Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 106: Rāma-Rāvaṇa-Dvairathāgamanam Vorzeichen des Untergangs Rāvaṇas beim Herannahen des Zweikampfs

sārathiḥ sa ratham hṛṣṭaṃ parasainyapradharṣaṇam | gandharvanagarākāraṃ samucchritapātākinam ||

Der Wagenlenker lenkte jenen prächtigen Wagen, der die feindlichen Heere niederwarf, einer Gandharva-Stadt gleich an Gestalt, mit hochaufragenden Fahnen,

Wort für Wort
sārathiḥ sa ratham hṛṣṭaṃ
der Wagenlenker jenen prächtigen Wagen
parasainyapradharṣaṇam
der die feindlichen Heere niederwarf
gandharvanagarākāraṃ
einer Gandharva-Stadt gleich an Gestalt
samucchritapātākinam
mit hochaufragenden Fahnen

yuktaṃ paramasaṃpannairvāibhirhemamālibhiḥ | yuddhopakaraṇaiḥ pūrṇaṃ patākādhvajamālinam ||

bespannt mit überaus prächtigen, mit Goldgirlanden geschmückten Rossen, voll von Kampfgerät, mit Bannern und Fahnenreihen geschmückt,

Wort für Wort
yuktaṃ paramasaṃpannaiḥ
bespannt mit überaus prächtigen
vājibhiḥ hemamālibhiḥ
mit Rossen, mit Goldgirlanden
yuddhopakaraṇaiḥ pūrṇaṃ
voll von Kampfgerät
patākādhvajamālinam
mit Bannern und Fahnenreihen geschmückt

grasantamiva cākāśaṃ nādayantaṃ vasuṃdharām | praṇāśaṃ paranainyānāṃ svanainyasya praharṣaṇam ||

der gleichsam den Himmel verschlang, die Erde erdröhnen ließ, der Untergang der feindlichen Heere, die Freude des eigenen Heeres —

Wort für Wort
grasantam iva ca ākāśaṃ
der gleichsam den Himmel verschlang
nādayantaṃ vasuṃdharām
die Erde erdröhnen ließ
praṇāśaṃ paranainyānāṃ
der Untergang der feindlichen Heere
svanainyasya praharṣaṇam
die Freude des eigenen Heeres

tamāpatantan sahasā svanavantaṃ mahādhvajam | rathan rākṣasarājasya nararājo dadarśa ha ||

jenen plötzlich heranstürmenden, dröhnenden, mit großer Fahne versehenen Wagen des Rākṣasakönigs erblickte der Menschenkönig.

Wort für Wort
tam āpatantan sahasā
jenen plötzlich heranstürmenden
svanavantaṃ mahādhvajam
dröhnenden, mit großer Fahne
rathan rākṣasarājasya
den Wagen des Rākṣasakönigs
nararājaḥ dadarśa ha
erblickte der Menschenkönig

kṛṣṇavājisamāyuktan yuktaṃ raudreṇa varcasā | dīpyamānamivākāśe vimānaṃ sūryavarcasaṃ ||

mit schwarzen Rossen bespannt, mit furchtbarem Glanz versehen, gleichsam am Himmel lodernd wie ein sonnengleiches Himmelsfahrzeug,

Wort für Wort
kṛṣṇavājisamāyuktan
mit schwarzen Rossen bespannt
yuktaṃ raudreṇa varcasā
versehen mit furchtbarem Glanz
dīpyamānam iva ākāśe
gleichsam am Himmel lodernd
vimānaṃ sūryavarcasaṃ
ein sonnengleiches Himmelsfahrzeug

taḍitpatākāgahanan darśitendrāyudhāyudham | śaradhārā vimuñcantan dhārāsāramivānbudam ||

dicht mit blitzgleichen Fahnen bedeckt, mit einer Waffe wie Indras Waffe gezeigt, Pfeilströme entsendend, wie eine Regenwolke ihre Wasserflut,

