Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa
Sarga 64: Mahodara-Nītiḥ
Mahodaras List: der Plan der falschen Kunde
taduktamatikāyasya balino bāhuśālinaḥ | kumbhakarṇasya vacanam śrutvovāca mahodaraḥ ||1||
Als er jenes Wort des starken, armkräftigen Kumbhakarṇa gehört hatte - das dem gewaltigen Atikāya gesagte -, sprach Mahodara:
Wort für Wort tat uktam atikāyasya jenes, dem Atikāya gesagte balinaḥ bāhuśālinaḥ des starken, armkräftigen kumbhakarṇasya vacanam śrutvā Kumbhakarṇas Wort gehört habend uvāca mahodaraḥ sprach Mahodara kumbhakarṇakule jāto dhṛṣṭaḥ prākṛtadarśanaḥ | avalipto na śaknoṣi kṛtyam sarvatra veditum ||2||
Im Geschlecht Kumbhakarṇas geboren, verwegen, von gewöhnlicher Einsicht, aufgeblasen, vermagst du nicht, das Rechte in jeder Hinsicht zu erkennen.
Wort für Wort kumbhakarṇa-kule jātaḥ im Geschlecht Kumbhakarṇas geboren dhṛṣṭaḥ prākṛta-darśanaḥ verwegen, von gewöhnlicher Einsicht avaliptaḥ na śaknoṣi aufgeblasen, du vermagst nicht kṛtyam sarvatra veditum das Rechte überall zu erkennen na hi rājā na jānīte kumbhakarṇa nayānayau | tvam tu kaiśorakāddhṛṣṭaḥ kevalam vaktumicchasi ||3||
Denn nicht ist es so, dass der König Politik und Unpolitik nicht kennt, Kumbhakarṇa; du aber willst nur aus jugendlicher Verwegenheit reden.
Wort für Wort na hi rājā na jānīte denn nicht ist es, dass der König nicht kennt kumbhakarṇa naya-anayau Kumbhakarṇa, Politik und Unpolitik tvam tu kaiśorakāt dhṛṣṭaḥ du aber, aus jugendlicher Verwegenheit kevalam vaktum icchasi willst nur reden sthānam vṛddhim ca hāniṃ ca deśakālavibhāgavit | ātmanaśca pareṣām ca budhyate rākṣasarṣabha ||4||
Stillstand, Zunahme und Abnahme, kundig der Unterscheidung von Ort und Zeit, versteht er, sowohl das Eigene als auch das der anderen, o Stier unter den Rākṣasas.
Wort für Wort sthānam vṛddhim ca hānim ca Stillstand, Zunahme und Abnahme deśa-kāla-vibhāga-vit kundig der Unterscheidung von Ort und Zeit ātmanaḥ ca pareṣām ca sowohl das Eigene als das der anderen budhyate rākṣasa-ṛṣabha versteht er, o Stier unter den Rākṣasas yattu śakyaṃ balavatā kartuṃ prākṛtabuddhinā | anupāsitavṛddhena kaḥ kuryāttādṛśaṃ budhaḥ ||5||
Was zwar ein Starker von gewöhnlicher Einsicht, der nie den Alten gedient hat, tun mag - wer, der weise ist, würde solches tun?
Wort für Wort yat tu śakyam balavatā kartum was zwar ein Starker tun mag prākṛta-buddhinā von gewöhnlicher Einsicht anupāsita-vṛddhena der nie den Alten gedient hat kaḥ kuryāt tādṛśam budhaḥ wer, der weise ist, würde solches tun yāṃstu dharmārthakāmāṃstvaṃ bravīṣi pṛthagāśrayān | avaboddhum svabhāvena na hi lakṣaṇamasti te ||6||
Recht, Nutzen und Verlangen aber, die du als je für sich stehend bezeichnest, zu verstehen - dazu fehlt dir von Natur aus die Fähigkeit.
