Kapitel 75: bhīmasenaduryodhanasamāgame duryodhanaparājayaḥ
Bhīmas Rede an Duryodhana und dessen Niederlage; das weitere Ringen der Prinzenschar
CQ-Ereignis in Einheit 2-6: Bhīmasenas zornige Rede an den heranstürmenden Duryodhana (CQ_OPEN in Einheit 2, CQ_CLOSE am Ende von Einheit 6). Danach reine Fortsetzung von Saṃjayas Erzählung (SQ bleibt offen). Ein formelhafter Kurzausruf ('tiṣṭha tiṣṭheti' - 'Bleib, bleib!', Einheit 41) bleibt ohne CQ-Marker, mit ASCII-Anführungszeichen wiedergegeben (Präzedenzfall Kap.43). Kap.75 zählt 59 Verse; hier zu 54 Einheiten zusammengefasst (Merges: V.6-8, V.9-10, V.22-23, V.27e+28, V.53-54). Zahlreiche Apparat-Einschübe ausgelassen, u.a.: V.13b*0312_01 (inhaltliche Dublette zum Bannerabschuss); V.16d*0313_01 (Dublette); V.27d*0314_01 (Fortsetzung des Vikarṇa-Angriffs); V.36d*0315_01-02 (Durmukhas Zusammenbruch und das Umringen durch seine Brüder); V.41b*0316_01 (Śatānīkas Kriegsschrei, verglichen mit einem brünstigen Elefanten); V.43b*0317_01 (Duṣkarṇas Pfeilschuss); V.48d*0318_01+0319_01 (Duṣkarṇas Sturz und dein Sohn, bewusstlos auf dem Wagensitz); V.58d*0320_01-02 (Dhṛṣṭadyumna und Vṛkodara vernichten die Kaurava-Truppen); V.59d*0321_01-02 (Arjuna und Vāsudeva schlagen das Kaurava-Heer und ziehen ebenfalls zum Lager). Marker-Bilanz: SQ_OPEN=0, SQ_CLOSE=0, CQ_OPEN=1, CQ_CLOSE=1.
karṇasya matam ājñāya saubalasya ca yat purā acintya pāṇḍavān kāmād yatheṣṭaṃ kṛtavān asi yācamānaṃ ca yan mohād dāśārham avamanyase ulūkasya samādeśaṃ yad dadāsi ca hṛṣṭavat adya tvā nihaniṣyāmi sānubandhaṃ sabāndhavam samīkariṣye tat pāpaṃ yat purā kṛtavān asi
Dass du, nachdem du früher Karṇas und des Sohnes Subalas [Śakuni] Meinung erkannt hattest, die Pāṇḍavas missachtend, nach Belieben aus Begierde gehandelt hast; und dass du aus Verblendung den bittenden Dāśārha [Kṛṣṇa] verachtet hast, und dass du Ulūkas Botschaft freudig mitgegeben hast - heute werde ich dich töten, mit deinem Gefolge und deinen Verwandten; ich werde jene Sünde ausgleichen, die du einst begangen hast.“
Wort für Wort
karṇasya matam ājñāya saubalasya ca yat purā
dass du früher Karṇas und des Sohnes Subalas Meinung erkannt hattest (Gen. + Akk. + Ger. ājñā- + Gen. + Konj. + Adv.)
acintya pāṇḍavān kāmād yatheṣṭaṃ kṛtavān asi
die Pāṇḍavas missachtend, nach Belieben aus Begierde gehandelt hast (Ger. a-cint- + Akk.Pl. + Abl. + Adv. + Nom.Part. + 2.Sg.Präs. as-)
yācamānaṃ ca yan mohād dāśārham avamanyase
und dass du aus Verblendung den bittenden Dāśārha verachtet hast (Akk. + Konj. + Abl. + Akk. + 2.Sg.Präs.Med. ava-man-)
ulūkasya samādeśaṃ yad dadāsi ca hṛṣṭavat
und dass du Ulūkas Botschaft freudig mitgegeben hast (Gen. + Akk. + Konj. + 2.Sg.Präs. dā- + Adv.)
adya tvā nihaniṣyāmi sānubandhaṃ sabāndhavam
heute werde ich dich töten, mit deinem Gefolge und deinen Verwandten (Adv. + Akk. + 1.Sg.Fut. ni-han- + Akk. + Akk.)
samīkariṣye tat pāpaṃ yat purā kṛtavān asi
ich werde jene Sünde ausgleichen, die du einst begangen hast (1.Sg.Fut.Med. sam-ī-kṛ- + Akk. + Akk. + Konj. + Adv. + Nom.Part. + 2.Sg.Präs. as-)
[CQ_CLOSE hier: Ende von Bhīmasenas Rede. V.6-V.8 bilden einen zusammenhängenden Satz (die yat-Relativsätze münden in 'samīkariṣye tat pāpaṃ') und wurden zu einer Einheit verbunden.]
