch von der achten, der Dūtī.
Wort für Wort
kurvāṇām aruṇa-ambhodhau
ausführend, auf dem rötlichen Ozean
cintayet mantra-nāyakam
soll man den Herrn des Mantras betrachten
eṣā tu saptamī proktā
dies ist die siebte [Nityā] verkündet
dūtiṃ ca api aṣṭamīṃ śṛṇu
und höre auch die achte, die Dūtī
'aruṇāṃbhodhau' (der rötliche Ozean) bleibt bildlich unsicher, evtl. Meer von Wein/Blut in tantrischer Symbolik; wörtlich wiedergegeben.
Der Anfang von Vajreśvarī [sei] der Anfang [dieses Mantras]; danach die mit Himmel [und] Feuer verbundene [Silbe]; das mit Wind verbundene Wasser folgt; Gotrā, verbunden mit Erde, folgt danach,
Wort für Wort
vajreśvaryāḥ ādyam ādyaṃ syāt
der Anfang von Vajreśvarī sei der Anfang
viyat-agni-yutaṃ tataḥ
danach die mit Himmel [und] Feuer verbundene [Silbe]
der Windstoß, verbunden mit dem Durchdringenden [und] dem Reinen, folgt danach. So wird die lange [Silbenreihe] der Vahnivāsinī genannt; als die ewige Dūtī wird [dies] verkündet.
Wort für Wort
rayaḥ vyāsena śucinā yutaḥ
der Windstoß, mit dem Durchdringenden [und] dem Reinen verbunden
Mit den sechs langen Vokalen versehen, [ergibt sich] die sechsgliedrige [Installation] der Vidyā; mit eben diesen, von der Vidyā umschlossenen Silben installiere man an den fünf [Stellen], beginnend mit dem Ohr,
Wort für Wort
ṣaḍ-dīrgha-svara-yuktena
mit den sechs langen Vokalen versehen
vidyāyāḥ syāt ṣaḍaṅgakam
sei die sechsgliedrige [Installation] der Vidyā
tena eva puṭitaiḥ arṇaiḥ
mit eben diesen umschlossenen Silben
nyaset śrotra-ādi-pañcasu
installiere man an den fünf, mit dem Ohr beginnenden [Stellen]
und das sechste [Glied] installiere man an der Nase; mit der Vidyā vollziehe man die pervasive Installation. [Man meditiere auf sie] gleich der Mittagssonne zur heißen Jahreszeit,
Wort für Wort
ṣaṣṭhakaṃ nasi vinyasya
und das sechste an der Nase installierend
vyāpakaṃ vidyayā nyaset
vollziehe man mit der Vidyā die pervasive Installation
nidāgha-kāla-madhyāhna
der heißen Jahreszeit Mittagssonne
divākara-sama-prabhām
von gleichem Glanz wie die Tagesschöpferin (Sonne)
So meditierend, soll man die Göttin Dūtī, die Zerstörerin schlechter Politik/Fehlverhaltens, erfreuen. So ist sie dir verkündet, die Abwenderin aller Not,
die Glückbringerin, die Bewirkerin der Stätte des Segens/Śivaheit, die alle Vollkommenheit Gewährende. Nun [höre von] der neunten ewigen [Nityā], genannt Tvaritā, o Nārada.
Wort für Wort
śrīkarī śivatā-vāsa-kāriṇī
die Glückbringerin, die Bewirkerin der Stätte des Segens
pravakṣyāmi yaśovidyādhanārogyasukhapradām / ādyaṃ tu vahnivāsinyā dūtyādistadanantaram
ich werde [sie] verkünden, die Ruhm, Wissen, Reichtum, Gesundheit [und] Glück verleiht. Der Anfang [entstammt] Vahnivāsinī, danach der Anfang von Dūtī,
Haṃsa, mit Erde selbst verbunden, der Glanz, verbunden mit dem Beweglichen; Wind, [und] Licht, verbunden mit dem Beweglichen, begleitet von Grāsa-Śakti,
das Herz, mit dem Windstoß [und] mit Brennen [verbunden], ebenso das achte [Element] mit Feuer selbst; Haṃsa, verbunden mit Erde [und] Himmel, [und] Grāsa, verbunden mit dem Beweglichen, [bilden] das zweite [Glied].
Wort für Wort
hṛt-āraya-yeṇa [rayeṇa?] dāhena
das Herz, mit dem Windstoß [und] Brennen
vahni-sva-aṣṭamaṃ tathā
ebenso das achte mit Feuer selbst
haṃsaḥ kṣmā-khaṃ-yutaḥ
Haṃsa, mit Erde [und] Himmel verbunden
grāsaḥ cara-yuktaḥ dvitīyakaḥ
Grāsa, mit dem Beweglichen verbunden, das zweite [Glied]
Mit dem zweiten [Element], verbunden mit dem Klang, [ist] die ewige Tvaritā zwölfsilbig. Die Vidyā [wird gebildet] aus der vierten Silbe an, [gefolgt] von sieben [weiteren] Silben,
Wort für Wort
dvitiḥ [dvitīyaṃ?] nāda-yutā nityā
das zweite, mit dem Klang verbunden, die ewige [Nityā]
soll man mit paarweisen Silben der Reihe nach die sechs Glieder an Hand und Körper bilden: an Kopf, Stirn, Kehle, Herz, Nabel [und] Grundzentrum, ebenso
an den beiden Schenkeln, ebenso an den beiden Knien, an den beiden Waden, ebenso an den beiden Füßen soll man die Mantrasilben, zehn an der Zahl, installieren.
