Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Bhīṣmaparva

Kapitel 38: Daivāsurasaṃpadvibhāgayogaḥ Bhagavad Gītā XVI: Das Yoga der Unterscheidung von göttlicher und dämonischer Bestimmung

Dieses Kapitel bildet zugleich das sechzehnte Kapitel der Bhagavadgītā (Daivāsurasaṃpadvibhāgayoga) innerhalb des Bhīṣmaparvans. Kṛṣṇas seit dem elften Kapitel (Viśvarūpadarśanayoga) ununterbrochen fortgeführte Lehre schließt am Ende dieses Kapitels ab; Arjuna stellt im folgenden Kapitel eine neue, eigenständige Frage.

śrībhagavān uvāca abhayaṃ sattvasaṃśuddhir jñānayogavyavasthitiḥ dānaṃ damaś ca yajñaś ca svādhyāyas tapa ārjavam

Der Erhabene sprach: Furchtlosigkeit, Reinheit des Wesens, Standhaftigkeit im Yoga der Erkenntnis, Freigebigkeit, Selbstbeherrschung und Opfer, das Studium der heiligen Schriften, Askese, Aufrichtigkeit,

Wort für Wort
śrībhagavān uvāca
der Erhabene sprach (Subst.+Verb Perf. 3. Sg.)
abhayaṃ sattvasaṃśuddhir
Furchtlosigkeit, Reinheit des Wesens (Subst. Nom. Sg. n.+Kompos. Nom. Sg. f.)
jñānayogavyavasthitiḥ
Standhaftigkeit im Yoga der Erkenntnis (Kompos. Nom. Sg. f.)
dānaṃ damaś ca yajñaś ca
Freigebigkeit, Selbstbeherrschung und Opfer (Subst. Nom. Sg., drei Begriffe)
svādhyāyas tapa ārjavam
Studium der Schriften, Askese, Aufrichtigkeit (Subst. Nom. Sg., drei Begriffe)

ahiṃsā satyam akrodhas tyāgaḥ śāntir apaiśunam dayā bhūteṣv aloluptvaṃ mārdavaṃ hrīr acāpalam

Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Freiheit von Zorn, Entsagung, Gelassenheit, Freiheit von Verleumdung, Mitgefühl mit den Wesen, Freiheit von Begehrlichkeit, Sanftmut, Scham, Unbeständigkeitslosigkeit,

Wort für Wort
ahiṃsā satyam akrodhas
Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Freiheit von Zorn (Subst. Nom. Sg., drei Begriffe)
tyāgaḥ śāntir apaiśunam
Entsagung, Gelassenheit, Freiheit von Verleumdung (Subst. Nom. Sg., drei Begriffe)
dayā bhūteṣv aloluptvaṃ
Mitgefühl mit den Wesen, Freiheit von Begehrlichkeit (Subst. Nom.+Subst. Lok. Pl.+Abstr. Nom. Sg. n.)
mārdavaṃ hrīr acāpalam
Sanftmut, Scham, Unbeständigkeitslosigkeit (Subst. Nom. Sg., drei Begriffe)

tejaḥ kṣamā dhṛtiḥ śaucam adroho nātimānitā bhavanti saṃpadaṃ daivīm abhijātasya bhārata

Tatkraft, Geduld, Standhaftigkeit, Reinheit, Freiheit von Arglist, Freiheit von Überheblichkeit – dies sind, o Bhārata, die Eigenschaften dessen, der zur göttlichen Bestimmung geboren ist.

Wort für Wort
tejaḥ kṣamā dhṛtiḥ śaucam
Tatkraft, Geduld, Standhaftigkeit, Reinheit (Subst. Nom. Sg., vier Begriffe)
adroho na atimānitā
Freiheit von Arglist, Freiheit von Überheblichkeit (Subst. Nom. Sg. m./f., zwei Begriffe)
bhavanti saṃpadaṃ daivīm
dies sind die Eigenschaften der göttlichen Bestimmung (Verb Präs. 3. Pl.+Subst.+Adj. Akk. Sg. f.)
abhijātasya bhārata
dessen, der geboren ist, o Bhārata (Part. Gen. Sg. m.+Subst. Vok. Sg. m.)

dambho darpo 'timānaś ca krodhaḥ pāruṣyam eva ca ajñānaṃ cābhijātasya pārtha saṃpadam āsurīm

Verstelltheit, Hochmut, Überheblichkeit, Zorn, Grobheit und auch Unwissen – dies sind, o Sohn des Pṛthā, die Eigenschaften dessen, der zur dämonischen Bestimmung geboren ist.

