apareyam itas tv anyāṃ prakṛtiṃ viddhi me parām jīvabhūtāṃ mahābāho yayedaṃ dhāryate jagat
Dies ist die niedere; erkenne aber meine andere, höhere Urnatur, mächtiger Arm, die zur Lebenskraft geworden ist, durch welche diese Welt getragen wird.
Wort für Wort
aparā iyam itas tv anyāṃ prakṛtiṃ
dies ist die niedere, aber eine andere Urnatur (Adj. + Pron. + Adv. + Adj. + f., Akk. Sg.)
Ich bin der Geschmack im Wasser, Sohn der Kuntī, ich bin das Licht in Mond und Sonne, die Silbe Oṃ in allen Veden, der Klang im Äther, die Manneskraft in den Männern.
Wort für Wort
raso 'ham apsu kaunteya
ich bin der Geschmack im Wasser, Sohn der Kuntī (m., Nom. Sg. + Pron. + n. Pl., Lok. + Vok. Sg.)
prabhāsmi śaśisūryayoḥ
ich bin das Licht in Mond und Sonne (f., Nom. Sg. + 1. Sg. Präsens + m. Dual, Lok.)
praṇavaḥ sarvavedeṣu
die Silbe Oṃ in allen Veden (m., Nom. Sg. + m. Pl., Lok.)
śabdaḥ khe pauruṣaṃ nṛṣu
der Klang im Äther, die Manneskraft in den Männern (m., Nom. Sg. + n., Lok. Sg. + n., Nom. Sg. + m. Pl., Lok.)
Ich bin die Kraft der Kräftigen, frei von Begierde und Leidenschaft; ich bin, Stier der Bharatas, das dem Dharma nicht widerstreitende Begehren in den Wesen.
Wort für Wort
balaṃ balavatāṃ cāhaṃ
und ich bin die Kraft der Kräftigen (n., Nom. Sg. + m. Pl., Gen. + Pron.)
kāmarāgavivarjitam
frei von Begierde und Leidenschaft (Adj., Nom. Sg.)
dharmāviruddho bhūteṣu kāmo 'smi
ich bin das dem Dharma nicht widerstreitende Begehren in den Wesen (Adj. + n. Pl., Lok. + m., Nom. Sg. + 1. Sg. Präsens)
Durch diese drei aus den Eigenschaften bestehenden Zustände ist diese ganze Welt verblendet und erkennt mich nicht als das, was jenseits ihrer und unvergänglich ist.
Wort für Wort
tribhir guṇamayair bhāvair ebhiḥ
durch diese drei aus den Eigenschaften bestehenden Zustände (Adj. + Adj. + m. Pl., Instr.)
sarvam idaṃ jagat mohitaṃ
diese ganze Welt ist verblendet (Adj. + Pron. + n., Nom. Sg. + Part. Perf. Pass.)
nābhijānāti mām
erkennt mich nicht (3. Sg. Präsens, negiert + Pron.)
ebhyaḥ param avyayam
als das, was jenseits dieser und unvergänglich ist (Abl. Pl. + Adj. + Adj., Akk. Sg.)
daivī hy eṣā guṇamayī mama māyā duratyayā mām eva ye prapadyante māyām etāṃ taranti te
Denn diese meine göttliche, aus den Eigenschaften bestehende Schöpfungsmacht (Māyā) ist schwer zu überwinden; wer aber bei mir allein Zuflucht sucht, überwindet diese Māyā.
Wort für Wort
daivī hy eṣā guṇamayī
denn diese göttliche, aus den Eigenschaften bestehende (Adj. + Partikel + Pron. + Adj., Nom. Sg.)
na māṃ duṣkṛtino mūḍhāḥ prapadyante narādhamāḥ māyayāpahṛtajñānā āsuraṃ bhāvam āśritāḥ
Nicht suchen die Übeltäter, die Verblendeten, die niedrigsten der Menschen bei mir Zuflucht — deren Erkenntnis von der Māyā geraubt ist und die sich einer dämonischen Wesensart hingeben.