Wort für Wort yān tu dharma-artha-kāmān Recht, Nutzen und Verlangen aber tvam bravīṣi pṛthak-āśrayān die du als je für sich stehend bezeichnest avaboddhum svabhāvena zu verstehen, von Natur aus na hi lakṣaṇam asti te fehlt dir die Fähigkeit karma caiva hi sarveṣām kāraṇānāṃ prayojanam | śreyaḥ pāpīyasām cātra phalaṃ bhavati karmaṇām ||7||
Denn die Tat ist der Zweck aller Ursachen; das Gute wie das Schlechte ist hier die Frucht der Taten.
Wort für Wort karma ca eva hi sarveṣām denn die Tat ist wahrlich aller kāraṇānām prayojanam Ursachen Zweck śreyaḥ pāpīyasām ca atra das Gute wie das Schlechtere hier phalam bhavati karmaṇām ist die Frucht der Taten niḥśreyasa phalāveva dharmārthāvitarāvapi | adharmānarthayoḥ prāptiḥ phalam ca pratyavāyikam ||8||
Recht und Nutzen, die beiden anderen, tragen die Frucht des höchsten Heils; das Erlangen von Unrecht und Schaden aber ist eine verhängnisvolle Frucht.
Wort für Wort niḥśreyasa-phalau eva tragen die Frucht des höchsten Heils dharma-arthau itarau api Recht und Nutzen, die beiden anderen auch adharma-anarthayoḥ prāptiḥ das Erlangen von Unrecht und Schaden phalam ca pratyavāyikam ist eine verhängnisvolle Frucht aihalaukikapāratryam karma pumbhirniṣevyate | karmāṇyapi tu kalpyāni labhate kāmamāsthitaḥ ||9||
Für diese und die jenseitige Welt wird die Tat von den Menschen vollbracht; doch wer sich einzig auf Begierde stützt, erlangt nur zufällige Taten.
Wort für Wort aiha-laukika-pāratryam karma für diese und die jenseitige Welt die Tat pumbhiḥ niṣevyate wird von den Menschen vollbracht karmāṇi api tu kalpyāni doch nur zufällige Taten labhate kāmam āsthitaḥ erlangt, wer sich auf Begierde stützt tatra kḷptamidam rājñā hṛdi kāryaṃ matam ca naḥ | śatrau hi sāhasam yatsyātkimivātrāpanīyate ||10||
Deshalb ist dies vom König im Herzen wohlerwogen worden, und es ist auch unsere Meinung; denn was im Umgang mit dem Feind Verwegenheit wäre - warum sollte hier davon abgewichen werden?
Wort für Wort tatra kḷptam idam rājñā deshalb ist dies vom König erwogen worden hṛdi kāryam matam ca naḥ im Herzen, und ist auch unsere Meinung śatrau hi sāhasam yat syāt denn was gegenüber dem Feind Verwegenheit wäre kim iva atra apanīyate warum sollte hier davon abgewichen werden ekasyaivābhiyāne tu heturyaḥ prakṛtastvayā | tatrāpyanupapannam te vakṣyāmi yadasādhu ca ||11||
Für den Grund aber, den du für den Alleingang angeführt hast, werde ich dir auch dessen Unstimmigkeit darlegen, das Untaugliche daran.
Wort für Wort ekasya eva abhiyāne tu für den Alleingang aber hetuḥ yaḥ prakṛtaḥ tvayā den Grund, den du angeführt hast tatra api anupapannam te auch dessen Unstimmigkeit vakṣyāmi yat asādhu ca werde ich dir sagen, was untauglich ist yena pūrvam janasthāne bahavo.atibalā hatāḥ | rākṣasā rāghavam taṃ tvaṃ kathameko jayiṣyasi ||12||
Er, durch den zuvor in Janasthāna viele überaus starke Rākṣasas erschlagen wurden - jenen Rāghava, wie willst du ihn allein besiegen?
Wort für Wort yena pūrvam janasthāne durch den zuvor in Janasthāna bahavaḥ atibalāḥ hatāḥ viele überaus starke erschlagen wurden rākṣasāḥ rāghavam tam tvam Rākṣasas, jenen Rāghava, du katham ekaḥ jayiṣyasi wie willst du allein besiegen ye purā nirjitāstena janasthāne mahaujasaḥ | rākṣasāṃstānpure sarvānbhītānadyāpi paśyasi ||13||
Jene von gewaltiger Kraft, die einst von ihm in Janasthāna besiegt wurden, jene Rākṣasas siehst du alle noch heute in der Stadt voller Furcht.
