Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Bhīṣmaparva

Kapitel 2: Vyāsavākyam / Utpātadarśanam Vyāsas Angebot des göttlichen Auges und die Unheilszeichen

vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ pūrvāpare saṃdhye samīkṣya bhagavān ṛṣiḥ sarvavedavidāṃ śreṣṭho vyāsaḥ satyavatīsutaḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Da habe, nachdem er die Morgen- und Abenddämmerung betrachtet hatte, der erhabene Seher, der beste aller Vedenkundigen, Vyāsa, der Sohn der Satyavatī,

Wort für Wort
vaiśaṃpāyanaḥ uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Perf.)
tataḥ pūrvāpare saṃdhye
da die Morgen- und Abenddämmerung (Akk. Du.)
samīkṣya bhagavān ṛṣiḥ
nachdem er betrachtet hatte, der erhabene Seher (Absolutiv + Nom. Sg.)
sarvavedavidām śreṣṭhaḥ
der beste aller Vedenkundigen (Gen. Pl. + Nom. Sg.)
vyāsaḥ satyavatīsutaḥ
Vyāsa, der Sohn der Satyavatī (Nom. Sg.)

bhaviṣyati raṇe ghore bharatānāṃ pitāmahaḥ pratyakṣadarśī bhagavān bhūtabhavyabhaviṣyavit

der - was im schrecklichen Kampf der Bharatas geschehen werde - der erhabene, mit eigenen Augen Schauende, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Kennende, der Großvater,

Wort für Wort
bhaviṣyati raṇe ghore
was im schrecklichen Kampf geschehen werde (Fut. 3.Sg. + Lok. Sg.)
bharatānām pitāmahaḥ
der Großvater der Bharatas (Gen. Pl. + Nom. Sg.)
pratyakṣadarśī bhagavān
der erhabene, mit eigenen Augen Schauende (Nom. Sg.)
bhūtabhavyabhaviṣyavit
der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Kennende (Nom. Sg.)

vaicitravīryaṃ rājānaṃ sa rahasyaṃ bravīd idam śocantam ārtaṃ dhyāyantaṃ putrāṇām anayaṃ tadā

habe dem König, dem Sohn des Vicitravīrya, dies im Vertrauen gesagt, als jener trauerte, gequält, über das Unheil seiner Söhne nachsann.

Wort für Wort
vaicitravīryam rājānam
dem König, dem Sohn des Vicitravīrya (Akk. Sg.)
saḥ rahasyam bravīt idam
er sagte dies im Vertrauen (Nom. Sg. + Akk. Sg. + Impf. 3.Sg.)
śocantam ārtam
der trauerte, gequält (Part. Akk. Sg.)
dhyāyantam putrāṇām anayam
der über das Unheil der Söhne nachsann (Part. Akk. Sg. + Gen. Pl. + Akk. Sg.)

vyāsa uvāca rājan parītakālās te putrāś cānye ca bhūmipāḥ te haniṣyanti saṃgrāme samāsādyetaretaram

Vyāsa sprach: ‚König, deine Söhne und die anderen Erdenherrscher, deren Zeit abgelaufen ist - diese werden einander im Kampf begegnend erschlagen.

Wort für Wort
vyāsaḥ uvāca
Vyāsa sprach (Perf.)
rājan parītakālāḥ te putrāḥ
König, deine Söhne, deren Zeit abgelaufen ist (Vok. + Nom. Pl.)
ca anye ca bhūmipāḥ
und die anderen Erdenherrscher (Nom. Pl.)
te haniṣyanti saṃgrāme
diese werden im Kampf erschlagen (Fut. 3.Pl. + Lok. Sg.)
samāsādya itaretaram
einander begegnend (Absolutiv + Adv.)

teṣu kālaparīteṣu vinaśyatsu ca bhārata kālaparyāyam ājñāya mā sma śoke manaḥ kṛthāḥ

Da diese, von der Zeit ergriffen, zugrunde gehen, Bhārata, so erkenne den Kreislauf der Zeit und richte deinen Sinn nicht auf Trauer.

