adhiyajñaḥ kathaṃ ko 'tra dehe 'smin madhusūdana prayāṇakāle ca kathaṃ jñeyo 'si niyatātmabhiḥ
Wie und wer ist hier der Adhiyajña in diesem Körper, Madhusūdana? Und wie bist du zur Stunde des Hinscheidens von denen mit gebändigtem Sinn zu erkennen?“
Wort für Wort
adhiyajñaḥ kathaṃ kaḥ
der Adhiyajña, wie, wer (m., Nom. Sg. + Interrog. + Interrog.)
atra dehe 'smin madhusūdana
hier in diesem Körper, Madhusūdana (Adv. + m., Lok. Sg. + Pron. + Vok. Sg.)
prayāṇakāle ca
und zur Zeit des Hinscheidens (m., Lok. Sg.)
kathaṃ jñeyo 'si
wie bist du zu erkennen (Interrog. + Gerundivum, Nom. Sg. + 2. Sg. Präsens)
Der erhabene Herr sprach: „Das Unvergängliche ist das höchste Brahman; die eigene Wesensnatur wird Adhyātma genannt; die Hervorbringung, die das Werden der Wesen bewirkt, heißt Karma.
Wort für Wort
śrībhagavān uvāca
der erhabene Herr sprach (Nom. Sg. + 3. Sg. Perfekt)
akṣaraṃ brahma paramam
das Unvergängliche ist das höchste Brahman (n., Nom. Sg., dreifach)
svabhāvo 'dhyātmam ucyate
die eigene Wesensnatur wird Adhyātma genannt (m., Nom. Sg. + n., Nom. Sg. + 3. Sg. Präsens Passiv)
bhūtabhāvodbhavakaro visargaḥ
die Hervorbringung, die das Werden der Wesen bewirkt (Adj., Nom. Sg. + m., Nom. Sg.)
Mit einem Geist, der im Yoga der Übung verankert und auf nichts anderes gerichtet ist, gelangt einer, o Pārtha, meditierend, zum höchsten göttlichen Puruṣa.
Wort für Wort
abhyāsayogayuktena cetasā
mit einem im Yoga der Übung verankerten Geist (Adj. + n., Instr. Sg.)
nānyagāminā
der nicht zu anderem geht (Negation + Adj., Instr. Sg.)
paramaṃ puruṣaṃ divyaṃ
zum höchsten göttlichen Puruṣa (Adj. + m., Akk. Sg. + Adj.)
Wer den Weisen gedenkt, den Uralten, den Lenker, feiner als das Feinste, den Erhalter von allem, von unfassbarer Gestalt, sonnenfarben, jenseits der Finsternis —
Wort für Wort
kaviṃ purāṇam anuśāsitāram
den Weisen, den Uralten, den Lenker (m., Akk. Sg., dreifach)
aṇor aṇīyāṃsam anusmared yaḥ
wer feiner als das Feinste gedenkt (m., Abl. Sg. + Komp., Akk. Sg. + 3. Sg. Optativ + Pron.)
sarvasya dhātāram acintyarūpam
den Erhalter von allem, von unfassbarer Gestalt (Gen. Sg. + m., Akk. Sg. + Adj.)
— der gelangt zur Stunde des Hinscheidens, mit unbewegtem Geist, von Hingabe erfüllt, und durch die Kraft des Yoga den Lebensatem recht zwischen die Augenbrauen lenkend, zu jenem höchsten göttlichen Puruṣa.
Wort für Wort
prayāṇakāle manasācalena
zur Stunde des Hinscheidens mit unbewegtem Geist (m., Lok. Sg. + n., Instr. Sg. + Adj.)
bhaktyā yukto yogabalena caiva
von Hingabe erfüllt und durch die Kraft des Yoga (f., Instr. Sg. + Adj., Nom. Sg. + n., Instr. Sg. + Partikel)
bhruvor madhye prāṇam āveśya samyak
zwischen die Augenbrauen den Lebensatem recht lenkend (Gen. Du. + Lok. Sg. + m., Akk. Sg. + Ger. + Adv.)
sa taṃ paraṃ puruṣam upaiti divyam
der gelangt zu jenem höchsten göttlichen Puruṣa (Pron. + Pron. + Adj. + m., Akk. Sg. + 3. Sg. Präsens + Adj.)
yad akṣaraṃ vedavido vadanti; viśanti yad yatayo vītarāgāḥ yad icchanto brahmacaryaṃ caranti; tat te padaṃ saṃgraheṇa pravakṣye
Das Unvergängliche, das die Kenner der Veden verkünden, in das die von Leidenschaft freien Asketen eingehen, wonach begehrend sie das Brahmacarya üben — jenen Zustand will ich dir in Kürze verkünden.
