Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 117: Brahmādi-Devastavaḥ Das Lob der Götter und Brahmās Offenbarung

tato hi durmanā rāmaḥ śrutvaivam vadatāṃ giraḥ | dadhyau muhūrtaṃ dharmātmā bāṣpavyākulalocanaḥ ||

Da nun, dies hörend, versank Rāma, der Rechtschaffene, betrübten Sinnes, die Augen von Tränen umflort, für einen Augenblick in Nachdenken.

Wort für Wort
tato hi durmanā rāmaḥ
da nun, betrübten Sinnes, Rāma
śrutvā evam vadatāṃ giraḥ
als er diese Reden der Sprechenden hörte
dadhyau muhūrtaṃ dharmātmā
versank für einen Augenblick der Rechtschaffene in Nachdenken
bāṣpavyākulalocanaḥ
die Augen von Tränen umflort

tato vaiśravaṇo rājā yamaśca pṛbhiḥ saha | sahasrākṣaśca deveśo varuṇaśca jaleśvaraḥ ||

Da kamen König Vaiśravaṇa und Yama mit den Vätergeistern, der tausendäugige Herr der Götter und Varuṇa, der Herr des Wassers,

Wort für Wort
tato vaiśravaṇo rājā
da König Vaiśravaṇa
yamaḥ ca pṛbhiḥ saha
und Yama mit den Vätergeistern
sahasrākṣaḥ ca deveśo
und der tausendäugige Herr der Götter
varuṇaḥ ca jaleśvaraḥ
und Varuṇa, der Herr des Wassers

ṣaḍrdhanayanaḥ śrīmān mahādevo vṛṣadhvajaḥ | kartā sarvasya lokasya brahmā brahmavidāṃ varaḥ ||

der glanzvolle Sechsäugige, der große Gott mit dem Stier im Banner, sowie Brahmā, der Schöpfer der ganzen Welt, der Beste der Kenner des Brahman,

Wort für Wort
ṣaḍrdhanayanaḥ śrīmān
der glanzvolle Sechsäugige
mahādevo vṛṣadhvajaḥ
der große Gott mit dem Stier im Banner
kartā sarvasya lokasya
der Schöpfer der ganzen Welt
brahmā brahmavidāṃ varaḥ
Brahmā, der Beste der Kenner des Brahman

ete sarve samāgamya vimānaiḥ sūryasaṃnibhaiḥ | āgamya nagarīṃ laṅkāmabhijagmuśca rāghavam ||

diese alle versammelten sich auf sonnengleichen Himmelswagen, kamen zur Stadt Laṅkā und begaben sich zu Rāghava.

Wort für Wort
ete sarve samāgamya
diese alle versammelten sich
vimānaiḥ sūryasaṃnibhaiḥ
auf sonnengleichen Himmelswagen
āgamya nagarīṃ laṅkām
zur Stadt Laṅkā kommend
abhijagmuḥ ca rāghavam
begaben sie sich zu Rāghava

tataḥ sahastābharaṇān pragṛhya vipulān bhujān | abruvaṃstridaśaśreṣṭhā rāghavaṃ prāñjaliṃ sthitam ||

Dann erhoben die Besten der Götter ihre mit Geschmeide bedeckten, gewaltigen Arme und sprachen zu Rāghava, der mit gefalteten Händen dastand:

Wort für Wort
tataḥ sahastābharaṇān
dann die mit Geschmeide bedeckten
pragṛhya vipulān bhujān
ihre gewaltigen Arme erhebend
abruvan tridaśaśreṣṭhā
sprachen die Besten der Götter
rāghavaṃ prāñjaliṃ sthitam
zu Rāghava, der mit gefalteten Händen dastand

kartā sarvasya lokasya śreṣṭho jñānavatāṃ prabhuḥ | upekṣase kathaṃ sītāṃ patantīṃ havyavāhane | kathaṃ devagaṇaśreṣṭhamātmānaṃ nāvabuddhyase | ṛtadhāmā vasuḥ pūrvaṃ vasūnāṃ ca prajāpatiḥ ||

"Du bist der Schöpfer der ganzen Welt, der Beste, der Herr der Wissenden – wie kannst du gleichgültig zusehen, dass Sītā in das Feuer stürzt? Wie erkennst du nicht dich selbst, den Besten der Götterscharen, den in Wahrheit Wohnenden, den ersten der Vasus, den Herrn der Wesen von einst?

