Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Bhīṣmaparva

Kapitel 54: catuḥpañcāśo 'dhyāyaḥ Bhīmas Sieg über Duryodhana und Bhīṣmas Gelübde

Fortsetzung von Saṃjayas Bericht (kein neuer Marker). Die Fürsten umringen Arjuna massenhaft, doch er wehrt jeden Waffenregen ab, wofür ihn Götter/Dānavas/Gandharvas mit dem Formelruf 'sādhu sādhu' preisen (V.1-5). Sātyaki und Abhimanyu halten die Gāndhāras auf; als Sātyakis Wagen zerschlagen wird, steigt er zu Abhimanyu über, und beide durchbrechen gemeinsam Śakunis Heer (V.6-9). Droṇa und Bhīṣma bedrängen Yudhiṣṭhiras Heer, doch Yudhiṣṭhira und die Zwillinge greifen Droṇas Truppe an (V.10-12). Bhīma und sein Sohn Ghaṭotkaca vollbringen gewaltige Taten - Ghaṭotkaca übertrifft dabei seinen Vater; Duryodhana greift ein, wird aber von Bhīma mit einem Pfeil ins Herz getroffen und fällt bewusstlos zusammen, woraufhin sein Wagenlenker ihn vom Feld trägt und das Kaurava-Heer in Panik gerät (V.13-21). Abhimanyu und Sātyaki zerschlagen gemeinsam Śakunis Heer (V.22-23). Arjunas Pfeilregen lässt auch das übrige Kaurava-Heer fliehen, bis Bhīṣma und Droṇa es aufhalten (V.24-27); als die Krieger Duryodhana wiedersehen, kehren sie zögernd um (V.28-30). Der wiedererwachte Duryodhana wirft Bhīṣma vor, die Pāṇḍavas aus Zuneigung zu schonen, und fordert ihn und Droṇa ultimativ zum vollen Einsatz auf (V.31-38, CQ). Bhīṣma erwidert zornig, die Pāṇḍavas seien selbst für Götter unbesiegbar, verspricht aber, heute nach Kräften alle Pāṇḍavas vor aller Augen aufzuhalten (V.39-42, CQ). Beide Heere blasen daraufhin ihre Muschelhörner zum erneuten Kampfbeginn (V.43-44). Ausgeschlossene Apparat-Einschübe (alle '*'-Marker): 13b(x2), 25d. Marker-Bilanz: SQ_OPEN=0, SQ_CLOSE=0 (SQ bleibt durchgehend offen), CQ_OPEN=2 (V.32 Duryodhana, V.40 Bhīṣma), CQ_CLOSE=2 (V.38, V.42).

tatas te pārthivāḥ kruddhāḥ phalgunaṃ vīkṣya saṃyuge rathair anekasāhasraiḥ samantāt paryavārayan

Da umringten jene zornentbrannten Fürsten, als sie Phalguna im Kampf erblickten, ihn mit vielen tausend Wagen von allen Seiten.

Wort für Wort
pārthivāḥ kruddhāḥ phalgunaṃ vīkṣya saṃyuge
die zornentbrannten Fürsten, Phalguna im Kampf erblickend (Nom. Pl. + Akk. + Gerundium)
rathair anekasāhasraiḥ samantāt paryavārayan
umringten ihn mit vielen tausend Wagen von allen Seiten (Instr. + Impf.)

[Anm.: reine Fortsetzung von Saṃjayas offener Rede - kein neuer Marker.]

athainaṃ rathavṛndena koṣṭakīkṛtya bhārata śaraiḥ subahusāhasraiḥ samantād abhyavārayan

Dann umzingelten sie ihn mit einer Wagenschar, ihn gleichsam einsperrend, o Bhārata, und bedrängten ihn von allen Seiten mit vielen tausend Pfeilen.

Wort für Wort
enaṃ rathavṛndena koṣṭakīkṛtya
ihn mit einer Wagenschar einsperrend (Akk. + Instr. + Gerundium)
śaraiḥ subahusāhasraiḥ abhyavārayan
bedrängten mit vielen tausend Pfeilen (Instr. + Impf.)

śaktīś ca vimalās tīkṣṇā gadāś ca parighaiḥ saha prāsān paraśvadhāṃś caiva mudgarān musalān api cikṣipuḥ samare kruddhāḥ phalgunasya rathaṃ prati

Blanke, scharfe Wurfspieße und Keulen samt eisernen Stangen, Speere, Streitäxte, Hämmer und Keulen schleuderten sie, zornentbrannt, im Kampf gegen Phalgunas Wagen.

