Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Bhīṣmaparva

Kapitel 48: aṣṭacatvāriṃśo 'dhyāyaḥ Der Zweikampf zwischen Bhīṣma und Arjuna (zweiter Kampftag)

Dhṛtarāṣṭra fragt Saṃjaya, wie der Kampf nach der Aufstellung der Heere begann (V.1, SQ_OPEN+SQ_CLOSE). Saṃjaya berichtet (V.2, SQ_OPEN): Duryodhana befiehlt seinen Truppen den Angriff (V.3, kurzer CQ 'Kämpft!'); ein tosender Kampf entbrennt. Bhīṣma stürmt gegen Abhimanyu (Sohn der Subhadrā), Bhīmasena, Sātyaki, den Kekaya, Virāṭa und Dhṛṣṭadyumna vor (V.7-11). Arjuna sieht Bhīṣma und bittet Kṛṣṇa, ihn zum Großvater zu fahren (V.12-15, CQ); Kṛṣṇa stimmt zu (V.16, CQ) und lenkt den Wagen zu Bhīṣma (V.17-18). Der eigentliche Zweikampf zwischen Bhīṣma und Arjuna beginnt (V.19-31 u.f.) mit gegenseitigem Pfeilbeschuss, wobei auch Droṇa, Kṛpa, Duryodhana, Śalya u.a. beteiligt sind. Duryodhana bittet Bhīṣma eindringlich, Arjuna zu töten, da ohne Bhīṣmas und Droṇas Schutz das Heer zusammenbricht und Karṇa (Bhīṣma zuliebe) nicht kämpft (V.34-37, CQ); Bhīṣma ruft resigniert-zornig 'Schande über die Kṣatriya-Pflicht!' (V.37, eigener CQ) und fährt zu Arjuna. Es folgt der zentrale, kunstvoll geschilderte Zweikampf (V.38-61): gegenseitige Pfeiltreffer auf Kṛṣṇa (V.49) und Arjunas Wagenlenker (V.51), Kreisbewegungen und Feuerpausen, gegenseitige Unsichtbarkeit durch Pfeilnetze. Götter, Gandharvas, Cāraṇas und Ṛṣis bestaunen den unentscheidbaren Kampf und rühmen beide als unbesiegbar (V.62-67, CQ - kollektive/anonyme Rede, mit 'anyonyaṃ pratyabhāṣanta' als reiner Ankündigung und dem eigentlichen Zitat ab V.63). Die übrigen Krieger beider Heere kämpfen ringsum (V.68-69). Kapitel endet mit Übergang zum Zusammentreffen zwischen Droṇa und Dhṛṣṭadyumna (Pāñcālya, V.70) - SQ bleibt offen (Saṃjayas Bericht läuft weiter in Kap.49, das wieder mit einer echten neuen Frage 'dhṛtarāṣṭra uvāca' beginnt). Ausgeschlossene Apparat-Einschübe (alle mit *-Marker, kein @-Marker in diesem Kapitel): 2b*0158_01, 18d*0159_01/02, 24d*0160_01, 27d*0161_01, 33d*0162_01/02, 66d*0163_01. Marker-Bilanz: SQ_OPEN=2 (V.1, V.2), SQ_CLOSE=1 (V.1), CQ_OPEN=6 (V.3, V.12, V.16, V.35, V.37-b, V.63), CQ_CLOSE=6 (V.3, V.15, V.16, V.37-a, V.37-b, V.66).

evaṃ vyūḍheṣv anīkeṣu māmakeṣv itareṣu ca kathaṃ praharatāṃ śreṣṭhāḥ saṃprahāraṃ pracakrire

Dhṛtarāṣṭra sprach: ‚ So, als die Heere aufgestellt waren, die meinigen und die anderen - wie begannen die Besten der Kämpfer den Waffengang?‘

Wort für Wort
evaṃ vyūḍheṣu anīkeṣu
so in den Formationen aufgestellt (Lok. Pl.)
māmakeṣu itareṣu ca
den meinigen und den anderen (Lok. Pl.)
praharatāṃ śreṣṭhāḥ
die Besten der Kämpfer (Gen. Pl./Nom. Pl.)
saṃprahāraṃ pracakrire
begannen den Waffengang (Perf. 3. Pl. Med.)

[Anm.: SQ_OPEN vor Dhṛtarāṣṭras kurzer Frage, SQ_CLOSE am Versende (analog Kap.42 V.1).]

samaṃ vyūḍheṣv anīkeṣu saṃnaddhā ruciradhvajāḥ apāram iva saṃdṛśya sāgarapratimaṃ balam

Saṃjaya sprach: ‚ Als die Heere gleichmäßig aufgestellt waren, gerüstet und mit leuchtenden Bannern versehen, erschien die Streitmacht wie ein grenzenloses, meergleiches Meer.

Wort für Wort
samaṃ vyūḍheṣu anīkeṣu
in den gleichmäßig aufgestellten Formationen (Lok. Pl.)
saṃnaddhā ruciradhvajāḥ
gerüstet, mit leuchtenden Bannern (Nom. Pl.)
apāram iva saṃdṛśya
wie grenzenlos anzusehen (Gerundiv/Ptz.)
sāgarapratimaṃ balam
die meergleiche Streitmacht (Akk. Sg.)

[Anm.: SQ_OPEN vor Beginn von Saṃjayas Bericht; diese Ebene bleibt über das Kapitel hinaus offen. 2b*0158_01 (Apparat) ausgeschlossen.]

teṣāṃ madhye sthito rājā putro duryodhanas tava abravīt tāvakān sarvān yudhyadhvam iti daṃśitāḥ

In ihrer Mitte stehend sprach dein Sohn, König Duryodhana, gepanzert, zu all den Deinen: „ Kämpft! “

Wort für Wort
teṣāṃ madhye sthitaḥ
in ihrer Mitte stehend (Ptz. Nom. Sg.)
abravīt tāvakān sarvān
sprach zu all den Deinen (Impf. 3. Sg.)
yudhyadhvam iti
'Kämpft!' (Imp. 2. Pl. + Zitatpartikel)
daṃśitāḥ
gepanzerte (Nom. Pl., bez. auf die Angesprochenen)

[Anm.: CQ_OPEN/CQ_CLOSE um Duryodhanas kurzen Befehl 'yudhyadhvam' - erste eingebettete Rede des Kapitels innerhalb Saṃjayas SQ-Rahmen.]

te manaḥ krūram āsthāya samabhityaktajīvitāḥ pāṇḍavān abhyavartanta sarva evocchritadhvajāḥ

Grimmigen Sinnes und ihr Leben preisgegeben, stürmten sie alle, die Banner hoch erhoben, gegen die Pāṇḍavas.

Wort für Wort
manaḥ krūram āsthāya
grimmigen Sinnes (Gerundium)
samabhityaktajīvitāḥ
die ihr Leben preisgegeben haben (Nom. Pl. Bahuvrīhi)
pāṇḍavān abhyavartanta
stürmten gegen die Pāṇḍavas (Impf. 3. Pl.)
ucchritadhvajāḥ
mit hoch erhobenen Bannern (Nom. Pl.)

tato yuddhaṃ samabhavat tumulaṃ lomaharṣaṇam tāvakānāṃ pareṣāṃ ca vyatiṣaktarathadvipam

Da entbrannte ein tosender, haarsträubender Kampf zwischen den Deinen und den Gegnern, in dem Wagen und Elefanten ineinander verstrickt waren.

