Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Bhīṣmaparva

Kapitel 61: dhṛtarāṣṭrapraśno duryodhanabhīṣmasaṃvādaś ca brahmavāsudevastavaś ca Dhṛtarāṣṭras Furcht und Frage, Duryodhanas nächtliches Gespräch mit Bhīṣma und Brahmās Hymnus an Vāsudeva

Kap.61 umfasst 70 Verse: Dhṛtarāṣṭras Frage nach dem Grund der pāṇḍavischen Unbesiegbarkeit (V.1-13, SQ_OPEN/SQ_CLOSE), Saṃjayas Antwort, dass Dharma der Grund sei (V.14ff., SQ_OPEN, bleibt offen), die Erzählung von Duryodhanas nächtlichem Besuch bei Bhīṣma, Duryodhanas Rede (V.28-31, CQ_OPEN/CQ_CLOSE) und Bhīṣmas Antwort (V.32ff., CQ_OPEN, bleibt offen), in die Bhīṣma schließlich ein uraltes purāṇisches Lied einbettet: die Erzählung von Brahmās Hymnus an Vāsudeva/Kṛṣṇa am Berg Gandhamādana (V.36-70), in dem Brahmā um Kṛṣṇas irdische Inkarnation zur Aufrichtung des Dharma bittet. Da dieser Hymnus eine dritte Zitatebene innerhalb von Bhīṣmas bereits offener Rede darstellt, wird er durchgehend als indirekte/berichtete Rede wiedergegeben (ohne eigenen CQ-Marker), gemäß der in früheren Kapiteln etablierten Konvention. Marker-Bilanz: SQ_OPEN=2, SQ_CLOSE=1, CQ_OPEN=2, CQ_CLOSE=1 (Saṃjayas zweite SQ und Bhīṣmas zweite CQ bleiben über die Kapitelgrenze hinaus offen, da Kap.62 erneut mit 'bhīṣma uvāca' fortsetzt, ohne neue Dhṛtarāṣṭra-Frage). Apparat-Ausschlüsse: V.42d*0257_01-03 (3 Zeilen), V.67b*0258_01-02 (2 Zeilen), V.69d*0259_01 (1 Zeile).

bhayaṃ me sumahaj jātaṃ vismayaś caiva saṃjaya śrutvā pāṇḍukumārāṇāṃ karma devaiḥ suduṣkaram

Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚ Große Furcht ist in mir entstanden, und auch Staunen, o Saṃjaya, als ich von der selbst für Götter überaus schwer vollbringbaren Tat der Söhne des Pāṇḍu hörte.

Wort für Wort
bhayaṃ me sumahaj jātaṃ vismayaś caiva saṃjaya
große Furcht ist in mir entstanden, und auch Staunen, o Saṃjaya (Nom. + Gen. + Nom. + Perf. + Nom. + Vok.)
śrutvā pāṇḍukumārāṇāṃ karma devaiḥ suduṣkaram
als ich von der selbst für Götter überaus schwer vollbringbaren Tat der Söhne des Pāṇḍu hörte (Abs. + Gen. + Akk. + Instr. + Akk.)

[Anm.: Dhṛtarāṣṭra stellt eine neue, echte Frage - SQ_OPEN, da Kap.60 V.79 mit SQ_CLOSE endete.]

putrāṇāṃ ca parābhavaṃ śrutvā saṃjaya sarvaśaḥ cintā me mahatī sūta bhaviṣyati kathaṃ tv iti

Und als ich von der gänzlichen Niederlage meiner Söhne hörte, o Saṃjaya, entstand in mir, o Wagenlenker, große Sorge, wie es wohl werden wird.

Wort für Wort
putrāṇāṃ ca parābhavaṃ śrutvā saṃjaya sarvaśaḥ
und als ich von der gänzlichen Niederlage meiner Söhne hörte, o Saṃjaya (Gen. + Akk. + Abs. + Vok. + Adv.)
cintā me mahatī sūta bhaviṣyati kathaṃ tv iti
entstand in mir, o Wagenlenker, große Sorge, wie es wohl werden wird (Nom. + Gen. + Nom. + Vok. + Fut. + Adv. + Zit.)

dhruvaṃ viduravākyāni dhakṣyanti hṛdayaṃ mama yathā hi dṛśyate sarvaṃ daivayogena saṃjaya

Gewiss werden Viduras Worte mein Herz verbrennen, denn alles erweist sich, wie es scheint, als Fügung des Schicksals, o Saṃjaya.

Wort für Wort
dhruvaṃ viduravākyāni dhakṣyanti hṛdayaṃ mama
gewiss werden Viduras Worte mein Herz verbrennen (Adv. + Nom. + Fut. + Akk. + Gen.)
yathā hi dṛśyate sarvaṃ daivayogena saṃjaya
denn alles erweist sich als Fügung des Schicksals, o Saṃjaya (Adv. + Präs. Pass. + Nom. + Instr. + Vok.)

yatra bhīṣmamukhāñ śūrān astrajñān yodhasattamān pāṇḍavānām anīkāni yodhayanti prahāriṇaḥ

wie die Scharen der Pāṇḍavas gegen die heldenhaften, waffenkundigen, besten Krieger mit Bhīṣma an der Spitze kämpfen, gegen die Schlagkräftigen.

Wort für Wort
yatra bhīṣmamukhāñ śūrān astrajñān yodhasattamān
wie gegen die heldenhaften, waffenkundigen, besten Krieger mit Bhīṣma an der Spitze (Adv. + Akk. + Akk. + Akk. + Akk.)
pāṇḍavānām anīkāni yodhayanti prahāriṇaḥ
die Scharen der Pāṇḍavas kämpfen, die Schlagkräftigen (Gen. + Nom. + Präs. + Akk.)

kenāvadhyā mahātmānaḥ pāṇḍuputrā mahābalāḥ kena dattavarās tāta kiṃ vā jñānaṃ vidanti te yena kṣayaṃ na gacchanti divi tārāgaṇā iva

Wodurch sind die hochgesinnten, mächtigen Söhne des Pāṇḍu unbezwingbar? Von wem haben sie Gaben erhalten, o Lieber, oder welches Wissen besitzen sie, durch das sie nicht dem Untergang verfallen, wie die Sternenscharen am Himmel?

Wort für Wort
kenāvadhyā mahātmānaḥ pāṇḍuputrā mahābalāḥ
wodurch sind die hochgesinnten, mächtigen Söhne des Pāṇḍu unbezwingbar? (Instr. + Nom. + Nom. + Nom. + Nom.)
kena dattavarās tāta kiṃ vā jñānaṃ vidanti te yena kṣayaṃ na gacchanti divi tārāgaṇā iva
von wem haben sie Gaben erhalten, o Lieber, oder welches Wissen besitzen sie, durch das sie nicht dem Untergang verfallen, wie die Sternenscharen am Himmel? (Instr. + Nom. + Vok. + Akk. + Akk. + Präs. + Nom. + Instr. + Akk. + Neg. + Präs. + Lok. + Nom. + Vergleich)

punaḥ punar na mṛṣyāmi hataṃ sainyaṃ sma pāṇḍavaiḥ mayy eva daṇḍaḥ patati daivāt paramadāruṇaḥ

Immer wieder ertrage ich es nicht, dass das Heer von den Pāṇḍavas geschlagen wird; auf mich allein fällt der überaus grausame Stab des Schicksals.

Wort für Wort
punaḥ punar na mṛṣyāmi hataṃ sainyaṃ sma pāṇḍavaiḥ
immer wieder ertrage ich es nicht, dass das Heer von den Pāṇḍavas geschlagen wird (Adv. + Neg. + Präs. + Akk. + Akk. + Instr.)
mayy eva daṇḍaḥ patati daivāt paramadāruṇaḥ
auf mich allein fällt der überaus grausame Stab des Schicksals (Lok. + Nom. + Präs. + Abl. + Nom.)

yathāvadhyāḥ pāṇḍusutā yathā vadhyāś ca me sutāḥ etan me sarvam ācakṣva yathātattvena saṃjaya

Wie die Söhne des Pāṇḍu unbezwingbar sind und wie meine Söhne bezwingbar sind - das alles verkünde mir wahrheitsgemäß, o Saṃjaya.

