Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 80: Indrajid-Adṛśya-Yuddham Indrajit kämpft unsichtbar gegen Rāma und Lakṣmaṇa

makarākṣaṃhataṃ śrutvā rāvaṇaḥ samitiṃjayaḥ | roṣeṇa mahatāviṣṭo dantān kaṭakaṭāyya ca ||1||

Als Rāvaṇa, im Kampf siegreich, vom Tod Makarākṣas hörte, von gewaltigem Zorn erfüllt, mit den Zähnen knirschend,

Wort für Wort
makarākṣam hatam śrutvā
als er vom Tod Makarākṣas hörte
rāvaṇaḥ samitiṃjayaḥ
Rāvaṇa, im Kampf siegreich
roṣeṇa mahatā āviṣṭaḥ
von gewaltigem Zorn erfüllt
dantān kaṭakaṭāyya ca
und mit den Zähnen knirschend

kopitaśca tadā tatra kiṃ kāryamiti cintayan | ādideśātha samkruddho raṇāyendrajitaṃ sutam ||2||

erzürnt, da überlegend, was zu tun sei, befahl er, zornentbrannt, seinem Sohn Indrajit, in die Schlacht zu ziehen.

Wort für Wort
kopitaḥ ca tadā tatra
erzürnt, da dort
kim kāryam iti cintayan
überlegend, was zu tun sei
ādideśa atha saṃkruddhaḥ
befahl er da, zornentbrannt
raṇāya indrajitam sutam
seinem Sohn Indrajit, in die Schlacht zu ziehen

jahi vīra mahāvīryau bhrātarau rāmalakṣmaṇau | adṛśyo dṛśyamāno vā sarvathā tvaṃ balādhikaḥ ||3||

'Töte, Held, die beiden überaus tapferen Brüder, Rāma und Lakṣmaṇa; ob unsichtbar oder sichtbar, du bist auf jede Weise überlegen an Kraft.'

Wort für Wort
jahi vīra mahāvīryau
töte, Held, die beiden überaus tapferen
bhrātarau rāma-lakṣmaṇau
Brüder, Rāma und Lakṣmaṇa
adṛśyaḥ dṛśyamānaḥ vā
ob unsichtbar oder sichtbar
sarvathā tvam balādhikaḥ
du bist auf jede Weise überlegen an Kraft

tvamapratimakarmāṇamindraṃ jayasi saṃyuge | kiṃ punarmānuṣau dṛṣṭvā na vadhiṣyasi saṃyuge ||4||

'Du besiegst im Kampf Indra, dessen Taten unvergleichlich sind; wie viel eher wirst du, wenn du zwei Menschen erblickst, sie im Kampf nicht töten?'

Wort für Wort
tvam apratima-karmāṇam
du, dessen Taten unvergleichlich sind
indram jayasi saṃyuge
besiegst im Kampf Indra
kim punaḥ mānuṣau dṛṣṭvā
wie viel eher, zwei Menschen erblickend
na vadhiṣyasi saṃyuge
wirst du sie im Kampf nicht töten

tathokto rākṣasendreṇa pratigṛhya piturvacaḥ | yajñabhūmau sa vidhivat pāvakaṃ juhavendrajit ||5||

So von dem Herrn der Rākṣasas angesprochen, das Wort seines Vaters annehmend, opferte Indrajit auf dem Opferplatz vorschriftsmäßig dem Feuer.

Wort für Wort
tathā uktaḥ rākṣasa-indreṇa
so von dem Herrn der Rākṣasas angesprochen
pratigṛhya pituḥ vacaḥ
das Wort seines Vaters annehmend
yajña-bhūmau sa vidhivat
auf dem Opferplatz vorschriftsmäßig
pāvakam juhava indrajit
opferte Indrajit dem Feuer

juhvataścāpi tatrāgniṃ raktoṣṇīṣadharāḥ striyaḥ | ājagmustatra sambhrāntā rākṣasyo yatra rāvaṇiḥ ||6||

Als er dort dem Feuer opferte, kamen dort erregte Rākṣasa-Frauen mit roten Turbanen herbei, dorthin, wo Rāvaṇi war.