Wort für Wort
ūru-yugme tathā jānu-dvaye
an den beiden Schenkeln, ebenso an den beiden Knien
jaṅghā-dvaye tathā
an den beiden Waden, ebenso
pāda-yugme tathā varṇān
an den beiden Füßen die Silben
mantrajān daśa vinyaset
aus dem Mantra stammend, zehn, soll man installieren
mit den anderen Mantrasilben, [die] zwischen der zweiten und der vorletzten [stehen], [sowie] beginnend mit dem 'Tāra' [Praṇava] — höre nun ihre Meditationsform, die alle Vollkommenheit bewirkt:
Wort für Wort
dvitīya-upāntya-madhyasthaiḥ
mit den zwischen der zweiten und vorletzten stehenden
mantra-arṇaiḥ itaraiḥ api
mit den anderen Mantrasilben ebenso
tāra-ādyaiḥ śṛṇu tad-dhyānaṃ
beginnend mit 'Tāra', höre nun ihre Meditationsform
dunkelblau von Farbe, von schöner Gestalt, geschmückt mit frischer Jugend, [geschmückt] mit acht Naga-Ornamenten, jeweils paarweise angeordnet, leuchtend,
Wort für Wort
śyāma-varṇa-śubha-ākārāṃ
dunkelblau von Farbe, von schöner Gestalt
nava-yauvana-śobhitām
geschmückt mit frischer Jugend
dvi-dvi-kramāt aṣṭa-nāgaiḥ
der Reihe nach paarweise mit acht Naga[-Schmuckstücken]
tāṭaṅkamaṅgadaṃ tadvadrasanā nūpuraṃ ca taiḥ / viprakṣatriyaviṭśūdrajātibhirbhīmavigrahaiḥ
Ohrgehänge, Armreif, ebenso Gürtel [und] Fußreif aus jenen [Naga-Formen]; [begleitet von den] Gestalten der Brahmanen-, Kṣatriya-, Vaiśya- [und] Śūdra-Kaste, von furchterregender Gestalt,
mit einem Kopfschmuck aus Pfauenfedern versehen, mit jenem [Federn gefertigtem] Schirm [und] jener Fahne, mit an der von Guñjā-Beerenschnur glänzenden Brust, mit von Safran gezeichneten Brüsten,
dreiäugig, mit lieblichem Antlitz, mit sanft lächelndem Lotosgesicht, mit vier Armen, an denen Schlinge, Elefantenhaken, [die] Wunschgewährungs- [und] Furchtlosigkeitsgeste erstrahlen,
dhyātvaivaṃ totalāṃ devīṃ pūjayecchaktibhirvṛtām / tadagrasthā lu phaṭkārī śaracāpakarojjvalā
So meditierend, soll man die Göttin Totalā, umgeben von [ihren] Śaktis, verehren. Vor ihr steht 'Luphaṭkārī', strahlend mit Pfeil [und] Bogen in [ihrer] Hand,
prasīdetphaladāne ca sādhakānāṃ tvarānvitāṃ / eṣā tu navamī nityā tvaritoktā munīśvara
möge sie sich, geeilt, gnädig erweisen bei der Gewährung der Frucht für die Übenden. Dies ist die neunte ewige [Nityā], genannt Tvaritā, o Herr der Weisen,
Wort für Wort
prasīdet phala-dāne ca
möge sie sich bei der Gewährung der Frucht gnädig erweisen
die Beseitigerin von Hindernissen [und] bösen Träumen, die Gewährerin aller Wünsche. [Nun zum nächsten Mantra:] Der Reine (Feuer), mit sich selbst verbunden, [ist] der erste; [dann] Rasa, verbunden mit Feuer,
Wort für Wort
vighna-duḥsvapna-praśamanī
die Beseitigerin von Hindernissen [und] bösen Träumen
der Lebenshauch, zweitens, mit sich selbst verbunden; [dann folgt] Vana, verbunden mit den Śaktis. So wird verkündet die dreisilbig genannte ewige Kulasundarī,
Wort für Wort
prāṇaḥ dvitīyaḥ svayutaḥ
der Lebenshauch, zweitens, mit sich selbst verbunden
am Anfang, in der Mitte [und] am Ende, nach dem Verfahren der Verehrung und des Japa; jeweils mit diesen drei Bīja-Silben, versehen mit den langen Vokalen,
soll man, wie vorgeschrieben, die Installation an Hand, Gliedern [und] Antlitz vornehmen; oben, im Osten, Süden, Westen [und] unten, mit den Feuer[-Silben],
mit den schön tönenden inneren [Silben], für jene [Richtungen] der Reihe nach, an den entsprechenden Stellen ihrer selbst: am Grundzentrum, an der Öffnung, am Herzen je eine; die zweite an den drei Augen;
Wort für Wort
suvinadyantarasthaiḥ
mit den schön tönenden, inneren [Silben]
tan-nadātmasu yathākramam
für jene, der Reihe nach, an den entsprechenden Stellen
ādhāra-randhra-hṛtsu ekaṃ
am Grundzentrum, an der Öffnung, am Herzen je eine
an Wurzel, Mitte [und] Spitze soll man [die Silben] neunfach mit den Wurzelsilben installieren. [Man meditiere auf] die Rote, von rötlicher Śakti-Gestalt, von den [Göttern des] Herzens verehrt,
Wort für Wort
mūla-madhya-agrataḥ nyasyet
an Wurzel, Mitte, Spitze soll man installieren
navadhā mūla-varṇakaiḥ
neunfach mit den Wurzelsilben
lohitāṃ lohita-ākāra-śaktiṃ
die Rote, von rötlicher Śakti-Gestalt
bṛd-aniṣevitām [?]
von [unklarer Gruppe] verehrt
'bṛdaniṣevitām' unklar; wörtlich mit '[Göttern des] Herzens' wiedergegeben.
mit rötlichem Gewand, Schmuck, Kranz [und] Salbe, mit sechsfachem [oder: sechsgesichtigem] Lotosantlitz, mit einem aus unbezahlbaren Juwelen gefertigten, rubinstrahlenden Diadem,
mit einer von Juwelenbüscheln durchsetzten, glänzenden, schönen Brust, von höchstem Mitgefühl [und] höchster Wonne, auf einem rötlichen Lotossitz [thronend],
mit zwölf Armen versehen, die Verkörperung aller [Formen der] Sprache, [in den Händen] eine Korallen-Rosenkranz-Schnur, einen Lotos, ein aus Juwelen gefertigtes Wassergefäß,
ratnapūrṇaṃ tu caṣakaṃ luṅgīṃ vyākhyānamudrikām / dadhānāṃ dakṣiṇairvāmaiḥ pustakaṃ cāruṇotpalam
eine mit Juwelen gefüllte Trinkschale, ein Tuch, den Lehrgestus, mit den rechten [und] linken [Händen] tragend, [ferner] ein Buch [und] eine schöne blaue Lotosblüte,
haimīṃ ca lekhanīṃ ratnamālāṃ kaṃbuvaraṃ bhujaiḥ / abhitaḥ stūyamānāṃ ca devagandharvakinnaraiḥ
eine goldene Schreibfeder, eine Juwelenkette, eine schöne Muschel mit [ihren] Armen [tragend], ringsum gepriesen von Göttern, Gandharvas [und] Kinnaras,
Wort für Wort
haimīṃ ca lekhanīṃ
und eine goldene Schreibfeder
ratnamālāṃ kaṃbu-varaṃ bhujaiḥ
eine Juwelenkette, eine schöne Muschel, mit [ihren] Armen
von Yakṣas, Rākṣasas, Daityas, Ṛṣis, Siddhas, Vidyādharas und anderen. So meditierend, verehre man die Ewige, zum Erlangen von Sprachreichtum und Schönheit,
sitāṃ kevalavāksiddhyai lakṣmyai hemaprabhāmapi / dhūmābhāṃ vairividviṣṭyai mṛtaye nigrahāya ca
weiß, zur bloßen Sprachvollkommenheit, für Lakṣmī auch von goldenem Glanz, rauchfarben zur Feindschaft/Besiegung von Widersachern, dunkel zum Töten und zur Unterwerfung,
Wort für Wort
sitāṃ kevala-vāk-siddhyai
weiß, zur bloßen Sprachvollkommenheit
lakṣmyai hema-prabhām api
für Lakṣmī auch von goldenem Glanz
dhūma-ābhāṃ vairi-vidviṣṭyai
rauchfarben zur Feindschaft/Besiegung von Widersachern
nityānityāṃ tu daśamīṃ trikuṭāṃ vacmi sāṃpratam / haṃsaśca hṛtprāṇarasādāhakarṇaiḥ samanvitaḥ
Die 'Ewig-Nichtewige' aber, die Zehnte [oder: der Zehnten zugeordnete], genannt Trikuṭā, will ich nun sagen. Haṃsa, verbunden mit Herz, Lebenshauch, Rasa, Brennen [und] Ohr,
Wort für Wort
nityā-nityāṃ tu daśamīṃ [?]