Nachdem er dies gesagt hatte, den schrecklichen Bogen wiederholt spannend und schwingend, und schreckliche Pfeile ergreifend, die einem großen Blitzschlag glichen, schoss er, zornentbrannt, rasch sechsundzwanzig [Pfeile] auf Suyodhana [Duryodhana] ab, die wie lodernde Feuerflammen aussahen, dem Vajra gleich, gerade fliegend.
Wort für Wort
evam uktvā dhanur ghoraṃ vikṛṣyodbhrāmya cāsakṛt
nachdem er dies gesagt hatte, den schrecklichen Bogen wiederholt spannend und schwingend (Adv. + Ger. vac- + Akk. + Akk. + Ger. vikṛṣ- + Ger. udbhram- + Adv.)
samādāya śarān ghorān mahāśanisamaprabhān
und schreckliche Pfeile ergreifend, die einem großen Blitzschlag glichen (Ger. sam-ādā- + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
ṣaḍviṃśat tarasā kruddho mumocāśu suyodhane
schoss er, zornentbrannt, rasch sechsundzwanzig [Pfeile] auf Suyodhana ab (Num. + Instr. + Nom. + 3.Sg.Perf. muc- + Adv. + Lok.)
jvalitāgniśikhākārān vajrakalpān ajihmagān
die wie lodernde Feuerflammen aussahen, dem Vajra gleich, gerade fliegend (Akk.Pl. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
[Anm.: V.9-V.10 bilden einen Satz (Hauptverb 'mumoca' erst in V.10) und wurden zu einer Einheit verbunden.]
tato 'sya kārmukaṃ dvābhyāṃ sūtaṃ dvābhyāṃ ca vivyadhe caturbhir aśvāñ javanān anayad yamasādanam
Da durchbohrte er mit zwei [Pfeilen] dessen Bogen, mit zwei den Wagenlenker, und mit vier [Pfeilen] führte er die schnellen Pferde zur Wohnstatt Yamas.
Wort für Wort
tato 'sya kārmukaṃ dvābhyāṃ sūtaṃ dvābhyāṃ ca vivyadhe
da durchbohrte er mit zwei dessen Bogen, mit zwei den Wagenlenker (Adv. + Gen. + Akk. + Instr.Du. + Akk. + Instr.Du. + 3.Sg.Perf.Med. vyadh-)
caturbhir aśvāñ javanān anayad yamasādanam
und mit vier [Pfeilen] führte er die schnellen Pferde zur Wohnstatt Yamas (Instr.Pl. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + 3.Sg.Impf. nī- + Akk.)
tribhiś ca tasya ciccheda jvalantaṃ dhvajam uttamam chittvā taṃ ca nanādoccais tava putrasya paśyataḥ
Und mit drei [Pfeilen] zerschnitt er dessen leuchtendes, vorzügliches Banner; und nachdem er es zerschnitten hatte, brüllte er laut auf, während dein Sohn zusah.
Wort für Wort
tribhiś ca tasya ciccheda jvalantaṃ dhvajam uttamam
und mit drei zerschnitt er dessen leuchtendes, vorzügliches Banner (Instr.Pl. + Gen. + 3.Sg.Perf. chid- + Akk. + Akk. + Akk.)
chittvā taṃ ca nanādoccais tava putrasya paśyataḥ
und nachdem er es zerschnitten hatte, brüllte er laut auf, während dein Sohn zusah (Ger. chid- + Akk. + 3.Sg.Perf. nad- + Adv. + Gen. + Gen. + Gen.Part.)
