Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 10: Vibhīṣaṇa Nimitta Kathanam Vibhīṣaṇas Warnung vor den bösen Vorzeichen

tataḥ pratyuṣasi prāpte prāptadharmārthaniścayaḥ | rākṣasādhipaterveśma bhīmakarmā vibhīṣaṇaḥ ||

Dann, als der frühe Morgen anbrach, begab sich Vibhīṣaṇa, dessen Entschluss über Tugend und Nutzen feststand, von furchtbarer Tatkraft, zum Gemach des Herrn der Rākṣasas,

Wort für Wort
tataḥ pratyuṣasi prāpte
dann, als der frühe Morgen anbrach
prāptadharmārthaniścayaḥ
dessen Entschluss über Tugend und Nutzen feststand
rākṣasādhipaterveśma
zum Gemach des Herrn der Rākṣasas
bhīmakarmā vibhīṣaṇaḥ
Vibhīṣaṇa, von furchtbarer Tatkraft

śailāgracayasamkāśam śailaśṛj~gamivonnatam | suvibhaktamahākakṣam mahājanaparigraham ||

- das dem Gipfelmassiv eines Berges gleichende, wie ein Berggipfel emporragende, mit wohlgegliederten großen Gemächern, von vielem Volk umgeben -

Wort für Wort
śailāgracayasamkāśam
dem Gipfelmassiv eines Berges gleichend
śailaśṛj~gamivonnatam
wie ein Berggipfel emporragend
suvibhaktamahākakṣam
mit wohlgegliederten großen Gemächern
mahājanaparigraham
von vielem Volk umgeben

matimadbhirmahāmātrairanurakairadhiṣṭhitam | rākṣasairāptaparyāptaih sarvataḥ parirakṣitam ||

- von klugen, ergebenen Großministern bewohnt, allseits von verlässlichen, geeigneten Rākṣasas beschützt -

Wort für Wort
matimadbhirmahāmātrair
von klugen Großministern
anurakairadhiṣṭhitam
ergebenen bewohnt
rākṣasairāptaparyāptaih
von verlässlichen, geeigneten Rākṣasas
sarvataḥ parirakṣitam
allseits beschützt

mattamātaj~ganiḥśvāsairvyākulīkṛtamārutam | śaj~khaghoṣamahāghoṣam tūryasambādhanāditam ||

- vom Atem berauschter Elefanten die Luft in Aufruhr versetzt, mit dem gewaltigen Getöse von Muschelhörnern, gedrängt voll Getöse von Musikinstrumenten -

Wort für Wort
mattamātaj~ganiḥśvāsair
vom Atem berauschter Elefanten
vyākulīkṛtamārutam
die Luft in Aufruhr versetzt
śaj~khaghoṣamahāghoṣam
mit gewaltigem Getöse von Muschelhörnern
tūryasambādhanāditam
gedrängt voll Getöse von Musikinstrumenten

pramadājanasambādham prajalpitamahāpatham | taptakāñcananiryūham bhūṣaṇottamabhūṣitam ||

- gedrängt voll von Frauenscharen, mit lautem Geplauder auf den großen Wegen, mit Toren aus geglühtem Gold, mit vorzüglichem Schmuck geschmückt -

Wort für Wort
pramadājanasambādham
gedrängt voll von Frauenscharen
prajalpitamahāpatham
mit lautem Geplauder auf den großen Wegen
taptakāñcananiryūham
mit Toren aus geglühtem Gold
bhūṣaṇottamabhūṣitam
mit vorzüglichem Schmuck geschmückt

gandharvāṇāmivāvāsamālayam marutāmiva | ratnasaṃcayasambādham bhavanam bhogināmiva ||

- gleich der Wohnstätte der Gandharvas, gleich dem Wohnsitz der Marut, gedrängt voll von Juwelenhäufen, gleich dem Palast der Schlangenwesen -

Wort für Wort
gandharvāṇāmivāvāsam
gleich der Wohnstätte der Gandharvas
ālayam marutāmiva
gleich dem Wohnsitz der Marut
ratnasaṃcayasambādham
gedrängt voll von Juwelenhäufen
bhavanam bhogināmiva
gleich dem Palast der Schlangenwesen

tam mahābhramivāditya stejovistṛtaraśmimān | agrajasyālayam vīraḥ praviveśa mahādyutiḥ ||

- jenes, wie die Sonne eine große Wolke, mit weit ausgebreitetem Glanzstrahl, das Gemach des älteren Bruders betrat der Held, von großem Glanz.