Wort für Wort ye purā nirjitāḥ tena die einst von ihm besiegt wurden janasthāne mahā-ojasaḥ in Janasthāna, von gewaltiger Kraft rākṣasān tān pure sarvān jene Rākṣasas alle in der Stadt bhītān adya api paśyasi siehst du noch heute voller Furcht tam simhamiva saṅkruddhaṃ rāmam daśarathātmajam | sarpam suptamivābudhhyā prabodhayitumicchasi ||14||
Jenen Rāma, den Sohn des Daśaratha, dem zornigen Löwen gleich, willst du wecken, wie man aus Unwissenheit eine schlafende Schlange weckt.
Wort für Wort tam siṃham iva saṅkruddham jenen, dem zornigen Löwen gleich rāmam daśaratha-ātmajam Rāma, den Sohn des Daśaratha sarpam suptam iva abudhyā wie eine schlafende Schlange, aus Unwissenheit prabodhayitum icchasi willst du wecken jvalantam tejasā nityaṃ krodhena ca durāsadam | kastaṃ mṛtyumivāsahyamāsādayitumarhati ||15||
Wer könnte es wagen, sich ihm zu nähern, der stets von Glanz lodert und durch seinen Zorn unnahbar ist, wie dem unerträglichen Tod?
Wort für Wort jvalantam tejasā nityam stets von Glanz lodernd krodhena ca durāsadam und durch Zorn unnahbar kaḥ tam mṛtyum iva asahyam wer könnte diesem, dem unerträglichen Tod gleich āsādayitum arhati sich zu nähern wagen saṃśayasthamidam sarvaṃ śatroḥ pratisamāsane | ekasya gamanam tatra na hi me rocate tava ||16||
All dies ist voller Ungewissheit im Angesicht des Feindes; dass du dorthin allein gehst, das gefällt mir nicht.
Wort für Wort saṃśaya-stham idam sarvam all dies ist voller Ungewissheit śatroḥ pratisamāsane im Angesicht des Feindes ekasya gamanam tatra dass du allein dorthin gehst na hi me rocate tava gefällt mir nicht hīnārthastu samṛddhārtham ko ripuṃ prākṛto yathā | niścitam jīvitatyāge vaśamānetumicchati ||17||
Wer, der an Mitteln unterlegen ist, wie ein gewöhnlicher Mann, will schon einen an Mitteln überlegenen Feind, entschlossen sein Leben zu opfern, unter seine Gewalt bringen?
Wort für Wort hīna-arthaḥ tu samṛddha-artham der an Mitteln unterlegene, aber den überlegenen kaḥ ripum prākṛtaḥ yathā welcher gewöhnliche Feind niścitam jīvita-tyāge entschlossen im Opfern des Lebens vaśam ānetum icchati will unter seine Gewalt bringen yasya nāsti manuṣyeṣu sadṛśo rākṣasottama | kathamāśaṃsase yoddhum tulyenendravivasvatoḥ ||18||
Wie kannst du, o Bester der Rākṣasas, hoffen, gegen den zu kämpfen, dem unter den Menschen niemand gleich ist, der Indra und Vivasvat gleicht?
Wort für Wort yasya na asti manuṣyeṣu dem nicht ist unter den Menschen sadṛśaḥ rākṣasa-uttama ein Gleicher, o Bester der Rākṣasas katham āśaṃsase yoddhum wie hoffst du zu kämpfen tulyena indra-vivasvatoḥ gegen den Indra und Vivasvat gleichen evamuktvā tu samrabdham kumbhakarṇaṃ mahodaraḥ | uvāca rakṣasāṃ madhye rāvaṇo lokarāvaṇam ||19||
So zu dem erregten Kumbhakarṇa gesprochen habend, sagte Mahodara inmitten der Rākṣasas zu Rāvaṇa, dem Bezwinger der Welten:
Wort für Wort evam uktvā tu saṃrabdham so gesprochen habend zu dem erregten kumbhakarṇam mahodaraḥ Kumbhakarṇa, Mahodara uvāca rakṣasām madhye sprach inmitten der Rākṣasas rāvaṇaḥ loka-rāvaṇam zu Rāvaṇa, dem Bezwinger der Welten labdhvā punastām vaidehīm kimarthaṃ tvaṃ prajalpasi | yadecchasi tadā sītā vaśagā te bhaviṣyati ||20||
Warum redest du weiter davon, die Tochter des Videha-Königs erst zu gewinnen? Was du auch willst, Sītā wird dir gefügig werden.
