Kapitel 49: ekonapañcāśo 'dhyāyaḥ
Der Kampf zwischen Droṇa und Dhṛṣṭadyumna
Dhṛtarāṣṭra fragt, wie Droṇa und Dhṛṣṭadyumna im Kampf aufeinandertrafen, und äußert Verwunderung, dass der zornige Bhīṣma den Pāṇḍava (Arjuna) nicht bezwungen habe (V.1-3, SQ). Saṃjaya antwortet, Arjuna sei selbst von den Göttern unbesiegbar (V.4, SQ_OPEN) und schildert den Zweikampf zwischen Droṇa und Dhṛṣṭadyumna: Droṇa tötet dessen Wagenlenker und verwundet die Pferde (V.5-6); Dhṛṣṭadyumna verwundet Droṇa lachend mit dem Zuruf 'Bleib stehen!' (V.7, CQ); Droṇa legt einen todbringenden Pfeil an, den Dhṛṣṭadyumna standhaft zerspaltet, zum Erstaunen aller (V.8-13); ein Wurfspieß-Wechsel folgt (V.14-16); Droṇa zerschlägt wiederholt Dhṛṣṭadyumnas Bogen, dieser kämpft mit Keule und Schild weiter, wird verwundet (V.17-29); schließlich greift Dhṛṣṭadyumna mit Schild und Schwert Droṇa an, wird aber durch dessen Pfeilregen aufgehalten (V.30-34). Bhīma eilt Dhṛṣṭadyumna zu Hilfe und rettet ihn auf einen anderen Wagen (V.35-36). Duryodhana entsendet den Kaliṅga-Fürsten mit großem Heer zum Schutz Droṇas gegen Bhīma - ein neuer, gewaltiger Kampf entbrennt (V.37-40). Droṇa wendet sich derweil gegen Virāṭa und Drupada, Dhṛṣṭadyumna gegen Yudhiṣṭhira (V.39) - Übergang zum nächsten Kampfschauplatz. Ausgeschlossener Apparat-Einschub: 25d*0164_01 (kein @-Marker in diesem Kapitel). Marker-Bilanz: SQ_OPEN=2 (V.1, V.4), SQ_CLOSE=1 (V.3), CQ_OPEN=1 (V.7), CQ_CLOSE=1 (V.7).
Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚ Wie trafen Droṇa, der große Bogenschütze, und auch der Pāñcālya, der Sohn des Pṛṣata, angespannt im Kampf aufeinander? Das berichte mir, Saṃjaya.
Wort für Wort
droṇo maheṣvāsaḥ
Droṇa, der große Bogenschütze (Nom. Sg.)
pāñcālyaś ca pārṣataḥ
und der Pāñcālya, der Sohn des Pṛṣata (Nom. Sg.)
raṇe samīyatur yattau
trafen angespannt im Kampf aufeinander (Perf. 3. Dual)
tan mamācakṣva saṃjaya
das berichte mir, Saṃjaya (Imp. 2. Sg. + Vok.)
[Anm.: SQ_OPEN vor Dhṛtarāṣṭras Frage; diese läuft über V.1-3, SQ_CLOSE erst am Ende von V.3.]
bhīṣmo hi samare kruddho hanyāl lokāṃś carācarān sa kathaṃ pāṇḍavaṃ yuddhe nātarat saṃjayaujasā
Bhīṣma könnte doch, im Kampf erzürnt, die beweglichen und unbeweglichen Welten vernichten - wie kam es, dass er den Pāṇḍava im Kampf nicht mit seiner Kraft bezwang, Saṃjaya? ‘
Wort für Wort
bhīṣmo samare kruddhaḥ
Bhīṣma, im Kampf erzürnt (Nom. Sg.)
hanyāl lokāṃś carācarān
könnte die beweglichen und unbeweglichen Welten vernichten (Opt. 3. Sg.)
kathaṃ na atarat saṃjayaujasā
wie bezwang er nicht mit Kraft, Saṃjaya (Impf. 3. Sg. + Instr.)
[Anm.: SQ_CLOSE am Ende von Dhṛtarāṣṭras dreiversigem Frage-Block.]
śṛṇu rājan sthiro bhūtvā yuddham etat sudāruṇam na śakyaḥ pāṇḍavo jetuṃ devair api savāsavaiḥ
Saṃjaya sprach: ‚ Höre, o König, gefasst diesen überaus furchtbaren Kampf: Der Pāṇḍava kann nicht besiegt werden, selbst nicht von den Göttern mit Vāsava.
