Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Bhīṣmaparva

Kapitel 49: ekonapañcāśo 'dhyāyaḥ Der Kampf zwischen Droṇa und Dhṛṣṭadyumna

Dhṛtarāṣṭra fragt, wie Droṇa und Dhṛṣṭadyumna im Kampf aufeinandertrafen, und äußert Verwunderung, dass der zornige Bhīṣma den Pāṇḍava (Arjuna) nicht bezwungen habe (V.1-3, SQ). Saṃjaya antwortet, Arjuna sei selbst von den Göttern unbesiegbar (V.4, SQ_OPEN) und schildert den Zweikampf zwischen Droṇa und Dhṛṣṭadyumna: Droṇa tötet dessen Wagenlenker und verwundet die Pferde (V.5-6); Dhṛṣṭadyumna verwundet Droṇa lachend mit dem Zuruf 'Bleib stehen!' (V.7, CQ); Droṇa legt einen todbringenden Pfeil an, den Dhṛṣṭadyumna standhaft zerspaltet, zum Erstaunen aller (V.8-13); ein Wurfspieß-Wechsel folgt (V.14-16); Droṇa zerschlägt wiederholt Dhṛṣṭadyumnas Bogen, dieser kämpft mit Keule und Schild weiter, wird verwundet (V.17-29); schließlich greift Dhṛṣṭadyumna mit Schild und Schwert Droṇa an, wird aber durch dessen Pfeilregen aufgehalten (V.30-34). Bhīma eilt Dhṛṣṭadyumna zu Hilfe und rettet ihn auf einen anderen Wagen (V.35-36). Duryodhana entsendet den Kaliṅga-Fürsten mit großem Heer zum Schutz Droṇas gegen Bhīma - ein neuer, gewaltiger Kampf entbrennt (V.37-40). Droṇa wendet sich derweil gegen Virāṭa und Drupada, Dhṛṣṭadyumna gegen Yudhiṣṭhira (V.39) - Übergang zum nächsten Kampfschauplatz. Ausgeschlossener Apparat-Einschub: 25d*0164_01 (kein @-Marker in diesem Kapitel). Marker-Bilanz: SQ_OPEN=2 (V.1, V.4), SQ_CLOSE=1 (V.3), CQ_OPEN=1 (V.7), CQ_CLOSE=1 (V.7).

kathaṃ droṇo maheṣvāsaḥ pāñcālyaś cāpi pārṣataḥ raṇe samīyatur yattau tan mamācakṣva saṃjaya

Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚ Wie trafen Droṇa, der große Bogenschütze, und auch der Pāñcālya, der Sohn des Pṛṣata, angespannt im Kampf aufeinander? Das berichte mir, Saṃjaya.

Wort für Wort
droṇo maheṣvāsaḥ
Droṇa, der große Bogenschütze (Nom. Sg.)
pāñcālyaś ca pārṣataḥ
und der Pāñcālya, der Sohn des Pṛṣata (Nom. Sg.)
raṇe samīyatur yattau
trafen angespannt im Kampf aufeinander (Perf. 3. Dual)
tan mamācakṣva saṃjaya
das berichte mir, Saṃjaya (Imp. 2. Sg. + Vok.)

[Anm.: SQ_OPEN vor Dhṛtarāṣṭras Frage; diese läuft über V.1-3, SQ_CLOSE erst am Ende von V.3.]

diṣṭam eva paraṃ manye pauruṣād api saṃjaya yatra śāṃtanavo bhīṣmo nātarad yudhi pāṇḍavam

Fürwahr, ich denke, dass Schicksal mehr vermag als Tatkraft, Saṃjaya, da doch Bhīṣma, der Sohn des Śaṃtanu, den Pāṇḍava im Kampf nicht überwältigte.

