Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Bhīṣmaparva

Kapitel 99: Śoṇitanadī Die Blutstrom-Schlacht des Mittags

Zur Mittagsstunde entbrennt ein weltvernichtender Kampf zwischen Bhīṣma und den mit den Somakas verbündeten Pāṇḍava-Kriegern: Dhṛṣṭadyumna, Śikhaṇḍin, Virāṭa und Drupada greifen Bhīṣma gemeinsam an; Śikhaṇḍins Pfeile lässt Bhīṣma, seines Frau-Ursprungs eingedenk, unerwidert. Beide Heere stürmen sich zur gegenseitigen Deckung entgegen, und Saṃjaya schildert das folgende Gemetzel in der berühmten Bildsprache eines Blutstroms (mit Knochen als Ufersand, Haaren als Moos, Wagen als Teichen, Köpfen als Steinen, Elefanten als Krokodilen), den die Krieger wie die unterweltliche Vaitaraṇī überqueren. Angesichts des Grauens klagen die Kṣatriyas Duryodhana als Urheber der Vernichtung an; dieser treibt, unbeeindruckt, Bhīṣma, Droṇa, Kṛpa und Śalya zum Weiterkämpfen an. Saṃjaya schließt mit der Deutung, dass dieses Unheil letztlich Frucht des einstigen Würfelspiels sei, verursacht durch Schicksal oder Dhṛtarāṣṭras eigenes Fehlverhalten.

madhyāhne tu mahārāja saṃgrāmaḥ samapadyata lokakṣayakaro raudro bhīṣmasya saha somakaiḥ gāṅgeyo rathināṃ śreṣṭhaḥ pāṇḍavānām anīkinīm vyadhaman niśitair bāṇaiḥ śataśo 'tha sahasraśaḥ

Zur Mittagsstunde aber, o Großkönig, ereignete sich eine weltvernichtende, schreckliche Schlacht Bhīṣmas gegen die Somakas. Der Sohn der Gaṅgā, der Beste der Wagenkämpfer, zerstreute das Heer der Pāṇḍavas mit scharfen Pfeilen, zu Hunderten und Tausenden.

Wort für Wort
madhyāhne tu mahārāja saṃgrāmaḥ samapadyata
zur Mittagsstunde aber, o Großkönig, ereignete sich eine Schlacht (Lok. + Partikel + Vok. + Nom. + 3.Sg.Impf.Med. pad-)
lokakṣayakaro raudro bhīṣmasya saha somakaiḥ
eine weltvernichtende, schreckliche [Schlacht] Bhīṣmas gegen die Somakas (Nom.Bah. + Nom.Bah. + Gen. + Postp. + Instr.Pl.)
gāṅgeyo rathināṃ śreṣṭhaḥ pāṇḍavānām anīkinīm
der Sohn der Gaṅgā, der Beste der Wagenkämpfer, das Heer der Pāṇḍavas (Nom. + Gen.Pl. + Nom. + Gen.Pl. + Akk.)
vyadhaman niśitair bāṇaiḥ śataśo 'tha sahasraśaḥ
zerstreute er mit scharfen Pfeilen, zu Hunderten und Tausenden (3.Sg.Impf. dham- + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Adv. + Partikel + Adv.)

[Anm.: V.1-2 bilden eine Einheit. "saṃjaya uvāca" markiert die Fortsetzung von Saṃjayas Erzählung, ohne erneute Frage Dhṛtarāṣṭras.]

saṃmamarda ca tat sainyaṃ pitā devavratas tava dhānyānām iva lūnānāṃ prakaraṃ gogaṇā iva dhṛṣṭadyumnaḥ śikhaṇḍī ca virāṭo drupadas tathā bhīṣmam āsādya samare śarair jaghnur mahāratham

Und dein [Groß-]Vater Devavrata [Bhīṣma] zermalmte jenes Heer, wie Rinderherden einen Haufen geschnittenen Getreides. Dhṛṣṭadyumna, und Śikhaṇḍin, und Virāṭa, und ebenso Drupada, näherten sich dem großen Wagenkämpfer Bhīṣma im Kampf und trafen ihn mit Pfeilen.

Wort für Wort
saṃmamarda ca tat sainyaṃ pitā devavratas tava
und dein Vater Devavrata zermalmte jenes Heer (3.Sg.Perf. mṛd- + Partikel + Akk. + Akk. + Nom. + Nom. + Gen.)
dhānyānām iva lūnānāṃ prakaraṃ gogaṇā iva
wie Rinderherden einen Haufen geschnittenen Getreides (Gen.Pl. + Adv. + Gen.Pl. + Akk. + Nom.Pl. + Adv.)
dhṛṣṭadyumnaḥ śikhaṇḍī ca virāṭo drupadas tathā
Dhṛṣṭadyumna, und Śikhaṇḍin, und Virāṭa, und ebenso Drupada (Nom. + Nom. + Partikel + Nom. + Nom. + Adv.)
bhīṣmam āsādya samare śarair jaghnur mahāratham
näherten sich dem großen Wagenkämpfer Bhīṣma im Kampf und trafen ihn mit Pfeilen (Akk. + Ger. + Lok. + Instr.Pl. + 3.Pl.Perf. han- + Akk.)

[Anm.: V.3-4 bilden eine Einheit.]

dhṛṣṭadyumnaṃ tato viddhvā virāṭaṃ ca tribhiḥ śaraiḥ drupadasya ca nārācaṃ preṣayām āsa bhārata tena viddhā maheṣvāsā bhīṣmeṇāmitrakarśinā cukrudhuḥ samare rājan pādaspṛṣṭā ivoragāḥ

Da, nachdem er Dhṛṣṭadyumna und Virāṭa mit je drei Pfeilen durchbohrt hatte, sandte er auch gegen Drupada einen Eisenpfeil, o Bhārata. Von ihm, dem Feindebezwinger Bhīṣma, durchbohrt, gerieten jene großen Bogenschützen im Kampf in Zorn, o König, wie mit dem Fuß berührte Schlangen.

