Als jener Hüter des Rākṣasa-Heeres von dem Stier unter den Springern im Kampf erschlagen war, floh das furchtbar bewaffnete Heer des Rākṣasa-Königs mit der Wucht der Meeresflut.
gatvā tu rakṣo adhipateh śaśaṃsuh | senā patim pāvaka sūnu śastam | tac ca api teṣām vacanam niśamya | rakṣo adhipah krodha vaśam jagāma ||2||
Sie gingen zum Rākṣasa-Herrscher und meldeten, dass ihr Heerführer vom Sohn des Feuers erschlagen war; und als er ihre Worte gehört hatte, geriet der Rākṣasa-Herrscher in die Gewalt des Zorns.
Als er hörte, dass Prahasta in der Schlacht erschlagen war, sprach er, von Kummer gequält, von Zorn erfüllten Sinnes, zu jenen führenden Rākṣasa-Kriegern, wie Indra zu den führenden Kriegern der Unsterblichen spräche:
Wort für Wort
saṃkhye prahastam nihatam niśamya
gehört habend, dass Prahasta in der Schlacht erschlagen war
śoka-arditaḥ
von Kummer gequält
krodha-parīta-cetāḥ
von Zorn erfüllten Sinnes
uvāca tān nairṛta-yodha-mukhyān
sprach zu jenen führenden Rākṣasa-Kriegern
indraḥ yathā ca amara-yodha-mukhyān
wie Indra zu den führenden Kriegern der Unsterblichen
adya tad vānara anīkam rāmam ca saha lakṣmaṇam | nirdahiṣyāmi bāṇ oghair vanam dīptair iva agnibhih | adya samtarpayiṣyāmi pṛthivīm kapiśoṇitaiḥ ||6||
Heute werde ich jenes Affenheer und Rāma mit Lakṣmaṇa mit einer Flut von Pfeilen verbrennen wie einen Wald mit lodernden Feuern; heute werde ich die Erde mit dem Blut der Affen sättigen.
So gesprochen, bestieg der Feind des Götterkönigs den feuergleich strahlenden Wagen, bespannt mit vortrefflichen Rossen, der mit seinem Leibe glühend erstrahlte.
Unter dem Dröhnen von Muschelhörnern, Kesselpauken und Trommeln, unter Klatschen, Kampfrufen und Löwengebrüll, gepriesen von frommen Lobgesängen, zog da der oberste der Rākṣasa-Könige aus.
Wort für Wort
sa śaṅkha-bherī-paṭaha-praṇādaiḥ
unter dem Dröhnen von Muschelhörnern, Trommeln und Pauken
Umgeben von Fleisch fressenden Wesen mit dunkelwolkengleicher Gestalt und feuerglühenden Augen, erstrahlte der oberste der Rākṣasa-Könige, wie der Herr der Unsterblichen, umgeben von den Scharen Rudras.
Wort für Wort
saḥ nīla-jīmūta-nikāśa-rūpaiḥ
mit dunkelwolkengleicher Gestalt
māṃsa-aśanaiḥ pāvaka-dīpta-netraiḥ
Fleisch fressenden, mit feuerglühenden Augen
babhau vṛtaḥ rākṣasa-rāja-mukhyaiḥ
erstrahlte umgeben von den obersten der Rākṣasa-Könige
bhūtaiḥ vṛtaḥ rudraḥ iva amara-īśaḥ
wie der Herr der Unsterblichen, von den Scharen umgeben, gleich Rudra
Dann, plötzlich aus der Stadt ausziehend, erblickte der Gewaltige jenes furchtbare Affenheer, das wie ein Ozean donnernder Wolken tobte, mit Bäumen und Felsen bewaffnet.
Wort für Wort
tataḥ nagaryāḥ sahasā
dann plötzlich aus der Stadt
mahā-ojāḥ niṣkramya
der Gewaltige ausziehend
tat vānara-sainyam ugram
jenes furchtbare Affenheer
mahā-arṇava-abhra-stanitam dadarśa
erblickte er, das wie donnernde Wolken über dem großen Ozean tobte
Als er jenes überaus grimmige Rākṣasa-Heer erblickte, sprach Rāma, dessen Arme Schlangenfürsten glichen, der glanzvolle, von seinem Heer begleitete, zu Vibhīṣaṇa, dem besten der Waffenträger:
Wessen ist dieses unerschütterliche, von Furchtlosen bewohnte Heer, geschmückt mit mancherlei Bannern, Fahnen und Waffen, versehen mit Wurfspießen, Schwertern, Lanzen, Waffen und Rädern, versehen mit Elefanten wie Berge?