Wort für Wort
yathāvadhyāḥ pāṇḍusutā yathā vadhyāś ca me sutāḥ
wie unbezwingbar die Söhne des Pāṇḍu, und wie bezwingbar meine Söhne (Adv. + Nom. + Adv. + Nom. + Gen. + Nom.)
etan me sarvam ācakṣva yathātattvena saṃjaya
das alles verkünde mir wahrheitsgemäß, o Saṃjaya (Akk. + Gen. + Akk. + Imp. + Adv. + Vok.)

na hi pāraṃ prapaśyāmi duḥkhasyāsya kathaṃ cana samudrasyeva mahato bhujābhyāṃ prataran naraḥ

Denn ich sehe kein Ende dieses Leids, wie ein Mann, der mit bloßen Armen den großen Ozean zu durchschwimmen sucht.

Wort für Wort
na hi pāraṃ prapaśyāmi duḥkhasyāsya kathaṃ cana
denn ich sehe kein Ende dieses Leids (Neg. + Akk. + Präs. + Gen. + Adv.)
samudrasyeva mahato bhujābhyāṃ prataran naraḥ
wie ein Mann, der mit bloßen Armen den großen Ozean zu durchschwimmen sucht (Gen. + Vergleich + Gen. + Instr. + Nom. Ptz. + Nom.)

putrāṇāṃ vyasanaṃ manye dhruvaṃ prāptaṃ sudāruṇam ghātayiṣyati me putrān sarvān bhīmo na saṃśayaḥ

Ich glaube, das überaus grausame Unglück meiner Söhne ist gewiss eingetreten; Bhīma wird all meine Söhne töten lassen - daran besteht kein Zweifel.

Wort für Wort
putrāṇāṃ vyasanaṃ manye dhruvaṃ prāptaṃ sudāruṇam
ich glaube, das überaus grausame Unglück meiner Söhne ist gewiss eingetreten (Gen. + Akk. + Präs. + Adv. + Akk. + Akk.)
ghātayiṣyati me putrān sarvān bhīmo na saṃśayaḥ
Bhīma wird all meine Söhne töten lassen - kein Zweifel (Fut. + Gen. + Akk. + Akk. + Nom. + Neg. + Nom.)

na hi paśyāmi taṃ vīraṃ yo me rakṣet sutān raṇe dhruvaṃ vināśaḥ samare putrāṇāṃ mama saṃjaya

Denn ich sehe keinen Helden, der meine Söhne im Kampf beschützen könnte; gewiss ist der Untergang meiner Söhne im Kampf, o Saṃjaya.

Wort für Wort
na hi paśyāmi taṃ vīraṃ yo me rakṣet sutān raṇe
denn ich sehe keinen Helden, der meine Söhne im Kampf beschützen könnte (Neg. + Präs. + Akk. + Akk. + Nom. + Gen. + Opt. + Akk. + Lok.)
dhruvaṃ vināśaḥ samare putrāṇāṃ mama saṃjaya
gewiss ist der Untergang meiner Söhne im Kampf, o Saṃjaya (Adv. + Nom. + Lok. + Gen. + Gen. + Vok.)

tasmān me kāraṇaṃ sūta yuktiṃ caiva viśeṣataḥ pṛcchato 'dya yathātattvaṃ sarvam ākhyātum arhasi

Darum, o Wagenlenker, sollst du mir, der ich heute frage, den Grund und insbesondere den Zusammenhang alles wahrheitsgemäß verkünden.

Wort für Wort
tasmān me kāraṇaṃ sūta yuktiṃ caiva viśeṣataḥ
darum, o Wagenlenker, mir den Grund und insbesondere den Zusammenhang (Adv. + Gen. + Akk. + Vok. + Akk. + Adv.)
pṛcchato 'dya yathātattvaṃ sarvam ākhyātum arhasi
sollst du mir, der ich heute frage, alles wahrheitsgemäß verkünden (Gen. Ptz. + Adv. + Adv. + Akk. + Inf. + Präs.)

duryodhano 'pi yac cakre dṛṣṭvā svān vimukhān raṇe bhīṣmadroṇau kṛpaś caiva saubaleyo jayadrathaḥ

Und was Duryodhana tat, als er die Seinen im Kampf zurückweichen sah - Bhīṣma und Droṇa, Kṛpa, der Sohn des Subala, Jayadratha,

Wort für Wort
duryodhano 'pi yac cakre dṛṣṭvā svān vimukhān raṇe
und was Duryodhana tat, als er die Seinen im Kampf zurückweichen sah (Nom. + Adv. + Akk. + Perf. + Abs. + Akk. + Akk. + Lok.)
bhīṣmadroṇau kṛpaś caiva saubaleyo jayadrathaḥ
Bhīṣma und Droṇa, Kṛpa, der Sohn des Subala, Jayadratha (Nom. Du. + Nom. + Nom. + Nom.)

drauṇir vāpi maheṣvāso vikarṇo vā mahābalaḥ niścayo vāpi kas teṣāṃ tadā hy āsīn mahātmanām vimukheṣu mahāprājña mama putreṣu saṃjaya

oder auch Droṇis Sohn, der große Bogenschütze, oder Vikarṇa, der Mächtige - oder was auch der Entschluss jener Hochgesinnten damals war, als meine Söhne zurückgewichen waren, o Weiser, o Saṃjaya. ‘

Wort für Wort
drauṇir vāpi maheṣvāso vikarṇo vā mahābalaḥ
oder auch Droṇis Sohn, der große Bogenschütze, oder Vikarṇa, der Mächtige (Nom. + Nom. + Nom. + Nom.)
niścayo vāpi kas teṣāṃ tadā hy āsīn mahātmanām vimukheṣu mahāprājña mama putreṣu saṃjaya
oder was auch der Entschluss jener Hochgesinnten damals war, als meine Söhne zurückgewichen waren, o Weiser, o Saṃjaya (Nom. + Nom. + Gen. + Adv. + Impf. + Gen. + Lok. + Vok. + Gen. + Lok. + Vok.)

[Anm.: SQ_CLOSE - Ende von Dhṛtarāṣṭras Frage.]

śṛṇu rājann avahitaḥ śrutvā caivāvadhāraya naiva mantrakṛtaṃ kiṃ cin naiva māyāṃ tathāvidhām

Saṃjaya sprach: ‚ Höre, o König, aufmerksam, und wenn du gehört hast, erfasse es wohl: Weder ist es irgendein Zauberspruch noch eine derartige Zaubermacht,

Wort für Wort
śṛṇu rājann avahitaḥ śrutvā caivāvadhāraya
höre, o König, aufmerksam, und wenn du gehört hast, erfasse es wohl (Imp. + Vok. + Nom. + Abs. + Imp.)
naiva mantrakṛtaṃ kiṃ cin naiva māyāṃ tathāvidhām
weder ist es irgendein Zauberspruch, noch eine derartige Zaubermacht (Neg. + Nom. + Nom. + Neg. + Akk. + Akk.)

[Anm.: SQ_OPEN - Saṃjayas Antwort beginnt.]

na vai vibhīṣikāṃ kāṃ cid rājan kurvanti pāṇḍavāḥ yudhyanti te yathānyāyaṃ śaktimantaś ca saṃyuge

noch üben die Pāṇḍavas, o König, irgendeine Einschüchterung; sie kämpfen vielmehr, wie es sich gehört, und sind im Kampf mit Kraft ausgestattet.

Wort für Wort
na vai vibhīṣikāṃ kāṃ cid rājan kurvanti pāṇḍavāḥ
noch üben die Pāṇḍavas, o König, irgendeine Einschüchterung (Neg. + Akk. + Akk. + Vok. + Präs. + Nom.)
yudhyanti te yathānyāyaṃ śaktimantaś ca saṃyuge
sie kämpfen, wie es sich gehört, und sind im Kampf mit Kraft ausgestattet (Präs. + Nom. + Adv. + Nom. + Lok.)

dharmeṇa sarvakāryāṇi kīrtitānīti bhārata ārabhante sadā pārthāḥ prārthayānā mahad yaśaḥ

Alle Unternehmungen, so heißt es, o Bhārata, beginnen die Söhne der Pṛthā stets in Übereinstimmung mit dem Dharma, nach großem Ruhm strebend.

