Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 59: Rāvaṇa-Lakṣmaṇa-Yuddham Rāvaṇas Kampf gegen Sugrīva, Hanumān, Nīla und Lakṣmaṇa

tasmin hate rākṣasa sainya pāle | plavam gamānām ṛṣabheṇa yuddhe | bhīma āyudham sāgara tulya vegam | vidudruve rākṣasa rāja sainyam ||1||

Als jener Hüter des Rākṣasa-Heeres von dem Stier unter den Springern im Kampf erschlagen war, floh das furchtbar bewaffnete Heer des Rākṣasa-Königs mit der Wucht der Meeresflut.

Wort für Wort
tasmin hate
als jener erschlagen war
rākṣasa-sainya-pāle
der Hüter des Rākṣasa-Heeres
plavaṃ-gamānām ṛṣabheṇa
vom Stier der Springer
yuddhe
im Kampf
bhīma-āyudham
furchtbar bewaffnet
sāgara-tulya-vegam
mit der Wucht des Meeres
vidudruve
floh
rākṣasa-rāja-sainyam
das Heer des Rākṣasa-Königs

gatvā tu rakṣo adhipateh śaśaṃsuh | senā patim pāvaka sūnu śastam | tac ca api teṣām vacanam niśamya | rakṣo adhipah krodha vaśam jagāma ||2||

Sie gingen zum Rākṣasa-Herrscher und meldeten, dass ihr Heerführer vom Sohn des Feuers erschlagen war; und als er ihre Worte gehört hatte, geriet der Rākṣasa-Herrscher in die Gewalt des Zorns.

Wort für Wort
gatvā tu rakṣo-adhipateḥ
zum Rākṣasa-Herrscher gehend
śaśaṃsuḥ
sie meldeten
senā-patim
den Heerführer
pāvaka-sūnu-śastam
vom Sohn des Feuers erschlagen
tat ca api teṣām vacanam niśamya
und diese ihre Worte gehört habend
rakṣo-adhipaḥ
der Rākṣasa-Herrscher
krodha-vaśam jagāma
geriet in die Gewalt des Zorns

samkhye prahastam nihatam niśamya | śoka arditah krodha parīta cetāh | uvāca tān nairṛta yodha mukhyān | indro yathā ca amara yodha mukhyān ||3||

Als er hörte, dass Prahasta in der Schlacht erschlagen war, sprach er, von Kummer gequält, von Zorn erfüllten Sinnes, zu jenen führenden Rākṣasa-Kriegern, wie Indra zu den führenden Kriegern der Unsterblichen spräche:

Wort für Wort
saṃkhye prahastam nihatam niśamya
gehört habend, dass Prahasta in der Schlacht erschlagen war
śoka-arditaḥ
von Kummer gequält
krodha-parīta-cetāḥ
von Zorn erfüllten Sinnes
uvāca tān nairṛta-yodha-mukhyān
sprach zu jenen führenden Rākṣasa-Kriegern
indraḥ yathā ca amara-yodha-mukhyān
wie Indra zu den führenden Kriegern der Unsterblichen

na avajnā ripave kāryā yair indra bala sūdanah | sūditah sainya pālo me sānuyātrah sakunjarah ||4||

Man soll den Feind nicht gering achten, durch den, den Bezwinger von Indras Heer, mein Heerführer samt Gefolge und Elefanten vernichtet wurde.

Wort für Wort
na avajñā ripave kāryā
der Feind soll nicht gering geachtet werden
yaiḥ indra-bala-sūdanaḥ
durch den, den Bezwinger von Indras Heer
sūditaḥ sainya-pālaḥ me
vernichtet wurde mein Heerführer
sānuyātraḥ sakuñjaraḥ
samt Gefolge und Elefanten

so aham ripu vināśāya vijayāya avicārayan | svayam eva gamiṣyāmi raṇa śīrṣam tad adbhutam ||5||

So werde ich selbst, ohne zu zögern, zur Vernichtung der Feinde und zum Sieg an jenen wunderbaren Ort der Schlachtspitze ziehen.

Wort für Wort
saḥ aham
so ich
ripu-vināśāya vijayāya
zur Vernichtung der Feinde, zum Sieg
avicārayan
ohne zu zögern
svayam eva gamiṣyāmi
ich selbst werde ziehen
raṇa-śīrṣam tat adbhutam
an jenen wunderbaren Ort der Schlachtspitze

adya tad vānara anīkam rāmam ca saha lakṣmaṇam | nirdahiṣyāmi bāṇ oghair vanam dīptair iva agnibhih | adya samtarpayiṣyāmi pṛthivīm kapiśoṇitaiḥ ||6||

Heute werde ich jenes Affenheer und Rāma mit Lakṣmaṇa mit einer Flut von Pfeilen verbrennen wie einen Wald mit lodernden Feuern; heute werde ich die Erde mit dem Blut der Affen sättigen.