Wort für Wort
juhvataḥ ca api tatra agnim
als er dort dem Feuer opferte
rakta-uṣṇīṣa-dharāḥ striyaḥ
Frauen mit roten Turbanen
ājagmuḥ tatra sambhrāntāḥ
kamen dort erregt herbei
rākṣasyaḥ yatra rāvaṇiḥ
die Rākṣasa-Frauen, dorthin, wo Rāvaṇi war

śastrāṇi śarapatrāṇi samidho|a atha vibhītakāḥ | lohitāni ca vāsāṃsi sruvaṃ kārṣṇāyasaṃ tathā ||7||

Waffen als Brennholz, Pfeilspitzen, und Vibhītaka-Holz, rote Gewänder und einen Opferlöffel aus schwarzem Eisen.

Wort für Wort
śastrāṇi śara-patrāṇi
Waffen, Pfeilspitzen
samidhaḥ atha vibhītakāḥ
Brennholz und Vibhītaka-Holz
lohitāni ca vāsāṃsi
und rote Gewänder
sruvam kārṣṇāyasam tathā
und einen Opferlöffel aus schwarzem Eisen

sarvato|agniṃ samāstīrya śarapatraiḥ satomaraiḥ | cāgasya sarvakṛṣṇasya galaṃ jagrāha jīvataḥ ||8||

Nachdem er das Feuer ringsum mit Pfeilspitzen und Speeren bestreut hatte, ergriff er den Hals eines gänzlich schwarzen, lebendigen Ziegenbocks.

Wort für Wort
sarvataḥ agnim samāstīrya
nachdem er das Feuer ringsum bestreut hatte
śara-patraiḥ sa-tomaraiḥ
mit Pfeilspitzen und Speeren
chāgasya sarva-kṛṣṇasya
eines gänzlich schwarzen Ziegenbocks
galam jagrāha jīvataḥ
ergriff er den Hals, lebendig

sakṛddhomasamiddhasya vidhūmasya mahārciṣaḥ | babhūvustāni liṅgāni vijayaṃ darśayanti ca ||9||

Sogleich, als durch das Opfer das rauchlose, von mächtiger Flamme entfachte Feuer entstand, zeigten sich jene Vorzeichen, die den Sieg anzeigten.

Wort für Wort
sakṛt homa-samiddhasya
sogleich, als durch das Opfer entfacht
vidhūmasya mahā-arciṣaḥ
des rauchlosen, von mächtiger Flamme
babhūvuḥ tāni liṅgāni
zeigten sich jene Vorzeichen
vijayam darśayanti ca
die den Sieg anzeigten

pradakṣiṇāvartaśikhastaptahāṭakasannibhaḥ | havistatpratijagrāha pāvakaḥ svayamutthitaḥ ||10||

Mit rechtsläufig gewundener Flammenspitze, geglühtem Gold gleich, nahm das Feuer, von selbst emporlodernd, jene Opfergabe an.

Wort für Wort
pradakṣiṇa-āvarta-śikhaḥ
mit rechtsläufig gewundener Flammenspitze
tapta-hāṭaka-sannibhaḥ
geglühtem Gold gleich
haviḥ tat pratijagrāha
nahm jene Opfergabe an
pāvakaḥ svayam utthitaḥ
das Feuer, von selbst emporlodernd

hutvāgnim tarpayitvātha devadānavarākṣasān | āruroha rathaśreṣṭhamantardhānagaraṃ śubham ||11||

Nachdem er dem Feuer geopfert und die Götter, Dānavas und Rākṣasas erfreut hatte, bestieg er den vortrefflichen, herrlichen Wagen, der Unsichtbarkeit verleiht.

