Kapitel 113: Bhīṣmaparākrama
Der zehnte Tag: Bhīṣmas Verwüstung des Pāṇḍava-Heeres
Die Schlachtordnung löst sich völlig auf; Freund und Feind sind nicht mehr zu unterscheiden. Bhīṣma, mit der einst von Paraśurāma erlernten Waffenkunst, richtet ein furchtbares Gemetzel unter den Pāṇḍava-Truppen an und erschlägt an diesem zehnten Tag allein Tausende von Kriegern, Elefanten und Pferden, darunter Virāṭas Bruder Śatānīka. Kṛṣṇa spornt Arjuna an, Bhīṣma mit Gewalt aufzuhalten, da ohne dessen Fall kein Sieg möglich sei. Zahlreiche Pāṇḍava-Helden stürmen gemeinsam auf Bhīṣma los, der sie mit spielerischer Leichtigkeit abwehrt, während er Śikhaṇḍin, dessen einstige Weiblichkeit er sich ins Gedächtnis ruft, nicht ernsthaft angreift. Am Ende nähert sich Arjuna, von Śikhaṇḍin begleitet, in einem Kampf, den Saṃjaya mit dem Götter-Dämonen-Krieg vergleicht, erneut Bhīṣma.
Pferde kämpften nicht mehr gegen Pferde, Elefanten nicht gegen Elefantenkämpfer; eine gewaltige, schreckliche Vermischung entstand zwischen den beiden Heeren.
Wort für Wort
aśvā nāśvair ayudhyanta na gajā gajayodhibhiḥ
Pferde kämpften nicht mehr gegen Pferde, Elefanten nicht gegen Elefantenkämpfer (Nom.Pl. + Neg.+Instr.Pl. + 3.Pl.Impf.Med. yudh- + Neg. + Nom.Pl. + Instr.Pl.)
mahān vyatikaro raudraḥ senayoḥ samapadyata
eine gewaltige, schreckliche Vermischung entstand zwischen den beiden Heeren (Nom. + Nom. + Nom. + Gen.Dual + 3.Sg.Impf.Med. pad-)
[Anm.: V.3 bildet eine Einheit; Abschluss des in V.2 begonnenen Satzes. Im kritischen Apparat findet sich nach V.3b der Zusatzvers *0469_01 (unmattavan mahārāja yudhyante tatra bhārata, 'wie Rasende kämpften sie dort, o Großkönig, o Bhārata'), eine beschreibende Apparat-Variante ohne neuen Sachgehalt, die daher nicht in den Haupttext übernommen wird.]
Als so Menschen, Elefanten und Wagen überall durcheinandergeworfen waren, entstand in jenem gewaltig-schrecklichen Verderben keine Unterscheidung mehr zwischen Freund und Feind.
Wort für Wort
naranāgaratheṣv evaṃ vyavakīrṇeṣu sarvaśaḥ
als so Menschen, Elefanten und Wagen überall durcheinandergeworfen waren (Lok.Pl. + Adv. + Lok.Pl.Past.Part. + Adv.)
kṣaye tasmin mahāraudre nirviśeṣam ajāyata
entstand in jenem gewaltig-schrecklichen Verderben keine Unterscheidung mehr (Lok. + Lok. + Lok. + Nom. + 3.Sg.Impf.Med. jan-)
tataḥ śalyaḥ kṛpaś caiva citrasenaś ca bhārata duḥśāsano vikarṇaś ca rathān āsthāya satvarāḥ pāṇḍavānāṃ raṇe śūrā dhvajinīṃ samakampayan
Da bestiegen Śalya, Kṛpa und Citrasena, o Bhārata, sowie Duḥśāsana und Vikarṇa rasch ihre Wagen und ließen, tapfere Helden, im Kampf das Heer der Pāṇḍavas erzittern.
Wort für Wort
tataḥ śalyaḥ kṛpaś caiva citrasenaś ca bhārata duḥśāsano vikarṇaś ca rathān āsthāya satvarāḥ
da bestiegen Śalya, Kṛpa und Citrasena, o Bhārata, sowie Duḥśāsana und Vikarṇa rasch ihre Wagen (Adv. + Nom. + Nom. + Konj. + Nom. + Konj. + Vok. + Nom. + Nom. + Konj. + Akk.Pl. + Ger. sthā- + Nom.Pl.Bah.)
pāṇḍavānāṃ raṇe śūrā dhvajinīṃ samakampayan
ließen, tapfere Helden, im Kampf das Heer der Pāṇḍavas erzittern (Gen.Pl. + Lok. + Nom.Pl. + Akk. + 3.Pl.Impf.Kaus. kamp-)
[Anm.: V.5 (dreigliedriger Vers a/c/e) bildet eine Einheit.]
yathā hi śaiśiraḥ kālo gavāṃ marmāṇi kṛntati tathā pāṇḍusutānāṃ vai bhīṣmo marmāṇy akṛntata
Wie die Winterzeit den Kühen die verwundbaren Stellen zerschneidet, so zerschnitt Bhīṣma den Söhnen des Pāṇḍu die verwundbaren Stellen.