Wort für Wort
adya
heute
tat vānara-anīkam
jenes Affenheer
rāmam ca saha lakṣmaṇam
und Rāma mit Lakṣmaṇa
nirdahiṣyāmi bāṇa-oghaiḥ
werde ich mit einer Pfeilflut verbrennen
vanam dīptaiḥ iva agnibhiḥ
wie einen Wald mit lodernden Feuern
adya saṃtarpayiṣyāmi
heute werde ich sättigen
pṛthivīm kapi-śoṇitaiḥ
die Erde mit dem Blut der Affen

sa evam uktvā jvalana prakāśam | ratham turamga uttama rāji yuktam | prakāśamānam vapuṣā jvalantam | samāruroha amara rāja śatruh ||7||

So gesprochen, bestieg der Feind des Götterkönigs den feuergleich strahlenden Wagen, bespannt mit vortrefflichen Rossen, der mit seinem Leibe glühend erstrahlte.

Wort für Wort
saḥ evam uktvā
so gesprochen habend
jvalana-prakāśam ratham
den feuergleich strahlenden Wagen
turaṃga-uttama-rāji-yuktam
bespannt mit einer Reihe vortrefflicher Rosse
prakāśamānam vapuṣā jvalantam
glühend erstrahlend mit seinem Leibe
samāruroha
bestieg
amara-rāja-śatruḥ
der Feind des Götterkönigs

sa śankha bherī paṭaha praṇādair | āsphoṭita kṣveḍita simha nādaih | puṇyaih stavaiś ca apy abhipūjyamānas | tadā yayau rākṣasa rāja mukhyah ||8||

Unter dem Dröhnen von Muschelhörnern, Kesselpauken und Trommeln, unter Klatschen, Kampfrufen und Löwengebrüll, gepriesen von frommen Lobgesängen, zog da der oberste der Rākṣasa-Könige aus.

Wort für Wort
sa śaṅkha-bherī-paṭaha-praṇādaiḥ
unter dem Dröhnen von Muschelhörnern, Trommeln und Pauken
āsphoṭita-kṣveḍita-siṃha-nādaiḥ
unter Klatschen, Kampfrufen und Löwengebrüll
puṇyaiḥ stavaiḥ ca api abhipūjyamānaḥ
auch von frommen Lobgesängen gepriesen
tadā yayau rākṣasa-rāja-mukhyaḥ
da zog der oberste der Rākṣasa-Könige aus

sa nīlajīmūtanikāśarūpai | rmāṃsa aśanaih pāvaka dīpta netraih | babhau vṛto rākṣasa rāja mukhyair | bhūtair vṛto rudra iva amara īśah ||9||

Umgeben von Fleisch fressenden Wesen mit dunkelwolkengleicher Gestalt und feuerglühenden Augen, erstrahlte der oberste der Rākṣasa-Könige, wie der Herr der Unsterblichen, umgeben von den Scharen Rudras.

Wort für Wort
saḥ nīla-jīmūta-nikāśa-rūpaiḥ
mit dunkelwolkengleicher Gestalt
māṃsa-aśanaiḥ pāvaka-dīpta-netraiḥ
Fleisch fressenden, mit feuerglühenden Augen
babhau vṛtaḥ rākṣasa-rāja-mukhyaiḥ
erstrahlte umgeben von den obersten der Rākṣasa-Könige
bhūtaiḥ vṛtaḥ rudraḥ iva amara-īśaḥ
wie der Herr der Unsterblichen, von den Scharen umgeben, gleich Rudra

tato nagaryāh sahasā mahā ojā | niṣkramya tad vānara sainyam ugram | mahā arṇava abhra stanitam dadarśa | samudyatam pādapa śaila hastam ||10||

Dann, plötzlich aus der Stadt ausziehend, erblickte der Gewaltige jenes furchtbare Affenheer, das wie ein Ozean donnernder Wolken tobte, mit Bäumen und Felsen bewaffnet.

