Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 46: Rāvaṇa-Harṣaḥ Rāvaṇas Freude und Vibhīṣaṇas Trost

tato dyāṃ pṛthivīṃ caiva vīkṣamāṇā vanaukasaḥ | dadṛśuḥ saṃtatau bāṇair bhrātarau rāmalakṣmaṇau ||1||

Da erblickten die Waldbewohner, Himmel und Erde absuchend, die beiden Brüder Rāma und Lakṣmaṇa, über und über mit Pfeilen bedeckt.

Wort für Wort
dyāṃ pṛthivīṃ vīkṣamāṇāḥ
Himmel und Erde absuchend
saṃtatau bāṇaiḥ dadṛśuḥ
erblickten über und über mit Pfeilen bedeckt

dṛṣṭvā iva uparate deve kṛtakarmaṇi rākṣase | ājagāma atha taṃ deśaṃ sasugrīvo vibhīṣaṇaḥ ||2||

Als der Rākṣasa, seine Tat vollbracht, gleichsam wie ein untergehendes Gestirn entschwunden war, kam Vibhīṣaṇa mit Sugrīva an jenen Ort.

Wort für Wort
uparate deve iva
wie ein untergegangenes Gestirn
kṛtakarmaṇi rākṣase
als der Rākṣasa seine Tat vollbracht hatte
taṃ deśam ājagāma
kam an jenen Ort

nīladvividamaindāś ca suṣeṇasumukhāṅgadāḥ | tūrṇaṃ hanumatā sārdham anvaśocanta rāghavau ||3||

Nīla, Dvivida, Mainda, Suṣeṇa, Sumukha und Aṅgada beklagten rasch, zusammen mit Hanumān, die beiden Rāghavas.

Wort für Wort
nīladvividamaindāḥ suṣeṇasumukhāṅgadāḥ
Nīla, Dvivida, Mainda, Suṣeṇa, Sumukha, Aṅgada
hanumatā sārdham anvaśocanta
beklagten zusammen mit Hanumān

aceṣṭau mandaniḥśvāsau śoṇitaughapariplutau | śarajālācitau stabdhau śayānau śaratalpayoḥ ||4||

Bewegungslos, mit schwachem Atem, in Blutfluten schwimmend, mit einem Netz von Pfeilen bedeckt, starr, lagen sie auf ihren Pfeilbetten.

Wort für Wort
aceṣṭau mandaniḥśvāsau
bewegungslos, mit schwachem Atem
śoṇitaughapariplutau
in Blutfluten schwimmend
śaratalpayoḥ śayānau
auf den Pfeilbetten liegend

niḥśvasantau yathā sarpau niśceṣṭau mandavikramau | rudhirasrāvadigdhāṅgau tāpanīyāv iva dhvajau ||5||

Sie atmeten wie zwei Schlangen, unbeweglich, kraftlos, ihre Glieder mit strömendem Blut überzogen, wie zwei goldene Banner.

Wort für Wort
niḥśvasantau yathā sarpau
atmend wie zwei Schlangen
rudhirasrāvadigdhāṅgau
mit von strömendem Blut überzogenen Gliedern
tāpanīyāv iva dhvajau
wie zwei goldene Banner

tau vīraśayane vīrau śayānau mandaceṣṭitau | yūthapais taiḥ parivṛtau bāṣpavyākulalocanaiḥ ||6||

Die beiden Helden, auf dem Heldenlager mit kaum merklicher Regung liegend, waren von jenen Truppenführern umringt, deren Augen von Tränen umflort waren.

Wort für Wort
vīraśayane śayānau mandaceṣṭitau
auf dem Heldenlager mit kaum merklicher Regung liegend
bāṣpavyākulalocanaiḥ yūthapaiḥ parivṛtau
von Truppenführern mit tränenumflorten Augen umringt

rāghavau patitau dṛṣṭvā śarajālasamāvṛtau | babhūvur vyathitāḥ sarve vānarāḥ savibhīṣaṇāḥ ||7||

Als sie die beiden Rāghavas, gefallen und von einem Pfeilnetz umhüllt, sahen, gerieten alle Affen samt Vibhīṣaṇa in Bestürzung.