Wort für Wort
nānā-patākā-dhvaja-śastra-juṣṭam
geschmückt mit mancherlei Bannern, Fahnen, Waffen
prāsa-asi-śūla-āyudha-cakra-juṣṭam
versehen mit Wurfspießen, Schwertern, Lanzen, Waffen, Rädern
sainyam naga-indra-upama-nāga-juṣṭam
das Heer versehen mit Elefanten wie Berge
kasya idam akṣobhyam abhīru-juṣṭam
wessen ist dieses unerschütterliche, von Furchtlosen bewohnte
yo asau gaja skandha gato mahātmā | nava udita arka upama tāmra vaktrah | prakampayan nāga śiro abhyupaiti hy | akampanam tv enam avehi rājan ||14||
Jener Hochgesinnte, der auf dem Rücken eines Elefanten reitet, mit kupferrotem Antlitz wie die eben aufgehende Sonne, der den Elefantenkopf erzittern lässt und heranrückt - erkenne ihn, o König, als Akampana.
Wort für Wort
yaḥ asau gaja-skandha-gataḥ mahātmā
jener Hochgesinnte, auf dem Rücken eines Elefanten
nava-udita-arka-upama-tāmra-vaktraḥ
mit kupferrotem Antlitz wie die eben aufgehende Sonne
prakampayan nāga-śiraḥ abhyupaiti
den Elefantenkopf erzitternd lassend rückt er heran
yo asau rathastho mṛga rāja ketur | dhūnvan dhanuh śakra dhanuh prakāśam | karī iva bhāty ugra vivṛtta damṣṭrah | sa indrajin nāma vara pradhānah ||15||
Jener, der auf dem Wagen steht, mit dem Löwenbanner, den Bogen schwingend, der wie Indras Bogen strahlt, der wie ein Elefant mit gefletschten Zähnen aussieht - das ist Indrajit, der vorzüglichste unter den Vortrefflichen.
Wort für Wort
yaḥ asau rathasthaḥ mṛga-rāja-ketuḥ
jener, auf dem Wagen stehend, mit dem Löwenbanner
dhūnvan dhanuḥ śakra-dhanuḥ-prakāśam
den Bogen schwingend, der wie Indras Bogen strahlt
karī iva bhāti ugra vivṛtta-daṃṣṭraḥ
wie ein Elefant erscheint er grimmig, mit gefletschten Zähnen
saḥ indrajit nāma vara-pradhānaḥ
das ist Indrajit mit Namen, der vorzüglichste unter den Vortrefflichen
Und jener, dem Vindhya- oder Asta-Berg gleich, wie ein großer Indra, mit Bogen auf dem Wagen, ein überaus großer Wagenkämpfer, von überaus großer Kraft, der einen unvergleichlichen Bogen spannt - mit Namen Atikāya, von überaus gewaltigem Leib.
Wort für Wort
yaḥ ca eṣa vindhya-asta-mahā-indra-kalpaḥ
und jener, dem Vindhya- oder Asta-Berg gleich, wie ein großer Indra
dhanvī rathasthaḥ atirathaḥ ativīryaḥ
mit Bogen auf dem Wagen, ein überaus großer Wagenkämpfer, von überaus großer Kraft
yo asau nava arka udita tāmra cakṣur | āruhya ghaṇṭā ninada praṇādam | gajam kharam garjati vai mahātmā | mahā udaro nāma sa eṣa vīrah ||17||
Jener mit kupferroten Augen wie die eben aufgehende Sonne, der einen mit dröhnenden Glocken versehenen, grimmigen Elefanten besteigt und brüllt - dieser Hochgesinnte ist Mahodara mit Namen, ein Held.