Wort für Wort
tataḥ nagaryāḥ sahasā
dann plötzlich aus der Stadt
mahā-ojāḥ niṣkramya
der Gewaltige ausziehend
tat vānara-sainyam ugram
jenes furchtbare Affenheer
mahā-arṇava-abhra-stanitam dadarśa
erblickte er, das wie donnernde Wolken über dem großen Ozean tobte
samudyatam pādapa-śaila-hastam
bewaffnet mit Bäumen und Felsen in der Hand

tad rākṣasa anīkam atipracaṇḍam | ālokya rāmo bhujaga indra bāhuh | vibhīṣaṇam śastrabhṛtām variṣṭham | uvāca senā anugatah pṛthu śrīh ||11||

Als er jenes überaus grimmige Rākṣasa-Heer erblickte, sprach Rāma, dessen Arme Schlangenfürsten glichen, der glanzvolle, von seinem Heer begleitete, zu Vibhīṣaṇa, dem besten der Waffenträger:

Wort für Wort
tat rākṣasa-anīkam atipracaṇḍam
jenes überaus grimmige Rākṣasa-Heer
ālokya rāmaḥ
erblickend Rāma
bhujaga-indra-bāhuḥ
dessen Arme Schlangenfürsten glichen
vibhīṣaṇam śastrabhṛtām variṣṭham
zu Vibhīṣaṇa, dem besten der Waffenträger
uvāca
sprach
senā-anugataḥ pṛthu-śrīḥ
vom Heer begleitet, von großem Glanz

nānā patākā dhvaja śastra juṣṭam | prāsa asi śūla āyudha cakra juṣṭam | sainyam naga indra upama nāga juṣṭam | kasya idam akṣobhyam abhīru juṣṭam ||12||

Wessen ist dieses unerschütterliche, von Furchtlosen bewohnte Heer, geschmückt mit mancherlei Bannern, Fahnen und Waffen, versehen mit Wurfspießen, Schwertern, Lanzen, Waffen und Rädern, versehen mit Elefanten wie Berge?

Wort für Wort
nānā-patākā-dhvaja-śastra-juṣṭam
geschmückt mit mancherlei Bannern, Fahnen, Waffen
prāsa-asi-śūla-āyudha-cakra-juṣṭam
versehen mit Wurfspießen, Schwertern, Lanzen, Waffen, Rädern
sainyam naga-indra-upama-nāga-juṣṭam
das Heer versehen mit Elefanten wie Berge
kasya idam akṣobhyam abhīru-juṣṭam
wessen ist dieses unerschütterliche, von Furchtlosen bewohnte

tatas tu rāmasya niśamya vākyam | vibhīṣaṇah śakra samāna vīryah | śaśaṃsa rāmasya bala pravekam | mahātmanām rākṣasa pumgavānām ||13||

Da, Rāmas Wort vernehmend, verkündete Vibhīṣaṇa, an Kraft Śakra gleich, Rāma die Vortrefflichkeit der Kraft der hochgesinnten Rākṣasa-Stiere.

Wort für Wort
tataḥ tu rāmasya niśamya vākyam
dann Rāmas Wort vernehmend
vibhīṣaṇaḥ śakra-samāna-vīryaḥ
Vibhīṣaṇa, an Kraft Śakra gleich
śaśaṃsa rāmasya
verkündete Rāma
bala-pravekam
die Vortrefflichkeit der Kraft
mahātmanām rākṣasa-puṃgavānām
der hochgesinnten Rākṣasa-Stiere

yo asau gaja skandha gato mahātmā | nava udita arka upama tāmra vaktrah | prakampayan nāga śiro abhyupaiti hy | akampanam tv enam avehi rājan ||14||

Jener Hochgesinnte, der auf dem Rücken eines Elefanten reitet, mit kupferrotem Antlitz wie die eben aufgehende Sonne, der den Elefantenkopf erzittern lässt und heranrückt - erkenne ihn, o König, als Akampana.

Wort für Wort
yaḥ asau gaja-skandha-gataḥ mahātmā
jener Hochgesinnte, auf dem Rücken eines Elefanten
nava-udita-arka-upama-tāmra-vaktraḥ
mit kupferrotem Antlitz wie die eben aufgehende Sonne
prakampayan nāga-śiraḥ abhyupaiti
den Elefantenkopf erzitternd lassend rückt er heran
akampanam tu enam avehi rājan
erkenne ihn, o König, als Akampana

yo asau rathastho mṛga rāja ketur | dhūnvan dhanuh śakra dhanuh prakāśam | karī iva bhāty ugra vivṛtta damṣṭrah | sa indrajin nāma vara pradhānah ||15||

Jener, der auf dem Wagen steht, mit dem Löwenbanner, den Bogen schwingend, der wie Indras Bogen strahlt, der wie ein Elefant mit gefletschten Zähnen aussieht - das ist Indrajit, der vorzüglichste unter den Vortrefflichen.