Wort für Wort
dharmeṇa sarvakāryāṇi kīrtitānīti bhārata
alle Unternehmungen, so heißt es, in Übereinstimmung mit dem Dharma, o Bhārata (Instr. + Akk. + Nom. + Zit. + Vok.)
ārabhante sadā pārthāḥ prārthayānā mahad yaśaḥ
beginnen die Söhne der Pṛthā stets, nach großem Ruhm strebend (Präs. + Adv. + Nom. + Nom. Ptz. + Akk.)

na te yuddhān nivartante dharmopetā mahābalāḥ śriyā paramayā yuktā yato dharmas tato jayaḥ

Sie, mit Dharma ausgestattet und von höchstem Glanz erfüllt, wenden sich nicht vom Kampf ab; wo der Dharma ist, dort ist der Sieg.

Wort für Wort
na te yuddhān nivartante dharmopetā mahābalāḥ
sie, mit Dharma ausgestattet, mächtig, wenden sich nicht vom Kampf ab (Neg. + Nom. + Abl. + Präs. + Nom. + Nom.)
śriyā paramayā yuktā yato dharmas tato jayaḥ
von höchstem Glanz erfüllt; wo der Dharma ist, dort ist der Sieg (Instr. + Instr. + Nom. + Adv. + Nom. + Adv. + Nom.)

tenāvadhyā raṇe pārthā jayayuktāś ca pārthiva tava putrā durātmānaḥ pāpeṣv abhiratāḥ sadā

Darum sind die Söhne der Pṛthā im Kampf unbezwingbar und mit dem Sieg verbunden, o Fürst; deine bösgesinnten Söhne aber sind stets an Sünden erfreut,

Wort für Wort
tenāvadhyā raṇe pārthā jayayuktāś ca pārthiva
darum sind die Söhne der Pṛthā im Kampf unbezwingbar und mit dem Sieg verbunden, o Fürst (Adv. + Nom. + Lok. + Nom. + Nom. + Vok.)
tava putrā durātmānaḥ pāpeṣv abhiratāḥ sadā
deine bösgesinnten Söhne aber sind stets an Sünden erfreut (Gen. + Nom. + Nom. + Lok. + Nom. + Adv.)

niṣṭhurā hīnakarmāṇas tena hīyanti saṃyuge subahūni nṛśaṃsāni putrais tava janeśvara

grausam und von niederträchtiger Handlungsweise; darum unterliegen sie im Kampf. Sehr viele grausame Taten, o Herr der Menschen, wurden von deinen Söhnen

Wort für Wort
niṣṭhurā hīnakarmāṇas tena hīyanti saṃyuge
grausam und von niederträchtiger Handlungsweise; darum unterliegen sie im Kampf (Nom. + Nom. + Adv. + Präs. + Lok.)
subahūni nṛśaṃsāni putrais tava janeśvara
sehr viele grausame Taten von deinen Söhnen, o Herr der Menschen (Akk. + Akk. + Instr. + Gen. + Vok.)

nikṛtānīha pāṇḍūnāṃ nīcair iva yathā naraiḥ sarvaṃ ca tad anādṛtya putrāṇāṃ tava kilbiṣam

den Söhnen des Pāṇḍu hier zugefügt, wie von niederträchtigen Menschen. Und all dies Vergehen deiner Söhne missachtend,

Wort für Wort
nikṛtānīha pāṇḍūnāṃ nīcair iva yathā naraiḥ
den Söhnen des Pāṇḍu hier zugefügt, wie von niederträchtigen Menschen (Nom. + Gen. + Instr. + Vergleich + Instr.)
sarvaṃ ca tad anādṛtya putrāṇāṃ tava kilbiṣam
und all dies Vergehen deiner Söhne missachtend (Akk. + Akk. + Abs. + Gen. + Gen. + Akk.)

sāpahnavāḥ sadaivāsan pāṇḍavāḥ pāṇḍupūrvaja na cainān bahu manyante putrās tava viśāṃ pate

blieben die Pāṇḍavas stets nachsichtig, o Erstgeborener des Pāṇḍu; und doch achten deine Söhne sie nicht hoch, o Herr der Völker.

Wort für Wort
sāpahnavāḥ sadaivāsan pāṇḍavāḥ pāṇḍupūrvaja
blieben die Pāṇḍavas stets nachsichtig, o Erstgeborener des Pāṇḍu (Nom. + Adv. + Impf. + Nom. + Vok.)
na cainān bahu manyante putrās tava viśāṃ pate
und doch achten deine Söhne sie nicht hoch, o Herr der Völker (Neg. + Akk. + Adv. + Präs. + Nom. + Gen. + Gen. + Vok.)

tasya pāpasya satataṃ kriyamāṇasya karmaṇaḥ saṃprāptaṃ sumahad ghoraṃ phalaṃ kiṃpākasaṃnibham sa tad bhuṅkṣva mahārāja saputraḥ sasuhṛjjanaḥ

Von jener beständig begangenen sündigen Tat ist nun die überaus gewaltige, schreckliche Frucht erlangt worden, der Kiṃpāka-Frucht gleich; die genieße nun, o Großkönig, samt deinen Söhnen und Freunden.

Wort für Wort
tasya pāpasya satataṃ kriyamāṇasya karmaṇaḥ
von jener beständig begangenen sündigen Tat (Gen. + Gen. + Adv. + Gen. Ptz. + Gen.)
saṃprāptaṃ sumahad ghoraṃ phalaṃ kiṃpākasaṃnibham sa tad bhuṅkṣva mahārāja saputraḥ sasuhṛjjanaḥ
ist die überaus gewaltige, schreckliche Frucht erlangt worden, der Kiṃpāka-Frucht gleich; die genieße, o Großkönig, samt Söhnen und Freunden (Nom. + Nom. + Nom. + Nom. + Nom. + Akk. + Imp. + Vok. + Nom. + Nom.)

nāvabudhyasi yad rājan vāryamāṇaḥ suhṛjjanaiḥ vidureṇātha bhīṣmeṇa droṇena ca mahātmanā

Dass du, o König, nicht begreifst, obwohl du von deinen Freunden zurückgehalten wirst, von Vidura, von Bhīṣma und dem hochgesinnten Droṇa,

Wort für Wort
nāvabudhyasi yad rājan vāryamāṇaḥ suhṛjjanaiḥ
dass du, o König, nicht begreifst, obwohl du von deinen Freunden zurückgehalten wirst (Neg. + Präs. + Rel. + Vok. + Nom. Ptz. + Instr.)
vidureṇātha bhīṣmeṇa droṇena ca mahātmanā
von Vidura, von Bhīṣma und dem hochgesinnten Droṇa (Instr. + Instr. + Instr. + Instr.)

tathā mayā cāpy asakṛd vāryamāṇo na gṛhṇasi vākyaṃ hitaṃ ca pathyaṃ ca martyaḥ pathyam ivauṣadham putrāṇāṃ matam āsthāya jitān manyasi pāṇḍavān

und ebenso von mir wiederholt zurückgehalten, das heilsame, zuträgliche Wort nicht annimmst, wie ein Sterblicher die zuträgliche Arznei nicht annimmt, sondern der Meinung deiner Söhne folgend die Pāṇḍavas für besiegt hältst -

Wort für Wort
tathā mayā cāpy asakṛd vāryamāṇo na gṛhṇasi
und ebenso, von mir wiederholt zurückgehalten, nimmst du nicht an (Adv. + Instr. + Adv. + Nom. Ptz. + Neg. + Präs.)
vākyaṃ hitaṃ ca pathyaṃ ca martyaḥ pathyam ivauṣadham putrāṇāṃ matam āsthāya jitān manyasi pāṇḍavān
das heilsame, zuträgliche Wort, wie ein Sterblicher die zuträgliche Arznei nicht annimmt, sondern der Meinung deiner Söhne folgend die Pāṇḍavas für besiegt hältst (Akk. + Akk. + Akk. + Nom. + Akk. + Vergleich + Akk. + Gen. + Akk. + Abs. + Akk. + Präs. + Akk.)

śṛṇu bhūyo yathātattvaṃ yan māṃ tvaṃ paripṛcchasi kāraṇaṃ bharataśreṣṭha pāṇḍavānāṃ jayaṃ prati tat te 'haṃ kathayiṣyāmi yathāśrutam ariṃdama

Höre nun erneut wahrheitsgemäß, wonach du mich fragst - den Grund, o Bester der Bharatas, für den Sieg der Pāṇḍavas; das werde ich dir erzählen, so wie ich es gehört habe, o Feindebezwinger.