Wort für Wort
kartā sarvasya lokasya
der Schöpfer der ganzen Welt
śreṣṭho jñānavatāṃ prabhuḥ
der Beste, der Herr der Wissenden
upekṣase kathaṃ sītāṃ
wie kannst du gleichgültig zusehen bei Sītā
patantīṃ havyavāhane
wie sie in das Feuer stürzt
kathaṃ devagaṇaśreṣṭham
wie, du Bester der Götterscharen
ātmānaṃ na avabuddhyase
erkennst du dich selbst nicht
ṛtadhāmā vasuḥ pūrvaṃ
der in Wahrheit Wohnende, der erste Vasu
vasūnāṃ ca prajāpatiḥ
und der Herr der Wesen der Vasus

trayāṇāmapi lokānāmādikartā svayaṃ prabhuḥ | rudrāṇāmaṣṭamo rudraḥ sādhyānāmapi pañcamaḥ ||

Du bist selbst der Urschöpfer der drei Welten, der achte der elf Rudras, auch der fünfte der Sādhyas,

Wort für Wort
trayāṇām api lokānām
auch der drei Welten
ādikartā svayaṃ prabhuḥ
selbst der Urschöpfer, der Herr
rudrāṇām aṣṭamo rudraḥ
der achte der Rudras
sādhyānām api pañcamaḥ
auch der fünfte der Sādhyas

aśvinau cāpi karṇau te sūryācandrāmasau dṛśau | ante cādau ca lokānāṃ dṛśyase ca paraṃtapa ||

die beiden Aśvin sind deine Ohren, Sonne und Mond deine Augen; am Ende und am Anfang der Welten zeigst du dich, du Feindebezwinger.

Wort für Wort
aśvinau ca api karṇau te
die beiden Aśvin sind auch deine Ohren
sūryācandrāmasau dṛśau
Sonne und Mond deine Augen
ante ca ādau ca lokānāṃ
am Ende und am Anfang der Welten
dṛśyase ca paraṃtapa
zeigst du dich, du Feindebezwinger

upekṣase ca vaidehīṃ mānuṣaḥ prākṛto yathā | ityukto lokapālaistaiḥ svāmī lokasya rāghavaḥ ||

Und doch übersiehst du die Vaidehī, wie ein gewöhnlicher Mensch." So von jenen Weltenhütern angesprochen, sprach Rāghava, der Herr der Welt,

Wort für Wort
upekṣase ca vaidehīṃ
und du übersiehst doch die Vaidehī
mānuṣaḥ prākṛto yathā
wie ein gewöhnlicher Mensch
iti uktaḥ lokapālaiḥ taiḥ
so von jenen Weltenhütern angesprochen
svāmī lokasya rāghavaḥ
Rāghava, der Herr der Welt

abravittridaśaśreṣṭhān rāmo dharmabhṛtāṃ varaḥ | ātmānaṃ mānuṣaṃ manye rāmaṃ daśarathātmajam ||

zu den Besten der Götter: "Ich halte mich für einen Menschen, für Rāma, den Sohn Daśarathas.

Wort für Wort
abravīt tridaśaśreṣṭhān
er sprach zu den Besten der Götter
rāmo dharmabhṛtāṃ varaḥ
Rāma, der Beste der Rechtschaffenen
ātmānaṃ mānuṣaṃ manye
ich halte mich für einen Menschen
rāmaṃ daśarathātmajam
für Rāma, den Sohn Daśarathas

so.ahaṃ yasya yataścāhaṃ bhagavaṃstadbravītu me | iti bruvāṇaṃ kākutthsaṃ brahmā brahmavidāṃ varaḥ ||