Wort für Wort
yuddhaṃ samabhavat
der Kampf entbrannte (Impf. 3. Sg.)
tumulaṃ lomaharṣaṇam
tosend, haarsträubend (Akk. Sg.)
vyatiṣaktarathadvipam
in dem Wagen und Elefanten verstrickt waren (Akk. Sg. Bahuvrīhi)

muktās tu rathibhir bāṇā rukmapuṅkhāḥ sutejanāḥ saṃnipetur akuṇṭhāgrā nāgeṣu ca hayeṣu ca

Die von den Wagenkämpfern abgeschossenen Pfeile, mit goldenen Federn und scharf geschliffenen Schäften, mit unstumpfen Spitzen, fielen auf Elefanten und Pferde nieder.

Wort für Wort
muktāḥ rathibhiḥ bāṇāḥ
die von den Wagenkämpfern abgeschossenen Pfeile (Nom. Pl.)
rukmapuṅkhāḥ sutejanāḥ
mit goldenen Federn, scharf geschliffenen Schäften (Nom. Pl.)
akuṇṭhāgrāḥ
mit unstumpfen Spitzen (Nom. Pl.)
saṃnipetur nāgeṣu hayeṣu ca
fielen auf Elefanten und Pferde (Perf. 3. Pl. + Lok. Pl.)

tathā pravṛtte saṃgrāme dhanur udyamya daṃśitaḥ abhipatya mahābāhur bhīṣmo bhīmaparākramaḥ

Während so der Kampf im Gange war, erhob der gepanzerte, starkarmige Bhīṣma von furchtbarer Kraft seinen Bogen und stürmte vor,

Wort für Wort
tathā pravṛtte saṃgrāme
während der Kampf so im Gange war (Lok. abs.)
dhanur udyamya
den Bogen erhebend (Gerundium)
mahābāhuḥ bhīmaparākramaḥ
der starkarmige, von furchtbarer Kraft (Nom. Sg.)
abhipatya
vorstürmend (Gerundium)

saubhadre bhīmasene ca śaineye ca mahārathe kekaye ca virāṭe ca dhṛṣṭadyumne ca pārṣate

gegen den Sohn der Subhadrā, gegen Bhīmasena, gegen den großen Wagenkämpfer, den Śaineya, gegen den Kekaya, gegen Virāṭa und gegen Dhṛṣṭadyumna, den Sohn des Pṛṣata.

Wort für Wort
saubhadre bhīmasene ca
gegen den Sohn der Subhadrā und Bhīmasena (Lok./Dat.)
śaineye mahārathe
gegen den großen Wagenkämpfer Śaineya (Sātyaki)
kekaye virāṭe ca
gegen den Kekaya und Virāṭa (Lok. Sg.)
dhṛṣṭadyumne pārṣate
gegen Dhṛṣṭadyumna, den Sohn des Pṛṣata (Lok. Sg.)

eteṣu naravīreṣu cedimatsyeṣu cābhitaḥ vavarṣa śaravarṣāṇi vṛddhaḥ kurupitāmahaḥ

Auf diese Heldenmänner und ringsum auf die Cedis und Matsyas ließ der alte Großvater der Kurus Pfeilregen niederprasseln.

Wort für Wort
eteṣu naravīreṣu
auf diese Heldenmänner (Lok. Pl.)
cedimatsyeṣu abhitaḥ
ringsum auf die Cedis und Matsyas (Lok. Pl.)
vavarṣa śaravarṣāṇi
ließ Pfeilregen niederprasseln (Perf. 3. Sg.)
vṛddhaḥ kurupitāmahaḥ
der alte Großvater der Kurus (Nom. Sg.)

prākampata mahāvyūhas tasmin vīrasamāgame sarveṣām eva sainyānām āsīd vyatikaro mahān

Die große Kampfformation erzitterte bei diesem Zusammentreffen der Helden, und unter all den Heeren entstand ein gewaltiges Durcheinander.

Wort für Wort
prākampata mahāvyūhaḥ
die große Formation erzitterte (Impf. 3. Sg.)
tasmin vīrasamāgame
bei diesem Zusammentreffen der Helden (Lok. Sg.)
sarveṣām sainyānām
unter all den Heeren (Gen. Pl.)
āsīd vyatikaro mahān
entstand ein gewaltiges Durcheinander (Impf. + Nom. Sg.)

sāditadhvajanāgāś ca hatapravaravājinaḥ viprayātarathānīkāḥ samapadyanta pāṇḍavāḥ

Mit gefällten Bannern und Elefanten, mit erschlagenen erlesenen Rossen, mit versprengten Wagenreihen gerieten die Pāṇḍavas in Bedrängnis.

Wort für Wort
sāditadhvajanāgāḥ
mit gefällten Bannern und Elefanten (Nom. Pl.)
hatapravaravājinaḥ
mit erschlagenen erlesenen Rossen (Nom. Pl.)
viprayātarathānīkāḥ
mit versprengten Wagenreihen (Nom. Pl.)
samapadyanta pāṇḍavāḥ
gerieten die Pāṇḍavas (in Bedrängnis) (Impf. 3. Pl.)

arjunas tu naravyāghro dṛṣṭvā bhīṣmaṃ mahāratham vārṣṇeyam abravīt kruddho yāhi yatra pitāmahaḥ

Arjuna aber, der Tiger unter den Männern, sprach zornig, als er den großen Wagenkämpfer Bhīṣma erblickte, zum Vṛṣṇi-Enkel: „ Fahre dorthin, wo der Großvater ist!

Wort für Wort
naravyāghraḥ dṛṣṭvā
der Tiger unter den Männern, erblickend (Nom. Sg. + Gerundium)
vārṣṇeyam abravīt kruddhaḥ
sprach zornig zum Vṛṣṇi-Enkel (Impf. 3. Sg.)
yāhi yatra pitāmahaḥ
fahre dorthin, wo der Großvater ist (Imp. 2. Sg.)

[Anm.: CQ_OPEN vor Arjunas Rede an Kṛṣṇa (Vārṣṇeya); Rede läuft bis V.15 Ende.]

eṣa bhīṣmaḥ susaṃkruddho vārṣṇeya mama vāhinīm nāśayiṣyati suvyaktaṃ duryodhanahite rataḥ

Dieser hier, Bhīṣma, zutiefst erzürnt, o Vārṣṇeya, wird ganz offenkundig mein Heer vernichten, dem Wohl Duryodhanas ergeben.

Wort für Wort
eṣa bhīṣmaḥ susaṃkruddhaḥ
dieser Bhīṣma, zutiefst erzürnt (Nom. Sg.)
mama vāhinīṃ nāśayiṣyati
wird mein Heer vernichten (Fut. 3. Sg.)
duryodhanahite rataḥ
dem Wohl Duryodhanas ergeben (Nom. Sg.)

eṣa droṇaḥ kṛpaḥ śalyo vikarṇaś ca janārdana dhārtarāṣṭrāś ca sahitā duryodhanapurogamāḥ

Dieser hier, Droṇa, Kṛpa, Śalya und Vikarṇa, o Janārdana, und die Dhārtarāṣṭras allesamt, angeführt von Duryodhana,

Wort für Wort
droṇaḥ kṛpaḥ śalyaḥ vikarṇaḥ ca
Droṇa, Kṛpa, Śalya und Vikarṇa (Nom. Sg.)
dhārtarāṣṭrāḥ sahitāḥ
die Dhārtarāṣṭras vereint (Nom. Pl.)
duryodhanapurogamāḥ
angeführt von Duryodhana (Nom. Pl.)

pāñcālān nihaniṣyanti rakṣitā dṛḍhadhanvanā so 'haṃ bhīṣmaṃ gamiṣyāmi sainyahetor janārdana

werden, beschützt von dem, der den festen Bogen führt, die Pāñcālas erschlagen. So will ich zu Bhīṣma gehen, um des Heeres willen, o Janārdana! “

Wort für Wort
pāñcālān nihaniṣyanti
werden die Pāñcālas erschlagen (Fut. 3. Pl.)
rakṣitā dṛḍhadhanvanā
beschützt von dem mit festem Bogen (Nom. Pl. + Instr. Sg.)
so 'haṃ bhīṣmaṃ gamiṣyāmi
so will ich zu Bhīṣma gehen (Fut. 1. Sg.)
sainyahetor janārdana
um des Heeres willen, o Janārdana (Gen./Vok.)