Wort für Wort
śṛṇu bhūyo yathātattvaṃ yan māṃ tvaṃ paripṛcchasi
höre nun erneut wahrheitsgemäß, wonach du mich fragst (Imp. + Adv. + Adv. + Rel. + Akk. + Nom. + Präs.)
kāraṇaṃ bharataśreṣṭha pāṇḍavānāṃ jayaṃ prati tat te 'haṃ kathayiṣyāmi yathāśrutam ariṃdama
den Grund, o Bester der Bharatas, für den Sieg der Pāṇḍavas; das werde ich dir erzählen, so wie ich es gehört habe, o Feindebezwinger (Akk. + Vok. + Gen. + Akk. + Präp. + Akk. + Gen. + Nom. + Fut. + Adv. + Vok.)

duryodhanena saṃpṛṣṭa etam arthaṃ pitāmahaḥ dṛṣṭvā bhrātṝn raṇe sarvān nirjitān sumahārathān

Von Duryodhana wurde der Großvater nach eben diesem Sachverhalt befragt, nachdem jener alle seine Brüder, die großen Wagenkämpfer, im Kampf besiegt gesehen hatte,

Wort für Wort
duryodhanena saṃpṛṣṭa etam arthaṃ pitāmahaḥ
von Duryodhana wurde der Großvater nach eben diesem Sachverhalt befragt (Instr. + Nom. + Akk. + Akk. + Nom.)
dṛṣṭvā bhrātṝn raṇe sarvān nirjitān sumahārathān
nachdem jener alle seine Brüder, die großen Wagenkämpfer, im Kampf besiegt gesehen hatte (Abs. + Akk. + Lok. + Akk. + Akk. + Akk.)

śokasaṃmūḍhahṛdayo niśākāle sma kauravaḥ pitāmahaṃ mahāprājñaṃ vinayenopagamya ha yad abravīt sutas te 'sau tan me śṛṇu janeśvara

der Kaurava, dessen Herz von Kummer verwirrt war, trat zur Nachtzeit demütig vor den überaus weisen Großvater; was dein Sohn da sprach, das höre von mir, o Herr der Menschen.

Wort für Wort
śokasaṃmūḍhahṛdayo niśākāle sma kauravaḥ
der Kaurava, dessen Herz von Kummer verwirrt war, zur Nachtzeit (Nom. Bahuvrīhi + Lok. + Part. + Nom.)
pitāmahaṃ mahāprājñaṃ vinayenopagamya ha yad abravīt sutas te 'sau tan me śṛṇu janeśvara
trat demütig vor den überaus weisen Großvater; was dein Sohn da sprach, das höre von mir, o Herr der Menschen (Akk. + Akk. + Instr. + Abs. + Part. + Rel. + Impf. + Nom. + Gen. + Nom. + Akk. + Gen. + Imp. + Vok.)

tvaṃ ca droṇaś ca śalyaś ca kṛpo drauṇis tathaiva ca kṛtavarmā ca hārdikyaḥ kāmbojaś ca sudakṣiṇaḥ

Duryodhana sprach: „ Du und Droṇa und Śalya, Kṛpa und ebenso Droṇis Sohn, Kṛtavarman, der Sohn des Hṛdika, und der Kambhoja-König Sudakṣiṇa,

Wort für Wort
tvaṃ ca droṇaś ca śalyaś ca kṛpo drauṇis tathaiva ca
du und Droṇa und Śalya, Kṛpa und ebenso Droṇis Sohn (Nom. Reihe)
kṛtavarmā ca hārdikyaḥ kāmbojaś ca sudakṣiṇaḥ
Kṛtavarman, der Sohn des Hṛdika, und der Kambhoja-König Sudakṣiṇa (Nom. + Nom. + Nom. + Nom.)

[Anm.: CQ_OPEN - Duryodhanas Rede an Bhīṣma bei Nacht.]

bhūriśravā vikarṇaś ca bhagadattaś ca vīryavān mahārathāḥ samākhyātāḥ kulaputrās tanutyajaḥ

Bhūriśravas und Vikarṇa und der tapfere Bhagadatta - ihr alle werdet als große Wagenkämpfer bezeichnet, Söhne edlen Geschlechts, bereit, euer Leben hinzugeben.

Wort für Wort
bhūriśravā vikarṇaś ca bhagadattaś ca vīryavān
Bhūriśravas und Vikarṇa und der tapfere Bhagadatta (Nom. + Nom. + Nom. + Nom.)
mahārathāḥ samākhyātāḥ kulaputrās tanutyajaḥ
werdet als große Wagenkämpfer bezeichnet, Söhne edlen Geschlechts, bereit, euer Leben hinzugeben (Nom. + Nom. Pass. Ptz. + Nom. + Nom.)

trayāṇām api lokānāṃ paryāptā iti me matiḥ pāṇḍavānāṃ samastāś ca na tiṣṭhanti parākrame

Meine Meinung ist, dass ihr sogar den drei Welten gewachsen wärt; und doch haltet ihr alle zusammen der Kraftentfaltung der Pāṇḍavas nicht stand.

Wort für Wort
trayāṇām api lokānāṃ paryāptā iti me matiḥ
meine Meinung ist, dass ihr sogar den drei Welten gewachsen wärt (Gen. + Adv. + Gen. + Nom. + Zit. + Gen. + Nom.)
pāṇḍavānāṃ samastāś ca na tiṣṭhanti parākrame
und doch haltet ihr alle zusammen der Kraftentfaltung der Pāṇḍavas nicht stand (Gen. + Nom. + Neg. + Präs. + Lok.)

tatra me saṃśayo jātas tan mamācakṣva pṛcchataḥ yaṃ samāśritya kaunteyā jayanty asmān pade pade

Darüber ist mir ein Zweifel entstanden; das verkünde mir, der ich frage: worauf gestützt siegen die Söhne der Kuntī über uns bei jedem Schritt? “

Wort für Wort
tatra me saṃśayo jātas tan mamācakṣva pṛcchataḥ
darüber ist mir ein Zweifel entstanden; das verkünde mir, der ich frage (Adv. + Gen. + Nom. + Nom. + Akk. + Gen. + Imp. + Gen. Ptz.)
yaṃ samāśritya kaunteyā jayanty asmān pade pade
worauf gestützt siegen die Söhne der Kuntī über uns bei jedem Schritt (Akk. + Abs. + Nom. + Präs. + Akk. + Lok. + Lok.)

[Anm.: CQ_CLOSE - Ende von Duryodhanas Rede.]

śṛṇu rājan vaco mahyaṃ yat tvāṃ vakṣyāmi kaurava bahuśaś ca mamokto 'si na ca me tattvayā kṛtam

Bhīṣma sprach: „ Höre, o König, meine Worte, die ich dir sagen werde, o Kaurava; oftmals bist du schon von mir angesprochen worden, doch hast du es nicht wahrhaft befolgt.

Wort für Wort
śṛṇu rājan vaco mahyaṃ yat tvāṃ vakṣyāmi kaurava
höre, o König, meine Worte, die ich dir sagen werde, o Kaurava (Imp. + Vok. + Akk. + Dat. + Rel. + Akk. + Fut. + Vok.)
bahuśaś ca mamokto 'si na ca me tattvayā kṛtam
oftmals bist du schon von mir angesprochen worden, doch hast du es nicht wahrhaft befolgt (Adv. + Nom. + Präs. + Neg. + Gen. + Instr. + Nom.)

[Anm.: CQ_OPEN - Bhīṣmas Antwort an Duryodhana.]

kriyatāṃ pāṇḍavaiḥ sārdhaṃ śamo bharatasattama etat kṣamam ahaṃ manye pṛthivyās tava cābhibho

Es werde Friede geschlossen mit den Pāṇḍavas, o Bester der Bharatas; das halte ich für zuträglich, für die Erde und für dich, o Gebieter.

Wort für Wort
kriyatāṃ pāṇḍavaiḥ sārdhaṃ śamo bharatasattama
es werde Friede geschlossen mit den Pāṇḍavas, o Bester der Bharatas (Imp. Pass. + Instr. + Adv. + Nom. + Vok.)
etat kṣamam ahaṃ manye pṛthivyās tava cābhibho
das halte ich für zuträglich, für die Erde und für dich, o Gebieter (Akk. + Akk. + Nom. + Präs. + Gen. + Gen. + Vok.)

bhuñjemāṃ pṛthivīṃ rājan bhrātṛbhiḥ sahitaḥ sukhī durhṛdas tāpayan sarvān nandayaṃś cāpi bāndhavān

Genieße diese Erde, o König, zusammen mit deinen Brüdern, glücklich, alle Übelgesinnten quälend und zugleich deine Verwandten erfreuend.