Wort für Wort
yaḥ asau nava-arka-udita-tāmra-cakṣuḥ
jener mit kupferroten Augen wie die eben aufgehende Sonne
āruhya ghaṇṭā-ninada-praṇādam
einen mit dröhnenden Glocken versehenen besteigend
gajam kharam garjati vai mahātmā
brüllend auf dem grimmigen Elefanten, wahrlich der Hochgesinnte
Jener, der ein Ross mit goldenem, buntem Geschirr besteigt, das wie ein Abendwolkenberg erstrahlt, der einen strahlenumhüllten Wurfspieß erhebt - dieser Piśāca ist von der Wucht des Blitzes.
Und jener, der eine scharfe, blitzhelle Lanze von der Wucht des Vajra der Diener ergreift, der einen bergesgleichen Stierkönig besteigt und heranrückt - das ist der ruhmreiche Triśiras.
Und jener, von wolkengleicher Gestalt, mit breiter, gewölbter, wohlgebildeter Brust, mit dem Schlangenfürsten-Banner - Kumbha, gesammelt, spannend und schwingend den Bogen, erstrahlt er.
Wort für Wort
asau ca jīmūta-nikāśa-rūpaḥ
und jener von wolkengleicher Gestalt
kumbhaḥ pṛthu-vyūḍha-sujāta-vakṣāḥ
Kumbha, mit breiter, gewölbter, wohlgebildeter Brust
Und jener, der eine mit Goldschmuck und Diamanten versehene, lodernde, rauchende Eisenstange ergreift und heranrückt, das Banner der Rākṣasa-Streitmacht - das ist Nikumbha, von wunderbar-furchtbaren Taten.
Und jener, der einen mit Bogen, Schwert und Pfeilfluten versehenen, bebannerten, feuerglühenden Wagen besteigt und hoch aufragend erstrahlt - das ist Narāntaka, der mit Bergspitzen kämpft.
Wort für Wort
yaḥ ca eṣa cāpa-asi-śara-ogha-juṣṭam
und jener, mit Bogen, Schwert, Pfeilfluten versehen
yaś ca eṣa nānā vidha ghora rūpair | vyāghra uṣṭra nāga indra mṛga indra vaktraih | bhūtair vṛto bhāti vivṛtta netraih | so asau surāṇām api darpa hantā ||23||
Und jener, umgeben von Wesen mancherlei furchtbarer Gestalt, mit Gesichtern von Tiger, Kamel, Elefantenfürst und Löwenfürst, mit rollenden Augen - das ist er, der Bezwinger des Stolzes selbst der Götter.
Wort für Wort
yaḥ ca eṣa nānā-vidha-ghora-rūpaiḥ
und jener, von mancherlei furchtbarer Gestalt umgeben
vyāghra-uṣṭra-nāga-indra-mṛga-indra-vaktraiḥ
mit Gesichtern von Tiger, Kamel, Elefantenfürst, Löwenfürst
bhūtaiḥ vṛtaḥ bhāti vivṛtta-netraiḥ
umgeben von Wesen, erstrahlt mit rollenden Augen
saḥ asau surāṇām api darpa-hantā
das ist der Bezwinger des Stolzes selbst der Götter
Dort, wo jener mondgleiche, weiße Schirm mit feinen Speichen erstrahlt, dort ist der hochgesinnte Herrscher der Rākṣasas, umgeben von Wesen, erstrahlend wie Rudra.
Wort für Wort
yatra etat indu-pratimam vibhāti
dort, wo dieser mondgleiche erstrahlt
chattram sitam sūkṣma-śalākam agryam
der weiße Schirm mit feinen, vortrefflichen Speichen
Er, diademgeschmückt, mit schwingenden Ohrringen am Antlitz, mit furchtbarem Leib gleich dem Elefantenfürsten oder dem Vindhya-Berg, Bezwinger des Stolzes von Mahendra und Vaivasvata - der Herrscher der Rākṣasas erstrahlt wie die Sonne.