Wort für Wort
patitau śarajālasamāvṛtau
gefallen und von einem Pfeilnetz umhüllt
sarve vānarāḥ savibhīṣaṇāḥ vyathitāḥ babhūvuḥ
alle Affen samt Vibhīṣaṇa gerieten in Bestürzung

antarikṣaṃ nirīkṣanto diśaḥ sarvāś ca vānarāḥ | na cainaṃ māyayā channaṃ dadṛśū rāvaṇiṃ raṇe ||8||

Den Luftraum und alle Himmelsrichtungen absuchend, sahen die Affen dennoch nicht Rāvaṇis Sohn, der durch Zauberkraft im Kampf verhüllt war.

Wort für Wort
antarikṣaṃ diśaḥ nirīkṣantaḥ
Luftraum und Richtungen absuchend
māyayā channaṃ rāvaṇiṃ na dadṛśuḥ
sahen den durch Zauberkraft verhüllten Rāvaṇisohn nicht

taṃ tu māyāpraticchannaṃ māyayaiva vibhīṣaṇaḥ | vīkṣamāṇo dadarśātha bhrātuḥ putram avasthitam ||9||

Ihn aber, der durch Zauberkraft verhüllt war, erblickte Vibhīṣaṇa, selbst mit Zauberkraft schauend, den Sohn seines Bruders, dastehend.

Wort für Wort
māyāpraticchannam
durch Zauberkraft verhüllt
vibhīṣaṇaḥ māyayaiva vīkṣamāṇaḥ dadarśa
Vibhīṣaṇa erblickte, selbst mit Zauberkraft schauend
bhrātuḥ putram
den Sohn des Bruders

tam apratimakarmāṇam apratidvandvam āhave | dadarśāntarhitaṃ vīraṃ varadānād vibhīṣaṇaḥ | tejasā yaśasā caiva vikrameṇa ca saṃyutaḥ ||10||

Vibhīṣaṇa erblickte jenen Helden, der Taten ohnegleichen vollbrachte, im Kampf ohne Gegner, durch eine Gunstgabe unsichtbar geworden, mit Glanz, Ruhm und Tapferkeit ausgestattet.

Wort für Wort
apratimakarmāṇam
der Taten ohnegleichen vollbringt
apratidvandvam āhave
im Kampf ohne Gegner
varadānād antarhitam
durch eine Gunstgabe unsichtbar geworden

indrajit tv ātmanaḥ karma tau śayānau samīkṣya ca | uvāca paramaprīto harṣayan sarvanairṛtān ||11||

Indrajit aber, sein eigenes Werk betrachtend, die beiden daliegend sehend, sprach hocherfreut und erfreute alle Rākṣasas:

Wort für Wort
ātmanaḥ karma samīkṣya
sein eigenes Werk betrachtend
paramaprītaḥ uvāca
hocherfreut sprach er
sarvanairṛtān harṣayan
alle Rākṣasas erfreuend

dūṣaṇasya ca hantārau kharasya ca mahābalau | sāditau māmakair bāṇair bhrātarau rāmalakṣmaṇau ||12||

„Die beiden Brüder Rāma und Lakṣmaṇa, die Mörder Dūṣaṇas und des starken Khara, sind von meinen Pfeilen niedergestreckt.

Wort für Wort
dūṣaṇasya kharasya hantārau
die Mörder Dūṣaṇas und Kharas
māmakair bāṇaiḥ sāditau
von meinen Pfeilen niedergestreckt

nemau mokṣayituṃ śakyāv etasmād iṣubandhanāt | sarvair api samāgamya sarṣisaṃghaiḥ surāsuraiḥ ||13||

Diese beiden können aus dieser Pfeilfessel nicht befreit werden, selbst wenn sich alle Götter und Dämonen samt den Weisenscharen zusammentäten.

Wort für Wort
etasmād iṣubandhanāt
aus dieser Pfeilfessel
mokṣayituṃ na śakyau
können nicht befreit werden
sarṣisaṃghaiḥ surāsuraiḥ sarvair api samāgamya
selbst wenn alle Götter, Dämonen und Weisen zusammenkämen

yatkṛte cintayānasya śokārtasya pitur mama | aspṛṣṭvā śayanaṃ gātrais triyāmā yāti śarvarī ||14||

Um derentwillen meinem kummergequälten Vater, der in Sorge ist, die Nacht vergeht, ohne dass sein Leib das Lager berührt hat,

Wort für Wort
śokārtasya cintayānasya pituḥ
meines kummergequälten, in Sorge befindlichen Vaters
gātraiḥ śayanam aspṛṣṭvā
ohne dass sein Leib das Lager berührt hat
triyāmā śarvarī yāti
die dreiteilige Nacht vergeht

kṛtsnā iyaṃ yatkṛte laṅkā nadī varṣāsv ivākulā | so ayaṃ mūlaharo anarthaḥ sarveṣāṃ nihato mayā ||15||

um derentwillen ganz Laṅkā wie ein Fluss zur Regenzeit aufgewühlt ist — dieses Übel, das die Wurzel aller trifft, habe ich vernichtet.