Wort für Wort
bhuñjemāṃ pṛthivīṃ rājan bhrātṛbhiḥ sahitaḥ sukhī
genieße diese Erde, o König, zusammen mit deinen Brüdern, glücklich (Imp. + Akk. + Vok. + Instr. + Nom. + Nom.)
durhṛdas tāpayan sarvān nandayaṃś cāpi bāndhavān
alle Übelgesinnten quälend und zugleich deine Verwandten erfreuend (Akk. + Nom. Ptz. + Akk. + Nom. Ptz. + Akk.)

na ca me krośatas tāta śrutavān asi vai purā tad idaṃ samanuprāptaṃ yat pāṇḍūn avamanyase

Und du hast, o Lieber, früher nicht auf mich gehört, obwohl ich rief; das hier ist nun eingetreten, weil du die Söhne des Pāṇḍu verachtet hast.

Wort für Wort
na ca me krośatas tāta śrutavān asi vai purā
und du hast, o Lieber, früher nicht auf mich gehört, obwohl ich rief (Neg. + Gen. + Gen. Ptz. + Vok. + Nom. + Präs. + Adv.)
tad idaṃ samanuprāptaṃ yat pāṇḍūn avamanyase
das hier ist nun eingetreten, weil du die Söhne des Pāṇḍu verachtet hast (Nom. + Nom. + Nom. + Rel. + Akk. + Präs.)

yat tu me kathitaṃ tāta munibhir bhāvitātmabhiḥ purāṇagītaṃ dharmajña tac chṛṇuṣva yathātatham

Was mir aber, o Lieber, von geläuterten Weisen erzählt wurde - ein uraltes Lied, o Kenner des Dharma -, das höre wahrheitsgemäß.

Wort für Wort
yat tu me kathitaṃ tāta munibhir bhāvitātmabhiḥ
was mir aber, o Lieber, von geläuterten Weisen erzählt wurde (Rel. + Adv. + Gen. + Nom. + Vok. + Instr. + Instr.)
purāṇagītaṃ dharmajña tac chṛṇuṣva yathātatham
ein uraltes Lied, o Kenner des Dharma, das höre wahrheitsgemäß (Akk. + Vok. + Akk. + Imp. + Adv.)

purā kila surāḥ sarve ṛṣayaś ca samāgatāḥ pitāmaham upāseduḥ parvate gandhamādane

Einst versammelten sich, wie es heißt, alle Götter und die Seher und warteten dem Großvater auf am Berg Gandhamādana.

Wort für Wort
purā kila surāḥ sarve ṛṣayaś ca samāgatāḥ
einst versammelten sich, wie es heißt, alle Götter und die Seher (Adv. + Partikel + Nom. + Nom. + Nom. + Nom.)
pitāmaham upāseduḥ parvate gandhamādane
und warteten dem Großvater auf am Berg Gandhamādana (Akk. + Perf. + Lok. + Lok.)

madhye teṣāṃ samāsīnaḥ prajāpatir apaśyata vimānaṃ jājvalad bhāsā sthitaṃ pravaram ambare

In ihrer Mitte sitzend, erblickte der Herr der Geschöpfe einen herrlichen Himmelswagen, der in Glanz erstrahlend am Himmel stand.

Wort für Wort
madhye teṣāṃ samāsīnaḥ prajāpatir apaśyata
in ihrer Mitte sitzend erblickte der Herr der Geschöpfe (Lok. + Gen. + Nom. + Nom. + Impf.)
vimānaṃ jājvalad bhāsā sthitaṃ pravaram ambare
einen herrlichen Himmelswagen, der in Glanz erstrahlend am Himmel stand (Akk. + Nom. Ptz. + Instr. + Akk. + Akk. + Lok.)

dhyānenāvedya taṃ brahmā kṛtvā ca niyato 'ñjalim namaścakāra hṛṣṭātmā paramaṃ parameśvaram

Nachdem Brahmā ihn durch Meditation erkannt und, gesammelt, die Hände gefaltet hatte, erwies er, freudig erregt, dem höchsten Herrn Verehrung.

Wort für Wort
dhyānenāvedya taṃ brahmā kṛtvā ca niyato 'ñjalim
nachdem Brahmā ihn durch Meditation erkannt und, gesammelt, die Hände gefaltet hatte (Instr. + Abs. + Akk. + Nom. + Abs. + Nom. + Akk.)
namaścakāra hṛṣṭātmā paramaṃ parameśvaram
erwies er, freudig erregt, dem höchsten Herrn Verehrung (Perf. + Nom. + Akk. + Akk.)

ṛṣayas tv atha devāś ca dṛṣṭvā brahmāṇam utthitam sthitāḥ prāñjalayaḥ sarve paśyanto mahad adbhutam

Die Seher aber und die Götter, als sie Brahmā aufstehen sahen, standen alle mit gefalteten Händen und betrachteten das große Wunder.

Wort für Wort
ṛṣayas tv atha devāś ca dṛṣṭvā brahmāṇam utthitam
die Seher aber und die Götter, als sie Brahmā aufstehen sahen (Nom. + Partikel + Nom. + Abs. + Akk. + Akk. Ptz.)
sthitāḥ prāñjalayaḥ sarve paśyanto mahad adbhutam
standen alle mit gefalteten Händen und betrachteten das große Wunder (Nom. Ptz. + Nom. + Nom. + Nom. Ptz. + Akk. + Akk.)

yathāvac ca tam abhyarcya brahmā brahmavidāṃ varaḥ jagāda jagataḥ sraṣṭā paraṃ paramadharmavit

Und nachdem er ihn gebührend verehrt hatte, sprach Brahmā, der Beste der Kenner des Brahman, der Schöpfer der Welt, der höchste Kenner des höchsten Dharma:

Wort für Wort
yathāvac ca tam abhyarcya brahmā brahmavidāṃ varaḥ
und nachdem er ihn gebührend verehrt hatte, [sprach] Brahmā, der Beste der Kenner des Brahman (Adv. + Abs. + Akk. + Nom. + Gen. + Nom.)
jagāda jagataḥ sraṣṭā paraṃ paramadharmavit
der Schöpfer der Welt, der höchste Kenner des höchsten Dharma (Perf. + Gen. + Nom. + Nom. + Nom.)

[Anm.: Dritte Zitatebene - ab hier folgt Brahmās Hymnus an Vāsudeva/Kṛṣṇa (V.42-70). Gemäß der etablierten Regel für eine dritte Einbettungsebene wird dieser durchgehend als indirekte/berichtete Rede im Deutschen wiedergegeben (er/ihn/sein statt direkter Anrede du/dich/dein), ohne weiteren Anführungszeichen-Marker - er bleibt grammatisch Teil von Bhīṣmas bereits offener CQ-Rede.]

viśvāvasur viśvamūrtir viśveśo viṣvakseno viśvakarmā vaśī ca viśveśvaro vāsudevo 'si tasmād yogātmānaṃ daivataṃ tvām upaimi

Er sei Viśvāvasu, Viśvamūrti, Viśveśa, Viṣvaksena, Viśvakarman, der Selbstbeherrschte, Viśveśvara, Vāsudeva - deshalb nahe er sich ihm, der Gottheit, deren Wesen der Yoga sei, als seinem Gott.

Wort für Wort
viśvāvasur viśvamūrtir viśveśo viṣvakseno viśvakarmā vaśī ca
er sei Viśvāvasu, Viśvamūrti, Viśveśa, Viṣvaksena, Viśvakarman, der Selbstbeherrschte (Nom.-Epitheta-Reihe)
viśveśvaro vāsudevo 'si tasmād yogātmānaṃ daivataṃ tvām upaimi
Viśveśvara, Vāsudeva - deshalb nahe er sich ihm, der Gottheit, deren Wesen der Yoga sei, als seinem Gott (Nom. + Nom. + Präs. + Adv. + Akk. + Akk. + Akk. + Präs.)

[Anm.: Apparat V.42d*0257_01-03 (drei Zeilen, Variante der Epitheta-Reihe, inhaltlich weitgehend deckungsgleich) gemäß Konvention ausgeschlossen.]

jaya viśva mahādeva jaya lokahite rata jaya yogīśvara vibho jaya yogaparāvara

Er pries ihn als den All-Gott, den großen Gott, als den am Weltenwohl Erfreuten, als Herrn der Yogins, als Gebieter, als das Höchste und Fernste des Yoga.