die 'Ewig-Nichtewige' aber, die zehnte [?]
trikuṭāṃ vacmi sāṃpratam
genannt Trikuṭā, will ich nun sagen
haṃsaḥ ca hṛt-prāṇa-rasā
Haṃsa, und Herz, Lebenshauch, Rasa
dāha-karṇaiḥ samanvitaḥ
begleitet von Brennen [und] Ohr
Die Ordinalangabe 'daśamīm' (zehnte) widerspricht V158 (wo Kulasundarī bereits als zehnte bezeichnet wird) und V169 (wo diese Trikuṭā-Gestalt als 'ekādaśī', elfte, bezeichnet wird). Vermutlich Textanomalie/Verschreibung, wörtlich belassen.
verbunden mit der Vidyā der Kulasundarī gemäß der Überlieferung. Dieses dreisilbige [Mantra] der 'Ewig-Nichtewigen' ist mit sechs verdichteten [Kūṭa-]Silben versehen,
es gilt als zweiundsiebzigfach gespalten, durch Formen wie die rückläufige [Rezitation] u.a. Wer diese verehrt, wird als Mensch vollkommen, ein Himmelswandler, glücklich,
er wird fähig, in den drei Welten sowohl Bestrafung als auch Gnade zu üben. Mit Haṃsa und Herz, jeweils versehen mit den langen Vokalen, [vollziehe man] die sechs Glieder,
bhrūmadhye kaṇṭhahṛnnābhiguhyādhāreṣu ca kramāt / vidyākṣarāṇi kramaśo nyasedvinduyutāni ca
am Punkt zwischen den Augenbrauen, an Kehle, Herz, Nabel, Geheimort [und] Grundzentrum, der Reihe nach, installiere man die Silben der Vidyā, der Reihe nach, versehen mit dem Bindu,
Wort für Wort
bhrū-madhye kaṇṭha-hṛt-nābhi
zwischen den Augenbrauen, an Kehle, Herz, Nabel
guhya-ādhāreṣu ca kramāt
Geheimort, Grundzentrum, der Reihe nach
vidyā-akṣarāṇi kramaśo nyaset
installiere man der Reihe nach die Silben der Vidyā
vyāpakaṃ ca samastena vidhāya vidhinā punaḥ / dhyāyetsamastasaṃpattihetoḥ sarvātmikāṃ śivām
Nachdem man ferner mit dem gesamten [Mantra] die pervasive [Installation] vorschriftsgemäß vollzogen hat, meditiere man auf die alles bewirkende, auf allem beruhende Śivā, um vollständigen Wohlstand zu erlangen.
Wort für Wort
vyāpakaṃ ca samastena
und die pervasive [Installation] mit dem gesamten [Mantra]
vidhāya vidhinā punaḥ
vollzogen habend, vorschriftsgemäß, ferner
dhyāyet samasta-saṃpatti-hetoḥ
meditiere man um vollständigen Wohlstand zu erlangen
[Man meditiere auf sie] mit dem Glanz der aufgehenden Sonnenscheibe, leuchtend mit rubinbesetztem Diadem, mit rubinfarbenem Schmuck versehen, rötliche Gewänder tragend,
Blütenpfeil und Lotos, [sowie] Menschenschädel [und] Furchtlosigkeitsgeste, mit den rechten Händen tragend — man meditiere auf die Göttin mit ungeteiltem Geist.
Wort für Wort
puṣpa-iṣum ambujaṃ caiva
Blütenpfeil und ebenso Lotos
nṛ-kapāla-abhaye tathā
Menschenschädel [und] Furchtlosigkeitsgeste, ebenso
dadhānāṃ dakṣiṇaiḥ hastaiḥ
tragend, mit den rechten Händen
dhyāyet devīm ananya-dhīḥ
möge man mit ungeteiltem Geist die Göttin meditieren
So ist diese elfte [Nityā] verkündet; höre nun die zwölfte, o Nārada. Der Anfang von Tvaritā [und] das Ende [von einer anderen Silbe, verbunden] mit Glanz, Windstoß, dem Beweglichen [und] Feuer selbst,
Wort für Wort
iti eṣā ekādaśī proktā
so ist diese elfte verkündet
dvādaśīṃ śṛṇu nārada
höre die zwölfte, o Nārada
tvaritā-uyāntyam [?] ādyaṃ syāt
der Anfang von Tvaritā [und] das Ende [unklar]
yuti-doha-cara-svayuk
verbunden mit Glanz, [unklar], dem Beweglichen, Feuer selbst
Quelltext zeigt 'ityeṣaikā daśī' als Wortfuge für 'iti eṣā ekādaśī' (so diese elfte).
das mit Brennen [und] Erde verbundene Herz, das fünfte von Vajreśī, ebenso; verbunden mit Wind selbst, mit der Mitte angereichert, nach der zehnten, wiederum danach,
Wort für Wort
hṛt-ca dāha-kṣmāsva-yutaṃ
das Herz, mit Brennen [und] Erde verbunden
vajreśī-pañcamaṃ tathā
ebenso das fünfte von Vajreśī
marut-sva-yuktaḥ madhya-āḍhyaḥ
verbunden mit Wind selbst, mit der Mitte angereichert
Glanz, [verbunden] mit Brennen, dem Beweglichen [und] Feuer selbst — [dies ist] ihr Anfang danach. So ist die ewige, siebzehnsilbige [Nityā] genannt Nīlapatākā verkündet.