Wort für Wort
kṛtsnā laṅkā nadī varṣāsv ivākulā
ganz Laṅkā aufgewühlt wie ein Fluss zur Regenzeit
mūlaharaḥ anarthaḥ mayā nihataḥ
das wurzelraubende Übel ist von mir vernichtet

rāmasya lakṣmaṇasyaiva sarveṣāṃ ca vanaukasām | vikramā niṣphalāḥ sarve yathā śaradi toyadāḥ ||16||

Alle Tapferkeit Rāmas, Lakṣmaṇas und aller Waldbewohner ist fruchtlos geworden wie Regenwolken im Herbst.“

Wort für Wort
rāmasya lakṣmaṇasya vikramāḥ
die Tapferkeit Rāmas und Lakṣmaṇas
niṣphalāḥ sarve
allesamt fruchtlos
yathā śaradi toyadāḥ
wie Wolken im Herbst

evam uktvā tu tān sarvān rākṣasān paripārśvagān | yūthapān api tān sarvāṃs tāḍayām āsa rāvaṇiḥ ||17||

So gesprochen, verwundete Rāvaṇis Sohn alle jene ihn umgebenden Rākṣasas und ebenso alle jene Truppenführer der Affen.

Wort für Wort
tān sarvān rākṣasān paripārśvagān
alle jene ihn umgebenden Rākṣasas
yūthapān tāḍayām āsa
verwundete die Truppenführer

nīlaṃ navabhir āhatya maindaṃ sadvividaṃ tathā | tribhis tribhir amitraghnas tatāḥ parameṣubhiḥ ||18||

Nachdem er Nīla mit neun Pfeilen getroffen hatte, durchbohrte der Feindevernichter Mainda und Dvivida mit je drei höchsten Pfeilen.

Wort für Wort
nīlaṃ navabhiḥ āhatya
Nīla mit neun Pfeilen getroffen habend
maindaṃ dvividaṃ tribhis tribhiḥ tatāḥ
Mainda und Dvivida mit je drei durchbohrt

jāmbavantaṃ maheṣvāsaḥ viddhvā bāṇena vakṣasi | hanūmato vegavato visasarja śarān daśa ||19||

Der große Bogenschütze durchbohrte Jāmbavān mit einem Pfeil in der Brust und entsandte zehn Pfeile auf den ungestümen Hanumān.

Wort für Wort
maheṣvāsaḥ jāmbavantaṃ vakṣasi viddhvā
der große Bogenschütze durchbohrte Jāmbavān in der Brust
hanūmato vegavataḥ śarān daśa visasarja
entsandte zehn Pfeile auf den ungestümen Hanumān

gavākṣaṃ śarabhaṃ caiva tāv apy amitavikramau | dvābhyāṃ dvābhyāṃ mahāvego vivyādha yudhi rāvaṇiḥ ||20||

Gavākṣa und Śarabha, die beiden von unermesslicher Tapferkeit, durchbohrte der gewaltig schnelle Rāvaṇisohn im Kampf mit je zwei Pfeilen.

Wort für Wort
gavākṣaṃ śarabhaṃ amitavikramau
Gavākṣa und Śarabha, von unermesslicher Tapferkeit
dvābhyāṃ dvābhyāṃ vivyādha
durchbohrte mit je zwei Pfeilen

golāṅgūleśvaraṃ caiva vāliputram athāṅgadam | vivyādha bahubhir bāṇais tvaramāṇo atha rāvaṇiḥ ||21||

Und den Herrn der Gopuccha-Affen sowie Aṅgada, Vālis Sohn, durchbohrte Rāvaṇis Sohn eilig mit vielen Pfeilen.