Wort für Wort
śaktīś vimalās tīkṣṇā gadāś parighaiḥ
blanke, scharfe Wurfspieße, Keulen, eiserne Stangen (Akk. Pl. + Instr.)
prāsān paraśvadhāṃś mudgarān musalān
Speere, Streitäxte, Hämmer, Keulen (Akk. Pl.)
cikṣipuḥ kruddhāḥ phalgunasya rathaṃ prati
schleuderten, zornentbrannt, gegen Phalgunas Wagen (Perf. + Nom. + Akk.)

śastrāṇām atha tāṃ vṛṣṭiṃ śalabhānām ivāyatim rurodha sarvataḥ pārthaḥ śaraiḥ kanakabhūṣaṇaiḥ

Jenen Waffenregen, der wie ein Heuschreckenschwarm heranzog, wehrte der Pārtha von allen Seiten mit goldverzierten Pfeilen ab.

Wort für Wort
śastrāṇām tāṃ vṛṣṭiṃ śalabhānām iva āyatim
jenen Waffenregen, wie ein herankommender Heuschreckenschwarm (Gen. + Akk.)
rurodha pārthaḥ śaraiḥ kanakabhūṣaṇaiḥ
der Pārtha wehrte ab mit goldverzierten Pfeilen (Perf. + Nom. + Instr.)

tatra tal lāghavaṃ dṛṣṭvā bībhatsor atimānuṣam devadānavagandharvāḥ piśācoragarākṣasāḥ sādhu sādhv iti rājendra phalgunaṃ pratyapūjayan

Als sie dort jene übermenschliche Gewandtheit des Bībhatsu sahen, priesen die Götter, Dānavas, Gandharvas, Piśācas, Schlangen und Rākṣasas Phalguna mit den Worten 'Vortrefflich, vortrefflich!', o Herrscher der Könige.

Wort für Wort
tal lāghavaṃ dṛṣṭvā bībhatsor atimānuṣam
jene übermenschliche Gewandtheit des Bībhatsu sehend (Akk. + Gerundium + Gen.)
devadānavagandharvāḥ piśācoragarākṣasāḥ
Götter, Dānavas, Gandharvas, Piśācas, Schlangen, Rākṣasas (Nom. Pl.)
sādhu sādhv iti phalgunaṃ pratyapūjayan
priesen Phalguna mit 'Vortrefflich, vortrefflich!' (Akk. + Impf.)

[Anm.: 'sādhu sādhv iti' formelhaftes Kurzzitat mit ASCII-Apostrophen statt Unicode-Marker, wie projektüblich.]

sātyakiṃ cābhimanyuṃ ca mahatyā senayā saha gāndhārāḥ samare śūrā rurudhuḥ sahasaubalāḥ

Sātyaki und Abhimanyu, samt ihrem großen Heer, hielten die heldenhaften Gāndhāras zusammen mit den Söhnen des Subala im Kampf auf.

Wort für Wort
sātyakiṃ abhimanyuṃ mahatyā senayā saha
Sātyaki und Abhimanyu samt ihrem großen Heer (Akk. + Instr.)
gāndhārāḥ śūrā rurudhuḥ sahasaubalāḥ
die heldenhaften Gāndhāras mit den Söhnen des Subala hielten auf (Nom. Pl. + Perf.)

tatra saubalakāḥ kruddhā vārṣṇeyasya rathottamam tilaśaś cicchiduḥ krodhāc chastrair nānāvidhair yudhi

Dort zerschlugen die zornentbrannten Söhne des Subala aus Zorn den vortrefflichen Wagen des Vṛṣṇi-Enkels in Stücke, mit mancherlei Waffen im Kampf.

Wort für Wort
saubalakāḥ kruddhā vārṣṇeyasya rathottamam
die zornentbrannten Söhne des Subala den vortrefflichen Wagen des Vṛṣṇi-Enkels (Nom. + Gen. + Akk.)
tilaśaś cicchiduḥ krodhāc chastrair nānāvidhair
zerschlugen in Stücke aus Zorn mit mancherlei Waffen (Adv. + Perf. + Instr.)

sātyakis tu rathaṃ tyaktvā vartamāne mahābhaye abhimanyo rathaṃ tūrṇam āruroha paraṃtapaḥ

Sātyaki aber, seinen Wagen verlassend, während große Gefahr herrschte, bestieg rasch Abhimanyus Wagen, der Bezwinger der Feinde.

Wort für Wort
sātyakis rathaṃ tyaktvā vartamāne mahābhaye
Sātyaki, den Wagen verlassend, während große Gefahr herrschte (Nom. + Akk. + Gerundium + Lok. abs.)
abhimanyo rathaṃ tūrṇam āruroha paraṃtapaḥ
bestieg rasch Abhimanyus Wagen, der Bezwinger der Feinde (Gen. + Akk. + Perf. + Nom.)

tāv ekarathasaṃyuktau saubaleyasya vāhinīm vyadhametāṃ śitais tūrṇaṃ śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ

Die beiden, auf einem Wagen vereint, durchbohrten rasch das Heer des Sohnes des Subala mit scharfen Pfeilen mit glatten Gelenken.