Wort für Wort
jaya viśva mahādeva jaya lokahite rata
sei gepriesen - er pries ihn als den All-Gott, den großen Gott, den am Weltenwohl Erfreuten (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)
jaya yogīśvara vibho jaya yogaparāvara
als Herrn der Yogins, als Gebieter, als das Höchste und Fernste des Yoga (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)

padmagarbha viśālākṣa jaya lokeśvareśvara bhūtabhavyabhavan nātha jaya saumyātmajātmaja

Er pries ihn als den Lotusgeborenen, den Großäugigen, den Herrn der Herren der Welt, als Gebieter über das, was war, ist und sein wird, als [?] 'Sohn des Sohnes des Milden' (saumyātmajātmaja, Lesung/Bedeutung unsicher).

Wort für Wort
padmagarbha viśālākṣa jaya lokeśvareśvara
der Lotusgeborene, der Großäugige, der Herr der Herren der Welt (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)
bhūtabhavyabhavan nātha jaya saumyātmajātmaja
der Gebieter über das, was war, ist und sein wird, [?] 'Sohn des Sohnes des Milden' (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben; saumyātmajātmaja unsicher)

[Anm.: saumyātmajātmaja - obskures Epitheton, Lesung und genaue Bedeutung unsicher, mit [?] markiert.]

asaṃkhyeyaguṇājeya jaya sarvaparāyaṇa nārāyaṇa suduṣpāra jaya śārṅgadhanurdhara

Er pries ihn als den mit unzähligen Eigenschaften Versehenen, den Unbesiegbaren, aller höchstes Ziel, als Nārāyaṇa, den schwer zu Ergründenden, den Träger des Śārṅga-Bogens.

Wort für Wort
asaṃkhyeyaguṇājeya jaya sarvaparāyaṇa
der mit unzähligen Eigenschaften Versehene, der Unbesiegbare, aller höchstes Ziel (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)
nārāyaṇa suduṣpāra jaya śārṅgadhanurdhara
Nārāyaṇa, der schwer zu Ergründende, der Träger des Śārṅga-Bogens (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)

sarvaguhyaguṇopeta viśvamūrte nirāmaya viśveśvara mahābāho jaya lokārthatatpara

als den mit allen geheimen Eigenschaften Ausgestatteten, den Allgestaltigen, den Makellosen, den Herrn des Alls, den Starkarmigen, den dem Weltenwohl Ergebenen.

Wort für Wort
sarvaguhyaguṇopeta viśvamūrte nirāmaya
der mit allen geheimen Eigenschaften Ausgestattete, der Allgestaltige, der Makellose (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)
viśveśvara mahābāho jaya lokārthatatpara
der Herr des Alls, der Starkarmige, der dem Weltenwohl Ergebene (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)

mahoraga varāhādya harikeśa vibho jaya harivāsa viśāmīśa viśvāvāsāmitāvyaya

als die große Schlange, den Eber am Anfang, den Falbhaarigen, den Gebieter, den in Hari Wohnenden, den Herrn der Völker, den in allem Wohnenden, den Unermesslichen, Unvergänglichen.

Wort für Wort
mahoraga varāhādya harikeśa vibho jaya
die große Schlange, der Eber am Anfang, der Falbhaarige, der Gebieter (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)
harivāsa viśāmīśa viśvāvāsāmitāvyaya
der in Hari Wohnende, der Herr der Völker, der in allem Wohnende, der Unermessliche, Unvergängliche (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)

vyaktāvyaktāmitasthāna niyatendriya sendriya asaṃkhyeyātmabhāvajña jaya gambhīra kāmada

als den im Offenbaren und Unoffenbaren unermesslich Verweilenden, mit gebändigten und doch vorhandenen Sinnen, als den Kenner der unzähligen Wesenszustände seiner selbst, den Tiefgründigen, den Wunscherfüller.

Wort für Wort
vyaktāvyaktāmitasthāna niyatendriya sendriya
der im Offenbaren und Unoffenbaren unermesslich Verweilende, mit gebändigten und doch vorhandenen Sinnen (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)
asaṃkhyeyātmabhāvajña jaya gambhīra kāmada
der Kenner der unzähligen Wesenszustände seiner selbst, der Tiefgründige, der Wunscherfüller (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)

ananta viditaprajña nityaṃ bhūtavibhāvana kṛtakārya kṛtaprajña dharmajña vijayājaya

als den Endlosen, den an Einsicht Erkannten, den ewig die Wesen Hervorbringenden, den, dessen Werk vollbracht und dessen Einsicht vollendet ist, den Kenner des Dharma, den Sieger, den Unbesiegten.

Wort für Wort
ananta viditaprajña nityaṃ bhūtavibhāvana
der Endlose, der an Einsicht Erkannte, der ewig die Wesen Hervorbringende (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)
kṛtakārya kṛtaprajña dharmajña vijayājaya
der, dessen Werk vollbracht und dessen Einsicht vollendet ist, der Kenner des Dharma, der Sieger, der Unbesiegte (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)

guhyātman sarvabhūtātman sphuṭasaṃbhūtasaṃbhava bhūtārthatattva lokeśa jaya bhūtavibhāvana

als den, dessen Wesen im Geheimen liegt, das Selbst aller Wesen, dessen Entstehen ein offenkundiges ist, die Wahrheit vom Wesen der Dinge, den Herrn der Welt, den die Wesen Hervorbringenden.

Wort für Wort
guhyātman sarvabhūtātman sphuṭasaṃbhūtasaṃbhava
der, dessen Wesen im Geheimen liegt, das Selbst aller Wesen, dessen Entstehen ein offenkundiges ist (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)
bhūtārthatattva lokeśa jaya bhūtavibhāvana
die Wahrheit vom Wesen der Dinge, der Herr der Welt, der die Wesen Hervorbringende (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)

ātmayone mahābhāga kalpasaṃkṣepatatpara udbhāvana manodbhāva jaya brahmajanapriya

als den aus sich selbst Geborenen, den Hochgesegneten, den auf die Zusammenziehung des Weltzeitalters Bedachten, den Hervorbringenden, den aus dem Geist Hervorgegangenen, den den Brahmanen Lieben.

Wort für Wort
ātmayone mahābhāga kalpasaṃkṣepatatpara
der aus sich selbst Geborene, der Hochgesegnete, der auf die Zusammenziehung des Weltzeitalters Bedachte (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)
udbhāvana manodbhāva jaya brahmajanapriya
der Hervorbringende, der aus dem Geist Hervorgegangene, der den Brahmanen Liebe (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)

nisargasargābhirata kāmeśa parameśvara amṛtodbhava sadbhāva yugāgne vijayaprada

als den an der natürlichen Schöpfung Erfreuten, den Herrn der Wünsche, den höchsten Gebieter, den aus der Unsterblichkeit Entstandenen, den wahrhaft Seienden, das Feuer der Weltzeitalter, den Sieg-Verleihenden.

Wort für Wort
nisargasargābhirata kāmeśa parameśvara
der an der natürlichen Schöpfung Erfreute, der Herr der Wünsche, der höchste Gebieter (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)
amṛtodbhava sadbhāva yugāgne vijayaprada
der aus der Unsterblichkeit Entstandene, der wahrhaft Seiende, das Feuer der Weltzeitalter, der Sieg-Verleihende (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)

prajāpatipate deva padmanābha mahābala ātmabhūta mahābhūta karmātmañ jaya karmada

als den Herrn der Herren der Geschöpfe, den Gott, den Lotusnabeligen, den Gewaltigen, den aus sich selbst Gewordenen, das große Wesen, dessen Wesen die Tat sei, den Verleiher der Tat.

Wort für Wort
prajāpatipate deva padmanābha mahābala
der Herr der Herren der Geschöpfe, der Gott, der Lotusnabelige, der Gewaltige (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)
ātmabhūta mahābhūta karmātmañ jaya karmada
der aus sich selbst Gewordene, das große Wesen, dessen Wesen die Tat ist, der Verleiher der Tat (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)

pādau tava dharā devī diśo bāhur divaṃ śiraḥ mūrtis te 'haṃ surāḥ kāyaś candrādityau ca cakṣuṣī

Seine Füße seien die Göttin Erde, die Himmelsrichtungen sein Arm, der Himmel sein Haupt; seine Gestalt sei er, Brahmā, selbst, die Götter sein Körper, Mond und Sonne seine Augen.