Wort für Wort
golāṅgūleśvaram
den Herrn der Gopuccha-Affen
vāliputram aṅgadam
Aṅgada, Vālis Sohn
bahubhiḥ bāṇaiḥ vivyādha
durchbohrte mit vielen Pfeilen

tān vānaravarān bhittvā śarair agniśikhopamaiḥ | nanāda balavāṃs tatra mahāsattvaḥ sa rāvaṇiḥ ||22||

Nachdem er jene besten Affen mit feuerflammengleichen Pfeilen durchbohrt hatte, brüllte dort der starke, hochgesinnte Rāvaṇisohn auf.

Wort für Wort
tān vānaravarān agniśikhopamaiḥ śaraiḥ bhittvā
jene besten Affen mit feuerflammengleichen Pfeilen durchbohrt habend
balavān mahāsattvaḥ nanāda
der starke, hochgesinnte brüllte auf

tān ardayitvā bāṇaughais trāsayitvā ca vānarān | prajahāsa mahābāhur vacanaṃ cedam abravīt ||23||

Nachdem er sie mit Pfeilscharen bedrängt und die Affen erschreckt hatte, lachte der Starkarmige laut auf und sprach folgendes Wort:

Wort für Wort
bāṇaughaiḥ ardayitvā
mit Pfeilscharen bedrängt habend
vānarān trāsayitvā
die Affen erschreckt habend
mahābāhuḥ prajahāsa
der Starkarmige lachte laut auf

śarabandhena ghoreṇa mayā baddhau camūmukhe | sahitau bhrātarāv etau niśāmayata rākṣasāḥ ||24||

„Mit einem schrecklichen Pfeilband habe ich diese beiden Brüder zusammen an der Heeresspitze gefesselt — seht her, Rākṣasas!

Wort für Wort
śarabandhena ghoreṇa baddhau
mit einem schrecklichen Pfeilband gefesselt
camūmukhe
an der Heeresspitze
niśāmayata rākṣasāḥ
seht her, Rākṣasas

evam uktās tu te sarve rākṣasāḥ kūṭayodhinaḥ | paraṃ vismayam ājagmuḥ karmaṇā tena toṣitāḥ ||25||

So angesprochen, gerieten alle jene hinterlistig kämpfenden Rākṣasas in höchstes Erstaunen, erfreut über diese Tat.

Wort für Wort
kūṭayodhinaḥ rākṣasāḥ
die hinterlistig kämpfenden Rākṣasas
paraṃ vismayam ājagmuḥ
gerieten in höchstes Erstaunen
karmaṇā toṣitāḥ
erfreut über die Tat

vineduś ca mahānādān sarve te jaladopamāḥ | hato rāma iti jñātvā rāvaṇiṃ samapūjayan ||26||

Alle, den Wolken gleich, erhoben gewaltiges Gebrüll und, in dem Wissen, Rāma sei erschlagen, ehrten sie Rāvaṇis Sohn.

Wort für Wort
jaladopamāḥ mahānādān vineduḥ
den Wolken gleich erhoben sie gewaltiges Gebrüll
hato rāma iti jñātvā
in dem Wissen, Rāma sei erschlagen
rāvaṇiṃ samapūjayan
ehrten Rāvaṇis Sohn

niṣpandau tu tadā dṛṣṭvā tāv ubhau rāmalakṣmaṇau | vasudhāyāṃ niruc chvāsau hatāv ity anvamanyata ||27||

Als er die beiden, Rāma und Lakṣmaṇa, bewegungslos und atemlos auf der Erde liegen sah, hielt er sie da für erschlagen.

Wort für Wort
niṣpandau niruc chvāsau
bewegungslos und atemlos
hatāv iti anvamanyata
hielt sie für erschlagen

harṣeṇa tu samāviṣṭa indrajit samitiṃjayaḥ | praviveśa purīṃ laṅkāṃ harṣayan sarvanairṛtān ||28||

Indrajit, der Schlachtenbezwinger, von Freude erfüllt, betrat die Stadt Laṅkā und erfreute alle Rākṣasas.

Wort für Wort
harṣeṇa samāviṣṭaḥ
von Freude erfüllt
purīṃ laṅkāṃ praviveśa
betrat die Stadt Laṅkā

rāmalakṣmaṇayor dṛṣṭvā śarīre sāyakaiś cite | sarvāṇi cāṅgopāṅgāni sugrīvaṃ bhayam āviśat ||29||

Als er die Leiber Rāmas und Lakṣmaṇas, an allen Gliedern und Nebengliedern mit Pfeilen bedeckt, sah, erfasste Furcht Sugrīva.

