ke śūrā rathaśārdūlam acyutaṃ kṣatriyarṣabham rathānīkaṃ gāhamānaṃ sahasā pṛṣṭhato 'nvayuḥ
Welche Helden folgten dem Tiger unter den Wagenkämpfern, dem Unbeugsamen, dem Stier der Kṣatriyas, als er sich rasch in die Wagenreihen stürzte, von hinten nach?
Wort für Wort
ke śūrāḥ rathaśārdūlam
welche Helden (Nom. Pl. m.) dem Tiger unter den Wagenkämpfern (Akk. Sg. m., Kompositum)
acyutam kṣatriyarṣabham
dem Unbeugsamen (Adj., Akk. Sg. m.), dem Stier der Kṣatriyas (Akk. Sg. m., Kompositum)
rathānīkam gāhamānam
in die Wagenreihen (Akk. Sg. n., Kompositum), sich stürzend (Ppr. Med., Akk. Sg. m.)
sahasā pṛṣṭhataḥ anvayuḥ
rasch (Adv.) von hinten (Adv.) folgten (Perfekt, 3. Pl.)
Er, der wie die Sonne die Finsternis, das feindliche Heer zerstreute, ein Feindevernichter, der Tausendstrahligen gleich, der den Feinden Furcht einflößte — er vollbrachte im Kampf eine überaus schwere Tat, auf Geheiß der Kauravas.
Wort für Wort
yaḥ tamaḥ arkaḥ iva apohan
er, der wie die Sonne (Nom. Sg. m.) die Finsternis (Akk. Sg. n.) zerstreuend (Ppr., Nom. Sg. m.)
parasainyam amitrahā
das feindliche Heer (Akk. Sg. n., Kompositum), ein Feindevernichter (Nom. Sg. m., Kompositum)
sahasraraśmipratimaḥ
der Tausendstrahligen [Sonne] gleich (Adj., Nom. Sg. m., Kompositum)
pareṣām bhayam ādadhat
den Feinden (Dat./Gen. Pl. m.) Furcht (Akk. Sg. n.) einflößend (Ppr., Nom. Sg. m.)
akarot duṣkaram karma
vollbrachte er (Imperfekt, 3. Sg.) eine schwere (Adj., Akk. Sg. n.) Tat (Akk. Sg. n.)
raṇe kauravaśāsanāt
im Kampf (Lok. Sg. m.) auf Geheiß der Kauravas (Abl. Sg. n., Kompositum)
Wie hielten die Pāṇḍavas im Kampf dem Sohn des Śāṃtanu stand, der die Feindreihen verschlang, wer ihn, den Geübten, Unangreifbaren, umringte, als er geradewegs nahe heranzog?
Wort für Wort
grasamānam anīkāni
die Feindreihen (Akk. Pl. n.) verschlingend (Ppr. Med., Akk. Sg. m.)
ye enam paryavārayan
wer (Nom. Pl. m.) ihn (Akk. Sg. m.) umringte (Imperfekt, 3. Pl.)
kṛtinam tam durādharṣam
den Geübten (Adj., Akk. Sg. m.), ihn, den Unangreifbaren (Adj., Akk. Sg. m.)
samyak yāsyantam antike
geradewegs (Adv.) heranziehend (Ppr. Fut., Akk. Sg. m.) in der Nähe (Adv.)
katham śāṃtanavam yuddhe
wie dem Sohn des Śāṃtanu (Akk. Sg. m.) im Kampf (Lok. Sg. n.)
pāṇḍavāḥ pratyavārayan
die Pāṇḍavas (Nom. Pl. m.) standhielten (Imperfekt, 3. Pl.)
— ihn, der die Feindreihen niedermähte, mit Pfeilen als Zähnen, den Ungestümen, mit dem gespannten Bogen als aufgesperrtem Maul, den Schrecklichen, mit dem Schwert als Zunge, den Unangreifbaren —
Wort für Wort
nikṛntantam anīkāni
die Feindreihen (Akk. Pl. n.) niedermähend (Ppr., Akk. Sg. m.)
śaradaṃṣṭram tarasvinam
mit Pfeilen als Zähnen (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum), den Ungestümen (Adj., Akk. Sg. m.)
cāpavyāttānanam ghoram
mit dem gespannten Bogen als aufgesperrtem Maul (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum), den Schrecklichen (Adj., Akk. Sg. m.)
asijihvam durāsadam
mit dem Schwert als Zunge (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum), den Unangreifbaren (Adj., Akk. Sg. m.)
— ihn, der alle anderen Tiger unter den Männern übertraf, den Ehrhaften, Unbesiegten — wie brachte der Sohn der Kuntī ihn, den im Kampf Unbezwungenen, zu Fall?
Wort für Wort
atyanyān puruṣavyāghrān
die anderen Tiger unter den Männern übertreffend (Adj., Akk. Sg. m.) (Akk. Pl. m., Kompositum)
hrīmantam aparājitam
den Ehrhaften (Adj., Akk. Sg. m.), den Unbesiegten (Adj., Akk. Sg. m.)
pātayām āsa kaunteyaḥ
brachte zu Fall (Periphrastisches Perfekt, 3. Sg.) der Sohn der Kuntī (Nom. Sg. m.)
katham tam ajitam yudhi
wie ihn, den im Kampf (Lok. Sg. n.) Unbezwungenen (Adj., Akk. Sg. m.)
— ihn, mit dem furchtbaren Bogen, mit den furchtbaren Pfeilen, der auf dem besten der Wagen stand, der die Köpfe der Feinde mit scharfen Pfeilen abmähte —
Wort für Wort
ugradhanvānam ugreṣum
mit dem furchtbaren Bogen (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum), mit den furchtbaren Pfeilen (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum)
vartamānam rathottame
stehend (Ppr., Akk. Sg. m.) auf dem besten der Wagen (Lok. Sg. m., Kompositum)
pareṣām uttamāṅgāni
der Feinde (Gen. Pl. m.) die höchsten Glieder/Köpfe (Akk. Pl. n., Kompositum)
pracinvantam śiteṣubhiḥ
abmähend (Ppr., Akk. Sg. m.) mit scharfen Pfeilen (Instr. Pl. m.)