Wort für Wort
hutvā agnim tarpayitvā atha
nachdem er dem Feuer geopfert und erfreut hatte
deva-dānava-rākṣasān
die Götter, Dānavas und Rākṣasas
āruroha ratha-śreṣṭham
bestieg er den vortrefflichen Wagen
antardhāna-karam śubham
der Unsichtbarkeit verleiht, herrlich

sa vājibhiścaturbhistu bāṇaistu niśitairyutaḥ | āropitamahācāpaḥ śuśubhe syandanottamaḥ ||12||

Der vortreffliche Wagen, mit vier Rossen bespannt, mit scharfen Pfeilen versehen, mit aufgelegtem großen Bogen, erstrahlte.

Wort für Wort
sa vājibhiḥ caturbhiḥ tu
er, mit vier Rossen
bāṇaiḥ tu niśitaiḥ yutaḥ
mit scharfen Pfeilen versehen
āropita-mahā-cāpaḥ
mit aufgelegtem großen Bogen
śuśubhe syandana-uttamaḥ
erstrahlte der vortreffliche Wagen

jājvalyamāno vapuṣā tapanīyaparicchadaḥ | mṛgaiścandrārdhacandraiśca sa rathaḥ samalaṃkṛtaḥ ||13||

Mit seiner Gestalt lodernd, mit goldenem Zubehör, mit Tiergestalten, Voll- und Halbmonden geschmückt, war jener Wagen ausgestattet.

Wort für Wort
jājvalyamānaḥ vapuṣā
mit seiner Gestalt lodernd
tapanīya-paricchadaḥ
mit goldenem Zubehör
mṛgaiḥ candra-ardhacandraiḥ ca
mit Tiergestalten, Voll- und Halbmonden
sa rathaḥ samalaṃkṛtaḥ
war jener Wagen geschmückt

jāmbūnadamahākamburdīptapāvakasannibhaḥ | babhūvendrajitaḥ keturvaidūryasamalaṃkṛtaḥ ||14||

Aus Jāmbūnada-Gold, eine große Muschel, dem lodernden Feuer gleich, mit Beryll geschmückt, war Indrajits Banner.

Wort für Wort
jāmbūnada-mahā-kambuḥ
aus Jāmbūnada-Gold, eine große Muschel
dīpta-pāvaka-sannibhaḥ
dem lodernden Feuer gleich
babhūva indrajitaḥ ketuḥ
war Indrajits Banner
vaidūrya-samalaṃkṛtaḥ
mit Beryll geschmückt

tena cādityakalpena brahmastreṇa ca pālitaḥ | sa babhūva durādharṣo rāvaṇiḥ sumahābalaḥ ||15||

Durch jenen, der Sonne gleichenden, und durch die Brahmā-Waffe geschützt, wurde der überaus mächtige Rāvaṇi unangreifbar.

Wort für Wort
tena ca āditya-kalpena
durch jenen, der Sonne gleichenden
brahma-astreṇa ca pālitaḥ
und durch die Brahmā-Waffe geschützt
sa babhūva durādharṣaḥ
wurde er unangreifbar
rāvaṇiḥ su-mahābalaḥ
Rāvaṇi, der überaus mächtige

so|abhiniryāya nagarādindrajitsamitiñjayaḥ | hutvāgniṃ rākṣasairmanrairantardhānagato|abravīt ||16||

Er, Indrajit, im Kampf siegreich, aus der Stadt auszog, nachdem er dem Feuer mit Rākṣasa-Zaubersprüchen geopfert hatte, sprach, unsichtbar geworden:

Wort für Wort
saḥ abhiniryāya nagarāt
er, aus der Stadt auszog
indrajit samitiṃjayaḥ
Indrajit, im Kampf siegreich
hutvā agnim rākṣasaiḥ mantraiḥ
nachdem er dem Feuer mit Rākṣasa-Zaubersprüchen geopfert hatte
antardhānagataḥ abravīt
sprach er, unsichtbar geworden

adya hatvā raṇe yau tau mithyāpravrajitau vane | jayaṃ pitre pradāsyāmi rāvaṇāya raṇārjitam ||17||

'Heute, nachdem ich jene beiden im Kampf getötet habe, die sich fälschlich in den Wald begeben haben, werde ich meinem Vater Rāvaṇa den im Kampf errungenen Sieg darbringen.'

