śrībhagavān uvāca bahūni me vyatītāni janmāni tava cārjuna tāny ahaṃ veda sarvāṇi na tvaṃ vettha paraṃtapa
Der erhabene Herr sprach: „Viele Geburten liegen hinter mir, und auch hinter dir, Arjuna; ich kenne sie alle, du aber kennst sie nicht, Bezwinger der Feinde.
Wort für Wort
śrībhagavān uvāca
der erhabene Herr sprach (3. Sg. Perfekt)
bahūni me vyatītāni janmāni
viele vergangene Geburten von mir (n. Pl., Nom. + Pron. + Part. Perf. Pass. + n. Pl.)
tava ca arjuna
und deine, Arjuna (Pron., Gen. Sg. + Vok. Sg.)
tāny ahaṃ veda sarvāṇi
ich kenne sie alle (Pron. Pl., Akk. + Pron. + 1. Sg. Perfekt + Adj., Akk. Pl.)
na tvaṃ vettha
du aber kennst nicht (Pron., Nom. Sg. + 2. Sg. Perfekt, negiert)
ajo 'pi sann avyayātmā bhūtānām īśvaro 'pi san prakṛtiṃ svām adhiṣṭhāya saṃbhavāmy ātmamāyayā
Obwohl ich ungeboren bin und von unvergänglichem Wesen, obwohl ich der Herr der Wesen bin, nehme ich, gestützt auf meine eigene Urnatur, Gestalt an durch meine eigene Schöpfungsmacht (Māyā).
janma karma ca me divyam evaṃ yo vetti tattvataḥ tyaktvā dehaṃ punarjanma naiti mām eti so 'rjuna
Wer so meine göttliche Geburt und mein Wirken in Wahrheit kennt, geht nach dem Verlassen des Leibes nicht wieder in eine Wiedergeburt ein, sondern gelangt zu mir, Arjuna.
Wort für Wort
janma karma ca me divyam
meine göttliche Geburt und Wirken (n. + n., Akk. Sg. + Pron. + Adj.)
evaṃ yo vetti tattvataḥ
wer so in Wahrheit kennt (Adv. + Pron. + 3. Sg. Präsens + Adv.)
tyaktvā dehaṃ
nachdem er den Leib verlassen hat (Gerundium + m., Akk. Sg.)
punarjanma na eti
geht nicht in Wiedergeburt ein (n., Akk. Sg. + 3. Sg. Präsens, negiert)
mām eti so 'rjuna
der gelangt zu mir, Arjuna (Pron., Akk. Sg. + 3. Sg. Präsens + Pron. + Vok. Sg.)
Viele, frei von Leidenschaft, Furcht und Zorn, ganz von mir erfüllt, bei mir Zuflucht suchend, durch die Askese der Erkenntnis geläutert, sind zu meinem Wesen gelangt.
Wort für Wort
vītarāgabhayakrodhā
frei von Leidenschaft, Furcht und Zorn (Adj., Nom. Pl.)
manmayā mām upāśritāḥ
ganz von mir erfüllt, bei mir Zuflucht suchend (Adj. + Pron. + Part. Perf. Pass., Nom. Pl.)
bahavo jñānatapasā pūtā
viele, durch die Askese der Erkenntnis geläutert (m. Pl., Nom. + n., Instr. Sg. + Part. Perf. Pass.)
madbhāvam āgatāḥ
sind zu meinem Wesen gelangt (m., Akk. Sg. + Part. Perf. Akt., Nom. Pl.)
ye yathā māṃ prapadyante tāṃs tathaiva bhajāmy aham mama vartmānuvartante manuṣyāḥ pārtha sarvaśaḥ
In welcher Weise sich die Menschen mir auch nähern, in eben jener Weise erwidere ich es ihnen; auf allen Wegen folgen die Menschen letztlich meinem Pfad, Pārtha.
Wort für Wort
ye yathā māṃ prapadyante
die sich mir in welcher Weise auch nähern (Pron. Pl. + Adv. + Pron. + 3. Pl. Präsens Medium)
tāṃs tathaiva bhajāmy aham
diese erwidere ich ebenso (Pron. Pl., Akk. + Adv. + 1. Sg. Präsens + Pron.)
mama vartma anuvartante
meinem Pfad folgen sie (Pron. + n., Akk. Sg. + 3. Pl. Präsens Medium)
manuṣyāḥ pārtha sarvaśaḥ
die Menschen, Pārtha, in jeder Hinsicht (m. Pl., Nom. + Vok. Sg. + Adv.)