Wort für Wort
yaḥ asau rathasthaḥ mṛga-rāja-ketuḥ
jener, auf dem Wagen stehend, mit dem Löwenbanner
dhūnvan dhanuḥ śakra-dhanuḥ-prakāśam
den Bogen schwingend, der wie Indras Bogen strahlt
karī iva bhāti ugra vivṛtta-daṃṣṭraḥ
wie ein Elefant erscheint er grimmig, mit gefletschten Zähnen
saḥ indrajit nāma vara-pradhānaḥ
das ist Indrajit mit Namen, der vorzüglichste unter den Vortrefflichen

yaś ca eṣa vindhya asta mahā indra kalpo | dhanvī rathastho atiratho ativīryah | visphārayaṃś cāpam atulya mānam | nāmnā atikāyo ativivṛddha kāyah ||16||

Und jener, dem Vindhya- oder Asta-Berg gleich, wie ein großer Indra, mit Bogen auf dem Wagen, ein überaus großer Wagenkämpfer, von überaus großer Kraft, der einen unvergleichlichen Bogen spannt - mit Namen Atikāya, von überaus gewaltigem Leib.

Wort für Wort
yaḥ ca eṣa vindhya-asta-mahā-indra-kalpaḥ
und jener, dem Vindhya- oder Asta-Berg gleich, wie ein großer Indra
dhanvī rathasthaḥ atirathaḥ ativīryaḥ
mit Bogen auf dem Wagen, ein überaus großer Wagenkämpfer, von überaus großer Kraft
visphārayan cāpam atulya-mānam
einen unvergleichlichen Bogen spannend
nāmnā atikāyaḥ ativivṛddha-kāyaḥ
mit Namen Atikāya, von überaus gewaltigem Leib

yo asau nava arka udita tāmra cakṣur | āruhya ghaṇṭā ninada praṇādam | gajam kharam garjati vai mahātmā | mahā udaro nāma sa eṣa vīrah ||17||

Jener mit kupferroten Augen wie die eben aufgehende Sonne, der einen mit dröhnenden Glocken versehenen, grimmigen Elefanten besteigt und brüllt - dieser Hochgesinnte ist Mahodara mit Namen, ein Held.

Wort für Wort
yaḥ asau nava-arka-udita-tāmra-cakṣuḥ
jener mit kupferroten Augen wie die eben aufgehende Sonne
āruhya ghaṇṭā-ninada-praṇādam
einen mit dröhnenden Glocken versehenen besteigend
gajam kharam garjati vai mahātmā
brüllend auf dem grimmigen Elefanten, wahrlich der Hochgesinnte
mahā-udaraḥ nāma saḥ eṣa vīraḥ
Mahodara mit Namen ist dieser Held

yo asau hayam kāncana citra bhāṇḍam | āruhya saṃdhyā abhra giri prakāśam | prāsam samudyamya marīci naddham | piśāca eṣa aśani tulya vegah ||18||

Jener, der ein Ross mit goldenem, buntem Geschirr besteigt, das wie ein Abendwolkenberg erstrahlt, der einen strahlenumhüllten Wurfspieß erhebt - dieser Piśāca ist von der Wucht des Blitzes.

Wort für Wort
yaḥ asau hayam kāñcana-citra-bhāṇḍam
jener, ein Ross mit goldenem, buntem Geschirr
āruhya saṃdhyā-abhra-giri-prakāśam
besteigend, das wie ein Abendwolkenberg erstrahlt
prāsam samudyamya marīci-naddham
einen strahlenumhüllten Wurfspieß erhebend
piśācaḥ eṣa aśani-tulya-vegaḥ
dieser Piśāca ist von der Wucht des Blitzes

yaś ca eṣa śūlam niśitam pragṛhya | vidyut prabham kimkara vajra vegam | vṛṣa indram āsthāya giri prakāśam | āyāti so asau triśirā yaśasvī ||19||

Und jener, der eine scharfe, blitzhelle Lanze von der Wucht des Vajra der Diener ergreift, der einen bergesgleichen Stierkönig besteigt und heranrückt - das ist der ruhmreiche Triśiras.

Wort für Wort
yaḥ ca eṣa śūlam niśitam pragṛhya
und jener, eine scharfe Lanze ergreifend
vidyut-prabham kiṃkara-vajra-vegam
blitzhell, von der Wucht des Vajra der Diener
vṛṣa-indram āsthāya giri-prakāśam
einen bergesgleichen Stierkönig besteigend
āyāti saḥ asau triśirāḥ yaśasvī
er rückt heran, das ist der ruhmreiche Triśiras

asau ca jīmūta nikāśa rūpah | kumbhah pṛthu vyūḍha sujāta vakṣāh | samāhitah pannaga rāja ketur | visphārayan bhāti dhanur vidhūnvan ||20||

Und jener, von wolkengleicher Gestalt, mit breiter, gewölbter, wohlgebildeter Brust, mit dem Schlangenfürsten-Banner - Kumbha, gesammelt, spannend und schwingend den Bogen, erstrahlt er.