— ihn, bei dessen Anblick, wenn er im Kampf hervorbrach, das große Heer der Pāṇḍavas beständig zusammenschrumpfte, wie vor dem unangreifbaren Feuer des Weltuntergangs —
Wort für Wort
pāṇḍavānām mahat sainyam
der Pāṇḍavas (Gen. Pl. m.) großes (Adj., Nom. Sg. n.) Heer (Nom. Sg. n.)
yam dṛṣṭvā udyantam āhave
ihn (Akk. Sg. m.), gesehen habend (Absolutiv), hervorbrechend (Ppr., Akk. Sg. m.) im Kampf (Lok. Sg. m.)
kālāgnim iva durdharṣam
wie das unangreifbare (Adj., Akk. Sg. m.) Feuer des Weltuntergangs (Akk. Sg. m., Kompositum)
parikṛṣya sa senāṃ me daśarātram anīkahā jagāmāstam ivādityaḥ kṛtvā karma suduṣkaram
— er, der mein Heer zehn Nächte lang zusammenhielt, ein Vernichter der Reihen, ist nun wie die untergehende Sonne dahingegangen, nachdem er eine überaus schwere Tat vollbracht hatte.
Wort für Wort
parikṛṣya sa senām me
zusammengehalten habend (Absolutiv) er (Nom. Sg. m.) das Heer (Akk. Sg. f.) mein (Gen. Sg.)
daśarātram anīkahā
zehn Nächte lang (Akk. Sg. n. als Adverb), ein Vernichter der Reihen (Nom. Sg. m., Kompositum)
jagāma astam iva ādityaḥ
ging unter (Perfekt, 3. Sg.) wie die Sonne (Nom. Sg. m.)
kṛtvā karma suduṣkaram
vollbracht habend (Absolutiv) eine überaus schwere (Adj., Akk. Sg. n.) Tat (Akk. Sg. n.)
sa śete niṣṭanan bhūmau vātarugṇa iva drumaḥ mama durmantritenāsau yathā nārhaḥ sa bhārataḥ
Er liegt nun stöhnend auf der Erde, wie ein vom Sturm gebrochener Baum — durch meinen schlechten Ratschluss, obwohl er, o Bharata, dies wahrlich nicht verdient hätte.
Wort für Wort
sa śete niṣṭanan bhūmau
er (Nom. Sg. m.) liegt (Präsens, 3. Sg. Med.) stöhnend (Ppr., Nom. Sg. m.) auf der Erde (Lok. Sg. f.)
vātarugṇaḥ iva drumaḥ
wie ein vom Sturm gebrochener (Adj., Nom. Sg. m., Kompositum) Baum (Nom. Sg. m.)
mama durmantritena asau
durch meinen (Gen. Sg.) schlechten Ratschluss (Instr. Sg. n.), er (Nom. Sg. m.)
yathā na arhaḥ sa bhārataḥ
obwohl er (Nom. Sg. m.) dies nicht verdient hätte (Adj., Nom. Sg. m.), der Bharata (Nom. Sg. m.)
taṃ hataṃ samare bhīṣmaṃ mahārathabalocitam saṃjayācakṣva me vīraṃ yena śarma na vidmahe
— verkünde mir, o Saṃjaya, von jenem im Kampf erschlagenen Bhīṣma, dem Helden, der der Kraft eines großen Wagenkämpfers würdig war, durch dessen Tod wir keinen Frieden mehr finden.
Wort für Wort
tam hatam samare bhīṣmam
jenen im Kampf (Lok. Sg. m.) erschlagenen (PPP, Akk. Sg. m.) Bhīṣma (Akk. Sg. m.)
mahārathabalocitam
der Kraft eines großen Wagenkämpfers würdig (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum)
saṃjaya ācakṣva me vīram
o Saṃjaya (Vok. Sg.), verkünde (Imperativ, 2. Sg.) mir (Dat. Sg.) den Helden (Akk. Sg. m.)
yena śarma na vidmahe
durch den (Instr. Sg. m.) wir keinen Frieden (Akk. Sg. n.) finden (Präsens, 1. Pl. Med.)
Als alle Pāṇḍavas, mit Śikhaṇḍin an der Spitze, gegen Bhīṣma anstürmten — haben da nicht die Kurus aus Furcht den Unbeugsamen im Stich gelassen, o Saṃjaya?
Wort für Wort
yat śikhaṇḍimukhāḥ sarve
als, mit Śikhaṇḍin an der Spitze (Adj., Nom. Pl. m., Kompositum), alle (Nom. Pl. m.)
pāṇḍavāḥ bhīṣmam abhyayuḥ
die Pāṇḍavas (Nom. Pl. m.) gegen Bhīṣma (Akk. Sg. m.) anstürmten (Perfekt, 3. Pl.)
kaccit na kuravaḥ bhītāḥ
haben da nicht die Kurus (Nom. Pl. m.), von Furcht ergriffen (Adj., Nom. Pl. m.)
tatyajuḥ saṃjaya acyutam
im Stich gelassen (Perfekt, 3. Pl.), o Saṃjaya (Vok. Sg.), den Unbeugsamen (Akk. Sg. m.)
Mit dem Donnern der Sehnen als Grollen, mit dem großen Hagel der Pfeile, mit dem gewaltigen Getöse des Bogenklangs, hoch aufragend wie eine große Gewitterwolke —
Wort für Wort
maurvīghoṣastanayitnuḥ
mit dem Donnern des Sehnenklangs (Adj., Nom. Sg. m., Kompositum)
pṛṣatkapṛṣataḥ mahān
mit dem großen (Adj., Nom. Sg. m.) Hagel der Pfeile (Adj., Nom. Sg. m., Kompositum)
dhanurhvādamahāśabdaḥ
mit dem gewaltigen Getöse des Bogenklangs (Adj., Nom. Sg. m., Kompositum)
mahāmeghaḥ iva unnataḥ
hoch aufragend (Adj., Nom. Sg. m.) wie eine große Gewitterwolke (Nom. Sg. m.)