Die den Erfolg ihrer Werke erstrebenden Menschen verehren hier die Gottheiten; denn schnell stellt sich in der Welt der Menschen der aus dem Handeln geborene Erfolg ein.
Wort für Wort
kāṅkṣantaḥ karmaṇāṃ siddhiṃ
den Erfolg der Werke erstrebend (Part. Präs., Nom. Pl. + n. Pl., Gen. + f., Akk. Sg.)
yajanta iha devatāḥ
sie verehren hier die Gottheiten (3. Pl. Präsens + Adv. + f. Pl., Akk.)
kṣipraṃ hi mānuṣe loke
denn schnell in der Welt der Menschen (Adv. + Partikel + m., Lok. Sg.)
siddhir bhavati karmajā
der aus dem Handeln geborene Erfolg stellt sich ein (f., Nom. Sg. + 3. Sg. Präsens + Adj.)
Die vier Stände wurden von mir erschaffen, nach der Verteilung der Eigenschaften und Handlungen; wisse jedoch, dass ich, obgleich ich ihr Urheber bin, der unvergängliche Nicht-Handelnde bin.
Wort für Wort
cāturvarṇyaṃ mayā sṛṣṭaṃ
die vier Stände wurden von mir erschaffen (n., Nom. Sg. + Instr. Sg. + Part. Perf. Pass.)
guṇakarmavibhāgaśaḥ
nach der Verteilung von Eigenschaften und Handlung (Adv.)
tasya kartāram api māṃ
dass ich dessen Urheber bin (Pron., Gen. Sg. + m., Akk. Sg. + Partikel + Pron.)
viddhy akartāram avyayam
wisse den unvergänglichen Nicht-Handelnden! (Imperativ 2. Sg. + m., Akk. Sg. + Adj.)
evaṃ jñātvā kṛtaṃ karma pūrvair api mumukṣubhiḥ kuru karmaiva tasmāt tvaṃ pūrvaiḥ pūrvataraṃ kṛtam
In dieser Erkenntnis wurde das Handeln auch von den nach Erlösung Strebenden der Vorzeit vollbracht; darum verrichte auch du das Handeln, wie es die Alten schon vor dir vollbrachten.
Wort für Wort
evaṃ jñātvā kṛtaṃ karma
so erkennend wurde das Handeln vollbracht (Adv. + Gerundium + n., Nom. Sg.)
pūrvair api mumukṣubhiḥ
auch von den nach Erlösung Strebenden der Vorzeit (m. Pl., Instr. + Partikel + m. Pl., Instr.)
kuru karma eva tasmāt tvaṃ
darum verrichte auch du das Handeln (Imperativ 2. Sg. + n., Akk. Sg. + Adv. + Pron.)
pūrvaiḥ pūrvataraṃ kṛtam
wie es von den Alten vordem vollbracht wurde (m. Pl., Instr. + Adv. + Part. Perf. Pass.)
kiṃ karma kim akarmeti kavayo 'py atra mohitāḥ tat te karma pravakṣyāmi yaj jñātvā mokṣyase 'śubhāt
'Was ist Handeln, was ist Nichthandeln?' — selbst die Weisen sind hierüber verwirrt. So will ich dir das Handeln erklären, durch dessen Erkenntnis du dich vom Übel befreien wirst.
Wort für Wort
kiṃ karma kim akarma iti
was ist Handeln, was ist Nichthandeln (Fragewort + n. + n., Nom. Sg. + Zitatpartikel)
kavayo 'py atra mohitāḥ
selbst die Weisen sind hierüber verwirrt (m. Pl., Nom. + Partikel + Adv. + Part. Perf. Pass., Nom. Pl.)
tat te karma pravakṣyāmi
das will ich dir erklären (Pron. + Dat. Sg. + n., Akk. Sg. + 1. Sg. Futur)
yaj jñātvā mokṣyase 'śubhāt
durch dessen Erkenntnis du dich vom Übel befreien wirst (Pron. + Gerundium + 2. Sg. Futur Medium + n., Abl. Sg.)
karmaṇo hy api boddhavyaṃ boddhavyaṃ ca vikarmaṇaḥ akarmaṇaś ca boddhavyaṃ gahanā karmaṇo gatiḥ
Denn man muss das Handeln verstehen, und man muss das Falschhandeln verstehen, und man muss auch das Nichthandeln verstehen; schwer zu ergründen ist der Weg des Handelns.