Wort für Wort
asau ca jīmūta-nikāśa-rūpaḥ
und jener von wolkengleicher Gestalt
kumbhaḥ pṛthu-vyūḍha-sujāta-vakṣāḥ
Kumbha, mit breiter, gewölbter, wohlgebildeter Brust
samāhitaḥ pannaga-rāja-ketuḥ
gesammelt, mit dem Schlangenfürsten-Banner
visphārayan bhāti dhanuḥ vidhūnvan
erstrahlt, den Bogen spannend und schwingend

yaś ca eṣa jāmbū nada vajra juṣṭam | dīptam sadhūmam parigham pragṛhya | āyāti rakṣo bala ketu bhūtah | so asau nikumbho adbhuta ghora karmā ||21||

Und jener, der eine mit Goldschmuck und Diamanten versehene, lodernde, rauchende Eisenstange ergreift und heranrückt, das Banner der Rākṣasa-Streitmacht - das ist Nikumbha, von wunderbar-furchtbaren Taten.

Wort für Wort
yaḥ ca eṣa jāmbū-nada-vajra-juṣṭam
und jener, mit Goldschmuck und Diamanten versehen
dīptam sadhūmam parigham pragṛhya
eine lodernde, rauchende Eisenstange ergreifend
āyāti rakṣo-bala-ketu-bhūtaḥ
heranrückend, das Banner der Rākṣasa-Streitmacht
saḥ asau nikumbhaḥ adbhuta-ghora-karmā
das ist Nikumbha, von wunderbar-furchtbaren Taten

yaś ca eṣa cāpa asi śara ogha juṣṭam | patākinam pāvaka dīpta rūpam | ratham samāsthāya vibhāty udagro | nara antako asau naga śṛnga yodhī ||22||

Und jener, der einen mit Bogen, Schwert und Pfeilfluten versehenen, bebannerten, feuerglühenden Wagen besteigt und hoch aufragend erstrahlt - das ist Narāntaka, der mit Bergspitzen kämpft.

Wort für Wort
yaḥ ca eṣa cāpa-asi-śara-ogha-juṣṭam
und jener, mit Bogen, Schwert, Pfeilfluten versehen
patākinam pāvaka-dīpta-rūpam
bebannert, von feuerglühender Gestalt
ratham samāsthāya vibhāti udagraḥ
den Wagen besteigend, erstrahlt hoch aufragend
nara-antakaḥ asau naga-śṛṅga-yodhī
das ist Narāntaka, der mit Bergspitzen kämpft

yaś ca eṣa nānā vidha ghora rūpair | vyāghra uṣṭra nāga indra mṛga indra vaktraih | bhūtair vṛto bhāti vivṛtta netraih | so asau surāṇām api darpa hantā ||23||

Und jener, umgeben von Wesen mancherlei furchtbarer Gestalt, mit Gesichtern von Tiger, Kamel, Elefantenfürst und Löwenfürst, mit rollenden Augen - das ist er, der Bezwinger des Stolzes selbst der Götter.

Wort für Wort
yaḥ ca eṣa nānā-vidha-ghora-rūpaiḥ
und jener, von mancherlei furchtbarer Gestalt umgeben
vyāghra-uṣṭra-nāga-indra-mṛga-indra-vaktraiḥ
mit Gesichtern von Tiger, Kamel, Elefantenfürst, Löwenfürst
bhūtaiḥ vṛtaḥ bhāti vivṛtta-netraiḥ
umgeben von Wesen, erstrahlt mit rollenden Augen
saḥ asau surāṇām api darpa-hantā
das ist der Bezwinger des Stolzes selbst der Götter

yatra etad indu pratimam vibhātic | chattram sitam sūkṣma śalākam agryam | atra eṣa rakṣo adhipatir mahātmā | bhūtair vṛto rudra iva avabhāti ||24||

Dort, wo jener mondgleiche, weiße Schirm mit feinen Speichen erstrahlt, dort ist der hochgesinnte Herrscher der Rākṣasas, umgeben von Wesen, erstrahlend wie Rudra.

Wort für Wort
yatra etat indu-pratimam vibhāti
dort, wo dieser mondgleiche erstrahlt
chattram sitam sūkṣma-śalākam agryam
der weiße Schirm mit feinen, vortrefflichen Speichen
atra eṣa rakṣo-adhipatiḥ mahātmā
dort ist der hochgesinnte Herrscher der Rākṣasas
bhūtaiḥ vṛtaḥ rudraḥ iva avabhāti
umgeben von Wesen erstrahlt er wie Rudra

asau kirīṭī cala kuṇḍala āsyo | nāga indra vindhya upama bhīma kāyah | mahā indra vaivasvata darpa hantā | rakṣo adhipah sūrya iva avabhāti ||25||

Er, diademgeschmückt, mit schwingenden Ohrringen am Antlitz, mit furchtbarem Leib gleich dem Elefantenfürsten oder dem Vindhya-Berg, Bezwinger des Stolzes von Mahendra und Vaivasvata - der Herrscher der Rākṣasas erstrahlt wie die Sonne.