[Anm.: CQ_CLOSE am Ende von Arjunas Rede.]

tam abravīd vāsudevo yatto bhava dhanaṃjaya eṣa tvā prāpaye vīra pitāmaharathaṃ prati

Zu ihm sprach Vāsudeva: „ Sei bereit, Dhanaṃjaya! Ich will dich, o Held, zum Wagen des Großvaters hinführen. “

Wort für Wort
tam abravīd vāsudevaḥ
zu ihm sprach Vāsudeva (Impf. 3. Sg.)
yatto bhava dhanaṃjaya
sei bereit, Dhanaṃjaya (Imp. 2. Sg.)
eṣa tvā prāpaye vīra
ich will dich hinführen, o Held (Fut./Konj. 1. Sg.)
pitāmaharathaṃ prati
zum Wagen des Großvaters hin (Akk. + Postp.)

[Anm.: CQ_OPEN/CQ_CLOSE - Kṛṣṇas kurze Erwiderung, Sprecherwechsel innerhalb desselben Verses.]

evam uktvā tataḥ śaurī rathaṃ taṃ lokaviśrutam prāpayām āsa bhīṣmāya rathaṃ prati janeśvara

Nach diesen Worten lenkte der Śaurī jenen weltberühmten Wagen hin zu Bhīṣmas Wagen, o Herrscher der Menschen,

Wort für Wort
evam uktvā
nachdem er so gesprochen hatte (Gerundium)
śaurī rathaṃ lokaviśrutam
der Śaurī den weltberühmten Wagen (Nom./Akk. Sg.)
prāpayām āsa bhīṣmāya
lenkte hin zu Bhīṣma (Perf. periphr. 3. Sg.)

cañcadbahupatākena balākāvarṇavājinā samucchritamahābhīmanadadvānaraketunā mahatā meghanādena rathenādityavarcasā

mit dem Wagen, der viele flatternde Fahnen trug, mit Rossen von der Farbe des Kranichgefieders, mit dem hoch aufragenden, gewaltigen, laut aufbrüllenden Affenbanner, mit gewaltigem, wolkengleichem Donnern - dem sonnengleichen Wagen.

Wort für Wort
cañcadbahupatākena
mit vielen flatternden Fahnen (Instr. Sg.)
balākāvarṇavājinā
mit Rossen von Kranichfarbe (Instr. Sg.)
samucchritamahābhīmanadadvānaraketunā
mit dem hoch aufragenden, laut brüllenden Affenbanner (Instr. Sg.)
rathena ādityavarcasā
mit dem sonnengleichen Wagen (Instr. Sg.)

[Anm.: 18d*0159_01 und 18d*0159_02 (Apparat) ausgeschlossen.]

vinighnan kauravānīkaṃ śūrasenāṃś ca pāṇḍavaḥ āyāc charān nudañ śīghraṃ suhṛcchoṣavināśanaḥ

Das Kaurava-Heer und die Śūrasenas niederschmetternd, kam der Pāṇḍava heran, rasch Pfeile abschießend, der Vernichter der Bedrängnis seiner Freunde.

Wort für Wort
vinighnan kauravānīkam
das Kaurava-Heer niederschmetternd (Ptz. Nom. Sg.)
śūrasenāṃś ca
und die Śūrasenas (Akk. Pl.)
āyāc charān nudan śīghram
kam heran, rasch Pfeile abschießend (Impf. + Ptz.)
suhṛcchoṣavināśanaḥ
der Vernichter der Bedrängnis seiner Freunde (Nom. Sg.)

tam āpatantaṃ vegena prabhinnam iva vāraṇam trāsayānaṃ raṇe śūrān pātayantaṃ ca sāyakaiḥ

Ihn, der wie ein tobender Elefant mit Wucht heranstürmte, die Helden im Kampf in Schrecken versetzend und mit Pfeilen zu Fall bringend,

Wort für Wort
tam āpatantaṃ vegena
ihn, der mit Wucht heranstürmte (Akk. Sg. Ptz.)
prabhinnam iva vāraṇam
wie einen tobenden Elefanten (Akk. Sg.)
trāsayānaṃ raṇe śūrān
die Helden im Kampf in Schrecken versetzend (Ptz. Akk. Sg.)
pātayantaṃ sāyakaiḥ
mit Pfeilen zu Fall bringend (Ptz. + Instr. Pl.)

saindhavapramukhair guptaḥ prācyasauvīrakekayaiḥ sahasā pratyudīyāya bhīṣmaḥ śāṃtanavo 'rjunam

ihn trat Bhīṣma, der Sohn des Śaṃtanu, beschützt von den Sindhu-Fürsten voran sowie den Prācyas, Sauvīras und Kekayas, plötzlich Arjuna entgegen.

Wort für Wort
saindhavapramukhaiḥ guptaḥ
beschützt von den Sindhu-Fürsten voran (Nom. Sg. + Instr. Pl.)
prācyasauvīrakekayaiḥ
von den Prācyas, Sauvīras und Kekayas (Instr. Pl.)
sahasā pratyudīyāya
trat plötzlich entgegen (Perf. 3. Sg.)
bhīṣmaḥ śāṃtanavaḥ arjunam
Bhīṣma, der Sohn des Śaṃtanu, Arjuna (entgegen)

ko hi gāṇḍīvadhanvānam anyaḥ kurupitāmahāt droṇavaikartanābhyāṃ vā rathaḥ saṃyātum arhati

Wer außer dem Großvater der Kurus, oder außer Droṇa und dem Vaikartana (Karṇa), wäre wohl imstande, dem Träger des Gāṇḍīva im Wagen entgegenzufahren?

Wort für Wort
ko hi anyaḥ
wer denn sonst (Nom. Sg.)
gāṇḍīvadhanvānam
dem Träger des Gāṇḍīva-Bogens (Akk. Sg.)
kurupitāmahāt droṇavaikartanābhyāṃ vā
außer dem Großvater der Kurus oder Droṇa und dem Vaikartana (Abl./Instr.)
rathaḥ saṃyātum arhati
wäre imstande, im Wagen entgegenzufahren (Nom. Sg. + Inf.)

tato bhīṣmo mahārāja kauravāṇāṃ pitāmahaḥ arjunaṃ saptasaptatyā nārācānāṃ samāvṛṇot

Da bedeckte Bhīṣma, o Großkönig, der Großvater der Kauravas, Arjuna mit siebenundsiebzig eisernen Pfeilen.

Wort für Wort
bhīṣmaḥ kauravāṇāṃ pitāmahaḥ
Bhīṣma, der Großvater der Kauravas (Nom. Sg.)
arjunaṃ saptasaptatyā nārācānāṃ
Arjuna mit siebenundsiebzig eisernen Pfeilen (Instr./Gen. Pl.)
samāvṛṇot
bedeckte (Impf. 3. Sg.)

droṇaś ca pañcaviṃśatyā kṛpaḥ pañcāśatā śaraiḥ duryodhanaś catuḥṣaṣṭyā śalyaś ca navabhiḥ śaraiḥ

Droṇa traf ihn mit fünfundzwanzig, Kṛpa mit fünfzig Pfeilen, Duryodhana mit vierundsechzig und Śalya mit neun Pfeilen.