Wort für Wort
na māṃ duṣkṛtino mūḍhāḥ
nicht bei mir die Übeltäter, die Verblendeten (Negation + Pron. + m. Pl., Nom.)
prapadyante narādhamāḥ
suchen Zuflucht, die niedrigsten der Menschen (3. Pl. Präsens Medium + m. Pl., Nom.)
māyayāpahṛtajñānā
deren Erkenntnis von der Māyā geraubt ist (Adj., Nom. Pl.)
āsuraṃ bhāvam āśritāḥ
die sich einer dämonischen Wesensart hingeben (Adj. + m., Akk. Sg. + Part. Perf., Nom. Pl.)
Vierfach sind die tugendhaften Menschen, die mich verehren, Arjuna: der Bedrängte, der Wissbegierige, der nach Gewinn Strebende, und der Weise, Stier der Bharatas.
Wort für Wort
caturvidhā bhajante māṃ janāḥ
vierfach verehren mich die Menschen (Adj. + 3. Pl. Präsens Medium + Pron. + m. Pl., Nom.)
sukṛtino 'rjuna
die tugendhaften, Arjuna (Adj., Nom. Pl. + Vok. Sg.)
ārto jijñāsur arthārthī
der Bedrängte, der Wissbegierige, der nach Gewinn Strebende (m., Nom. Sg., Reihe)
jñānī ca bharatarṣabha
und der Weise, Stier der Bharatas (m., Nom. Sg. + Vok. Sg.)
kāmais tais tair hṛtajñānāḥ prapadyante 'nyadevatāḥ taṃ taṃ niyamam āsthāya prakṛtyā niyatāḥ svayā
Wer durch diese und jene Begierden um die Erkenntnis gebracht ist, wendet sich anderen Gottheiten zu, diese und jene Vorschrift befolgend, von der eigenen Natur bestimmt.
Wort für Wort
kāmais tais tair hṛtajñānāḥ
durch diese und jene Begierden um die Erkenntnis gebracht (m. Pl., Instr. + Adj., Nom. Pl.)
prapadyante 'nyadevatāḥ
sie wenden sich anderen Gottheiten zu (3. Pl. Präsens Medium + f. Pl., Akk.)
taṃ taṃ niyamam āsthāya
diese und jene Vorschrift befolgend (Pron. + m., Akk. Sg. + Gerundium)
prakṛtyā niyatāḥ svayā
von der eigenen Natur bestimmt (f., Instr. Sg. + Part. Perf. Pass., Nom. Pl. + Adj.)
sa tayā śraddhayā yuktas tasyā rādhanam īhate labhate ca tataḥ kāmān mayaiva vihitān hi tān
Mit jenem Vertrauen ausgestattet, sucht er dessen Gunst zu gewinnen, und erlangt daraus seine Wünsche, die doch in Wahrheit allein von mir gewährt werden.
Die Unverständigen halten mich, den Unoffenbarten, für ins Offenbare Eingegangen, da sie mein höheres, unvergängliches, unübertreffliches Wesen nicht kennen.
Wort für Wort
avyaktaṃ vyaktim āpannaṃ
den Unoffenbarten für ins Offenbare eingegangen (Adj. + f., Akk. Sg. + Part. Perf. Akt., Akk. Sg.)
manyante mām abuddhayaḥ
die Unverständigen halten mich (3. Pl. Präsens Medium + Pron. + Adj., Nom. Pl.)
paraṃ bhāvam ajānanto
mein höheres Wesen nicht kennend (Adj. + m., Akk. Sg. + Part. Präs., negiert)
Durch die aus Begierde und Abneigung entstehende Verblendung der Gegensatzpaare, Bhārata, geraten alle Wesen bei ihrer Entstehung in Verblendung, Bezwinger der Feinde.