Wort für Wort
diṣṭam eva paraṃ manye
ich denke, das Schicksal ist überlegen (Präs. 1. Sg.)
pauruṣād api
auch gegenüber der Tatkraft (Abl. Sg.)
śāṃtanavo bhīṣmo
Bhīṣma, der Sohn des Śaṃtanu (Nom. Sg.)
na atarad yudhi pāṇḍavam
überwältigte im Kampf den Pāṇḍava nicht (Impf. 3. Sg.)

bhīṣmo hi samare kruddho hanyāl lokāṃś carācarān sa kathaṃ pāṇḍavaṃ yuddhe nātarat saṃjayaujasā

Bhīṣma könnte doch, im Kampf erzürnt, die beweglichen und unbeweglichen Welten vernichten - wie kam es, dass er den Pāṇḍava im Kampf nicht mit seiner Kraft bezwang, Saṃjaya? ‘

Wort für Wort
bhīṣmo samare kruddhaḥ
Bhīṣma, im Kampf erzürnt (Nom. Sg.)
hanyāl lokāṃś carācarān
könnte die beweglichen und unbeweglichen Welten vernichten (Opt. 3. Sg.)
kathaṃ na atarat saṃjayaujasā
wie bezwang er nicht mit Kraft, Saṃjaya (Impf. 3. Sg. + Instr.)

[Anm.: SQ_CLOSE am Ende von Dhṛtarāṣṭras dreiversigem Frage-Block.]

śṛṇu rājan sthiro bhūtvā yuddham etat sudāruṇam na śakyaḥ pāṇḍavo jetuṃ devair api savāsavaiḥ

Saṃjaya sprach: ‚ Höre, o König, gefasst diesen überaus furchtbaren Kampf: Der Pāṇḍava kann nicht besiegt werden, selbst nicht von den Göttern mit Vāsava.

Wort für Wort
śṛṇu rājan sthiro bhūtvā
höre, o König, gefasst werdend (Imp. 2. Sg. + Ptz.)
yuddham etat sudāruṇam
diesen überaus furchtbaren Kampf (Akk. Sg.)
na śakyaḥ pāṇḍavo jetum
der Pāṇḍava kann nicht besiegt werden (Nom. Sg. + Inf.)
devair api savāsavaiḥ
selbst nicht von den Göttern mit Vāsava (Instr. Pl.)

[Anm.: SQ_OPEN vor Saṃjayas Antwort; bleibt bis Kapitelende offen.]

droṇas tu niśitair bāṇair dhṛṣṭadyumnam ayodhayat sārathiṃ cāsya bhallena rathanīḍād apātayat

Droṇa aber bekämpfte mit scharfen Pfeilen Dhṛṣṭadyumna und stürzte dessen Wagenlenker mit einem Breitpfeil vom Wagensitz.

Wort für Wort
droṇas niśitair bāṇaiḥ
Droṇa mit scharfen Pfeilen (Instr. Pl.)
dhṛṣṭadyumnam ayodhayat
bekämpfte Dhṛṣṭadyumna (Impf. 3. Sg.)
sārathiṃ bhallena
den Wagenlenker mit einem Breitpfeil (Akk. + Instr.)
rathanīḍād apātayat
stürzte vom Wagensitz (Impf. 3. Sg.)

tasyātha caturo vāhāṃś caturbhiḥ sāyakottamaiḥ pīḍayām āsa saṃkruddho dhṛṣṭadyumnasya māriṣa

Dann bedrängte er, zutiefst erzürnt, mit vier vortrefflichen Pfeilen die vier Pferde des Dhṛṣṭadyumna, o Verehrter.

Wort für Wort
tasya caturo vāhān
dessen vier Pferde (Gen. + Akk. Pl.)
caturbhiḥ sāyakottamaiḥ
mit vier vortrefflichen Pfeilen (Instr. Pl.)
pīḍayām āsa saṃkruddhaḥ
bedrängte, zutiefst erzürnt (Perf. periphr. + Nom. Sg.)

dhṛṣṭadyumnas tato droṇaṃ navatyā niśitaiḥ śaraiḥ vivyādha prahasan vīras tiṣṭha tiṣṭheti cābravīt

Da durchbohrte Dhṛṣṭadyumna lachend den Droṇa mit neunzig scharfen Pfeilen, und der Held rief: „ Bleib stehen, bleib stehen! “

Wort für Wort
dhṛṣṭadyumnas droṇaṃ navatyā
Dhṛṣṭadyumna traf Droṇa mit neunzig (Pfeilen) (Instr.)
vivyādha prahasan vīraḥ
durchbohrte lachend, der Held (Perf. 3. Sg. + Ptz.)
tiṣṭha tiṣṭheti cābravīt
rief: 'Bleib stehen, bleib stehen!' (Imp. + Zitatpartikel)

[Anm.: CQ_OPEN/CQ_CLOSE um Dhṛṣṭadyumnas kurzen Zuruf an Droṇa.]

tataḥ punar ameyātmā bhāradvājaḥ pratāpavān śaraiḥ pracchādayām āsa dhṛṣṭadyumnam amarṣaṇam

Da bedeckte wiederum der von unermesslicher Seele, der glutvolle Sohn des Bharadvāja, mit Pfeilen den zornentbrannten Dhṛṣṭadyumna.