Wort für Wort
adya hatvā raṇe yau tau
heute, jene beiden im Kampf getötet habend
mithyā-pravrajitau vane
die sich fälschlich in den Wald begeben haben
jayam pitre pradāsyāmi
werde ich meinem Vater den Sieg darbringen
rāvaṇāya raṇa-arjitam
Rāvaṇa, den im Kampf errungenen

adya nirvānarāmurvīm hatvā rāmaṃ ca lakṣmaṇam | kariṣye paramāṃ prītimityuktvāntaradhīyata ||18||

'Heute, die Erde von Vānaras befreiend, Rāma und Lakṣmaṇa tötend, werde ich höchste Freude bereiten' – so sprechend, wurde er unsichtbar.

Wort für Wort
adya nirvānarām urvīm
heute, die Erde von Vānaras befreiend
hatvā rāmam ca lakṣmaṇam
Rāma und Lakṣmaṇa tötend
kariṣye paramām prītim
werde ich höchste Freude bereiten
iti uktvā antaradhīyata
so sprechend wurde er unsichtbar

āpapātātha samkruddho daśagrīveṇa coditaḥ | tīkṣaṇakārmukanārācaistīkṣaṇastvindraripū raṇe ||19||

Da stürmte, von Daśagrīva angetrieben, zornentbrannt, mit scharfem Bogen und Nārāca-Pfeilen der scharfe Indra-Feind im Kampf heran.

Wort für Wort
āpapāta atha saṃkruddhaḥ
da stürmte er, zornentbrannt, heran
daśagrīveṇa coditaḥ
von Daśagrīva angetrieben
tīkṣṇa-kārmuka-nārācaiḥ
mit scharfem Bogen und Nārāca-Pfeilen
tīkṣṇaḥ tu indra-ripuḥ raṇe
der scharfe Indra-Feind im Kampf

sa dadarśa mahāvīryau nāgau triśirasāviva | sṛjantāviṣujālāni vīrau vānaramadhyagau ||20||

Er erblickte die beiden überaus tapferen Helden, wie zwei dreiköpfige Schlangen, Pfeilnetze entsendend, inmitten der Vānaras stehend.

Wort für Wort
sa dadarśa mahāvīryau
er erblickte die beiden überaus tapferen
nāgau triśirasau iva
wie zwei dreiköpfige Schlangen
sṛjantau iṣu-jālāni
Pfeilnetze entsendend
vīrau vānara-madhyagau
die Helden, inmitten der Vānaras stehend

imau tāviti saṃcintya sajyaṃ kṛtvā ca kārmukam | santatāneṣudhārābhiḥ parjanya iva vṛṣṭimān ||21||

'Diese sind es' – so denkend, den Bogen mit der Sehne bespannend, überschüttete er sie mit ununterbrochenen Pfeilströmen, wie eine regenspendende Wolke.

Wort für Wort
imau tau iti saṃcintya
'Diese sind es' – so denkend
sajyam kṛtvā ca kārmukam
den Bogen mit der Sehne bespannend
santatān iṣu-dhārābhiḥ
mit ununterbrochenen Pfeilströmen
parjanyaḥ iva vṛṣṭimān
wie eine regenspendende Wolke

sa tu vaihāyasaṃ prāpya saratho rāmalakṣmaṇau | acakṣurviṣaye tiṣṭhanvivyādha niśitaiḥ śaraiḥ ||22||

Er aber, mit dem Wagen in den Himmel aufgestiegen, außerhalb des Sichtbereichs weilend, durchbohrte Rāma und Lakṣmaṇa mit scharfen Pfeilen.