Wort für Wort
pādau tava dharā devī diśo bāhur divaṃ śiraḥ
seine Füße seien die Göttin Erde, die Himmelsrichtungen sein Arm, der Himmel sein Haupt (Nom. Du. + Gen. + Nom. + Nom. + Nom. + Nom. + Nom. + Nom.)
mūrtis te 'haṃ surāḥ kāyaś candrādityau ca cakṣuṣī
seine Gestalt sei er, Brahmā, selbst, die Götter sein Körper, Mond und Sonne seine Augen (Nom. + Gen. + Nom. + Nom. + Nom. + Nom. Du.)

balaṃ tapaś ca satyaṃ ca dharmaḥ kāmātmajaḥ prabho tejo 'gniḥ pavanaḥ śvāsa āpas te svedasaṃbhavāḥ

Kraft, Askese und Wahrheit seien sein, Dharma und Kāma [?, kāmātmajaḥ - Lesung unsicher] seine Söhne, Gebieter; sein Glanz sei das Feuer, sein Atem der Wind, die Wasser seien aus seinem Schweiß entstanden.

Wort für Wort
balaṃ tapaś ca satyaṃ ca dharmaḥ kāmātmajaḥ prabho
Kraft, Askese und Wahrheit seien sein, Dharma und Kāma [?] seine Söhne, Gebieter (Nom. + Nom. + Nom. + Nom. + Nom. + Vok.)
tejo 'gniḥ pavanaḥ śvāsa āpas te svedasaṃbhavāḥ
sein Glanz sei das Feuer, sein Atem der Wind, die Wasser seien aus seinem Schweiß entstanden (Nom. + Nom. + Nom. + Nom. + Nom. + Gen. + Nom.)

[Anm.: kāmātmajaḥ - Lesung unsicher; hier vorläufig als 'Kāma [ist sein] Sohn' bzw. Bezug auf Dharma und Kāma als Söhne gedeutet, mit [?] markiert.]

aśvinau śravaṇau nityaṃ devī jihvā sarasvatī vedāḥ saṃskāraniṣṭhā hi tvayīdaṃ jagad āśritam

Die Aśvins seien stets seine Ohren, die Göttin Sarasvatī seine Zunge; die Veden gründeten in ihm auf rechtem Vollzug, und auf ihm beruhe diese ganze Welt.

Wort für Wort
aśvinau śravaṇau nityaṃ devī jihvā sarasvatī
die Aśvins seien stets seine Ohren, die Göttin Sarasvatī seine Zunge (Nom. Du. + Nom. Du. + Adv. + Nom. + Nom. + Nom.)
vedāḥ saṃskāraniṣṭhā hi tvayīdaṃ jagad āśritam
die Veden gründeten in ihm auf rechtem Vollzug, und auf ihm beruhe diese Welt (Nom. + Nom. + Partikel + Lok. + Nom. + Nom.)

na saṃkhyāṃ na parīmāṇaṃ na tejo na parākramam na balaṃ yogayogīśa jānīmas te na saṃbhavam

Weder seine Zahl noch sein Maß, weder seinen Glanz noch seine Kraftentfaltung, weder seine Stärke, ihn, den Herrn des Yoga und der Yogins, noch seinen Ursprung kenne man.

Wort für Wort
na saṃkhyāṃ na parīmāṇaṃ na tejo na parākramam
weder seine Zahl noch sein Maß, weder seinen Glanz noch seine Kraftentfaltung (Neg. + Akk. + Neg. + Akk. + Neg. + Akk. + Neg. + Akk.)
na balaṃ yogayogīśa jānīmas te na saṃbhavam
weder seine Stärke, ihn, den Herrn des Yoga und der Yogins, noch seinen Ursprung kenne man (Neg. + Akk. + Vok. + Präs. + Gen. + Neg. + Akk.)

tvadbhaktiniratā deva niyamais tvā samāhitāḥ arcayāmaḥ sadā viṣṇo parameśaṃ maheśvaram

In Hingabe an ihn versunken und durch Gelübde auf ihn gesammelt, verehre man ihn, Viṣṇu, stets als den höchsten Herrn, den großen Gebieter.

Wort für Wort
tvadbhaktiniratā deva niyamais tvā samāhitāḥ
in Hingabe an ihn versunken, o Gott, durch Gelübde auf ihn gesammelt (Nom. + Vok. + Instr. + Akk. + Nom.)
arcayāmaḥ sadā viṣṇo parameśaṃ maheśvaram
verehre man ihn, Viṣṇu, stets als den höchsten Herrn, den großen Gebieter (Präs. + Adv. + Vok. + Akk. + Akk.)

ṛṣayo devagandharvā yakṣarākṣasapannagāḥ piśācā mānuṣāś caiva mṛgapakṣisarīsṛpāḥ

Die Seher, Götter, Gandharvas, Yakṣas, Rākṣasas, Schlangen, Piśācas, Menschen ebenso wie Tiere, Vögel und kriechende Wesen -

Wort für Wort
ṛṣayo devagandharvā yakṣarākṣasapannagāḥ
die Seher, Götter, Gandharvas, Yakṣas, Rākṣasas, Schlangen (Nom.-Reihe)
piśācā mānuṣāś caiva mṛgapakṣisarīsṛpāḥ
Piśācas, Menschen ebenso wie Tiere, Vögel und kriechende Wesen (Nom.-Reihe)

evamādi mayā sṛṣṭaṃ pṛthivyāṃ tvatprasādajam padmanābha viśālākṣa kṛṣṇa duḥsvapnanāśana

all dies und mehr, von ihm [Brahmā] auf der Erde geschaffen, sei aus dessen Gnade entstanden - aus der Gnade dessen, den man als Lotusnabeligen, Großäugigen, Kṛṣṇa, Vertreiber böser Träume kennt.

Wort für Wort
evamādi mayā sṛṣṭaṃ pṛthivyāṃ tvatprasādajam
all dies und mehr, von ihm auf der Erde geschaffen, sei aus dessen Gnade entstanden (Adv. + Instr. + Nom. + Lok. + Nom.)
padmanābha viśālākṣa kṛṣṇa duḥsvapnanāśana
der Lotusnabelige, der Großäugige, Kṛṣṇa, der Vertreiber böser Träume (Vok.-Reihe, indirekt wiedergegeben)

tvaṃ gatiḥ sarvabhūtānāṃ tvaṃ netā tvaṃ jaganmukham tvatprasādena deveśa sukhino vibudhāḥ sadā

Er sei die Zuflucht aller Wesen, der Führer, das Antlitz der Welt; durch seine Gnade, ihn, den Herrn der Götter, seien die Götter stets glücklich.

Wort für Wort
tvaṃ gatiḥ sarvabhūtānāṃ tvaṃ netā tvaṃ jaganmukham
er sei die Zuflucht aller Wesen, der Führer, das Antlitz der Welt (Nom. + Nom. + Gen. + Nom. + Nom. + Nom. + Nom.)
tvatprasādena deveśa sukhino vibudhāḥ sadā
durch seine Gnade, ihn, den Herrn der Götter, seien die Götter stets glücklich (Instr. + Vok. + Nom. + Nom. + Adv.)

pṛthivī nirbhayā deva tvatprasādāt sadābhavat tasmād bhava viśālākṣa yaduvaṃśavivardhanaḥ

Die Erde, o Gott, sei durch seine Gnade stets furchtlos gewesen; darum möge er, der Großäugige, zum Mehrer des Geschlechts der Yadus werden.

Wort für Wort
pṛthivī nirbhayā deva tvatprasādāt sadābhavat
die Erde sei, o Gott, durch seine Gnade stets furchtlos gewesen (Nom. + Nom. + Vok. + Abl. + Adv. + Impf.)
tasmād bhava viśālākṣa yaduvaṃśavivardhanaḥ
darum möge er, der Großäugige, zum Mehrer des Geschlechts der Yadus werden (Adv. + Imp. + Vok. + Nom.)

dharmasaṃsthāpanārthāya daiteyānāṃ vadhāya ca jagato dhāraṇārthāya vijñāpyaṃ kuru me prabho

Zum Zweck der Aufrichtung des Dharma, zur Vernichtung der Daityas und zur Erhaltung der Welt möge er sein [Brahmās] Anliegen erfüllen, Gebieter.