Wort für Wort
dambho darpo 'timānaś ca krodhaḥ
Verstelltheit, Hochmut, Überheblichkeit, Zorn (Subst. Nom. Sg., vier Begriffe)
pāruṣyam eva ca ajñānaṃ
Grobheit und auch Unwissen (Subst. Nom. Sg. n., zwei Begriffe)
ca abhijātasya pārtha
dessen, der geboren ist, o Sohn des Pṛthā (Part. Gen. Sg. m.+Subst. Vok. Sg. m.)
saṃpadam āsurīm
der dämonischen Bestimmung (Subst.+Adj. Akk. Sg. f.)

daivī saṃpad vimokṣāya nibandhāyāsurī matā mā śucaḥ saṃpadaṃ daivīm abhijāto 'si pāṇḍava

Die göttliche Bestimmung gilt als zur Befreiung führend, die dämonische als zur Knechtschaft; sorge dich nicht, o Sohn des Pāṇḍu, du bist zur göttlichen Bestimmung geboren.

Wort für Wort
daivī saṃpad vimokṣāya
die göttliche Bestimmung führt zur Befreiung (Adj.+Subst. Nom. Sg. f.+Subst. Dat. Sg. m.)
nibandhāya āsurī matā
die dämonische gilt als zur Knechtschaft führend (Subst. Dat.+Adj.+Part. Nom. Sg. f.)
mā śucaḥ saṃpadaṃ daivīm
sorge dich nicht um die göttliche Bestimmung (Neg.+Verb Konj. 2. Sg.+Subst.+Adj. Akk. Sg. f.)
abhijāto 'si pāṇḍava
du bist geboren, o Sohn des Pāṇḍu (Part. Nom. Sg. m.+Verb Präs. 2. Sg.+Subst. Vok. Sg. m.)

dvau bhūtasargau loke 'smin daiva āsura eva ca daivo vistaraśaḥ prokta āsuraṃ pārtha me śṛṇu

Zwei Arten von Wesen gibt es in dieser Welt, die göttliche und die dämonische; die göttliche wurde ausführlich dargelegt, höre von mir, o Sohn des Pṛthā, über die dämonische.

Wort für Wort
dvau bhūtasargau loke 'smin
zwei Arten von Wesen in dieser Welt (Zahlwort+Kompos. Nom. Dual m.+Subst. Lok.+Pron.)
daiva āsura eva ca
die göttliche und die dämonische (Adj. Nom. Sg. m., zwei Formen)
daivo vistaraśaḥ prokta
die göttliche wurde ausführlich dargelegt (Adj.+Adv.+Part. Nom. Sg. m.)
āsuraṃ pārtha me śṛṇu
höre von mir, o Sohn des Pṛthā, über die dämonische (Adj. Akk.+Subst. Vok.+Pron. Abl.+Verb Imp. 2. Sg.)

pravṛttiṃ ca nivṛttiṃ ca janā na vidur āsurāḥ na śaucaṃ nāpi cācāro na satyaṃ teṣu vidyate

Die dämonischen Menschen kennen weder das rechte Handeln noch das rechte Unterlassen; weder Reinheit noch rechtes Verhalten noch Wahrhaftigkeit findet sich in ihnen.

Wort für Wort
pravṛttiṃ ca nivṛttiṃ ca
das rechte Handeln und das rechte Unterlassen (Subst. Akk. Sg. f., zwei Begriffe)
janā na vidur āsurāḥ
die dämonischen Menschen kennen nicht (Subst. Nom. Pl. m.+Neg.+Verb Perf. 3. Pl.+Adj. Nom. Pl. m.)
na śaucaṃ na api ca ācāro
weder Reinheit noch rechtes Verhalten (Neg.+Subst.+Neg.+Neg.+Subst. Nom. Sg. m., zweifach verneint)
na satyaṃ teṣu vidyate
noch Wahrhaftigkeit findet sich in ihnen (Neg.+Subst. Nom.+Pron. Lok.+Verb Präs. 3. Sg.)

asatyam apratiṣṭhaṃ te jagad āhur anīśvaram aparasparasaṃbhūtaṃ kim anyat kāmahaitukam

Sie sagen, die Welt sei ohne Wahrheit, ohne Grundlage, ohne Herrn, nicht durch wechselseitige Verursachung entstanden, wodurch sonst als durch Begierde bewirkt?