Wort für Wort
sa tu vaihāyasam prāpya
er aber, in den Himmel aufgestiegen
sa-rathaḥ rāma-lakṣmaṇau
mit dem Wagen, Rāma und Lakṣmaṇa
acakṣuḥ-viṣaye tiṣṭhan
außerhalb des Sichtbereichs weilend
vivyādha niśitaiḥ śaraiḥ
durchbohrte er mit scharfen Pfeilen

tau tasya śaravegena parītau rāmalakṣmaṇau | dhanuṣī saśare kṛtvā divyamastraṃ pracakratuḥ ||23||

Rāma und Lakṣmaṇa, von der Wucht seiner Pfeile umringt, ihre Bogen mit Pfeilen versehend, entfesselten eine göttliche Waffe.

Wort für Wort
tau tasya śara-vegena parītau
die beiden, von der Wucht seiner Pfeile umringt
rāma-lakṣmaṇau
Rāma und Lakṣmaṇa
dhanuṣī sa-śare kṛtvā
ihre Bogen mit Pfeilen versehend
divyam astram pracakratuḥ
entfesselten eine göttliche Waffe

pracchādayantau gaganam śarajālairmahābalau | tamastraiḥ surasaṅkāśau naiva pasparśatuḥ śaraiḥ ||24||

Den Himmel mit Pfeilnetzen verhüllend, die beiden überaus Mächtigen, den Göttern gleich, trafen sie ihn mit ihren Waffen dennoch nicht mit Pfeilen.

Wort für Wort
pracchādayantau gaganam
den Himmel verhüllend
śara-jālaiḥ mahābalau
mit Pfeilnetzen, die beiden überaus Mächtigen
tam astraiḥ sura-saṅkāśau
ihn mit Waffen, den Göttern gleich
na eva pasparśatuḥ śaraiḥ
trafen sie ihn dennoch nicht mit Pfeilen

sa hi dhūmāndhakāraṃ ca cakre pracchādayannabhaḥ | diśaścāntardadhe śrīmānnīhāratamasāvṛtaḥ ||25||

Denn er hüllte den Himmel in rauchige Finsternis, verhüllte ihn, und der Glanzvolle verschwand, von nebelgleicher Dunkelheit umhüllt.

Wort für Wort
sa hi dhūma-andhakāram ca
denn er in rauchige Finsternis
cakre pracchādayan nabhaḥ
hüllte den Himmel, ihn verhüllend
diśaḥ ca antardadhe śrīmān
und die Richtungen verschwanden dem Glanzvollen
nīhāra-tamasā āvṛtaḥ
von nebelgleicher Dunkelheit umhüllt

naiva jyātalanirghoṣo na ca nemikhurasvanaḥ | śuśruve caratastasya na ca rūpaṃ prakāśate ||26||

Weder der Klang seiner Bogensehne und Handfläche, noch das Geräusch der Radfelgen und Hufe wurde vernommen, während er dahinfuhr, und auch seine Gestalt zeigte sich nicht.

Wort für Wort
na eva jyā-tala-nirghoṣaḥ
weder der Klang von Bogensehne und Handfläche
na ca nemi-khura-svanaḥ
noch das Geräusch der Radfelgen und Hufe
śuśruve caratah tasya
wurde vernommen, während er dahinfuhr
na ca rūpam prakāśate
und auch seine Gestalt zeigte sich nicht

ghanāndhakāre timire śaravarṣamivādbhutam | sa vavarṣa mahābāhurnārācaśaravṛṣṭibhiḥ ||27||

In dichter, finsterer Dunkelheit ließ der Starkarmige einen wunderbaren Pfeilregen niederprasseln, mit einem Regen von Nārāca-Pfeilen.

Wort für Wort
ghana-andhakāre timire
in dichter, finsterer Dunkelheit
śara-varṣam iva adbhutam
einen wunderbaren Pfeilregen
sa vavarṣa mahābāhuḥ
ließ der Starkarmige niederprasseln
nārāca-śara-vṛṣṭibhiḥ
mit einem Regen von Nārāca-Pfeilen

sa rāmaṃ sūryasaṅkāśaiḥ śarairdattavaro bhṛśam | vivyādha samare kruddhaḥ sarvagātreṣu rāvaṇiḥ ||28||

Er, mit einer Gabe beschenkt, durchbohrte Rāma heftig im Kampf mit sonnengleichen Pfeilen an allen Gliedern, Rāvaṇi, zornentbrannt.