Wort für Wort
karmaṇo hy api boddhavyaṃ
denn man muss auch das Handeln verstehen (n., Gen. Sg. + Partikel + Gerundivum, Nom. Sg.)
boddhavyaṃ ca vikarmaṇaḥ
und man muss das Falschhandeln verstehen (Gerundivum + n., Gen. Sg.)
akarmaṇaś ca boddhavyaṃ
und man muss das Nichthandeln verstehen (n., Gen. Sg. + Gerundivum)
gahanā karmaṇo gatiḥ
schwer zu ergründen ist der Weg des Handelns (Adj., Nom. Sg. + n., Gen. Sg. + f., Nom. Sg.)
karmaṇy akarma yaḥ paśyed akarmaṇi ca karma yaḥ sa buddhimān manuṣyeṣu sa yuktaḥ kṛtsnakarmakṛt
Wer im Handeln das Nichthandeln erblickt und im Nichthandeln das Handeln, der ist der Weise unter den Menschen; er ist der Geeinte, der Vollbringer allen Werks.
Wort für Wort
karmaṇy akarma yaḥ paśyed
wer im Handeln das Nichthandeln erblickt (n., Lok. Sg. + n., Akk. Sg. + Pron. + 3. Sg. Optativ)
akarmaṇi ca karma yaḥ
und wer im Nichthandeln das Handeln [erblickt] (n., Lok. Sg. + n., Akk. Sg. + Pron.)
sa buddhimān manuṣyeṣu
der ist der Weise unter den Menschen (Pron. + Adj., Nom. Sg. + m. Pl., Lok.)
sa yuktaḥ kṛtsnakarmakṛt
er ist der Geeinte, der Vollbringer allen Werks (Pron. + Adj. + Adj., Nom. Sg.)
yasya sarve samārambhāḥ kāmasaṃkalpavarjitāḥ jñānāgnidagdhakarmāṇaṃ tam āhuḥ paṇḍitaṃ budhāḥ
Wessen sämtliche Unternehmungen frei von Begierde und Verlangen sind, dessen Werke, vom Feuer der Erkenntnis verbrannt — ihn nennen die Weisen einen wahrhaft Gelehrten.
Wort für Wort
yasya sarve samārambhāḥ
wessen sämtliche Unternehmungen (Pron., Gen. Sg. + Adj. + m. Pl., Nom.)
kāmasaṃkalpavarjitāḥ
frei von Begierde und Verlangen (Adj., Nom. Pl.)
jñānāgnidagdhakarmāṇaṃ
dessen Werke vom Feuer der Erkenntnis verbrannt sind (Adj., Akk. Sg.)
tam āhuḥ paṇḍitaṃ budhāḥ
ihn nennen die Weisen einen Gelehrten (Pron., Akk. Sg. + 3. Pl. Perfekt + m., Akk. Sg. + m. Pl., Nom.)
Nachdem er die Anhaftung an die Frucht des Handelns aufgegeben hat, stets zufrieden, auf nichts angewiesen, tut er, obgleich im Handeln tätig, in Wahrheit gar nichts.
Wort für Wort
tyaktvā karmaphalāsaṅgaṃ
nachdem er die Anhaftung an die Werkfrucht aufgegeben hat (Gerundium + m., Akk. Sg.)
nityatṛpto nirāśrayaḥ
stets zufrieden, auf nichts angewiesen (Adj. + Adj., Nom. Sg.)
Frei von Verlangen, mit gezügeltem Denken und Selbst, aller Besitzansprüche entsagend, verrichtet er, wenn er nur die Werke des Leibes vollbringt, keine Verfehlung.
Wort für Wort
nirāśīr yatacittātmā
frei von Verlangen, mit gezügeltem Denken und Selbst (Adj. + Adj., Nom. Sg.)
tyaktasarvaparigrahaḥ
aller Besitzansprüche entsagend (Adj., Nom. Sg.)
śārīraṃ kevalaṃ karma kurvan
nur die Werke des Leibes vollbringend (n., Akk. Sg. + Adj. + n., Akk. Sg. + Part. Präs.)
yadṛcchālābhasaṃtuṣṭo dvaṃdvātīto vimatsaraḥ samaḥ siddhāv asiddhau ca kṛtvāpi na nibadhyate
Zufrieden mit dem, was ihm zufällig zufällt, über die Gegensatzpaare erhaben, frei von Neid, gleichmütig in Gelingen wie Misslingen — selbst wenn er handelt, wird er nicht gebunden.