Wort für Wort
teṣu kālaparīteṣu
da diese von der Zeit ergriffenen (Lok. Pl.)
vinaśyatsu ca bhārata
zugrunde gehenden, o Bhārata (Lok. Pl. Part. + Vok.)
kālaparyāyam ājñāya
nachdem du den Kreislauf der Zeit erkannt hast (Akk. Sg. + Absolutiv)
mā sma śoke manaḥ kṛthāḥ
richte deinen Sinn nicht auf Trauer (Inj. 2.Sg. + Lok. Sg. + Akk. Sg.)

yadi tv icchasi saṃgrāme draṣṭum enaṃ viśāṃ pate cakṣur dadāni te hanta yuddham etan niśāmaya

Wenn du aber wünschst, diesen Kampf zu sehen, Herr der Untertanen, so gebe ich dir ein Auge - wohlan, betrachte diese Schlacht!‘

Wort für Wort
yadi tu icchasi saṃgrāme
wenn du aber im Kampf wünschst (Präs. 2.Sg. + Lok. Sg.)
draṣṭum enam viśām pate
diesen zu sehen, Herr der Untertanen (Inf. + Akk. Sg. + Vok.)
cakṣuḥ dadāni te
ich gebe dir ein Auge (Akk. Sg. + Präs. 1.Sg.)
hanta yuddham etat niśāmaya
wohlan, betrachte diese Schlacht (Interj. + Akk. Sg. + Imp. 2.Sg.)

dhṛtarāṣṭra uvāca na rocaye jñātivadhaṃ draṣṭuṃ brahmarṣisattama yuddham etat tv aśeṣeṇa śṛṇuyāṃ tava tejasā

Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚Es gefällt mir nicht, das Gemetzel der Verwandten zu sehen, bester der Brahmanenweisen; diesen Kampf aber möchte ich vollständig hören, durch deine Kraft.‘

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭraḥ uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (Perf.)
na rocaye jñātivadham draṣṭum
es gefällt mir nicht, das Gemetzel der Verwandten zu sehen (Präs. Med. 1.Sg. + Akk. Sg. + Inf.)
brahmarṣisattama
o bester der Brahmanenweisen (Vok. Sg.)
yuddham etat tu aśeṣeṇa
diesen Kampf aber vollständig (Akk. Sg. + Instr. Sg. Adv.)
śṛṇuyām tava tejasā
möchte ich hören durch deine Kraft (Opt. 1.Sg. + Gen. Sg. + Instr. Sg.)

vaiśaṃpāyana uvāca tasminn anicchati draṣṭuṃ saṃgrāmaṃ śrotum icchati varāṇām īśvaro dātā saṃjayāya varaṃ dadau

Vaiśaṃpāyana sprach: Da jener nicht wünschte, die Schlacht zu sehen, aber wünschte, sie zu hören, habe der Herr, der Geber der Gaben, dem Saṃjaya eine Gabe gegeben.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyanaḥ uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Perf.)
tasmin anicchati draṣṭum
da jener nicht wünschte zu sehen (Lok. Abs. + Inf.)
saṃgrāmam śrotum icchati
die Schlacht zu hören wünschte (Akk. Sg. + Inf. + Lok. Abs.)
varāṇām īśvaraḥ dātā
der Herr, der Geber der Gaben (Gen. Pl. + Nom. Sg.)
saṃjayāya varam dadau
gab dem Saṃjaya eine Gabe (Dat. Sg. + Akk. Sg. + Perf. 3.Sg.)

vyāsa uvāca eṣa te saṃjayo rājan yuddham etad vadiṣyati etasya sarvaṃ saṃgrāme naparokṣaṃ bhaviṣyati

Vyāsa sprach: ‚Dieser dein Saṃjaya, König, wird dir diesen Kampf verkünden; für ihn wird nichts an dieser Schlacht verborgen sein.

Wort für Wort
eṣaḥ te saṃjayaḥ rājan
dieser dein Saṃjaya, König (Nom. Sg. + Vok.)
yuddham etat vadiṣyati
wird diesen Kampf verkünden (Akk. Sg. + Fut. 3.Sg.)
etasya sarvam saṃgrāme
für ihn alles an der Schlacht (Gen. Sg. + Nom. Sg. + Lok. Sg.)
na aparokṣam bhaviṣyati
wird nicht verborgen sein (Nom. Sg. + Fut. 3.Sg.)

cakṣuṣā saṃjayo rājan divyenaiṣa samanvitaḥ kathayiṣyati te yuddhaṃ sarvajñaś ca bhaviṣyati

Mit einem göttlichen Auge, König, wird dieser Saṃjaya ausgestattet sein; er wird dir den Kampf berichten und wird allwissend sein.