Wort für Wort labdhvā punaḥ tām vaidehīm die Tochter des Videha-Königs erst gewinnend kimartham tvam prajalpasi warum redest du davon yat icchasi tadā sītā was du auch willst, dann wird Sītā vaśagā te bhaviṣyati dir gefügig werden dṛṣṭaḥ kaścidupāyo me sītopasthānakārakaḥ | rucitaścetsvayā buddhyā rākṣaseśvara tam śṛṇu ||21||
Ich habe einen Weg erkannt, der Sītā herbeibringt; wenn er dir mit deiner Klugheit gefällt, o Herrscher der Rākṣasas, so höre ihn:
Wort für Wort dṛṣṭaḥ kaścit upāyaḥ me ich habe einen Weg erkannt sītā-upasthāna-kārakaḥ der Sītā herbeibringt rucitaḥ cet svayā buddhyā wenn er dir mit deiner Klugheit gefällt rākṣasa-īśvara tam śṛṇu o Herrscher der Rākṣasas, höre ihn aham dvijihvaḥ samhrādī kumbhakarṇo vitardanaḥ | pañcarāmavadhāyaite niryāntītyavaghoṣaya ||22||
Lass verkünden: Ich, Dvijihva, Saṃhrādin, Kumbhakarṇa und Vitardana - diese fünf ziehen aus, um Rāma zu töten.
Wort für Wort aham dvijihvaḥ saṃhrādī ich, Dvijihva, Saṃhrādin kumbhakarṇaḥ vitardanaḥ Kumbhakarṇa, Vitardana pañca rāma-vadhāya ete diese fünf zur Tötung Rāmas niryānti iti avaghoṣaya 'sie ziehen aus' - lass verkünden tato gatvā vayam yuddham dāsyāmastasya yatnataḥ | jeṣyāmo yadi te śatrūnnopāyaiḥ kṛtyamasti naḥ ||23||
Dann werden wir hingehen und ihm eifrig Kampf liefern; wenn wir deine Feinde besiegen, brauchen wir keine weiteren Listen.
Wort für Wort tataḥ gatvā vayam yuddham dann hingehend werden wir Kampf dāsyāmaḥ tasya yatnataḥ ihm eifrig liefern jeṣyāmaḥ yadi te śatrūn wenn wir deine Feinde besiegen na upāyaiḥ kṛtyam asti naḥ brauchen wir keine Listen mehr atha jīvati naḥ śatrurvayam ca kṛtasamyugāḥ | tataḥ samabhipatsyāmo manasā yatsamīkṣitum ||24||
Sollte aber unser Feind noch leben, nachdem wir den Kampf geführt haben, dann werden wir das tun, was im Geiste erwogen wurde.
Wort für Wort atha jīvati naḥ śatruḥ sollte aber unser Feind noch leben vayam ca kṛta-saṃyugāḥ und wir, nachdem wir den Kampf geführt haben tataḥ samabhipatsyāmaḥ dann werden wir tun manasā yat samīkṣitum was im Geiste erwogen wurde vayam yuddhādihaiṣyāmo rudhireṇa samukṣitāḥ | vidāryā svātānuṃ bāṇai rāmanāmāṅkitaiḥ śitaiḥ ||25||
Wir werden vom Kampf hierher zurückkehren, mit Blut besprengt, unsere eigenen Leiber mit scharfen, Rāmas Namen tragenden Pfeilen zerrissen habend.