Wort für Wort
śṛṇu rājan sthiro bhūtvā
höre, o König, gefasst werdend (Imp. 2. Sg. + Ptz.)
yuddham etat sudāruṇam
diesen überaus furchtbaren Kampf (Akk. Sg.)
na śakyaḥ pāṇḍavo jetum
der Pāṇḍava kann nicht besiegt werden (Nom. Sg. + Inf.)
devair api savāsavaiḥ
selbst nicht von den Göttern mit Vāsava (Instr. Pl.)
[Anm.: SQ_OPEN vor Saṃjayas Antwort; bleibt bis Kapitelende offen.]
Ein gewaltiger Schrei des Entsetzens erhob sich im ganzen Heer, o Bhārata, als man sah, wie jener Pfeil vom Sohn des Bharadvāja im Kampf angelegt wurde.
Wort für Wort
hāhākāro mahān āsīt
ein gewaltiger Schrei des Entsetzens erhob sich (Nom. Sg. + Impf.)
taṃ ca dīptaṃ śaraṃ ghoram āyāntaṃ mṛtyum ātmanaḥ ciccheda śaravṛṣṭiṃ ca bhāradvāje mumoca ha
Und jenen flammenden, furchtbaren Pfeil, der als sein eigener Tod heranflog, zerspaltete er und ließ zugleich einen Pfeilregen auf den Sohn des Bharadvāja los.
Wort für Wort
dīptaṃ śaraṃ ghoram
den flammenden, furchtbaren Pfeil (Akk. Sg.)
āyāntaṃ mṛtyum ātmanaḥ
der als sein eigener Tod heranflog (Akk. Sg. Ptz.)
ciccheda
zerspaltete (Perf. 3. Sg.)
śaravṛṣṭiṃ bhāradvāje mumoca
ließ einen Pfeilregen auf den Sohn des Bharadvāja los (Akk. + Perf. 3. Sg.)
Dann überschüttete ihn, den mit zerschlagenem Bogen, der von unermesslicher Seele mit Pfeilen mit glatten Gelenken, wie eine Wolke einen Berg mit Regen überschüttet.
Wort für Wort
enaṃ chinnadhanvānaṃ
ihn, dessen Bogen zerschlagen war (Akk. Sg.)
śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ
mit Pfeilen mit glatten Gelenken (Instr. Pl.)
avākirad ameyātmā
überschüttete, der von unermesslicher Seele (Impf. 3. Sg. + Nom.)
vṛṣṭyā megha iva acalam
wie eine Wolke einen Berg mit Regen (Instr. + Nom. + Akk.)
sa cchinnadhanvā viratho hatāśvo hatasārathiḥ gadāpāṇir avārohat khyāpayan pauruṣaṃ mahat
Er, dessen Bogen zerschlagen, der wagenlos, dessen Pferde erschlagen, dessen Wagenlenker erschlagen war, stieg, die Keule in der Hand, herab und bekundete damit seine große Tatkraft.
Wort für Wort
sa cchinnadhanvā virathaḥ
er, dessen Bogen zerschlagen, ohne Wagen (Nom. Sg.)
hatāśvo hatasārathiḥ
dessen Pferde und Wagenlenker erschlagen waren (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
gadāpāṇir avārohat
stieg, die Keule in der Hand, herab (Nom. Sg. + Impf.)
Droṇa aber, der Beste der Wagenkämpfer, ließ von dem Pāñcālya ab und bekämpfte die beiden vereinten Greise Virāṭa und Drupada; Dhṛṣṭadyumna aber wandte sich im Kampf gegen den Dharmarāja.
Wort für Wort
pāñcālyam abhisaṃtyajya
vom Pāñcālya ablassend (Gerundium)
droṇo rathināṃ varaḥ
Droṇa, der Beste der Wagenkämpfer (Nom. Sg.)
virāṭadrupadau vṛddhau saṃgatau
die beiden vereinten Greise Virāṭa und Drupada (Akk. Dual)
dhṛṣṭadyumno dharmarājaṃ samabhyayāt
Dhṛṣṭadyumna wandte sich gegen den Dharmarāja (Nom. + Akk. + Impf.)
tataḥ pravavṛte yuddhaṃ tumulaṃ lomaharṣaṇam kaliṅgānāṃ ca samare bhīmasya ca mahātmanaḥ jagataḥ prakṣayakaraṃ ghorarūpaṃ bhayānakam
Da entbrannte zwischen den Kaliṅgas und dem hochgesinnten Bhīma im Kampf ein tosender, haarsträubender Kampf, welterschütternd, furchtbar gestaltet, schreckenerregend.
Wort für Wort
pravavṛte yuddhaṃ tumulaṃ
es entbrannte ein tosender Kampf (Impf. 3. Sg. + Nom.)
kaliṅgānāṃ bhīmasya mahātmanaḥ
zwischen den Kaliṅgas und dem hochgesinnten Bhīma (Gen. Pl./Sg.)