— als er die Söhne der Kuntī samt den Pāñcālas und Sṛñjayas überschüttete, die feindlichen Wagen niederschlagend, ein Held, wie der Träger des Vajra die Dānavas niederschlägt —
Wort für Wort
yat abhyavarṣat kaunteyān
als er überschüttete (Imperfekt, 3. Sg.) die Söhne der Kuntī (Akk. Pl. m.)
sapāñcālān sasṛñjayān
samt den Pāñcālas (Akk. Pl. m.), samt den Sṛñjayas (Akk. Pl. m.)
nighnan pararathān vīraḥ
niederschlagend (Ppr., Nom. Sg. m.) die feindlichen Wagen (Akk. Pl. m., Kompositum), ein Held (Nom. Sg. m.)
dānavān iva vajrabhṛt
wie der Träger des Vajra (Nom. Sg. m., Kompositum) die Dānavas (Akk. Pl. m.) [niederschlägt]
— einem Ozean der Pfeilwaffen glich er, furchtbar, mit Pfeilen als Krokodilen, unangreifbar, mit dem Bogen als Wellen, unerschöpflich, ohne Insel, ohne Fährschiff im Kampf, mit Keulen und Schwertern als Meeresungeheuern und Strudel, mit Pferden als Krokodilen, wimmelnd von Elefanten —
Wort für Wort
iṣvastrasāgaram ghoram
dem Ozean der Pfeilwaffen (Akk. Sg. m., Kompositum), dem furchtbaren (Adj., Akk. Sg. m.)
bāṇagrāham durāsadam
mit Pfeilen als Krokodilen (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum), unangreifbar (Adj., Akk. Sg. m.)
kārmukormiṇam akṣayyam
mit dem Bogen als Wellen (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum), unerschöpflich (Adj., Akk. Sg. m.)
advīpam samare aplavam
ohne Insel (Adj., Akk. Sg. m.), im Kampf (Lok. Sg. m.) ohne Fährschiff (Adj., Akk. Sg. m.)
gadāsimakarāvartam
mit Keulen und Schwertern als Meeresungeheuern und Strudel (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum)
hayagrāham gajākulam
mit Pferden als Krokodilen (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum), wimmelnd von Elefanten (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum)
vidahyamānaṃ kopena tejasā ca paraṃtapam veleva makarāvāsaṃ ke vīrāḥ paryavārayan
— ihn, den vor Zorn und Glutkraft Lodernden, den Feindebezwinger, wie die Brandung die Wohnstatt der Meerungeheuer umschließt — welche Helden umringten ihn?
Wort für Wort
vidahyamānam kopena
lodernd (Ppr. Passiv, Akk. Sg. m.) vor Zorn (Instr. Sg. m.)
tejasā ca paraṃtapam
und vor Glutkraft (Instr. Sg. n.), den Feindebezwinger (Akk. Sg. m., Kompositum)
velā iva makarāvāsam
wie die Brandung (Nom. Sg. f.) die Wohnstatt der Meerungeheuer (Akk. Sg. m., Kompositum)
ke vīrāḥ paryavārayan
welche Helden (Nom. Pl. m.) umringten (Imperfekt, 3. Pl.)
ke 'rakṣan dakṣiṇaṃ cakraṃ bhīṣmasyāmitatejasaḥ pṛṣṭhataḥ ke parān vīrā upāsedhan yatavratāḥ
Wer beschützte das rechte Rad des Wagens Bhīṣmas, des von unermesslicher Glutkraft, und welche gelübdetreuen Helden hielten von hinten die Feinde zurück?
Wort für Wort
ke arakṣan dakṣiṇam cakram
wer beschützte (Imperfekt, 3. Pl.) das rechte (Adj., Akk. Sg. n.) Rad (Akk. Sg. n.)
bhīṣmasya amitatejasaḥ
Bhīṣmas (Gen. Sg. m.), des von unermesslicher Glutkraft (Adj., Gen. Sg. m., Kompositum)
pṛṣṭhataḥ ke parān vīrāḥ
von hinten (Adv.) welche Helden (Nom. Pl. m.) die Feinde (Akk. Pl. m.)
upāsedhan yatavratāḥ
hielten zurück (Imperfekt, 3. Pl.), gelübdetreu (Adj., Nom. Pl. m., Kompositum)
vāme cakre vartamānāḥ ke 'ghnan saṃjaya sṛñjayān sametāgram anīkeṣu ke 'bhyarakṣan durāsadam
Wer, beim linken Rad befindlich, erschlug die Sṛñjayas, o Saṃjaya, und wer beschützte ihn, den Unangreifbaren, an der Spitze der versammelten Heerreihen?
Wort für Wort
vāme cakre vartamānāḥ
beim linken (Adj., Lok. Sg. n.) Rad (Lok. Sg. n.) befindlich (Ppr., Nom. Pl. m.)
ke aghnan saṃjaya sṛñjayān
wer erschlug (Imperfekt, 3. Pl.), o Saṃjaya (Vok. Sg.), die Sṛñjayas (Akk. Pl. m.)
sametāgram anīkeṣu
an der versammelten Spitze (Adj., Akk. Sg. n., Kompositum) in den Heerreihen (Lok. Pl. n.)
ke abhyarakṣan durāsadam
wer beschützte (Imperfekt, 3. Pl.) den Unangreifbaren (Akk. Sg. m.)
rakṣyamāṇaḥ kathaṃ vīrair gopyamānāś ca tena te durjayānām anīkāni nājayaṃs tarasā yudhi
Wie kam es, dass sie — er von Helden beschützt, und sie selbst von ihm beschützt — die Reihen der schwer zu besiegenden Feinde im Kampf nicht mit Wucht bezwangen?
Wort für Wort
rakṣyamāṇaḥ katham vīraiḥ
beschützt (Ppr. Passiv, Nom. Sg. m.) wie von den Helden (Instr. Pl. m.)
gopyamānāḥ ca tena te
und beschützt (Ppr. Passiv, Nom. Pl. m.) von ihm (Instr. Sg. m.), sie (Nom. Pl. m.)
durjayānām anīkāni
der schwer zu besiegenden (Adj., Gen. Pl. m.) Reihen (Akk. Pl. n.)
na ajayan tarasā yudhi
nicht bezwangen (Imperfekt, 3. Pl.) mit Wucht (Instr. Sg. n. als Adverb) im Kampf (Lok. Sg. f.)
Auf ihn als Insel gestützt kämpften die Kurus gegen die Feinde — und nun verkündest du mir, dass er, der Tiger unter den Männern, Bhīṣma, versunken ist, o Saṃjaya?