Wort für Wort
tāv ekarathasaṃyuktau saubaleyasya vāhinīm
die beiden, auf einem Wagen vereint, das Heer des Sohnes des Subala (Nom. Dual + Gen. + Akk.)
vyadhametāṃ śitais śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ
durchbohrten mit scharfen Pfeilen mit glatten Gelenken (Perf. 3. Dual + Instr.)

droṇabhīṣmau raṇe yattau dharmarājasya vāhinīm nāśayetāṃ śarais tīkṣṇaiḥ kaṅkapatraparicchadaiḥ

Droṇa und Bhīṣma, im Kampf eifrig bemüht, vernichteten das Heer des Dharmarāja mit scharfen, mit Falkenfedern besetzten Pfeilen.

Wort für Wort
droṇabhīṣmau raṇe yattau dharmarājasya vāhinīm
Droṇa und Bhīṣma, im Kampf eifrig, das Heer des Dharmarāja (Nom. Dual + Gen. + Akk.)
nāśayetāṃ śarais tīkṣṇaiḥ kaṅkapatraparicchadaiḥ
vernichteten mit scharfen, falkenfedrigen Pfeilen (Impf. 3. Dual + Instr.)

tato dharmasuto rājā mādrīputrau ca pāṇḍavau miṣatāṃ sarvasainyānām droṇānīkam upādravan

Da griffen der Sohn des Dharma, der König, und die beiden Pāṇḍava-Söhne der Mādrī, vor den Augen aller Heere, Droṇas Truppe an.

Wort für Wort
dharmasuto rājā mādrīputrau pāṇḍavau
der Sohn des Dharma und die beiden Pāṇḍava-Söhne der Mādrī (Nom. Sg./Dual)
miṣatāṃ sarvasainyānām droṇānīkam upādravan
griffen vor den Augen aller Heere Droṇas Truppe an (Gen. Pl. Ptz. + Akk. + Impf.)

tatrāsīt sumahad yuddhaṃ tumulaṃ lomaharṣaṇam yathā devāsuraṃ yuddhaṃ pūrvam āsīt sudāruṇam

Dort entstand ein überaus gewaltiger, tosender, haarsträubender Kampf, wie einst der überaus grausige Kampf zwischen Göttern und Asuras.

Wort für Wort
tatra āsīt sumahad yuddhaṃ tumulaṃ lomaharṣaṇam
dort entstand ein überaus gewaltiger, tosender, haarsträubender Kampf (Impf. + Nom.)
yathā devāsuraṃ yuddhaṃ pūrvam āsīt sudāruṇam
wie einst der überaus grausige Kampf zwischen Göttern und Asuras (Nom. + Impf.)

kurvāṇau tu mahat karma bhīmasenaghaṭotkacau duryodhanas tato 'bhyetya tāv ubhāv abhyavārayat

Während Bhīmasena und Ghaṭotkaca eine gewaltige Tat vollbrachten, trat Duryodhana heran und hielt die beiden auf.

Wort für Wort
kurvāṇau mahat karma bhīmasenaghaṭotkacau
Bhīmasena und Ghaṭotkaca, eine gewaltige Tat vollbringend (Nom. Dual + Ptz. + Akk.)
duryodhanas abhyetya tāv ubhāv abhyavārayat
Duryodhana, herantretend, hielt beide auf (Nom. + Gerundium + Akk. Dual + Impf.)

[Anm.: 13b*0193_01/02 (Apparat) ausgeschlossen.]

tatrādbhutam apaśyāma haiḍimbasya parākramam atītya pitaraṃ yuddhe yad ayudhyata bhārata

Da sahen wir eine erstaunliche Tapferkeit des Sohnes der Hiḍimbā: dass er im Kampf seinen Vater übertraf, o Bhārata.

Wort für Wort
adbhutam apaśyāma haiḍimbasya parākramam
wir sahen eine erstaunliche Tapferkeit des Sohnes der Hiḍimbā (Akk. + Impf. + Gen. + Akk.)
atītya pitaraṃ yuddhe ayudhyata
dass er im Kampf seinen Vater übertreffend kämpfte (Gerundium + Akk. + Impf.)

bhīmasenas tu saṃkruddho duryodhanam amarṣaṇam hṛdy avidhyat pṛṣatkena prahasann iva pāṇḍavaḥ

Bhīmasena aber, zornentbrannt, durchbohrte den zornentbrannten Duryodhana mit einem Pfeil ins Herz, gleichsam lachend, der Pāṇḍava.