Wort für Wort
cakṣuṣā saṃjayaḥ rājan
mit einem Auge, Saṃjaya, o König (Instr. Sg. + Nom. Sg. + Vok.)
divyena eṣa samanvitaḥ
mit einem göttlichen wird dieser ausgestattet sein (Instr. Sg. + Nom. Sg.)
kathayiṣyati te yuddham
wird dir den Kampf berichten (Fut. 3.Sg. + Dat. Sg. + Akk. Sg.)
sarvajñaḥ ca bhaviṣyati
und wird allwissend sein (Nom. Sg. + Fut. 3.Sg.)

prakāśaṃ vā rahasyaṃ vā rātrau vā yadi vā divā manasā cintitam api sarvaṃ vetsyati saṃjayaḥ

Ob offenkundig oder verborgen, ob nachts oder bei Tag, selbst im Geiste Erdachtes - alles wird Saṃjaya wissen.

Wort für Wort
prakāśam vā rahasyam vā
ob offenkundig oder verborgen (Akk. Sg.)
rātrau vā yadi vā divā
ob nachts oder ob bei Tag (Lok. Sg. + Adv.)
manasā cintitam api
selbst im Geiste Erdachtes (Instr. Sg. + Akk. Sg. Ppp.)
sarvam vetsyati saṃjayaḥ
alles wird Saṃjaya wissen (Akk. Sg. + Fut. 3.Sg.)

nainaṃ śastrāṇi bhetsyanti nainaṃ bādhiṣyate śramaḥ gāvalgaṇir ayaṃ jīvan yuddhād asmād vimokṣyate

Nicht werden ihn Waffen verwunden, nicht wird ihn Erschöpfung plagen; dieser Sohn des Gavalgaṇa wird lebend aus diesem Kampf entkommen.

Wort für Wort
na enam śastrāṇi bhetsyanti
nicht werden ihn Waffen verwunden (Nom. Pl. + Fut. 3.Pl.)
na enam bādhiṣyate śramaḥ
nicht wird ihn Erschöpfung plagen (Fut. Med. 3.Sg. + Nom. Sg.)
gāvalgaṇiḥ ayam jīvan
dieser Sohn des Gavalgaṇa, lebend (Nom. Sg. + Part.)
yuddhāt asmāt vimokṣyate
wird aus diesem Kampf entkommen (Abl. Sg. + Fut. Med. 3.Sg.)

ahaṃ ca kīrtim eteṣāṃ kurūṇāṃ bharatarṣabha pāṇḍavānāṃ ca sarveṣāṃ prathayiṣyāmi mā śucaḥ

Und ich werde den Ruhm dieser Kurus, Stier der Bharatas, und aller Pāṇḍavas verbreiten; sei nicht bekümmert.

Wort für Wort
aham ca kīrtim eteṣām
und ich den Ruhm dieser (Nom. Sg. + Akk. Sg. + Gen. Pl.)
kurūṇām bharatarṣabha
der Kurus, Stier der Bharatas (Gen. Pl. + Vok.)
pāṇḍavānām ca sarveṣām
und aller Pāṇḍavas (Gen. Pl.)
prathayiṣyāmi mā śucaḥ
ich werde verbreiten, sei nicht bekümmert (Fut. 1.Sg. + Inj. 2.Sg.)

diṣṭam etat purā caiva nātra śocitum arhasi na caiva śakyaṃ saṃyantuṃ yato dharmas tato jayaḥ

Dies ist längst vorherbestimmt; du sollst darüber nicht trauern; und es lässt sich nicht zurückhalten - wo Dharma ist, dort ist der Sieg.‘

Wort für Wort
diṣṭam etat purā ca eva
dies ist längst vorherbestimmt (Nom. Sg. Ppp. + Adv.)
na atra śocitum arhasi
darüber sollst du nicht trauern (Inf. + Präs. 2.Sg.)
na ca eva śakyam saṃyantum
und es lässt sich nicht zurückhalten (Nom. Sg. Ger. + Inf.)
yataḥ dharmaḥ tataḥ jayaḥ
wo Dharma ist, dort ist der Sieg (Adv.)

