tayostadā sāditayo raṇāgre mumoha sainyaṃ hariyūthapānām | sugrīvanīlāṅgadajāmbavanto na cāpi kiṃ citpratipedire te ||1||
Als die beiden da an der Front des Kampfes niedergestreckt waren, verlor das Heer der Affenführer die Besinnung; Sugrīva, Nīla, Aṅgada und Jāmbavant, auch sie wussten sich in keiner Weise zu helfen.
Wort für Wort
tayoḥ tadā sāditayoḥ raṇāgre
als die beiden da an der Front des Kampfes niedergestreckt waren
'Fürchtet euch nicht, dies ist keine Zeit der Verzweiflung, obwohl die edlen Königssöhne, ohnmächtig, verzagt sind, das Wort des Svayambhu tragend, da sie von Indrajits Waffennetz niedergestreckt wurden.'
Wort für Wort
mā bhaiṣṭa na asti atra viṣāda-kālaḥ
fürchtet euch nicht, dies ist keine Zeit der Verzweiflung
yat ārya-putrau avaśau viṣaṇṇau
obwohl die edlen Königssöhne, ohnmächtig, verzagt
svayambhuvaḥ vākyam atha udvahantau
das Wort des Svayambhu tragend
yat sāditau indrajit-astra-jālaiḥ
da sie von Indrajits Waffennetz niedergestreckt wurden
tasmai tu dattaṃ paramāstrametat tsvayambhuvā brāhmamamoghavegam | tanmānayantau yadi rājaputrau nipātitau ko atra viṣādakālaḥ ||4||
'Denn ihm wurde diese höchste Waffe von Svayambhu verliehen, die Brahmā-Waffe von unfehlbarer Wucht; wenn die beiden Königssöhne sie ehrend niedergestreckt wurden, welcher Anlass zur Verzweiflung besteht hier?'
Wort für Wort
tasmai tu dattam parama-astram etat
denn ihm wurde diese höchste Waffe verliehen
svayambhuvā brāhmam amogha-vegam
von Svayambhu, die Brahmā-Waffe von unfehlbarer Wucht
tat mānayantau yadi rāja-putrau
wenn die beiden Königssöhne sie ehrend
nipātitau kaḥ atra viṣāda-kālaḥ
niedergestreckt wurden, welcher Anlass zur Verzweiflung besteht hier
Ihn, den vom natürlichen Alter Gezeichneten, Alten, von Hunderten Pfeilen übersäten, den Sohn des Prajāpati, den Helden, wie ein erlöschendes Feuer, erblickend, trat der Sohn des Pulastya zu ihm und sprach folgendes Wort.
padbhyāṃ tu śailamāpīḍya vaḍavāmukhavanmukham | vivṛtyograṃ nanādoccaistrāsayanniva rākṣasān ||46||
Mit den Füßen den Berg niederdrückend, den Mund wie das Unterwasserfeuer weit öffnend, brüllte er laut und furchtbar, gleichsam die Rākṣasas erschreckend.
Nachdem er Rāma verehrt hatte, der Sohn des Windgottes, von furchtbarer Tapferkeit, der Feindevernichter, machte sich bereit zur höchsten Tat um Rāghavas willen.
Wort für Wort
namaskṛtvā atha rāmāya
nachdem er Rāma verehrt hatte
mārutiḥ bhīma-vikramaḥ
der Sohn des Windgottes, von furchtbarer Tapferkeit
sa pucchamudyamya bhujaṅgakalpaṃ vinamya pṛṣṭhaṃ śravaṇe nikuñcya | vivṛtya vaktraṃ vaḍavāmukhābham āpupluve vyomni sa caṇḍavegaḥ ||49||
Seinen schlangenähnlichen Schwanz erhebend, den Rücken beugend, die Ohren anlegend, das Maul dem Unterwasserfeuer gleich weit öffnend, sprang er, von rasender Geschwindigkeit, in den Himmel empor.
Wort für Wort
sa puccham udyamya bhujaṅga-kalpam
seinen schlangenähnlichen Schwanz erhebend
vinamya pṛṣṭham śravaṇe nikuñcya
den Rücken beugend, die Ohren anlegend
vivṛtya vaktram vaḍavāmukha-ābham
das Maul dem Unterwasserfeuer gleich öffnend
āpupluve vyomni sa caṇḍavegaḥ
sprang er, von rasender Geschwindigkeit, in den Himmel
sa vṛkṣaṣaṇḍāṃstarasā jahāra śailāñśilāḥ prākṛtavānarāṃś ca | bāhūruvegoddhatasampraṇunnās te kṣīṇavegāḥ salile nipetuḥ ||50||
Er riss mit Wucht Baumgruppen, Berge, Felsen und gewöhnliche Affen mit sich fort; durch die Wucht seiner Arme und Schenkel emporgehoben und fortgestoßen, fielen sie, ihrer Geschwindigkeit beraubt, ins Wasser.