Wort für Wort
asatyam apratiṣṭhaṃ te jagad āhur
sie sagen, die Welt sei ohne Wahrheit, ohne Grundlage (Adj.+Adj.+Pron.+Subst. Akk.+Verb Perf. 3. Pl.)
anīśvaram
ohne Herrn (Adj. Akk. Sg. n.)
aparasparasaṃbhūtaṃ
nicht durch wechselseitige Verursachung entstanden (Kompos. Akk. Sg. n.)
kim anyat kāmahaitukam
wodurch sonst als durch Begierde bewirkt (Pron.+Pron.+Kompos. Nom. Sg. n.)

etāṃ dṛṣṭim avaṣṭabhya naṣṭātmāno 'lpabuddhayaḥ prabhavanty ugrakarmāṇaḥ kṣayāya jagato 'hitāḥ

An dieser Anschauung festhaltend, mit verlorenem Selbst, von geringem Verstand, entstehen sie als Übeltäter grausamer Taten, zum Verderben der Welt.

Wort für Wort
etāṃ dṛṣṭim avaṣṭabhya
an dieser Anschauung festhaltend (Pron.+Subst. Akk.+Gerund.)
naṣṭātmāno 'lpabuddhayaḥ
mit verlorenem Selbst, von geringem Verstand (Kompos. Nom. Pl. m., zwei Begriffe)
prabhavanty ugrakarmāṇaḥ
entstehen sie als Übeltäter grausamer Taten (Verb Präs. 3. Pl.+Kompos. Nom. Pl. m.)
kṣayāya jagato 'hitāḥ
zum Verderben der Welt, unheilvoll (Subst. Dat.+Subst. Gen.+Adj. Nom. Pl. m.)

kāmam āśritya duṣpūraṃ dambhamānamadānvitāḥ mohād gṛhītvāsadgrāhān pravartante 'śucivratāḥ

Der unstillbaren Begierde ergeben, von Verstelltheit, Stolz und Rausch erfüllt, an falschen Auffassungen aus Verblendung festhaltend, handeln sie nach unreinen Gelübden.

Wort für Wort
kāmam āśritya duṣpūraṃ
der unstillbaren Begierde ergeben (Subst.+Gerund.+Adj. Akk. Sg. m.)
dambhamānamadānvitāḥ
von Verstelltheit, Stolz und Rausch erfüllt (Kompos. Nom. Pl. m.)
mohād gṛhītvā asadgrāhān
an falschen Auffassungen aus Verblendung festhaltend (Subst. Abl.+Gerund.+Kompos. Akk. Pl. m.)
pravartante 'śucivratāḥ
handeln sie nach unreinen Gelübden (Verb Präs. 3. Pl.+Kompos. Nom. Pl. m.)

cintām aparimeyāṃ ca pralayāntām upāśritāḥ kāmopabhogaparamā etāvad iti niścitāḥ

Endlosen Sorgen hingegeben, die erst mit dem Tod enden, dem Genuss der Begierden als höchstem Ziel verhaftet, überzeugt, dass dies alles sei,

Wort für Wort
cintām aparimeyāṃ ca
endlosen Sorgen (Subst.+Adj. Akk. Sg. f.)
pralayāntām upāśritāḥ
die erst mit dem Tod enden, hingegeben (Kompos. Akk. Sg. f.+Part. Nom. Pl. m.)
kāmopabhogaparamā
dem Genuss der Begierden als höchstem Ziel verhaftet (Kompos. Nom. Pl. m.)
etāvad iti niścitāḥ
überzeugt, dass dies alles sei (Adv.+Adv.+Part. Nom. Pl. m.)

āśāpāśaśatair baddhāḥ kāmakrodhaparāyaṇāḥ īhante kāmabhogārtham anyāyenārthasaṃcayān

Gebunden von hundert Fesseln der Hoffnung, der Begierde und dem Zorn ergeben, streben sie nach der Anhäufung von Reichtum durch Unrecht, um ihre Begierden zu befriedigen.