Wort für Wort
dhṛṣṭadyumnaṃ tato viddhvā virāṭaṃ ca tribhiḥ śaraiḥ
da, nachdem er Dhṛṣṭadyumna und Virāṭa mit je drei Pfeilen durchbohrt hatte (Akk. + Adv. + Ger. + Akk. + Partikel + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
drupadasya ca nārācaṃ preṣayām āsa bhārata
sandte er auch gegen Drupada einen Eisenpfeil, o Bhārata (Gen. + Partikel + Akk. + 3.Sg.Perf.Caus. iṣ- + Vok.)
tena viddhā maheṣvāsā bhīṣmeṇāmitrakarśinā
von ihm, dem Feindebezwinger Bhīṣma, durchbohrt, jene großen Bogenschützen (Instr. + Nom.Pl. + Nom.Pl. + Instr.+Nom.Bah.)
cukrudhuḥ samare rājan pādaspṛṣṭā ivoragāḥ
gerieten im Kampf in Zorn, o König, wie mit dem Fuß berührte Schlangen (3.Pl.Perf. krudh- + Lok. + Vok. + Nom.Pl. + Adv.+Nom.Pl.)

[Anm.: V.5-6 bilden eine Einheit.]

śikhaṇḍī taṃ ca vivyādha bharatānāṃ pitāmaham strīmayaṃ manasā dhyātvā nāsmai prāharad acyutaḥ

Und Śikhaṇḍin durchbohrte ihn, den Großvater der Bharatas; doch der Unfehlbare [Bhīṣma], in Gedanken erwägend, dass jener von Frauennatur sei, schlug nicht gegen ihn zurück.

Wort für Wort
śikhaṇḍī taṃ ca vivyādha bharatānāṃ pitāmaham
und Śikhaṇḍin durchbohrte ihn, den Großvater der Bharatas (Nom. + Akk. + Partikel + 3.Sg.Perf. vyadh- + Gen.Pl. + Akk.)
strīmayaṃ manasā dhyātvā nāsmai prāharad acyutaḥ
doch der Unfehlbare, in Gedanken erwägend, dass jener von Frauennatur sei, schlug nicht gegen ihn zurück (Akk. + Instr. + Ger. + Neg.+Dat. + 3.Sg.Impf. hṛ- + Nom.)

[Anm.: V.7 bildet eine Einheit. Zentrale Stelle: Bhīṣma hält sein Gelübde, Śikhaṇḍin nicht anzugreifen, auch unter direktem Beschuss ein.]

dhṛṣṭadyumnas tu samare krodhād agnir iva jvalan pitāmahaṃ tribhir bāṇair bāhvor urasi cārpayat

Dhṛṣṭadyumna aber, im Kampf vor Zorn wie Feuer lodernd, traf den Großvater mit drei Pfeilen in die Arme und die Brust.

Wort für Wort
dhṛṣṭadyumnas tu samare krodhād agnir iva jvalan
Dhṛṣṭadyumna aber, im Kampf vor Zorn wie Feuer lodernd (Nom. + Partikel + Lok. + Abl. + Nom. + Adv. + Nom.Part.)
pitāmahaṃ tribhir bāṇair bāhvor urasi cārpayat
traf den Großvater mit drei Pfeilen in die Arme und die Brust (Akk. + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Lok.Du. + Lok. + Partikel + 3.Sg.Impf.Caus. ṛ-)

[Anm.: V.8 bildet eine Einheit.]

drupadaḥ pañcaviṃśatyā virāṭo daśabhiḥ śaraiḥ śikhaṇḍī pañcaviṃśatyā bhīṣmaṃ vivyādha sāyakaiḥ so 'tividdho mahārāja bhīṣmaḥ saṃkhye mahātmabhiḥ vasante puṣpaśabalo raktāśoka ivābabhau

Drupada mit fünfundzwanzig, Virāṭa mit zehn Pfeilen, Śikhaṇḍin mit fünfundzwanzig Geschossen durchbohrte Bhīṣma. Er, Bhīṣma, von jenen Großherzigen im Kampf schwer verwundet, o Großkönig, erstrahlte wie ein roter, im Frühling mit Blüten gesprenkelter Aśoka-Baum.

Wort für Wort
drupadaḥ pañcaviṃśatyā virāṭo daśabhiḥ śaraiḥ
Drupada mit fünfundzwanzig, Virāṭa mit zehn Pfeilen (Nom. + Instr. + Nom. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
śikhaṇḍī pañcaviṃśatyā bhīṣmaṃ vivyādha sāyakaiḥ
durchbohrte Śikhaṇḍin mit fünfundzwanzig Geschossen Bhīṣma (Nom. + Instr. + Akk. + 3.Sg.Perf. vyadh- + Instr.Pl.)
so 'tividdho mahārāja bhīṣmaḥ saṃkhye mahātmabhiḥ
er, Bhīṣma, von jenen Großherzigen im Kampf schwer verwundet, o Großkönig (Nom. + Nom. + Vok. + Nom. + Lok. + Instr.Pl.)
vasante puṣpaśabalo raktāśoka ivābabhau
erstrahlte wie ein roter, im Frühling mit Blüten gesprenkelter Aśoka-Baum (Lok. + Nom.Bah. + Nom. + Adv.+3.Sg.Perf. bhā-)

[Anm.: V.9-10 bilden eine Einheit.]

tān pratyavidhyad gāṅgeyas tribhis tribhir ajihmagaiḥ drupadasya ca bhallena dhanuś ciccheda māriṣa so 'nyat kārmukam ādāya bhīṣmaṃ vivyādha pañcabhiḥ sārathiṃ ca tribhir bāṇaiḥ suśitai raṇamūrdhani

Der Sohn der Gaṅgā durchbohrte sie zur Vergeltung, jeden mit drei geraden Pfeilen, und zerschnitt mit einem breitköpfigen Pfeil Drupadas Bogen, o Verehrungswürdiger. Jener, einen anderen Bogen ergreifend, durchbohrte Bhīṣma mit fünf und dessen Wagenlenker mit drei gutgeschärften Pfeilen an der Spitze der Schlacht.