vaiśaṃpāyana uvāca evam uktvā sa bhagavān kurūṇāṃ prapitāmahaḥ punar eva mahābāhuṃ dhṛtarāṣṭram uvāca ha

Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er so gesprochen hatte, habe jener erhabene Urgroßvater der Kurus wiederum zu dem großarmigen Dhṛtarāṣṭra gesprochen:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyanaḥ uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Perf.)
evam uktvā sa bhagavān
nachdem er so gesprochen hatte, jener Erhabene (Absolutiv + Nom. Sg.)
kurūṇām prapitāmahaḥ
der Urgroßvater der Kurus (Gen. Pl. + Nom. Sg.)
punar eva mahābāhum
wiederum zu dem Großarmigen (Adv. + Akk. Sg.)
dhṛtarāṣṭram uvāca ha
sprach er zu Dhṛtarāṣṭra (Akk. Sg. + Perf. 3.Sg.)

iha yuddhe mahārāja bhaviṣyati mahān kṣayaḥ yathemāni nimittāni bhayāyādyopalakṣaye

‚In diesem Kampf, Großkönig, wird ein großer Untergang sein, wie ich aus diesen Vorzeichen heute zu meiner Beunruhigung erkenne.

Wort für Wort
iha yuddhe mahārāja
in diesem Kampf, Großkönig (Lok. Sg. + Vok.)
bhaviṣyati mahān kṣayaḥ
wird ein großer Untergang sein (Fut. 3.Sg. + Nom. Sg.)
yathā imāni nimittāni
wie diese Vorzeichen (Adv. + Akk. Pl.)
bhayāya adya upalakṣaye
erkenne ich heute zu meiner Beunruhigung (Dat. Sg. + Adv. + Präs. Med. 1.Sg.)

śyenā gṛdhrāś ca kākāś ca kaṅkāś ca sahitā balaiḥ saṃpatanti vanānteṣu samavāyāṃś ca kurvate

Falken und Geier und Krähen und Reiher, vereint mit ihren Scharen, fliegen an die Waldränder herab und bilden Versammlungen.

Wort für Wort
śyenāḥ gṛdhrāḥ ca kākāḥ ca
Falken und Geier und Krähen (Nom. Pl.)
kaṅkāḥ ca sahitāḥ balaiḥ
und Reiher, vereint mit Scharen (Nom. Pl. + Instr. Pl.)
saṃpatanti vanānteṣu
fliegen herab an die Waldränder (Präs. 3.Pl. + Lok. Pl.)
samavāyān ca kurvate
und bilden Versammlungen (Akk. Pl. + Präs. Med. 3.Pl.)

atyugraṃ ca prapaśyanti yuddham ānandino dvijāḥ kravyādā bhakṣayiṣyanti māṃsāni gajavājinām

Und die frohlockenden fleischfressenden Vögel sehen einen überaus grausigen Kampf voraus; sie werden das Fleisch von Elefanten und Pferden verzehren.

Wort für Wort
atyugram ca prapaśyanti
und einen überaus grausigen sehen sie voraus (Akk. Sg. + Präs. 3.Pl.)
yuddham ānandinaḥ dvijāḥ
den Kampf, die frohlockenden Vögel (Akk. Sg. + Nom. Pl.)
kravyādāḥ bhakṣayiṣyanti
die Fleischfresser werden verzehren (Nom. Pl. + Fut. 3.Pl.)
māṃsāni gajavājinām
das Fleisch von Elefanten und Pferden (Akk. Pl. + Gen. Pl.)

khaṭākhaṭeti vāśanto bhairavaṃ bhayavedinaḥ kahvāḥ prayānti madhyena dakṣiṇām abhito diśam

Mit dem Schrei 'khaṭ-khaṭ' furchterregend krächzend, Furcht kündend, ziehen die Kahva-Vögel mitten durch, rings um die Südrichtung.