Wort für Wort
tam mahābhramivāditya
jenes, wie die Sonne eine große Wolke
stejovistṛtaraśmimān
mit weit ausgebreitetem Glanzstrahl
agrajasyālayam vīraḥ
das Gemach des älteren Bruders, der Held
praviveśa mahādyutiḥ
betrat, von großem Glanz

puṇyān puṇyāhaghoṣāṃśca vedividbhirudāhṛtān | śuśrāva sumahātejā bhrāturvijayasaṃśritān ||

Der höchst hochglänzende Vibhīṣaṇa vernahm die heiligen, von den Lehrekundigen ausgesprochenen Segensrufe, die auf den Sieg des Bruders bezogen waren,

Wort für Wort
puṇyān puṇyāhaghoṣāṃśca
die heiligen Segensrufe
vedividbhirudāhṛtān
von den Lehrekundigen ausgesprochen
śuśrāva sumahātejā
vernahm der höchst hochglänzende
bhrāturvijayasaṃśritān
auf den Sieg des Bruders bezogen

pūjitān dadhipātraiśca sarpirbhiḥ sumanokṣataiḥ | mantravedavido viprān dadarśa sa mahābalaḥ ||

und der gewaltig Starke erblickte die mit Gefäßen von Dickmilch, mit Ghee und Blüten samt Reiskörnern geehrten, der Zaubersprüche und Lehren kundigen Brahmanen.

Wort für Wort
pūjitān dadhipātraiśca
geehrt mit Gefäßen von Dickmilch
sarpirbhiḥ sumanokṣataiḥ
mit Ghee und Blüten samt Reiskörnern
mantravedavido viprān
die der Zaubersprüche und Lehren kundigen Brahmanen
dadarśa sa mahābalaḥ
erblickte der gewaltig Starke

sa pūjyamāno rakṣobhiddīpyamānam svatejasā | asavastham mahābāhurvavande dhanadānujam ||

Er, von den Rākṣasas geehrt, verneigte sich, der Großarmige, vor dem in seinem eigenen Glanz Strahlenden, auf dem Thronsitz Weilenden, dem jüngeren Bruder des Kuvera.

Wort für Wort
sa pūjyamāno rakṣobhid
er, von den Rākṣasas geehrt
dīpyamānam svatejasā
vor dem in eigenem Glanz Strahlenden
asavastham mahābāhur
auf dem Sitz Weilenden, der Großarmige
vavande dhanadānujam
verneigte sich, dem jüngeren Bruder des Kuvera

sa rājadṛṣṭisampannamāsanam hemabhūṣitam | jagāma samudācāram prayujyācārakovidaḥ ||

Er nahte sich dem von königlichem Ansehen gekennzeichneten, mit Gold geschmückten Sitz, geziemenden Umgang übend, der Sittenkundige.

Wort für Wort
sa rājadṛṣṭisampannam
er, das von königlichem Ansehen gekennzeichnete
āsanam hemabhūṣitam
mit Gold geschmückte Sitz
jagāma samudācāram
nahte er sich, geziemenden Umgang übend
prayujyācārakovidaḥ
der Sittenkundige

sa rāvaṇam mahātmānam vijane mantrisamnidhau | uvāca hitamatyartham vacanam hetuniścitam ||

Er sprach zu dem hochgesinnten Rāvaṇa, an einsamem Ort, in Gegenwart der Minister, ein überaus heilsames Wort, mit Gründen wohlbegründet:

Wort für Wort
sa rāvaṇam mahātmānam
er zu dem hochgesinnten Rāvaṇa
vijane mantrisamnidhau
an einsamem Ort, in Gegenwart der Minister
uvāca hitamatyartham
sprach er ein überaus heilsames
vacanam hetuniścitam
Wort, mit Gründen wohlbegründet

prasādya bhrātaram jyeṣṭham sāntvenopasthitakramaḥ | deśakālārthasamvādi dṛṣṭalokaparāvaḥ ||