Wort für Wort
sa rāmam sūrya-saṅkāśaiḥ
er, Rāma, mit sonnengleichen
śaraiḥ datta-varaḥ bhṛśam
Pfeilen, mit einer Gabe beschenkt, heftig
vivyādha samare kruddhaḥ
durchbohrte im Kampf, zornentbrannt
sarva-gātreṣu rāvaṇiḥ
an allen Gliedern, Rāvaṇi

tau hanyamānau nārācairdhārābhiriva parvatau | hemapuṅkhānnaravyāghrau tigmānmumucatuḥ śarān ||29||

Die beiden, von Nārāca-Pfeilen getroffen wie zwei Berge von Regengüssen, die Menschentiger, entließen golden befiederte, scharfe Pfeile.

Wort für Wort
tau hanyamānau nārācaiḥ
die beiden, von Nārāca-Pfeilen getroffen
dhārābhiḥ iva parvatau
wie zwei Berge von Regengüssen
hema-puṅkhān nara-vyāghrau
die Menschentiger, golden befiederte
tigmān mumucatuḥ śarān
entließen scharfe Pfeile

antarikṣaṃ samāsādya rāvaṇiṃ kaṅkapatriṇaḥ | nikṛtya patagā bhūmau petuste śoṇitokṣitāḥ ||30||

Reiherfedrige, vogelgleiche Pfeile, den Luftraum erreichend, Rāvaṇi verfehlend, fielen jene, blutüberströmt, zu Boden.

Wort für Wort
antarikṣam samāsādya
den Luftraum erreichend
rāvaṇim kaṅka-patriṇaḥ
Rāvaṇi, reiherfedrige
nikṛtya patagāḥ bhūmau
ihn verfehlend, die vogelgleichen Pfeile zu Boden
petuḥ te śoṇita-ukṣitāḥ
fielen jene, blutüberströmt

atimātraṃ śaraugheṇa pīḍyamānau narottamau | tāniṣūnpatato bhallairanekairnicakartatuḥ ||31||

Die beiden Besten der Menschen, übermäßig von der Pfeilflut gequält, zerschnitten jene herabfliegenden Pfeile mit vielen Bhalla-Pfeilen.

Wort für Wort
atimātram śara-ogheṇa
übermäßig von der Pfeilflut
pīḍyamānau nara-uttamau
gequält, die beiden Besten der Menschen
tān iṣūn patataḥ bhallaiḥ
jene herabfliegenden Pfeile mit Bhalla-Pfeilen
anekaiḥ nicakartatuḥ
zerschnitten sie mit vielen

yato hi dadṛśāte tau śarānnipatitāñśitān | tatastato dāśarathī sasṛjāte.astramuttamam ||32||

Wo immer die beiden Söhne Daśarathas die herabfallenden scharfen Pfeile erblickten, dorthin entfesselten sie da eine vortreffliche Waffe.

Wort für Wort
yataḥ hi dadṛśāte tau
wo immer die beiden erblickten
śarān nipatitān śitān
die herabfallenden scharfen Pfeile
tataḥ tataḥ dāśarathī
dorthin die beiden Söhne Daśarathas
sasṛjāte astram uttamam
entfesselten eine vortreffliche Waffe

rāvaṇistu diśaḥ sarvā rathenātirathaḥ patan | vivyādha tau dāśarathī laghvastro niśitaiḥ śaraiḥ ||33||

Rāvaṇi aber, der überragende Wagenkämpfer, mit dem Wagen durch alle Himmelsrichtungen fliegend, durchbohrte die beiden Söhne Daśarathas mit scharfen Pfeilen, geschickt in der Waffenkunst.

