catvāro 'psu guṇā rājan gandhas tatra na vidyate śabdaḥ sparśaś ca rūpaṃ ca tejaso 'tha guṇās trayaḥ śabdaḥ sparśaś ca vāyos tu ākāśe śabda eva ca
Vier sind die Eigenschaften im Wasser, König; Geruch existiert dort nicht; Klang, Berührung und Form aber sind die drei Eigenschaften des Feuers; Klang und Berührung sind die des Windes; und im Raum allein der Klang.
Wort für Wort
catvāraḥ apsu guṇāḥ rājan
vier sind die Eigenschaften im Wasser, König (Zahlwort + Lok. Sg. + Nom. Pl. + Vok.)
gandhaḥ tatra na vidyate
Geruch existiert dort nicht (Nom. Sg. + Adv. + Präs. 3.Sg.)
śabdaḥ sparśaḥ ca rūpam ca tejasaḥ atha guṇāḥ trayaḥ
Klang, Berührung und Form sind die drei Eigenschaften des Feuers (Nom. Sg. je + Gen. Sg. + Nom. Pl. + Zahlwort)
śabdaḥ sparśaḥ ca vāyoḥ tu
Klang und Berührung sind die des Windes (Nom. Sg. je + Gen. Sg.)
ākāśe śabdaḥ eva ca
und im Raum allein der Klang (Lok. Sg. + Nom. Sg. + Adv.)
anyonyaṃ nābhivartante sāmyaṃ bhavati vai yadā yadā tu viṣamībhāvam āviśanti parasparam tadā dehair dehavanto vyatirohanti nānyathā
Sie überschreiten einander nicht, solange Gleichgewicht herrscht; wenn sie aber in Ungleichgewicht zueinander geraten, dann entstehen die verkörperten Wesen mit ihren Leibern in Verschiedenheit - nicht anders.
Wort für Wort
anyonyam na abhivartante
sie überschreiten einander nicht (Akk. Adv. + Präs. Med. 3.Pl.)
wenn sie aber in Ungleichgewicht zueinander geraten (Adv. + Akk. Sg. + Präs. 3.Pl. + Akk. Adv.)
tadā dehaiḥ dehavantaḥ vyatirohanti
dann entstehen die verkörperten Wesen mit ihren Leibern (Adv. + Instr. Pl. + Nom. Pl. + Präs. 3.Pl.)
na anyathā
nicht anders (Adv.)
[?] Der genaue Sinn von 'vyatirohanti' ('sie treten hervor / differenzieren sich') im Zusammenhang mit dem Gleichgewicht der Elementqualitäten ist eine knappe, sāṃkhya-nahe kosmologische Anspielung und nicht restlos eindeutig.
acintyāḥ khalu ye bhāvā na tāṃs tarkeṇa sādhayet prakṛtibhyaḥ paraṃ yat tu tad acintyasya lakṣaṇam
Was an Zuständen fürwahr unbegreiflich ist, das sollte man nicht durch Schlussfolgerung zu beweisen suchen; was aber jenseits der Grundprinzipien liegt, das ist das Kennzeichen des Unbegreiflichen.
Wort für Wort
acintyāḥ khalu ye bhāvāḥ
was an Zuständen fürwahr unbegreiflich ist (Nom. Pl. + Partikel + Nom. Pl. + Nom. Pl.)
na tān tarkeṇa sādhayet
das sollte man nicht durch Schlussfolgerung beweisen (Adv. + Akk. Pl. + Instr. Sg. + Opt. 3.Sg.)
prakṛtibhyaḥ param yat tu
was aber jenseits der Grundprinzipien liegt (Abl. Pl. + Nom. Sg. + Nom. Sg. + Adv.)
tat acintyasya lakṣaṇam
das ist das Kennzeichen des Unbegreiflichen (Nom. Sg. + Gen. Sg. + Nom. Sg.)
dvir aṃśe pippalas tatra dvir aṃśe ca śaśo mahān sarvauṣadhisamāvāpaiḥ sarvataḥ paribṛṃhitaḥ āpas tato 'nyā vijñeyā eṣa saṃkṣepa ucyate
In zwei Teilen [erscheint] dort der Feigenbaum, und in zwei anderen Teilen der große Hase, von allen Seiten angereichert mit einer Fülle aller Heilkräuter; das Wasser [der Ozean] ist als davon verschieden zu verstehen - dies wird in Kürze gesagt.‘
Wort für Wort
dviḥ aṃśe pippalaḥ tatra
in zwei Teilen dort der Feigenbaum (Adv. + Lok. Sg. + Nom. Sg. + Adv.)
dviḥ aṃśe ca śaśaḥ mahān
und in zwei Teilen der große Hase (Adv. + Lok. Sg. + Nom. Sg. + Nom. Sg.)
sarvauṣadhisamāvāpaiḥ sarvataḥ paribṛṃhitaḥ
von allen Seiten angereichert mit einer Fülle aller Heilkräuter (Instr. Pl. + Adv. + Nom. Sg. Ppp.)
āpaḥ tataḥ anyāḥ vijñeyāḥ
das Wasser ist als davon verschieden zu verstehen (Nom. Pl. + Adv. + Nom. Pl. + Nom. Pl.)
eṣaḥ saṃkṣepaḥ ucyate
dies wird in Kürze gesagt (Nom. Sg. + Nom. Sg. + Präs. Pass. 3.Sg.)
Gemeint sind die auf der Mondscheibe wahrgenommenen Flecken, die traditionell als Feigenbaum und Hase gedeutet werden - Abbild der Kontinente von Sudarśana-Dvīpa.