Kapitel 57: abhimanyuprabhāvo dhṛṣṭadyumnaparākramaś ca
Abhimanyus Kampf gegen fünf Krieger und Dhṛṣṭadyumnas Sieg über den Sohn des Sāṃyamani
36 Verse, reine Fortsetzung von Saṃjayas seit Kap.55 V.3 offener Rede bis V.36, wo sie schließt (SQ_CLOSE), da Kap.58 mit einer neuen echten Dhṛtarāṣṭra-Frage beginnt. Marker-Bilanz: SQ_OPEN=0, SQ_CLOSE=1, CQ_OPEN=0, CQ_CLOSE=0. Inhalt: Abhimanyu kämpft allein gegen fünf Krieger (Aśvatthāman, Bhūriśravas, Śalya, Citrasena, Sohn des Sāṃyamani); Arjuna und Abhimanyu werden von 35000 Trigartas/Madras/Kekayas umzingelt; Dhṛṣṭadyumna greift ein, tötet Kṛtavarmans Ross und Damana, wird vom Sohn des Sāṃyamani verwundet, tötet diesen im Duell mit der Keule; Sāṃyamani (der Vater) und Śalya greifen daraufhin Dhṛṣṭadyumna zornentbrannt an.
Saṃjaya sprach: Droṇis Sohn, Bhūriśravas, Śalya und Citrasena, o Verehrungswürdiger, sowie der Sohn des Sāṃyamani kämpften gemeinsam gegen den Sohn der Subhadrā.
Wort für Wort
drauṇir bhūriśravāḥ śalyaś citrasenaś ca māriṣa
Droṇis Sohn, Bhūriśravas, Śalya und Citrasena, o Verehrungswürdiger (Nom. Reihe + Vok.)
putraḥ sāṃyamaneś caiva saubhadraṃ samayodhayan
und der Sohn des Sāṃyamani kämpften gegen den Sohn der Subhadrā (Nom. + Gen. + Akk. + Impf.)
[Anm.: reine Fortsetzung von Saṃjayas seit Kap.55 V.3 offener Rede - kein neuer Marker. „Sāṃyamani“ ist die im Folgenden für einen sonst nicht näher identifizierten Kaurava-Krieger verwendete Bezeichnung (später als 'Fürst, großer Wagenkämpfer' bezeichnet, V.32), dessen Sohn (V.21ff.) von Dhṛṣṭadyumna getötet wird; Identität unsicher [?].]
nābhilakṣyatayā kaś cin na śaurye na parākrame babhūva sadṛśaḥ kārṣṇer nāstre nāpi ca lāghave
Keiner von ihnen war Kṛṣṇās Sohn ebenbürtig, weder an Auszeichnung [?], noch an Tapferkeit, noch an Kühnheit, noch an Waffenkunst, noch an Behändigkeit.
Wort für Wort
nābhilakṣyatayā kaś cin na śaurye na parākrame
keiner an Auszeichnung, noch an Tapferkeit, noch an Kühnheit (Instr. + Nom. + Lok. + Lok.)
babhūva sadṛśaḥ kārṣṇer nāstre nāpi ca lāghave
war Kṛṣṇās Sohn ebenbürtig, weder an Waffenkunst noch an Behändigkeit (Perf. + Nom. + Gen. + Lok. + Lok.)
[Anm.: „abhilakṣyatā“ unsicher gedeutet als 'Auszeichnung/Ansehen', mit [?] markiert.]
bhūriśravāś ca śalyaś ca drauṇiḥ sāṃyamaniḥ śalaḥ nābhyavartanta saṃrabdhāḥ kārṣṇer bāhubalāśrayāt
Bhūriśravas, Śalya, Droṇis Sohn, der Sohn des Sāṃyamani und Śala vermochten, so ergrimmt sie waren, der Kraft von Kṛṣṇās Sohnes Armen nicht standzuhalten.
Wort für Wort
bhūriśravāś ca śalyaś ca drauṇiḥ sāṃyamaniḥ śalaḥ
Bhūriśravas, Śalya, Droṇis Sohn, der Sohn des Sāṃyamani und Śala (Nom. Reihe)
nābhyavartanta saṃrabdhāḥ kārṣṇer bāhubalāśrayāt
vermochten, ergrimmt, nicht standzuhalten der Kraft von Kṛṣṇās Sohnes Armen (Impf. + Nom. + Gen. + Abl.)