Wort für Wort
yasmin dvīpe samāśritya
auf den als Insel (Lok. Sg. m.) gestützt (Absolutiv)
yudhyanti kuravaḥ paraiḥ
kämpfen (Präsens, 3. Pl.) die Kurus (Nom. Pl. m.) gegen die Feinde (Instr. Pl. m.)
tam nimagnam naravyāghram
ihn, den versunkenen (PPP, Akk. Sg. m.), den Tiger unter den Männern (Akk. Sg. m., Kompositum)
bhīṣmam śaṃsasi saṃjaya
Bhīṣma (Akk. Sg. m.) verkündest du (Präsens, 2. Sg.), o Saṃjaya (Vok. Sg.)
yasmiñ jāte mahāvīrye śaṃtanur lokaśaṃkare śokaṃ duḥkhaṃ ca dainyaṃ ca prājahāt putralakṣmaṇi
— bei dessen Geburt, dem von großer Tatkraft, dem die Welt Beglückenden, Śaṃtanu Kummer, Schmerz und Elend aufgab, gesegnet durch die glücksverheißenden Zeichen des Sohnes —
Wort für Wort
yasmin jāte mahāvīrye
bei dessen Geburt (Lok. Sg. m., Loc. absolutus), dem von großer Tatkraft (Adj., Lok. Sg. m.)
śaṃtanuḥ lokaśaṃkare
Śaṃtanu (Nom. Sg. m.), dem die Welt Beglückenden (Adj., Lok. Sg. m., Kompositum)
śokam duḥkham ca dainyam ca
Kummer (Akk. Sg. m.), Schmerz (Akk. Sg. n.) und Elend (Akk. Sg. n.)
prājahāt putralakṣmaṇi
aufgab (Imperfekt, 3. Sg.), durch die glücksverheißenden Zeichen des Sohnes (Lok. Sg. n., Kompositum)
prajñā parāyaṇaṃ tajjñaṃ saddharmanirataṃ śucim vedavedāṅgatattvajñaṃ kathaṃ śaṃsasi me hatam
— ihn, dessen höchstes Ziel die Weisheit war, den Kundigen, dem rechten Dharma Ergebenen, den Reinen, den Kenner der Wahrheit der Veden und Vedāṅgas — wie kannst du mir verkünden, dass er erschlagen ist?
Wort für Wort
prajñāparāyaṇam tajjñam
dessen höchstes Ziel die Weisheit war (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum), den Kundigen (Adj., Akk. Sg. m.)
saddharmaniratam śucim
dem rechten Dharma Ergebenen (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum), den Reinen (Adj., Akk. Sg. m.)
vedavedāṅgatattvajñam
den Kenner der Wahrheit der Veden und Vedāṅgas (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum)
katham śaṃsasi me hatam
wie verkündest du (Präsens, 2. Sg.) mir (Dat. Sg.) den Erschlagenen (PPP, Akk. Sg. m.)
Da ich gehört habe, dass der Sohn Śaṃtanus, der aller Waffenkunst Kundige, der Gezügelte, der Ruhige, der Weise, erschlagen ist, glaube ich, dass auch das übrige Heer schon erschlagen ist.
Wort für Wort
sarvāstravinayopetam
der aller Waffenkunst Kundige (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum)
dāntam śāntam manasvinam
der Gezügelte (Adj., Akk. Sg. m.), der Ruhige (Adj., Akk. Sg. m.), der Weise (Adj., Akk. Sg. m.)
hatam śāṃtanavam śrutvā
erschlagen (PPP, Akk. Sg. m.) den Sohn Śaṃtanus (Akk. Sg. m.) gehört habend (Absolutiv)
manye śeṣam balam hatam
glaube ich (Präsens, 1. Sg.), dass das übrige (Adj., Nom. Sg. n.) Heer (Nom. Sg. n.) erschlagen ist (PPP, Nom. Sg. n.)
Aus dem Dharma ist, so meine ich, ein mächtiges Unrecht entstanden, da die Pāṇḍavas, nachdem sie den betagten Lehrer erschlagen haben, nach dem Königreich verlangen.
Wort für Wort
dharmāt adharmaḥ balavān
aus dem Dharma (Abl. Sg. m.) ein mächtiges (Adj., Nom. Sg. m.) Unrecht (Nom. Sg. m.)
saṃprāptaḥ iti me matiḥ
entstanden (PPP, Nom. Sg. m.), so (Konj.) mein (Gen. Sg.) Gedanke (Nom. Sg. f.)
yatra vṛddham gurum hatvā
da (Adv.) den betagten (Adj., Akk. Sg. m.) Lehrer (Akk. Sg. m.) erschlagen habend (Absolutiv)
rājyam icchanti pāṇḍavāḥ
nach dem Königreich (Akk. Sg. n.) verlangen (Präsens, 3. Pl.) die Pāṇḍavas (Nom. Pl. m.)
Einst wurde Rāma Jāmadagnya, der unübertroffene Kenner aller Waffen, der um Ambās willen zum Kampf angetreten war, von Bhīṣma im Streit, in der Schlacht besiegt.
Wort für Wort
jāmadagnyaḥ purā rāmaḥ
Jāmadagnya (Nom. Sg. m.), einst (Adv.), Rāma (Nom. Sg. m.)
sarvāstravit anuttamaḥ
der Kenner aller Waffen (Nom. Sg. m., Kompositum), der unübertroffene (Adj., Nom. Sg. m.)
ambārtham udyataḥ saṃkhye
um Ambās willen (Akk. Sg. m. als Adverb, Kompositum) angetreten (PPP, Nom. Sg. m.) zum Kampf (Lok. Sg. f.)
bhīṣmeṇa yudhi nirjitaḥ
von Bhīṣma (Instr. Sg. m.) in der Schlacht (Lok. Sg. f.) besiegt (PPP, Nom. Sg. m.)
tam indrasamakarmāṇaṃ kakudaṃ sarvadhanvinām hataṃ śaṃsasi bhīṣmaṃ me kiṃ nu duḥkham ataḥ param
Ihn, dessen Taten Indra gleichen, den Gipfel aller Bogenschützen — Bhīṣma —, verkündest du mir als erschlagen: welch größerer Schmerz könnte es als diesen geben?
Wort für Wort
tam indrasamakarmāṇam
ihn, dessen Taten Indra gleichen (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum)
kakudam sarvadhanvinām
den Gipfel (Akk. Sg. n.) aller Bogenschützen (Gen. Pl. m.)
hatam śaṃsasi bhīṣmam me
als erschlagen (PPP, Akk. Sg. m.) verkündest du (Präsens, 2. Sg.) Bhīṣma (Akk. Sg. m.) mir (Dat. Sg.)
kim nu duḥkham ataḥ param
welcher (Interrog., Nom. Sg. n.) wohl (Partikel) Schmerz (Nom. Sg. n.) größer als dieser (Adv./Abl.)