Wort für Wort
rāmalakṣmaṇayoḥ śarīre sāyakaiś cite
die mit Pfeilen bedeckten Leiber Rāmas und Lakṣmaṇas
sugrīvaṃ bhayam āviśat
Furcht erfasste Sugrīva

tam uvāca paritrastaṃ vānarendraṃ vibhīṣaṇaḥ | sabāṣpavadanaṃ dīnaṃ śokavyākulalocanam ||30||

Zu ihm, dem erschrockenen Affenfürsten, dessen Gesicht tränenüberströmt und elend war und dessen Augen von Kummer umflort waren, sprach Vibhīṣaṇa:

Wort für Wort
paritrastaṃ vānarendram
den erschrockenen Affenfürsten
sabāṣpavadanaṃ dīnam
mit tränenüberströmtem, elendem Gesicht
śokavyākulalocanam
mit von Kummer umflorten Augen

alaṃ trāsena sugrīva bāṣpavego nigṛhyatām | evaṃprāyāṇi yuddhāni vijayo nāsti naiṣṭhikaḥ ||31||

„Genug der Furcht, Sugrīva! Halte den Strom der Tränen zurück! In solchen Kämpfen gibt es keinen endgültigen Sieg.

Wort für Wort
alaṃ trāsena
genug der Furcht
bāṣpavego nigṛhyatām
der Strom der Tränen sei zurückgehalten
vijayo nāsti naiṣṭhikaḥ
es gibt keinen endgültigen Sieg

saśeṣabhāgyatāsmākaṃ yadi vīra bhaviṣyati | mohaṃ etau prahāsyete bhrātarau rāmalakṣmaṇau ||32||

Wenn uns, o Held, noch ein Rest an Glück beschieden ist, werden diese beiden Brüder, Rāma und Lakṣmaṇa, ihre Betäubung ablegen.

Wort für Wort
saśeṣabhāgyatā asmākam
wenn uns noch ein Rest an Glück
mohaṃ prahāsyete
werden die Betäubung ablegen

paryavasthāpayātmānam anātham māṃ ca vānara | satyadharmānuraktānāṃ nāsti mṛtyukṛtaṃ bhayam ||33||

Fasse dich, o Affe, und auch mich, den Hilflosen — für die, die der Wahrheit und dem Recht ergeben sind, gibt es keine Furcht vor dem Tod.

Wort für Wort
ātmānam paryavasthāpaya
fasse dich selbst
anātham mām ca
und auch mich, den Hilflosen
satyadharmānuraktānāṃ mṛtyukṛtaṃ bhayaṃ nāsti
für die der Wahrheit und dem Recht Ergebenen gibt es keine Todesfurcht

evam uktvā tatas tasya jalaklinnena pāṇinā | sugrīvasya śubhe netre pramamārja vibhīṣaṇaḥ ||34||

So gesprochen, wischte Vibhīṣaṇa mit wassernasser Hand Sugrīvas schöne Augen ab.

Wort für Wort
jalaklinnena pāṇinā
mit wassernasser Hand
sugrīvasya netre pramamārja
wischte Sugrīvas Augen ab

tataḥ salilam ādāya vidyayā parijapya ca | sugrīvanetre dharmātmā pramamārja vibhīṣaṇaḥ ||35||

Dann, Wasser nehmend und mit einem Zauberspruch besprechend, wischte der rechtschaffene Vibhīṣaṇa Sugrīvas Augen ab.

Wort für Wort
salilam ādāya
Wasser nehmend
vidyayā parijapya
mit einem Zauberspruch besprechend
dharmātmā pramamārja
der Rechtschaffene wischte ab

vimṛjya vadanaṃ tasya kapirājasya dhīmataḥ | abravīt kālasaṃprāptam asaṃbhrāntam idaṃ vacaḥ ||36||

Nachdem er das Gesicht des klugen Affenkönigs abgewischt hatte, sprach er dieses der Stunde angemessene, unverzagte Wort:

Wort für Wort
kapirājasya vadanaṃ vimṛjya
das Gesicht des Affenkönigs abgewischt habend
kālasaṃprāptam asaṃbhrāntam vacaḥ abravīt
sprach das der Stunde angemessene, unverzagte Wort

na kālaḥ kapirājendra vaiklavyam anuvartitum | atisneho apy akāle asmin maraṇāya upapadyate ||37||

„Jetzt ist nicht die Zeit, o Fürst der Affenkönige, der Verzagtheit nachzugeben; selbst übergroße Zuneigung führt zur unrechten Zeit zum Untergang.