Wort für Wort
khaṭākhaṭa iti vāśantaḥ
mit dem Schrei 'khaṭ-khaṭ' krächzend (Interj. + Part. Nom. Pl.)
bhairavam bhayavedinaḥ
furchterregend, Furcht kündend (Adv. + Nom. Pl.)
kahvāḥ prayānti madhyena
die Kahva-Vögel ziehen mitten durch (Nom. Pl. + Präs. 3.Pl. + Instr. Sg. Adv.)
dakṣiṇām abhitaḥ diśam
rings um die Südrichtung (Akk. Sg. + Adv.)

ubhe pūrvāpare saṃdhye nityaṃ paśyāmi bhārata udayāstamane sūryaṃ kabandhaiḥ parivāritam

In beiden Dämmerungen, der Morgen- und der Abenddämmerung, sehe ich stets, Bhārata, bei Aufgang und Untergang die Sonne von kopflosen Rümpfen umgeben.

Wort für Wort
ubhe pūrvāpare saṃdhye
beide Dämmerungen, die morgendliche und abendliche (Akk. Du.)
nityam paśyāmi bhārata
stets sehe ich, o Bhārata (Adv. + Präs. 1.Sg. + Vok.)
udayāstamane sūryam
bei Aufgang und Untergang die Sonne (Lok. Du. + Akk. Sg.)
kabandhaiḥ parivāritam
von kopflosen Rümpfen umgeben (Instr. Pl. + Akk. Sg. Ppp.)

śvetalohitaparyantāḥ kṛṣṇagrīvāḥ savidyutaḥ trivarṇāḥ parighāḥ saṃdhau bhānum āvārayanty uta

Weiß-rot gesäumte, schwarzhalsige, von Blitzen begleitete, dreifarbige Ringe umgeben in der Dämmerung die Sonne.

Wort für Wort
śvetalohitaparyantāḥ
weiß-rot gesäumte (Nom. Pl.)
kṛṣṇagrīvāḥ savidyutaḥ
schwarzhalsige, von Blitzen begleitete (Nom. Pl.)
trivarṇāḥ parighāḥ saṃdhau
dreifarbige Ringe in der Dämmerung (Nom. Pl. + Lok. Sg.)
bhānum āvārayanti uta
umgeben fürwahr die Sonne (Akk. Sg. + Präs. 3.Pl.)

jvalitārkendunakṣatraṃ nirviśeṣadinakṣapam ahorātraṃ mayā dṛṣṭaṃ tatkṣayāya bhaviṣyati

Lodernde Sonne, Mond und Sterne, ununterscheidbaren Tag und Nacht - Tag und Nacht sind von mir so gesehen worden; dies wird zu deren Untergang führen.

Wort für Wort
jvalitārkendunakṣatram
lodernde Sonne, Mond und Sterne (Nom. Sg. Bahuvrīhi)
nirviśeṣadinakṣapam
mit ununterscheidbarem Tag und Nacht (Nom. Sg.)
ahorātram mayā dṛṣṭam
Tag und Nacht ist von mir gesehen worden (Nom. Sg. + Instr. Sg. + Nom. Sg. Ppp.)
tatkṣayāya bhaviṣyati
dies wird zu deren Untergang führen (Dat. Sg. + Fut. 3.Sg.)

alakṣyaḥ prabhayā hīnaḥ paurṇamāsīṃ ca kārttikīm candro 'bhūd agnivarṇaś ca samavarṇe nabhastale

Unsichtbar, seines Glanzes beraubt, sei der Mond an der Vollmondnacht des Kārttika-Monats gewesen, und feuerfarben am gleichfarbigen Himmelsgewölbe.

Wort für Wort
alakṣyaḥ prabhayā hīnaḥ
unsichtbar, seines Glanzes beraubt (Nom. Sg.)
paurṇamāsīm ca kārttikīm
an der Vollmondnacht des Kārttika (Akk. Sg.)
candraḥ abhūt agnivarṇaḥ ca
war der Mond, und feuerfarben (Nom. Sg. + Impf. 3.Sg.)
samavarṇe nabhastale
am gleichfarbigen Himmelsgewölbe (Lok. Sg.)

svapsyanti nihatā vīrā bhūmim āvṛtya pārthivāḥ rājāno rājaputrāś ca śūrāḥ parighabāhavaḥ

Erschlagen werden die Helden schlafen, die Erde bedeckend, die Könige und Königssöhne, die Tapferen mit Armen wie eiserne Riegel.