Wort für Wort
droṇaḥ pañcaviṃśatyā
Droṇa mit fünfundzwanzig (Pfeilen) (Instr.)
kṛpaḥ pañcāśatā śaraiḥ
Kṛpa mit fünfzig Pfeilen (Instr. Pl.)
duryodhanaḥ catuḥṣaṣṭyā
Duryodhana mit vierundsechzig (Instr.)
śalyaḥ navabhiḥ śaraiḥ
Śalya mit neun Pfeilen (Instr. Pl.)

[Anm.: 24d*0160_01 (Apparat) ausgeschlossen.]

saindhavo navabhiś cāpi śakuniś cāpi pañcabhiḥ vikarṇo daśabhir bhallai rājan vivyādha pāṇḍavam

Der Sindhu-Fürst mit neun, Śakuni mit fünf, und Vikarṇa durchbohrte den Pāṇḍava, o König, mit zehn Breitpfeilen.

Wort für Wort
saindhavo navabhiḥ
der Sindhu-Fürst mit neun (Pfeilen)
śakuniḥ pañcabhiḥ
Śakuni mit fünf (Instr.)
vikarṇo daśabhir bhallaiḥ
Vikarṇa mit zehn Breitpfeilen (Instr. Pl.)
vivyādha pāṇḍavam
durchbohrte den Pāṇḍava (Perf. 3. Sg.)

sa tair viddho maheṣvāsaḥ samantān niśitaiḥ śaraiḥ na vivyathe mahābāhur bhidyamāna ivācalaḥ

Von ihnen ringsum mit scharfen Pfeilen getroffen, erzitterte der große Bogenschütze, der starkarmige, nicht - wie ein Berg, der zerspalten wird.

Wort für Wort
sa tair viddhaḥ maheṣvāsaḥ
er, von ihnen getroffen, der große Bogenschütze (Nom. Sg.)
samantān niśitaiḥ śaraiḥ
ringsum mit scharfen Pfeilen (Instr. Pl.)
na vivyathe mahābāhuḥ
erzitterte nicht, der Starkarmige (Perf. 3. Sg. Med.)
bhidyamāna iva acalaḥ
wie ein Berg, der zerspalten wird (Ptz. + Nom. Sg.)

sa bhīṣmaṃ pañcaviṃśatyā kṛpaṃ ca navabhiḥ śaraiḥ droṇaṃ ṣaṣṭyā naravyāghro vikarṇaṃ ca tribhiḥ śaraiḥ

Er, der Tiger unter den Männern, traf Bhīṣma mit fünfundzwanzig, Kṛpa mit neun, Droṇa mit sechzig und Vikarṇa mit drei Pfeilen.

Wort für Wort
bhīṣmaṃ pañcaviṃśatyā
Bhīṣma mit fünfundzwanzig (Instr.)
kṛpaṃ navabhiḥ śaraiḥ
Kṛpa mit neun Pfeilen (Akk. + Instr. Pl.)
droṇaṃ ṣaṣṭyā naravyāghraḥ
Droṇa mit sechzig, der Tiger unter den Männern (Akk. + Instr. + Nom.)
vikarṇaṃ tribhiḥ śaraiḥ
Vikarṇa mit drei Pfeilen (Akk. + Instr. Pl.)

[Anm.: 27d*0161_01 (Apparat) ausgeschlossen.]

ārtāyaniṃ tribhir bāṇai rājānaṃ cāpi pañcabhiḥ pratyavidhyad ameyātmā kirīṭī bharatarṣabha

Den Sohn des Ṛtāyana mit drei Pfeilen und den König (Duryodhana) mit fünf durchbohrte der von unermesslicher Seele, der Diademträger, o Stier der Bharatas.

Wort für Wort
ārtāyaniṃ tribhir bāṇaiḥ
den Sohn des Ṛtāyana mit drei Pfeilen (Akk. + Instr.)
rājānaṃ pañcabhiḥ
den König mit fünf (Pfeilen)
pratyavidhyad ameyātmā kirīṭī
durchbohrte, der von unermesslicher Seele, der Diademträger (Impf. 3. Sg.)

taṃ sātyakir virāṭaś ca dhṛṣṭadyumnaś ca pārṣataḥ draupadeyābhimanyuś ca parivavrur dhanaṃjayam

Ihn umgaben Sātyaki, Virāṭa, Dhṛṣṭadyumna, der Sohn des Pṛṣata, sowie die Draupadī-Söhne und Abhimanyu, den Dhanaṃjaya.

Wort für Wort
sātyakiḥ virāṭaḥ ca
Sātyaki und Virāṭa (Nom. Sg.)
dhṛṣṭadyumnaḥ pārṣataḥ
Dhṛṣṭadyumna, der Sohn des Pṛṣata (Nom. Sg.)
draupadeyābhimanyuḥ ca
die Draupadī-Söhne und Abhimanyu (Nom. Pl./Sg.)
parivavrur dhanaṃjayam
umgaben Dhanaṃjaya (Perf. 3. Pl.)

tato droṇaṃ maheṣvāsaṃ gāṅgeyasya priye ratam abhyavarṣata pāñcālyaḥ saṃyuktaḥ saha somakaiḥ

Da überschüttete der Pāñcālya (Dhṛṣṭadyumna), vereint mit den Somakas, den großen Bogenschützen Droṇa, der Bhīṣmas Wohlwollen ergeben war, mit Pfeilen.

Wort für Wort
droṇaṃ maheṣvāsam
den großen Bogenschützen Droṇa (Akk. Sg.)
gāṅgeyasya priye ratam
der Bhīṣmas Wohlwollen ergeben war (Akk. Sg.)
abhyavarṣata pāñcālyaḥ
überschüttete der Pāñcālya (Impf. 3. Sg. Med.)
saṃyuktaḥ saha somakaiḥ
vereint mit den Somakas (Nom. Sg. + Instr. Pl.)

bhīṣmas tu rathināṃ śreṣṭhas tūrṇaṃ vivyādha pāṇḍavam aśītyā niśitair bāṇais tato 'krośanta tāvakāḥ

Bhīṣma aber, der Beste der Wagenkämpfer, durchbohrte rasch den Pāṇḍava mit achtzig scharfen Pfeilen; da jubelten die Deinen laut auf.

Wort für Wort
bhīṣmaḥ rathināṃ śreṣṭhaḥ
Bhīṣma, der Beste der Wagenkämpfer (Nom. Sg.)
tūrṇaṃ vivyādha pāṇḍavam
durchbohrte rasch den Pāṇḍava (Perf. 3. Sg.)
aśītyā niśitair bāṇaiḥ
mit achtzig scharfen Pfeilen (Instr.)
akrośanta tāvakāḥ
jubelten die Deinen auf (Impf. 3. Pl.)

teṣāṃ tu ninadaṃ śrutvā prahṛṣṭānāṃ prahṛṣṭavat praviveśa tato madhyaṃ rathasiṃhaḥ pratāpavān

Als er ihr Freudengeschrei hörte, drang er, der wie ein Löwe unter den Wagenkämpfern selbst freudig erregt war, glutvoll in ihre Mitte ein.

Wort für Wort
teṣāṃ ninadaṃ śrutvā
ihr Geschrei hörend (Gerundium)
prahṛṣṭānāṃ prahṛṣṭavat
wie sie erfreut, selbst erfreut (Gen. Pl. + Adv.)
praviveśa madhyaṃ
drang in die Mitte ein (Perf. 3. Sg.)
rathasiṃhaḥ pratāpavān
der Löwe unter den Wagenkämpfern, der Glutvolle (Nom. Sg.)

teṣāṃ tu rathasiṃhānāṃ madhyaṃ prāpya dhanaṃjayaḥ cikrīḍa dhanuṣā rājaṃl lakṣyaṃ kṛtvā mahārathān

In die Mitte jener Löwen unter den Wagenkämpfern gelangt, spielte Dhanaṃjaya, o König, mit seinem Bogen, indem er die großen Wagenkämpfer zu seinem Ziel machte.