Wort für Wort
na kālaḥ vaiklavyam anuvartitum
jetzt ist nicht die Zeit, der Verzagtheit nachzugeben
atisnehaḥ akāle maraṇāya upapadyate
übergroße Zuneigung zur Unzeit führt zum Untergang

tasmād utsṛjya vaiklavyaṃ sarvakāryavināśanam | hitaṃ rāmapurogāṇāṃ sainyānām anucintyatām ||38||

Darum lass die Verzagtheit, die alles Handeln zunichtemacht, fahren und bedenke, was dem von Rāma angeführten Heer zuträglich ist.

Wort für Wort
vaiklavyaṃ sarvakāryavināśanam utsṛjya
die alles Handeln zunichtemachende Verzagtheit fahren lassend
rāmapurogāṇāṃ sainyānāṃ hitam anucintyatām
bedenke, was dem von Rāma angeführten Heer zuträglich ist

atha vā rakṣyatāṃ rāmo yāvat saṃjñāviparyayaḥ | labdhasaṃjñau tu kākutsthau bhayaṃ no vyapaneṣyataḥ ||39||

Oder lass Rāma beschützen, solange die Besinnung noch schwindet; sobald die beiden Kākutsthas ihre Besinnung wiedererlangt haben, werden sie unsere Furcht vertreiben.

Wort für Wort
rāmo rakṣyatām
Rāma sei beschützt
saṃjñāviparyayaḥ yāvat
solange die Besinnung schwindet
labdhasaṃjñau kākutsthau bhayaṃ vyapaneṣyataḥ
die besinnungswiedererlangten Kākutsthas werden die Furcht vertreiben

na etat kiṃcana rāmasya na ca rāmo mumūrṣati | na hy enaṃ hāsyate lakṣmīr durlabhā yā gatāyuṣām ||40||

Dies bedeutet für Rāma nichts, und Rāma wird nicht sterben; denn ihn wird jenes Glück, das den Sterbenden fernbleibt, nicht verlassen.

Wort für Wort
rāmasya na kiṃcana
für Rāma bedeutet dies nichts
rāmo na mumūrṣati
Rāma will nicht sterben
lakṣmīḥ enaṃ na hāsyate
das Glück wird ihn nicht verlassen

tasmād āśvāsayātmānaṃ balaṃ cāśvāsaya svakam | yāvat sarvāṇi sainyāni punaḥ saṃsthāpayāmy aham ||41||

Darum tröste dich selbst und tröste auch dein Heer, während ich alle Heerscharen wieder aufstelle.

Wort für Wort
ātmānam āśvāsaya
tröste dich selbst
balaṃ āśvāsaya
tröste das Heer
sainyāni punaḥ saṃsthāpayāmi
ich stelle die Heerscharen wieder auf

ete hy utphullanayanās trāsād āgatasādhvasāḥ | karṇe karṇe prakathitā harayo haripuṃgava ||42||

Denn diese, mit weitaufgerissenen Augen, von Furcht ergriffen, die Affen, o Stier unter den Affen, flüstern einander von Ohr zu Ohr zu.

Wort für Wort
utphullanayanāḥ
mit weitaufgerissenen Augen
trāsād āgatasādhvasāḥ
von Furcht ergriffen
karṇe karṇe prakathitāḥ
flüstern von Ohr zu Ohr

māṃ tu dṛṣṭvā pradhāvantam anīkaṃ saṃpraharṣitum | tyajantu harayas trāsaṃ bhuktapūrvām iva srajam ||43||

Doch wenn sie mich sehen, wie ich vorauseile, um das Heer zu erfreuen, sollen die Affen die Furcht ablegen wie eine schon verwelkte Blumengirlande.