Wort für Wort
svapsyanti nihatāḥ vīrāḥ
erschlagen werden die Helden schlafen (Fut. 3.Pl. + Nom. Pl.)
bhūmim āvṛtya pārthivāḥ
die Erde bedeckend, die Könige (Absolutiv + Nom. Pl.)
rājānaḥ rājaputrāḥ ca
die Könige und Königssöhne (Nom. Pl.)
śūrāḥ parighabāhavaḥ
die Tapferen mit Armen wie eiserne Riegel (Nom. Pl.)

antarikṣe varāhasya vṛṣadaṃśasya cobhayoḥ praṇādaṃ yudhyato rātrau raudraṃ nityaṃ pralakṣaye

Im Luftraum sehe ich stets nachts das schreckliche Kampfgeschrei eines Ebers und eines Katzenbären, die miteinander kämpfen.

Wort für Wort
antarikṣe varāhasya
im Luftraum eines Ebers (Lok. Sg. + Gen. Sg.)
vṛṣadaṃśasya ca ubhayoḥ
und eines Katzenbären, beider (Gen. Sg. + Gen. Du.)
praṇādam yudhyataḥ rātrau
das Kampfgeschrei der Kämpfenden, nachts (Akk. Sg. + Gen. Du. + Lok. Sg.)
raudram nityam pralakṣaye
schreckliches sehe ich stets (Akk. Sg. + Adv. + Präs. Med. 1.Sg.)

devatāpratimāś cāpi kampanti ca hasanti ca vamanti rudhiraṃ cāsyaiḥ svidyanti prapatanti ca

Und auch die Götterbildnisse erzittern und lachen, speien Blut aus ihren Mündern, schwitzen und stürzen um.

Wort für Wort
devatāpratimāḥ ca api
und auch die Götterbildnisse (Nom. Pl.)
kampanti ca hasanti ca
erzittern und lachen (Präs. 3.Pl.)
vamanti rudhiram ca āsyaiḥ
und speien Blut aus den Mündern (Präs. 3.Pl. + Akk. Sg. + Instr. Pl.)
svidyanti prapatanti ca
schwitzen und stürzen um (Präs. 3.Pl.)

anāhatā dundubhayaḥ praṇadanti viśāṃ pate ayuktāś ca pravartante kṣatriyāṇāṃ mahārathāḥ

Ungeschlagene Kriegstrommeln erklingen, Herr der Untertanen, und die großen Wagen der Kṣatriyas setzen sich in Bewegung, ohne angeschirrt zu sein.

Wort für Wort
anāhatāḥ dundubhayaḥ
ungeschlagene Kriegstrommeln (Nom. Pl.)
praṇadanti viśām pate
erklingen, Herr der Untertanen (Präs. 3.Pl. + Vok.)
ayuktāḥ ca pravartante
und ohne angeschirrt zu sein bewegen sie sich (Nom. Pl. + Präs. Med. 3.Pl.)
kṣatriyāṇām mahārathāḥ
der Kṣatriyas große Wagen (Gen. Pl. + Nom. Pl.)

kokilāḥ śatapatrāś ca cāṣā bhāsāḥ śukās tathā sārasāś ca mayūrāś ca vāco muñcanti dāruṇāḥ

Kuckucke und Bienenfresser, Blauracken, Bhāsa-Vögel und Papageien, ebenso Kraniche und Pfauen stoßen schreckliche Laute aus.

Wort für Wort
kokilāḥ śatapatrāḥ ca
Kuckucke und Bienenfresser (Nom. Pl.)
cāṣāḥ bhāsāḥ śukāḥ tathā
Blauracken, Bhāsa-Vögel und Papageien ebenso (Nom. Pl.)
sārasāḥ ca mayūrāḥ ca
und Kraniche und Pfauen (Nom. Pl.)
vācaḥ muñcanti dāruṇāḥ
stoßen schreckliche Laute aus (Akk. Pl. + Präs. 3.Pl. + Akk. Pl.)

gṛhītaśastrābharaṇā varmiṇo vājipṛṣṭhagāḥ aruṇodayeṣu dṛśyante śataśaḥ śalabhavrajāḥ

Mit ergriffenen Waffen und Schmuckstücken, gepanzert, auf Pferderücken sitzend - bei Sonnenaufgang werden zu Hunderten Heuschreckenschwärme gesehen.