Wort für Wort vayam yuddhāt iha eṣyāmaḥ wir werden vom Kampf hierher kommen rudhireṇa samukṣitāḥ mit Blut besprengt vidārya svān tanūn bāṇaiḥ unsere eigenen Leiber mit Pfeilen zerreißend rāma-nāma-aṅkitaiḥ śitaiḥ mit scharfen, Rāmas Namen tragenden bhakṣito rāghavo.asmābhirlakṣmaṇaśceti vādinaḥ | tava pādau grahīṣyāmastvaṃ naḥ kāma prapūraya ||26||
Sagend: Rāghava wurde von uns verschlungen, und Lakṣmaṇa auch - so werden wir deine Füße ergreifen; erfülle uns unser Verlangen.
Wort für Wort bhakṣitaḥ rāghavaḥ asmābhiḥ Rāghava wurde von uns verschlungen lakṣmaṇaḥ ca iti vādinaḥ und Lakṣmaṇa, so sagend tava pādau grahīṣyāmaḥ werden wir deine Füße ergreifen tvam naḥ kāmam prapūraya erfülle uns unser Verlangen tato.avaghoṣaya pure gajaskandhena pārthiva | hato rāmaḥ saha bhrātrā sasainya iti sarvataḥ ||27||
Dann lass in der Stadt vom Elefantenrücken herab verkünden, o Herrscher, überall: 'Rāma wurde samt seinem Bruder und Heer erschlagen.'
Wort für Wort tataḥ avaghoṣaya pure dann lass in der Stadt verkünden gaja-skandhena pārthiva vom Elefantenrücken, o Herrscher hataḥ rāmaḥ saha bhrātrā Rāma wurde samt Bruder erschlagen sasainyaḥ iti sarvataḥ und Heer, überall prīto nāma tato bhūtvā bhṛtyānām tvamarindama | bhogāṃśca parivārāṃśca kāmāṃśca vasudāpaya ||28||
Dann, dich als erfreut zeigend, o Feindebezwinger, gewähre deinen Dienern Genüsse, Gefolge, Wünsche und Reichtümer.
Wort für Wort prītaḥ nāma tataḥ bhūtvā dich als erfreut zeigend dann bhṛtyānām tvam ariṃdama deinen Dienern, o Feindebezwinger bhogān ca parivārān ca Genüsse und Gefolge kāmān ca vasu dāpaya und Wünsche und Reichtümer gewähre tato mālyāni vāsāṃsi vīrāṇām anulepanam | deyam ca bahu yodhebhyaḥ svayaṃ ca muditaḥ piba ||29||
Dann sollen Kränze, Gewänder und Salben den Helden reichlich gegeben werden, den Kriegern - und trinke du selbst freudig.
Wort für Wort tataḥ mālyāni vāsāṃsi dann Kränze, Gewänder vīrāṇām anulepanam den Helden Salben deyam ca bahu yodhebhyaḥ reichlich gegeben den Kriegern svayam ca muditaḥ piba und trinke du selbst freudig tato.asminbahulībhūte kaulīne sarvato gate | bhakṣitaḥ sasuhRidrāmo rākṣasairiti viśrute ||30||
Wenn dann dieses Gerücht sich überall verbreitet hat und weithin bekannt geworden ist: 'Rāma wurde samt seinen Freunden von den Rākṣasas verschlungen' -
Wort für Wort tataḥ asmin bahulī-bhūte wenn dann dieses sich verbreitet hat kaulīne sarvataḥ gate das Gerücht überall verbreitet bhakṣitaḥ sa-suhṛt rāmaḥ Rāma wurde samt seinen Freunden verschlungen rākṣasaiḥ iti viśrute von den Rākṣasas, so weithin bekannt praviśyāśvāsya cāpi tvam sītāṃ rahasi sāntvaya | dhanadhānyaiśca kāmaiśca ratnaiścaināṃ pralobhaya ||31||
trittst du ein, tröstest sie, und im Verborgenen sprich Sītā beruhigend zu; mit Reichtümern, Getreide, Wünschen und Juwelen locke sie an dich.