Wort für Wort
tān pratyavidhyad gāṅgeyas tribhis tribhir ajihmagaiḥ
der Sohn der Gaṅgā durchbohrte sie zur Vergeltung, jeden mit drei geraden Pfeilen (Akk.Pl. + 3.Sg.Impf. vyadh- + Nom. + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Bah.)
drupadasya ca bhallena dhanuś ciccheda māriṣa
und zerschnitt mit einem breitköpfigen Pfeil Drupadas Bogen, o Verehrungswürdiger (Gen. + Partikel + Instr. + Akk. + 3.Sg.Perf. chid- + Vok.)
so 'nyat kārmukam ādāya bhīṣmaṃ vivyādha pañcabhiḥ
jener, einen anderen Bogen ergreifend, durchbohrte Bhīṣma mit fünf [Pfeilen] (Nom. + Akk. + Akk. + Ger. + Akk. + 3.Sg.Perf. vyadh- + Instr.Pl.)
sārathiṃ ca tribhir bāṇaiḥ suśitai raṇamūrdhani
und dessen Wagenlenker mit drei gutgeschärften Pfeilen an der Spitze der Schlacht (Akk. + Partikel + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Lok.)

[Anm.: V.11-12 bilden eine Einheit.]

tato bhīmo mahārāja draupadyāḥ pañca cātmajāḥ kekayā bhrātaraḥ pañca sātyakiś caiva sātvataḥ abhyadravanta gāṅgeyaṃ yudhiṣṭhirahitepsayā rirakṣiṣantaḥ pāñcālyaṃ dhṛṣṭadyumnamukhan raṇe

Da stürmten Bhīma, o Großkönig, und die fünf Söhne der Draupadī, und die fünf Brüder der Kekayas, und Sātyaki, der Sproß der Sātvatas, aus Sorge um Yudhiṣṭhiras Wohlergehen gegen den Sohn der Gaṅgā an, in dem Bestreben, den Sohn des Pāñcāla [Dhṛṣṭadyumna] und seine Gefährten im Kampf zu schützen.

Wort für Wort
tato bhīmo mahārāja draupadyāḥ pañca cātmajāḥ
da Bhīma, o Großkönig, und die fünf Söhne der Draupadī (Adv. + Nom. + Vok. + Gen. + Nom.Pl. + Partikel + Nom.Pl.)
kekayā bhrātaraḥ pañca sātyakiś caiva sātvataḥ
und die fünf Brüder der Kekayas, und Sātyaki, der Sproß der Sātvatas (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom. + Partikel + Nom.)
abhyadravanta gāṅgeyaṃ yudhiṣṭhirahitepsayā
stürmten sie aus Sorge um Yudhiṣṭhiras Wohlergehen gegen den Sohn der Gaṅgā an (3.Pl.Impf. dru- + Akk. + Instr.)
rirakṣiṣantaḥ pāñcālyaṃ dhṛṣṭadyumnamukhan raṇe
in dem Bestreben, den Sohn des Pāñcāla und seine Gefährten im Kampf zu schützen (Nom.Pl.Part.Des. + Akk. + Akk.Bah. + Lok.)

[Anm.: V.13-14 bilden eine Einheit.]

tathaiva tāvakāḥ sarve bhīṣmarakṣārtham udyatāḥ pratyudyayuḥ pāṇḍusenāṃ sahasainyā narādhipa

Ebenso rückten alle deine [Krieger], bereit zum Schutz Bhīṣmas, mit ihren Truppen gegen das Heer der Pāṇḍu[-Seite] vor, o Herrscher der Menschen.

Wort für Wort
tathaiva tāvakāḥ sarve bhīṣmarakṣārtham udyatāḥ
ebenso alle deine [Krieger], bereit zum Schutz Bhīṣmas (Adv. + Nom.Pl. + Nom.Pl. + Akk. + Nom.Pl.)
pratyudyayuḥ pāṇḍusenāṃ sahasainyā narādhipa
rückten sie mit ihren Truppen gegen das Heer der Pāṇḍu[-Seite] vor, o Herrscher der Menschen (3.Pl.Perf. yā- + Akk. + Nom.Pl.Bah. + Vok.)

[Anm.: V.15 bildet eine Einheit.]

tatrāsīt sumahad yuddhaṃ tava teṣāṃ ca saṃkulam narāśvarathanāgānāṃ yamarāṣṭravivardhanam

Dort gab es eine sehr große, chaotische Schlacht zwischen deinen [Kriegern] und ihren, von Menschen, Pferden, Wagen und Elefanten, die das Reich Yamas anwachsen ließ.

Wort für Wort
tatrāsīt sumahad yuddhaṃ tava teṣāṃ ca saṃkulam
dort gab es eine sehr große, chaotische Schlacht zwischen deinen [Kriegern] und ihren (Adv.+3.Sg.Impf. as- + Nom. + Nom. + Gen. + Gen.Pl. + Partikel + Nom.)
narāśvarathanāgānāṃ yamarāṣṭravivardhanam
von Menschen, Pferden, Wagen und Elefanten, die das Reich Yamas anwachsen ließ (Gen.Pl.Bah. + Nom.Bah.)

[Anm.: V.16 bildet eine Einheit.]

rathī rathinam āsādya prāhiṇod yamasādanam tathetarān samāsādya naranāgāśvasādinaḥ anayan paralokāya śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ astraiś ca vividhair ghorais tatra tatra viśāṃ pate

Wagenkämpfer, auf Wagenkämpfer treffend, sandte ihn in die Wohnstatt Yamas; ebenso, auf andere treffend, Reiter von Menschen, Elefanten und Pferden, führten sie diese mit Pfeilen von glatten Gelenken und mit mannigfaltigen schrecklichen Waffen hier und dort in die andere Welt, o Herr der Völker.