Wort für Wort
ameyātmā bhāradvājaḥ pratāpavān
der von unermesslicher Seele, der glutvolle Sohn des Bharadvāja (Nom. Sg.)
śaraiḥ pracchādayām āsa
bedeckte mit Pfeilen (Instr. + Perf. periphr.)
dhṛṣṭadyumnam amarṣaṇam
den zornentbrannten Dhṛṣṭadyumna (Akk. Sg.)

ādade ca śaraṃ ghoraṃ pārṣatasya vadhaṃ prati śakrāśanisamasparśaṃ mṛtyudaṇḍam ivāparam

Und er ergriff einen furchtbaren Pfeil, um den Sohn des Pṛṣata zu töten - der wie Śakras Donnerkeil im Berühren war, wie ein zweiter Stab des Todes.

Wort für Wort
ādade śaraṃ ghoraṃ
ergriff einen furchtbaren Pfeil (Impf. 3. Sg. Med. + Akk.)
pārṣatasya vadhaṃ prati
im Hinblick auf die Tötung des Sohnes des Pṛṣata (Gen. + Akk.)
śakrāśanisamasparśam
wie Śakras Donnerkeil im Berühren (Akk. Sg.)
mṛtyudaṇḍam iva aparam
wie ein zweiter Stab des Todes (Akk. Sg.)

hāhākāro mahān āsīt sarvasainyasya bhārata tam iṣuṃ saṃdhitaṃ dṛṣṭvā bhāradvājena saṃyuge

Ein gewaltiger Schrei des Entsetzens erhob sich im ganzen Heer, o Bhārata, als man sah, wie jener Pfeil vom Sohn des Bharadvāja im Kampf angelegt wurde.

Wort für Wort
hāhākāro mahān āsīt
ein gewaltiger Schrei des Entsetzens erhob sich (Nom. Sg. + Impf.)
sarvasainyasya
des ganzen Heeres (Gen. Sg.)
tam iṣuṃ saṃdhitaṃ dṛṣṭvā
jenen angelegten Pfeil sehend (Gerundium)
bhāradvājena saṃyuge
vom Sohn des Bharadvāja im Kampf (Instr. + Lok.)

tatrādbhutam apaśyāma dhṛṣṭadyumnasya pauruṣam yad ekaḥ samare vīras tasthau girir ivācalaḥ

Da sahen wir eine erstaunliche Tatkraft des Dhṛṣṭadyumna: dass der Held allein im Kampf standhielt wie ein unbeweglicher Berg.

Wort für Wort
tatra adbhutam apaśyāma
da sahen wir Erstaunliches (Impf. 1. Pl.)
dhṛṣṭadyumnasya pauruṣam
die Tatkraft des Dhṛṣṭadyumna (Gen. + Akk. Sg.)
ekaḥ vīras tasthau
der Held stand allein (Nom. Sg. + Perf.)
girir iva acalaḥ
wie ein unbeweglicher Berg (Nom. Sg.)

taṃ ca dīptaṃ śaraṃ ghoram āyāntaṃ mṛtyum ātmanaḥ ciccheda śaravṛṣṭiṃ ca bhāradvāje mumoca ha

Und jenen flammenden, furchtbaren Pfeil, der als sein eigener Tod heranflog, zerspaltete er und ließ zugleich einen Pfeilregen auf den Sohn des Bharadvāja los.

Wort für Wort
dīptaṃ śaraṃ ghoram
den flammenden, furchtbaren Pfeil (Akk. Sg.)
āyāntaṃ mṛtyum ātmanaḥ
der als sein eigener Tod heranflog (Akk. Sg. Ptz.)
ciccheda
zerspaltete (Perf. 3. Sg.)
śaravṛṣṭiṃ bhāradvāje mumoca
ließ einen Pfeilregen auf den Sohn des Bharadvāja los (Akk. + Perf. 3. Sg.)

tata uccukruśuḥ sarve pāñcālāḥ pāṇḍavaiḥ saha dhṛṣṭadyumnena tat karma kṛtaṃ dṛṣṭvā suduṣkaram

Da jubelten alle Pāñcālas zusammen mit den Pāṇḍavas laut auf, als sie diese von Dhṛṣṭadyumna vollbrachte, überaus schwierige Tat sahen.