— muss also, gewiss, Śikhaṇḍin, Drupadas Sohn, an Glanz, Tatkraft und Stärke größer sein als jener von großer Kraft, im Kampf Unbezähmbare, der Bhārgava selbst? [?]
Wort für Wort
tasmāt nūnam mahāvīryāt
als jener (Abl. Sg. m.) gewiss (Partikel) von großer Kraft (Adj., Abl. Sg. m., Kompositum)
bhārgavāt yuddhadurmadāt
als der Bhārgava (Abl. Sg. m.), im Kampf Unbezähmbare (Adj., Abl. Sg. m., Kompositum)
tejovīryabalaiḥ bhūyān
an Glanz, Tatkraft und Stärke (Instr. Pl. n., Kompositum) größer (Komparativ, Nom. Sg. m.)
śikhaṇḍī drupadātmajaḥ
Śikhaṇḍin (Nom. Sg. m.), der Sohn Drupadas (Nom. Sg. m., Kompositum)
[?] Rhetorische, ungläubige Frage: Da nicht einmal Rāma Jāmadagnya, obwohl selbst ein überragender Krieger, Bhīṣma besiegen konnte (V043-045), fragt Dhṛtarāṣṭra sarkastisch, ob Śikhaṇḍin diesem gewaltigen Bhārgava an Kraft überlegen sein müsse, um Bhīṣma zu bezwingen - womit er die Möglichkeit eigentlich verneinen will.
— er, der den Helden erschlug, den im Kampf Geschickten, in aller Waffenkunde Bewanderten, den Kenner der höchsten Waffen, den Helden, den Stier der Bharatas?
Wort für Wort
yaḥ śūram kṛtinam yuddhe
er, der (Nom. Sg. m.) den Helden (Akk. Sg. m.) den Geschickten (Adj., Akk. Sg. m.) im Kampf (Lok. Sg. n.)
sarvaśāstraviśāradam
den in aller Waffenkunde Bewanderten (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum)
paramāstravidam vīram
den Kenner der höchsten Waffen (Akk. Sg. m., Kompositum), den Helden (Akk. Sg. m.)
jaghāna bharatarṣabham
erschlug (Perfekt, 3. Sg.) den Stier der Bharatas (Akk. Sg. m., Kompositum)
ke vīrās tam amitraghnam anvayuḥ śatrusaṃsadi śaṃsa me tad yathā vṛttaṃ yuddhaṃ bhīṣmasya pāṇḍavaiḥ
Welche Helden begleiteten ihn, den Feindevertilger, in die Versammlung der Feinde? Erzähle mir, wie sich die Schlacht Bhīṣmas mit den Pāṇḍavas tatsächlich zutrug.
Wort für Wort
ke vīrāḥ tam amitraghnam
welche (Interrog., Nom. Pl. m.) Helden (Nom. Pl. m.) ihm, dem Feindevertilger (Akk. Sg. m., Kompositum)
anvayuḥ śatrusaṃsadi
folgten (Perfekt, 3. Pl.) in die Versammlung der Feinde (Lok. Sg. f., Kompositum)
śaṃsa me tad yathā
erzähle (Imperativ, 2. Sg.) mir (Dat. Sg.) das, wie (Adv.)
vṛttam yuddham bhīṣmasya pāṇḍavaiḥ
sich zutrug (PPP, Nom. Sg. n.) der Kampf (Nom. Sg. n.) Bhīṣmas (Gen. Sg. m.) mit den Pāṇḍavas (Instr. Pl. m.)
yoṣeva hatavīrā me senā putrasya saṃjaya agopam iva codbhrāntaṃ gokulaṃ tad balaṃ mama
Wie eine Frau, deren Held erschlagen ist, ist das Heer meines Sohnes, o Saṃjaya, und wie eine hirtenlose, verwirrt umherirrende Rinderherde — so ist jenes mein Heer.
Wort für Wort
yoṣā iva hatavīrā
wie eine Frau (Nom. Sg. f.), deren Held erschlagen ist (Adj., Nom. Sg. f., Kompositum)
me senā putrasya saṃjaya
mein (Gen. Sg.) Heer (Nom. Sg. f.) meines Sohnes (Gen. Sg. m.), o Saṃjaya (Vok. Sg.)
agopam iva ca udbhrāntam
und wie hirtenlos (Adj., Nom. Sg. n.) umherirrend (Ppr., Nom. Sg. n.)
gokulam tat balam mama
eine Rinderherde (Nom. Sg. n.), das (Pron., Nom. Sg. n.) Heer (Nom. Sg. n.) mein (Gen. Sg.)
Welche Fähigkeit zu leben besteht heute noch in uns, o Saṃjaya, nachdem wir den Tod des von großer Kraft, den der Welt im Dharma verbundenen Vater verursacht haben? [?]
Wort für Wort
jīvite api adya sāmarthyam
am Leben (Lok. Sg. n.) sogar heute (Adv.) welche Fähigkeit (Nom. Sg. n.)
kim iva asmāsu saṃjaya
was für eine (Interrog., Nom. Sg. n.) etwa in uns (Lok. Pl.), o Saṃjaya (Vok. Sg.)
ghātayitvā mahāvīryam
nachdem wir haben töten lassen (Absolutiv, Kausativ) den von großer Kraft (Adj., Akk. Sg. m.)
pitaram lokadhārmikam
den Vater (Akk. Sg. m.), den der Welt im Dharma Verbundenen (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum)
[?] Die kausative Form 'ghātayitvā' ('haben töten lassen') legt nahe, dass Dhṛtarāṣṭra hier bereits, wenn auch unbewusst, sein eigenes Umfeld (durch Duryodhanas Ränke) für Bhīṣmas Tod mitverantwortlich sieht - ein Vorklang seiner späteren offenen Selbstanklage in V061.
Wie Reisende, die ein im bodenlosen Wasser versunkenes Boot erblicken — so, glaube ich, trauern meine Söhne, von Bhīṣmas Tod tief betrübt, in großem Schmerz.