Wort für Wort
asau kirīṭī cala-kuṇḍala-āsyaḥ
er, diademgeschmückt, mit schwingenden Ohrringen am Antlitz
nāga-indra-vindhya-upama-bhīma-kāyaḥ
mit furchtbarem Leib gleich dem Elefantenfürsten oder dem Vindhya-Berg
mahā-indra-vaivasvata-darpa-hantā
Bezwinger des Stolzes von Mahendra und Vaivasvata
rakṣo-adhipaḥ sūryaḥ iva avabhāti
der Herrscher der Rākṣasas erstrahlt wie die Sonne
Dann sprach der hochgesinnte Herrscher der Rākṣasas zu jenen mächtigen Rākṣasas: Bleibt wohlgesichert und unbesorgt an den Toren, auf Wache in den Torhäusern.
Wort für Wort
tataḥ saḥ rakṣo-adhipatiḥ mahātmā
dann sprach der hochgesinnte Herrscher der Rākṣasas
Denn wenn die Waldbewohner erfahren, dass ich mit euch hierher gezogen bin, könnten sie plötzlich zusammenkommen, die leere Stadt überwältigen und die unbezwingbare gewaltsam angreifen.
Nachdem er sie so rasch entlassen hatte und die Rākṣasas an ihre Posten gegangen waren, durchbrach er die Flut des Affenozeans, wie ein großer Fisch die Flut des vollen Meeres.
Als er ihn, den Rākṣasa-Fürsten, plötzlich mit lodernden Pfeilen und Bogen im Kampf heranstürmen sah, entwurzelte der Affenfürst einen gewaltigen Berggipfel und stürmte auf den Herrscher der Rākṣasas los.
Wort für Wort
tam āpatantam sahasā samīkṣya
ihn plötzlich heranstürmen sehend
dīpta-iṣu-cāpam yudhi rākṣasa-indram
mit lodernden Pfeilen und Bogen im Kampf, den Rākṣasa-Fürsten
mahat samutpāṭya mahī-dhara-agram
einen gewaltigen Berggipfel entwurzelnd
dudrāva rakṣo-adhipatim hari-īśaḥ
stürmte der Affenfürst auf den Herrscher der Rākṣasas los
Jenen Berggipfel mit vielen Bäumen auf dem Grat ergreifend, schleuderte er ihn auf den Nachtwandler; als er ihn plötzlich heranstürmen sah, zerschmetterte jener ihn mit goldbefiederten Pfeilen.
Wort für Wort
tat śaila-śṛṅgam bahu-vṛkṣa-sānum
jenen Berggipfel mit vielen Bäumen auf dem Grat
pragṛhya cikṣepa niśā-carāya
ergreifend schleuderte er ihn auf den Nachtwandler
Als jener gewaltige Gipfel mit den vortrefflichen Bäumen zerstreut zu Boden gefallen war, ergriff der Herr des Rākṣasa-Volkes einen todesgleichen Pfeil, gewaltigen Schlangen gleich.
Wort für Wort
tasmin pravṛddha-uttama-sānu-vṛkṣe
als jener gewaltige mit vortrefflichen Bäumen auf dem Grat
śṛṅge vikīrṇe patite pṛthivyām
der Gipfel, zerstreut, zu Boden gefallen war
mahā-ahi-kalpam śaram antaka-ābham
einen gewaltigen, schlangengleichen, todesgleichen Pfeil
Diesen ergreifend, von der Wucht des Windes, feuerhell mit sprühenden Funken, von der Wucht des Blitzes Mahendras, schleuderte er den Pfeil zornig zur Vernichtung Sugrīvas.
Jener Pfeil, von Rāvaṇas Arm entlassen, an Wucht Indras Blitz gleich, mit scharfer Spitze, traf Sugrīva und durchbohrte ihn mit Wucht, wie der von Guha entsandte furchtbare Speer den Krauñca-Berg durchbohrte.
Wort für Wort
saḥ sāyakaḥ rāvaṇa-bāhu-muktaḥ
jener Pfeil, von Rāvaṇas Arm entlassen
śakra-aśani-prakhya-vapuḥ śita-agraḥ
an Wucht Indras Blitz gleich, mit scharfer Spitze
sugrīvam āsādya bibheda vegāt
traf Sugrīva und durchbohrte ihn mit Wucht
guha-īritā krauñcam iva ugra-śaktiḥ
wie der von Guha entsandte furchtbare Speer den Krauñca
Jener Held, vom Pfeil versehrt, verwirrten Sinnes, fiel stöhnend zu Boden; als sie ihn bewusstlos zu Boden gefallen sahen, jauchzten die Yātudhānas im Kampf voller Freude.