Wort für Wort
uccukruśuḥ sarve pāñcālāḥ
alle Pāñcālas jubelten laut auf (Perf. 3. Pl.)
pāṇḍavaiḥ saha
zusammen mit den Pāṇḍavas (Instr. Pl.)
dhṛṣṭadyumnena tat karma kṛtaṃ
diese von Dhṛṣṭadyumna vollbrachte Tat (Instr. + Akk.)
dṛṣṭvā suduṣkaram
sehend, überaus schwierig (Gerundium + Akk.)

tataḥ śaktiṃ mahāvegāṃ svarṇavaiḍūryabhūṣitām droṇasya nidhanākāṅkṣī cikṣepa sa parākramī

Da schleuderte er, der Tapfere, auf Droṇas Tod bedacht, einen mit Gold und Vaiḍūrya geschmückten, überaus schnellen Wurfspieß.

Wort für Wort
śaktiṃ mahāvegāṃ
einen überaus schnellen Wurfspieß (Akk. Sg.)
svarṇavaiḍūryabhūṣitām
mit Gold und Vaiḍūrya geschmückt (Akk. Sg.)
droṇasya nidhanākāṅkṣī
auf Droṇas Tod bedacht (Nom. Sg.)
cikṣepa sa parākramī
schleuderte er, der Tapfere (Perf. 3. Sg.)

tām āpatantīṃ sahasā śaktiṃ kanakabhūṣaṇām tridhā cikṣepa samare bhāradvājo hasann iva

Jenen plötzlich heranfliegenden, mit Gold geschmückten Wurfspieß zerteilte der Sohn des Bharadvāja im Kampf gleichsam lachend in drei Teile.

Wort für Wort
tām āpatantīṃ sahasā śaktiṃ
jenen plötzlich heranfliegenden Wurfspieß (Akk. Sg.)
kanakabhūṣaṇām
mit Gold geschmückt (Akk. Sg.)
tridhā cikṣepa
zerteilte in drei Teile (Perf. 3. Sg.)
bhāradvājo hasann iva
der Sohn des Bharadvāja, gleichsam lachend (Nom. Sg. + Ptz.)

śaktiṃ vinihatāṃ dṛṣṭvā dhṛṣṭadyumnaḥ pratāpavān vavarṣa śaravarṣāṇi droṇaṃ prati janeśvara

Als er den Wurfspieß zerschlagen sah, ließ der glutvolle Dhṛṣṭadyumna Pfeilregen auf Droṇa niederprasseln, o Herrscher der Menschen.

Wort für Wort
śaktiṃ vinihatāṃ dṛṣṭvā
den zerschlagenen Wurfspieß sehend (Gerundium)
dhṛṣṭadyumnaḥ pratāpavān
der glutvolle Dhṛṣṭadyumna (Nom. Sg.)
vavarṣa śaravarṣāṇi droṇaṃ prati
ließ Pfeilregen auf Droṇa niederprasseln (Perf. 3. Sg.)

śaravarṣaṃ tatas taṃ tu saṃnivārya mahāyaśāḥ droṇo drupadaputrasya madhye ciccheda kārmukam

Jenen Pfeilregen wehrte der hochberühmte Droṇa ab und zerschlug mitten entzwei den Bogen des Drupada-Sohnes.

Wort für Wort
śaravarṣaṃ taṃ saṃnivārya
jenen Pfeilregen abwehrend (Gerundium)
droṇo mahāyaśāḥ
der hochberühmte Droṇa (Nom. Sg.)
drupadaputrasya madhye ciccheda kārmukam
zerschlug mitten den Bogen des Drupada-Sohnes (Perf. 3. Sg.)

sa cchinnadhanvā samare gadāṃ gurvīṃ mahāyaśāḥ droṇāya preṣayām āsa girisāramayīṃ balī

Er, dessen Bogen zerschlagen war, der hochberühmte, starke, schleuderte im Kampf eine schwere, aus Bergesstein gefertigte Keule gegen Droṇa.