Wort für Wort
dharmasaṃsthāpanārthāya daiteyānāṃ vadhāya ca
zum Zweck der Aufrichtung des Dharma und zur Vernichtung der Daityas (Dat. + Gen. + Dat.)
jagato dhāraṇārthāya vijñāpyaṃ kuru me prabho
und zur Erhaltung der Welt möge er sein Anliegen erfüllen, Gebieter (Gen. + Dat. + Akk. + Imp. + Gen. + Vok.)

yad etat paramaṃ guhyaṃ tvatprasādamayaṃ vibho vāsudeva tad etat te mayodgītaṃ yathātatham

Dieses höchste Geheimnis, ganz aus seiner Gnade gewoben, Gebieter, Vāsudeva - das habe er [Brahmā] ihm wahrheitsgemäß vorgesungen.

Wort für Wort
yad etat paramaṃ guhyaṃ tvatprasādamayaṃ vibho
dieses höchste Geheimnis, ganz aus seiner Gnade gewoben, Gebieter (Nom. + Nom. + Nom. + Nom. + Vok.)
vāsudeva tad etat te mayodgītaṃ yathātatham
Vāsudeva, das habe er ihm wahrheitsgemäß vorgesungen (Vok. + Nom. + Nom. + Gen. + Instr. + Nom. + Adv.)

sṛṣṭvā saṃkarṣaṇaṃ devaṃ svayam ātmānam ātmanā kṛṣṇa tvam ātmanāsrākṣīḥ pradyumnaṃ cātmasaṃbhavam

Nachdem er selbst aus sich selbst den Gott Saṃkarṣaṇa erschaffen habe, habe er, Kṛṣṇa, aus sich selbst auch Pradyumna hervorgebracht, aus sich selbst entstanden.

Wort für Wort
sṛṣṭvā saṃkarṣaṇaṃ devaṃ svayam ātmānam ātmanā
nachdem er selbst aus sich selbst den Gott Saṃkarṣaṇa erschaffen habe (Abs. + Akk. + Akk. + Adv. + Akk. + Instr.)
kṛṣṇa tvam ātmanāsrākṣīḥ pradyumnaṃ cātmasaṃbhavam
habe er, Kṛṣṇa, aus sich selbst auch Pradyumna hervorgebracht, aus sich selbst entstanden (Vok. + Nom. + Instr. + Perf. + Akk. + Akk.)

pradyumnāc cāniruddhaṃ tvaṃ yaṃ vidur viṣṇum avyayam aniruddho 'sṛjan māṃ vai brahmāṇaṃ lokadhāriṇam

Und aus Pradyumna [habe er] Aniruddha [hervorgebracht], den man als den unvergänglichen Viṣṇu kenne; Aniruddha habe ihn, Brahmā, den Träger der Welt, erschaffen.

Wort für Wort
pradyumnāc cāniruddhaṃ tvaṃ yaṃ vidur viṣṇum avyayam
und aus Pradyumna [habe er] Aniruddha [hervorgebracht], den man als den unvergänglichen Viṣṇu kenne (Abl. + Akk. + Nom. + Akk. + Präs. + Akk. + Akk.)
aniruddho 'sṛjan māṃ vai brahmāṇaṃ lokadhāriṇam
Aniruddha habe ihn, Brahmā, den Träger der Welt, erschaffen (Nom. + Impf. + Akk. + Partikel + Akk. + Akk.)

vāsudevamayaḥ so 'haṃ tvayaivāsmi vinirmitaḥ vibhajya bhāgaśo ''tmānaṃ vraja mānuṣatāṃ vibho

Er [Brahmā] sei ganz aus Vāsudeva gebildet, von ihm allein geschaffen worden; er [Brahmā] bat, dieser möge sich selbst in Anteile teilen und in die Menschheit eingehen, Gebieter.

Wort für Wort
vāsudevamayaḥ so 'haṃ tvayaivāsmi vinirmitaḥ
er sei ganz aus Vāsudeva gebildet, von ihm allein geschaffen worden (Nom. + Nom. + Instr. + Präs. + Nom.)
vibhajya bhāgaśo ''tmānaṃ vraja mānuṣatāṃ vibho
er bat, dieser möge sich selbst in Anteile teilen und in die Menschheit eingehen, Gebieter (Abs. + Adv. + Akk. + Imp. + Akk. + Vok.)

[Anm.: Apparat V.67b*0258_01-02 (zwei Zeilen, weitgehend deckungsgleiche Variante) gemäß Konvention ausgeschlossen.]

tatrāsuravadhaṃ kṛtvā sarvalokasukhāya vai dharmaṃ sthāpya yaśaḥ prāpya yogaṃ prāpsyasi tattvataḥ

Dort werde er, nachdem er die Asuras getötet habe, zum Glück aller Welten, nachdem er den Dharma aufgerichtet und Ruhm erlangt habe, wahrhaftig den Yoga erlangen.

Wort für Wort
tatrāsuravadhaṃ kṛtvā sarvalokasukhāya vai
dort werde er, nachdem er die Asuras getötet habe, zum Glück aller Welten (Adv. + Akk. + Abs. + Dat. + Partikel)
dharmaṃ sthāpya yaśaḥ prāpya yogaṃ prāpsyasi tattvataḥ
nachdem er den Dharma aufgerichtet und Ruhm erlangt habe, werde er wahrhaftig den Yoga erlangen (Akk. + Abs. + Akk. + Abs. + Akk. + Fut. + Adv.)

tvāṃ hi brahmarṣayo loke devāś cāmitavikrama tais taiś ca nāmabhir bhaktā gāyanti paramātmakam

Denn ihn, den von unermesslicher Kraft, priesen die Brahmanenseher in der Welt und die Götter, und mit jenen und jenen Namen besängen die Hingebungsvollen ihn, den höchsten Geist.

Wort für Wort
tvāṃ hi brahmarṣayo loke devāś cāmitavikrama
denn ihn, den von unermesslicher Kraft, priesen die Brahmanenseher in der Welt und die Götter (Akk. + Partikel + Nom. + Lok. + Nom. + Akk.)
tais taiś ca nāmabhir bhaktā gāyanti paramātmakam
und mit jenen und jenen Namen besängen die Hingebungsvollen ihn, den höchsten Geist (Instr. + Instr. + Instr. + Nom. + Präs. + Akk.)

[Anm.: Apparat V.69d*0259_01 (eine Zeile) gemäß Konvention ausgeschlossen.]

sthitāś ca sarve tvayi bhūtasaṃghāḥ kṛtvāśrayaṃ tvāṃ varadaṃ subāho anādimadhyāntam apārayogaṃ lokasya setuṃ pravadanti viprāḥ

Und alle Scharen der Wesen ruhten in ihm, nachdem sie in ihm, dem Wunscherfüller, dem Starkarmigen, Zuflucht gefunden hätten; ihn, der ohne Anfang, Mitte und Ende sei, von unermesslichem Yoga, nennten die Brahmanen die Brücke der Welt.

Wort für Wort
sthitāś ca sarve tvayi bhūtasaṃghāḥ kṛtvāśrayaṃ tvāṃ varadaṃ subāho
und alle Scharen der Wesen ruhten in ihm, nachdem sie in ihm, dem Wunscherfüller, dem Starkarmigen, Zuflucht gefunden hätten (Nom. Ptz. + Nom. + Lok. + Nom. + Abs. + Akk. + Vok. + Vok.)
anādimadhyāntam apārayogaṃ lokasya setuṃ pravadanti viprāḥ
ihn, der ohne Anfang, Mitte und Ende sei, von unermesslichem Yoga, nennten die Brahmanen die Brücke der Welt (Akk. + Akk. + Gen. + Akk. + Präs. + Nom.)

[Anm.: Letzter Vers des Kapitels. Brahmās Hymnus/Bitte an Vāsudeva bleibt als indirekte Rede innerhalb von Bhīṣmas weiterhin offener CQ-Rede eingebettet - kein eigener Schließmarker, da nie ein eigener Öffnungsmarker gesetzt wurde. Sowohl Saṃjayas SQ als auch Bhīṣmas CQ bleiben über die Kapitelgrenze hinaus offen, da Kap.62 erneut mit 'bhīṣma uvāca' beginnt, ohne neue Dhṛtarāṣṭra-Frage.]

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