Wort für Wort
dyutiḥ dāha-cara-svena
Glanz, mit Brennen, dem Beweglichen [und] Feuer selbst
Mit den sechs Silben [in den Gruppen] zwei-zwei, Flügel, Augen [gezählt], aus dem Mantra stammend, [erfolgt] die Bildung der Glieder: an Ohr, Nase (paarweise), Sprache, Kehle [und] Herz, der Reihe nach,
Wort für Wort
dvi-dvi-pakṣa-akṣi-ṣaḍ-varṇaiḥ
mit den sechs Silben [in Gruppen] zwei, zwei, Flügel, Augen [gezählt]
vyāpakaṃ ca samastena vidadhyāñca yathāvidhi / indranīlanibhāṃ bhāsvanmaṇimaulivirājitām
und man vollziehe die pervasive [Installation] mit dem gesamten [Mantra] vorschriftsgemäß. [Man meditiere auf sie:] von der Farbe des Saphirs, leuchtend mit strahlendem Juwelendiadem,
Wort für Wort
vyāpakaṃ ca samastena
und die pervasive [Installation] mit dem gesamten [Mantra]
mit einem von Juwelenbüscheln erfüllten Leib, mit lieblich lächelndem Antlitz, [an ihren Händen] Schlinge, Fahne, Schild [und] den vortrefflichen Bogen Śārṅga,
Wort für Wort
ratna-stabaka-saṃpanna-dehāṃ
mit von Juwelenbüscheln erfülltem Leib
cāru-smita-ānanām
mit lieblich lächelndem Antlitz
pāśaṃ patākāṃ carma api
Schlinge, Fahne, auch Schild
śārṅga-cāpaṃ varaṃ karaiḥ
den vortrefflichen Bogen Śārṅga, mit [ihren] Händen
tragend, mit ihren linksseitigen, mit allem Schmuck geschmückten [Händen]; und ebenso Elefantenhaken, Speer, Schwert, Pfeil, ebenso die Furchtlosigkeitsgeste
Wort für Wort
dadhānāṃ vāma-pārśva-sthaiḥ
tragend, mit den linksseitig befindlichen [Händen]
tragend mit den rechten Händen, auf einem Lotossitz sitzend, mit eigener Gestalt, Farbe, Kleidung, Antlitz, Handwaffen [und] Schmuck [entsprechend den ihr gemäßen],
śaktivṛndairvṛtāṃ dhyāyeddevīṃ nityārcanakrame / triṣaṭkoṇayutaṃ padmamaṣṭapatraṃ tato bahiḥ
von Scharen von Śaktis umgeben, meditiere man auf die Göttin, in der Ordnung der täglichen Verehrung: ein Lotos, versehen mit einem Dreifach-Sechseck, achtblättrig, davon außerhalb,
Wort für Wort
śakti-vṛndaiḥ vṛtāṃ dhyāyet
von Śakti-Scharen umgeben, meditiere man
devīṃ nitya-arcana-krame
die Göttin, in der Ordnung der täglichen Verehrung
ein Achteck, umgeben von einem Erdburg-Paar, [dann] jenes Doppel-[Erd]burg-Paar, versehen mit vier Toren in den [Haupt-]Richtungen, begleitet von Nebenlinien (Śākhā),
Nachdem man die umgebende Śakti mit ihrer Namensreihe [eingezeichnet] hat, verehre man dort die auspiziöse [Göttin] mit ihren Scharen. Dies ist dir die zwölfte ewige [Nityā], genannt Nīlapatākinī, verkündet worden —
Wort für Wort
kṛtvā nāma-āvṛtāṃ śaktiṃ
nachdem man die mit ihrer Namensreihe umgebene Śakti gemacht hat
gaṇaiḥ tatra arcayet śivām
verehre man dort die auspiziöse [Göttin] mit [ihren] Scharen
sie verleiht Sieg in der Schlacht, Vollkommenheit über Schwert, [magische] Sandalen [und] Augensalbe; sie unterwirft Vetālas, Yakṣiṇīs, Dämonendiener, Piśācas und andere,
Wort für Wort
samare vijayaṃ
in der Schlacht den Sieg
khaḍga-pādukā-añjana-siddhidā
Vollkommenheit über Schwert, Sandalen, Augensalbe verleihend
vetāla-yakṣiṇī-ceṭa-piśāca-ādi-prasādhinī
die Vetālas, Yakṣiṇīs, Dämonendiener, Piśācas u.a. unterwirft
sie bewirkt [den Erwerb] verborgener Schätze, Höhlenschätze [und] magisch bereiteter Speise, angetrieben vom [Wunsch des Übenden]. Nun werde ich die dreizehnte ewige [Nityā] verkünden — höre, o Nārada.
Wort für Wort
nidhāna-bila-siddha-anna-sādhinī
die verborgene Schätze, Höhlenschätze [und] magisch bereitete Speise bewirkt
kāma-coditā
vom Wunsch [des Übenden] angetrieben
atha trayodaśīṃ nityāṃ vakṣyāmi
nun werde ich die dreizehnte ewige [Nityā] verkünden
Rasa, ebenso Himmel, dann Brennen, [dann] das Durchdringende, [dann] Erde, angeführt von Vana; verbunden mit Kha (Himmel) sei die ewige, einsilbige [Nityā] Vijayā, o Weiser.
vidyāyā vyañjanairdīrghasvarayuktaiścatuṣṭayam / śeṣābhyāṃ ca dvayaṃ kuryātṣaḍaṅgāni karāṅgayoḥ
Aus den Konsonanten der Vidyā, verbunden mit den langen Vokalen, [bilde man] eine Vierergruppe; mit den restlichen zwei bilde man ein Paar — [so entstehen] die sechs Glieder an Hand und Körper,
Wort für Wort
vidyāyāḥ vyañjanaiḥ dīrgha
aus den Konsonanten der Vidyā, mit den langen [Vokalen]
jñānendriyeṣu śrotrādiṣvatha citte ca vinyaset / akṣarāṇi kramādbinduyutānyanyattu pūrvavat
an den Erkenntnisorganen (Ohr usw.) und ferner am Geist installiere man; die Silben der Reihe nach, versehen mit dem Bindu — das andere aber wie zuvor.