Wort für Wort praviśya āśvāsya ca api tvam eintretend und tröstend sītām rahasi sāntvaya sprich im Verborgenen zu Sītā beruhigend dhana-dhānyaiḥ ca kāmaiḥ ca mit Reichtümern, Getreide und Wünschen ratnaiḥ ca enām pralobhaya und mit Juwelen locke sie an anayopadhayā rājanbhayaśokānubandhayā | akāmā tvadvaśam sītā naṣṭanāthā gamiṣyati ||32||
Durch diese List, o König, die Furcht und Kummer im Gefolge hat, wird Sītā, ohne Verlangen, ihres Herrn beraubt glaubend, in deine Gewalt geraten.
Wort für Wort anayā upadhayā rājan durch diese List, o König bhaya-śoka-anubandhayā die Furcht und Kummer im Gefolge hat akāmā tvat-vaśam sītā ohne Verlangen, in deine Gewalt Sītā naṣṭa-nāthā gamiṣyati ihres Herrn beraubt, wird geraten ramanīyam hi bhartāraṃ vinaṣṭamavagamya sā | nairāśyātstrīlaghutvācca tvadvaśaṃ pratipatsyate ||33||
Denn sie, in der Annahme, dass ihr liebenswerter Gemahl vernichtet sei, wird aus Verzweiflung und aus der Wankelmütigkeit der Frauen in deine Gewalt geraten.
Wort für Wort ramanīyam hi bhartāram denn den liebenswerten Gemahl vinaṣṭam avagamya sā als vernichtet annehmend, sie nairāśyāt strī-laghutvāt ca aus Verzweiflung und aus der Wankelmütigkeit der Frauen tvat-vaśam pratipatsyate wird in deine Gewalt geraten sā purā sukhasamvṛddhā sukhārhā duḥkhakarṣitā | tvayyadhīnaḥ sukham jñātvā sarvathopagamiṣyati ||34||
Sie, die einst in Glück aufgewachsen und des Glücks würdig ist, nun von Leid geplagt, wird, erkennend, dass das Glück von dir abhängt, sich dir gänzlich nähern.
Wort für Wort sā purā sukha-saṃvṛddhā sie, einst in Glück aufgewachsen sukha-arhā duḥkha-karṣitā des Glücks würdig, von Leid geplagt tvayi adhīnaḥ sukham jñātvā erkennend, dass das Glück von dir abhängt sarvathā upagamiṣyati wird sie sich gänzlich nähern etatsunītaṃ mama darśanena | rāmam hi dṛṣṭvaiva bhavedanarthaḥ | ihaiva te setsyati motsukobhū | rmahānayuddhena sukhasya lābhaḥ ||35||
Dies ist meiner Ansicht nach wohlbedacht - denn beim bloßen Anblick Rāmas könnte Unheil entstehen; hier eben wird es dir gelingen, sei nicht ungeduldig - ein großer Gewinn an Glück ohne Kampf.
Wort für Wort etat sunītam mama darśanena dies ist meiner Ansicht nach wohlbedacht rāmam hi dṛṣṭvā eva bhavet anarthaḥ denn beim bloßen Anblick Rāmas könnte Unheil entstehen iha eva te setsyati hier eben wird es dir gelingen mā utsukaḥ bhūḥ mahān ayuddhena sukhasya lābhaḥ sei nicht ungeduldig, ein großer Gewinn an Glück ohne Kampf anaṣṭasainyo hyanavāptasaṃśayo | ripūnayuddhena jayan janādhipa | yaśaśca puṇyam ca mahanmahīpate | śriyam ca kīrtiṃ ca ciram samaśnute ||36||
Denn wer, ohne sein Heer zu verlieren, ohne in Ungewissheit zu geraten, die Feinde ohne Kampf besiegt, o Herr der Menschen, genießt Ruhm, Verdienst, großen Reichtum und Ehre lange Zeit, o Herrscher der Erde.
Wort für Wort anaṣṭa-sainyaḥ hi anavāpta-saṃśayaḥ denn ohne Heeresverlust, ohne in Ungewissheit zu geraten ripūn ayuddhena jayan janādhipa die Feinde ohne Kampf besiegend, o Herr der Menschen yaśaḥ ca puṇyam ca mahat mahīpate Ruhm und Verdienst und großen, o Herrscher der Erde śriyam ca kīrtim ca ciram samaśnute Reichtum und Ehre genießt er lange
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