Wort für Wort
yathā hi śaiśiraḥ kālo gavāṃ marmāṇi kṛntati
wie die Winterzeit den Kühen die verwundbaren Stellen zerschneidet (Adv. + Partikel + Nom. + Nom. + Gen.Pl. + Akk.Pl. + 3.Sg.Präs. kṛt-)
tathā pāṇḍusutānāṃ vai bhīṣmo marmāṇy akṛntata
so zerschnitt Bhīṣma den Söhnen des Pāṇḍu die verwundbaren Stellen (Adv. + Gen.Pl. + Partikel + Nom. + Akk.Pl. + 3.Sg.Impf.Med. kṛt-)
[Anm.: V.7 bildet eine Einheit. Im kritischen Apparat findet sich nach V.7d der Zusatzvers *0470_01 (somakāḥ sṛñjayaiḥ sārdhaṃ sarve te yuddhadurmadāḥ, 'die Somakas zusammen mit den Sṛñjayas, alle vom Kampf berauscht'), eine unvollständige Apparat-Variante ohne eigenes finites Verb, die daher nicht in den Haupttext übernommen wird.]
channam āyodhanaṃ reje śirobhiś ca sakuṇḍalaiḥ tasminn atimahābhīme rājan vīravarakṣaye bhīṣme ca yudhi vikrānte pāṇḍave ca dhanaṃjaye
Bei jenem überaus furchtbaren Vernichten der besten Helden, o König, während Bhīṣma im Kampf und der Pāṇḍava Dhanaṃjaya [Arjuna] Heldenmut zeigten, erstrahlte das Schlachtfeld bedeckt mit Köpfen samt Ohrringen.
Wort für Wort
channam āyodhanaṃ reje śirobhiś ca sakuṇḍalaiḥ
erstrahlte das Schlachtfeld bedeckt mit Köpfen samt Ohrringen (Nom.Past.Part. + Nom. + 3.Sg.Impf.Med. rāj- + Instr.Pl. + Konj. + Instr.Pl.Bah.)
tasminn atimahābhīme rājan vīravarakṣaye bhīṣme ca yudhi vikrānte pāṇḍave ca dhanaṃjaye
bei jenem überaus furchtbaren Vernichten der besten Helden, o König, während Bhīṣma im Kampf und der Pāṇḍava Dhanaṃjaya Heldenmut zeigten (Lok. + Lok. + Vok. + Lok. + Lok. + Konj. + Lok. + Lok.Past.Part. + Lok. + Konj. + Lok.)
[Anm.: V.11 (dreigliedriger Vers a/c/e) bildet eine Einheit.]
den Tod im Kampf wünschend, den Himmel zu ihrem letzten Ziel machend, wandten sie sich in jenem Vernichten der besten Helden gegen die Pāṇḍavas.
Wort für Wort
icchanto nidhanaṃ yuddhe svargaṃ kṛtvā parāyaṇam
den Tod im Kampf wünschend, den Himmel zu ihrem letzten Ziel machend (Nom.Pl.Präs.Part. + Akk. + Lok. + Akk. + Ger. kṛ- + Akk.)
pāṇḍavān abhyavartanta tasmin vīravarakṣaye
wandten sie sich in jenem Vernichten der besten Helden gegen die Pāṇḍavas (Akk.Pl. + 3.Pl.Impf.Med. vṛt- + Lok. + Lok.)
[Anm.: V.13 bildet eine Einheit; Abschluss des in V.12 begonnenen Satzes. Im kritischen Apparat findet sich nach V.13d der Zusatzvers *0471_01 (pāṇḍavānāṃ yayuḥ senām ātmano jayagṛddhinaḥ, 'sie zogen, nach eigenem Sieg gierend, gegen das Heer der Pāṇḍavas'), eine inhaltlich redundante Apparat-Variante, die daher nicht in den Haupttext übernommen wird.]