Wer ich bin und woher ich stamme, das möge der Erhabene mir sagen." Zu dem so sprechenden Kākutstha sprach Brahmā, der Beste der Kenner des Brahman,

Wort für Wort
saḥ ahaṃ yasya yataḥ ca aham
wer ich bin und woher ich stamme
bhagavan tat bravītu me
das möge, Erhabener, mir sagen
iti bruvāṇaṃ kākutthsaṃ
zu dem so sprechenden Kākutstha
brahmā brahmavidāṃ varaḥ
Brahmā, der Beste der Kenner des Brahman

abravīcchṛṇu me vākyaṃ satyaṃ satyaparākrama | bhavānnārāyaṇo devaḥ śrīmāṃścakrāyudhaḥ prabhuḥ ||

und sprach: "Vernimm mein Wort, das wahrhaftig ist, du von wahrhaftiger Kraft: Du bist der Gott Nārāyaṇa, der glanzvolle, der scheibenbewaffnete Herr.

Wort für Wort
abravīt śṛṇu me vākyaṃ
er sprach: vernimm mein Wort
satyaṃ satyaparākrama
das wahrhaftig ist, du von wahrhaftiger Kraft
bhavān nārāyaṇo devaḥ
du bist der Gott Nārāyaṇa
śrīmān cakrāyudhaḥ prabhuḥ
der glanzvolle, scheibenbewaffnete Herr

ekaśṛṅgo varāhastvaṃ bhūtabhavyasapatnajit | akṣaraṃ brahma satyaṃ ca madhye cānte ca rāghava ||

Du bist der einhörnige Eber, der Bezwinger der Feinde von Vergangenheit und Zukunft, das unvergängliche Brahman, die Wahrheit, in der Mitte und am Ende, Rāghava.

Wort für Wort
ekaśṛṅgo varāhaḥ tvaṃ
du bist der einhörnige Eber
bhūtabhavyasapatnajit
der Bezwinger der Feinde von Vergangenheit und Zukunft
akṣaraṃ brahma satyaṃ ca
das unvergängliche Brahman, die Wahrheit
madhye ca ante ca rāghava
in der Mitte und am Ende, Rāghava

lokānāṃ tvaṃ paro dharmo viṣvaksenaścaturbhajaḥ | śārṅgadhanvā hṛṣīkeśaḥ puruṣaḥ puruṣottamaḥ ||

Du bist der höchste Dharma der Welten, Viṣvaksena mit den vier Armen, der den Bogen Śārṅga trägt, der Herr der Sinne, der Geist, der höchste der Männer.

Wort für Wort
lokānāṃ tvaṃ paro dharmo
du bist der höchste Dharma der Welten
viṣvaksenaḥ caturbhajaḥ
Viṣvaksena mit den vier Armen
śārṅgadhanvā hṛṣīkeśaḥ
der den Bogen Śārṅga trägt, der Herr der Sinne
puruṣaḥ puruṣottamaḥ
der Geist, der höchste der Männer

ajitaḥ khaḍgadhṛgviṣṇuḥ kṛṣṇaścaiva mahābalaḥ | senānīrgrāmaṇīśca tvaṃ tvaṃ buddhi stvaṃ kṣamā damaḥ ||

Du bist der unbesiegte Schwertträger Viṣṇu, ebenso der hochgewaltige Kṛṣṇa, der Heerführer und der Dorfvorsteher, du bist die Klugheit, die Geduld, die Selbstbeherrschung,

Wort für Wort
ajitaḥ khaḍgadhṛk viṣṇuḥ
der unbesiegte Schwertträger Viṣṇu
kṛṣṇaḥ ca eva mahābalaḥ
und ebenso der hochgewaltige Kṛṣṇa
senānīḥ grāmaṇīḥ ca tvaṃ
der Heerführer und der Dorfvorsteher bist du
tvaṃ buddhiḥ tvaṃ kṣamā damaḥ
du die Klugheit, du die Geduld, die Selbstbeherrschung

prabhavaścāpyayaśca tvamupendro madhusūdanaḥ | indrakarmā mahendrastvaṃ padmanābho raṇāntakṛt ||

du bist der Ursprung und der Untergang, Upendra, der Töter des Madhu; du vollbringst Indras Taten, bist der große Indra, der Lotosnabelte, der die Schlacht beendet,