Wort für Wort
agādhe salile magnām
im bodenlosen (Adj., Lok. Sg. n.) Wasser (Lok. Sg. n.) versunkenes (PPP, Akk. Sg. f.)
nāvam dṛṣṭvā iva pāragāḥ
ein Boot (Akk. Sg. f.) erblickt habend (Absolutiv) wie Reisende (Nom. Pl. m.)
bhīṣme hate bhṛśam duḥkhāt
als Bhīṣma erschlagen war (Lok. Sg. m., Loc. absolutus) heftig (Adv.) vor Schmerz (Abl. Sg. n.)
manye śocanti putrakāḥ
glaube ich (Präsens, 1. Sg.), trauern (Präsens, 3. Pl.) die Söhne (Nom. Pl. m.)
adrisāramayaṃ nūnaṃ sudṛḍhaṃ hṛdayaṃ mama yac chrutvā puruṣavyāghraṃ hataṃ bhīṣmaṃ na dīryate
Wahrlich, aus dem Wesenskern des Gesteins muss mein Herz gemacht und überaus hart sein, da es, nachdem es gehört hat, dass der Tiger unter den Männern, Bhīṣma, erschlagen ist, nicht zerbirst.
Wort für Wort
adrisāramayam nūnam
aus dem Wesenskern des Gesteins gemacht (Adj., Nom. Sg. n., Kompositum), gewiss (Partikel)
yasminn astraṃ ca medhā ca nītiś ca bharatarṣabhe aprameyāṇi durdharṣe kathaṃ sa nihato yudhi
Er, der Stier der Bharatas, der Unangreifbare, in dem Waffenkunst, Verstand und Staatskunst unermesslich waren — wie wurde er in der Schlacht erschlagen?
Wort für Wort
yasmin astram ca medhā ca
in dem (Lok. Sg. m.) Waffenkunst (Nom. Sg. n.) und Verstand (Nom. Sg. f.) und
nītiḥ ca bharatarṣabhe
Staatskunst (Nom. Sg. f.) und, im Stier der Bharatas (Lok. Sg. m., Kompositum)
aprameyāṇi durdharṣe
unermesslich waren (Adj., Nom. Pl. n.), im Unangreifbaren (Lok. Sg. m.)
katham sa nihataḥ yudhi
wie (Interrog.) er (Nom. Sg. m.) erschlagen wurde (PPP, Nom. Sg. m.) in der Schlacht (Lok. Sg. f.)
na cāstreṇa na śauryeṇa tapasā medhayā na ca na dhṛtyā na punas tyāgān mṛtyoḥ kaś cid vimucyate
Weder durch Waffenkunst noch durch Heldenmut, weder durch Askese noch durch Verstand, weder durch Standhaftigkeit noch wiederum durch Entsagung wird irgendjemand vom Tod befreit.
Wort für Wort
na ca astreṇa na śauryeṇa
weder (Neg.) durch Waffenkunst (Instr. Sg. n.) noch (Neg.) durch Heldenmut (Instr. Sg. n.)
tapasā medhayā na ca
durch Askese (Instr. Sg. n.), durch Verstand (Instr. Sg. f.), noch (Neg.) und
na dhṛtyā na punaḥ tyāgāt
nicht durch Standhaftigkeit (Instr. Sg. f.), nicht wiederum (Adv.) durch Entsagung (Abl. Sg. m.)
mṛtyoḥ kaścit vimucyate
vom Tod (Abl. Sg. m.) irgendjemand (Pron., Nom. Sg. m.) wird befreit (Präsens Passiv, 3. Sg.)
Gewiss ist die Zeit von großer Macht, für die ganze Welt unüberwindlich, da du mir verkündest, dass Bhīṣma, der Sohn Śaṃtanus, erschlagen ist, o Saṃjaya.
Wort für Wort
kālaḥ nūnam mahāvīryaḥ
die Zeit (Nom. Sg. m.) gewiss (Partikel) von großer Macht (Adj., Nom. Sg. m., Kompositum)
sarvalokaduratyayaḥ
für die ganze Welt unüberwindlich (Adj., Nom. Sg. m., Kompositum)
yatra śāṃtanavam bhīṣmam
da (Konj.) den Sohn Śaṃtanus (Akk. Sg. m.), Bhīṣma (Akk. Sg. m.)
hatam śaṃsasi saṃjaya
als erschlagen (PPP, Akk. Sg. m.) verkündest du (Präsens, 2. Sg.), o Saṃjaya (Vok. Sg.)
Ich, o Saṃjaya, sehe, wenn ich es mit meinem Verstand bedenke, weder bei den Meinen noch bei den Gegnern irgendetwas Verbleibendes in der feindlichen Schar der Könige.
Wort für Wort
na aham sveṣām pareṣām vā
nicht (Neg.) ich (Nom. Sg.) bei den Meinen (Gen. Pl. m.) oder bei den Gegnern (Gen. Pl. m.) oder
buddhyā saṃjaya cintayan
mit dem Verstand (Instr. Sg. f.), o Saṃjaya (Vok. Sg.), bedenkend (Ppr., Nom. Sg. m.)
śeṣam kiṃ cit prapaśyāmi
etwas Verbleibendes (Akk. Sg. n.) irgendetwas (Pron.) sehe ich (Präsens, 1. Sg.)
pratyanīke mahīkṣitām
in der feindlichen Schar (Lok. Sg. n.) der Könige (Gen. Pl. m., Kompositum)
Grausam ist dieses von den Weisen verkündete Gesetz der Kṣatriyas, nach dem die Pāṇḍavas, nachdem sie den Sohn Śaṃtanus erschlagen haben, nach dem Königreich verlangen.
Wort für Wort
dāruṇaḥ kṣatradharmaḥ ayam
grausam (Adj., Nom. Sg. m.) dieses (Pron., Nom. Sg. m.) Gesetz der Kṣatriyas (Nom. Sg. m., Kompositum)
ṛṣibhiḥ saṃpradarśitaḥ
von den Weisen (Instr. Pl. m.) verkündete (PPP, Nom. Sg. m.)
yatra śāṃtanavam hatvā
nach dem (Adv.) den Sohn Śaṃtanus (Akk. Sg. m.) erschlagen habend (Absolutiv)
rājyam icchanti pāṇḍavāḥ
nach dem Königreich (Akk. Sg. n.) verlangen (Präsens, 3. Pl.) die Pāṇḍavas (Nom. Pl. m.)
Oder sind wohl wir es, die, nachdem wir den Großvater haben töten lassen, nach dem Königreich verlangen? Die Söhne Pṛthās, im Gesetz der Kṣatriyas verharrend, meine lieben Söhne, begehen kein Unrecht. [?]