Wort für Wort
rathasiṃhānāṃ madhyaṃ prāpya
in die Mitte der Wagenlöwen gelangt (Gerundium)
dhanaṃjayaḥ cikrīḍa dhanuṣā
Dhanaṃjaya spielte mit seinem Bogen (Impf. 3. Sg. + Instr.)
lakṣyaṃ kṛtvā mahārathān
die großen Wagenkämpfer zum Ziel machend (Gerundium)

[Anm.: 33d*0162_01 und 33d*0162_02 (Apparat) ausgeschlossen.]

tato duryodhano rājā bhīṣmam āha janeśvaraḥ pīḍyamānaṃ svakaṃ sainyaṃ dṛṣṭvā pārthena saṃyuge

Da sprach König Duryodhana, der Herrscher der Menschen, zu Bhīṣma, als er sein eigenes Heer im Kampf von dem Pārtha bedrängt sah:

Wort für Wort
duryodhano rājā bhīṣmam āha
König Duryodhana sprach zu Bhīṣma (Perf. 3. Sg.)
pīḍyamānaṃ svakaṃ sainyaṃ
sein eigenes bedrängtes Heer (Akk. Sg. Ptz.)
dṛṣṭvā pārthena saṃyuge
sehend, von dem Pārtha, im Kampf (Gerundium + Instr.)

[Anm.: reine Ankündigung/Rahmen, noch keine wörtliche Rede - der eigentliche CQ_OPEN folgt in V.35.]

eṣa pāṇḍusutas tāta kṛṣṇena sahito balī yatatāṃ sarvasainyānāṃ mūlaṃ naḥ parikṛntati tvayi jīvati gāṅgeye droṇe ca rathināṃ vare

„ Dieser hier, der Sohn des Pāṇḍu, o Vater, der Starke, mit Kṛṣṇa vereint, schneidet, während doch die Wurzel all unserer Heere sich müht, uns ab - solange du, der Gāṅgeya, lebst, und Droṇa, der Beste der Wagenkämpfer.

Wort für Wort
eṣa pāṇḍusutas tāta
dieser Sohn des Pāṇḍu, o Vater (Nom. Sg. + Vok.)
kṛṣṇena sahito balī
mit Kṛṣṇa vereint, der Starke (Nom. Sg. + Instr.)
yatatāṃ sarvasainyānāṃ mūlaṃ
die Wurzel all unserer sich mühenden Heere (Gen. Pl.)
tvayi jīvati gāṅgeye
solange du, der Gāṅgeya, lebst (Lok. abs.)

[Anm.: CQ_OPEN - Beginn von Duryodhanas eigentlicher Rede an Bhīṣma.]

tvatkṛte hy eṣa karṇo 'pi nyastaśastro mahārathaḥ na yudhyati raṇe pārthaṃ hitakāmaḥ sadā mama

Deinetwegen nämlich kämpft dieser Karṇa, der große Wagenkämpfer, mit niedergelegter Waffe, nicht im Kampf gegen den Pārtha, immer auf mein Wohl bedacht.

Wort für Wort
tvatkṛte hy eṣa karṇaḥ
deinetwegen nämlich dieser Karṇa (Postp. + Nom. Sg.)
nyastaśastro mahārathaḥ
der große Wagenkämpfer mit niedergelegter Waffe (Nom. Sg.)
na yudhyati raṇe pārthaṃ
kämpft nicht im Kampf gegen den Pārtha (Präs. 3. Sg.)
hitakāmaḥ sadā mama
immer auf mein Wohl bedacht (Nom. Sg.)

sa tathā kuru gāṅgeya yathā hanyeta phalgunaḥ evam uktas tato rājan pitā devavratas tava dhik kṣatradharmam ity uktvā yayau pārtharathaṃ prati

So handle denn, o Gāṅgeya, dass Phalguna erschlagen werde! “ Also angesprochen, o König, sprach dein Vater Devavrata: „ Schande über die Kṣatriya-Pflicht! “ - und zog, nachdem er dies gesagt hatte, hin zum Wagen des Pārtha.

Wort für Wort
sa tathā kuru gāṅgeya
so handle denn, o Gāṅgeya (Imp. 2. Sg. + Vok.)
yathā hanyeta phalgunaḥ
auf dass Phalguna erschlagen werde (Opt. Pass. 3. Sg.)
evam uktas tato pitā devavratas
also angesprochen, da sprach dein Vater Devavrata (Ptz. + Nom. Sg.)
dhik kṣatradharmam ity uktvā
'Schande über die Kṣatriya-Pflicht!' sagend (Interj. + Gerundium)
yayau pārtharathaṃ prati
zog hin zum Wagen des Pārtha (Perf. 3. Sg.)

[Anm.: CQ_CLOSE nach 'phalgunaḥ' (Ende von Duryodhanas Rede), dann Erzählbrücke, dann CQ_OPEN/CQ_CLOSE um Bhīṣmas kurzen Ausruf 'dhik kṣatradharmam' - eigener Sprecherwechsel, daher eigenes Markerpaar.]

ubhau śvetahayau rājan saṃsaktau dṛśya pārthivāḥ siṃhanādān bhṛśaṃ cakruḥ śaṅkhaśabdāṃś ca bhārata

Als die Fürsten die beiden, deren Rosse weiß waren, aneinandergeraten sahen, o König, stießen sie laut Löwenrufe aus und Muschelhornklänge, o Bhārata.

Wort für Wort
ubhau śvetahayau saṃsaktau
die beiden mit weißen Rossen, aneinandergeraten (Akk. Dual)
dṛśya pārthivāḥ
sehend, die Fürsten (Gerundiv/Nom. Pl.)
siṃhanādān bhṛśaṃ cakruḥ
stießen heftig Löwenrufe aus (Perf. 3. Pl.)
śaṅkhaśabdāṃś ca
und Muschelhornklänge (Akk. Pl.)

drauṇir duryodhanaś caiva vikarṇaś ca tavātmajaḥ parivārya raṇe bhīṣmaṃ sthitā yuddhāya māriṣa

Der Sohn des Droṇa, Duryodhana selbst und Vikarṇa, dein Sohn, umringten im Kampf Bhīṣma und standen bereit zum Kampf, o Verehrter.

Wort für Wort
drauṇiḥ duryodhanaḥ ca
der Sohn des Droṇa und Duryodhana (Nom. Sg.)
vikarṇaḥ tava ātmajaḥ
Vikarṇa, dein Sohn (Nom. Sg.)
parivārya raṇe bhīṣmaṃ
im Kampf Bhīṣma umringend (Gerundium)
sthitā yuddhāya
bereit stehend zum Kampf (Nom. Pl. + Dat.)

tathaiva pāṇḍavāḥ sarve parivārya dhanaṃjayam sthitā yuddhāya mahate tato yuddham avartata

Ebenso umringten alle Pāṇḍavas Dhanaṃjaya und standen bereit zum großen Kampf; da entbrannte der Kampf.

Wort für Wort
pāṇḍavāḥ sarve parivārya
alle Pāṇḍavas umringend (Gerundium)
sthitā yuddhāya mahate
bereit stehend zum großen Kampf (Nom. Pl. + Dat.)
yuddham avartata
der Kampf entbrannte (Impf. 3. Sg. Med.)

gāṅgeyas tu raṇe pārtham ānarchan navabhiḥ śaraiḥ tam arjunaḥ pratyavidhyad daśabhir marmavedhibhiḥ

Der Gāṅgeya traf im Kampf den Pārtha mit neun Pfeilen; ihn durchbohrte Arjuna mit zehn, die lebenswichtige Stellen durchdrangen.