Wort für Wort
prabhavaḥ ca apyayaḥ ca tvam
du bist der Ursprung und der Untergang
upendro madhusūdanaḥ
Upendra, der Töter des Madhu
indrakarmā mahendraḥ tvaṃ
du vollbringst Indras Taten, der große Indra
padmanābho raṇāntakṛt
der Lotosnabelte, der die Schlacht beendet

śaraṇyaṃ śaraṇam ca tvāmahurdivyā maharṣayaḥ | sahasraśṛṅgo vedātmā śataśīrṣo maharṣabhaḥ ||

die himmlischen großen Weisen nennen dich den, der Zuflucht gewährt, die Zuflucht selbst, den tausendhörnigen, den in den Veden Wesenden, den hundertköpfigen großen Stier.

Wort für Wort
śaraṇyaṃ śaraṇam ca tvām
dich, der Zuflucht gewährt, die Zuflucht selbst
āhuḥ divyā maharṣayaḥ
nennen dich die himmlischen großen Weisen
sahasraśṛṅgo vedātmā
den tausendhörnigen, den in den Veden Wesenden
śataśīrṣo maharṣabhaḥ
den hundertköpfigen großen Stier

tvaṃ trayāṇāṃ hi lokānāmādikartā svayaṃprabhuḥ | siddhānāmapi sādhyānāmāśrayaścāsi pūrvajaḥ ||

Denn du bist der Urschöpfer der drei Welten, selbstherrlich, auch der Zuflucht der Siddhas und Sādhyas, der Erstgeborene.

Wort für Wort
tvaṃ trayāṇāṃ hi lokānām
denn du der drei Welten
ādikartā svayaṃprabhuḥ
Urschöpfer, selbstherrlich
siddhānām api sādhyānām
auch der Siddhas und Sādhyas
āśrayaḥ ca asi pūrvajaḥ
bist du die Zuflucht, der Erstgeborene

tvaṃ yajñstvaṃ vaṣaṭkārastvamoṃkāraḥ parātparaḥ | prabhavaṃ nidhanaṃ vā te no viduḥ ko bhavāniti ||

Du bist das Opfer, du der Vaṣaṭ-Ruf, du die Silbe Om, der Höchste über dem Höchsten; deinen Ursprung und dein Vergehen kennt niemand, noch wer du bist.

Wort für Wort
tvaṃ yajñaḥ tvaṃ vaṣaṭkāraḥ
du bist das Opfer, du der Vaṣaṭ-Ruf
tvam oṃkāraḥ parātparaḥ
du die Silbe Om, der Höchste über dem Höchsten
prabhavaṃ nidhanaṃ vā te
deinen Ursprung oder dein Vergehen
na viduḥ ko bhavān iti
kennt niemand, wer du bist

dṛśyase sarvabhūteṣu goṣu ca brāhmaṇeṣu ca | dikṣu sarvāsu gagane parvateṣu nadīṣu ca ||

In allen Wesen zeigst du dich, in den Kühen und den Brahmanen, in allen Himmelsrichtungen, im Himmelsraum, in den Bergen und Flüssen,

Wort für Wort
dṛśyase sarvabhūteṣu
du zeigst dich in allen Wesen
goṣu ca brāhmaṇeṣu ca
in den Kühen und den Brahmanen
dikṣu sarvāsu gagane
in allen Himmelsrichtungen, im Himmelsraum
parvateṣu nadīṣu ca
in den Bergen und Flüssen

sahasracaraṇaḥ śrīmān śataśīrṣaḥ sahasradṛk | tvaṃ dhārayasi bhūtāni pṛthivīṃ ca saparvatām ||

mit tausend Füßen, glanzvoll, hundertköpfig, tausendäugig; du trägst die Wesen und die Erde samt den Bergen.