[Anm.: „śalaḥ“ hier möglicherweise eigenständiger fünfter Name (evtl. Beiname des Citrasena aus V.1, oder Textvariante zu „śalyaḥ“) [?]; „sāṃyamaniḥ“ steht hier verkürzt für den in V.1 als 'Sohn des Sāṃyamani' eingeführten Krieger.]
die vorzüglichsten Kenner der Bogenkunst, von Feinden im Kampf unbesiegbar, umringten den Diademgeschmückten samt seinem Sohn, der sie zu vernichten trachtete.
Wort für Wort
dhanurvedavido mukhyā ajeyāḥ śatrubhir yudhi
die vorzüglichsten Kenner der Bogenkunst, von Feinden im Kampf unbesiegbar (Nom. + Nom. + Nom. + Instr. + Lok.)
sahaputraṃ jighāṃsantaṃ parivavruḥ kirīṭinam
umringten den Diademgeschmückten samt Sohn, der zu vernichten trachtete (Akk. + Akk. Ptz. + Perf. + Akk.)
Ihn, der wie eine gewaltige Flut heranstürmte, wie eine vom Himmel fallende Schlange, mit wirbelndem Schild und Schwert, wie den von der Zeit entsandten Tod,
Wort für Wort
taṃ mahaugham ivāyāntaṃ khāt patantam ivoragam
ihn, wie eine gewaltige Flut heranstürmend, wie eine vom Himmel fallende Schlange (Akk. + Vergleich + Akk. Ptz. + Abl. + Akk. Ptz. + Vergleich + Akk.)
bhrāntāvaraṇanistriṃśaṃ kālotsṛṣṭam ivāntakam
mit wirbelndem Schild und Schwert, wie den von der Zeit entsandten Tod (Akk. Bahuvrīhi + Akk. + Vergleich + Akk.)
Als er den Bereich der Pfeilreichweite überschritten hatte und sich der Wagennähe genähert hatte, spaltete der Heerführer, eilig und zornentbrannt, ihm mit der Keule den Kopf.
Wort für Wort
bāṇavegam atītasya rathābhyāśam upeyuṣaḥ
der den Bereich der Pfeilreichweite überschritten, sich der Wagennähe genähert hatte (Akk. + Gen. Ptz. + Akk. + Gen. Ptz.)
tvaran senāpatiḥ kruddho bibheda gadayā śiraḥ
eilig spaltete der zornentbrannte Heerführer mit der Keule den Kopf (Nom. Ptz. + Nom. + Nom. + Perf. + Instr. + Akk.)
Als jener große Bogenschütze, der Königssohn, der große Wagenkämpfer, erschlagen war, erhob sich, o Verehrungswürdiger, ein gewaltiger Wehruf in deinem Heer.
Wort für Wort
tasmin hate maheṣvāse rājaputre mahārathe
als jener große Bogenschütze, der Königssohn, der große Wagenkämpfer erschlagen war (Lok. Abs. + Lok. + Lok. + Lok.)
hāhākāro mahān āsīt tava sainyasya māriṣa
erhob sich ein gewaltiger Wehruf in deinem Heer, o Verehrungswürdiger (Nom. + Nom. + Impf. + Gen. + Gen. + Vok.)
tathaiva pārṣataṃ śūraṃ śalyaḥ samitiśobhanaḥ ājaghānorasi kruddhas tato yuddham avartata
Ebenso traf Śalya, der in der Schlacht Glänzende, zornentbrannt den heldenhaften Sohn des Pṛṣata in die Brust; dann tobte die Schlacht weiter. ‘
Wort für Wort
tathaiva pārṣataṃ śūraṃ śalyaḥ samitiśobhanaḥ
ebenso den heldenhaften Sohn des Pṛṣata Śalya, der in der Schlacht Glänzende (Akk. + Akk. + Nom. + Nom.)
ājaghānorasi kruddhas tato yuddham avartata
traf zornentbrannt in die Brust; dann tobte die Schlacht weiter (Perf. + Lok. + Nom. + Adv. + Nom. + Impf.)
[Anm.: SQ_CLOSE hier gesetzt, da Kap.58 mit einer neuen echten Dhṛtarāṣṭra-Frage beginnt - Saṃjayas seit Kap.55 V.3 offene Rede schließt an dieser Stelle (analog zur retroactiven Korrektur bei Kap.54 V.44).]