Wort für Wort
sa cchinnadhanvā
er, dessen Bogen zerschlagen war (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
gadāṃ gurvīṃ girisāramayīm
eine schwere, aus Bergesstein gefertigte Keule (Akk. Sg.)
droṇāya preṣayām āsa balī
schleuderte der Starke gegen Droṇa (Dat. + Perf. periphr.)

sā gadā vegavan muktā prāyād droṇajighāṃsayā tatrādbhutam apaśyāma bhāradvājasya vikramam

Jene mit Wucht abgeschleuderte Keule flog dahin, Droṇa zu töten begehrend; da sahen wir eine erstaunliche Kühnheit des Sohnes des Bharadvāja.

Wort für Wort
sā gadā vegavan muktā
jene mit Wucht abgeschleuderte Keule (Nom. Sg.)
prāyād droṇajighāṃsayā
flog dahin, Droṇa zu töten begehrend (Impf. 3. Sg. + Instr.)
adbhutam apaśyāma vikramam
wir sahen eine erstaunliche Kühnheit (Impf. 1. Pl. + Akk.)

lāghavād vyaṃsayām āsa gadāṃ hemavibhūṣitām vyaṃsayitvā gadāṃ tāṃ ca preṣayām āsa pārṣate

Mit Gewandtheit lenkte er die goldgeschmückte Keule zur Seite ab, und nachdem er jene Keule abgelenkt hatte, entsandte er gegen den Sohn des Pṛṣata

Wort für Wort
lāghavād vyaṃsayām āsa
lenkte mit Gewandtheit zur Seite ab (Abl. + Perf. periphr.)
gadāṃ hemavibhūṣitām
die goldgeschmückte Keule (Akk. Sg.)
vyaṃsayitvā gadāṃ tāṃ
nachdem er jene Keule abgelenkt hatte (Gerundium)
preṣayām āsa pārṣate
entsandte gegen den Sohn des Pṛṣata (Perf. periphr. + Dat.)

bhallān suniśitān pītān svarṇapuṅkhāñ śilāśitān te tasya kavacaṃ bhittvā papuḥ śoṇitam āhave

wohlgeschliffene, gelbe Breitpfeile mit goldenen Federn, an Steinen geschärft; diese durchbrachen im Kampf seinen Panzer und tranken sein Blut.

Wort für Wort
bhallān suniśitān pītān
wohlgeschliffene, gelbe Breitpfeile (Akk. Pl.)
svarṇapuṅkhāñ śilāśitān
mit goldenen Federn, an Steinen geschärft (Akk. Pl.)
tasya kavacaṃ bhittvā
seinen Panzer durchbrechend (Gerundium)
papuḥ śoṇitam āhave
tranken sein Blut im Kampf (Perf. 3. Pl.)

athānyad dhanur ādāya dhṛṣṭadyumno mahāmanāḥ droṇaṃ yudhi parākramya śarair vivyādha pañcabhiḥ

Da ergriff Dhṛṣṭadyumna, der Hochgesinnte, einen anderen Bogen, ging kühn gegen Droṇa im Kampf vor und durchbohrte ihn mit fünf Pfeilen.

Wort für Wort
anyad dhanur ādāya
einen anderen Bogen ergreifend (Gerundium)
dhṛṣṭadyumno mahāmanāḥ
Dhṛṣṭadyumna, der Hochgesinnte (Nom. Sg.)
droṇaṃ yudhi parākramya
gegen Droṇa im Kampf kühn vorgehend (Gerundium)
śarair vivyādha pañcabhiḥ
durchbohrte mit fünf Pfeilen (Instr. Pl. + Perf.)

rudhirāktau tatas tau tu śuśubhāte nararṣabhau vasantasamaye rājan puṣpitāv iva kiṃśukau

Blutbefleckt erstrahlten da die beiden Stiere unter den Männern, o König, wie zwei blühende Kiṃśuka-Bäume zur Frühlingszeit.

Wort für Wort
rudhirāktau tau nararṣabhau
die beiden blutbefleckten Stiere unter den Männern (Nom. Dual)
śuśubhāte
erstrahlten (Perf. 3. Dual)
vasantasamaye
zur Frühlingszeit (Lok. Sg.)
puṣpitāv iva kiṃśukau
wie zwei blühende Kiṃśuka-Bäume (Nom. Dual)

amarṣitas tato rājan parākramya camūmukhe droṇo drupadaputrasya punaś ciccheda kārmukam

Da zerschlug der zornentbrannte Droṇa, o König, an der Spitze des Heeres kühn vorgehend, wiederum den Bogen des Drupada-Sohnes.