Wort für Wort
taḍitpatākāgahanan
dicht mit blitzgleichen Fahnen
darśitendrāyudhāyudham
mit einer wie Indras Waffe gezeigten Waffe
śaradhārā vimuñcantan
Pfeilströme entsendend
dhārāsāram iva ambudam
wie eine Regenwolke ihre Wasserflut

tan dṛṣṭvā meghasaṅkāśamāpatantan rathaṃ ripoḥ | girervajrābhimṛṣṭasya dīryataḥ sadṛśasvanam ||

jenen wolkengleichen, heranstürmenden Wagen des Feindes erblickend, der einen Klang von sich gab wie ein von einem Donnerkeil getroffener, sich spaltender Berg,

Wort für Wort
tan dṛṣṭvā meghasaṅkāśam
jenen wolkengleichen erblickend
āpatantan rathaṃ ripoḥ
den heranstürmenden Wagen des Feindes
gireḥ vajrābhimṛṣṭasya
eines von einem Donnerkeil getroffenen Berges
dīryataḥ sadṛśasvanam
gleich dem Klang eines sich spaltenden

vispārayanvai vegena bālacandrānataṃ dhanuḥ | uvāca mātalin rāmaḥ sahasrākṣasya mātalim ||

spannte Rāma mit Schwung den wie ein Neumond gekrümmten Bogen und sprach zu Mātali, dem Wagenlenker des Tausendäugigen:

Wort für Wort
vispārayan vai vegena
mit Schwung spannend
bālacandrānataṃ dhanuḥ
den wie ein Neumond gekrümmten Bogen
uvāca mātalin rāmaḥ
sprach Rāma zu Mātali
sahasrākṣasya mātalim
zu Mātali, dem des Tausendäugigen

mātale paśya sanrabdhamāpatantan rathaṃ ripoḥ | yathāpasavyaṃ patatā vegena mahatā punaḥ ||

'O Mātali, sieh den erregt heranstürmenden Wagen des Feindes, der abermals mit großer Wucht linksherum auf mich zufährt.'

Wort für Wort
mātale paśya sanrabdham
o Mātali, sieh den erregten
āpatantan rathaṃ ripoḥ
heranstürmenden Wagen des Feindes
yathā apasavyaṃ patatā
der linksherum fährt
vegena mahatā punaḥ
mit großer Wucht abermals

samare hantumātmānan tathānena kṛtā matiḥ | tadapramādamātiṣṭha pratyudgaccha rathan ripoḥ ||

'So hat auch er den Entschluss gefasst, mich im Kampf zu töten; sei daher unermüdlich und fahre dem Wagen des Feindes entgegen.'

Wort für Wort
samare hantum ātmānan
mich im Kampf zu töten
tathā anena kṛtā matiḥ
so hat er den Entschluss gefasst
tat apramādam ātiṣṭha
sei daher unermüdlich
pratyudgaccha rathan ripoḥ
fahre dem Wagen des Feindes entgegen

vidhvansayitumicchāmi vāyurmeghamivotthitam | aviklavamasambhrāntamavyagrahṛdayekṣaṇam ||

'Ich will ihn vernichten, wie der Wind eine aufgestiegene Wolke — sei unverzagt, unbestürzt, mit ruhigem Herzen und Blick.'

Wort für Wort
vidhvansayitum icchāmi
ich will vernichten
vāyuḥ megham iva utthitam
wie der Wind eine aufgestiegene Wolke
aviklavam asambhrāntam
unverzagt, unbestürzt
avyagrahṛdayekṣaṇam
mit ruhigem Herzen und Blick

raśmisañcāraniyataṃ pracodaya rathan drutam | kāmaṃ na tvan samādheyaḥ purandararathocitaḥ ||

'Den mit sicherer Zügelführung versehenen Wagen treibe rasch an — freilich brauchst du, der du für Indras Wagen geeignet bist, keine Anweisung.'