Nachdem er den älteren Bruder mit sanften Worten milde gestimmt hatte, mit angemessenem Vorgehen, was Ort, Zeit und Zweck vereinbarte, in weltkundiger Rede:

Wort für Wort
prasādya bhrātaram jyeṣṭham
nachdem er den älteren Bruder milde gestimmt hatte
sāntvenopasthitakramaḥ
mit sanften Worten, angemessenem Vorgehen
deśakālārthasamvādi
was Ort, Zeit und Zweck vereinbarte
dṛṣṭalokaparāvaḥ
in weltkundiger Rede

yadā prabhṛti vaidehī samprāpteha paratapa | tadā prabhṛti dṛśyante nimittānyaśubhāni naḥ ||

'Seitdem Vaidehī hierher gebracht wurde, o Bezwinger der Feinde, seither zeigen sich uns unheilvolle Vorzeichen.'

Wort für Wort
yadā prabhṛti vaidehī
seitdem Vaidehī
samprāpteha paratapa
hierher gebracht wurde, o Bezwinger der Feinde
tadā prabhṛti dṛśyante
seither zeigen sich
nimittānyaśubhāni naḥ
uns unheilvolle Vorzeichen

sasphulij~gaḥ sadhūmārcih sadhūmakaluṣodayaḥ | mantrasamghahuto.apyagnirna samyagabhivardhate ||

'Funkensprühend, rauchig loderndes, mit trübem, rauchigem Aufstieg - auch das mit Zaubersprüchen und Speisungen genährte Feuer wächst nicht recht heran.'

Wort für Wort
sasphulij~gaḥ sadhūmārcih
funkensprühend, rauchig lodernd
sadhūmakaluṣodayaḥ
mit trübem, rauchigem Aufstieg
mantrasamghahuto.apyagnir
auch das mit Zaubersprüchen und Speisungen genährte Feuer
na samyagabhivardhate
wächst nicht recht heran

agniṣṭheṣvagniśālāsu tathā brahmasthalīṣu ca | parīpṛpāṇi dṛśyante havyeṣu ca pipīlikāḥ ||

'An den Feuerstellen, in den Opferhallen und ebenso an den Brahmanenplätzen zeigen sich umherkriechende Würmer und Ameisen in den Opfergaben.'

Wort für Wort
agniṣṭheṣvagniśālāsu
an den Feuerstellen, in den Opferhallen
tathā brahmasthalīṣu ca
und ebenso an den Brahmanenplätzen
parīpṛpāṇi dṛśyante
zeigen sich umherkriechende Würmer
havyeṣu ca pipīlikāḥ
und Ameisen in den Opfergaben

gavām payāṃsi skannāni vimadā varakuñjarāḥ | dīnamaśvāḥ praheṣante na ca grāsābhinandinaḥ ||

'Der Kühe Milch ist geronnen, die vorzüglichen Elefanten sind ohne Brunst; die Rosse wiehern kläglich und freuen sich nicht mehr am Futter.'

Wort für Wort
gavām payāṃsi skannāni
der Kühe Milch ist geronnen
vimadā varakuñjarāḥ
die vorzüglichen Elefanten sind ohne Brunst
dīnamaśvāḥ praheṣante
die Rosse wiehern kläglich
na ca grāsābhinandinaḥ
und freuen sich nicht mehr am Futter

kharoṣṭrāśvatarā rājanbhinnromāḥ sravanti ca | na svabhāve.avatiṣṭhante vidhānairapi cintatāḥ ||

'Esel, Kamele und Maultiere, o König, haben struppiges Fell und bluten; sie verbleiben nicht in ihrer natürlichen Verfassung, selbst wenn man sich um sie mit vorgeschriebenen Mitteln kümmert.'

Wort für Wort
kharoṣṭrāśvatarā rājan
Esel, Kamele und Maultiere, o König
bhinnromāḥ sravanti ca
haben struppiges Fell und bluten
na svabhāve.avatiṣṭhante
sie verbleiben nicht in ihrer natürlichen Verfassung
vidhānairapi cintatāḥ
selbst wenn man sich mit vorgeschriebenen Mitteln um sie kümmert

vāyasāḥ saghaśaḥ krūrā vyāharanti samantataḥ | samavetāśca dṛśyante vimānāgreṣu samghaśaḥ ||

'Grausige Krähen krächzen scharenweise ringsum, und man sieht sie versammelt in Scharen auf den Spitzen der Paläste.'