Wort für Wort
asau kirīṭī cala-kuṇḍala-āsyaḥ
er, diademgeschmückt, mit schwingenden Ohrringen am Antlitz
nāga-indra-vindhya-upama-bhīma-kāyaḥ
mit furchtbarem Leib gleich dem Elefantenfürsten oder dem Vindhya-Berg
mahā-indra-vaivasvata-darpa-hantā
Bezwinger des Stolzes von Mahendra und Vaivasvata
rakṣo-adhipaḥ sūryaḥ iva avabhāti
der Herrscher der Rākṣasas erstrahlt wie die Sonne

pratyuvāca tato rāmo vibhīṣaṇam arim damam | aho dīpto mahā tejā rāvaṇo rākṣasa īśvarah ||26||

Da antwortete Rāma dem Feindebezwinger Vibhīṣaṇa: Ach, glühend von gewaltigem Glanz ist Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas.

Wort für Wort
pratyuvāca tataḥ rāmaḥ
da antwortete Rāma
vibhīṣaṇam arim-damam
dem Feindebezwinger Vibhīṣaṇa
aho dīptaḥ mahā-tejāḥ
ach, glühend von gewaltigem Glanz
rāvaṇaḥ rākṣasa-īśvaraḥ
Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas

āditya iva duṣprekṣyo raśmibhir bhāti rāvaṇah | suvyaktam lakṣaye hy asya rūpam tejah samāvṛtam ||27||

Wie die Sonne, kaum anzuschauen mit ihren Strahlen, so erstrahlt Rāvaṇa; deutlich erkenne ich seine Gestalt, von Glanz umhüllt.

Wort für Wort
ādityaḥ iva duṣprekṣyaḥ
wie die Sonne, kaum anzuschauen
raśmibhiḥ bhāti rāvaṇaḥ
mit Strahlen erstrahlt Rāvaṇa
suvyaktam lakṣaye hi asya rūpam
deutlich erkenne ich wahrlich seine Gestalt
tejaḥ samāvṛtam
von Glanz umhüllt

deva dānava vīrāṇām vapur na evam vidham bhavet | yādṛśam rākṣasa indrasya vapur etat prakāśate ||28||

Der Leib von Götter- und Dānava-Helden wäre nicht von solcher Art, wie diese Gestalt des Rākṣasa-Fürsten hier erstrahlt.

Wort für Wort
deva-dānava-vīrāṇām vapuḥ
der Leib von Götter- und Dānava-Helden
na evam vidham bhavet
wäre nicht von solcher Art
yādṛśam rākṣasa-indrasya vapuḥ
wie diese Gestalt des Rākṣasa-Fürsten
etat prakāśate
erstrahlt hier

sarve parvata samkāśāh sarve parvata yodhinah | sarve dīpta āyudha dharā yodhaś ca asya mahā ojasah ||29||

Alle sind Bergen gleich, alle kämpfen wie Berge, alle tragen lodernde Waffen - so seine Krieger von gewaltiger Kraft.

Wort für Wort
sarve parvata-saṃkāśāḥ
alle sind Bergen gleich
sarve parvata-yodhinaḥ
alle kämpfen wie Berge
sarve dīpta-āyudha-dharāḥ
alle tragen lodernde Waffen
yodhaḥ ca asya mahā-ojasaḥ
und seine Krieger von gewaltiger Kraft

bhāti rākṣasa rājo asau pradīptair bhīma vikramaih | bhūtaih parivṛtas tīkṣṇair dehavadbhir iva antakah ||30||

Er, der Rākṣasa-König, erstrahlt, umgeben von lodernden, furchtbar-tapferen, scharfen, verkörperten Wesen, wie der Tod selbst.

Wort für Wort
bhāti rākṣasa-rājaḥ asau
er erstrahlt, der Rākṣasa-König
pradīptaiḥ bhīma-vikramaiḥ
umgeben von lodernden, furchtbar-tapferen
bhūtaiḥ parivṛtaḥ tīkṣṇaiḥ
von scharfen Wesen umgeben
dehavadbhiḥ iva antakaḥ
wie der verkörperte Tod

diṣṭyāyamadya pāpātmā mama dṛṣṭipatham gataḥ | adya krodhaṃ vimokṣyāmi sītāharaṇasambhavam ||31||

Zum Glück ist dieser Bösgesinnte heute in mein Blickfeld geraten; heute werde ich den Zorn entladen, der aus Sītās Entführung entstand.