Wort für Wort
raśmisañcāraniyataṃ
den mit sicherer Zügelführung versehenen
pracodaya rathan drutam
treibe den Wagen rasch an
kāmaṃ na tvan samādheyaḥ
freilich brauchst du keine Anweisung
purandararathocitaḥ
der du für Indras Wagen geeignet bist

yuyutsurahamekāgraḥ smāraye tvāṃ na śikṣaye | parituṣṭaḥ sa rāmasya tena vākyena mātaliḥ ||

'Ich, kampfbegierig, mit gesammeltem Sinn, erinnere dich nur, ich belehre dich nicht.' Hocherfreut über dieses Wort Rāmas war Mātali,

Wort für Wort
yuyutsuḥ aham ekāgraḥ
ich, kampfbegierig, mit gesammeltem Sinn
smāraye tvāṃ na śikṣaye
ich erinnere dich, ich belehre dich nicht
parituṣṭaḥ sa rāmasya
hocherfreut, er, über Rāmas
tena vākyena mātaliḥ
dieses Wort, Mātali

pracodayāmāsa rathan surasārathisattamaḥ | apasavyan tataḥ kurvanrāvaṇasya mahāratham ||

und trieb, der vortrefflichste der Götterwagenlenker, den Wagen an, den großen Wagen Rāvaṇas dabei linksherum umkreisend,

Wort für Wort
pracodayāmāsa rathan
trieb den Wagen an
surasārathisattamaḥ
der vortrefflichste der Götterwagenlenker
apasavyan tataḥ kurvan
dabei linksherum umkreisend
rāvaṇasya mahāratham
den großen Wagen Rāvaṇas

cakrotkṣiptena rajasā rāvaṇan vyavadhūnayat | tataḥ kruddho daśagrīvastāmravisphāritekṣaṇaḥ ||

und hüllte Rāvaṇa in den von den Rädern aufgewirbelten Staub. Da, zornig, der Zehnhalsige, mit weit aufgerissenen, kupferroten Augen,

Wort für Wort
cakrotkṣiptena rajasā
mit dem von den Rädern aufgewirbelten Staub
rāvaṇan vyavadhūnayat
hüllte er Rāvaṇa ein
tataḥ kruddhaḥ daśagrīvaḥ
da, zornig, der Zehnhalsige
tāmravisphāritekṣaṇaḥ
mit weit aufgerissenen, kupferroten Augen

rathapratimukhan rāmaṃ sāyakairavadhūnayat | dharṣaṇāmarṣito rāmo dhairyan roṣeṇa laṅghayan ||

überschüttete den vor ihm im Wagen stehenden Rāma mit Pfeilen. Von dieser Herausforderung erzürnt, überschritt Rāma, seine Gelassenheit vom Zorn übermannt,

Wort für Wort
rathapratimukhan rāmaṃ
den ihm im Wagen gegenüberstehenden Rāma
sāyakaiḥ avadhūnayat
überschüttete er mit Pfeilen
dharṣaṇāmarṣitaḥ rāmaḥ
von der Herausforderung erzürnt, Rāma
dhairyan roṣeṇa laṅghayan
seine Gelassenheit vom Zorn überschreitend

jagrāha sumahāvegamaindran yudhi śarāsanam | śarāṃśca sumahātejāḥ sūryaraśmisamaprabhān ||

ergriff im Kampf den überaus schnellen Bogen Indras sowie überaus glutvolle Pfeile, sonnenstrahlengleich an Glanz.

Wort für Wort
jagrāha sumahāvegam
ergriff den überaus schnellen
aindran yudhi śarāsanam
Indras Bogen im Kampf
śarān ca sumahātejāḥ
und die überaus glutvollen Pfeile
sūryaraśmisamaprabhān
sonnenstrahlengleich an Glanz

tadupoḍhaṃ mahadyuddhamanyonyavadhakāṅkṣiṇoḥ | parasparābhimukhayordṛptayoriva sinhayoḥ ||

Da entbrannte ein gewaltiger Kampf zwischen den beiden, die einander zu töten wünschten, einander zugewandt, wie zwei stolze Löwen.