Wort für Wort
sahasracaraṇaḥ śrīmān
mit tausend Füßen, glanzvoll
śataśīrṣaḥ sahasradṛk
hundertköpfig, tausendäugig
tvaṃ dhārayasi bhūtāni
du trägst die Wesen
pṛthivīṃ ca saparvatām
und die Erde samt den Bergen

ante pṛthivyāḥ salile dṛśyase tvaṃ mahoragaḥ | trīn lokān dhārayan rāma devagandharvadānavān ||

Am Ende der Erde zeigst du dich im Wasser als große Schlange, Rāma, die drei Welten der Götter, Gandharven und Dānavas tragend.

Wort für Wort
ante pṛthivyāḥ salile
am Ende der Erde im Wasser
dṛśyase tvaṃ mahoragaḥ
zeigst du dich als große Schlange
trīn lokān dhārayan rāma
die drei Welten tragend, Rāma
devagandharvadānavān
der Götter, Gandharven und Dānavas

ahaṃ te hṛdayaṃ rāma jihvā devī sarasvatī | devā romāṇi gātreṣu brahmaṇā nirmitāḥ prabho ||

Ich bin dein Herz, Rāma, die Göttin Sarasvatī deine Zunge, die Götter sind die Haare an deinen Gliedern, von Brahmā geschaffen, Herr.

Wort für Wort
ahaṃ te hṛdayaṃ rāma
ich bin dein Herz, Rāma
jihvā devī sarasvatī
die Göttin Sarasvatī deine Zunge
devā romāṇi gātreṣu
die Götter sind die Haare an deinen Gliedern
brahmaṇā nirmitāḥ prabho
von Brahmā geschaffen, Herr

nimeṣaste smṛtā rātrirunmeṣo divasastathā | saṃskārāstvabhavanvedā naitadasti tvayā vinā ||

Dein Lidschlag gilt als die Nacht, das Öffnen der Augen als der Tag; die heiligen Riten entstanden als die Veden – nichts von alledem gibt es ohne dich.

Wort für Wort
nimeṣaḥ te smṛtā rātriḥ
dein Lidschlag gilt als die Nacht
unmeṣo divasaḥ tathā
das Öffnen der Augen ebenso als der Tag
saṃskārāḥ tu abhavan vedā
die heiligen Riten wurden zu den Veden
na etat asti tvayā vinā
nichts von alledem gibt es ohne dich

jagatsarvaṃ śarīraṃ te sthairyaṃ te vasudhātalam | agniḥ kopaḥ prasādaste somaḥ śrīvatsalakṣaṇaḥ ||

Die ganze Welt ist dein Leib, deine Beständigkeit ist der Erdboden; das Feuer ist dein Zorn, der Mond deine Gnade, mit dem Śrīvatsa-Zeichen versehen.

Wort für Wort
jagat sarvaṃ śarīraṃ te
die ganze Welt ist dein Leib
sthairyaṃ te vasudhātalam
deine Beständigkeit der Erdboden
agniḥ kopaḥ prasādaḥ te
das Feuer dein Zorn, deine Gnade
somaḥ śrīvatsalakṣaṇaḥ
der Mond, mit dem Śrīvatsa-Zeichen versehen

tvayā lokāstrayaḥ krāntāḥ purā svairvikramaistribhiḥ | mahendraśca kṛto rājā baliṃ baddhvā sudāruṇam ||

Von dir wurden einst die drei Welten mit deinen drei Schritten durchschritten, und der große Indra zum König gemacht, nachdem du den überaus furchtbaren Bali gebunden hattest.

Wort für Wort
tvayā lokāḥ trayaḥ krāntāḥ
von dir wurden die drei Welten durchschritten
purā svaiḥ vikramaiḥ tribhiḥ
einst mit deinen drei Schritten
mahendraḥ ca kṛto rājā
und der große Indra zum König gemacht
baliṃ baddhvā sudāruṇam
nachdem du den überaus furchtbaren Bali gebunden hattest

sītā lakṣmīrbhavān viṣṇurdevaḥ kṛṣṇaḥ prajāpatiḥ | vadhārthaṃ rāvaṇasyeha praviṣṭo mānuṣīṃ tanum ||

Sītā ist Lakṣmī, du bist Viṣṇu, der Gott Kṛṣṇa, der Herr der Wesen; um Rāvaṇa zu töten, bist du hier in einen menschlichen Leib eingegangen.