Wort für Wort
rathī rathinam āsādya prāhiṇod yamasādanam
Wagenkämpfer, auf Wagenkämpfer treffend, sandte ihn in die Wohnstatt Yamas (Nom. + Akk. + Ger. + 3.Sg.Impf. hi- + Akk.)
tathetarān samāsādya naranāgāśvasādinaḥ
ebenso, auf andere treffend, Reiter von Menschen, Elefanten und Pferden (Adv.+Akk.Pl. + Ger. + Akk.Pl.)
anayan paralokāya śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ
führten sie diese mit Pfeilen von glatten Gelenken in die andere Welt (3.Pl.Impf. nī- + Dat. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Bah.)
astraiś ca vividhair ghorais tatra tatra viśāṃ pate
und mit mannigfaltigen schrecklichen Waffen hier und dort, o Herr der Völker (Instr.Pl. + Partikel + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Adv. + Adv. + Gen.Pl. + Vok.)

[Anm.: V.17-18 bilden eine Einheit.]

rathāś ca rathibhir hīnā hatasārathayas tathā vipradrutāśvāḥ samare diśo jagmuḥ samantataḥ

Und Wagen, ihrer Wagenkämpfer beraubt, und ebenso ihrer Wagenlenker beraubt, mit davonrennenden Pferden, fuhren im Kampf nach allen Seiten davon.

Wort für Wort
rathāś ca rathibhir hīnā hatasārathayas tathā
und Wagen, ihrer Wagenkämpfer beraubt, und ebenso ihrer Wagenlenker beraubt (Nom.Pl. + Partikel + Instr.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.Bah. + Adv.)
vipradrutāśvāḥ samare diśo jagmuḥ samantataḥ
mit davonrennenden Pferden fuhren sie im Kampf nach allen Seiten davon (Nom.Pl.Bah. + Lok. + Akk.Pl. + 3.Pl.Perf. gam- + Adv.)

[Anm.: V.19 bildet eine Einheit.]

mardamānā narān rājan hayāṃś ca subahūn raṇe vātāyamānā dṛśyante gandharvanagaropamāḥ

Menschen und sehr viele Pferde im Kampf zertretend, wie der Wind dahinjagend, wurden sie gesehen, einer Gandharva-Stadt [Luftspiegelung] gleichend, o König.

Wort für Wort
mardamānā narān rājan hayāṃś ca subahūn raṇe
Menschen und sehr viele Pferde im Kampf zertretend, o König (Nom.Pl.Part. + Akk.Pl. + Vok. + Akk.Pl. + Partikel + Akk.Pl. + Lok.)
vātāyamānā dṛśyante gandharvanagaropamāḥ
wie der Wind dahinjagend, wurden sie gesehen, einer Gandharva-Stadt gleichend (Nom.Pl.Part. + 3.Pl.Präs.Pass. dṛś- + Nom.Pl.Bah.)

[Anm.: V.20 bildet eine Einheit.]

rathinaś ca rathair hīnā varmiṇas tejasā yutāḥ kuṇḍaloṣṇīṣiṇaḥ sarve niṣkāṅgadavibhūṣitāḥ devaputrasamā rūpe śaurye śakrasamā yudhi ṛddhyā vaiśravaṇaṃ cāti nayena ca bṛhaspatim

Und Wagenkämpfer, ihrer Wagen beraubt, geharnischt, mit Glanz ausgestattet, alle mit Ohrringen und Turbanen, mit Halsketten und Armreifen geschmückt, an Gestalt Göttersöhnen gleich, an Tapferkeit im Kampf Śakra [Indra] gleich, an Reichtum sogar Vaiśravaṇa [Kubera] und an Klugheit Bṛhaspati übertreffend,

Wort für Wort
rathinaś ca rathair hīnā varmiṇas tejasā yutāḥ
und Wagenkämpfer, ihrer Wagen beraubt, geharnischt, mit Glanz ausgestattet (Nom.Pl. + Partikel + Instr.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.Bah. + Instr. + Nom.Pl.)
kuṇḍaloṣṇīṣiṇaḥ sarve niṣkāṅgadavibhūṣitāḥ
alle mit Ohrringen und Turbanen, mit Halsketten und Armreifen geschmückt (Nom.Pl.Bah. + Nom.Pl. + Nom.Pl.Bah.)
devaputrasamā rūpe śaurye śakrasamā yudhi
an Gestalt Göttersöhnen gleich, an Tapferkeit im Kampf Śakra gleich (Nom.Pl.Bah. + Lok. + Lok. + Nom.Pl.Bah. + Lok.)
ṛddhyā vaiśravaṇaṃ cāti nayena ca bṛhaspatim
an Reichtum sogar Vaiśravaṇa und an Klugheit Bṛhaspati übertreffend (Instr. + Akk. + Partikel + Adv. + Instr. + Partikel + Akk.)

[Anm.: V.21-22 bilden eine Einheit.]

sarvalokeśvarāḥ śūrās tatra tatra viśāṃ pate vipradrutā vyadṛśyanta prākṛtā iva mānavāḥ

die heldenhaften Herren aller Länder, o Herr der Völker, wurden hier und dort fliehend gesehen, wie gewöhnliche Menschen.

Wort für Wort
sarvalokeśvarāḥ śūrās tatra tatra viśāṃ pate
die heldenhaften Herren aller Länder, o Herr der Völker (Nom.Pl.Bah. + Nom.Pl. + Adv. + Adv. + Gen.Pl. + Vok.)
vipradrutā vyadṛśyanta prākṛtā iva mānavāḥ
wurden fliehend gesehen, wie gewöhnliche Menschen (Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.Pass. dṛś- + Nom.Pl. + Adv. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.23 bildet eine Einheit; Abschluss der in V.21-23 beschriebenen Szene der fliehenden Fürsten.]

dantinaś ca naraśreṣṭha vihīnā varasādibhiḥ mṛdnantaḥ svāny anīkāni saṃpetuḥ sarvaśabdagāḥ

Und Elefanten, o Bester der Männer, ihrer vorzüglichen Lenker beraubt, ihre eigenen Truppen zertretend, stürzten sich, jeden erdenklichen Laut [ausstoßend], [umher].

Wort für Wort
dantinaś ca naraśreṣṭha vihīnā varasādibhiḥ
und Elefanten, o Bester der Männer, ihrer vorzüglichen Lenker beraubt (Nom.Pl. + Partikel + Vok. + Nom.Pl. + Instr.Pl.)
mṛdnantaḥ svāny anīkāni saṃpetuḥ sarvaśabdagāḥ
ihre eigenen Truppen zertretend, stürzten sich, jeden erdenklichen Laut [ausstoßend], umher (Nom.Pl.Part. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + 3.Pl.Perf. pat- + Nom.Pl.Bah.)