Wort für Wort
tat upoḍhaṃ mahat yuddham
da entbrannte ein gewaltiger Kampf
anyonyavadhakāṅkṣiṇoḥ
der beiden, die einander zu töten wünschten
parasparābhimukhayoḥ
einander zugewandt
dṛptayoḥ iva sinhayoḥ
wie zwei stolze Löwen

tato devāḥ sagandharvāḥ siddhāśca paramarṣayaḥ | samīyurdvairathan draṣṭun rāvaṇakṣayakāṅkṣiṇaḥ ||

Da versammelten sich die Götter samt den Gandharvas, die Siddhas und die großen Ṛṣis, um den Zweikampf der Wagenkämpfer zu betrachten, den Untergang Rāvaṇas ersehnend.

Wort für Wort
tato devāḥ sagandharvāḥ
da die Götter samt den Gandharvas
siddhāḥ ca paramarṣayaḥ
die Siddhas und die großen Ṛṣis
samīyuḥ dvairathan draṣṭun
versammelten sich, um den Zweikampf zu betrachten
rāvaṇakṣayakāṅkṣiṇaḥ
den Untergang Rāvaṇas ersehnend

samutpeturathotpātā dāruṇā lomaharṣaṇāḥ | rāvaṇasya vināśāya rāghavasya jayāya ca ||

Da erhoben sich furchtbare, die Haare sträubende Vorzeichen, zum Untergang Rāvaṇas und zum Sieg des Rāghava.

Wort für Wort
samutpetuḥ atha utpātāḥ
da erhoben sich Vorzeichen
dāruṇā lomaharṣaṇāḥ
furchtbare, die Haare sträubende
rāvaṇasya vināśāya
zum Untergang Rāvaṇas
rāghavasya jayāya ca
und zum Sieg des Rāghava

vavarṣa rudhiran devo rāvaṇasya rathopari | vātā maṇḍalinastīvrā apasavyaṃ pracakramuḥ ||

Der Himmel regnete Blut auf Rāvaṇas Wagen herab; heftige Wirbelwinde umkreisten ihn linksherum.

Wort für Wort
vavarṣa rudhiran devaḥ
der Himmel regnete Blut
rāvaṇasya rathopari
auf Rāvaṇas Wagen
vātāḥ maṇḍalinaḥ tīvrāḥ
heftige Wirbelwinde
apasavyaṃ pracakramuḥ
umkreisten ihn linksherum

mahad gṛdhrakulan cāsya bhramamāṇaṃ nabhastale | yena yena ratho yāti tena tena pradhāvati ||

Und eine große Geierschar kreiste an der Himmelswölbung, und wohin auch immer der Wagen fuhr, dorthin eilte sie nach.

Wort für Wort
mahat gṛdhrakulan ca asya
und eine große Geierschar von ihm
bhramamāṇaṃ nabhastale
kreisend an der Himmelswölbung
yena yena rathaḥ yāti
wohin auch immer der Wagen fährt
tena tena pradhāvati
dorthin eilt sie nach

sandhyayā cāvṛtā laṅkā japāpuṣpanikāśayā | dṛśyate sampradīteva divaseapi vasundharā ||

Und Laṅkā, von der Abenddämmerung, hibiskusblütenrot, umhüllt, erschien wie die Erde in Flammen, selbst am helllichten Tag.

Wort für Wort
sandhyayā ca āvṛtā laṅkā
und Laṅkā, von der Abenddämmerung umhüllt
japāpuṣpanikāśayā
hibiskusblütenrot
dṛśyate sampradīta iva
erschien wie in Flammen
divase api vasundharā
selbst am Tag die Erde

sanirghātā maholkāśca sampraceturmahāsvanāḥ | viṣādayantyo rakṣānsi rāvaṇasya tadāhitāḥ ||

Große, von Donnerschlägen begleitete Meteore stoben gewaltig dröhnend hervor, die Rākṣasas in Verzweiflung versetzend, Rāvaṇa unheilbringend.

Wort für Wort
sanirghātā maholkāḥ ca
und große, von Donnerschlägen begleitete Meteore
sampraceduḥ mahāsvanāḥ
stoben gewaltig dröhnend hervor
viṣādayantyaḥ rakṣānsi
die Rākṣasas in Verzweiflung versetzend
rāvaṇasya tadāhitāḥ
Rāvaṇa unheilbringend

rāvaṇaśca yatastatra pracacāla vasundharā | rakṣasān ca praharatāṃ gṛhītā iva bāhavaḥ ||

Und wohin Rāvaṇa auch fuhr, dort erbebte die Erde, und den zuschlagenden Rākṣasas war es, als seien ihre Arme gelähmt.