Wort für Wort
yadṛcchālābhasaṃtuṣṭo
zufrieden mit zufälligem Gewinn (Adj., Nom. Sg.)
dvaṃdvātīto vimatsaraḥ
über die Gegensatzpaare erhaben, frei von Neid (Adj. + Adj., Nom. Sg.)
samaḥ siddhāv asiddhau ca
gleichmütig in Gelingen und Misslingen (Adj., Nom. Sg. + n. Lok. Sg. + n. Lok. Sg.)
kṛtvāpi na nibadhyate
selbst handelnd wird er nicht gebunden (Gerundium + Partikel + 3. Sg. Präsens Passiv, negiert)
Für den, dessen Anhaftung geschwunden ist, den Befreiten, dessen Denken in der Erkenntnis gegründet ist, der um des Opfers willen handelt, löst sich das ganze Werk gänzlich auf.
Wort für Wort
gatasaṅgasya muktasya
dessen Anhaftung geschwunden ist, des Befreiten (Adj. + Adj., Gen. Sg.)
jñānāvasthitacetasaḥ
dessen Denken in der Erkenntnis gegründet ist (Adj., Gen. Sg.)
yajñāyācarataḥ
der um des Opfers willen handelt (m., Gen. Sg., Part. Präs.)
karma samagraṃ pravilīyate
das ganze Werk löst sich gänzlich auf (n., Nom. Sg. + Adj. + 3. Sg. Präsens Passiv)
brahmārpaṇaṃ brahmahavir brahmāgnau brahmaṇā hutam brahmaiva tena gantavyaṃ brahmakarmasamādhinā
Brahman ist die Opferhandlung, Brahman die Opfergabe, dargebracht von Brahman in das Feuer, das Brahman ist; eben zu Brahman gelangt, wer im Werk auf Brahman versenkt ist.
Wort für Wort
brahmārpaṇaṃ brahmahavir
Brahman ist die Darbringung, Brahman die Opfergabe (n., Nom. Sg. + n., Nom. Sg.)
brahmāgnau brahmaṇā hutam
dargebracht von Brahman in das Feuer, das Brahman ist (m., Lok. Sg. + n., Instr. Sg. + Part. Perf. Pass.)
brahmaiva tena gantavyaṃ
eben zu Brahman ist von ihm zu gelangen (n., Nom. Sg. + Instr. Sg. + Gerundivum)
brahmakarmasamādhinā
durch die Versenkung in das Brahman-Werk (m., Instr. Sg.)
Manche opfern die Sinne, angefangen beim Gehör, in die Feuer der Selbstbeherrschung; andere opfern die Sinnesobjekte, angefangen beim Ton, in die Feuer der Sinne.
Wort für Wort
śrotrādīni indriyāṇy
die Sinne, angefangen beim Gehör (n. Pl., Akk.)
anye saṃyamāgniṣu juhvati
manche opfern in die Feuer der Selbstbeherrschung (m. Pl., Nom. + m. Pl., Lok. + 3. Pl. Präsens)
śabdādīn viṣayān
die Sinnesobjekte, angefangen beim Ton (m. Pl., Akk.)
anya indriyāgniṣu juhvati
andere opfern in die Feuer der Sinne (m. Pl., Nom. + m. Pl., Lok. + 3. Pl. Präsens)
Wieder andere opfern alle Tätigkeiten der Sinne und die Tätigkeiten des Lebensatems in das vom Wissen entzündete Feuer der Selbstbeherrschungs-Disziplin.
Wort für Wort
sarvāṇi indriyakarmāṇi
alle Tätigkeiten der Sinne (n. Pl., Akk.)
prāṇakarmāṇi ca apare
und die Tätigkeiten des Lebensatems, wieder andere (n. Pl., Akk. + m. Pl., Nom.)
ātmasaṃyamayogāgnau
in das Feuer der Selbstbeherrschungs-Disziplin (m., Lok. Sg.)
juhvati jñānadīpite
sie opfern, vom Wissen entzündet (3. Pl. Präsens + Adj., Lok. Sg.)
dravyayajñās tapoyajñā yogayajñās tathāpare svādhyāyajñānayajñāś ca yatayaḥ saṃśitavratāḥ
Manche opfern durch Sachgaben, manche durch Askese, wieder andere durch Yoga, andere durch das Studium der heiligen Texte und durch Erkenntnis — Asketen von strengen Gelübden.