[Anm.: V.24 bildet eine Einheit.]

varmabhiś cāmaraiś chatraiḥ patākābhiś ca māriṣa kakṣyābhir atha tottraiś ca ghaṇṭābhis tomarais tathā viśīrṇair vipradhāvanto dṛśyante sma diśo daśa nagameghapratīkāśair jaladodayanisvanaiḥ

Mit Rüstungen, und Yak-Schweifwedeln, und Schirmen, und Fahnen, o Verehrungswürdiger, und mit Sattelgurten, und Stachelstöcken, und Glocken, und Lanzen, verstreut, wurden sie sichtbar, in die zehn Himmelsrichtungen davonlaufend, wie Berge oder Wolken aussehend, mit dem Getöse aufziehender Regenwolken.

Wort für Wort
varmabhiś cāmaraiś chatraiḥ patākābhiś ca māriṣa
mit Rüstungen, und Yak-Schweifwedeln, und Schirmen, und Fahnen, o Verehrungswürdiger (Instr.Pl. + Partikel + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Partikel + Vok.)
kakṣyābhir atha tottraiś ca ghaṇṭābhis tomarais tathā
und mit Sattelgurten, und Stachelstöcken, und Glocken, und Lanzen (Instr.Pl. + Adv. + Instr.Pl. + Partikel + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Adv.)
viśīrṇair vipradhāvanto dṛśyante sma diśo daśa
verstreut, davonlaufend, wurden sie sichtbar in die zehn Himmelsrichtungen (Instr.Pl. + Nom.Pl.Part. + 3.Pl.Präs.Pass. dṛś- + Partikel + Akk.Pl. + Akk.)
nagameghapratīkāśair jaladodayanisvanaiḥ
wie Berge oder Wolken aussehend, mit dem Getöse aufziehender Regenwolken (Instr.Pl.Bah. + Instr.Pl.Bah.)

[Anm.: V.25-26 bilden eine Einheit.]

tathaiva dantibhir hīnān gajārohān viśāṃ pate pradhāvanto 'nvapaśyāma tava teṣāṃ ca saṃkule nānādeśasamutthāṃś ca turagān hemabhūṣitān vātāyamānān adrākṣaṃ śataśo 'tha sahasraśaḥ

Ebenso sahen wir, wie Elefantenreiter, ihrer Elefanten beraubt, im Gewühl deiner und ihrer [Truppen] umherliefen, o Herr der Völker. Und ich sah goldgeschmückte, aus verschiedenen Ländern stammende Pferde, wie der Wind dahinjagend, zu Hunderten und Tausenden.

Wort für Wort
tathaiva dantibhir hīnān gajārohān viśāṃ pate
ebenso Elefantenreiter, ihrer Elefanten beraubt, o Herr der Völker (Adv. + Instr.Pl. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Gen.Pl. + Vok.)
pradhāvanto 'nvapaśyāma tava teṣāṃ ca saṃkule
sahen wir umherlaufen im Gewühl deiner und ihrer [Truppen] (Nom.Pl.Part. + 1.Pl.Impf. dṛś- + Gen. + Gen.Pl. + Partikel + Lok.)
nānādeśasamutthāṃś ca turagān hemabhūṣitān
und goldgeschmückte, aus verschiedenen Ländern stammende Pferde (Akk.Pl.Bah. + Partikel + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
vātāyamānān adrākṣaṃ śataśo 'tha sahasraśaḥ
sah ich, wie der Wind dahinjagend, zu Hunderten und Tausenden (Akk.Pl.Part. + 1.Sg.Impf. dṛś- + Adv. + Partikel + Adv.)

[Anm.: V.27-28 bilden eine Einheit.]

aśvārohān hatair aśvair gṛhītāsīn samantataḥ dravamāṇān apaśyāma drāvyamāṇāṃś ca saṃyuge

Wir sahen Reiter, deren Pferde getötet waren, mit gezücktem Schwert nach allen Seiten, umherlaufend und in der Begegnung in die Flucht geschlagen.

Wort für Wort
aśvārohān hatair aśvair gṛhītāsīn samantataḥ
Reiter, deren Pferde getötet waren, mit gezücktem Schwert nach allen Seiten (Akk.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Akk.Pl. + Adv.)
dravamāṇān apaśyāma drāvyamāṇāṃś ca saṃyuge
sahen wir umherlaufen und in der Begegnung in die Flucht geschlagen (Akk.Pl.Part. + 1.Pl.Impf. dṛś- + Akk.Pl.Part. + Partikel + Lok.)

[Anm.: V.29a,c bildet eine Einheit. Der Apparatuseinschub 29d*0393_01/02 ("tato 'ntare mahārāja bhīmasenaḥ pratāpavān / cakāra sumahad yuddhaṃ mahāghoraṃ bhayānakam" – "da führte inzwischen, o Großkönig, der mächtige Bhīmasena eine sehr große, äußerst schreckliche, furchtbare Schlacht") wird ausgelassen; sein Inhalt entspricht dem in Kap.98 bereits ausführlich geschilderten Elefantenkampf.]

gajo gajaṃ samāsādya dravamāṇaṃ mahāraṇe yayau vimṛdnaṃs tarasā padātīn vājinas tathā tathaiva ca rathān rājan saṃmamarda raṇe gajaḥ rathaś caiva samāsādya padātiṃ turagaṃ tathā

Ein Elefant, auf einen fliehenden Elefanten treffend, in der großen Schlacht, zog weiter, mit Wucht Fußsoldaten und ebenso Pferde zertretend. Und ebenso zermalmte ein Elefant im Kampf Wagen, o König; und ein Wagen, [auf sie] treffend, [zermalmte] ebenso Fußsoldaten und Pferde.