[Man meditiere auf sie:] fünfgesichtig, zehnarmig, jedes Antlitz dreiäugig, leuchtend mit der Anordnung eines strahlenden Diadems [und] einer Mondsichel,
śaktayaścāpi pūjāyāṃ sukhāsanasamanvitāḥ / sarvā devyāḥ samākāramukhapāṇyāyudhā api
auch die Śaktis [sitzen] bei der Verehrung mit bequemer Sitzhaltung; alle [Śaktis haben] die gleiche Gestalt wie die Göttin, [ebenso] Gesicht, Hände [und] Waffen.
tadantarvṛtayugmāntaraṣṭakoṇaṃ vidhāya tu / tadantaśca tathā padmaṃ ṣoḍaśacchadasaṃyutam
nachdem man innerhalb dessen einen Achteck-Zwischenraum zwischen einem Kreis-Paar gebildet hat, [und] innerhalb davon ebenso einen Lotos, versehen mit sechzehn Blättern,
Wort für Wort
tad-antaḥ vṛta-yugma-antara-aṣṭakoṇaṃ
innerhalb dessen ein Achteck zwischen einem Kreis-Paar
tathaivāṣṭacchada padmaṃ vidhāyāvāhya tatra tām / tattacchaktyā vṛtāṃ samyagupacāraistathārcayet
und ebenso, nachdem man einen achtblättrigen Lotos gebildet und sie dort herbeigerufen hat, verehre man [sie], umgeben von ihrer jeweiligen Śakti, gehörig mit den [vorgeschriebenen] Dienstleistungen.
Dies ist die dreizehnte [Nityā], die im Wortstreit [und] in der Schlacht Sieg verleiht, verkündet. Nun werde ich die vierzehnte ewige [Nityā] verkünden, [nämlich] Sarvamaṅgalā.
Wort für Wort
eṣā trayodaśī [traghayodaśī] proktā
dies ist die dreizehnte [Nityā] verkündet
vāde-yuddhe jayapradā
im Wortstreit [und] in der Schlacht Sieg verleihend
caturdaśīṃ pravakṣye atha
nun werde ich die vierzehnte verkünden
nityāṃ vai sarvamaṅgalām
die ewige [Nityā] Sarvamaṅgalā
Quelltext 'traghayodaśī' vermutlich Verschreibung für 'trayodaśī'.
Durch dieses einsilbige [Mantra] wird man vollkommen, wird augenblicklich ein Himmelswandler. Die mit den sechs langen [Vokalen] angereicherte Wurzel-Vidyā installiere man an den sechs Gliedern.
Wort für Wort
ekākṣarī anayā siddhaḥ
durch dieses einsilbige [Mantra] vollkommen
jāyate khecaraḥ kṣaṇāt
wird man augenblicklich ein Himmelswandler
ṣaḍ-dīrgha-āḍhyāṃ mūla-vidyāṃ
die mit den sechs langen [Vokalen] angereicherte Wurzel-Vidyā
[Man meditiere auf] die ewige [Nityā], von der Farbe reinen Goldes, geschmückt mit Perlen- [und] Rubinschmuck, mit einem Rubindiadem, mit an den beiden Augen schwingendem Mitgefühl,
Wort für Wort
tāṃ nityāṃ jātarūpa-ābhāṃ
jene ewige [Nityā], von der Farbe reinen Goldes
muktā-māṇikya-bhūṣaṇām
geschmückt mit Perlen- [und] Rubinschmuck
māṇikya-mukuṭāṃ
mit einem Rubindiadem
netra-dvaya-preṅkhad-dayā-parām
mit an den beiden Augen schwingendem, höchstem Mitgefühl
zweiarmig, gebietend, auf dem Lotos [thronend], mit acht- und sechzehnfachen Doppel-Blättern [im Yantra] versehen, begleitet von einem Doppel-Erdburg mit vier Toren,
bei [magischen] Anwendungen, an anderer Stelle, [meditiere man] stets [auf sie] mit den bei der täglichen Verehrung genannten Śaktis. Dies ist die vierzehnte [Nityā] verkündet; höre nun auch die fünfzehnte.
Wort für Wort
prayogeṣu anyadā nityaṃ
bei [magischen] Anwendungen, sonst, stets
saparyā-sūkta-śaktikām
mit den bei der [täglichen] Verehrung genannten Śaktis
Erde, Leere, [verbunden] mit Himmel, [und wieder] Erde, dann Rasa, dann die mit Erde [verbundene] Sthirā [und] Wasser; der mit Feuer verbundene Windstoß, verbunden mit der Bogensehne, Wasser [und] Wind, Rasa, Wind,
Wort für Wort
bhūḥ śūnyaṃ nabhasā bhūḥ ca
Erde, Leere, mit Himmel, [und] Erde
rasaḥ ca atha sthirā-ambu ca
und dann Rasa, [und] Sthirā, Wasser
rayaḥ agninā yutā jyā-ambu
der mit Feuer verbundene Windstoß, Bogensehne, Wasser
der mit Wind verbundene Himmel, [und] Rasa, auch mit der Leere verbunden; Gotrā, begleitet vom Beweglichen; das mit Wasser beginnende Silbenglied [folgt] ebenso,
Wasser [und] Feuer, Herz, [und] das mit Brennen, Wasser, Rasa, Erde, Windstoß [und] Herz selbst verbundene [Element]; Haṃsa und das mit Wind [verbundene] Brennen, der mit Wind verbundene Lebenshauch,
dāhaḥ sāgniprāṇacarau jyāmarutsahitārayaḥ / careṇāṃbu ca gotrāhṛtsāgnirjyāṃburasā svayuk
das Brennen, mit Feuer, Lebenshauch, dem Beweglichen [verbunden], der mit Bogensehne [und] Wind verbundene Windstoß; das mit dem Beweglichen [verbundene] Wasser, Gotrā [und] Herz, mit Feuer [verbunden], die Bogensehne, Wasser, Rasa, selbst verbunden,
Wort für Wort
dāhaḥ sa-agni-prāṇa-carau
das Brennen, mit Feuer, Lebenshauch, dem Beweglichen
jyā-marut-sahitā rayaḥ
der mit Bogensehne [und] Wind verbundene Windstoß
careṇa ambu ca gotrā-hṛt
das mit dem Beweglichen [verbundene] Wasser, Gotrā, Herz
sa-agniḥ jyā-ambu-rasā svayuk
mit Feuer, Bogensehne, Wasser, Rasa, selbst verbunden
der Windstoß, mit Feuer, Bogensehne, Wasser, Rasa [verbunden] — diese wieder, danach [wiederholt als] der Schnelle; mit diesem Brennen soll dieses [Element] zweimal [erscheinen]; das mit Wind [und] Feuer selbst [verbundene] Element,
haṃsaḥ sadāhavahnisvo dāhakṣmāsvayutaśca saḥ / saptadāhāstato 'syāḥ syuraṣṭamādyāstu pañca te
Haṃsa, mit Brennen [und] Feuer selbst, und jenes, verbunden mit Brennen [und] Erde. Sieben Brennen-[Silben] hat sie somit; von diesen sind die ersten fünf, beginnend mit der achten, [zusammengehörig].