Auch die Pāṇḍavas, o Großkönig, gedachten der vielen mannigfachen Bedrängnisse, die ihnen einst von dir samt deinem Sohn zugefügt worden waren, o Herrscher der Menschen,
Wort für Wort
pāṇḍavāpi mahārāja smaranto vividhān bahūn
auch die Pāṇḍavas, o Großkönig, gedachten der vielen mannigfachen (Nom.Pl.+Konj. + Vok. + Nom.Pl.Präs.Part. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
kleśān kṛtān saputreṇa tvayā pūrvaṃ narādhipa
Bedrängnisse, die ihnen einst von dir samt deinem Sohn zugefügt worden waren, o Herrscher der Menschen (Akk.Pl. + Akk.Pl.Past.Part. + Instr. + Instr. + Adv. + Vok.)
[Anm.: V.14 bildet eine Einheit; Satz wird in V.15 fortgesetzt.]
senāpatis tu samare prāha senāṃ mahārathaḥ abhidravata gāṅgeyaṃ somakāḥ sṛñjayaiḥ saha
Der Heerführer aber, der große Wagenkämpfer, sprach im Kampf zum Heer: „Stürmt auf den Gāṅgeya los, ihr Somakas zusammen mit den Sṛñjayas!“
Wort für Wort
senāpatis tu samare prāha senāṃ mahārathaḥ
der Heerführer aber, der große Wagenkämpfer, sprach im Kampf zum Heer (Nom. + Partikel + Lok. + 3.Sg.Perf. ah- + Akk. + Nom.)
abhidravata gāṅgeyaṃ somakāḥ sṛñjayaiḥ saha
'stürmt auf den Gāṅgeya los, ihr Somakas zusammen mit den Sṛñjayas!' (2.Pl.Imp. dru- + Akk. + Nom.Pl. + Instr.Pl. + Präp.)
[Anm.: V.16 bildet eine Einheit; die kurze Anfeuerungsrede des Heerführers Dhṛṣṭadyumna ist mit vollen CQ-Markern versehen, da sie eine mehrgliedrige, an eine benannte Gruppe gerichtete Aufforderung bildet.]
senāpativacaḥ śrutvā somakāḥ saha sṛñjayaiḥ abhyadravanta gāṅgeyaṃ śastravṛṣṭyā samantataḥ
Als sie die Worte des Heerführers gehört hatten, stürmten die Somakas zusammen mit den Sṛñjayas von allen Seiten mit einem Waffenregen auf den Gāṅgeya los.
Wort für Wort
senāpativacaḥ śrutvā somakāḥ saha sṛñjayaiḥ
als sie die Worte des Heerführers gehört hatten, die Somakas zusammen mit den Sṛñjayas (Akk. + Ger. śru- + Nom.Pl. + Präp. + Instr.Pl.)
abhyadravanta gāṅgeyaṃ śastravṛṣṭyā samantataḥ
stürmten von allen Seiten mit einem Waffenregen auf den Gāṅgeya los (3.Pl.Impf. dru- + Akk. + Instr. + Adv.)
tasya kīrtimatas tāta purā rāmeṇa dhīmatā saṃpradattāstraśikṣā vai parānīkavināśinī
Ihm, dem Ruhmreichen, mein Sohn, war einst von dem weisen Rāma [Paraśurāma] die Waffenkunst vollständig übertragen worden, die die feindlichen Heere vernichtet.
Wort für Wort
tasya kīrtimatas tāta purā rāmeṇa dhīmatā
ihm, dem Ruhmreichen, mein Sohn, war einst von dem weisen Rāma (Gen. + Gen.Bah. + Vok. + Adv. + Instr. + Instr.)
saṃpradattāstraśikṣā vai parānīkavināśinī
die Waffenkunst vollständig übertragen worden, die die feindlichen Heere vernichtet (Nom.Past.Part. + Partikel + Nom.Bah.)
Er, jene Kunst anwendend, das feindliche Heer vernichtend, erschlug der greise Großvater der Kurus, der Feindeshelden-Bezwinger Bhīṣma, Tag für Tag zehntausend der Pārthas.
erschlug der greise Großvater der Kurus, der Feindeshelden-Bezwinger Bhīṣma, Tag für Tag zehntausend der Pārthas (Lok.+Lok. + Gen.Pl. + Nom. + Nom. + Nom. + Nom. + Akk.Pl. + 3.Sg.Perf. han- + Nom.)