[Anm.: Apparat-Zeile V.13b*0312_01 (inhaltliche Dublette zum Bannerabschuss mit drei anderen Pfeilen) ausgelassen.]
citrasenaḥ sucitraś ca citrāśvaś citradarśanaḥ cārucitraḥ sucāruś ca tathā nandopanandakau aṣṭāv ete maheṣvāsāḥ sukumārā yaśasvinaḥ abhimanyurathaṃ rājan samantāt paryavārayan
Citrasena, Sucitra, Citrāśva, Citradarśana, Cārucitra, Sucāru sowie Nanda und Upananda - diese acht großen Bogenschützen, zart und ruhmreich, umringten Abhimanyus Wagen von allen Seiten, o König.
Da traf sie der hochgesinnte Abhimanyu rasch, jeden Einzelnen mit fünf glatten Pfeilen durchbohrend, die dem Vajra und dem Tod glichen, aus einer wunderbaren Waffe entsandt.
Wort für Wort
ājaghāna tatas tūrṇam abhimanyur mahāmanāḥ
da traf sie der hochgesinnte Abhimanyu rasch (3.Sg.Perf. ā-han- + Adv. + Adv. + Nom. + Nom.)
ekaikaṃ pañcabhir viddhvā śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ
jeden Einzelnen mit fünf glatten Pfeilen durchbohrend (Akk. + Instr.Pl. + Ger. vyadh- + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
vajramṛtyupratīkāśair vicitrāyudhaniḥsṛtaiḥ
die dem Vajra und dem Tod glichen, aus einer wunderbaren Waffe entsandt (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
Sie alle, es nicht ertragend, überschütteten den Sohn Subhadrās [Abhimanyu], den besten der Wagenkämpfer, mit scharfen Pfeilen, wie Wolken den Berg Meru.
Wort für Wort
amṛṣyamāṇās te sarve saubhadraṃ rathasattamam
sie alle, es nicht ertragend, den Sohn Subhadrās, den besten der Wagenkämpfer (Nom.Pl.Part. + Nom.Pl. + Nom.Pl. + Akk. + Akk.)
vavarṣur mārgaṇais tīkṣṇair giriṃ merum ivāmbudāḥ
überschütteten mit scharfen Pfeilen, wie Wolken den Berg Meru (3.Pl.Perf. vṛṣ- + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Akk. + Akk. + Part.wie + Nom.Pl.)
Er, bedrängt im Kampf, in den Waffen geübt, kampfestrunken, Abhimanyu, o großer König, ließ die Deinen erzittern, wie der Vajrahalter [Indra] im Kampf zwischen Göttern und Asuras die großen Asuras.
Wort für Wort
sa pīḍyamānaḥ samare kṛtāstro yuddhadurmadaḥ
er, bedrängt im Kampf, in den Waffen geübt, kampfestrunken (Nom. + Nom.Part. + Lok. + Nom. + Nom.)
abhimanyur mahārāja tāvakān samakampayat
Abhimanyu, o großer König, ließ die Deinen erzittern (Nom. + Vok. + Akk.Pl. + 3.Sg.Impf. sam-kamp- kaus.)
yathā devāsure yuddhe vajrapāṇir mahāsurān
wie der Vajrahalter im Kampf zwischen Göttern und Asuras die großen Asuras (Adv. + Lok. + Lok. + Nom. + Akk.Pl.)
Nachdem er dessen Banner, Wagenlenker und Pferde zerschnitten hatte, gleichsam tanzend im Kampf, entsandte der mächtige Sohn Subhadrās [Abhimanyu] wiederum andere gelbliche, scharfe, an Stein geschärfte Pfeile auf Vikarṇa.
nachdem er dessen Banner, Wagenlenker und Pferde zerschnitten hatte, gleichsam tanzend im Kampf (Akk. + Akk. + Akk.Pl. + Gen. + Ger. chid- + Nom.Part. + Part.wie + Lok.)
punaś cānyāñ śarān pītān akuṇṭhāgrāñ śilāśitān
wiederum andere gelbliche, scharfe, an Stein geschärfte Pfeile (Adv. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
preṣayām āsa saubhadro vikarṇāya mahābalaḥ
entsandte der mächtige Sohn Subhadrās auf Vikarṇa (3.Sg.Perf.periphr. preṣ- + Nom. + Dat. + Nom.)