Wort für Wort
vayam vā rājyam icchāmaḥ
wir (Nom. Pl.) oder (Partikel) nach dem Königreich (Akk. Sg. n.) verlangen (Präsens, 1. Pl.)
ghātayitvā pitāmaham
nachdem wir haben töten lassen (Absolutiv, Kausativ) den Großvater (Akk. Sg. m.)
kṣatradharme sthitāḥ pārthāḥ
im Gesetz der Kṣatriyas (Lok. Sg. m., Kompositum) verharrend (PPP, Nom. Pl. m.), die Söhne Pṛthās (Nom. Pl. m.)
na aparādhyanti putrakāḥ
begehen kein Unrecht (Präsens, 3. Pl.), die lieben Söhne (Nom. Pl. m.)
[?] Dhṛtarāṣṭra wendet sich hier von der Anklage der Pāṇḍavas ab zur Selbstanklage: Er erkennt, dass es sein eigenes Umfeld war, das durch Duryodhanas Streben nach dem Königreich Bhīṣmas Tod herbeiführte, während die Pāṇḍavas, treu dem Kṣatriya-Dharma folgend, keine Schuld trifft. 'Putrakāḥ' ('meine lieben Söhne') bezieht sich hier liebevoll auf die Pāṇḍavas, seine Neffen, nicht auf seine eigenen Söhne.
duryodhanaś ca karṇaś ca śakuniś cāpi saubalaḥ duḥśāsanaś ca kitavo hate bhīṣme kim abruvan
Was sagten Duryodhana, Karṇa, Śakuni, der Sohn Subalas, und Duḥśāsana, der Falschspieler, als Bhīṣma erschlagen war? [?]
Wort für Wort
duryodhanaḥ ca karṇaḥ ca
Duryodhana (Nom. Sg. m.) und Karṇa (Nom. Sg. m.) und
śakuniḥ ca api saubalaḥ
Śakuni (Nom. Sg. m.) und auch der Sohn Subalas (Nom. Sg. m.)
duḥśāsanaḥ ca kitavaḥ
Duḥśāsana (Nom. Sg. m.) und der Falschspieler (Nom. Sg. m.)
hate bhīṣme kim abruvan
als Bhīṣma erschlagen war (Lok. Sg. m., Loc. absolutus) was (Interrog., Akk. Sg. n.) sagten sie (Imperfekt, 3. Pl.)
[?] Das Beiwort 'kitavaḥ' ('Falschspieler') für Duḥśāsana erinnert an das betrügerische Würfelspiel, das einst zur Verbannung der Pāṇḍavas führte, und bereitet die in V066-068 entfaltete Metapher der Schlacht als tödliches Würfelspiel vor.
— die furchterregende, mit den Leibern von Männern, Elefanten und Rossen bedeckte Versammlungshalle, deren Würfel Pfeile, Speere, Keulen, Schwerter und Lanzen waren — [?]
Wort für Wort
yat śarīraiḥ upastīrṇām
die (Akk. Sg. f., bezieht sich auf die Versammlungshalle in V067) mit Leibern (Instr. Pl. n.) bedeckte (PPP, Akk. Sg. f.)
naravāraṇavājinām
von Männern, Elefanten und Rossen (Gen. Pl. m., Kompositum)
śaraśaktigadākhaḍgatomarākṣām
deren Würfel Pfeile, Speere, Keulen, Schwerter und Lanzen waren (Akk. Sg. f., Kompositum)
bhayāvahām
die furchterregende (Adj., Akk. Sg. f., Kompositum)
[?] Das Kompositum endet auf '...tomara-akṣām': 'akṣa' bedeutet sowohl 'Würfel' als auch könnte es an das Auge/den Würfel des Glücksspiels erinnern. Damit setzt sich das in V065 angedeutete Bild des Würfelspiels fort: die Waffen selbst werden zu den 'Würfeln' des tödlichen Spiels, das in V067 explizit als 'prāṇadyūte' ('Würfelspiel um das Leben') benannt wird.
In diese im Kampf schwer zugängliche Versammlungshalle betraten die törichten Falschspieler: Im furchtbaren Würfelspiel um das Leben — welche Stiere unter den Männern spielten dort?
Wort für Wort
prāviśan kitavāḥ mandāḥ
betraten (Imperfekt, 3. Pl.) die Falschspieler (Nom. Pl. m.), die törichten (Adj., Nom. Pl. m.)
sabhām yudhi durāsadām
die Versammlungshalle (Akk. Sg. f.) im Kampf (Lok. Sg. f.) schwer zugängliche (Adj., Akk. Sg. f.)
prāṇadyūte pratibhaye
im Würfelspiel um das Leben (Lok. Sg. n., Kompositum), im furchtbaren (Adj., Lok. Sg. n.)
ke 'dīvyanta nararṣabhāḥ
welche (Interrog., Nom. Pl. m.) spielten (Imperfekt, 3. Pl.), die Stiere unter den Männern (Nom. Pl. m., Kompositum)
ke 'jayan ke jitās tatra hṛtalakṣā nipātitāḥ anye bhīṣmāc chāṃtanavāt tan mamācakṣva saṃjaya
Wer siegte, wer wurde dort besiegt, seines Einsatzes beraubt, zu Fall gebracht? Erzähle mir all das über die anderen, abgesehen von Bhīṣma, dem Sohn Śaṃtanus, o Saṃjaya.
Wort für Wort
ke 'jayan ke jitāḥ tatra
wer (Interrog., Nom. Pl. m.) siegte (Imperfekt, 3. Pl.), wer (Interrog., Nom. Pl. m.) besiegt wurde (PPP, Nom. Pl. m.) dort (Adv.)
hṛtalakṣāḥ nipātitāḥ
ihres Einsatzes beraubt (Adj., Nom. Pl. m., Kompositum), zu Fall gebracht (PPP, Nom. Pl. m.)
anye bhīṣmāt śāṃtanavāt
die anderen (Pron., Akk. Pl. m.), abgesehen von Bhīṣma (Abl. Sg. m.), dem Sohn Śaṃtanus (Abl. Sg. m.)
tat mama ācakṣva saṃjaya
das (Pron., Akk. Sg. n.) mir (Dat. Sg.) erzähle (Imperativ, 2. Sg.), o Saṃjaya (Vok. Sg.)
na hi me śāntir astīha yudhi devavrataṃ hatam pitaraṃ bhīmakarmāṇaṃ śrutvā me duḥkham āviśat
Denn es gibt für mich hier keinen Frieden mehr: Nachdem ich gehört habe, dass Devavrata im Kampf erschlagen wurde, mein Vater von gewaltigen Taten, ist Schmerz in mich eingedrungen.