Wort für Wort
dravyayajñās tapoyajñā
Opferer durch Sachgaben, Opferer durch Askese (m. Pl., Nom.)
yogayajñās tathāpare
Opferer durch Yoga, ebenso andere (m. Pl., Nom.)
svādhyāyajñānayajñāś ca
und Opferer durch Studium und Erkenntnis (m. Pl., Nom.)
Manche opfern das Einatmen in das Ausatmen, andere wiederum das Ausatmen in das Einatmen; sie hemmen den Fluss von Ein- und Ausatem, dem Atemkontrolle ergeben.
Wort für Wort
apāne juhvati prāṇaṃ
sie opfern das Einatmen in das Ausatmen (n., Lok. Sg. + 3. Pl. Präsens + m., Akk. Sg.)
prāṇe 'pānaṃ tathāpare
andere ebenso das Ausatmen in das Einatmen (m., Lok. Sg. + m., Akk. Sg. + m. Pl., Nom.)
prāṇāpānagatī ruddhvā
den Fluss von Ein- und Ausatem gehemmt habend (m. Dual, Akk. + Gerundium)
prāṇāyāmaparāyaṇāḥ
der Atemkontrolle ergeben (Adj., Nom. Pl.)
[?] Prāṇa und Apāna werden hier vereinfachend als 'Einatmen' und 'Ausatmen' wiedergegeben; die genaue physiologische Zuordnung dieser yogischen Lebensatem-Ströme ist in der Fachliteratur nicht einheitlich.
apare niyatāhārāḥ prāṇān prāṇeṣu juhvati sarve 'py ete yajñavido yajñakṣapitakalmaṣāḥ
Andere, die ihre Nahrung streng regeln, opfern die Lebenshauche in die Lebenshauche; alle diese sind Kenner des Opfers, deren Makel durch das Opfer vernichtet sind.
Wort für Wort
apare niyatāhārāḥ
andere, von geregelter Nahrung (m. Pl., Nom. + Adj.)
prāṇān prāṇeṣu juhvati
opfern die Lebenshauche in die Lebenshauche (m. Pl., Akk. + m. Pl., Lok. + 3. Pl. Präsens)
sarve 'py ete yajñavido
alle diese sind Kenner des Opfers (Adj. + Partikel + Pron. Pl. + m. Pl., Nom.)
yajñakṣapitakalmaṣāḥ
deren Makel durch das Opfer vernichtet sind (Adj., Nom. Pl.)
Die vom unsterblichen Rest des Opfers zehren, gelangen zum ewigen Brahman; nicht einmal diese Welt gehört dem, der nicht opfert — wie erst die andere, bester der Kurus?
Wort für Wort
yajñaśiṣṭāmṛtabhujo
die vom unsterblichen Opferrest zehren (m. Pl., Nom.)
yānti brahma sanātanam
sie gelangen zum ewigen Brahman (3. Pl. Präsens + n., Akk. Sg. + Adj.)
nāyaṃ loko 'sty ayajñasya
nicht einmal diese Welt gehört dem Opferlosen (Pron., Nom. Sg. + m., Nom. Sg. + 3. Sg. Präsens + m., Gen. Sg., negiert)
kuto 'nyaḥ kurusattama
wie erst die andere, bester der Kurus (Fragewort + Adj., Nom. Sg. + Vok. Sg.)
So sind vielfältige Opfer ausgebreitet am Mund des Brahman; wisse, dass sie alle aus dem Handeln entspringen, und indem du dies erkennst, wirst du befreit werden.
Wort für Wort
evaṃ bahuvidhā yajñā
so vielfältige Opfer (Adv. + Adj. + m. Pl., Nom.)
vitatā brahmaṇo mukhe
ausgebreitet am Mund des Brahman (Part. Perf. Pass., Nom. Pl. + n., Gen. Sg. + n., Lok. Sg.)
karmajān viddhi tān sarvān
wisse, dass sie alle aus dem Handeln entstammen (Adj., Akk. Pl. + Imperativ + Pron. + Adj., Akk. Pl.)
evaṃ jñātvā vimokṣyase
so erkennend wirst du befreit werden (Adv. + Gerundium + 2. Sg. Futur Medium)
Besser als das Opfer mit Sachgaben ist das Opfer der Erkenntnis, Bezwinger der Feinde; alles Handeln ohne Ausnahme, Pārtha, findet seine Vollendung in der Erkenntnis.