Wort für Wort
diṣṭyā ayam adya pāpātmā
zum Glück ist dieser Bösgesinnte heute
mama dṛṣṭi-patham gataḥ
in mein Blickfeld geraten
adya krodham vimokṣyāmi
heute werde ich den Zorn entladen
sītā-haraṇa-sambhavam
der aus Sītās Entführung entstand

evam uktvā tato rāmo dhanur ādāya vīryavān | lakṣmaṇa anucaras tasthau samuddhṛtya śara uttamam ||32||

So gesprochen, ergriff der kraftvolle Rāma den Bogen und stand, von Lakṣmaṇa begleitet, einen vortrefflichen Pfeil erhoben.

Wort für Wort
evam uktvā tataḥ rāmaḥ
so gesprochen habend, dann Rāma
dhanuḥ ādāya vīryavān
der Kraftvolle den Bogen ergreifend
lakṣmaṇa-anucaraḥ tasthau
von Lakṣmaṇa begleitet stand er
samuddhṛtya śaram uttamam
einen vortrefflichen Pfeil erhoben habend

tatah sa rakṣo adhipatir mahātmā | rakṣāṃsi tāny āha mahā balāni | dvāreṣu caryā gṛha gopureṣu | sunirvṛtās tiṣṭhata nirviśankāh ||33||

Dann sprach der hochgesinnte Herrscher der Rākṣasas zu jenen mächtigen Rākṣasas: Bleibt wohlgesichert und unbesorgt an den Toren, auf Wache in den Torhäusern.

Wort für Wort
tataḥ saḥ rakṣo-adhipatiḥ mahātmā
dann sprach der hochgesinnte Herrscher der Rākṣasas
rakṣāṃsi tāni āha mahā-balāni
zu jenen mächtigen Rākṣasas
dvāreṣu caryā gṛha-gopureṣu
auf Wache an den Toren, in den Torhäusern
sunirvṛtāḥ tiṣṭhata nirviśaṅkāḥ
bleibt wohlgesichert und unbesorgt

ihāgatam mām sahitam bhavadbhi | rvanaukasaścidramitdam viditvā | śūnyām purīm duṣprasahām pramathya | pradharṣayeyuḥ sahasā sametāḥ ||34||

Denn wenn die Waldbewohner erfahren, dass ich mit euch hierher gezogen bin, könnten sie plötzlich zusammenkommen, die leere Stadt überwältigen und die unbezwingbare gewaltsam angreifen.

Wort für Wort
iha āgatam mām sahitam bhavadbhiḥ
dass ich hierher gekommen bin, mit euch zusammen
vana-okasaḥ cit viditvā
wenn die Waldbewohner es erfahren
śūnyām purīm duṣprasahām pramathya
die leere, unbezwingbare Stadt überwältigend
pradharṣayeyuḥ sahasā sametāḥ
könnten sie plötzlich zusammengekommen angreifen

visarjayitvā sahasā tatas tān | gateṣu rakṣahsu yathāniyogam | vyadārayad vānara sāgara ogham | mahā jhaṣah pūrmam iva arṇava ogham ||35||

Nachdem er sie so rasch entlassen hatte und die Rākṣasas an ihre Posten gegangen waren, durchbrach er die Flut des Affenozeans, wie ein großer Fisch die Flut des vollen Meeres.

Wort für Wort
visarjayitvā sahasā tataḥ tān
sie so rasch entlassen habend
gateṣu rakṣaḥsu yathā-niyogam
als die Rākṣasas an ihre Posten gegangen waren
vyadārayat vānara-sāgara-ogham
durchbrach er die Flut des Affenozeans
mahā-jhaṣaḥ pūrṇam iva arṇava-ogham
wie ein großer Fisch die Flut des vollen Meeres

tam āpatantam sahasā samīkṣya | dīpta iṣu cāpam yudhi rākṣasa indram | mahat samutpāṭya mahī dhara agram | dudrāva rakṣo adhipatim hari īśah ||36||

Als er ihn, den Rākṣasa-Fürsten, plötzlich mit lodernden Pfeilen und Bogen im Kampf heranstürmen sah, entwurzelte der Affenfürst einen gewaltigen Berggipfel und stürmte auf den Herrscher der Rākṣasas los.