Wort für Wort
gāṅgeyaḥ raṇe pārtham ānarchan
der Gāṅgeya traf im Kampf den Pārtha (Impf. 3. Sg.)
navabhiḥ śaraiḥ
mit neun Pfeilen (Instr. Pl.)
arjunaḥ pratyavidhyad daśabhir
Arjuna durchbohrte mit zehn (Impf. 3. Sg.)
marmavedhibhiḥ
die lebenswichtige Stellen durchdringend (Instr. Pl.)

tataḥ śarasahasreṇa suprayuktena pāṇḍavaḥ arjunaḥ samaraślāghī bhīṣmasyāvārayad diśaḥ

Da versperrte der Pāṇḍava Arjuna, der im Kampf Ruhmreiche, mit tausend wohlgezielten Pfeilen Bhīṣma die Himmelsrichtungen.

Wort für Wort
śarasahasreṇa suprayuktena
mit tausend wohlgezielten Pfeilen (Instr. Sg.)
arjunaḥ samaraślāghī
Arjuna, der im Kampf Ruhmreiche (Nom. Sg.)
bhīṣmasya avārayad diśaḥ
versperrte Bhīṣma die Himmelsrichtungen (Impf. 3. Sg.)

śarajālaṃ tatas tat tu śarajālena kaurava vārayām āsa pārthasya bhīṣmaḥ śāṃtanavas tathā

Jenes Pfeilnetz aber wehrte Bhīṣma, der Sohn des Śaṃtanu, wiederum mit einem eigenen Pfeilnetz ab, das Pfeilnetz des Pārtha, o Kaurava.

Wort für Wort
śarajālaṃ tat śarajālena
jenes Pfeilnetz mit einem (eigenen) Pfeilnetz (Akk. + Instr. Sg.)
vārayām āsa pārthasya
wehrte des Pārtha (Pfeilnetz) ab (Perf. periphr. 3. Sg.)
bhīṣmaḥ śāṃtanavaḥ
Bhīṣma, der Sohn des Śaṃtanu (Nom. Sg.)

ubhau paramasaṃhṛṣṭāv ubhau yuddhābhinandinau nirviśeṣam ayudhyetāṃ kṛtapratikṛtaiṣiṇau

Beide höchst erfreut, beide den Kampf begrüßend, kämpften sie ohne Unterschied gegeneinander, jeder auf Vergeltung des anderen bedacht.

Wort für Wort
ubhau paramasaṃhṛṣṭau
beide höchst erfreut (Nom. Dual)
ubhau yuddhābhinandinau
beide den Kampf begrüßend (Nom. Dual)
nirviśeṣam ayudhyetāṃ
kämpften ohne Unterschied (Impf. 3. Dual)
kṛtapratikṛtaiṣiṇau
auf Vergeltung bedacht (Nom. Dual)

bhīṣmacāpavimuktāni śarajālāni saṃghaśaḥ śīryamāṇāny adṛśyanta bhinnāny arjunasāyakaiḥ

Die von Bhīṣmas Bogen entsandten Pfeilnetze sah man scharenweise zersplittern, durchbrochen von Arjunas Geschossen.

Wort für Wort
bhīṣmacāpavimuktāni śarajālāni
die von Bhīṣmas Bogen entsandten Pfeilnetze (Nom. Pl.)
śīryamāṇāny adṛśyanta
man sah sie zersplittern (Ptz. + Impf. Pass. 3. Pl.)
bhinnāny arjunasāyakaiḥ
durchbrochen von Arjunas Pfeilen (Instr. Pl.)

tathaivārjunamuktāni śarajālāni bhāgaśaḥ gāṅgeyaśaranunnāni nyapatanta mahītale

Ebenso fielen die von Arjuna entsandten Pfeilnetze abschnittsweise, von den Pfeilen des Gāṅgeya zerschlagen, zu Boden.

Wort für Wort
arjunamuktāni śarajālāni
die von Arjuna entsandten Pfeilnetze (Nom. Pl.)
gāṅgeyaśaranunnāni
von des Gāṅgeya Pfeilen zerschlagen (Nom. Pl.)
nyapatanta mahītale
fielen zu Boden (Impf. 3. Pl. + Lok. Sg.)

arjunaḥ pañcaviṃśatyā bhīṣmam ārcchac chitaiḥ śaraiḥ bhīṣmo 'pi samare pārthaṃ vivyādha triṃśatā śaraiḥ

Arjuna traf Bhīṣma mit fünfundzwanzig scharfen Pfeilen; Bhīṣma aber durchbohrte im Kampf den Pārtha mit dreißig Pfeilen.

Wort für Wort
arjunaḥ pañcaviṃśatyā
Arjuna mit fünfundzwanzig (Instr.)
bhīṣmam ārcchac chitaiḥ śaraiḥ
traf Bhīṣma mit scharfen Pfeilen (Impf. 3. Sg.)
bhīṣmo 'pi vivyādha triṃśatā
auch Bhīṣma durchbohrte mit dreißig (Perf. 3. Sg.)

anyonyasya hayān viddhvā dhvajau ca sumahābalau ratheṣāṃ rathacakre ca cikrīḍatur ariṃdamau

Die Pferde und Banner des jeweils anderen durchbohrend, spielten die beiden gewaltig starken Bezwinger der Feinde mit der Deichsel und dem Wagenrad des anderen.

Wort für Wort
anyonyasya hayān viddhvā
die Pferde des jeweils anderen durchbohrend (Gerundium)
dhvajau sumahābalau
die beiden gewaltig starken Banner (Akk./Nom. Dual)
ratheṣāṃ rathacakre ca
mit Deichsel und Wagenrad (Lok./Akk. Dual)
cikrīḍatur ariṃdamau
spielten die beiden Bezwinger der Feinde (Perf. 3. Dual)

tataḥ kruddho mahārāja bhīṣmaḥ praharatāṃ varaḥ vāsudevaṃ tribhir bāṇair ājaghāna stanāntare

Da traf der zornige Bhīṣma, o Großkönig, der Beste der Kämpfer, Vāsudeva mit drei Pfeilen mitten zwischen die Brust.

Wort für Wort
kruddho bhīṣmaḥ praharatāṃ varaḥ
der zornige Bhīṣma, der Beste der Kämpfer (Nom. Sg.)
vāsudevaṃ tribhir bāṇaiḥ
Vāsudeva mit drei Pfeilen (Akk. + Instr.)
ājaghāna stanāntare
traf mitten zwischen die Brust (Perf. 3. Sg. + Lok.)

bhīṣmacāpacyutair bāṇair nirviddho madhusūdanaḥ virarāja raṇe rājan sapuṣpa iva kiṃśukaḥ

Von den Pfeilen, die Bhīṣmas Bogen entfahren waren, durchbohrt, erstrahlte der Madhusūdana im Kampf, o König, wie ein blühender Kiṃśuka-Baum.

Wort für Wort
bhīṣmacāpacyutair bāṇaiḥ
von den Bhīṣmas Bogen entfahrenen Pfeilen (Instr. Pl.)
nirviddho madhusūdanaḥ
durchbohrt, der Madhusūdana (Nom. Sg.)
virarāja raṇe
erstrahlte im Kampf (Perf. 3. Sg.)
sapuṣpa iva kiṃśukaḥ
wie ein blühender Kiṃśuka-Baum (Nom. Sg.)

tato 'rjuno bhṛśaṃ kruddho nirviddhaṃ prekṣya mādhavam gāṅgeyasārathiṃ saṃkhye nirbibheda tribhiḥ śaraiḥ

Da, heftig erzürnt, als er den Mādhava durchbohrt sah, durchbohrte Arjuna im Kampf den Wagenlenker des Gāṅgeya mit drei Pfeilen.