Ihre Schläge machte der Herrscher der Rākṣasas mit scharfen Pfeilscharen zu Wolken (zunichte); jene Affenfürsten aber durchbohrte er mit Pfeilnetzen von buntem Goldgefieder.
Wort für Wort
teṣām prahārān saḥ cakāra meghān
ihre Schläge machte er zu Wolken
rakṣo-adhipaḥ bāṇa-gaṇaiḥ śita-agraiḥ
der Herrscher der Rākṣasas mit scharfen Pfeilscharen
te vānara indrās tridaśa ari bāṇair | bhinnā nipetur bhuvi bhīma rūpāh | tatas tu tad vānara sainyam ugram | praccādayām āsa sa bāṇa jālaih ||44||
Jene Affenfürsten, von den Pfeilen des Götterfeindes durchbohrt, fielen furchtbar anzuschauen zu Boden; dann verhüllte er jenes furchtbare Affenheer mit Pfeilnetzen.
Wort für Wort
te vānara-indrāḥ tridaśa-ari-bāṇaiḥ
jene Affenfürsten, von den Pfeilen des Götterfeindes
bhinnāḥ nipetuḥ bhuvi bhīma-rūpāḥ
durchbohrt fielen sie furchtbar anzuschauen zu Boden
Jene Baumtiere, getötet werdend, ihre vorzüglichsten Helden gefallen, schreiend, von Angst wie von einem Pfeil durchbohrt, von Rāvaṇas Pfeilen versehrt, flohen zu Rāma, dem Zufluchtswürdigen, in seine Zuflucht.
Wort für Wort
te vadhyamānāḥ patita-agrya-vīrāḥ
jene, getötet werdend, ihre vorzüglichsten Helden gefallen
nānadyamānāḥ bhaya-śalya-viddhāḥ
schreiend, von Angst wie von einem Pfeil durchbohrt
śākhā-mṛgāḥ rāvaṇa-sāyaka-ārtāḥ
die Baumtiere, von Rāvaṇas Pfeilen versehrt
jagmuḥ śaraṇyam śaraṇam sma rāmam
flohen zu Rāma, dem Zufluchtswürdigen, in seine Zuflucht
tato mahātmā sa dhanur dhanuṣmān | ādāya rāmah saharā jagāma | tam lakṣmaṇah prānjalir abhyupetya | uvāca vākyam parama artha yuktam ||46||
Dann trat der hochgesinnte, bogenbewehrte Rāma, den Bogen ergreifend, mit Lakṣmaṇa hervor; dieser trat mit gefalteten Händen zu ihm und sprach ein Wort von höchster Bedeutung:
Wort für Wort
tataḥ mahātmā saḥ dhanuḥ-dhanuṣmān
dann der hochgesinnte, bogenbewehrte
ādāya rāmaḥ saha-lakṣmaṇaḥ jagāma
den Bogen ergreifend trat Rāma mit Lakṣmaṇa hervor
rāvaṇo hi mahā vīryo raṇe adbhuta parākramah | trailokyena api samkruddho duṣprasahyo na saṃśayah ||49||
Denn Rāvaṇa ist von gewaltiger Kraft, von wunderbarer Tapferkeit im Kampf; selbst von den drei Welten zornentbrannt wäre er unbezwingbar, ohne Zweifel.
Er, mit Armen wie Elefantenrüssel, erblickte Rāvaṇa mit erhobenem, lodernd-furchtbarem Bogen, der jene Affen mit Netzen von Pfeilregen verhüllte, ihre Leiber zerrissen und verstreut.