Wort für Wort
amarṣitas droṇo
der zornentbrannte Droṇa (Nom. Sg.)
parākramya camūmukhe
an der Spitze des Heeres kühn vorgehend (Gerundium + Lok.)
drupadaputrasya punaś ciccheda kārmukam
zerschlug wiederum den Bogen des Drupada-Sohnes (Gen. + Perf. + Akk.)

athainaṃ chinnadhanvānaṃ śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ avākirad ameyātmā vṛṣṭyā megha ivācalam

Dann überschüttete ihn, den mit zerschlagenem Bogen, der von unermesslicher Seele mit Pfeilen mit glatten Gelenken, wie eine Wolke einen Berg mit Regen überschüttet.

Wort für Wort
enaṃ chinnadhanvānaṃ
ihn, dessen Bogen zerschlagen war (Akk. Sg.)
śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ
mit Pfeilen mit glatten Gelenken (Instr. Pl.)
avākirad ameyātmā
überschüttete, der von unermesslicher Seele (Impf. 3. Sg. + Nom.)
vṛṣṭyā megha iva acalam
wie eine Wolke einen Berg mit Regen (Instr. + Nom. + Akk.)

[Anm.: 25d*0164_01 (Apparat) ausgeschlossen.]

sārathiṃ cāsya bhallena rathanīḍād apātayat athāsya caturo vāhāṃś caturbhir niśitaiḥ śaraiḥ

Und er stürzte dessen Wagenlenker mit einem Breitpfeil vom Wagensitz, und dann seine vier Pferde mit vier scharfen Pfeilen

Wort für Wort
sārathiṃ bhallena
den Wagenlenker mit einem Breitpfeil (Akk. + Instr.)
rathanīḍād apātayat
stürzte vom Wagensitz (Impf. 3. Sg.)
asya caturo vāhān
seine vier Pferde (Gen. + Akk. Pl.)
caturbhir niśitaiḥ śaraiḥ
mit vier scharfen Pfeilen (Instr. Pl.)

pātayām āsa samare siṃhanādaṃ nanāda ca tato 'pareṇa bhallena hastāc cāpam athācchinat

brachte er im Kampf zu Fall und stieß dabei ein Löwengebrüll aus; dann schlug er ihm mit einem weiteren Breitpfeil den Bogen aus der Hand.

Wort für Wort
pātayām āsa samare
brachte im Kampf zu Fall (Perf. periphr. 3. Sg.)
siṃhanādaṃ nanāda
stieß ein Löwengebrüll aus (Perf. 3. Sg.)
apareṇa bhallena
mit einem weiteren Breitpfeil (Instr. Sg.)
hastāc cāpam acchinat
schlug den Bogen aus der Hand (Abl. + Impf. 3. Sg.)

sa cchinnadhanvā viratho hatāśvo hatasārathiḥ gadāpāṇir avārohat khyāpayan pauruṣaṃ mahat

Er, dessen Bogen zerschlagen, der wagenlos, dessen Pferde erschlagen, dessen Wagenlenker erschlagen war, stieg, die Keule in der Hand, herab und bekundete damit seine große Tatkraft.

Wort für Wort
sa cchinnadhanvā virathaḥ
er, dessen Bogen zerschlagen, ohne Wagen (Nom. Sg.)
hatāśvo hatasārathiḥ
dessen Pferde und Wagenlenker erschlagen waren (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
gadāpāṇir avārohat
stieg, die Keule in der Hand, herab (Nom. Sg. + Impf.)
khyāpayan pauruṣaṃ mahat
seine große Tatkraft bekundend (Ptz. + Akk.)

tām asya viśikhais tūrṇaṃ pātayām āsa bhārata rathād anavarūḍhasya tad adbhutam ivābhavat

Diese Keule ließ Droṇa mit Pfeilen rasch fallen, o Bhārata, noch bevor jener vom Wagen herabgestiegen war - das erschien wie ein Wunder.