Wort für Wort
bhīmasenas saṃkruddho duryodhanam amarṣaṇam
der zornentbrannte Bhīmasena den zornentbrannten Duryodhana (Nom. + Akk.)
hṛdy avidhyat pṛṣatkena prahasann iva
durchbohrte ins Herz mit einem Pfeil, gleichsam lachend (Lok. + Impf. + Instr. + Ptz.)

tato duryodhano rājā prahāravaramohitaḥ niṣasāda rathopasthe kaśmalaṃ ca jagāma ha

Da sank König Duryodhana, von dem heftigen Schlag betäubt, auf den Wagensitz und verfiel in Bewusstlosigkeit.

Wort für Wort
duryodhano rājā prahāravaramohitaḥ
König Duryodhana, von dem heftigen Schlag betäubt (Nom. Sg.)
niṣasāda rathopasthe kaśmalaṃ jagāma
sank auf den Wagensitz und verfiel in Bewusstlosigkeit (Perf. + Lok. + Akk. + Perf.)

taṃ visaṃjñam atho jñātvā tvaramāṇo 'sya sārathiḥ apovāha raṇād rājaṃs tataḥ sainyam abhidyata

Als sein Wagenlenker erkannte, dass er ohne Besinnung war, trug er ihn eilends vom Schlachtfeld fort, o König; da wurde das Heer durchbrochen.

Wort für Wort
taṃ visaṃjñam jñātvā tvaramāṇo asya sārathiḥ
sein Wagenlenker, ihn ohne Besinnung erkennend, eilend (Akk. + Gerundium + Ptz. + Nom.)
apovāha raṇād tataḥ sainyam abhidyata
trug ihn vom Schlachtfeld fort; das Heer wurde durchbrochen (Impf. + Abl. + Nom. + Impf. Pass.)

tatas tāṃ kauravīṃ senāṃ dravamāṇāṃ samantataḥ nighnan bhīmaḥ śarais tīkṣṇair anuvavrāja pṛṣṭhataḥ

Da folgte Bhīma jenem allenthalben fliehenden Kaurava-Heer von hinten, es mit scharfen Pfeilen niederschlagend.

Wort für Wort
tāṃ kauravīṃ senāṃ dravamāṇāṃ samantataḥ
jenem allenthalben fliehenden Kaurava-Heer (Akk. + Ptz.)
nighnan bhīmaḥ śarais tīkṣṇair anuvavrāja pṛṣṭhataḥ
Bhīma folgte von hinten, mit scharfen Pfeilen niederschlagend (Ptz. + Nom. + Instr. + Perf.)

pārṣataś ca rathaśreṣṭho dharmaputraś ca pāṇḍavaḥ droṇasya paśyataḥ sainyaṃ gāṅgeyasya ca paśyataḥ jaghnatur viśikhais tīkṣṇaiḥ parānīkaviśātanaiḥ

Und der Sohn des Pṛṣata, der beste der Wagenkämpfer, und der Sohn des Dharma, der Pāṇḍava, schlugen, vor den Augen Droṇas und vor den Augen des Gāṅgeya, das Heer mit scharfen, die feindliche Truppe zerschmetternden Pfeilen.

Wort für Wort
pārṣataś rathaśreṣṭho dharmaputraś pāṇḍavaḥ
der Sohn des Pṛṣata, der beste Wagenkämpfer, und der Sohn des Dharma (Nom. Sg.)
droṇasya paśyataḥ gāṅgeyasya paśyataḥ
vor den Augen Droṇas und des Gāṅgeya (Gen. Ptz.)
jaghnatur viśikhais tīkṣṇaiḥ parānīkaviśātanaiḥ
schlugen mit scharfen, die feindliche Truppe zerschmetternden Pfeilen (Perf. 3. Dual + Instr.)

dravamāṇaṃ tu tat sainyaṃ tava putrasya saṃyuge nāśaknutāṃ vārayituṃ bhīṣmadroṇau mahārathau

Jenes fliehende Heer deines Sohnes im Kampf vermochten Bhīṣma und Droṇa, die beiden großen Wagenkämpfer, nicht aufzuhalten.

Wort für Wort
dravamāṇaṃ tat sainyaṃ tava putrasya saṃyuge
jenes fliehende Heer deines Sohnes im Kampf (Akk. + Gen. + Lok.)
na aśaknutāṃ vārayituṃ bhīṣmadroṇau mahārathau
Bhīṣma und Droṇa vermochten nicht aufzuhalten (Impf. 3. Dual + Inf. + Nom. Dual)

vāryamāṇaṃ hi bhīṣmeṇa droṇena ca viśāṃ pate vidravaty eva tat sainyaṃ paśyator droṇabhīṣmayoḥ

Denn obwohl von Bhīṣma und Droṇa aufgehalten, o Herrscher der Menschen, floh jenes Heer dennoch weiter, vor den Augen Droṇas und Bhīṣmas.