Wort für Wort
rāvaṇaḥ ca yataḥ tatra
und wohin auch Rāvaṇa
pracacāla vasundharā
dort erbebte die Erde
rakṣasān ca praharatāṃ
und den zuschlagenden Rākṣasas
gṛhītā iva bāhavaḥ
waren die Arme wie gelähmt

tāmrāḥ pītāḥ sitāḥ śvetāḥ patitāḥ sūryaraśmayaḥ | dṛśyente rāvaṇasyāṅge parvatasyeva dhātavaḥ ||

Kupferrote, gelbe, weiße, blasse Sonnenstrahlen fielen auf Rāvaṇas Leib und erschienen wie die Mineraladern eines Berges.

Wort für Wort
tāmrāḥ pītāḥ sitāḥ śvetāḥ
kupferrote, gelbe, weiße, blasse
patitāḥ sūryaraśmayaḥ
die gefallenen Sonnenstrahlen
dṛśyente rāvaṇasya aṅge
erschienen auf Rāvaṇas Leib
parvatasya iva dhātavaḥ
wie die Mineraladern eines Berges

gṛdhrairanugatāścāsya vamantyo jvalanaṃ mukhaiḥ | praṇedurmukhamīkṣantyaḥ sanrabdhamaśivan śivāḥ ||

Und ihm folgten Geier nach; und feuerspeiend aus ihren Mäulern, aufgeregt sein Antlitz anblickend, heulten unheilkündende Schakale auf.

Wort für Wort
gṛdhraiḥ anugatāḥ ca asya
und von Geiern verfolgt, ihm
vamantyaḥ jvalanaṃ mukhaiḥ
aus den Mäulern Feuer speiend
praṇeduḥ mukham īkṣantyaḥ
heulten auf, das Antlitz anblickend
sanrabdham aśivan śivāḥ
aufgeregt, unheilkündend die Schakale

pratikūlan vavau vāyū raṇe pānsūn samutkiran | tasya rākṣasarājasya kurvandṛṣṭivilopanam ||

Ein widriger Wind wehte im Kampf, Staub aufwirbelnd, dem Rākṣasakönig die Sicht raubend.

Wort für Wort
pratikūlan vavau vāyuḥ
ein widriger Wind wehte
raṇe pānsūn samutkiran
im Kampf Staub aufwirbelnd
tasya rākṣasarājasya
dem Rākṣasakönig
kurvan dṛṣṭivilopanam
die Sicht raubend

nipeturindrāśanayaḥ sainye cāsya samantataḥ | durviṣahya svanā ghorā vinā jaladharasvanam ||

Blitzschläge Indras fuhren rings auf sein Heer nieder, mit unerträglichem, furchtbarem Getöse, ohne Wolkendonner.

Wort für Wort
nipetuḥ indrāśanayaḥ
es fuhren Blitzschläge Indras nieder
sainye ca asya samantataḥ
auf sein Heer ringsum
durviṣahya svanā ghorā
mit unerträglichem, furchtbarem Getöse
vinā jaladharasvanam
ohne Wolkendonner

diśaśca pradiśaḥ sarvā babhūvustimirāvṛtāḥ | pānsuvarṣeṇa mahatā durdarśan ca nabhoabhavat ||

Alle Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen wurden von Finsternis umhüllt, und der Himmel wurde durch den gewaltigen Staubregen unsichtbar.

Wort für Wort
diśaḥ ca pradiśaḥ sarvā
alle Richtungen und Zwischenrichtungen
babhūvuḥ timirāvṛtāḥ
wurden von Finsternis umhüllt
pānsuvarṣeṇa mahatā
durch den gewaltigen Staubregen
durdarśan ca nabhaḥ abhavat
und der Himmel wurde unsichtbar

kurvantyaḥ kalahan ghoran sārikāstadrathaṃ prati | nipetuḥ śataśastatra dāruṇā dāruṇasvanāḥ ||

Sārikā-Vögel, ein furchtbares Gezänk veranstaltend, stürzten dort zu Hunderten auf jenen Wagen nieder, furchtbar, mit furchtbarem Geschrei.