Wort für Wort
saḥ rāvaṇam vāraṇa-hasta-bāhuḥ
er, mit Armen wie Elefantenrüssel, Rāvaṇa
dadarśa dīpta-udyata-bhīma-cāpam
erblickte, mit erhobenem, lodernd-furchtbarem Bogen
deva dānava gandharvā yakṣāś ca saha rākṣasaih | avadhyatvāt tvayā bhagnā vānarebhyas tu te bhayam ||55||
Götter, Dānavas, Gandharvas, Yakṣas samt den Rākṣasas wurden von dir besiegt, weil sie dir gegenüber unverwundbar waren - doch vor den Affen hast du Furcht.
Hanumān, an der breiten Brust getroffen, wankte wiederum; als er ihn, den mächtigen Hanumān, so taumelnd sah, wandte sich der überaus große Wagenkämpfer rasch mit seinem Wagen gegen Nīla.
Wort für Wort
hanūmān vakṣasi vyūḍhe
Hanumān, an der breiten Brust
saṃcacāla hataḥ punaḥ
wankte, wiederum getroffen
vihvalam tam tadā dṛṣṭvā
ihn so taumelnd sehend
hanūmantam mahā-balam
den mächtigen Hanumān
rathena atirathaḥ śīghram
mit dem Wagen der überaus große Wagenkämpfer rasch
tad vikīrṇam gireh śṛngam dṛṣṭvā hari camū patih | kāla agnir iva jajvāla krodhena para vīrahā ||76||
Als er jenen zerstreuten Berggipfel sah, entbrannte der Führer des Affenheeres, der Bezwinger feindlicher Helden, vor Zorn wie das Feuer des Weltuntergangs.
Wort für Wort
tat vikīrṇam gireḥ śṛṅgam dṛṣṭvā
jenen zerstreuten Berggipfel sehend
hari-camū-patiḥ
der Führer des Affenheeres
kāla-agniḥ iva jajvāla krodhena
entbrannte vor Zorn wie das Feuer des Weltuntergangs
tam āha saumitrir adīna sattvo | visphārayantam dhanur aprameyam | abhehi mām eva niśā cara indra | na vānarāṃs tvam prati yoddhum arhasi ||94||
Zu ihm, der seinen unermesslichen Bogen spannte, sprach der Sohn der Sumitrā, von unverzagtem Mut: Wende dich gegen mich, o Fürst der Nachtwandler; du sollst nicht gegen die Affen kämpfen.
Wort für Wort
tam āha saumitriḥ adīna-sattvaḥ
zu ihm sprach der Sohn der Sumitrā, von unverzagtem Mut
sa tasya vākyam paripūrṇa ghoṣam | jyā śabdam ugram ca niśamya rājā | āsādya saumitrim avasthitam tam | kopa anvitam vākyam uvāca rakṣah ||95||
Er, der König, jenes volltönende Wort und den grimmigen Klang der Bogensehne vernehmend, trat zu dem dastehenden Sohn der Sumitrā und sprach, der Rākṣasa, zornerfüllt dieses Wort:
Wort für Wort
saḥ tasya vākyam paripūrṇa-ghoṣam
er, jenes volltönende Wort
jyā-śabdam ugram ca niśamya rājā
und den grimmigen Bogensehnenklang vernehmend, der König
diṣṭyā asi me rāghava dṛṣṭi mārgam | prāpto anta gāmī viparīta buddhih | asmin kṣaṇe yāsyasi mṛtyu deśam | saṃsādyamāno mama bāṇa jālaih ||96||
Zum Glück bist du, Sohn Raghus, in mein Blickfeld geraten, dem Ende entgegengehend, verkehrten Sinnes; in diesem Augenblick wirst du, von meinen Pfeilnetzen bedrängt, ins Reich des Todes eingehen.
Wort für Wort
diṣṭyā asi me rāghava dṛṣṭi-mārgam
zum Glück bist du, Sohn Raghus, in mein Blickfeld
prāptaḥ anta-gāmī viparīta-buddhiḥ
geraten, dem Ende entgegengehend, verkehrten Sinnes
asmin kṣaṇe yāsyasi mṛtyu-deśam
in diesem Augenblick wirst du ins Reich des Todes eingehen
tam āha saumitrir avismayāno | garjantam udvṛtta sita agra damṣṭram | rājan na garjanti mahā prabhāvā | vikatthase pāpakṛtām variṣṭha ||97||
Zu ihm, der brüllte, mit hervortretenden weißen Zahnspitzen, sprach der Sohn der Sumitrā, unerschrocken: O König, die von großer Macht brüllen nicht; du prahlst, du Vortrefflichster unter den Übeltätern.