Wort für Wort
sa vṛkṣa-ṣaṇḍān tarasā jahāra
er riss mit Wucht Baumgruppen mit sich fort
śailān śilāḥ prākṛta-vānarān ca
Berge, Felsen und gewöhnliche Affen
bāhu-uru-vega-uddhata-sampraṇunnāḥ
durch die Wucht seiner Arme und Schenkel emporgehoben und fortgestoßen
te kṣīṇa-vegāḥ salile nipetuḥ
fielen sie, ihrer Geschwindigkeit beraubt, ins Wasser
sa tau prasāryoragabhogakalpau bhujau bhujaṅgārinikāśavīryaḥ | jagāma meruṃ nagarājamagryaṃ diśaḥ prakarṣanniva vāyusūnuḥ ||51||
Er, an Kraft dem Feind der Schlangen gleich, seine beiden Arme, den Schlangenleibern gleich, ausstreckend, eilte zum Meru, dem vornehmsten der Bergkönige, der Sohn des Windes, gleichsam die Himmelsrichtungen mit sich ziehend.
Wort für Wort
sa tau prasārya uraga-bhoga-kalpau bhujau
er, seine beiden schlangenleibgleichen Arme ausstreckend
bhujaṅga-ari-nikāśa-vīryaḥ
an Kraft dem Feind der Schlangen gleich
jagāma merum naga-rājam agryam
eilte zum Meru, dem vornehmsten Bergkönig
diśaḥ prakarṣan iva vāyusūnuḥ
gleichsam die Himmelsrichtungen mit sich ziehend, der Sohn des Windes
Den Ozean betrachtend, dessen Wellenreihen wogten, dessen Wesen alle heftig durcheinandergewirbelt wurden, eilte er jäh dahin, wie das von Viṣṇus Hand entsandte Diskus-Geschoss.
Wort für Wort
sa sāgaram ghūrṇita-vīci-mālam
den Ozean, dessen Wellenreihen wogten
tathā bhṛśam bhrāmita-sarva-sattvam
dessen Wesen alle heftig durcheinandergewirbelt wurden
sa parvatānvṛkṣagaṇānsarāṃsi nadīstaṭākāni purottamāni | sphītāñjanāṃstānapi samprapaśyañ jagāma vegātpitṛtulyavegaḥ ||53||
Berge, Baumgruppen, Seen, Flüsse, Teiche, vortreffliche Städte und blühende Völker erblickend, eilte er, an Geschwindigkeit seinem Vater gleich, dahin.
Wort für Wort
sa parvatān vṛkṣa-gaṇān sarāṃsi
Berge, Baumgruppen, Seen
nadīḥ taṭākāni pura-uttamāni
Flüsse, Teiche, vortreffliche Städte
sphītān janān tān api samprapaśyan
und blühende Völker erblickend
jagāma vegāt pitṛ-tulya-vegaḥ
eilte er dahin, an Geschwindigkeit seinem Vater gleich
Reich an vielerlei Quellen, mit vielen Höhlen und Wasserfällen, geschmückt mit weißen wolkengleichen, schön anzusehenden Gipfeln, mannigfaltig geschmückt, erreichte er den besten der Berge.
sa tam samāsādya mahānagendram matipravṛddhottamaghoraśṛṅgam | dadarśa puṇyāni mahāśramāṇi surarṣisaṅghottamasevitāni ||58||
Jenen großen Bergkönig erreichend, dessen erhabene, furchtbare Gipfel gleichsam durch Denken emporgewachsen waren, erblickte er die heiligen, großen Einsiedeleien, von Scharen der Götter und Weisen besucht.
Wort für Wort
sa tam samāsādya mahā-naga-indram
jenen großen Bergkönig erreichend
mati-pravṛddha-uttama-ghora-śṛṅgam
dessen erhabene, furchtbare Gipfel gleichsam durch Denken emporgewachsen waren
sa brahmakośaṃ rajatālayaṃ ca śakrālayaṃ rudraśarapramokṣam | hayānanaṃ brahmaśiraśca dīptaṃ dadarśa vaivasvata kiṅkarāṃś ca ||59||
Er erblickte den Schatz Brahmās, den Silberpalast, Śakras Wohnstatt, die Stätte, wo Rudra seinen Pfeil abschoss, das Pferdegesicht, das leuchtende Haupt Brahmās und die Diener des Vaivasvata.
Wort für Wort
sa brahma-kośam rajata-ālayam ca
er den Schatz Brahmās und den Silberpalast
śakra-ālayam rudra-śara-pramokṣam
Śakras Wohnstatt, die Stätte, wo Rudra seinen Pfeil abschoss
hayānanam brahma-śiraḥ ca dīptam
das Pferdegesicht und das leuchtende Haupt Brahmās
vajrālayaṃ vaiśvaraṇālayaṃ ca sūryaprabhaṃ sūryanibandhanaṃ ca | brahmāsanaṃ śaṅkarakārmukaṃ ca dadarśa nābhiṃ ca vasundharāyāḥ ||60||
Er erblickte die Wohnstatt des Vajra, die Wohnstatt des Vaiśravaṇa, den Sonnenglanz und den Bindeort der Sonne, den Sitz Brahmās und den Bogen Śaṅkaras, und den Nabel der Erde.
kailāsamagryaṃ himavacchilāṃ ca tatharṣabhaṃ kāñcanaśailamagryam | sa dīptasarvauṣadhisampradīptaṃ dadarśa sarvauṣadhiparvatendram ||61||
Er erblickte den vornehmsten Kailāsa, den Schneefelsen, und ebenso Ṛṣabha, den vornehmsten goldenen Berg, und den König aller Kräuterberge, strahlend durch alle leuchtenden Kräuter.