Wort für Wort
māṃ pradhāvantaṃ dṛṣṭvā
mich vorauseilend sehend
anīkaṃ saṃpraharṣitum
um das Heer zu erfreuen
trāsaṃ tyajantu
sollen die Furcht ablegen

samāśvāsya tu sugrīvaṃ rākṣasendro vibhīṣaṇaḥ | vidrutaṃ vānarānīkaṃ tat samāśvāsayat punaḥ ||44||

Nachdem er Sugrīva getröstet hatte, tröstete Vibhīṣaṇa, der Rākṣasenfürst, wiederum jenes in die Flucht geschlagene Affenheer.

Wort für Wort
sugrīvaṃ samāśvāsya
Sugrīva getröstet habend
vidrutaṃ vānarānīkaṃ samāśvāsayat
tröstete das geflohene Affenheer

indrajit tu mahāmāyaḥ sarvasainyasamāvṛtaḥ | viveśa nagarīṃ laṅkāṃ pitaraṃ ca abhyupāgamat ||45||

Indrajit aber, der große Zauberer, von seinem ganzen Heer umgeben, betrat die Stadt Laṅkā und begab sich zu seinem Vater.

Wort für Wort
mahāmāyaḥ sarvasainyasamāvṛtaḥ
der große Zauberer, vom ganzen Heer umgeben
nagarīṃ laṅkāṃ viveśa
betrat die Stadt Laṅkā
pitaraṃ abhyupāgamat
begab sich zum Vater

tatra rāvaṇam āsīnam abhivādya kṛtāñjaliḥ | ācacakṣe priyaṃ pitre nihatau rāmalakṣmaṇau ||46||

Dort, den sitzenden Rāvaṇa grüßend, mit gefalteten Händen, verkündete er seinem Vater die freudige Nachricht: Rāma und Lakṣmaṇa seien erschlagen.

Wort für Wort
āsīnaṃ rāvaṇam abhivādya
den sitzenden Rāvaṇa grüßend
kṛtāñjaliḥ
mit gefalteten Händen
priyaṃ pitre ācacakṣe
verkündete dem Vater die freudige Nachricht

utpapāta tato hṛṣṭaḥ putraṃ ca pariṣasvaje | rāvaṇo rakṣasāṃ madhye śrutvā śatrū nipātitau ||47||

Da sprang Rāvaṇa erfreut auf und umarmte seinen Sohn inmitten der Rākṣasas, als er hörte, dass die beiden Feinde gefallen waren.

Wort für Wort
hṛṣṭaḥ utpapāta
erfreut sprang er auf
putraṃ pariṣasvaje
umarmte den Sohn
śatrū nipātitau śrutvā
als er hörte, die Feinde seien gefallen

upāghrāya sa mūrdhny enaṃ papraccha prītamānasaḥ | pṛcchate ca yathāvṛttaṃ pitre sarvaṃ nyavedayat ||48||

Ihn am Haupt beriechend, fragte er ihn mit frohem Sinn, und dem Fragenden berichtete er dem Vater alles, wie es sich zugetragen hatte.

Wort für Wort
mūrdhni upāghrāya
am Haupt beriechend
prītamānasaḥ papraccha
fragte mit frohem Sinn
pitre sarvaṃ yathāvṛttaṃ nyavedayat
berichtete dem Vater alles, wie es sich zugetragen hatte

yathā tau śarabandhena niśceṣṭau niṣprabhau kṛtau ||49||

wie die beiden durch das Pfeilband bewegungslos und glanzlos gemacht worden waren.

Wort für Wort
śarabandhena
durch das Pfeilband
niśceṣṭau niṣprabhau kṛtau
bewegungslos und glanzlos gemacht

sa harṣavegānugatāntarātmā | śrutvā vacas tasya mahārathasya | jahau jvaraṃ dāśaratheḥ samutthitam | prahṛṣya vācābhinananda putram ||50||

Er, dessen innerer Sinn vom Ansturm der Freude ergriffen war, legte, als er das Wort jenes großen Wagenkämpfers gehört hatte, das durch Daśarathas Sohn aufgekommene Fieber ab und beglückwünschte hocherfreut mit Worten seinen Sohn.

Wort für Wort
harṣavegānugatāntarātmā
dessen innerer Sinn vom Ansturm der Freude ergriffen war
dāśaratheḥ samutthitaṃ jvaraṃ jahau
legte das durch Daśarathas Sohn aufgekommene Fieber ab
prahṛṣya putram abhinananda
beglückwünschte hocherfreut den Sohn

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