Wort für Wort
vāyasāḥ saghaśaḥ krūrā
grausige Krähen scharenweise
vyāharanti samantataḥ
krächzen ringsum
samavetāśca dṛśyante
und man sieht sie versammelt
vimānāgreṣu samghaśaḥ
auf den Spitzen der Paläste in Scharen

gṛdhrāśca parilīyante purīmupari piṇḍitāḥ | upapannāśca saṃdhye dve vyāharantyaśivam śivāḥ ||

'Geier lassen sich über der Stadt gedrängt nieder, und Schakale, sich zu den zwei Dämmerungen einfindend, kreischen unheilvoll.'

Wort für Wort
gṛdhrāśca parilīyante
Geier lassen sich nieder
purīmupari piṇḍitāḥ
über der Stadt gedrängt
upapannāśca saṃdhye dve
und sich zu den zwei Dämmerungen einfindend
vyāharantyaśivam śivāḥ
kreischen die Schakale unheilvoll

kravyādānām mṛgāṇām ca purīdvāreṣu saj~ghaśaḥ | śrūyante vipulā ghoṣāḥ savisphūrjitaniḥsvanāḥ ||

'Von fleischfressenden wilden Tieren werden an den Stadttoren scharenweise weithin schallende Rufe mit brummendem Getöse vernommen.'

Wort für Wort
kravyādānām mṛgāṇām ca
von fleischfressenden wilden Tieren
purīdvāreṣu saj~ghaśaḥ
an den Stadttoren, scharenweise
śrūyante vipulā ghoṣāḥ
werden weithin schallende Rufe vernommen
savisphūrjitaniḥsvanāḥ
mit brummendem Getöse

tadevam prastute kārte prāyaścittamidam kṣamam | rocaye vīra vaidehī rāghavāya pradīyatām ||

'So also, da diese Sache im Gange ist, halte ich diese Sühnehandlung für geeignet: Vaidehī soll, o Held, dem Nachkommen Raghus zurückgegeben werden.'

Wort für Wort
tadevam prastute kārte
so also, da diese Sache im Gange ist
prāyaścittamidam kṣamam
diese Sühnehandlung halte ich für geeignet
rocaye vīra vaidehī
ich wünsche, o Held, Vaidehī
rāghavāya pradīyatām
soll dem Nachkommen Raghus zurückgegeben werden

idam ca yadi vāmohāllobhādvā vyāhṛtam mayā | tatrāp ca mahārāja na doṣam kartumarhasi ||

'Und wenn dies von mir aus Verblendung oder Habgier gesprochen wurde, so mögest du auch darin, o großer König, keinen Fehler sehen.'

Wort für Wort
idam ca yadi vāmohāl
und wenn dies aus Verblendung
lobhādvā vyāhṛtam mayā
oder Habgier von mir gesprochen wurde
tatrāp ca mahārāja
so auch darin, o großer König
na doṣam kartumarhasi
mögest du keinen Fehler sehen

ayam hi doṣaḥ sarvasya janasyāpyopalakṣyate | rakṣasām rākṣasīnām ca purasyāntaḥ purasya ca ||

'Denn dieser Fehler wird auch bei allem Volk wahrgenommen, bei den Rākṣasas und Rākṣasīs, in der Stadt und im inneren Gemach.'

Wort für Wort
ayam hi doṣaḥ sarvasya
denn dieser Fehler bei allem
janasyāpyopalakṣyate
Volk wird auch wahrgenommen
rakṣasām rākṣasīnām ca
bei den Rākṣasas und Rākṣasīs
purasyāntaḥ purasya ca
in der Stadt und im inneren Gemach

prāpaṇe cāsya mantrasya nivṛttāḥ sarvamantriṇaḥ | avaśyam ca mayā vācyam yaddṛṣṭamathavā śrutam | samvidhāya yathānyāyam tadbhavān kartumarhati |

'Bei der Ausführung dieses Rates sind alle Minister zurückgetreten; doch unbedingt muss von mir gesagt werden, was ich gesehen oder gehört habe - dies mögest du, ordnungsgemäß erwogen, ins Werk setzen.'