soll man von Anfang an mit den Wurzelsilben die sechs Glieder an Hand und Körper bilden; mit den übrigen [Silben] vollziehe man die pervasive Installation; danach meditiere man auf die Ewige (Sanātanī).
Wort für Wort
kuryāt aṅgāni mūla-arṇaiḥ
soll man mit den Wurzelsilben die Glieder bilden
āditaḥ ṣaṭ kara-aṅgayoḥ
von Anfang an, sechs, an Hand und Körper
śeṣaiḥ tu vyāpakaṃ kuryāt
mit den übrigen [Silben] aber vollziehe man die pervasive [Installation]
[Man meditiere auf sie:] von der Farbe lodernder Flamme, leuchtend mit rubinbesetztem Diadem, sechsgesichtig, zwölfarmig, mit allem Schmuck geschmückt,
mit Nebenlinien, einen achtblättrigen Lotos, dazwischen ein Dreieck, danach ein Sechseck, in dessen Mitte ein Dreieck — nachdem man [dies] gebildet hat, gewinne man hier die Auspiziöse.
Dies ist die fünfzehnte [Nityā] verkündet; höre nun die sechzehnte, o Nārada. Mit dem Wind-[Laut] und dem Tattva des Praṇava [besteht] Citrā aus zwei Silben,
die, wenn vollendet, zur Erlangung von Reichtum, Getreide [und] eigenem verborgenem Schatz eingesetzt wird. Man bilde [ihr Mantra] mit dem Anfang der Vidyā [verbunden] mit Wind, versehen mit dem langen Vokal, der Reihe nach,
Wort für Wort
yā siddhā dhana-dhānya
die, wenn vollendet, für Reichtum, Getreide
ātma-nidhi-lābhāya kalpyate
zur Erlangung des eigenen [verborgenen] Schatzes eingesetzt wird
[man bilde] die sechs Glieder wie zuvor; mit der Vidyā installiere man das Alphabet (Mātṛkā). [Man meditiere auf sie:] mit dem Glanz der aufgehenden Sonnenscheibe, geschmückt mit neun Juwelen,
tragend, die Auspiziöse, inmitten des Lotos-Pericarps/Ursprungs sitzend — mit ihren Śaktis, in jenem [Yantra-]Rad, soll die Verehrung ebenso [vorgenommen werden], wie [zuvor] genannt.
Wort für Wort
dadhānāṃ maṅgalāṃ
tragend, die Auspiziöse
padma-karṇikā-yoni-madhyagām
inmitten des Lotos-Pericarps/Ursprungs sitzend
tat-śaktibhiḥ ca tat-cakre
mit ihren Śaktis, in jenem [Yantra-]Rad
tathā eva arcanam īritam
ebenso soll die Verehrung [vorgenommen werden], wie genannt
[Nun folgt die Konstruktion von Kurukullās Mantra:] Lebenshauch [und] Brennen, verbunden mit Erde, wiederum am Anfang; bei Rasa [folgt] Wind; das mit Windstoß [und] Śakti verbundene Wind[-Element]; Erde, mit sich selbst verbunden, [bildet] danach eine Dreiergruppe,
Wort für Wort
prāṇa-dāhau dharā-yuktau
Lebenshauch [und] Brennen, mit Erde verbunden
punaḥ ādyaṃ rase marut
wiederum am Anfang; bei Rasa Wind
vyāsaṃ maru-c-chakti-yutaṃ
das mit Windstoß [und] Śakti verbundene [Element]
bhūḥ svayuktā tataḥ trayam
Erde, mit sich selbst verbunden, danach eine Dreiergruppe
Übergang zur eigenständigen Mantra-Konstruktion der Kurukullā (V225-229), s. V232.
nabhodirhṛtsadāhāṃbujyā śūnyaṃ svena saṃyutam / aṃbu paścādviṣayuktaṃ marutā tu nabhoyutam
Himmel, [und?] Herz, mit Brennen [und] Wasser, [und] Bogensehne; die mit sich selbst verbundene Leere; Wasser, danach mit Gift[-Silbe] verbunden, mit Wind, [dann] mit Himmel verbunden,
Wort für Wort
nabhaḥ-dīḥ [?] hṛt sa-dāha-ambu-jyā
Himmel [unklar], Herz, mit Brennen, Wasser, Bogensehne
die mit Erde verbundene, durchdrungene Leere, [dann] Haṃsa; das erste und das letzte [Element bilden] die Dreiergruppe der Zaubersprüche. Von diesem [Mantra] sind die fünf Silben, beginnend mit der sechsten, als der erste, 'Daitya' [genannte Abschnitt] verkündet.
Wort für Wort
śūnyaṃ vyāptaṃ bhuvā haṃsaḥ
die mit Erde verbundene, durchdrungene Leere, Haṃsa
pūrva-antyau syāt manu-trayam
das erste und letzte [bilden] die Dreiergruppe der Zaubersprüche
asyāḥ ṣaṣṭha-ādi-pañca-arṇā
von diesem [Mantra] die fünf Silben, beginnend mit der sechsten
daityā syāt ādya īritaḥ
als 'Daitya' [genannt] ist der erste [Abschnitt] verkündet
von der elften Silbe bis zum Ende ist der zweite Abschnitt genannt; der dritte ist fünfundzwanzigsilbig — so sind die Zaubersprüche der Reihe nach verkündet.