Wort für Wort
tam āha saumitriḥ avismayānaḥ
zu ihm sprach der Sohn der Sumitrā, unerschrocken
garjantam udvṛtta-sita-agra-daṃṣṭram
der brüllte, mit hervortretenden weißen Zahnspitzen
jānāmi vīryam tava rākṣasa indra | balam pratāpam ca parākramam ca | avasthito aham śara cāpa pāṇir | āgacca kim mogha vikatthanena ||98||
Ich kenne deine Kraft, o Rākṣasa-Fürst, deine Stärke, deine Macht und deine Tapferkeit; ich stehe hier, Pfeil und Bogen in der Hand - komm heran, was nützt leeres Prahlen?
So angesprochen, entsandte der zornige Herrscher der Rākṣasas sieben wohlbefiederte Pfeile; diese zerschnitt Lakṣmaṇa mit goldbunt befiederten Pfeilen von scharfer, schneidender Spitze.
Wort für Wort
saḥ evam uktaḥ kupitaḥ sasarja
so angesprochen, entsandte er zornig
rakṣo-adhipaḥ sapta śarān supuṅkhān
der Herrscher der Rākṣasas sieben wohlbefiederte Pfeile
tān lakṣmaṇaḥ kāñcana-citra-puṅkhaiḥ
diese Lakṣmaṇa mit goldbunt befiederten
cicceda bāṇaiḥ niśita-agra-dhāraiḥ
zerschnitt er mit Pfeilen von scharfer, schneidender Spitze
Als er jene plötzlich zerschnitten sah, wie zerschnittene Schlangenfürsten, geriet der Herr Laṅkās in die Gewalt des Zorns und entsandte weitere scharfe Pfeile.
sa bāṇa varṣam tu vavarṣa tīvram | rāma anujah kārmuka samprayuktam | kṣura ardha candra uttama karṇi bhallaih | śarāṃś ca cicceda na cukṣubhe ca ||101||
Der jüngere Bruder Rāmas ließ auch selbst einen heftigen, vom Bogen entsandten Pfeilregen niedergehen, zerschnitt mit Rasiermesser-, Halbmond-, Karṇi- und Bhalla-Pfeilen dessen Pfeile und geriet nicht in Verwirrung.
Wort für Wort
saḥ bāṇa-varṣam tu vavarṣa tīvram
er ließ auch einen heftigen Pfeilregen niedergehen
rāma-anujaḥ kārmuka-samprayuktam
der jüngere Bruder Rāmas, vom Bogen entsandt
kṣura-ardha-candra-uttama-karṇi-bhallaiḥ
mit Rasiermesser-, Halbmond-, Karṇi- und Bhalla-Pfeilen
śarān ca cicceda na cukṣubhe ca
zerschnitt er dessen Pfeile und geriet nicht in Verwirrung
Auch Lakṣmaṇa legte rasch scharfe, feuerhelle Pfeile von der Wucht des Blitzes Mahendras auf den Bogen und entsandte sie zur Vernichtung des Herrschers der Rākṣasas.
Wort für Wort
saḥ lakṣmaṇaḥ ca āśu śarān śita-agrān
auch Lakṣmaṇa rasch scharfe Pfeile
mahā-indra-vajra-aśani-tulya-vegān
von der Wucht des Blitzes Mahendras
saṃdhāya cāpe jvalana-prakāśān
auf den Bogen legend, feuerhell
sasarja rakṣo-adhipateḥ vadhāya
entsandte er zur Vernichtung des Herrschers der Rākṣasas
sa tān pracicceda hi rākṣasa indraś | cittvā ca tāml lakṣmaṇam ājaghāna | śareṇa kāla agni sama prabheṇa | svayambhu dattena lalāṭa deśe ||104||
Er, der Rākṣasa-Fürst, zerschnitt jene, und nach dem Zerschneiden traf er Lakṣmaṇa mit einem Pfeil, dem Feuer des Weltuntergangs gleich an Glanz, von Brahmā gegeben, an der Stirn.