Wort für Wort
āśāpāśaśatair baddhāḥ
gebunden von hundert Fesseln der Hoffnung (Kompos. Instr. Pl. n.+Part. Nom. Pl. m.)
kāmakrodhaparāyaṇāḥ
der Begierde und dem Zorn ergeben (Kompos. Nom. Pl. m.)
īhante kāmabhogārtham
streben sie, um ihre Begierden zu befriedigen (Verb Präs. 3. Pl.+Kompos. Akk. Sg. m.)
anyāyena arthasaṃcayān
nach der Anhäufung von Reichtum durch Unrecht (Subst. Instr. Sg.+Kompos. Akk. Pl. m.)

idam adya mayā labdham idaṃ prāpsye manoratham idam astīdam api me bhaviṣyati punar dhanam

'Dies habe ich heute erlangt, jenen Herzenswunsch werde ich erreichen; dies besitze ich, und auch dies wird mir künftig noch als Reichtum zufallen;

Wort für Wort
idam adya mayā labdham
dies habe ich heute erlangt (Pron.+Adv.+Pron. Instr.+Part. Nom. Sg. n.)
idaṃ prāpsye manoratham
jenen Herzenswunsch werde ich erreichen (Pron.+Verb Fut. 1. Sg.+Subst. Akk. Sg. m.)
idam asti idam api me
dies besitze ich, und auch dies mir (Pron.+Verb Präs. 3. Sg.+Pron.+Adv.+Pron. Gen./Dat.)
bhaviṣyati punar dhanam
wird künftig noch als Reichtum zufallen (Verb Fut. 3. Sg.+Adv.+Subst. Nom. Sg. n.)

asau mayā hataḥ śatrur haniṣye cāparān api īśvaro 'ham ahaṃ bhogī siddho 'haṃ balavān sukhī

Jener Feind wurde von mir erschlagen, und ich werde auch andere erschlagen; ich bin der Herr, ich bin der Genießer, ich bin vollkommen, mächtig und glücklich;

Wort für Wort
asau mayā hataḥ śatrur
jener Feind wurde von mir erschlagen (Pron.+Pron. Instr.+Part.+Subst. Nom. Sg. m.)
haniṣye ca aparān api
und ich werde auch andere erschlagen (Verb Fut. 1. Sg.+Pron. Akk. Pl. m.+Adv.)
īśvaro 'ham ahaṃ bhogī
ich bin der Herr, ich bin der Genießer (Subst.+Pron.+Pron.+Subst. Nom. Sg. m.)
siddho 'haṃ balavān sukhī
ich bin vollkommen, mächtig und glücklich (Adj.+Pron.+Adj.+Adj. Nom. Sg. m.)

āḍhyo 'bhijanavān asmi ko 'nyo 'sti sadṛśo mayā yakṣye dāsyāmi modiṣya ity ajñānavimohitāḥ

Ich bin reich und von edler Herkunft; wer sonst ist mir gleich? Ich werde opfern, ich werde spenden, ich werde mich freuen' – so denken sie, von Unwissen verblendet.

Wort für Wort
āḍhyo 'bhijanavān asmi
ich bin reich und von edler Herkunft (Adj.+Adj.+Verb Präs. 1. Sg.)
ko 'nyo 'sti sadṛśo mayā
wer sonst ist mir gleich (Pron.+Pron.+Verb Präs. 3. Sg.+Adj.+Pron. Instr.)
yakṣye dāsyāmi modiṣya
ich werde opfern, ich werde spenden, ich werde mich freuen (Verb Fut. 1. Sg., drei Formen)
iti ajñānavimohitāḥ
so (denken sie), von Unwissen verblendet (Adv.+Kompos. Nom. Pl. m.)

anekacittavibhrāntā mohajālasamāvṛtāḥ prasaktāḥ kāmabhogeṣu patanti narake 'śucau

Durch vielfältige Gedanken verwirrt, umschlungen vom Netz der Verblendung, dem Genuss der Begierden verhaftet, stürzen sie in eine unreine Hölle.

Wort für Wort
anekacittavibhrāntā
durch vielfältige Gedanken verwirrt (Kompos. Nom. Pl. m.)
mohajālasamāvṛtāḥ
umschlungen vom Netz der Verblendung (Kompos. Nom. Pl. m.)
prasaktāḥ kāmabhogeṣu
dem Genuss der Begierden verhaftet (Part. Nom. Pl. m.+Kompos. Lok. Pl. m.)
patanti narake 'śucau
stürzen sie in eine unreine Hölle (Verb Präs. 3. Pl.+Subst.+Adj. Lok. Sg. m.)