Wort für Wort
gṛhītaśastrābharaṇāḥ
mit ergriffenen Waffen und Schmuckstücken (Nom. Pl.)
varmiṇaḥ vājipṛṣṭhagāḥ
gepanzert, auf Pferderücken sitzend (Nom. Pl.)
aruṇodayeṣu dṛśyante
bei Sonnenaufgängen werden gesehen (Lok. Pl. + Präs. Pass. 3.Pl.)
śataśaḥ śalabhavrajāḥ
zu Hunderten Heuschreckenschwärme (Adv. + Nom. Pl.)

ubhe saṃdhye prakāśete diśāṃ dāhasamanvite āsīd rudhiravarṣaṃ ca asthivarṣaṃ ca bhārata

Beide Dämmerungen erscheinen begleitet vom Brand der Himmelsrichtungen; ein Regen von Blut und ein Regen von Knochen sei gefallen, Bhārata.

Wort für Wort
ubhe saṃdhye prakāśete
beide Dämmerungen erscheinen (Nom. Du. + Präs. Med. 3.Du.)
diśām dāhasamanvite
begleitet vom Brand der Himmelsrichtungen (Gen. Pl. + Nom. Du.)
āsīt rudhiravarṣam ca
es war ein Regen von Blut (Impf. 3.Sg. + Nom. Sg.)
asthivarṣam ca bhārata
und ein Regen von Knochen, o Bhārata (Nom. Sg. + Vok.)

yā caiṣā viśrutā rājaṃs trailokye sādhusaṃmatā arundhatī tayāpy eṣa vasiṣṭhaḥ pṛṣṭhataḥ kṛtaḥ

Und diese, die in den drei Welten Berühmte, von den Guten Geschätzte, Arundhatī - selbst von ihr ist dieser Vasiṣṭha nach hinten gerückt worden, König.

Wort für Wort
yā ca eṣā viśrutā rājan
und diese, die berühmte, König (Nom. Sg. + Vok.)
trailokye sādhusaṃmatā
in den drei Welten von den Guten geschätzt (Lok. Sg. + Nom. Sg.)
arundhatī tayā api
Arundhatī, selbst von ihr (Nom. Sg. + Instr. Sg.)
eṣaḥ vasiṣṭhaḥ pṛṣṭhataḥ kṛtaḥ
ist dieser Vasiṣṭha nach hinten gerückt worden (Nom. Sg. + Adv. + Nom. Sg. Ppp.)

rohiṇīṃ pīḍayann eṣa sthito rājañ śanaiścaraḥ vyāvṛttaṃ lakṣma somasya bhaviṣyati mahad bhayam

Die Rohiṇī bedrängend steht dieser Śanaiścara, König; das Zeichen des Mondes hat sich umgekehrt - es wird eine große Furcht sein.

Wort für Wort
rohiṇīm pīḍayan eṣaḥ
die Rohiṇī bedrängend, dieser (Akk. Sg. + Part. + Nom. Sg.)
sthitaḥ rājan śanaiścaraḥ
steht, König, Śanaiścara [Saturn] (Nom. Sg. + Vok. + Nom. Sg.)
vyāvṛttam lakṣma somasya
umgekehrt ist das Zeichen des Mondes (Nom. Sg. Ppp. + Gen. Sg.)
bhaviṣyati mahat bhayam
es wird eine große Furcht sein (Fut. 3.Sg. + Nom. Sg.)

anabhre ca mahāghoraṃ stanitaṃ śrūyate 'niśam vāhanānāṃ ca rudatāṃ prapatanty aśrubindavaḥ

Und ohne Wolken wird ein überaus schreckliches Donnern unaufhörlich gehört; und von den weinenden Reittieren fallen Tränentropfen herab.

Wort für Wort
anabhre ca mahāghoram
und ohne Wolken ein überaus schreckliches (Lok. Sg. + Nom. Sg.)
stanitam śrūyate aniśam
ein Donnern wird unaufhörlich gehört (Nom. Sg. + Präs. Pass. 3.Sg. + Adv.)
vāhanānām ca rudatām
und von den weinenden Reittieren (Gen. Pl. + Part. Gen. Pl.)
prapatanti aśrubindavaḥ
fallen Tränentropfen herab (Präs. 3.Pl. + Nom. Pl.)

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