Wort für Wort
sītā lakṣmīḥ bhavān viṣṇuḥ
Sītā ist Lakṣmī, du bist Viṣṇu
devaḥ kṛṣṇaḥ prajāpatiḥ
der Gott Kṛṣṇa, der Herr der Wesen
vadhārthaṃ rāvaṇasya iha
um Rāvaṇa zu töten, hier
praviṣṭo mānuṣīṃ tanum
bist du in einen menschlichen Leib eingegangen

tadidaṃ nastvayā kāryaṃ kṛtaṃ dharmabhṛtāṃ vara | nihato rāvaṇo rāma prahṛṣṭo divamākrama ||

So ist dieses unser Anliegen von dir vollbracht, du Bester der Rechtschaffenen; Rāvaṇa ist erschlagen, Rāma – steige hocherfreut zum Himmel empor.

Wort für Wort
tat idaṃ naḥ tvayā kāryaṃ
so ist dieses unser Anliegen von dir
kṛtaṃ dharmabhṛtāṃ vara
vollbracht, du Bester der Rechtschaffenen
nihato rāvaṇo rāma
Rāvaṇa ist erschlagen, Rāma
prahṛṣṭo divam ākrama
steige hocherfreut zum Himmel empor

amoghaṃ deva vīryaṃ te na te moghāḥ parākramāḥ | amoghaṃ darśanaṃ rāma amoghastava saṃstavaḥ ||

Nicht vergeblich, Gott, ist deine Tapferkeit, nicht vergeblich sind deine Heldentaten; nicht vergeblich, Rāma, ist dein Anblick, nicht vergeblich das Lob auf dich.

Wort für Wort
amoghaṃ deva vīryaṃ te
nicht vergeblich, Gott, ist deine Tapferkeit
na te moghāḥ parākramāḥ
nicht vergeblich sind deine Heldentaten
amoghaṃ darśanaṃ rāma
nicht vergeblich, Rāma, ist dein Anblick
amoghaḥ tava saṃstavaḥ
nicht vergeblich das Lob auf dich

amoghāste bhaviṣyanti bhaktimanto narā bhuvi | ye tvāṃ devam dhruvaṃ bhaktāḥ purāṇaṃ puruṣottamam | prāpnuvanti sadā kāmāniha loke pātra ca ||

Nicht vergeblich werden auf Erden jene hingebungsvollen Menschen sein, die dich, den Gott, gewiss ergeben verehren, den uralten, höchsten der Männer – sie erlangen stets ihre Wünsche, in dieser Welt und danach.

Wort für Wort
amoghāḥ te bhaviṣyanti
nicht vergeblich werden sein
bhaktimanto narā bhuvi
die hingebungsvollen Menschen auf Erden
ye tvāṃ devam dhruvaṃ bhaktāḥ
die dich, den Gott, gewiss ergeben verehren
purāṇaṃ puruṣottamam
den uralten, höchsten der Männer
prāpnuvanti sadā kāmān
sie erlangen stets ihre Wünsche
iha loke pātra ca
in dieser Welt und danach

imamārṣam stavaṃ divyamitihāsaṃ purātanam | ye narāḥ kīrtayiṣyanti nāsti teṣāṃ parābhavaḥ |

Die Menschen, die dieses von den Sehern stammende, himmlische, uralte Loblied und diese Geschichte verkünden werden, für sie wird es keine Niederlage geben."

Wort für Wort
imam ārṣam stavaṃ divyam
dieses von den Sehern stammende, himmlische Loblied
itihāsaṃ purātanam
und diese uralte Geschichte
ye narāḥ kīrtayiṣyanti
die Menschen, die es verkünden werden
na asti teṣāṃ parābhavaḥ
für sie wird es keine Niederlage geben

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