Wort für Wort
ekādaśa-akṣarāt antyā
von der elften Silbe bis zur letzten
dvitīyaḥ khaṇḍa īritaḥ
der zweite Abschnitt ist genannt
tṛtīyaḥ pañcaviṃśa-arṇaḥ
der dritte, fünfundzwanzigsilbig
proktā mantrā iti kramāt
so sind die Zaubersprüche der Reihe nach verkündet
Bālās [Kurukullās] sechs Glieder [bildet man] mit den drei Bīja-Silben am Anfang, zweifach [und] dreifach [wiederholt]. [Man meditiere auf sie:] mit aufgelöstem Haar, nackt, rot, von wonnevoller Gestalt,
Wort für Wort
bālā bīja-traya-ādyaiḥ
Bālās [Mantra, gebildet] mit den drei Anfangs-Bīja-Silben
man betrachte sie, [in ihren] Händen Pfeil, Bogen, Schlinge [und] Elefantenhaken tragend — oder auch die Göttinnen mit gleichen Waffen, [gleicher] Gestalt [und] Farbe,
Wort für Wort
dadhānāṃ cintayet
tragend, man betrachte [sie]
bāṇa-cāpa-pāśa-sṛṇī-karaiḥ
mit Pfeil, Bogen, Schlinge, Elefantenhaken in den Händen
frisch gebadet nach ihrer [monatlichen] Periode, mit strahlenden Yoni, stets voller Wonne, mit rötlichen Augen. So ist dies, endend mit Kurukullā, verkündet — [sie ist] Candrāvalī selbst.
Wort für Wort
ṛtu-snātāḥ sphurad-yonyaḥ
frisch gebadet nach der Periode, mit strahlender Yoni
Ich werde nun Vārāhī verkünden, den höchsten Leib der Lalitā. Der Reine (Feuer), mit sich selbst [verbunden], danach die Leere; im Himmel, in der Wolke [und] im Rasa [besteht] Sthirā,
Wort für Wort
vārāhīm abhidhāsyāmi
ich werde Vārāhī verkünden
lalitāyāḥ parā tanuḥ
den höchsten Leib der Lalitā
śuciḥ svena atha śūnyaṃ syāt
der Reine, mit sich selbst [verbunden], dann die Leere
nabhasā abhra-rasi-sthirā
im Himmel, in der Wolke [und] im Rasa Sthirā
Beginn der langen Vārāhī-Mantrakonstruktion (V233-247).
Wasser, danach der mit Feuer [verbundene] Windstoß, mit Wind [und] Wasser [verbunden], ebenso; [die Silbe] Ila, verbunden mit Rasa, [dann] Feuer — diese wiederum, verbunden mit Wasser [und] Wind,
Wort für Wort
ambu paścāt rayaḥ sa-agniḥ
Wasser, danach der mit Feuer [verbundene] Windstoß
das mit Brennen, Wasser [und] Wind [verbundene] Haṃsa, [und] mit Feuer — diese Dreiergruppe wiederum; Wasser [und] Brennen, verbunden mit Wind, [dann] Haṃsa, sodann mit Erde [verbunden] der Himmel,
Wort für Wort
dāha-ambu-marutā haṃsaḥ
das mit Brennen, Wasser [und] Wind [verbundene] Haṃsa
Glanz, wieder mit Feuer, fünf [Silben]; Wind, mit sich selbst verbunden; Wasser, mit dem Beweglichen, [dieses] zuvor; Wasser, mit Feuer verbunden, danach,
die mit dem Durchdringenden [und] dem Reinen [verbundene] Leere, die mit der Śakti [und] Himmel [verbundene] Leere; das Brennen, [und] Erde, verbunden mit ihrer eigenen Gefährtin (?), Wasser, verbunden mit dem Beweglichen —
Wort für Wort
śūnyaṃ vyāptena śucinā
die mit dem Durchdringenden [und] dem Reinen [verbundene] Leere
śūnyaṃ śaktyā nabhaḥ yutam
die mit der Śakti [und] Himmel verbundene Leere
dāhaḥ dharā sva-saharitaḥ
das Brennen, Erde, verbunden mit ihrer eigenen [Gefährtin]
dies ist der vorher [genannte] erste [Abschnitt], verkündet; danach folgt eine Vierergruppe; mit der 'Bogensehnen'-Silbe verbunden, mit dem Beweglichen, [und] Rabha [?] zuvor,
Wort für Wort
etat pūrvam-adhuḥ [?] proktaṃ
dies, das vorherige, ist verkündet
catuṣṭayam ataḥ param
danach eine Vierergruppe
jyā-ākhyena yuktā sacaraḥ
mit der 'Bogensehne' genannten [Silbe] verbunden, mit dem Beweglichen
Rasa, wieder mit Feuer genannt — vier [Silben], danach [folgt] Apaya [Wasser?]; das mit dem Beweglichen [verbundene] 'Śubhobhra' [?], Haṃsa, mit sich selbst verbunden, mit dem Vorherigen,
Wort für Wort
rasaḥ agninā punaḥ proktaṃ
Rasa, wieder mit Feuer genannt
catuṣkā apayaṃ tataḥ
vier [Silben], danach 'Apaya' [?]
śubha-ubhra-tā careṇa api [?]
'Śubhobhra' [unklar], mit dem Beweglichen auch
haṃsaḥ svena sapūrvakam
Haṃsa, mit sich selbst, mit dem Vorherigen
'śubhobhratā' und 'apayaṃ' unklar; wörtlich belassen.