Wort für Wort
vāryamāṇaṃ bhīṣmeṇa droṇena ca
obwohl von Bhīṣma und Droṇa aufgehalten (Akk. Ptz. + Instr.)
vidravaty eva tat sainyaṃ paśyator droṇabhīṣmayoḥ
floh jenes Heer dennoch, vor den Augen Droṇas und Bhīṣmas (Präs. + Nom. + Gen. Dual Ptz.)

tato rathasahasreṣu vidravatsu tatas tataḥ tāv āsthitāv ekarathaṃ saubhadraśinipuṃgavau saubalīṃ samare senāṃ śātayetāṃ samantataḥ

Als da die tausend Wagen hierhin und dorthin flohen, ließen die beiden, auf einem Wagen stehend, der Sohn der Subhadrā und der Stier der Śinis, das Heer des Sohnes des Subala im Kampf von allen Seiten fallen.

Wort für Wort
rathasahasreṣu vidravatsu tatas tataḥ
als die tausend Wagen hierhin und dorthin flohen (Lok. abs.)
tāv āsthitāv ekarathaṃ saubhadraśinipuṃgavau
die beiden, auf einem Wagen stehend, der Sohn der Subhadrā und der Stier der Śinis (Nom. Dual)
saubalīṃ senāṃ śātayetāṃ samantataḥ
ließen das Heer des Sohnes des Subala von allen Seiten fallen (Akk. + Impf. 3. Dual)

śuśubhāte tadā tau tu śaineyakurupuṃgavau amāvāsyāṃ gatau yadvat somasūryau nabhastale

Da erstrahlten die beiden, der Stier der Śinis und der Stier der Kurus, wie Mond und Sonne am Himmel, die zur Neumondzeit zusammenstehen.

Wort für Wort
śuśubhāte tau śaineyakurupuṃgavau
die beiden, der Stier der Śinis und der Stier der Kurus, erstrahlten (Perf. 3. Dual + Nom.)
amāvāsyāṃ gatau somasūryau nabhastale
wie Mond und Sonne am Himmel, die zur Neumondzeit zusammenstehen (Akk. + Nom. Dual + Lok.)

arjunas tu tataḥ kruddhas tava sainyaṃ viśāṃ pate vavarṣa śaravarṣeṇa dhārābhir iva toyadaḥ

Arjuna aber, zornentbrannt, überschüttete dein Heer, o Herrscher der Menschen, mit einem Pfeilregen, wie eine Wolke mit Regenströmen.

Wort für Wort
arjunas kruddhas tava sainyaṃ
der zornentbrannte Arjuna dein Heer (Nom. + Akk.)
vavarṣa śaravarṣeṇa dhārābhir iva toyadaḥ
überschüttete mit Pfeilregen, wie eine Wolke mit Regenströmen (Perf. + Instr. + Nom.)

vadhyamānaṃ tatas tat tu śaraiḥ pārthasya saṃyuge dudrāva kauravaṃ sainyaṃ viṣādabhayakampitam

Da, von des Pārtha Pfeilen im Kampf niedergemetzelt, floh das Kaurava-Heer, von Verzweiflung und Furcht erzitternd,

Wort für Wort
vadhyamānaṃ śaraiḥ pārthasya saṃyuge
von des Pārtha Pfeilen im Kampf niedergemetzelt (Akk. Ptz. + Instr. + Gen.)
dudrāva kauravaṃ sainyaṃ viṣādabhayakampitam
das Kaurava-Heer floh, von Verzweiflung und Furcht erzitternd (Perf. + Nom.)

[Anm.: 25d*0194_01 (Apparat) ausgeschlossen.]

dravatas tān samālokya bhīṣmadroṇau mahārathau nyavārayetāṃ saṃrabdhau duryodhanahitaiṣiṇau

als Bhīṣma und Droṇa, die beiden großen Wagenkämpfer, sie fliehen sahen, hielten sie eifrig an, auf Duryodhanas Wohl bedacht.

Wort für Wort
dravatas tān samālokya bhīṣmadroṇau mahārathau
Bhīṣma und Droṇa, die beiden großen Wagenkämpfer, sie fliehen sehend (Akk. + Gerundium + Nom. Dual)
nyavārayetāṃ saṃrabdhau duryodhanahitaiṣiṇau
hielten eifrig an, auf Duryodhanas Wohl bedacht (Impf. 3. Dual + Nom. Dual)

tato duryodhano rājā samāśvasya viśāṃ pate nyavartayata tat sainyaṃ dravamāṇaṃ samantataḥ

Da, wieder zu sich gekommen, o Herrscher der Menschen, wandte König Duryodhana jenes allenthalben fliehende Heer um.