[Anm.: V.20 (dreigliedriger Vers a/c/e) bildet eine Einheit.]
tasmiṃs tu divase prāpte daśame bharatarṣabha bhīṣmeṇaikena matsyeṣu pāñcāleṣu ca saṃyuge gajāśvam amitaṃ hatvā hatāḥ sapta mahārathāḥ
An jenem gekommenen zehnten Tag aber, o Stier der Bharatas, wurden allein von Bhīṣma unter den Matsyas und Pāñcālas im Kampf unzählige Elefanten und Pferde erschlagen und sieben große Wagenkämpfer getötet.
Wort für Wort
tasmiṃs tu divase prāpte daśame bharatarṣabha
an jenem gekommenen zehnten Tag aber, o Stier der Bharatas (Lok. + Partikel + Lok. + Lok.Past.Part. + Lok. + Vok.)
wurden allein von Bhīṣma unter den Matsyas und Pāñcālas im Kampf unzählige Elefanten und Pferde erschlagen und sieben große Wagenkämpfer getötet (Instr. + Instr. + Lok.Pl. + Lok.Pl. + Konj. + Lok. + Akk. + Akk. + Ger. han- + Nom.Pl.Past.Part. + Nom. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.21 (dreigliedriger Vers a/c/e) bildet eine Einheit.]
Und nachdem Bhīṣma, der Machtvolle, Śatānīka im Kampf erschlagen hatte, brachte er Tausende von Königen mit breitköpfigen Pfeilen zu Fall, o Großkönig.
Wort für Wort
śatānīkaṃ ca samare hatvā bhīṣmaḥ pratāpavān
und nachdem Bhīṣma, der Machtvolle, Śatānīka im Kampf erschlagen hatte (Akk. + Konj. + Lok. + Ger. han- + Nom. + Nom.Bah.)
sahasrāṇi mahārāja rājñāṃ bhallair nyapātayat
brachte er Tausende von Königen mit breitköpfigen Pfeilen zu Fall, o Großkönig (Akk.Pl. + Vok. + Gen.Pl. + Instr.Pl. + 3.Sg.Impf.Kaus. pat-)
[Anm.: V.25 bildet eine Einheit. Im kritischen Apparat findet sich nach V.25d der Zusatzvers *0472_01 (udvignāḥ samare yodhā vikrośanti dhanaṃjaya, 'die erschrockenen Krieger schreien im Kampf: Dhanaṃjaya!'), eine Apparat-Variante, die daher nicht in den Haupttext übernommen wird.]
So durchdrang Bhīṣma mit Pfeilnetzen ringsum die zehn Himmelsrichtungen, überschritt das Heer der Pārthas und blieb an der Spitze der Streitmacht stehen.
Wort für Wort
evaṃ daśa diśo bhīṣmaḥ śarajālaiḥ samantataḥ
so durchdrang Bhīṣma mit Pfeilnetzen ringsum die zehn Himmelsrichtungen (Adv. + Nom. + Akk.Pl. + Nom. + Instr.Pl. + Adv.)
atītya senāṃ pārthānām avatasthe camūmukhe
überschritt das Heer der Pārthas und blieb an der Spitze der Streitmacht stehen (Ger. i- + Akk. + Gen.Pl. + 3.Sg.Perf.Med. sthā- + Lok.)
sa kṛtvā sumahat karma tasmin vai daśame 'hani senayor antare tiṣṭhan pragṛhītaśarāsanaḥ
Er, der an jenem zehnten Tag eine überaus gewaltige Tat vollbracht hatte, stand zwischen den beiden Heeren, den Bogen erhoben.
Wort für Wort
sa kṛtvā sumahat karma tasmin vai daśame 'hani
er, der an jenem zehnten Tag eine überaus gewaltige Tat vollbracht hatte (Nom. + Ger. kṛ- + Akk. + Akk. + Lok. + Partikel + Lok.)
senayor antare tiṣṭhan pragṛhītaśarāsanaḥ
stand zwischen den beiden Heeren, den Bogen erhoben (Gen.Dual + Lok. + Präs.Part. + Nom.Bah.)