[Anm.: V.27e und V.28 bilden einen Satz (Hauptverb 'preṣayām āsa' erst in V.28) und wurden zu einer Einheit verbunden.]
Jene [Pfeile], mit Falken- und Pfauenfedern befiedert, durchbohrten, nachdem sie Vikarṇa erreicht hatten, seinen Körper und gingen zur Erde, wie lodernde Schlangen.
Wort für Wort
te vikarṇaṃ samāsādya kaṅkabarhiṇavāsasaḥ
jene, mit Falken- und Pfauenfedern befiedert, Vikarṇa erreichend (Nom.Pl. + Akk. + Ger. sam-ā-sad- + Nom.Pl.)
bhittvā dehaṃ gatā bhūmiṃ jvalanta iva pannagāḥ
durchbohrten seinen Körper und gingen zur Erde, wie lodernde Schlangen (Ger. bhid- + Akk. + Nom.Pl.Part. + Akk. + Nom.Pl.Part. + Part.wie + Nom.Pl.)
Durmukha, nachdem er Śrutakarman mit sieben schnellen [Pfeilen] durchbohrt hatte, zerschnitt mit einem [Pfeil] dessen Banner und mit sieben dessen Wagenlenker.
Wort für Wort
durmukhaḥ śrutakarmāṇaṃ viddhvā saptabhir āśugaiḥ
Durmukha, nachdem er Śrutakarman mit sieben schnellen [Pfeilen] durchbohrt hatte (Nom. + Akk. + Ger. vyadh- + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
dhvajam ekena ciccheda sārathiṃ cāsya saptabhiḥ
zerschnitt mit einem dessen Banner und mit sieben dessen Wagenlenker (Akk. + Instr. + 3.Sg.Perf. chid- + Akk. + Gen. + Instr.Pl.)
Er, Śrutakarman, der große Wagenkämpfer, auf dem Wagen mit den erschlagenen Pferden stehend, schleuderte, heftig zornentbrannt, einen Speer, wie eine lodernde große Sternschnuppe.
Wort für Wort
sa hatāśve rathe tiṣṭhañ śrutakarmā mahārathaḥ
er, Śrutakarman, der große Wagenkämpfer, auf dem Wagen mit den erschlagenen Pferden stehend (Nom. + Lok. + Lok. + Nom.Part. + Nom. + Nom.)
śaktiṃ cikṣepa saṃkruddho maholkāṃ jvalitām iva
schleuderte, heftig zornentbrannt, einen Speer, wie eine lodernde große Sternschnuppe (Akk. + 3.Sg.Perf. kṣip- + Nom. + Akk. + Akk. + Part.wie)
Er [der Speer], den weiten Panzer des ruhmreichen Durmukha durchschlagend und durchbohrend, drang leuchtend, mit heftiger Glut, in die Erde ein.
Wort für Wort
sā durmukhasya vipulaṃ varma bhittvā yaśasvinaḥ
er, den weiten Panzer des ruhmreichen Durmukha durchschlagend (Nom. + Gen. + Akk. + Akk. + Ger. bhid- + Gen.)
vidārya prāviśad bhūmiṃ dīpyamānā sutejanā
durchbohrend, drang leuchtend, mit heftiger Glut, in die Erde ein (Ger. vidṝ- + 3.Sg.Impf. pra-viś- + Akk. + Nom.Part. + Nom.)
[Anm.: Apparat-Zeilen V.36d*0315_01-02 (Durmukha sinkt betäubt auf dem Wagen nieder; als sie ihn bewusstlos sahen, umringten ihn alle seine Brüder) ausgelassen.]
Während der Hochgesinnte Śrutakīrti seinen Bogen schwang, zerschnitt ihn im Kampf, o König, dein Sohn Jayatsena, mit einem sehr scharfen Rasiermesser-Pfeil, gleichsam lachend, o Bhārata.