Wort für Wort
kurvantyaḥ kalahan ghoran
ein furchtbares Gezänk veranstaltend
sārikāḥ tat rathaṃ prati
Sārikā-Vögel auf jenen Wagen zu
nipetuḥ śataśaḥ tatra
stürzten dort zu Hunderten nieder
dāruṇā dāruṇasvanāḥ
furchtbar, mit furchtbarem Geschrei

jaghanebhyaḥ sphuliṅgāṃśca netrebhyoaśrūṇi santatam | mumucustasya turagāstulyamagnin ca vāri ca ||

Seine Rosse entließen aus ihren Hinterteilen unaufhörlich Funken und aus ihren Augen Tränen, zugleich Feuer und Wasser.

Wort für Wort
jaghanebhyaḥ sphuliṅgān ca
aus den Hinterteilen Funken
netrebhyaḥ aśrūṇi santatam
aus den Augen unaufhörlich Tränen
mumucuḥ tasya turagāḥ
entließen seine Rosse
tulyam agnin ca vāri ca
zugleich Feuer und Wasser

evaṃ prakārā bahavaḥ samutpātā bhayāvahāḥ | rāvaṇasya vināśāya dāruṇāḥ samprajajiñire ||

So entstanden viele furchtbare, schreckenerregende Vorzeichen dieser Art zum Untergang Rāvaṇas.

Wort für Wort
evaṃ prakārā bahavaḥ
so viele dieser Art
samutpātā bhayāvahāḥ
Vorzeichen, schreckenerregend
rāvaṇasya vināśāya
zum Untergang Rāvaṇas
dāruṇāḥ samprajajiñire
entstanden furchtbar

rāmasyāpi nimittāni saumyāni ca śivāni ca | babhūvurjayaśansīni prādurbhūtāni sarvaśaḥ ||

Für Rāma aber erschienen überall milde und heilvolle Vorzeichen, die den Sieg verkündeten.

Wort für Wort
rāmasya api nimittāni
für Rāma aber die Vorzeichen
saumyāni ca śivāni ca
milde und heilvolle
babhūvuḥ jayaśansīni
waren den Sieg verkündend
prādurbhūtāni sarvaśaḥ
überall erschienen

nimittāni ca saumyāni rāghavaḥ svajayāya vai | dṛṣṭvā paramasaṃhṛṣṭo hataṃ mene ca rāvaṇam ||

Als der Rāghava die milden Vorzeichen sah, die seinen eigenen Sieg verkündeten, war er höchst erfreut und betrachtete Rāvaṇa bereits als getötet.

Wort für Wort
nimittāni ca saumyāni
und die milden Vorzeichen
rāghavaḥ svajayāya vai
für den Rāghava zu seinem eigenen Sieg
dṛṣṭvā paramasaṃhṛṣṭaḥ
gesehen habend, höchst erfreut
hataṃ mene ca rāvaṇam
betrachtete er Rāvaṇa als getötet

tato nirīkṣyātmagatāni rāghavo | raṇe nimittāni nimittakovidaḥ | jagāma harṣan ca parāṃ ca nirvṛtiṃ | cakāra yuddheabhyadhikan ca vikramam ||

Da, nachdem der Rāghava, kundig in der Deutung der Vorzeichen, die an ihm selbst erschienenen Zeichen im Kampf betrachtet hatte, empfand er Freude und höchste Zufriedenheit, und entfaltete im Kampf noch größere Tatkraft.

Wort für Wort
tato nirīkṣya ātmagatāni
da, die an ihm selbst erschienenen betrachtend
raṇe nimittāni nimittakovidaḥ
im Kampf die Vorzeichen, kundig darin
jagāma harṣan ca parāṃ ca nirvṛtiṃ
empfand er Freude und höchste Zufriedenheit
cakāra yuddhe abhyadhikan ca vikramam
entfaltete im Kampf noch größere Tatkraft

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