Wort für Wort
tām viśikhais tūrṇaṃ pātayām āsa
ließ diese mit Pfeilen rasch fallen (Akk. + Instr. + Perf. periphr.)
rathād anavarūḍhasya
des noch nicht vom Wagen Herabgestiegenen (Abl. + Gen.)
tad adbhutam iva abhavat
das erschien wie ein Wunder (Impf. 3. Sg.)

tataḥ sa vipulaṃ carma śatacandraṃ ca bhānumat khaḍgaṃ ca vipulaṃ divyaṃ pragṛhya subhujo balī

Da ergriff er, der starkarmige Starke, einen breiten, mit hundert Mondscheiben verzierten, glänzenden Schild und ein breites, göttliches Schwert

Wort für Wort
vipulaṃ carma śatacandraṃ
einen breiten, mit hundert Mondscheiben verzierten Schild (Akk. Sg.)
bhānumat khaḍgaṃ vipulaṃ divyaṃ
ein glänzendes, breites, göttliches Schwert (Akk. Sg.)
pragṛhya subhujo balī
ergreifend, der starkarmige Starke (Gerundium + Nom.)

abhidudrāva vegena droṇasya vadhakāṅkṣayā āmiṣārthī yathā siṃho vane mattam iva dvipam

und stürmte mit Wucht heran, auf Droṇas Tod bedacht, wie ein nach Beute gieriger Löwe im Wald auf einen brünstigen Elefanten.

Wort für Wort
abhidudrāva vegena
stürmte mit Wucht heran (Perf. 3. Sg.)
droṇasya vadhakāṅkṣayā
auf Droṇas Tod bedacht (Gen. + Instr.)
āmiṣārthī yathā siṃho
wie ein nach Beute gieriger Löwe (Nom. Sg.)
vane mattam iva dvipam
im Wald wie auf einen brünstigen Elefanten (Lok. + Akk.)

tatrādbhutam apaśyāma bhāradvājasya pauruṣam lāghavaṃ cāstrayogaṃ ca balaṃ bāhvoś ca bhārata

Da sahen wir eine erstaunliche Tatkraft des Sohnes des Bharadvāja, seine Gewandtheit und seinen Waffeneinsatz und die Kraft seiner Arme, o Bhārata:

Wort für Wort
bhāradvājasya pauruṣam
die Tatkraft des Sohnes des Bharadvāja (Gen. + Akk.)
lāghavaṃ cāstrayogaṃ ca
seine Gewandtheit und seinen Waffeneinsatz (Akk. Sg.)
balaṃ bāhvoś ca
und die Kraft seiner beiden Arme (Akk. + Gen. Dual)

yad enaṃ śaravarṣeṇa vārayām āsa pārṣatam na śaśāka tato gantuṃ balavān api saṃyuge

dass er ihn, den Sohn des Pṛṣata, mit einem Pfeilregen aufhielt, sodass jener, obgleich stark, im Kampf nicht weiter vordringen konnte.

Wort für Wort
enaṃ śaravarṣeṇa vārayām āsa
hielt ihn mit einem Pfeilregen auf (Akk. + Instr. + Perf. periphr.)
pārṣatam
den Sohn des Pṛṣata (Akk. Sg.)
na śaśāka gantuṃ
konnte nicht vordringen (Perf. 3. Sg. + Inf.)
balavān api saṃyuge
obgleich stark, im Kampf (Nom. Sg. + Lok.)

tatra sthitam apaśyāma dhṛṣṭadyumnaṃ mahāratham vārayāṇaṃ śaraughāṃś ca carmaṇā kṛtahastavat

Da sahen wir, wie der große Wagenkämpfer Dhṛṣṭadyumna stehen blieb und die Pfeilfluten mit seinem Schild abwehrte, als sei seine Hand darin geübt.

Wort für Wort
sthitam apaśyāma dhṛṣṭadyumnaṃ
wir sahen den stehen gebliebenen Dhṛṣṭadyumna (Akk. + Impf. 1. Pl.)
vārayāṇaṃ śaraughāṃś ca
der die Pfeilfluten abwehrte (Ptz. Akk. Sg.)
carmaṇā kṛtahastavat
mit dem Schild, als sei die Hand darin geübt (Instr. + Adv.)

tato bhīmo mahābāhuḥ sahasābhyapatad balī sāhāyyakārī samare pārṣatasya mahātmanaḥ

Da stürzte sich der starkarmige, starke Bhīma plötzlich hervor, dem hochgesinnten Sohn des Pṛṣata im Kampf zu Hilfe zu kommen.