[Anm.: V.28 bildet eine Einheit. Im kritischen Apparat findet sich nach V.28b eine vierzeilige Zusatzpassage (*0473_01 bis *0473_04: yāvāyavābhyāṃ śuciśukrayoge / ātānataptā iva bāṇasaṃghāḥ / bhīṣmasya cāpacyutabāṇasaṃghaiḥ / pārthasya senā kṛśatām avāpa), eine syntaktisch unklare, offenbar verderbte Apparat-Variante über die Schwächung von Arjunas Heer durch Bhīṣmas Pfeilscharen, die wegen ihrer Unklarheit nicht in den Haupttext übernommen wird.]
na cainaṃ pārthivā rājañ śekuḥ ke cin nirīkṣitum madhyaṃ prāptaṃ yathā grīṣme tapantaṃ bhāskaraṃ divi
Und keiner der Fürsten, o König, vermochte ihn anzuschauen, wie man die im Sommer den Zenit erreichende, brennende Sonne am Himmel nicht anschauen kann.
Wort für Wort
na cainaṃ pārthivā rājañ śekuḥ ke cin nirīkṣitum
und keiner der Fürsten, o König, vermochte ihn anzuschauen (Neg. + Konj.+Akk. + Nom.Pl. + Vok. + 3.Pl.Perf. śak- + Nom.Pl. + Partikel + Inf.)
madhyaṃ prāptaṃ yathā grīṣme tapantaṃ bhāskaraṃ divi
wie die im Sommer den Zenit erreichende, brennende Sonne am Himmel (Akk. + Akk. + Adv. + Lok. + Akk.Präs.Part. + Akk. + Lok.)
gerüstet, halte ihn auf, dort wo unser Heer sich spaltet! (Nom.Past.Part. + 2.Sg.Imp.Med.Kaus. stambh-+Akk. + Adv. + Nom. + 3.Sg.Präs.Pass. bhid- + Nom.)
na hi bhīṣmaśarān anyaḥ soḍhum utsahate vibho
denn kein anderer vermag Bhīṣmas Pfeile zu ertragen, o Mächtiger (Neg. + Partikel + Akk.Pl. + Nom. + Inf. + 3.Sg.Präs.Med. sah- + Vok.)
[Anm.: V.33 bildet eine Einheit; Abschluss von Kṛṣṇas Rede (CQ_CLOSE).]
Da, in jenem Augenblick, o König, verbarg der so angespornte Affenbanner-Träger [Arjuna] Bhīṣma samt seinem Banner, Wagen und seinen Pferden mit Pfeilen.
Wort für Wort
tatas tasmin kṣaṇe rājaṃś codito vānaradhvajaḥ
da, in jenem Augenblick, o König, der so angespornte Affenbanner-Träger (Adv. + Lok. + Lok. + Vok. + Nom.Past.Part. + Nom.)
sātyakiś cekitānaś ca dhṛṣṭadyumnaś ca pārṣataḥ virāṭo drupadaś caiva mādrīputrau ca pāṇḍavau dudruvur bhīṣmam evājau rakṣitā dṛḍhadhanvanā
Sātyaki, Cekitāna, der Sohn des Pṛṣata Dhṛṣṭadyumna, Virāṭa und Drupada sowie die beiden Söhne der Mādrī, die Pāṇḍavas [Nakula und Sahadeva], stürmten, von dem Starkbogigen [Arjuna] beschützt, im Kampf geradewegs auf Bhīṣma los.
Wort für Wort
sātyakiś cekitānaś ca dhṛṣṭadyumnaś ca pārṣataḥ virāṭo drupadaś caiva mādrīputrau ca pāṇḍavau
Sātyaki, Cekitāna, der Sohn des Pṛṣata Dhṛṣṭadyumna, Virāṭa und Drupada sowie die beiden Söhne der Mādrī, die Pāṇḍavas (Nom. + Nom. + Konj. + Nom. + Konj. + Nom. + Nom. + Nom. + Konj. + Nom.Dual + Konj. + Nom.Dual)
dudruvur bhīṣmam evājau rakṣitā dṛḍhadhanvanā
stürmten, von dem Starkbogigen beschützt, im Kampf geradewegs auf Bhīṣma los (3.Pl.Perf. dru- + Akk. + Partikel + Lok. + Nom.Pl.Past.Part. + Instr.)
[Anm.: V.42 (dreigliedriger Vers a/c/e) bildet eine Einheit.]
vidhūya tān bāṇagaṇān ye muktāḥ pārthivottamaiḥ pāṇḍavānām adīnātmā vyagāhata varūthinīm kṛtvā śaravighātaṃ ca krīḍann iva pitāmahaḥ
Nachdem er jene Pfeilscharen, die von den besten Fürsten abgeschossen worden waren, abgeschüttelt hatte, drang der unverzagte Großvater, gleichsam spielend, das Abwehren der Pfeile vollbringend, in das Heer der Pāṇḍavas ein.