Wort für Wort
śreyān dravyamayād yajñāj
besser als das Opfer mit Sachgaben (Komparativ + m., Abl. Sg. + m., Abl. Sg.)
jñānayajñaḥ paraṃtapa
das Opfer der Erkenntnis, Bezwinger der Feinde (m., Nom. Sg. + Vok. Sg.)
sarvaṃ karmākhilaṃ pārtha
alles Handeln ohne Ausnahme, Pārtha (Adj. + n., Nom. Sg. + Adj. + Vok. Sg.)
jñāne parisamāpyate
findet Vollendung in der Erkenntnis (n., Lok. Sg. + 3. Sg. Präsens Passiv)
tad viddhi praṇipātena paripraśnena sevayā upadekṣyanti te jñānaṃ jñāninas tattvadarśinaḥ
Erlange dieses Wissen durch Ehrerbietung, durch Fragen, durch Dienst; die Wissenden, die die Wahrheit schauen, werden dich in der Erkenntnis unterweisen.
Hast du dies erkannt, wirst du nicht wieder derart in Verblendung geraten, Pāṇḍava; dadurch wirst du alle Wesen ohne Ausnahme in deinem eigenen Selbst und ebenso in mir erblicken.
Wort für Wort
yaj jñātvā
was erkannt habend (Pron. + Gerundium)
na punar moham evaṃ yāsyasi
du wirst nicht wieder derart in Verblendung geraten (Negation + Adv. + m., Akk. Sg. + Adv. + 2. Sg. Futur)
pāṇḍava
o Pāṇḍava (Vok. Sg.)
yena bhūtāny aśeṣeṇa
wodurch alle Wesen ohne Ausnahme (Instr. Sg. + n. Pl., Akk. + n., Instr. Sg.)
drakṣyasy ātmany atho mayi
du wirst erblicken im Selbst und auch in mir (2. Sg. Futur + Lok. Sg. + Adv. + Lok. Sg.)
Wer voll Vertrauen ist, dem ganz ergeben und mit gezügelten Sinnen, erlangt die Erkenntnis; und hat er die Erkenntnis erlangt, gelangt er unverzüglich zum höchsten Frieden.
Wort für Wort
śraddhāvāṃl labhate jñānaṃ
wer voll Vertrauen ist, erlangt Erkenntnis (Adj., Nom. Sg. + 3. Sg. Präsens Medium + n., Akk. Sg.)
tatparaḥ saṃyatendriyaḥ
dem ergeben, mit gezügelten Sinnen (Adj. + Adj., Nom. Sg.)
yogasaṃnyastakarmāṇaṃ jñānasaṃchinnasaṃśayam ātmavantaṃ na karmāṇi nibadhnanti dhanaṃjaya
Wer durch Yoga das Handeln aufgegeben hat, wessen Zweifel durch Erkenntnis zerschnitten ist, wer im Besitz seiner selbst ist — den binden die Handlungen nicht, Dhanaṃjaya.
Wort für Wort
yogasaṃnyastakarmāṇaṃ
wer durch Yoga das Handeln aufgegeben hat (Adj., Akk. Sg.)
jñānasaṃchinnasaṃśayam
wessen Zweifel durch Erkenntnis zerschnitten ist (Adj., Akk. Sg.)
ātmavantaṃ
den im Besitz seiner selbst Befindlichen (Adj., Akk. Sg.)
na karmāṇi nibadhnanti dhanaṃjaya
den binden die Handlungen nicht, Dhanaṃjaya (Negation + n. Pl., Nom. + 3. Pl. Präsens + Vok. Sg.)
Darum durchtrenne diesen im Herzen wohnenden, aus Unwissenheit entstandenen Zweifel deines Selbst mit dem Schwert der Erkenntnis, halte fest am Yoga — erhebe dich, Bhārata!“
Wort für Wort
tasmād ajñānasaṃbhūtaṃ hṛtsthaṃ
darum den aus Unwissenheit entstandenen, im Herzen wohnenden (Adv. + Adj. + Adj., Akk. Sg.)
jñānāsinātmanaḥ
mit dem Schwert der Erkenntnis, deines Selbst (n., Instr. Sg. + m., Gen. Sg.)
chittvainaṃ saṃśayaṃ
diesen Zweifel durchtrennt habend (Gerundium + Pron. + m., Akk. Sg.)