Wort für Wort
bhīmo mahābāhuḥ balī
der starkarmige, starke Bhīma (Nom. Sg.)
sahasā abhyapatad
stürzte sich plötzlich hervor (Impf. 3. Sg.)
sāhāyyakārī pārṣatasya mahātmanaḥ
dem hochgesinnten Sohn des Pṛṣata zu Hilfe kommend (Nom. + Gen. Sg.)

sa droṇaṃ niśitair bāṇai rājan vivyādha saptabhiḥ pārṣataṃ ca tadā tūrṇam anyam āropayad ratham

Er durchbohrte Droṇa, o König, mit sieben scharfen Pfeilen und hob den Sohn des Pṛṣata rasch auf einen anderen Wagen.

Wort für Wort
droṇaṃ niśitair bāṇaiḥ saptabhiḥ
Droṇa mit sieben scharfen Pfeilen (Akk. + Instr. Pl.)
vivyādha
durchbohrte (Perf. 3. Sg.)
pārṣataṃ tūrṇam anyam āropayad ratham
hob den Sohn des Pṛṣata rasch auf einen anderen Wagen (Akk. + Impf.)

tato duryodhano rājā kaliṅgaṃ samacodayat sainyena mahatā yuktaṃ bhāradvājasya rakṣaṇe

Da entsandte König Duryodhana den Kaliṅga-Fürsten, ausgerüstet mit einem großen Heer, zum Schutz des Sohnes des Bharadvāja.

Wort für Wort
duryodhano rājā kaliṅgaṃ samacodayat
König Duryodhana entsandte den Kaliṅga-Fürsten (Nom. + Akk. + Impf.)
sainyena mahatā yuktaṃ
ausgerüstet mit einem großen Heer (Instr. + Akk.)
bhāradvājasya rakṣaṇe
zum Schutz des Sohnes des Bharadvāja (Gen. + Lok.)

tataḥ sā mahatī senā kaliṅgānāṃ janeśvara bhīmam abhyudyayau tūrṇaṃ tava putrasya śāsanāt

Da rückte jenes gewaltige Heer der Kaliṅgas, o Herrscher der Menschen, auf Befehl deines Sohnes rasch gegen Bhīma vor.

Wort für Wort
sā mahatī senā kaliṅgānāṃ
jenes gewaltige Heer der Kaliṅgas (Nom. Sg. + Gen. Pl.)
bhīmam abhyudyayau tūrṇaṃ
rückte rasch gegen Bhīma vor (Akk. + Perf. 3. Sg.)
tava putrasya śāsanāt
auf Befehl deines Sohnes (Gen. + Abl.)

pāñcālyam abhisaṃtyajya droṇo 'pi rathināṃ varaḥ virāṭadrupadau vṛddhau yodhayām āsa saṃgatau dhṛṣṭadyumno 'pi samare dharmarājaṃ samabhyayāt

Droṇa aber, der Beste der Wagenkämpfer, ließ von dem Pāñcālya ab und bekämpfte die beiden vereinten Greise Virāṭa und Drupada; Dhṛṣṭadyumna aber wandte sich im Kampf gegen den Dharmarāja.

Wort für Wort
pāñcālyam abhisaṃtyajya
vom Pāñcālya ablassend (Gerundium)
droṇo rathināṃ varaḥ
Droṇa, der Beste der Wagenkämpfer (Nom. Sg.)
virāṭadrupadau vṛddhau saṃgatau
die beiden vereinten Greise Virāṭa und Drupada (Akk. Dual)
dhṛṣṭadyumno dharmarājaṃ samabhyayāt
Dhṛṣṭadyumna wandte sich gegen den Dharmarāja (Nom. + Akk. + Impf.)

tataḥ pravavṛte yuddhaṃ tumulaṃ lomaharṣaṇam kaliṅgānāṃ ca samare bhīmasya ca mahātmanaḥ jagataḥ prakṣayakaraṃ ghorarūpaṃ bhayānakam

Da entbrannte zwischen den Kaliṅgas und dem hochgesinnten Bhīma im Kampf ein tosender, haarsträubender Kampf, welterschütternd, furchtbar gestaltet, schreckenerregend.

Wort für Wort
pravavṛte yuddhaṃ tumulaṃ
es entbrannte ein tosender Kampf (Impf. 3. Sg. + Nom.)
kaliṅgānāṃ bhīmasya mahātmanaḥ
zwischen den Kaliṅgas und dem hochgesinnten Bhīma (Gen. Pl./Sg.)
jagataḥ prakṣayakaraṃ
welterschütternd (Gen. + Akk. Sg.)
ghorarūpaṃ bhayānakam
furchtbar gestaltet, schreckenerregend (Akk. Sg.)

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