Wort für Wort
rāvaṇiḥ tu diśaḥ sarvāḥ
Rāvaṇi aber durch alle Himmelsrichtungen
rathena atirathaḥ patan
der überragende Wagenkämpfer, mit dem Wagen fliegend
vivyādha tau dāśarathī
durchbohrte die beiden Söhne Daśarathas
laghu-astraḥ niśitaiḥ śaraiḥ
geschickt in der Waffenkunst, mit scharfen Pfeilen

tenātividdhau tau vīrau rukmapuṅkhaiḥ susaṃhataiḥ | babhūvaturdāśarathī puṣpitāviva kiṃśukau ||34||

Von jenen goldbefiederten, dicht sitzenden Pfeilen überaus durchbohrt, wurden die beiden tapferen Söhne Daśarathas wie blühende Kiṃśuka-Bäume.

Wort für Wort
tena atividdhau tau vīrau
von ihm überaus durchbohrt, die beiden Helden
rukma-puṅkhaiḥ su-saṃhataiḥ
mit goldbefiederten, dicht sitzenden Pfeilen
babhūvatuḥ dāśarathī
wurden die beiden Söhne Daśarathas
puṣpitau iva kiṃśukau
wie blühende Kiṃśuka-Bäume

nāsya veda gatiṃ kaścinna ca rūpaṃ dhanuḥ śarān | na cānyadviditaṃ kiṃ citsūryasyevābhrasamplave ||35||

Niemand kannte seinen Weg noch seine Gestalt, seinen Bogen oder seine Pfeile, noch irgendetwas anderes, wie von der Sonne in einer Wolkenmasse.

Wort für Wort
na asya veda gatim kaścit
niemand kannte seinen Weg
na ca rūpam dhanuḥ śarān
noch seine Gestalt, seinen Bogen, seine Pfeile
na ca anyat viditam kim cit
noch irgendetwas anderes
sūryasya iva abhra-samplave
wie von der Sonne in einer Wolkenmasse

tena viddhāśca harayo nihatāśca gatāsavaḥ | babhūvuḥ śataśastatra patitā dharaṇītale ||36||

Von ihm durchbohrte und erschlagene Affen, ihres Lebens beraubt, lagen dort zu Hunderten auf der Erde gefallen.

Wort für Wort
tena viddhāḥ ca harayaḥ
von ihm durchbohrte Affen
nihatāḥ ca gata-asavaḥ
und erschlagene, ihres Lebens beraubt
babhūvuḥ śataśaḥ tatra
waren dort zu Hunderten
patitāḥ dharaṇītale
auf der Erde gefallen

lakṣmaṇastu susaṅkruddho bhrātaraṃ vākyamabravīt | brāhmamastraṃ prayokṣyāmi vadhārthaṃ sarvarakṣasām ||37||

Lakṣmaṇa aber, überaus erzürnt, sprach zu seinem Bruder das Wort: 'Ich werde die Brahmā-Waffe einsetzen, um alle Rākṣasas zu töten.'

Wort für Wort
lakṣmaṇaḥ tu su-saṅkruddhaḥ
Lakṣmaṇa aber, überaus erzürnt
bhrātaram vākyam abravīt
sprach zu seinem Bruder das Wort
brāhmam astram prayokṣyāmi
ich werde die Brahmā-Waffe einsetzen
vadha-artham sarva-rakṣasām
um alle Rākṣasas zu töten

tamuvāca tato rāmo lakṣmaṇaṃ śubhalakṣaṇam | naikasya heto rakṣāṃsi pṛthivyāṃ hantumarhasi ||38||

Da sprach Rāma zu Lakṣmaṇa, dem von glücklichen Zeichen Begabten: 'Du sollst nicht wegen eines Einzelnen alle Rākṣasas auf Erden töten.'

Wort für Wort
tam uvāca tataḥ rāmaḥ
da sprach Rāma zu ihm
lakṣmaṇam śubha-lakṣaṇam
zu Lakṣmaṇa, dem von glücklichen Zeichen Begabten
na ekasya hetoḥ rakṣāṃsi
nicht wegen eines Einzelnen die Rākṣasas
pṛthivyām hantum arhasi
sollst du auf Erden töten

ayudhyamānaṃ pracchannaṃ prāñjaliṃ śaraṇāgatam | palāyantaṃ pramattaṃ vā na tvaṃ hantumihārhasi ||39||

'Einen Nichtkämpfenden, Verborgenen, mit gefalteten Händen um Schutz Bittenden, einen Fliehenden oder Unachtsamen sollst du hier nicht töten.'