Wort für Wort
arjuno bhṛśaṃ kruddhaḥ
Arjuna, heftig erzürnt (Nom. Sg.)
nirviddhaṃ prekṣya mādhavam
den durchbohrten Mādhava sehend (Gerundium)
gāṅgeyasārathiṃ saṃkhye
den Wagenlenker des Gāṅgeya im Kampf (Akk. Sg. + Lok.)
nirbibheda tribhiḥ śaraiḥ
durchbohrte mit drei Pfeilen (Perf. 3. Sg.)

yatamānau tu tau vīrāv anyonyasya vadhaṃ prati nāśaknutāṃ tadānyonyam abhisaṃdhātum āhave

Beide Helden aber, die sich um die Tötung des jeweils anderen bemühten, vermochten sich dabei im Kampf nicht gegenseitig zu treffen.

Wort für Wort
yatamānau tau vīrau
die beiden sich bemühenden Helden (Nom. Dual)
anyonyasya vadhaṃ prati
hinsichtlich der Tötung des jeweils anderen (Gen. + Akk.)
na aśaknutāṃ abhisaṃdhātum
vermochten nicht zu treffen (Impf. 3. Dual + Inf.)

maṇḍalāni vicitrāṇi gatapratyāgatāni ca adarśayetāṃ bahudhā sūtasāmarthyalāghavāt

Vielfältige Kreisbewegungen, Vor- und Zurückfahrten zeigten sie auf mannigfache Weise, dank der Geschicklichkeit und Gewandtheit ihrer Wagenlenker.

Wort für Wort
maṇḍalāni vicitrāṇi
vielfältige Kreisbewegungen (Akk. Pl.)
gatapratyāgatāni
Vor- und Zurückfahrten (Akk. Pl.)
adarśayetāṃ bahudhā
zeigten auf mannigfache Weise (Impf. 3. Dual)
sūtasāmarthyalāghavāt
dank der Geschicklichkeit und Gewandtheit der Wagenlenker (Abl. Sg.)

antaraṃ ca prahāreṣu tarkayantau mahārathau rājann antaramārgasthau sthitāv āstāṃ muhur muhuḥ

Und die beiden großen Wagenkämpfer, die bei ihren Schlägen nach einer Lücke suchten, o König, verharrten immer wieder, auf dem Zwischenweg stehend.

Wort für Wort
antaraṃ prahāreṣu tarkayantau
bei den Schlägen nach einer Lücke suchend (Ptz. Nom. Dual)
mahārathau antaramārgasthau
die beiden großen Wagenkämpfer, auf dem Zwischenweg stehend (Nom. Dual)
āstāṃ muhur muhuḥ
verharrten immer wieder (Impf. 3. Dual)

ubhau siṃharavonmiśraṃ śaṅkhaśabdaṃ pracakratuḥ tathaiva cāpanirghoṣaṃ cakratus tau mahārathau

Beide ließen einen mit Löwengebrüll vermischten Muschelhornklang ertönen, und ebenso ließen die beiden großen Wagenkämpfer das Dröhnen ihrer Bogen erschallen.

Wort für Wort
ubhau siṃharavonmiśraṃ
beide, mit Löwengebrüll vermischt (Nom. Dual + Akk.)
śaṅkhaśabdaṃ pracakratuḥ
ließen den Muschelhornklang ertönen (Perf. 3. Dual)
cāpanirghoṣaṃ cakratus
ließen das Bogendröhnen erschallen (Perf. 3. Dual)

tayoḥ śaṅkhapraṇādena rathanemisvanena ca dāritā sahasā bhūmiś cakampa ca nanāda ca

Von ihrem Muschelhornklang und dem Klirren der Wagenradfelgen wurde die Erde plötzlich wie zerrissen, erbebte und dröhnte.

Wort für Wort
tayoḥ śaṅkhapraṇādena
von ihrem Muschelhornklang (Instr. Sg.)
rathanemisvanena ca
und dem Klang der Wagenradfelgen (Instr. Sg.)
dāritā sahasā bhūmiḥ
die plötzlich zerrissene Erde (Nom. Sg.)
cakampa ca nanāda ca
erbebte und dröhnte (Perf. 3. Sg.)

na tayor antaraṃ kaś cid dadṛśe bharatarṣabha balinau samare śūrāv anyonyasadṛśāv ubhau

Keiner erkannte einen Unterschied zwischen den beiden, o Stier der Bharatas - beide waren im Kampf gleich stark, gleich heldenhaft, einander gleichend.

Wort für Wort
na tayor antaraṃ kaś cid dadṛśe
keiner erkannte einen Unterschied zwischen den beiden (Perf. 3. Sg. Pass.)
balinau samare śūrau
beide im Kampf stark, heldenhaft (Nom. Dual)
anyonyasadṛśāv ubhau
beide einander gleichend (Nom. Dual)

cihnamātreṇa bhīṣmaṃ tu prajajñus tatra kauravāḥ tathā pāṇḍusutāḥ pārthaṃ cihnamātreṇa jajñire

Allein an seinem Kennzeichen erkannten dort die Kauravas Bhīṣma, und ebenso erkannten die Söhne des Pāṇḍu den Pārtha allein an seinem Kennzeichen.

Wort für Wort
cihnamātreṇa bhīṣmaṃ
allein am Kennzeichen, Bhīṣma (Instr. Sg. + Akk.)
prajajñus tatra kauravāḥ
erkannten dort die Kauravas (Perf. 3. Pl.)
pāṇḍusutāḥ pārthaṃ jajñire
die Söhne des Pāṇḍu erkannten den Pārtha (Perf. 3. Pl. Med.)

tayor nṛvarayo rājan dṛśya tādṛk parākramam vismayaṃ sarvabhūtāni jagmur bhārata saṃyuge

Beim Anblick solcher Tapferkeit der beiden besten Männer, o König, gerieten alle Wesen im Kampf in Erstaunen, o Bhārata.

Wort für Wort
tayor nṛvarayoḥ
der beiden besten Männer (Gen. Dual)
dṛśya tādṛk parākramam
eine solche Tapferkeit sehend (Gerundiv + Akk.)
vismayaṃ sarvabhūtāni jagmuḥ
alle Wesen gerieten in Erstaunen (Perf. 3. Pl.)

na tayor vivaraṃ kaś cid raṇe paśyati bhārata dharme sthitasya hi yathā na kaś cid vṛjinaṃ kva cit

Keiner sah im Kampf eine Blöße zwischen den beiden, o Bhārata - so wie niemand bei einem im Dharma Feststehenden irgendeine Verfehlung sieht.

Wort für Wort
na tayor vivaraṃ kaś cid paśyati
keiner sah eine Blöße zwischen den beiden (Präs. 3. Sg.)
dharme sthitasya
eines im Dharma Feststehenden (Gen. Sg.)
na kaś cid vṛjinaṃ kva cit
niemand irgendeine Verfehlung irgendwo (Nom./Akk. Sg.)

ubhau hi śarajālena tāv adṛśyau babhūvatuḥ prakāśau ca punas tūrṇaṃ babhūvatur ubhau raṇe

Beide wurden nämlich durch das Pfeilnetz unsichtbar, und beide wurden im Kampf sogleich wieder sichtbar.