Wort für Wort
saḥ tān pracicceda hi rākṣasa-indraḥ
er zerschnitt jene, der Rākṣasa-Fürst
cittvā ca tān lakṣmaṇam ājaghāna
und nach dem Zerschneiden traf er Lakṣmaṇa
śareṇa kāla-agni-sama-prabheṇa
mit einem Pfeil, dem Feuer des Weltuntergangs gleich an Glanz
Lakṣmaṇa, von Rāvaṇas Pfeil versehrt, wankte, den Bogen locker haltend; als er mühsam wieder zu Bewusstsein gekommen war, zerschnitt er den Bogen des Götterfeindes.
Mit dem zerschnittenen Bogen traf da der Sohn des Daśaratha ihn mit drei scharfspitzigen Pfeilen; jener König, vom Pfeil versehrt, wankte und gewann mühsam wieder das Bewusstsein.
sa kṛtta cāpah śara tāḍitaś ca | sveda ārdra gātro rudhira avasiktah | jagrāha śaktim samudagra śaktih | svayambhu dattām yudhi deva śatruh ||107||
Er, mit zerschnittenem Bogen, von Pfeilen getroffen, seine Glieder schweißfeucht, mit Blut benetzt, ergriff im Kampf, der Götterfeind von überragender Kraft, den von Brahmā gegebenen Speer.
Wort für Wort
saḥ kṛtta-cāpaḥ śara-tāḍitaḥ ca
er, mit zerschnittenem Bogen, von Pfeilen getroffen
sveda-ārdra-gātraḥ rudhira-avasiktaḥ
seine Glieder schweißfeucht, mit Blut benetzt
jagrāha śaktim samudagra-śaktiḥ
ergriff den Speer, von überragender Kraft
svayambhu-dattām yudhi deva-śatruḥ
den von Brahmā gegebenen, im Kampf, der Götterfeind
sa tām vidhūma anala samnikāśām | vitrāsanīm vānara vāhinīnām | cikṣepa śaktim tarasā jvalantīm | saumitraye rākṣasa rāṣṭra nāthah ||108||
Diesen, dem rauchlosen Feuer gleich, den Affenheeren Schrecken einflößenden Speer schleuderte der Herr des Rākṣasa-Reiches mit Wucht, lodernd, auf den Sohn der Sumitrā.
Wort für Wort
saḥ tām vidhūma-anala-saṃnikāśām
diesen, dem rauchlosen Feuer gleich
vitrāsanīm vānara-vāhinīnām
den Affenheeren Schrecken einflößenden
cikṣepa śaktim tarasā jvalantīm
schleuderte den Speer mit Wucht, lodernd
saumitraye rākṣasa-rāṣṭra-nāthaḥ
auf den Sohn der Sumitrā, der Herr des Rākṣasa-Reiches
tām āpatantīm bharata anujo astrair | jaghāna bāṇaiś ca huta agni kalpaih | tathā api sā tasya viveśa śaktir | bhuja antaram dāśarather viśālam ||109||
Diesen heranfliegenden Speer traf der jüngere Bruder Bharatas mit Waffen, mit Pfeilen dem geopferten Feuer gleich; dennoch drang jener Speer in die breite Brust des Sohnes des Daśaratha ein.
Wort für Wort
tām āpatantīm bharata-anujaḥ astraiḥ
diesen heranfliegenden der jüngere Bruder Bharatas mit Waffen
sa śaktimān śaktisamāhataḥ san | jajvāla bhūmau sa raghupravīraḥ | taṃ vihvalantaṃ sahasābhupetya | jagrāha rājā tarasā bhujābhyām ||110||
Er, der Kraftvolle, vom Speer getroffen, entbrannte auf dem Boden, der Held aus Raghus Geschlecht; als er so taumelte, trat der König rasch zu ihm heran und packte ihn mit beiden Armen.
Wort für Wort
saḥ śaktimān śakti-samāhataḥ san
er, der Kraftvolle, vom Speer getroffen
jajvāla bhūmau saḥ raghu-pravīraḥ
entbrannte auf dem Boden, der Held aus Raghus Geschlecht