Wort für Wort
yad akṣaraṃ vedavido vadanti
das Unvergängliche, das die Kenner der Veden verkünden (Pron. + n., Akk. Sg. + m., Nom. Pl. + 3. Pl. Präsens)
viśanti yad yatayo vītarāgāḥ
in das die von Leidenschaft freien Asketen eingehen (3. Pl. Präsens + Pron. + m., Nom. Pl. + Adj., Nom. Pl.)
yad icchanto brahmacaryaṃ caranti
wonach begehrend sie das Brahmacarya üben (Pron. + Part. Präs. + n., Akk. Sg. + 3. Pl. Präsens)
tat te padaṃ saṃgraheṇa pravakṣye
jenen Zustand will ich dir in Kürze verkünden (Pron. + Pron. + n., Akk. Sg. + n., Instr. Sg. + 1. Sg. Futur)
ā brahmabhuvanāl lokāḥ punarāvartino 'rjuna mām upetya tu kaunteya punarjanma na vidyate
Bis hin zur Welt Brahmans sind alle Welten der Wiederkehr unterworfen, Arjuna; doch wer zu mir gelangt ist, Sohn der Kuntī, für den gibt es keine Wiedergeburt.
Wort für Wort
ā brahmabhuvanāl lokāḥ
bis hin zur Welt Brahmans die Welten (Präp. + n., Abl. Sg. + m., Nom. Pl.)
punarāvartino 'rjuna
der Wiederkehr unterworfen, Arjuna (Adj., Nom. Pl. + Vok. Sg.)
mām upetya tu kaunteya
doch wer zu mir gelangt ist, Sohn der Kuntī (Pron. + Ger. + Partikel + Vok. Sg.)
punarjanma na vidyate
gibt es keine Wiedergeburt (n., Nom. Sg. + Negation + 3. Sg. Präsens Passiv)
sahasrayugaparyantam ahar yad brahmaṇo viduḥ rātriṃ yugasahasrāntāṃ te 'horātravido janāḥ
Jene, die den Tag Brahmans kennen, der tausend Weltzeitalter währt, und die Nacht, die nach tausend Weltzeitaltern endet, sind die, die Tag und Nacht kennen.
Wort für Wort
sahasrayugaparyantam ahar
der Tag, der tausend Weltzeitalter währt (Adj. + n., Akk. Sg.)
yad brahmaṇo viduḥ
den sie als Brahmans [Tag] kennen (Pron. + Gen. Sg. + 3. Pl. Perfekt)
rātriṃ yugasahasrāntāṃ
die Nacht, die nach tausend Weltzeitaltern endet (f., Akk. Sg. + Adj.)
te 'horātravido janāḥ
jene Menschen, die Tag und Nacht kennen (Pron. + Adj., Nom. Pl. + m., Nom. Pl.)
Aus dem Unmanifesten entstehen bei Anbruch des Tages alle manifesten Dinge; bei Anbruch der Nacht lösen sie sich eben in jenes auf, das Unmanifest genannt wird.
Wort für Wort
avyaktād vyaktayaḥ sarvāḥ
aus dem Unmanifesten alle manifesten Dinge (n., Abl. Sg. + f., Nom. Pl. + Adj.)
prabhavanty aharāgame
entstehen bei Anbruch des Tages (3. Pl. Präsens + m., Lok. Sg.)
rātryāgame pralīyante
bei Anbruch der Nacht lösen sie sich auf (m., Lok. Sg. + 3. Pl. Präsens Passiv)
tatraivāvyaktasaṃjñake
eben in jenes, das Unmanifest genannt wird (Adv. + Adj., Lok. Sg.)
avyakto 'kṣara ity uktas tam āhuḥ paramāṃ gatim yaṃ prāpya na nivartante tad dhāma paramaṃ mama
Das Unmanifeste wird das Unvergängliche genannt; das, sagt man, ist der höchste Weg, zu dem gelangt man nicht mehr zurückkehrt — jene höchste Stätte, die die meinige ist.