Wort für Wort
ubhau śarajālena adṛśyau
beide durch das Pfeilnetz unsichtbar (Nom. Dual + Instr.)
babhūvatuḥ
wurden (Perf. 3. Dual)
prakāśau punas tūrṇaṃ babhūvatur
wurden wieder sogleich sichtbar (Nom. Dual + Perf.)

tatra devāḥ sagandharvāś cāraṇāś ca saharṣibhiḥ anyonyaṃ pratyabhāṣanta tayor dṛṣṭvā parākramam

Da sprachen die Götter mit den Gandharvas, den Cāraṇas und den Ṛṣis zueinander, als sie die Tapferkeit der beiden sahen:

Wort für Wort
devāḥ sagandharvāḥ cāraṇāḥ
die Götter mit den Gandharvas, die Cāraṇas (Nom. Pl.)
saharṣibhiḥ anyonyaṃ pratyabhāṣanta
sprachen mit den Ṛṣis zueinander (Instr. + Impf. 3. Pl.)
dṛṣṭvā tayor parākramam
ihre Tapferkeit sehend (Gerundium + Gen. Dual)

[Anm.: Erzählbrücke/Ankündigung des Götterausrufs, noch keine wörtliche Rede - CQ_OPEN folgt in V.63.]

na śakyau yudhi saṃrabdhau jetum etau mahārathau sadevāsuragandharvair lokair api kathaṃ cana

„ Diese beiden großen, im Kampf erregten Wagenkämpfer können auf keine Weise besiegt werden - selbst nicht von den Welten mit ihren Göttern, Asuras und Gandharvas.

Wort für Wort
na śakyau jetum
können nicht besiegt werden (Nom. Dual + Inf.)
yudhi saṃrabdhau etau mahārathau
diese beiden im Kampf erregten Wagenkämpfer (Nom. Dual)
sadevāsuragandharvair lokair api
selbst nicht von den Welten mit Göttern, Asuras, Gandharvas (Instr. Pl.)

[Anm.: CQ_OPEN - Beginn der kollektiven Lobrede der Götter/Gandharvas/Cāraṇas/Ṛṣis.]

āścaryabhūtaṃ lokeṣu yuddham etan mahādbhutam naitādṛśāni yuddhāni bhaviṣyanti kathaṃ cana

Wunderbar ist dieser Kampf unter den Welten, höchst erstaunlich - solche Kämpfe wird es auf keine Weise je wieder geben.

Wort für Wort
āścaryabhūtaṃ yuddham etat
dieser wunderbare Kampf (Nom. Sg.)
lokeṣu mahādbhutam
unter den Welten, höchst erstaunlich (Lok. Pl. + Nom.)
na etādṛśāni yuddhāni bhaviṣyanti
solche Kämpfe wird es nicht geben (Fut. 3. Pl.)

nāpi śakyo raṇe jetuṃ bhīṣmaḥ pārthena dhīmatā sadhanuś ca rathasthaś ca pravapan sāyakān raṇe

Auch Bhīṣma kann im Kampf nicht besiegt werden von dem weisen Pārtha, solange er, den Bogen führend und auf dem Wagen stehend, im Kampf Pfeile ausstreut,

Wort für Wort
na api śakyo jetuṃ
kann auch nicht besiegt werden (Nom. Sg. + Inf.)
bhīṣmaḥ pārthena dhīmatā
Bhīṣma von dem weisen Pārtha (Nom. + Instr.)
sadhanuś ca rathasthaś ca
den Bogen führend und auf dem Wagen stehend (Nom. Sg.)
pravapan sāyakān raṇe
im Kampf Pfeile ausstreuend (Ptz. + Akk. Pl.)

tathaiva pāṇḍavaṃ yuddhe devair api durāsadam na vijetuṃ raṇe bhīṣma utsaheta dhanurdharam

und ebenso wenig vermöchte Bhīṣma den Pāṇḍava, den selbst von den Göttern schwer zu Bezwingenden, den Bogenträger, im Kampf zu besiegen. “

Wort für Wort
pāṇḍavaṃ devair api durāsadam
den Pāṇḍava, selbst von den Göttern schwer zu bezwingen (Akk. Sg.)
na vijetuṃ utsaheta
vermöchte nicht zu besiegen (Inf. + Opt. 3. Sg.)
bhīṣma dhanurdharam
Bhīṣma, den Bogenträger (Nom. + Akk.)

[Anm.: CQ_CLOSE - Ende der Götter-Lobrede. 66d*0163_01 (Apparat) ausgeschlossen.]

iti sma vācaḥ śrūyante proccarantyas tatas tataḥ gāṅgeyārjunayoḥ saṃkhye stavayuktā viśāṃ pate

So, heißt es, waren von überall her Lobreden zu hören, die dem Gāṅgeya und Arjuna im Kampf galten, o Herrscher der Menschen.

Wort für Wort
iti sma vācaḥ śrūyante
so, heißt es, waren Reden zu hören (Präs. Pass. 3. Pl.)
proccarantyas tatas tataḥ
von überall her ertönend (Ptz. Nom. Pl.)
gāṅgeyārjunayoḥ saṃkhye stavayuktāḥ
dem Gāṅgeya und Arjuna geltende Lobreden im Kampf (Gen. Dual + Nom. Pl.)

[Anm.: bestätigt, dass die zitierte Rede in V.66 endet - hier reine Nacherzählung, kein neuer Marker.]

tvadīyās tu tato yodhāḥ pāṇḍaveyāś ca bhārata anyonyaṃ samare jaghnus tayos tatra parākrame

Deine Krieger aber und die der Pāṇḍavas, o Bhārata, erschlugen sich gegenseitig im Kampf, während jene beiden dort ihre Tapferkeit zeigten,

Wort für Wort
tvadīyās yodhāḥ pāṇḍaveyāḥ
deine Krieger und die der Pāṇḍavas (Nom. Pl.)
anyonyaṃ samare jaghnuḥ
erschlugen sich gegenseitig im Kampf (Perf. 3. Pl.)
tayos tatra parākrame
während jener beiden Tapferkeit dort (Gen. Dual + Lok.)

śitadhārais tathā khaḍgair vimalaiś ca paraśvadhaiḥ śarair anyaiś ca bahubhiḥ śastrair nānāvidhair yudhi ubhayoḥ senayor vīrā nyakṛntanta parasparam

mit scharfschneidigen Schwertern und blank geputzten Streitäxten, mit anderen zahlreichen Pfeilen und mancherlei Waffen zerhieben sich die Helden beider Heere im Kampf gegenseitig.

Wort für Wort
śitadhārais khaḍgaiḥ
mit scharfschneidigen Schwertern (Instr. Pl.)
vimalaiś paraśvadhaiḥ
mit blank geputzten Streitäxten (Instr. Pl.)
śastrair nānāvidhair yudhi
mit mancherlei Waffen im Kampf (Instr. Pl. + Lok.)
ubhayoḥ senayor vīrā nyakṛntanta
die Helden beider Heere zerhieben (Gen. Dual + Impf. 3. Pl.)

vartamāne tathā ghore tasmin yuddhe sudāruṇe droṇapāñcālyayo rājan mahān āsīt samāgamaḥ

Während so jener furchtbare, überaus grausige Kampf im Gange war, o König, kam es zu einem gewaltigen Zusammentreffen zwischen Droṇa und dem Pāñcālya.

Wort für Wort
vartamāne tasmin yuddhe
während jener Kampf im Gange war (Lok. abs.)
ghore sudāruṇe
furchtbar, überaus grausig (Lok. Sg.)
droṇapāñcālyayo mahān āsīt samāgamaḥ
es kam zu einem gewaltigen Zusammentreffen zwischen Droṇa und dem Pāñcālya (Gen. Dual + Impf.)

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