Wort für Wort
prāpaṇe cāsya mantrasya
bei der Ausführung dieses Rates
nivṛttāḥ sarvamantriṇaḥ
sind alle Minister zurückgetreten
avaśyam ca mayā vācyam
doch unbedingt muss von mir gesagt werden
yaddṛṣṭamathavā śrutam
was ich gesehen oder gehört habe
samvidhāya yathānyāyam
ordnungsgemäß erwogen
tadbhavān kartumarhati
dies mögest du ins Werk setzen

iti svamantriṇām madhye bhrātā bhrātaramūcivān || rāvaṇam rakṣasām śreṣṭham pathyametadvibhīṣaṇaḥ |

So sprach, inmitten seiner eigenen Minister, der Bruder zum Bruder - Vibhīṣaṇa zu Rāvaṇa, dem Besten der Rākṣasas, dieses Zuträgliche.

Wort für Wort
iti svamantriṇām madhye
so, inmitten seiner eigenen Minister
bhrātā bhrātaramūcivān
sprach der Bruder zum Bruder
rāvaṇam rakṣasām śreṣṭham
zu Rāvaṇa, dem Besten der Rākṣasas
pathyametadvibhīṣaṇaḥ
dieses Zuträgliche, Vibhīṣaṇa

hitam mahārtham maṛdu hetusamhitam | vyatītakālāyatisampratikṣamam | niśamya tadvākyamupasthitajvaraḥ | prasaj~gavānuttarameta dabravīt ||

Nachdem er jenes heilsame, bedeutungsvolle, milde, mit Gründen versehene, für vergangene, künftige und gegenwärtige Zeit geeignete Wort vernommen hatte, sprach er, von Zorn erfasst, angriffslustig, diese Antwort:

Wort für Wort
hitam mahārtham maṛdu
heilsam, bedeutungsvoll, mild
hetusamhitam
mit Gründen versehen
vyatītakālāyatisampratikṣamam
für vergangene, künftige und gegenwärtige Zeit geeignet
niśamya tadvākyamupasthitajvaraḥ
jenes Wort vernehmend, von Zorn erfasst
prasaj~gavānuttarameta dabravīt
angriffslustig sprach er diese Antwort

bhayam na paśyāmi kutaścidapyaham | na rāghavaḥ prāpsyati jātu maithilīm | suraiḥ sahendrairapi samgare katham | mamāgrataḥ sthāsyati lakṣmaṇāgrajaḥ ||

'Ich sehe nirgendwoher irgendeine Gefahr; niemals wird der Nachkomme Raghus Maithilī erlangen. Wie sollte der ältere Bruder Lakṣmaṇas, selbst zusammen mit den Göttern und Indra, mir im Kampf standhalten?'

Wort für Wort
bhayam na paśyāmi kutaścidapyaham
ich sehe nirgendwoher irgendeine Gefahr
na rāghavaḥ prāpsyati jātu maithilīm
niemals wird der Nachkomme Raghus Maithilī erlangen
suraiḥ sahendrairapi samgare katham
wie sollte im Kampf, selbst mit den Göttern und Indra
mamāgrataḥ sthāsyati lakṣmaṇāgrajaḥ
mir standhalten der ältere Bruder Lakṣmaṇas

ityevamukrvā surasainyanāśano | mahābalaḥ samyati caṇḍavikramaḥ | daśānano bhrātaramāptavādinam | visarjayāmāsa tadā vibhīṣaṇam ||

So gesprochen habend, entließ der Vernichter der Götterheere, der gewaltig Starke, von ungestümer Tapferkeit im Kampf, der Zehnköpfige, den redlich sprechenden Bruder Vibhīṣaṇa da.

Wort für Wort
ityevamukrvā surasainyanāśano
so gesprochen habend, der Vernichter der Götterheere
mahābalaḥ samyati caṇḍavikramaḥ
der gewaltig Starke, von ungestümer Tapferkeit im Kampf
daśānano bhrātaramāptavādinam
der Zehnköpfige den redlich sprechenden Bruder
visarjayāmāsa tadā vibhīṣaṇam
entließ er da Vibhīṣaṇa

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