Wort für Wort
ayudhyamānam pracchannam
einen Nichtkämpfenden, Verborgenen
prāñjalim śaraṇāgatam
mit gefalteten Händen um Schutz Bittenden
palāyantam pramattam vā
einen Fliehenden oder Unachtsamen
na tvam hantum iha arhasi
sollst du hier nicht töten

asyaiva tu vadhe yatnaṃ kariṣyāvo mahābala | ādekṣyāvo mahāvegānastrānāśīviṣopamān ||40||

'Nur um dessen Tod, o Starkarmiger, wollen wir uns bemühen; wir wollen überaus rasche, giftschlangengleiche Waffen entsenden.'

Wort für Wort
asya eva tu vadhe yatnam
nur um dessen Tod uns bemühen
kariṣyāvaḥ mahābala
wollen wir, o Starkarmiger
ādekṣyāvaḥ mahāvegān
wir wollen überaus rasche entsenden
astrān āśīviṣopamān
giftschlangengleiche Waffen

tamenaṃ māyinaṃ kṣudramantarhitarathaṃ balāt | rākṣasaṃ nihaniṣyanti dṛṣṭvā vānarayūthapāḥ ||41||

'Diesen zaubermächtigen, niederträchtigen Rākṣasa, dessen Wagen gewaltsam unsichtbar ist, werden die Affenführer töten, sobald sie ihn erblicken.'

Wort für Wort
tam enam māyinam kṣudram
diesen zaubermächtigen, niederträchtigen
antarhita-ratham balāt
dessen Wagen gewaltsam unsichtbar ist
rākṣasam nihaniṣyanti
diesen Rākṣasa werden töten
dṛṣṭvā vānara-yūthapāḥ
sobald sie ihn erblicken, die Affenführer

yadyeṣa bhūmiṃ viśate divaṃ vā | rasātalaṃ vāpi nabhastalaṃ vā | evaṃ nigūḍho.api mamāstradagdhaḥ | patiṣyate bhūmitale gatāsuḥ ||42||

'Ob er nun in die Erde eingeht, in den Himmel, in die Unterwelt oder ins Luftgewölbe – so verborgen er auch sei, von meiner Waffe verbrannt, wird er entseelt zu Boden fallen.'

Wort für Wort
yadi eṣa bhūmim viśate divam vā
ob er nun in die Erde eingeht oder in den Himmel
rasātalam vā api nabhastalam vā
in die Unterwelt oder ins Luftgewölbe
evam nigūḍhaḥ api mama-astra-dagdhaḥ
so verborgen er auch sei, von meiner Waffe verbrannt
patiṣyate bhūmitale gata-asuḥ
wird er entseelt zu Boden fallen

ityevamuktvā vacanaṃ mahātmā | raghupravīraḥ plavagarṣabhairvṛtaḥ | vadhāya raudrasya nṛśaṃsakarmaṇas | tadā mahātmā tvaritaṃ nirīkṣate ||43||

So dieses Wort gesprochen habend, der hochgesinnte Held der Raghus, von den Affenstieren umgeben, spähte der Hochgesinnte da eilig nach dem furchtbaren, grausamen Täter, um ihn zu töten.

Wort für Wort
iti evam uktvā vacanam mahātmā
so dieses Wort gesprochen habend, der Hochgesinnte
raghupravīraḥ plavaga-ṛṣabhaiḥ vṛtaḥ
der Held der Raghus, von den Affenstieren umgeben
vadhāya raudrasya nṛśaṃsa-karmaṇaḥ
um den furchtbaren, grausamen Täter zu töten
tadā mahātmā tvaritam nirīkṣate
spähte der Hochgesinnte da eilig

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