Ihn, feuerstrahlengleich leuchtend, betrachtend, staunte der Sohn des Boten Vāsavas; er sprang auf jenen Kräuterbergkönig und suchte dort nach den Kräutern.
sa tā mahātmā hanumāna paśyaṃ śukopa kopācca bhṛśaṃ nanāda | amṛṣyamāṇo.agninikāśacakṣur mahīdharendraṃ tamuvāca vākyam ||65||
Der hochgesinnte Hanumant, sie nicht erblickend, ergrimmte und brüllte heftig vor Zorn; unduldsam, mit feuergleichen Augen, sprach er zu jenem Bergkönig dieses Wort.
'Was ist dies, so fest bei dir entschlossen, dass du kein Mitleid mit Rāghava hegst? Sieh heute, von der Kraft meiner Arme bezwungen, dich selbst zerstreut, o Bergkönig.'
Er ergriff seinen Gipfel, samt Bäumen, samt Schlangen, samt Gold, von tausend Mineralien reich, mit zerstreuten Kuppen, mit erschütterten Bergrücken, und riss ihn mit Wucht jäh heraus.
Wort für Wort
sa tasya śṛṅgam sa-nagam sa-nāgam
er seinen Gipfel, samt Bäumen, samt Schlangen
sa-kāñcanam dhātu-sahasra-juṣṭam
samt Gold, von tausend Mineralien reich
vikīrṇa-kūṭam calita-agra-sānum
mit zerstreuten Kuppen, mit erschütterten Bergrücken
Nachdem er ihn ausgerissen hatte, sprang er in den Himmel empor, die Welten samt den Göttern und dem Götterfürsten erschreckend; von vielen Himmelswandlern gepriesen, eilte er mit der Geschwindigkeit Garuḍas von furchtbarer Kraft.
Wort für Wort
sa tam samutpāṭya kham utpapāta
nachdem er ihn ausgerissen hatte, sprang er in den Himmel empor
vitrāsya lokān sa-surān sura-indrān
die Welten samt den Göttern und dem Götterfürsten erschreckend
saṃstūyamānaḥ khacaraiḥ anekaiḥ
von vielen Himmelswandlern gepriesen
jagāma vegāt garuḍa-ugra-vīryaḥ
eilte er mit der Geschwindigkeit Garuḍas von furchtbarer Kraft
Er, den Pfad der Sonne einschlagend, jenen sonnengleich strahlenden Gipfel tragend, erstrahlte da, der Sonne gleich, in der Nähe der Sonne, wie eine Gegen-Sonne.
sa tena śailena bhṛśaṃ rarāja śailopamo gandhavahātmajastu | sahasradhāreṇa sapāvakena cakreṇa khe viṣṇurivārpitena ||70||
Der Sohn des Windgottes, dem Berg gleich, erstrahlte gewaltig mit jenem Berg, wie Viṣṇu mit dem im Himmel geschleuderten, tausendspeichigen, feuerhaltigen Diskus.
Ihn erblickend, jauchzten da die Vānaras auf; auch er, sie erblickend, brüllte vor Freude; deren lauten Ruf vernehmend, schrien die Bewohner Laṅkās noch furchtbarer auf.
tato mahātmā nipapāta tasmiñ śailottame vānarasainyamadhye | haryuttamebhyaḥ śirasābhivādya vibhīṣaṇaṃ tatra ca sasvaje saḥ ||72||
Da ließ sich der Hochgesinnte mit jenem besten der Berge inmitten des Affenheeres nieder; die besten der Affen mit dem Haupt grüßend, umarmte er dort Vibhīṣaṇa.
Auch die beiden menschlichen Königssöhne, den Duft jener mächtigen Kräuter einatmend, wurden dort da pfeilfrei; und die anderen Affenhelden erhoben sich.
Alle wurden im Augenblick pfeilfrei und schmerzlos, auch die gefallenen Affenhelden, durch den Duft jener vortrefflichen Kräuter, wie Schlafende am Ende der Nacht erwachend.
Wort für Wort
sarve viśalyāḥ virujāḥ kṣaṇena
alle wurden im Augenblick pfeilfrei und schmerzlos
tato harirgandhavahātmajastu tamoṣadhīśailamudagravīryaḥ | nināya vegāddhimavantameva punaśca rāmeṇa samājagāma ||77||
Da brachte der Affe, der Sohn des Windgottes, von überragender Kraft, jenen Kräuterberg eilends zurück zum Himavant und kehrte dann wieder zu Rāma zurück.