ātmasaṃbhāvitāḥ stabdhā dhanamānamadānvitāḥ yajante nāmayajñais te dambhenāvidhipūrvakam

Selbstverliebt, starrsinnig, von Reichtum, Ehrgeiz und Rausch erfüllt, opfern sie nur dem Namen nach mit Opfern, aus Verstelltheit, ohne die vorgeschriebene Ordnung.

Wort für Wort
ātmasaṃbhāvitāḥ stabdhā
selbstverliebt, starrsinnig (Kompos.+Adj. Nom. Pl. m.)
dhanamānamadānvitāḥ
von Reichtum, Ehrgeiz und Rausch erfüllt (Kompos. Nom. Pl. m.)
yajante nāmayajñais te
sie opfern nur dem Namen nach mit Opfern (Verb Präs. 3. Pl.+Kompos. Instr. Pl. m.+Pron.)
dambhena avidhipūrvakam
aus Verstelltheit, ohne die vorgeschriebene Ordnung (Subst. Instr.+Kompos. Akk. Sg. n.)

ahaṃkāraṃ balaṃ darpaṃ kāmaṃ krodhaṃ ca saṃśritāḥ mām ātmaparadeheṣu pradviṣanto 'bhyasūyakāḥ

Ich-Bewusstsein, Macht, Hochmut, Begierde und Zorn ergeben, hassen sie mich, der in ihrem eigenen und in fremden Körpern weilt, voller Missgunst.

Wort für Wort
ahaṃkāraṃ balaṃ darpaṃ kāmaṃ krodhaṃ ca saṃśritāḥ
Ich-Bewusstsein, Macht, Hochmut, Begierde und Zorn ergeben (Subst. Akk. Sg., fünf Begriffe+Part. Nom. Pl. m.)
mām ātmaparadeheṣu
mich, der im eigenen und in fremden Körpern weilt (Pron. Akk.+Kompos. Lok. Pl. m.)
pradviṣanto 'bhyasūyakāḥ
hassen sie, voller Missgunst (Part. Nom. Pl. m.+Adj. Nom. Pl. m.)

tān ahaṃ dviṣataḥ krūrān saṃsāreṣu narādhamān kṣipāmy ajasram aśubhān āsurīṣv eva yoniṣu

Diese Hasser, die Grausamen, die niedrigsten der Menschen, werfe ich, die Unheilvollen, unaufhörlich in den Kreislauf der Wiedergeburten, in dämonische Mutterschöße.

Wort für Wort
tān ahaṃ dviṣataḥ krūrān
diese Hasser, die Grausamen, werfe ich (Pron.+Pron.+Part.+Adj. Akk. Pl. m.)
saṃsāreṣu narādhamān
in den Kreislauf der Wiedergeburten, die niedrigsten der Menschen (Subst. Lok. Pl. m.+Kompos. Akk. Pl. m.)
kṣipāmy ajasram aśubhān
ich werfe unaufhörlich, die Unheilvollen (Verb Präs. 1. Sg.+Adv.+Adj. Akk. Pl. m.)
āsurīṣv eva yoniṣu
in dämonische Mutterschöße (Adj.+Subst. Lok. Pl. f.)

āsurīṃ yonim āpannā mūḍhā janmani janmani mām aprāpyaiva kaunteya tato yānty adhamāṃ gatim

In dämonischen Mutterschoß geraten, verblendet, von Geburt zu Geburt, erreichen sie mich nicht, o Sohn der Kuntī, und gehen so den niedrigsten Weg.

Wort für Wort
āsurīṃ yonim āpannā mūḍhā
in dämonischen Mutterschoß geraten, verblendet (Adj.+Subst.+Part.+Adj. Nom. Pl. m.)
janmani janmani mām aprāpya eva
von Geburt zu Geburt, mich nicht erreichend (Subst. Lok., wiederholt+Pron.+Gerund.+Adv.)
kaunteya tato yānty
o Sohn der Kuntī, gehen sie so (Subst. Vok.+Adv.+Verb Präs. 3. Pl.)
adhamāṃ gatim
den niedrigsten Weg (Adj.+Subst. Akk. Sg. f.)

trividhaṃ narakasyedaṃ dvāraṃ nāśanam ātmanaḥ kāmaḥ krodhas tathā lobhas tasmād etat trayaṃ tyajet

Dreifach ist dieses Tor der Hölle, das den Untergang des Selbst bewirkt: Begierde, Zorn und ebenso Habgier; darum soll man diese drei aufgeben.