Wort für Wort
gajo gajaṃ samāsādya dravamāṇaṃ mahāraṇe
ein Elefant, auf einen fliehenden Elefanten treffend, in der großen Schlacht (Nom. + Akk. + Ger. + Akk. + Lok.)
yayau vimṛdnaṃs tarasā padātīn vājinas tathā
zog weiter, mit Wucht Fußsoldaten und ebenso Pferde zertretend (3.Sg.Perf. yā- + Nom.Part. + Instr. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Adv.)
tathaiva ca rathān rājan saṃmamarda raṇe gajaḥ
und ebenso zermalmte ein Elefant im Kampf Wagen, o König (Adv. + Partikel + Akk.Pl. + Vok. + 3.Sg.Perf. mṛd- + Lok. + Nom.)
rathaś caiva samāsādya padātiṃ turagaṃ tathā
und ein Wagen, [auf sie] treffend, ebenso Fußsoldaten und Pferde (Nom. + Partikel + Ger. + Akk. + Akk. + Adv.)

[Anm.: V.30-31 bilden eine Einheit. Der Apparatuseinschub 30d*0394_01 ("aśvān aśvaiś ca saṃmardya rathaiś ca rathinas tathā" – "und Pferde mit Pferden zermalmend, und ebenso Wagenkämpfer mit Wagen") wird ausgelassen.]

vyamṛdnāt samare rājaṃs turagāṃś ca narān raṇe evaṃ te bahudhā rājan pramṛdnantaḥ parasparam

zermalmte im Kampf, o König, Pferde und Menschen in der Begegnung. So zermalmten sie sich, o König, auf vielfache Weise gegenseitig.

Wort für Wort
vyamṛdnāt samare rājaṃs turagāṃś ca narān raṇe
zermalmte im Kampf, o König, Pferde und Menschen in der Begegnung (3.Sg.Impf. mṛd- + Lok. + Vok. + Akk.Pl. + Partikel + Akk.Pl. + Lok.)
evaṃ te bahudhā rājan pramṛdnantaḥ parasparam
so zermalmten sie sich, o König, auf vielfache Weise gegenseitig (Adv. + Nom.Pl. + Adv. + Vok. + Nom.Pl.Part. + Akk.)

[Anm.: V.32a,c bildet eine Einheit. Der Apparatuseinschub 32d*0395_01 ("dṛśyante sma mahābāho tatra tatra mahābalāḥ" – "die Mächtigen wurden dort und dort gesehen, o Starkarmiger") wird ausgelassen.]

tasmin raudre tathā yuddhe vartamāne mahābhaye prāvartata nadī ghorā śoṇitāntrataraṅgiṇī asthisaṃcayasaṃghāṭā keśaśaivalaśādvalā rathahradā śarāvartā hayamīnā durāsadā

Als jene schreckliche, überaus furchterregende Schlacht so im Gange war, entstand ein schrecklicher Strom, mit Wellen aus Blut und Eingeweiden, mit Anhäufungen von Knochen als Sandbänken, mit Haaren als Moos und Wiesengras, mit Wagen als Teichen, mit Pfeilen als Strudeln, mit Pferden als Fischen, unnahbar,

Wort für Wort
tasmin raudre tathā yuddhe vartamāne mahābhaye
als jene schreckliche, überaus furchterregende Schlacht so im Gange war (Lok. + Lok. + Adv. + Lok. + Lok. + Lok.)
prāvartata nadī ghorā śoṇitāntrataraṅgiṇī
entstand ein schrecklicher Strom, mit Wellen aus Blut und Eingeweiden (3.Sg.Impf.Med. vṛt- + Nom. + Nom. + Nom.Bah.)
asthisaṃcayasaṃghāṭā keśaśaivalaśādvalā
mit Anhäufungen von Knochen als Sandbänken, mit Haaren als Moos und Wiesengras (Nom.Bah. + Nom.Bah.)
rathahradā śarāvartā hayamīnā durāsadā
mit Wagen als Teichen, mit Pfeilen als Strudeln, mit Pferden als Fischen, unnahbar (Nom.Bah. + Nom.Bah. + Nom.Bah. + Nom.)

[Anm.: V.33-34 bilden eine Einheit. Beginn der berühmten Blutstrom-Bildrede.]

śīrṣopalasamākīrṇā hastigrāhasamākulā kavacoṣṇīṣaphenāḍhyā dhanurdvīpāsikacchapā patākādhvajavṛkṣāḍhyā martyakūlāpahāriṇī kravyādasaṃghasaṃkīrṇā yamarāṣṭravivardhinī

übersät mit Köpfen als Steinen, gedrängt voll mit Elefanten als Krokodilen, reich an Schaum aus Rüstungen und Turbanen, mit Bögen als Inseln und Schwertern als Schildkröten, reich an Fahnen und Bannern als Bäumen, Sterbliche als Ufer fortreißend, angefüllt mit Scharen von Fleischfressern, das Reich Yamas anwachsen lassend.

Wort für Wort
śīrṣopalasamākīrṇā hastigrāhasamākulā
übersät mit Köpfen als Steinen, gedrängt voll mit Elefanten als Krokodilen (Nom. + Nom.)
kavacoṣṇīṣaphenāḍhyā dhanurdvīpāsikacchapā
reich an Schaum aus Rüstungen und Turbanen, mit Bögen als Inseln und Schwertern als Schildkröten (Nom.Bah. + Nom.Bah.)
patākādhvajavṛkṣāḍhyā martyakūlāpahāriṇī
reich an Fahnen und Bannern als Bäumen, Sterbliche als Ufer fortreißend (Nom.Bah. + Nom.)
kravyādasaṃghasaṃkīrṇā yamarāṣṭravivardhinī
angefüllt mit Scharen von Fleischfressern, das Reich Yamas anwachsen lassend (Nom. + Nom.)

