Kapitel 59: bhīmasenasya gadāyuddhaṃ bhīṣmasātyakisamāgamaś ca
Bhīmasenas Keulenkampf gegen das Gesamtheer und Sātyakis Angriff auf Bhīṣma
29 Verse, reine Fortsetzung von Saṃjayas seit Kap.58 V.7 offener Rede - kein neuer Marker. Marker-Bilanz: SQ_OPEN=0, SQ_CLOSE=0, CQ_OPEN=0, CQ_CLOSE=0 (der kurze eingebettete Befehl in V.1 wurde als indirekte Rede ohne CQ-Marker wiedergegeben). Inhalt: Duryodhana befiehlt dem Gesamtheer, Bhīmasena zu töten; Bhīmasena hält die gesamte anstürmende Streitmacht allein mit der Keule auf, von Dhṛṣṭadyumna, den Söhnen der Draupadī, Abhimanyu und Śikhaṇḍin beschützt; ein gewaltiges Gemetzel unter Wagen, Elefanten, Reitern und Fußvolk; Bhīṣma greift Bhīmasena an, doch Sātyaki stürmt dazwischen und greift Bhīṣma an; Alambuṣa durchbohrt Sātyaki, der zurückschlägt; nur Bhūriśravas, Sohn des Somadatta, bleibt unverzagt und zieht gegen Sātyaki, dessen Wagen zurückgedrängt werden.
Als jenes Elefantenheer vernichtet war, trieb dein Sohn Duryodhana alle Heerscharen mit dem Befehl an, Bhīmasena zu töten.
Wort für Wort
tasmin hate gajānīke putro duryodhanas tava
als jenes Elefantenheer vernichtet war, dein Sohn Duryodhana (Lok. Abs. + Nom. + Nom. + Gen.)
bhīmasenaṃ ghnatety evaṃ sarvasainyāny acodayat
trieb alle Heerscharen mit dem Befehl an, Bhīmasena zu töten (Akk. + Zit. + Adv. + Akk. + Impf.)
[Anm.: reine Fortsetzung von Saṃjayas seit Kap.58 V.7 offener Rede - kein neuer Marker. Der kurze eingebettete Befehl ('ghnata iti' - 'tötet!') wird analog zum bisherigen Vorgehen bei kurzen 'iti'-Einschüben ohne eigene 'uvāca'-Einleitung als indirekte Rede ohne CQ-Marker wiedergegeben.]
rathanāgāśvakalilaṃ śaṅkhadundubhināditam athānantam apāraṃ ca narendrastimitahradam
von Wagen, Elefanten, Rossen gemischt, von Muschelhörnern und Kesselpauken erdröhnend, endlos und uferlos, einem von Fürsten erfüllten, tiefen See gleich [?],
Wort für Wort
rathanāgāśvakalilaṃ śaṅkhadundubhināditam
von Wagen, Elefanten, Rossen gemischt, von Muschelhörnern und Kesselpauken erdröhnend (Akk. Bahuvrīhi + Akk. Bahuvrīhi)
athānantam apāraṃ ca narendrastimitahradam
endlos und uferlos, einem von Fürsten erfüllten tiefen See gleich (Akk. + Akk. + Akk.)
[Anm.: „narendrastimitahradam“ unsicher gedeutet - wörtlich 'ein von Fürsten stillgestellter/tiefer Teich', mit [?] markiert.]
tasmin sutumule ghore kāle paramadāruṇe bhrātaraś caiva putrāś ca dhṛṣṭadyumnaś ca pārṣataḥ
In jenem überaus tumultartigen, schrecklichen, höchst grausamen Augenblick verließen weder seine Brüder noch seine Söhne noch Dhṛṣṭadyumna, der Sohn des Pṛṣata,
Dann ergriff er die schwere, gewaltige, eiserne [?] Keule und tötete deine Krieger wie der Tod mit dem Stab in der Hand, Wagenscharen zerschmetternd und Rossscharen überwältigend.
Wort für Wort
tataḥ śaikyāyasīṃ gurvīṃ pragṛhya mahatīṃ gadām
dann die schwere, gewaltige, eiserne Keule ergreifend (Akk. + Akk. + Abs. + Akk. + Akk.)
tötete er deine Krieger wie der Tod mit dem Stab in der Hand, Wagenscharen zerschmetternd, Rossscharen überwältigend (Impf. + Akk. + Akk. + Nom. Bahuvrīhi + Vergleich + Nom. + Nom. Ptz. + Akk. + Akk. + Nom. Ptz.)
[Anm.: „śaikya“ unsicher gedeutet als Bezeichnung eines Metalls/Materials ('eisern/stählern'), mit [?] markiert.]
Er zermalmte die Wagenkämpfer auf ihren Wagen, die Elefantenkämpfer auf ihren Elefanten, die Reiter auf den Rücken der Pferde, und die Fußsoldaten auf dem Boden.
Wort für Wort
mṛdnan rathebhyo rathino gajebhyo gajayodhinaḥ
zermalmte die Wagenkämpfer auf ihren Wagen, die Elefantenkämpfer auf ihren Elefanten (Nom. Ptz. + Abl. + Akk. + Abl. + Akk.)
sādinaś cāśvapṛṣṭhebhyo bhūmau caiva padātinaḥ
die Reiter auf den Rücken der Pferde, und die Fußsoldaten auf dem Boden (Akk. + Abl. + Lok. + Akk.)