Wort für Wort
duryodhano rājā samāśvasya
König Duryodhana, wieder zu sich gekommen (Nom. + Gerundium)
nyavartayata tat sainyaṃ dravamāṇaṃ samantataḥ
wandte jenes allenthalben fliehende Heer um (Impf. + Akk. + Ptz.)

yatra yatra sutaṃ tubhyaṃ yo yaḥ paśyati bhārata tatra tatra nyavartanta kṣatriyāṇāṃ mahārathāḥ

Wo immer irgendjemand deinen Sohn erblickte, o Bhārata, dort kehrten die großen Wagenkämpfer der Kṣatriyas jeweils um.

Wort für Wort
yatra yatra sutaṃ tubhyaṃ paśyati
wo immer man deinen Sohn erblickt (Akk. + Präs.)
tatra tatra nyavartanta kṣatriyāṇāṃ mahārathāḥ
dort kehrten die großen Wagenkämpfer der Kṣatriyas um (Impf. + Gen. + Nom.)

tān nivṛttān samīkṣyaiva tato 'nye 'pītare janāḥ anyonyaspardhayā rājaṃl lajjayānye 'vatasthire

Als sie diese Zurückgekehrten sahen, blieben auch die anderen Leute stehen, manche aus gegenseitigem Wetteifer, o König, andere aus Scham.

Wort für Wort
tān nivṛttān samīkṣya anye itare janāḥ
diese Zurückgekehrten sehend, auch die anderen Leute (Akk. + Gerundium + Nom.)
anyonyaspardhayā lajjayā anye avatasthire
manche aus gegenseitigem Wetteifer, andere aus Scham blieben stehen (Instr. + Nom. + Perf.)

punarāvartatāṃ teṣāṃ vega āsīd viśāṃ pate pūryataḥ sāgarasyeva candrasyodayanaṃ prati

Der Ansturm ihrer Rückkehr war, o Herrscher der Menschen, wie der eines anschwellenden Meeres beim Aufgang des Mondes.

Wort für Wort
punarāvartatāṃ teṣāṃ vega āsīt
der Ansturm ihrer Rückkehr war (Gen. Pl. Ptz. + Nom. + Impf.)
pūryataḥ sāgarasya candrasya udayanaṃ prati
wie eines anschwellenden Meeres beim Aufgang des Mondes (Gen. + Akk. + Postp.)

saṃnivṛttāṃs tatas tāṃs tu dṛṣṭvā rājā suyodhanaḥ abravīt tvarito gatvā bhīṣmaṃ śāṃtanavaṃ vacaḥ

Als König Suyodhana sah, dass jene sich gewendet hatten, eilte er zu Bhīṣma, dem Sohn des Śaṃtanu, und sprach zu ihm ein Wort:

Wort für Wort
saṃnivṛttāṃs tāṃs dṛṣṭvā rājā suyodhanaḥ
König Suyodhana, sie als zurückgekehrt sehend (Akk. + Gerundium + Nom.)
abravīt tvarito gatvā bhīṣmaṃ śāṃtanavaṃ vacaḥ
eilte zu Bhīṣma und sprach ein Wort (Impf. + Ptz. + Gerundium + Akk. + Akk.)

[Anm.: reine Ankündigung, CQ_OPEN folgt in V.32.]

pitāmaha nibodhedaṃ yat tvā vakṣyāmi bhārata nānurūpam ahaṃ manye tvayi jīvati kaurava

„ Großvater, vernimm dies, was ich dir sagen will, o Bhārata: Ich halte es für unangemessen, solange du lebst, o Kaurava,

Wort für Wort
pitāmaha nibodha idaṃ yat tvā vakṣyāmi
Großvater, vernimm dies, was ich dir sagen will (Vok. + Imp. + Akk. + Fut. 1. Sg.)
na anurūpam ahaṃ manye tvayi jīvati
ich halte es für unangemessen, solange du lebst (Akk. + Präs. 1. Sg. + Lok. abs.)

[Anm.: CQ_OPEN - Beginn von Duryodhanas Vorwurfsrede an Bhīṣma.]

droṇe cāstravidāṃ śreṣṭhe saputre sasuhṛjjane kṛpe caiva maheṣvāse dravatīyaṃ varūthinī

und solange Droṇa, der Beste der Waffenkundigen, mit seinem Sohn und seinen Freunden, und Kṛpa, der große Bogenschütze, leben, dass diese Streitmacht davonläuft.