[Anm.: V.35a,c-36 bilden eine Einheit; Fortsetzung der Blutstrom-Bildrede. Der Apparatuseinschub 35d*0396_01 ("śaṅkhacakraughasaṃpūrṇā chatrakūrmā rathoḍupā" – "voll von Massen von Muschelhörnern und Diskusscheiben, mit Schirmen als Schildkröten, mit Wagen als Flößen") wird ausgelassen.]

tāṃ nadīṃ kṣatriyāḥ śūrā hayanāgarathaplavaiḥ praterur bahavo rājan bhayaṃ tyaktvā mahāhave apovāha raṇe bhīrūn kaśmalenābhisaṃvṛtān yathā vaitaraṇī pretān pretarājapuraṃ prati

Jenen Strom überquerten viele heldenhafte Kṣatriyas, o König, mit Pferden, Elefanten und Wagen als Boote, indem sie in der großen Schlacht die Furcht ablegten. Er trug im Kampf die Furchtsamen fort, die von Ohnmacht überwältigt waren, so wie die Vaitaraṇī die Toten zur Stadt des Königs der Toten trägt.

Wort für Wort
tāṃ nadīṃ kṣatriyāḥ śūrā hayanāgarathaplavaiḥ
jenen Strom heldenhafte Kṣatriyas, mit Pferden, Elefanten und Wagen als Boote (Akk. + Akk. + Nom.Pl. + Nom.Pl. + Instr.Pl.Bah.)
praterur bahavo rājan bhayaṃ tyaktvā mahāhave
überquerten viele, o König, indem sie in der großen Schlacht die Furcht ablegten (3.Pl.Perf. tṝ- + Nom.Pl. + Vok. + Akk. + Ger. + Lok.)
apovāha raṇe bhīrūn kaśmalenābhisaṃvṛtān
er trug im Kampf die Furchtsamen fort, die von Ohnmacht überwältigt waren (3.Sg.Impf. vah- + Lok. + Akk.Pl. + Instr.+Akk.Pl.)
yathā vaitaraṇī pretān pretarājapuraṃ prati
so wie die Vaitaraṇī die Toten zur Stadt des Königs der Toten trägt (Adv. + Nom. + Akk.Pl. + Akk. + Postp.)

[Anm.: V.37-38 bilden eine Einheit; Abschluss der Blutstrom-Bildrede mit dem Vergleich zum unterweltlichen Fluss Vaitaraṇī.]

prākrośan kṣatriyās tatra dṛṣṭvā tad vaiśasaṃ mahat duryodhanāparādhena kṣayaṃ gacchanti kauravāḥ

Die Kṣatriyas riefen dort, jenes große Verhängnis sehend, laut: „Durch Duryodhanas Vergehen gehen die Kauravas dem Untergang entgegen!

Wort für Wort
prākrośan kṣatriyās tatra dṛṣṭvā tad vaiśasaṃ mahat
die Kṣatriyas riefen dort, jenes große Verhängnis sehend, laut (3.Pl.Impf. krand- + Nom.Pl. + Adv. + Ger. + Akk. + Akk. + Akk.)
duryodhanāparādhena kṣayaṃ gacchanti kauravāḥ
'durch Duryodhanas Vergehen gehen die Kauravas dem Untergang entgegen (Instr. + Akk. + 3.Pl.Präs. gam- + Nom.Pl.)

[Anm.: V.39 bildet eine Einheit. CQ_OPEN eröffnet die kollektive, direkt zitierte Klage der Kṣatriyas.]

guṇavatsu kathaṃ dveṣaṃ dhārtarāṣṭro janeśvaraḥ kṛtavān pāṇḍuputreṣu pāpātmā lobhamohitaḥ

Wie konnte der bösgesinnte, von Gier verblendete Sohn des Dhṛtarāṣṭra, der Herr der Menschen, Hass gegen die tugendhaften Söhne des Pāṇḍu hegen?“

Wort für Wort
guṇavatsu kathaṃ dveṣaṃ dhārtarāṣṭro janeśvaraḥ
'wie konnte der Sohn des Dhṛtarāṣṭra, der Herr der Menschen, Hass gegen die Tugendhaften (Lok.Pl. + Adv. + Akk. + Nom. + Nom.)
kṛtavān pāṇḍuputreṣu pāpātmā lobhamohitaḥ
hegen, gegen die Söhne des Pāṇḍu, der bösgesinnte, von Gier verblendete (Nom.Part.Perf. + Lok.Pl. + Nom.Bah. + Nom.Bah.)'"

[Anm.: V.40 bildet eine Einheit. CQ_CLOSE beendet die Klage der Kṣatriyas.]

evaṃ bahuvidhā vācaḥ śrūyante smātra bhārata pāṇḍavastavasaṃyuktāḥ putrāṇāṃ te sudāruṇāḥ

So wurden dort, o Bhārata, vielfältige, überaus grausige Worte über deine Söhne gehört, verbunden mit Lob der Pāṇḍavas.

Wort für Wort
evaṃ bahuvidhā vācaḥ śrūyante smātra bhārata
so wurden dort, o Bhārata, vielfältige Worte gehört (Adv. + Nom.Pl. + Nom.Pl. + 3.Pl.Präs.Pass. śru- + Partikel+Adv. + Vok.)
pāṇḍavastavasaṃyuktāḥ putrāṇāṃ te sudāruṇāḥ
über deine Söhne, verbunden mit Lob der Pāṇḍavas, überaus grausige (Nom.Pl.Bah. + Gen.Pl. + Gen. + Nom.Pl.Bah.)

[Anm.: V.41 bildet eine Einheit; Saṃjayas erzählerischer Kommentar zu den gehörten Klagen.]

tā niśamya tadā vācaḥ sarvayodhair udāhṛtāḥ āgaskṛt sarvalokasya putro duryodhanas tava bhīṣmaṃ droṇaṃ kṛpaṃ caiva śalyaṃ covāca bhārata yudhyadhvam anahaṃkārāḥ kiṃ ciraṃ kurutheti ca

Als er dann jene von allen Kriegern geäußerten Worte gehört hatte, sprach dein Sohn Duryodhana, der Übeltäter an der ganzen Welt, zu Bhīṣma, Droṇa, Kṛpa und Śalya, o Bhārata: „Kämpft, ohne Überheblichkeit! Warum zögert ihr so lange?“