Wort für Wort
na hi me śāntiḥ asti iha
denn (Partikel) nicht (Neg.) für mich (Gen. Sg.) gibt es (Präsens, 3. Sg.) hier (Adv.) Frieden (Nom. Sg. f.)
yudhi devavratam hatam
im Kampf (Lok. Sg. f.) Devavrata (Akk. Sg. m.) erschlagen (PPP, Akk. Sg. m.)
pitaram bhīmakarmāṇam
den Vater (Akk. Sg. m.) von gewaltigen Taten (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum)
śrutvā me duḥkham āviśat
gehört habend (Absolutiv) ist in mich (Akk. Sg.) Schmerz (Nom. Sg. n.) eingedrungen (Imperfekt, 3. Sg.)
Wie mit Schmelzbutter auf ein Feuer gießend, entfachst du, o Saṃjaya, den in meinem Herzen tief verwurzelten, großen, von meinen Söhnen verursachten Kummer.
Wort für Wort
ārtim me hṛdaye rūḍhām
den Kummer (Akk. Sg. f.) in meinem (Gen. Sg.) Herzen (Lok. Sg. n.) tief verwurzelten (PPP, Akk. Sg. f.)
mahatīm putrakāritām
den großen (Adj., Akk. Sg. f.), von den Söhnen verursachten (Adj., Akk. Sg. f., Kompositum)
tvam siñcan sarpiṣā iva agnim
du (Nom. Sg.), gießend (Ppr., Nom. Sg. m.), wie mit Schmelzbutter (Instr. Sg. n.) auf das Feuer (Akk. Sg. m.)
uddīpayasi saṃjaya
entfachst du (Präsens, 2. Sg.), o Saṃjaya (Vok. Sg.)
Nachdem er die große, in aller Welt berühmte Bürde auf sich genommen hatte — beim Anblick des erschlagenen Bhīṣma, glaube ich, trauern meine Söhne. [?]
Wort für Wort
mahāntam bhāram udyamya
die große (Adj., Akk. Sg. m.) Bürde (Akk. Sg. m.) auf sich genommen habend (Absolutiv, bezogen auf Bhīṣma)
viśrutam sārvalaukikam
die berühmte (Adj., Akk. Sg. m.), in aller Welt bekannte (Adj., Akk. Sg. m., Kompositum)
dṛṣṭvā vinihatam bhīṣmam
gesehen habend (Absolutiv, bezogen auf die Söhne) den erschlagenen (PPP, Akk. Sg. m.) Bhīṣma (Akk. Sg. m.)
manye śocanti putrakāḥ
glaube ich (Präsens, 1. Sg.), trauern (Präsens, 3. Pl.) die Söhne (Nom. Pl. m.)
[?] Der Vers wechselt elliptisch das grammatische Subjekt: 'die Bürde auf sich genommen habend' bezieht sich auf Bhīṣma, der die Last der Heerführung trug, während 'gesehen habend' auf die trauernden Söhne übergeht - eine im Sanskrit gängige Verdichtung, die im Deutschen nur durch Ergänzung nachvollziehbar wird.
saṃgrāme pṛthivīśānāṃ mandasyābuddhisaṃbhavam apanītaṃ sunītaṃ vā tan mamācakṣva saṃjaya
Was im Kampf der Erdenherrscher aus der Torheit und dem Unverstand des Törichten entstand, sei es schlecht oder gut geführt — erzähle mir das, o Saṃjaya.
Wort für Wort
saṃgrāme pṛthivīśānām
im Kampf (Lok. Sg. m.) der Erdenherrscher (Gen. Pl. m., Kompositum)
mandasya abuddhisaṃbhavam
des Törichten (Gen. Sg. m.), das aus dem Unverstand Entstandene (Adj., Akk. Sg. n., Kompositum)
apanītam sunītam vā
schlecht geführt (PPP, Akk. Sg. n.) oder gut geführt (PPP, Akk. Sg. n.) oder
tat mama ācakṣva saṃjaya
das (Pron., Akk. Sg. n.) mir (Dat. Sg.) erzähle (Imperativ, 2. Sg.), o Saṃjaya (Vok. Sg.)
Was dort von Bhīṣma, der den Sieg in der Schlacht ersehnte, von dem an Glanz Reichen, dem Waffenkundigen, vollbracht wurde — erzähle auch dies vollständig, ohne etwas auszulassen.
Wort für Wort
yat kṛtam tatra bhīṣmeṇa
was (Pron., Nom. Sg. n.) vollbracht wurde (PPP, Nom. Sg. n.) dort (Adv.) von Bhīṣma (Instr. Sg. m.)
saṃgrāme jayam icchatā
in der Schlacht (Lok. Sg. m.) den Sieg (Akk. Sg. m.) ersehnend (Ppr., Instr. Sg. m.)
tejoyuktam kṛtāstreṇa
von dem an Glanz Reichen (Adj., Instr. Sg. m., Kompositum), dem Waffenkundigen (Adj., Instr. Sg. m., Kompositum)
śaṃsa tat ca api aśeṣataḥ
erzähle (Imperativ, 2. Sg.) das (Pron., Akk. Sg. n.) auch (Partikel) vollständig (Adv.)
yathā tad abhavad yuddhaṃ kurupāṇḍavasenayoḥ krameṇa yena yasmiṃś ca kāle yac ca yathā ca tat
Wie sich jene Schlacht zwischen den Heeren der Kurus und Pāṇḍavas zutrug — in welcher Reihenfolge, durch wen, zu welcher Zeit, was und wie — das erzähle mir, o Saṃjaya.‘
Wort für Wort
yathā tat abhavat yuddham
wie (Interrog.) jene (Pron., Nom. Sg. n.) sich zutrug (Imperfekt, 3. Sg.) die Schlacht (Nom. Sg. n.)
kurupāṇḍavasenayoḥ
der Heere der Kurus und Pāṇḍavas (Gen. Dual, Kompositum)
krameṇa yena yasmin ca kāle
in welcher Reihenfolge (Instr. Sg. m.), durch wen (Instr. Sg. m.), und zu welcher (Interrog., Lok. Sg. m.) Zeit (Lok. Sg. m.)
yat ca yathā ca tat
und was (Pron., Nom. Sg. n.) und wie (Adv.) - das (Pron., Akk. Sg. n.)