Wort für Wort
droṇe astravidāṃ śreṣṭhe saputre sasuhṛjjane
solange Droṇa, der Beste der Waffenkundigen, mit Sohn und Freunden (Lok. abs.)
kṛpe maheṣvāse dravati iyaṃ varūthinī
und Kṛpa, der große Bogenschütze, (leben), dass diese Streitmacht davonläuft (Lok. abs. + Präs. + Nom.)

na pāṇḍavāḥ pratibalās tava rājan kathaṃ cana tathā droṇasya saṃgrāme drauṇeś caiva kṛpasya ca

Die Pāṇḍavas sind dir, o König, im Kampf auf keine Weise ebenbürtig, ebensowenig Droṇa, dem Sohn Droṇas oder Kṛpa.

Wort für Wort
na pāṇḍavāḥ pratibalās tava kathaṃ cana
die Pāṇḍavas sind dir auf keine Weise ebenbürtig (Nom. Pl. + Gen.)
droṇasya saṃgrāme drauṇeś kṛpasya
im Kampf gegenüber Droṇa, dem Sohn Droṇas, Kṛpa (Gen. + Lok.)

anugrāhyāḥ pāṇḍusutā nūnaṃ tava pitāmaha yathemāṃ kṣamase vīra vadhyamānāṃ varūthinīm

Gewiss werden die Söhne des Pāṇḍu von dir begünstigt, Großvater, da du, o Held, zulässt, dass diese Streitmacht niedergemetzelt wird.

Wort für Wort
anugrāhyāḥ pāṇḍusutā nūnaṃ tava pitāmaha
gewiss begünstigst du, Großvater, die Söhne des Pāṇḍu (Nom. Pl. + Gen. + Vok.)
kṣamase imāṃ vadhyamānāṃ varūthinīm
du lässt zu, dass diese Streitmacht niedergemetzelt wird (Präs. + Akk. Ptz.)

so 'smi vācyas tvayā rājan pūrvam eva samāgame na yotsye pāṇḍavān saṃkhye nāpi pārṣatasātyakī

So hättest du mir das schon vor der Schlacht sagen sollen, o König - dass du nicht gegen die Pāṇḍavas kämpfen würdest im Kampf, noch gegen den Sohn des Pṛṣata und Sātyaki.

Wort für Wort
so 'smi vācyas tvayā rājan pūrvam samāgame
so hättest du mir das vor der Schlacht sagen sollen, o König (Nom. + Instr. + Lok.)
na yotsye pāṇḍavān saṃkhye pārṣatasātyakī
dass du nicht gegen die Pāṇḍavas, den Sohn des Pṛṣata, Sātyaki kämpfen würdest (Akk. Pl.)

[Anm.: das im Sanskrit als direktes Zitat ('na yotsye...' - 'ich werde nicht kämpfen') formulierte hypothetische Bhīṣma-Wort wird als indirekte Rede wiedergegeben, um eine dritte Zitatebene innerhalb von Duryodhanas bereits offener CQ-Rede zu vermeiden.]

śrutvā tu vacanaṃ tubhyam ācāryasya kṛpasya ca karṇena sahitaḥ kṛtyaṃ cintayānas tadaiva hi

Denn nachdem ich dein Wort gehört hätte, sowie das des Lehrers und Kṛpas, hätte ich sogleich, mit Karṇa vereint, über das zu Tuende nachgedacht,

Wort für Wort
śrutvā vacanaṃ tubhyam ācāryasya kṛpasya
dein Wort gehört habend, das des Lehrers und Kṛpas (Gerundium + Akk. + Gen.)
karṇena sahitaḥ kṛtyaṃ cintayānas tadaiva
mit Karṇa vereint, sogleich über das zu Tuende nachdenkend (Instr. + Akk. + Ptz.)

yadi nāhaṃ parityājyo yuvābhyām iha saṃyuge vikrameṇānurūpeṇa yudhyetāṃ puruṣarṣabhau

wenn ich nicht von euch beiden hier im Kampf verlassen werden sollte - dann mögen die beiden Stiere unter den Männern mit angemessener Tapferkeit kämpfen! “

Wort für Wort
yadi na ahaṃ parityājyo yuvābhyām iha saṃyuge
wenn ich nicht von euch beiden hier im Kampf verlassen werden sollte (Nom. + Instr. Dual + Lok.)
vikrameṇa anurūpeṇa yudhyetāṃ puruṣarṣabhau
mögen die beiden Stiere unter den Männern mit angemessener Tapferkeit kämpfen (Instr. + Opt. 3. Dual + Nom. Dual)

[Anm.: CQ_CLOSE - Ende von Duryodhanas Rede.]

etac chrutvā vaco bhīṣmaḥ prahasan vai muhur muhuḥ abravīt tanayaṃ tubhyaṃ krodhād udvṛtya cakṣuṣī

Als Bhīṣma diese Worte gehört hatte, sprach er, immer wieder lachend, mit vor Zorn geweiteten Augen zu deinem Sohn:

Wort für Wort
etac chrutvā vaco bhīṣmaḥ prahasan muhur muhuḥ
Bhīṣma, diese Worte gehört habend, immer wieder lachend (Akk. + Gerundium + Nom. + Ptz.)
abravīt tanayaṃ krodhād udvṛtya cakṣuṣī
sprach zu deinem Sohn, mit vor Zorn geweiteten Augen (Impf. + Akk. + Abl. + Gerundium + Akk. Dual)

[Anm.: reine Ankündigung, CQ_OPEN folgt in V.40.]

bahuśo hi mayā rājaṃs tathyam uktaṃ hitaṃ vacaḥ ajeyāḥ pāṇḍavā yuddhe devair api savāsavaiḥ

„ Vielfach habe ich dir doch, o König, wahre, wohlmeinende Worte gesagt: Die Pāṇḍavas sind im Kampf unbesiegbar, selbst von den Göttern mit Vāsava.

Wort für Wort
bahuśo mayā tathyam uktaṃ hitaṃ vacaḥ
vielfach habe ich wahre, wohlmeinende Worte gesagt (Instr. + Perf. Ptz. + Akk.)
ajeyāḥ pāṇḍavā yuddhe devair api savāsavaiḥ
die Pāṇḍavas sind im Kampf unbesiegbar, selbst von den Göttern mit Vāsava (Nom. Pl. + Lok. + Instr.)

[Anm.: CQ_OPEN - Beginn von Bhīṣmas Erwiderung.]

yat tu śakyaṃ mayā kartuṃ vṛddhenādya nṛpottama kariṣyāmi yathāśakti prekṣedānīṃ sabāndhavaḥ

Was aber ich, der Alte, heute zu tun vermag, o Bester der Könige, das werde ich nach Kräften tun - sieh nun zu, samt deinen Verwandten!

Wort für Wort
yat śakyaṃ mayā kartuṃ vṛddhena adya
was von mir, dem Alten, heute zu tun vermöglich ist (Akk. + Instr. + Inf.)
kariṣyāmi yathāśakti prekṣa idānīṃ sabāndhavaḥ
ich werde nach Kräften tun - sieh nun zu, samt Verwandten (Fut. 1. Sg. + Imp. + Nom.)

adya pāṇḍusutān sarvān sasainyān saha bandhubhiḥ miṣato vārayiṣyāmi sarvalokasya paśyataḥ

Heute werde ich alle Söhne des Pāṇḍu samt ihrem Heer und ihren Verwandten aufhalten, vor den Augen der ganzen Welt, während sie zusehen. “

Wort für Wort
adya pāṇḍusutān sarvān sasainyān bandhubhiḥ
heute alle Söhne des Pāṇḍu samt Heer und Verwandten (Akk. Pl. + Instr.)
miṣato vārayiṣyāmi sarvalokasya paśyataḥ
werde ich aufhalten, vor den Augen der ganzen Welt, während sie zusehen (Ptz. + Fut. 1. Sg. + Gen. Ptz.)

[Anm.: CQ_CLOSE - Ende von Bhīṣmas Erwiderung.]

evam ukte tu bhīṣmeṇa putrās tava janeśvara dadhmuḥ śaṅkhān mudā yuktā bherīś ca jaghnire bhṛśam

Als Bhīṣma so gesprochen hatte, bliesen deine Söhne, o Herrscher der Menschen, freudig ihre Muschelhörner und schlugen heftig die Kriegstrommeln.

Wort für Wort
evam ukte bhīṣmeṇa putrās tava
als Bhīṣma so gesprochen hatte, deine Söhne (Lok. abs. + Nom.)
dadhmuḥ śaṅkhān mudā yuktā bherīś jaghnire bhṛśam
bliesen freudig die Muschelhörner und schlugen heftig die Trommeln (Perf. + Akk. + Nom. + Perf.)

pāṇḍavāpi tato rājañ śrutvā taṃ ninadaṃ mahat dadhmuḥ śaṅkhāṃś ca bherīś ca murajāṃś ca vyanādayan

Auch die Pāṇḍavas, o König, als sie jenes gewaltige Getöse hörten, bliesen ihre Muschelhörner und ließen Kriegstrommeln und Handpauken erschallen. ‘

Wort für Wort
pāṇḍavā api śrutvā taṃ ninadaṃ mahat
auch die Pāṇḍavas, jenes gewaltige Getöse hörend (Nom. + Gerundium + Akk.)
dadhmuḥ śaṅkhāṃś bherīś murajāṃś vyanādayan
bliesen Muschelhörner, ließen Trommeln und Handpauken erschallen (Perf. + Akk. + Impf.)

[Anm.: SQ_CLOSE nachträglich ergänzt - Saṃjayas seit Kap.50 V.3 offene Rede schließt hier, da Kap.55 V.1 mit neuer echter Dhṛtarāṣṭra-Frage beginnt.]

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