[Anm.: apparatus-Zeilen 014d*0239_01-04 ('mit der Keule vernichtete er alle wie der Wind mit Wucht die Bäume, Bhīmasena, der Großarmige, in deines Sohnes Heer; jene, mit Mark, Fett und Fleisch bestrichen und mit Blut, erschien als überaus schreckliche, Elefanten und Rosse tötende Keule') ausgeschlossen.]
Wie den Pināka-Bogen des zornigen Rudra, der die Opfertiere erschlägt, dem Stab Yamas gleich, schrecklich, dem Donnerkeil Indras an Klang gleich, sahen sie Bhīmasenas grausige, verderbenbringende Keule.
Wort für Wort
pinākam iva rudrasya kruddhasyābhighnataḥ paśūn
wie den Pināka-Bogen des zornigen Rudra, der die Opfertiere erschlägt (Akk. + Vergleich + Gen. + Gen. + Gen. Ptz. + Akk.)
In jenem Augenblick stürmte Sātyaki, treu seinem Wort, der Held aus Śinis Geschlecht, auf den Großvater [Bhīṣma] los, mit festem Bogen die Feinde erschlagend, das Heer deines Sohnes erzittern lassend.
in jenem Augenblick stürmte Sātyaki, treu seinem Wort, der Held aus Śinis Geschlecht, auf den Großvater los (Lok. + Lok. + Nom. + Nom. + Nom. + Impf. + Akk.)
nighnann amitrān dhanuṣā dṛḍhena sa kampayaṃs tava putrasya senām
mit festem Bogen die Feinde erschlagend, das Heer deines Sohnes erzittern lassend (Nom. Ptz. + Akk. + Instr. + Instr. + Nom. + Nom. Ptz. + Gen. + Gen. + Akk.)
Alambuṣa, der Sohn des vorzüglichen Königs Ṛśyaśṛṅga [?], durchbohrte ihn mit scharfen Pfeilspitzen; ihn aber durchbohrte der Held, der Enkel des Śini, mit vier Pfeilen zurück und stürmte mit seinem Wagen heran.
durchbohrte ihn Alambuṣa, der Sohn des vorzüglichen Königs Ṛśyaśṛṅga, mit scharfen Pfeilspitzen (Impf. + Akk. + Instr. + Instr. + Nom. + Nom.)
taṃ vai caturbhiḥ pratividhya vīro naptā śiner abhyapatad rathena
ihn aber durchbohrte der Held, der Enkel des Śini, mit vier Pfeilen zurück und stürmte mit seinem Wagen heran (Akk. + Instr. + Abs. + Nom. + Nom. + Gen. + Impf. + Instr.)
[Anm.: „rājavarārśyaśṛṅgiḥ“ unsicher als Patronymikon Alambuṣas gedeutet, mit [?] markiert.]
anvāgataṃ vṛṣṇivaraṃ niśamya madhye ripūṇāṃ parivartamānam prāvartayantaṃ kurupuṃgavāṃś ca punaḥ punaś ca praṇadantam ājau
Als sie vernahmen, dass der Beste der Vṛṣṇis [Sātyaki] herangekommen war, sich inmitten der Feinde bewegend, die Kuru-Stiere in Bewegung versetzend und immer wieder im Kampf aufbrüllend,
nāśaknuvan vārayituṃ variṣṭhaṃ madhyaṃdine sūryam ivātapantam na tatra kaś cinn aviṣaṇṇa āsīd ṛte rājan somadattasya putrāt
vermochten sie den Vorzüglichsten nicht aufzuhalten, der wie die Mittagssonne brannte; niemand dort war unverzagt, o König, außer dem Sohn des Somadatta.
vermochten sie den Vorzüglichsten nicht aufzuhalten, der wie die Mittagssonne brannte (Neg. + Impf. + Inf. + Akk. + Lok. + Akk. + Vergleich + Akk. Ptz.)
na tatra kaś cinn aviṣaṇṇa āsīd ṛte rājan somadattasya putrāt
niemand dort war unverzagt, o König, außer dem Sohn des Somadatta (Neg. + Adv. + Nom. + Nom. + Impf. + Präp. + Vok. + Gen. + Abl.)
[Anm.: apparatus-Zeile 027d*0241_01-02 ('deine Krieger überschütteten ihn mit Pfeilregen, wie Wolken einen Berg mit Wasserfluten') ausgeschlossen.]
sa hy ādadāno dhanur ugravegaṃ bhūriśravā bhārata saumadattiḥ dṛṣṭvā rathān svān vyapanīyamānān pratyudyayau sātyakiṃ yoddhum icchan
Denn er, den Bogen von furchtbarer Wucht ergreifend, Bhūriśravas, der Sohn des Somadatta, o Bhārata, als er sah, dass seine eigenen Wagen zurückgedrängt wurden, zog Sātyaki entgegen, kampfbegierig.
Wort für Wort
sa hy ādadāno dhanur ugravegaṃ bhūriśravā bhārata saumadattiḥ
denn er, den Bogen von furchtbarer Wucht ergreifend, Bhūriśravas, der Sohn des Somadatta, o Bhārata (Nom. + Nom. Ptz. + Akk. + Akk. + Nom. + Vok. + Nom.)
als er sah, dass seine eigenen Wagen zurückgedrängt wurden, zog er Sātyaki entgegen, kampfbegierig (Abs. + Akk. + Akk. + Akk. Ptz. + Perf. + Akk. + Inf. + Nom. Ptz.)
[Anm.: apparatus-Zeile 029b*0242_01 ('dann, o König, Bhūriśravas, der Sohn des Somadatta') als Dopplung ausgeschlossen.]