Wort für Wort
tasya vikṣipataś cāpaṃ śrutakīrter mahātmanaḥ
während der Hochgesinnte Śrutakīrti seinen Bogen schwang (Gen. + Gen.Part. + Akk. + Gen. + Gen.)
ciccheda samare rājañ jayatsenaḥ sutas tava
zerschnitt ihn im Kampf, o König, dein Sohn Jayatsena (3.Sg.Perf. chid- + Lok. + Vok. + Nom. + Nom. + Gen.)
kṣurapreṇa sutīkṣṇena prahasann iva bhārata
mit einem sehr scharfen Rasiermesser-Pfeil, gleichsam lachend, o Bhārata (Instr. + Instr. + Nom.Part. + Part.wie + Vok.)
tato 'sya dhanur ekena dvābhyāṃ sūtaṃ ca māriṣa ciccheda samare tūrṇaṃ taṃ ca vivyādha saptabhiḥ
Da zerschnitt er dessen Bogen mit einem [Pfeil] und mit zwei den Wagenlenker, o Verehrungswürdiger, rasch im Kampf, und durchbohrte ihn selbst mit sieben.
Wort für Wort
tato 'sya dhanur ekena dvābhyāṃ sūtaṃ ca māriṣa
da dessen Bogen mit einem und mit zwei den Wagenlenker, o Verehrungswürdiger (Adv. + Gen. + Akk. + Instr. + Instr.Du. + Akk. + Vok.)
ciccheda samare tūrṇaṃ taṃ ca vivyādha saptabhiḥ
zerschnitt rasch im Kampf, und durchbohrte ihn selbst mit sieben (3.Sg.Perf. chid- + Lok. + Adv. + Akk. + 3.Sg.Perf. vyadh- + Instr.Pl.)
Da durchbohrte er, zornentbrannt, mit einem anderen, gut abgeschossenen, treffsicheren breitköpfigen Pfeil Duṣkarṇa im Kampf heftig an der Brust.
Wort für Wort
athāpareṇa bhallena sumuktena nipātinā
da mit einem anderen, gut abgeschossenen, treffsicheren breitköpfigen Pfeil (Adv. + Instr. + Instr. + Instr.)
duṣkarṇaṃ samare kruddho vivyādha hṛdaye bhṛśam
durchbohrte er, zornentbrannt, Duṣkarṇa im Kampf heftig an der Brust (Akk. + Lok. + Nom. + 3.Sg.Perf. vyadh- + Lok. + Adv.)
[Anm.: Apparat-Zeilen V.48d*0318_01+0319_01 (Duṣkarṇa fällt zu Boden wie ein vom Blitz zerschmetterter Baum; dein Sohn sinkt bewusstlos auf dem Wagensitz nieder) ausgelassen.]
Durmukha, Durjaya, sowie der junge Durmarṣaṇa, Śatruṃjaya und Śatrusaha - alle zornigen, ruhmreichen Brüder zogen gemeinsam, o großer König, den Kekayas entgegen.
Wort für Wort
durmukho durjayaś caiva tathā durmarṣaṇo yuvā
Durmukha, Durjaya, sowie der junge Durmarṣaṇa (Nom. + Nom. + Adv. + Nom. + Nom.)
śatruṃjayaḥ śatrusahaḥ sarve kruddhā yaśasvinaḥ
Śatruṃjaya und Śatrusaha - alle zornigen, ruhmreichen (Nom. + Nom. + Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
pratyudyātā mahārāja kekayān bhrātaraḥ samam
die Brüder zogen gemeinsam, o großer König, den Kekayas entgegen (Nom.Pl.Part. + Vok. + Akk.Pl. + Nom.Pl. + Adv.)
Mit stadtgleichen Wagen, angeschirrt mit geistesschnellen Pferden, geschmückt mit vielfarbigen, wunderbaren Bannern, die Helden, vorzügliche Bögen tragend, mit prächtigen Panzern und Bannern, drangen sie in das feindliche Heer ein, wie Löwen von einem Wald zum anderen.
Wort für Wort
rathair nagarasaṃkāśair hayair yuktair manojavaiḥ
mit stadtgleichen Wagen, angeschirrt mit geistesschnellen Pferden (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
nānāvarṇavicitrābhiḥ patākābhir alaṃkṛtaiḥ
geschmückt mit vielfarbigen, wunderbaren Bannern (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
varacāpadharā vīrā vicitrakavacadhvajāḥ
die Helden, vorzügliche Bögen tragend, mit prächtigen Panzern und Bannern (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
viviśus te paraṃ sainyaṃ siṃhā iva vanād vanam
drangen sie in das feindliche Heer ein, wie Löwen von einem Wald zum anderen (3.Pl.Perf. viś- + Nom.Pl. + Akk. + Akk. + Nom.Pl. + Part.wie + Abl. + Akk.)