Wort für Wort
vidhūya tān bāṇagaṇān ye muktāḥ pārthivottamaiḥ
nachdem er jene Pfeilscharen, die von den besten Fürsten abgeschossen worden waren, abgeschüttelt hatte (Ger. dhū- + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.Past.Part. + Instr.Pl.)
pāṇḍavānām adīnātmā vyagāhata varūthinīm kṛtvā śaravighātaṃ ca krīḍann iva pitāmahaḥ
drang der unverzagte Großvater, gleichsam spielend, das Abwehren der Pfeile vollbringend, in das Heer der Pāṇḍavas ein (Gen.Pl. + Nom. + 3.Sg.Impf.Med. gāh- + Akk. + Ger. kṛ- + Akk. + Konj. + Präs.Part. + Partikel + Nom.)
[Anm.: V.45 (dreigliedriger Vers a/c/e) bildet eine Einheit.]
Bhīṣma, der große Wagenkämpfer, legte, immer wieder lächelnd und sich dessen einstige Weiblichkeit ins Gedächtnis rufend, nicht wirklich auf den Pāñcālya [Śikhaṇḍin] an und beachtete dessen Pfeile nicht; im Heer des Drupada aber erschlug er sieben Wagenkämpfer.
Wort für Wort
nābhisaṃdhatta pāñcālyaṃ smayamāno muhur muhuḥ
er legte, immer wieder lächelnd, nicht wirklich auf den Pāñcālya an (Neg.+3.Sg.Impf.Med. dhā- + Akk. + Nom.Präs.Part. + Adv. + Adv.)
und Bhīṣma, der große Wagenkämpfer, sich dessen einstige Weiblichkeit ins Gedächtnis rufend, beachtete dessen Pfeile nicht; im Heer des Drupada erschlug er sieben Wagenkämpfer (Akk. + Gen.+Ger. smṛ- + Nom. + Akk.Pl. + Gen. + 3.Sg.Perf. han- + Lok. + Akk.Pl. + Nom. + Nom.)
[Anm.: V.46 (dreigliedriger Vers a/c/e) bildet eine Einheit.]
te varāśvarathavrātair vāraṇaiḥ sapadātibhiḥ tam ekaṃ chādayām āsur meghā iva divākaram bhīṣmaṃ bhāgīrathīputraṃ pratapantaṃ raṇe ripūn
Sie umhüllten ihn allein mit Scharen erlesener Pferde und Wagen, mit Elefanten samt Fußsoldaten, wie Wolken die Sonne verhüllen – Bhīṣma, den Sohn der Bhāgīrathī [Gaṅgā], der im Kampf die Feinde versengte.
Wort für Wort
te varāśvarathavrātair vāraṇaiḥ sapadātibhiḥ
sie mit Scharen erlesener Pferde und Wagen, mit Elefanten samt Fußsoldaten (Nom.Pl. + Instr.Pl.Bah. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Bah.)
umhüllten ihn allein, wie Wolken die Sonne verhüllen – Bhīṣma, den Sohn der Bhāgīrathī, der im Kampf die Feinde versengte (Akk. + Akk. + 3.Pl.Perf.Periphr. chad- + Nom.Pl. + Partikel + Akk. + Akk. + Akk. + Akk.Präs.Part. + Lok. + Akk.Pl.)
[Anm.: V.48 (dreigliedriger Vers a/c/e) bildet eine Einheit.]
tatas tasya ca teṣāṃ ca yuddhe devāsuropame kirīṭī bhīṣmam ānarchat puraskṛtya śikhaṇḍinam
Da näherte sich, in jenem dem Götter-Dämonen-Kampf gleichenden Gefecht zwischen ihm und ihnen, der Diademträger [Arjuna] Bhīṣma, Śikhaṇḍin voranstellend.
Wort für Wort
tatas tasya ca teṣāṃ ca yuddhe devāsuropame
da, in jenem dem Götter-Dämonen-Kampf gleichenden Gefecht zwischen ihm und ihnen (Adv. + Gen. + Konj. + Gen.Pl. + Konj. + Lok. + Lok.)
kirīṭī bhīṣmam ānarchat puraskṛtya śikhaṇḍinam
näherte sich der Diademträger Bhīṣma, Śikhaṇḍin voranstellend (Nom. + Akk. + 3.Sg.Impf. ṛch- + Ger. puraskṛ- + Akk.)