Wort für Wort
icchādveṣasamutthena dvaṃdvamohena
durch die aus Begierde und Abneigung entstehende Verblendung der Gegensatzpaare (Adj. + m., Instr. Sg.)
bhārata
o Bhārata (Vok. Sg.)
sarvbhūtāni saṃmohaṃ sarge yānti
alle Wesen geraten bei der Entstehung in Verblendung (n. Pl., Nom. + m., Akk. Sg. + m., Lok. Sg. + 3. Pl. Präsens)
yeṣāṃ tv antagataṃ pāpaṃ janānāṃ puṇyakarmaṇām te dvaṃdvamohanirmuktā bhajante māṃ dṛḍhavratāḥ
Diejenigen Menschen guter Werke aber, deren Sünde zu Ende gekommen ist, sind von der Verblendung der Gegensatzpaare befreit und verehren mich, fest in ihren Gelübden.
Wort für Wort
yeṣāṃ tv antagataṃ pāpaṃ
deren Sünde aber zu Ende gekommen ist (Gen. Pl. + Adj. + n., Nom. Sg.)
janānāṃ puṇyakarmaṇām
der Menschen guter Werke (m. Pl., Gen. + Adj., Gen. Pl.)
te dvaṃdvamohanirmuktā
sie sind von der Verblendung der Gegensatzpaare befreit (Pron. + Adj., Nom. Pl.)
bhajante māṃ dṛḍhavratāḥ
verehren mich, fest in ihren Gelübden (3. Pl. Präsens Medium + Pron. + Adj., Nom. Pl.)
jarāmaraṇamokṣāya mām āśritya yatanti ye te brahma tad viduḥ kṛtsnam adhyātmaṃ karma cākhilam
Die, die nach Befreiung von Alter und Tod streben und bei mir Zuflucht nehmen, sie erkennen jenes Brahman ganz, das gesamte Selbst und das Handeln in seiner Gesamtheit.
Wort für Wort
jarāmaraṇamokṣāya
für die Befreiung von Alter und Tod (m., Dat. Sg.)
mām āśritya yatanti ye
die bei mir Zuflucht genommen habend streben (Pron. + Gerundium + 3. Pl. Präsens + Pron.)
te brahma tad viduḥ kṛtsnam
sie erkennen jenes Brahman ganz (Pron. + n., Akk. Sg. + Pron. + 3. Pl. Perfekt + Adj.)
adhyātmaṃ karma cākhilam
das gesamte Selbst und das Handeln vollständig (n. + n., Akk. Sg. + Adj.)
sādhibhūtādhidaivaṃ māṃ sādhiyajñaṃ ca ye viduḥ prayāṇakāle 'pi ca māṃ te vidur yuktacetasaḥ
Die mich mit dem Adhibhūta und Adhidaiva, ebenso mit dem Adhiyajña erkennen, die erkennen mich, von gefestigtem Denken, selbst noch zur Stunde des Hinscheidens.“
Wort für Wort
sādhibhūtādhidaivaṃ māṃ
mich mit dem Adhibhūta und Adhidaiva (Adj. + Pron., Akk. Sg.)
sādhiyajñaṃ ca ye viduḥ
und mit dem Adhiyajña, die da erkennen (Adj. + Pron., Nom. Pl. + 3. Pl. Perfekt)
prayāṇakāle 'pi ca māṃ
selbst noch zur Stunde des Hinscheidens mich (m., Lok. Sg. + Partikel + Pron.)
te vidur yuktacetasaḥ
die erkennen, von gefestigtem Denken (Pron. + 3. Pl. Perfekt + Adj., Nom. Pl.)
[?] Die drei Fachbegriffe Adhibhūta ('das oberste Element'), Adhidaiva ('das oberste Göttliche') und Adhiyajña ('das oberste Opfer') bleiben hier bewusst unübersetzt stehen, da Arjuna sie im folgenden Kapitel (30) als direkte Frage aufgreift und Kṛṣṇa sie dort definiert.