[Anm.: V.53-V.54 bilden einen Satz und wurden zu einer Einheit verbunden.]
Zwischen ihnen entbrannte ein sehr tosender, überaus schrecklicher Kampf, mit ineinander verkeilten Wagen und Elefanten, einander niederschlagend, sich gegenseitig Unrecht zufügend, o König, das Reich Yamas mehrend.
Wort für Wort
teṣāṃ sutumulaṃ yuddhaṃ vyatiṣaktarathadvipam
zwischen ihnen ein sehr tosender Kampf, mit ineinander verkeilten Wagen und Elefanten (Gen.Pl. + Nom. + Nom. + Nom.)
avartata mahāraudraṃ nighnatām itaretaram
entbrannte, überaus schrecklich, unter ihnen, die einander niederschlugen (3.Sg.Impf.Med. vṛt- + Nom. + Gen.Pl.Part. + Akk.)
anyonyāgaskṛtāṃ rājan yamarāṣṭravivardhanam
sich gegenseitig Unrecht zufügend, o König, das Reich Yamas mehrend (Gen.Pl. + Vok. + Nom.)
Als die Sonne für einen Augenblick untergegangen war, führten sie einen sehr grausamen Kampf; Wagenkämpfer und Berittene wurden zu Tausenden versprengt.
Wort für Wort
muhūrtāstamite sūrye cakrur yuddhaṃ sudāruṇam
als die Sonne für einen Augenblick untergegangen war, führten sie einen sehr grausamen Kampf (Lok.abs. + Lok.abs. + 3.Pl.Perf. kṛ- + Akk. + Akk.)
rathinaḥ sādinaś caiva vyakīryanta sahasraśaḥ
Wagenkämpfer und Berittene wurden zu Tausenden versprengt (Nom.Pl. + Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.Pass. vi-kṝ- + Adv.)
tataḥ śāṃtanavaḥ kruddhaḥ śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ nāśayām āsa senāṃ vai bhīṣmas teṣāṃ mahātmanām pāñcālānāṃ ca sainyāni śarair ninye yamakṣayam
Da vernichtete Bhīṣma, der Sohn Śāṃtanus, zornentbrannt, mit glatten Pfeilen das Heer jener Hochgesinnten; und die Heere der Pāñcālas führte er mit Pfeilen zum Reich Yamas.
Wort für Wort
tataḥ śāṃtanavaḥ kruddhaḥ śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ
da der Sohn Śāṃtanus, zornentbrannt, mit glatten Pfeilen (Adv. + Nom. + Nom. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
nāśayām āsa senāṃ vai bhīṣmas teṣāṃ mahātmanām
vernichtete Bhīṣma das Heer jener Hochgesinnten (3.Sg.Perf.periphr. naś- kaus. + Akk. + Partikel + Nom. + Gen.Pl. + Gen.Pl.)
pāñcālānāṃ ca sainyāni śarair ninye yamakṣayam
und die Heere der Pāñcālas führte er mit Pfeilen zum Reich Yamas (Gen.Pl. + Akk.Pl. + Instr.Pl. + 3.Sg.Perf.Med. nī- + Akk.)
So, nachdem er, der große Bogenschütze [Bhīṣma], das Heer der Pāṇḍavas durchbrochen hatte, den Rückzug der Truppen bewirkend, zog er, o König, zu seinem eigenen Lager.
Wort für Wort
evaṃ bhittvā maheṣvāsaḥ pāṇḍavānām anīkinīm
so, nachdem er, der große Bogenschütze, das Heer der Pāṇḍavas durchbrochen hatte (Adv. + Ger. bhid- + Nom. + Gen.Pl. + Akk.)
kṛtvāvahāraṃ sainyānāṃ yayau svaśibiraṃ nṛpa
den Rückzug der Truppen bewirkend, zog er zu seinem eigenen Lager, o König (Ger. kṛ- + Akk. + Gen.Pl. + 3.Sg.Perf. yā- + Akk. + Vok.)
[Anm.: Apparat-Zeilen V.58d*0320_01-02 (die beiden Helden Dhṛṣṭadyumna und Vṛkodara vernichten mit glatten Pfeilen die Truppen der Kauravas) ausgelassen.]