Wort für Wort
tā niśamya tadā vācaḥ sarvayodhair udāhṛtāḥ
als er dann jene von allen Kriegern geäußerten Worte gehört hatte (Akk.Pl. + Ger. + Adv. + Akk.Pl. + Instr.Pl. + Akk.Pl.)
āgaskṛt sarvalokasya putro duryodhanas tava
dein Sohn Duryodhana, der Übeltäter an der ganzen Welt (Nom. + Gen. + Nom. + Nom. + Gen.)
bhīṣmaṃ droṇaṃ kṛpaṃ caiva śalyaṃ covāca bhārata
sprach zu Bhīṣma, Droṇa, Kṛpa und Śalya, o Bhārata (Akk. + Akk. + Akk. + Partikel + Akk. + Partikel + 3.Sg.Perf. vac- + Vok.)
yudhyadhvam anahaṃkārāḥ kiṃ ciraṃ kurutheti ca
'kämpft, ohne Überheblichkeit! Warum zögert ihr so lange?' (Impv.Med. yudh- + Nom.Pl.Bah. + Adv. + Adv. + 2.Pl.Präs. kṛ- + Partikel + Partikel)

[Anm.: V.42-43a,c bilden eine Einheit. CQ_OPEN eröffnet Duryodhanas kurze Ansprache; das Sanskrit-"iti" am Versende markiert selbst das Zitatende und wird nicht gesondert übersetzt. Der Apparatuseinschub 43d*0397_01 ("iti duryodhanotsṛṣṭāḥ sarve yuyudhire nṛpāḥ" – "so von Duryodhana angetrieben, kämpften alle Könige") wird ausgelassen.]

tataḥ pravavṛte yuddhaṃ kurūṇāṃ pāṇḍavaiḥ saha akṣadyūtakṛtaṃ rājan sughoraṃ vaiśasaṃ tadā yat purā na nigṛhṇīṣe vāryamāṇo mahātmabhiḥ vaicitravīrya tasyedaṃ phalaṃ paśya tathāvidham

Da brach eine Schlacht zwischen den Kurus und den Pāṇḍavas los, o König, ein überaus schreckliches, durch das Würfelspiel verursachtes Verhängnis. Was du einst, obwohl von Großherzigen davon abgehalten, nicht unterbunden hast, o Sohn der Vicitravīrya – sieh nun diese seine Frucht von solcher Art.

Wort für Wort
tataḥ pravavṛte yuddhaṃ kurūṇāṃ pāṇḍavaiḥ saha
da brach eine Schlacht zwischen den Kurus und den Pāṇḍavas los (Adv. + 3.Sg.Impf.Med. vṛt- + Nom. + Gen.Pl. + Instr.Pl. + Postp.)
akṣadyūtakṛtaṃ rājan sughoraṃ vaiśasaṃ tadā
ein überaus schreckliches, durch das Würfelspiel verursachtes Verhängnis, o König, damals (Nom. + Vok. + Nom. + Nom. + Adv.)
yat purā na nigṛhṇīṣe vāryamāṇo mahātmabhiḥ
was du einst, obwohl von Großherzigen davon abgehalten, nicht unterbunden hast (Akk. + Adv. + Neg. + 2.Sg.Präs.Med. grah- + Nom. + Instr.Pl.)
vaicitravīrya tasyedaṃ phalaṃ paśya tathāvidham
o Sohn der Vicitravīrya, sieh nun diese seine Frucht von solcher Art (Vok. + Gen.+Akk. + Akk. + Impv. dṛś- + Akk.)

[Anm.: V.44-45 bilden eine Einheit.]

na hi pāṇḍusutā rājan sasainyāḥ sapadānugāḥ rakṣanti samare prāṇān kauravā vā viśāṃ pate etasmāt kāraṇād ghoro vartate sma janakṣayaḥ daivād vā puruṣavyāghra tava cāpanayān nṛpa

Denn weder die Söhne des Pāṇḍu, o König, samt ihren Truppen und Gefolgsleuten, noch die Kauravas, o Herr der Völker, schonen im Kampf ihr Leben. Aus diesem Grund geschieht diese schreckliche Vernichtung der Menschen – sei es durch das Schicksal, o Tiger unter den Männern, oder durch dein eigenes Fehlverhalten, o König.

Wort für Wort
na hi pāṇḍusutā rājan sasainyāḥ sapadānugāḥ
denn weder die Söhne des Pāṇḍu, o König, samt ihren Truppen und Gefolgsleuten (Neg. + Partikel + Nom.Pl. + Vok. + Nom.Pl.Bah. + Nom.Pl.Bah.)
rakṣanti samare prāṇān kauravā vā viśāṃ pate
noch die Kauravas schonen im Kampf ihr Leben, o Herr der Völker (3.Pl.Präs. rakṣ- + Lok. + Akk.Pl. + Nom.Pl. + Partikel + Gen.Pl. + Vok.)
etasmāt kāraṇād ghoro vartate sma janakṣayaḥ
aus diesem Grund geschieht diese schreckliche Vernichtung der Menschen (Abl. + Abl. + Nom. + 3.Sg.Präs.Med. vṛt- + Partikel + Nom.)
daivād vā puruṣavyāghra tava cāpanayān nṛpa
sei es durch das Schicksal, o Tiger unter den Männern, oder durch dein eigenes Fehlverhalten, o König (Abl. + Partikel + Vok. + Gen. + Partikel + Abl. + Vok.)

[Anm.: V.46-47 bilden eine Einheit; Kapitelende mit Saṃjayas abschließender Deutung. Der Apparatuseinschub 46b*0398_01/02/03 ("ayudhyanta mahāraṅge madhyaṃ prāpte divākare / sātyakiḥ kṛtavarmāṇaṃ viddhvā pañcabhir āyasaiḥ / nākampayata śaineyo satyavān satyakovidaḥ" – "sie kämpften im großen Kampfplatz, als die Sonne den Zenit erreicht hatte; Sātyaki, nachdem er Kṛtavarman mit fünf Eisenpfeilen durchbohrt hatte, der wahrhaftige, wahrheitskundige Sohn des Śini, brachte ihn nicht ins Wanken") wird ausgelassen. Kap.100 setzt mit "saṃjaya uvāca" fort.]

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