Wort für Wort
trividhaṃ narakasya idaṃ dvāraṃ
dreifach ist dieses Tor der Hölle (Adj.+Subst. Gen.+Pron.+Subst. Nom. Sg. n.)
nāśanam ātmanaḥ
das den Untergang des Selbst bewirkt (Adj. Nom. Sg. n.+Subst. Gen. Sg. m.)
kāmaḥ krodhas tathā lobhas
Begierde, Zorn und ebenso Habgier (Subst. Nom. Sg. m., drei Begriffe)
tasmād etat trayaṃ tyajet
darum soll man diese drei aufgeben (Adv.+Pron.+Zahlwort Akk. Sg. n.+Verb Opt. 3. Sg.)

etair vimuktaḥ kaunteya tamodvārais tribhir naraḥ ācaraty ātmanaḥ śreyas tato yāti parāṃ gatim

Von diesen drei Toren der Finsternis befreit, o Sohn der Kuntī, wirkt der Mensch für das Heil seines Selbst und gelangt so zum höchsten Ziel.

Wort für Wort
etair vimuktaḥ kaunteya
von diesen befreit, o Sohn der Kuntī (Pron. Instr.+Part. Nom. Sg. m.+Subst. Vok. Sg. m.)
tamodvārais tribhir naraḥ
der Mensch von den drei Toren der Finsternis (Kompos. Instr. Pl. n.+Zahlwort+Subst. Nom. Sg. m.)
ācaraty ātmanaḥ śreyas
wirkt für das Heil seines Selbst (Verb Präs. 3. Sg.+Subst. Gen.+Subst. Akk. Sg. n.)
tato yāti parāṃ gatim
und gelangt so zum höchsten Ziel (Adv.+Verb Präs. 3. Sg.+Adj.+Subst. Akk. Sg. f.)

yaḥ śāstravidhim utsṛjya vartate kāmakārataḥ na sa siddhim avāpnoti na sukhaṃ na parāṃ gatim

Wer aber die Vorschrift der heiligen Schriften missachtet und nach eigenem Begehren handelt, der erlangt weder Vollendung noch Glück noch das höchste Ziel.

Wort für Wort
yaḥ śāstravidhim utsṛjya
wer die Vorschrift der Schriften missachtet (Rel.-Pron.+Kompos. Akk.+Gerund.)
vartate kāmakārataḥ
und nach eigenem Begehren handelt (Verb Präs. 3. Sg.+Kompos. Abl. Sg. m.)
na sa siddhim avāpnoti
der erlangt weder Vollendung (Neg.+Pron.+Subst. Akk.+Verb Präs. 3. Sg.)
na sukhaṃ na parāṃ gatim
noch Glück noch das höchste Ziel (Neg.+Subst.+Neg.+Adj.+Subst. Akk. Sg., zweifach verneint)

tasmāc chāstraṃ pramāṇaṃ te kāryākāryavyavasthitau jñātvā śāstravidhānoktaṃ karma kartum ihārhasi

Deshalb sei dir die heilige Schrift Maßstab bei der Bestimmung dessen, was zu tun und was zu unterlassen ist; nachdem du erkannt hast, was in der Schrift vorgeschrieben ist, sollst du hier entsprechend handeln.“

Wort für Wort
tasmāc chāstraṃ pramāṇaṃ te
deshalb sei dir die heilige Schrift Maßstab (Adv.+Subst.+Subst. Nom. Sg. n.+Pron. Dat.)
kāryākāryavyavasthitau
bei der Bestimmung dessen, was zu tun und zu unterlassen ist (Kompos. Lok. Sg. f.)
jñātvā śāstravidhānoktaṃ karma
nachdem du erkannt hast, was in der Schrift vorgeschrieben ist, die Handlung (Gerund.+Kompos. Akk.+Subst. Akk. Sg. n.)
kartum iha arhasi
sollst du hier entsprechend handeln (Infin.+Adv.+Verb Präs. 2. Sg.)

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