Wort für Wort
avyakto 'kṣara ity uktaḥ
das Unmanifeste wird 'das Unvergängliche' genannt (Adj., Nom. Sg. + Adj. + Partikel + Part. Perf. Pass.)
tam āhuḥ paramāṃ gatim
das nennt man den höchsten Weg (Pron. + 3. Pl. Perfekt + Adj. + f., Akk. Sg.)
yaṃ prāpya na nivartante
zu dem gelangt, kehren sie nicht zurück (Pron. + Ger. + Negation + 3. Pl. Präsens)
Zu welcher Zeit hingeschieden die Yogins ohne Wiederkehr gehen, und ebenso zu welcher mit Wiederkehr, jene Zeiten will ich verkünden, Stier der Bharatas.
Wort für Wort
yatra kāle tv anāvṛttim
zu welcher Zeit ohne Wiederkehr (Adv. + m., Lok. Sg. + Partikel + f., Akk. Sg.)
āvṛttiṃ caiva yoginaḥ
und ebenso mit Wiederkehr die Yogins (f., Akk. Sg. + Partikel + m., Nom. Pl.)
prayātā yānti taṃ kālaṃ
hingeschieden gehen zu jener Zeit (Part. Perf., Nom. Pl. + 3. Pl. Präsens + Pron. + m., Akk. Sg.)
vakṣyāmi bharatarṣabha
will ich verkünden, Stier der Bharatas (1. Sg. Futur + Vok. Sg.)
Feuer, Licht, Tag, die helle Monatshälfte, die sechs Monate des Sonnenanstiegs — dort hingeschieden gelangen die Kenner Brahmans, die Menschen, zu Brahman.
Diese beiden Wege, der helle und der dunkle, gelten als der Welt ewig; durch den einen geht man ohne Wiederkehr, durch den anderen kehrt man wieder zurück.
Wort für Wort
śuklakṛṣṇe gatī hy ete
diese beiden Wege, der helle und der dunkle (Adj., Nom. Du. + f., Nom. Du. + Partikel + Pron.)
jagataḥ śāśvate mate
gelten der Welt als ewig (Gen. Sg. + Adj., Nom. Du. + Part. Perf. Pass., Nom. Du.)
ekayā yāty anāvṛttim
durch den einen geht man ohne Wiederkehr (f., Instr. Sg. + 3. Sg. Präsens + f., Akk. Sg.)
anyayāvartate punaḥ
durch den anderen kehrt man wieder zurück (f., Instr. Sg. + 3. Sg. Präsens + Adv.)
Was immer an verdienstvoller Frucht in den Veden, Opfern, Bußübungen und Gaben verheißen ist — all dies übersteigt der Yogin, der dies erkannt hat, und gelangt zur höchsten, ursprünglichen Stätte.
Wort für Wort
vedeṣu yajñeṣu tapaḥsu caiva
in den Veden, Opfern, Bußübungen (m., Lok. Pl. + m., Lok. Pl. + n., Lok. Pl. + Partikel)
dāneṣu yat puṇyaphalaṃ pradiṣṭam
in den Gaben, was an verdienstvoller Frucht verheißen ist (n., Lok. Pl. + Pron. + n., Nom. Sg. + Part. Perf. Pass.)
atyeti tat sarvam idaṃ viditvā
dies alles erkennend, übersteigt er das (3. Sg. Präsens + Pron. + Pron. + Pron. + Ger.)
yogī paraṃ sthānam upaiti cādyam
der Yogin gelangt zur höchsten, ursprünglichen Stätte (m., Nom. Sg. + Adj. + n., Akk. Sg. + 3. Sg. Präsens + Partikel + Adj.)