Haṃsa, mit Feuer, zuvor eine Dreiergruppe; das mit sich selbst verbundene Herz; Rasa, mit dem Beweglichen, diesem vorausgehend; mit Feuer verbunden [ist] Rasa,
danach die genannte Dreiergruppe: Wind, mit Erde [und] Himmel verbunden; der Lebenshauch, mit sich selbst verbunden, danach; das mit dem Herzen selbst verbundene Rasa,
Wort für Wort
paścāt uktaḥ trayaṃ vātaḥ
danach die genannte Dreiergruppe: Wind
dharayā ca nabho-nvitam
mit Erde und Himmel verbunden
prāṇaḥ svena yutaḥ paścāt
der Lebenshauch, mit sich selbst verbunden, danach
diese Dreiergruppe [ist] durchdrungen; danach das mit Brennen [verbundene] Wasser; Gotrā, mit Erde verbunden, [ist] die Berührung, mit dem Klang verbunden, mit dem Schnellen verbunden,
Wort für Wort
vyāptam etat trayaṃ paścāt
diese Dreiergruppe [ist] durchdrungen, danach
dāhena ambu samanvitam
mit Brennen verbundenes Wasser
gotrā-bharā-yutā sparśaḥ
Gotrā, mit Erde verbunden, die Berührung
nāda-yuktaḥ javī-yutaḥ
mit dem Klang verbunden, mit dem Schnellen verbunden
dāhena pūrvapūrvaṃ ca pūrvaṃ ca marutā yutam / śūnyaṃ marutsvasahitaṃ hṛddāhenāṃbunā caraḥ
mit Brennen [ist verbunden] das jeweils Vorherige, [und] das Vorherige mit Wind verbunden; die mit Wind selbst verbundene Leere, das Herz, mit Brennen [und] Wasser [verbunden ist] das Bewegliche,
sparśo marutsvasahito hṛddāhenāṃbusaṃyutam / jyāgniḥ svasaṃyuto haṃsastathāṃbu marutā saha
die Berührung, mit Wind selbst verbunden, das Herz, mit Brennen [und] Wasser verbunden; die mit sich selbst verbundene Bogensehne [und] Feuer, [und] Haṃsa, ebenso Wasser, mit Wind zusammen,
Wort für Wort
sparśaḥ marut-sva-sahitaḥ
die Berührung, mit Wind selbst verbunden
hṛt-dāhena ambu-saṃyutam
das Herz, mit Brennen [und] Wasser verbunden
jyā-agniḥ sva-saṃyutaḥ haṃsaḥ
die mit sich selbst verbundene Bogensehne [und] Feuer, Haṃsa
das Herz, mit der eigenen Gestalt selbst verbunden, und Rasa, mit sich selbst verbunden; Lebenshauch [und] Brennen, verbunden mit Erde, wiederum jene beiden mit Feuer [und] Himmel,
Wort für Wort
hṛt-rūpreṇa [rūpeṇa] svena yutaṃ
das Herz, mit der eigenen Gestalt selbst verbunden
vārddāhayuktamaṃbu syādiṣaṣṭyāsasvasaṃyutam / pūrvadviruktavarṇau ca śuddhiḥ svena yutastathā
das mit Brennen verbundene Wasser [wird zum] großen [Element], mit sechzig[?] selbst verbunden; die beiden zuvor doppelt genannten Silben — die Reinheit, mit sich selbst verbunden, ebenso,
Sthirā [und] Rasa, mit Wind selbst [verbunden]; die beiden Brennen[-Silben], Haṃsa, [mit] Erde selbst verbunden; die Verbindung, versehen mit Klang, danach das mit Herz, Wasser [und] Wind verbundene [Element],
Wort für Wort
sthirā rasā vāta-svena
Sthirā [und] Rasa, mit Wind selbst
dāvau haṃsau dharā-svayuk
die beiden Brennen[-Silben], Haṃsa, mit Erde selbst verbunden
vārtālīti ca vikhyātā staṃbhanādyakhileṣṭadā / aṅgāni kuryānmantrārṇaiḥ saptabhiṣaḍbhireva ca
und als Vārtālī bekannt, die alle Wünsche einschließlich Bewegungslosmachung (Stambhana) gewährt. Man bilde die Glieder mit den Mantrasilben: sieben, sechs,
Wort für Wort
vārtālī iti ca vikhyātā
und als Vārtālī bekannt
stambhana-ādy-akhila-iṣṭadā
alle Wünsche, einschließlich Bewegungslosmachung, gewährend
mit zehn, sieben, sieben [Silben], nach [Kasten-]Klassen unterteilt; nachdem man ein [Yantra-]Rad, versehen mit Dreieck, Kreis, Sechseck [und] Kreis-Paar, gebildet hat,
Bei der täglichen Verehrung gedenke man ihrer Śaktis als ihr gleichgestaltig, o Weiser; bei [magischen] Anwendungen gedenke man der Göttin auf dem Löwen sitzend, auch auf dem Tiger schreitend,
Wort für Wort
nitya-pūjāsu tat-śaktīḥ
bei der täglichen Verehrung [gedenke man] ihrer Śaktis
tat-samānāḥ smaret mune
als ihr gleichgestaltig, o Weiser
prayogeṣu smaret devīṃ
bei [magischen] Anwendungen gedenke man der Göttin
siṃhasthāṃ vyāghragām api
auf dem Löwen sitzend, auch auf dem Tiger schreitend
gajārūḍhāṃ hayārūḍhāṃ tarśyārūḍhāṃ ca śaktibhiḥ / śyāmāmapyaruṇāṃ pītāmasitāṃbhojavigrahām
auf dem Elefanten reitend, auf dem Pferd reitend, auf dem [Esel?] reitend, mit ihren Śaktis; dunkelblau, auch rötlich, gelb, von der Gestalt eines schwarzen Lotos,
Wort für Wort
gaja-ārūḍhāṃ haya-ārūḍhāṃ
auf dem Elefanten reitend, auf dem Pferd reitend
tarśya-ārūḍhāṃ [?] ca śaktibhiḥ
auf dem [unklar] reitend, mit ihren Śaktis
śyāmām api aruṇāṃ pītām
dunkelblau, auch rötlich, gelb
asita-ambhoja-vigrahām
von der Gestalt eines schwarzen Lotos
'tarśyārūḍhāṃ' unsicher, evtl. Verschreibung für 'kharārūḍhāṃ' (Esel) oder 'tārkṣyārūḍhāṃ' (Garuḍa/Pferd).
bei jeweiliger [magischer] Anwendung meditiere man so für die jeweilige Erlangung: die Rötliche bei der Unterwerfung (Vaśya), die Gelbe bei der Bewegungslosmachung (Stambhana) gedenke man,
die Dunkelblaue auf gefährlichem Weg, die Weiße im Kampf zur Vernichtung der Feinde, die Rauchfarbene bei der Vertreibung (Uccāṭana) meditiere der Übende, bester der Zweifachgeborenen.
Diese sechzehn ewigen [Nityās] sind [dir] in Kürze mitgeteilt worden. Sie gewähren den Verehrenden sogleich das Erwünschte [und] bewirken die Vernichtung aller Sünden.
Wort für Wort
etāḥ ṣoḍaśa nityāḥ te
diese sechzehn ewigen [Nityās] dir
saṃkṣapāt [saṃkṣepāt] samudīritāḥ
in Kürze mitgeteilt
bhajatām iṣṭadāḥ sadyaḥ
den Verehrenden sogleich das Erwünschte gewährend
sarva-pāpa-kṣayaṅkarāḥ
die Vernichtung aller Sünden bewirkend
'saṃkṣapāt' vermutlich für 'saṃkṣepāt' ('in Kürze').