Wort für Wort
tam āpatantam sahasā samīkṣya
ihn plötzlich heranstürmen sehend
dīpta-iṣu-cāpam yudhi rākṣasa-indram
mit lodernden Pfeilen und Bogen im Kampf, den Rākṣasa-Fürsten
mahat samutpāṭya mahī-dhara-agram
einen gewaltigen Berggipfel entwurzelnd
dudrāva rakṣo-adhipatim hari-īśaḥ
stürmte der Affenfürst auf den Herrscher der Rākṣasas los

tat śaila śṛngam bahu vṛkṣa sānum | pragṛhya cikṣepa niśā carāya | tam āpatantam sahasā samīkṣya | bibheda bāṇais tapanīya punkhaih ||37||

Jenen Berggipfel mit vielen Bäumen auf dem Grat ergreifend, schleuderte er ihn auf den Nachtwandler; als er ihn plötzlich heranstürmen sah, zerschmetterte jener ihn mit goldbefiederten Pfeilen.

Wort für Wort
tat śaila-śṛṅgam bahu-vṛkṣa-sānum
jenen Berggipfel mit vielen Bäumen auf dem Grat
pragṛhya cikṣepa niśā-carāya
ergreifend schleuderte er ihn auf den Nachtwandler
tam āpatantam sahasā samīkṣya
ihn plötzlich heranstürmen sehend
bibheda bāṇaiḥ tapanīya-puṅkhaiḥ
zerschmetterte er ihn mit goldbefiederten Pfeilen

tasmin pravṛddha uttama sānu vṛkṣe | śṛnge vikīrṇe patite pṛthivyām | mahā ahi kalpam śaram antaka ābham | samādade rākṣasa loka nāthah ||38||

Als jener gewaltige Gipfel mit den vortrefflichen Bäumen zerstreut zu Boden gefallen war, ergriff der Herr des Rākṣasa-Volkes einen todesgleichen Pfeil, gewaltigen Schlangen gleich.

Wort für Wort
tasmin pravṛddha-uttama-sānu-vṛkṣe
als jener gewaltige mit vortrefflichen Bäumen auf dem Grat
śṛṅge vikīrṇe patite pṛthivyām
der Gipfel, zerstreut, zu Boden gefallen war
mahā-ahi-kalpam śaram antaka-ābham
einen gewaltigen, schlangengleichen, todesgleichen Pfeil
samādade rākṣasa-loka-nāthaḥ
ergriff der Herr des Rākṣasa-Volkes

sa tam gṛhītvā anila tulya vegam | savisphulinga jvalana prakāśam | bāṇam mahā indra aśani tulya vegam | cikṣepa sugrīva vadhāya ruṣṭah ||39||

Diesen ergreifend, von der Wucht des Windes, feuerhell mit sprühenden Funken, von der Wucht des Blitzes Mahendras, schleuderte er den Pfeil zornig zur Vernichtung Sugrīvas.

Wort für Wort
saḥ tam gṛhītvā anila-tulya-vegam
diesen ergreifend, von der Wucht des Windes
savisphuliṅga-jvalana-prakāśam
feuerhell mit sprühenden Funken
bāṇam mahā-indra-aśani-tulya-vegam
den Pfeil von der Wucht des Blitzes Mahendras
cikṣepa sugrīva-vadhāya ruṣṭaḥ
schleuderte er zornig zur Vernichtung Sugrīvas

sa sāyako rāvaṇa bāhu muktah | śakra aśani prakhya vapuh śita agrah | sugrīvam āsādya bibheda vegād | guha īritā kraucam iva ugra śaktih ||40||

Jener Pfeil, von Rāvaṇas Arm entlassen, an Wucht Indras Blitz gleich, mit scharfer Spitze, traf Sugrīva und durchbohrte ihn mit Wucht, wie der von Guha entsandte furchtbare Speer den Krauñca-Berg durchbohrte.

Wort für Wort
saḥ sāyakaḥ rāvaṇa-bāhu-muktaḥ
jener Pfeil, von Rāvaṇas Arm entlassen
śakra-aśani-prakhya-vapuḥ śita-agraḥ
an Wucht Indras Blitz gleich, mit scharfer Spitze
sugrīvam āsādya bibheda vegāt
traf Sugrīva und durchbohrte ihn mit Wucht
guha-īritā krauñcam iva ugra-śaktiḥ
wie der von Guha entsandte furchtbare Speer den Krauñca

sa sāyaka ārto viparīta cetāh | kūjan pṛthivyām nipapāta vīrah | tam prekṣya bhūmau patitam visamjmam | neduh prahṛṣṭā yudhi yātu dhānāh ||41||

Jener Held, vom Pfeil versehrt, verwirrten Sinnes, fiel stöhnend zu Boden; als sie ihn bewusstlos zu Boden gefallen sahen, jauchzten die Yātudhānas im Kampf voller Freude.

Wort für Wort
saḥ sāyaka-ārtaḥ viparīta-cetāḥ
jener, vom Pfeil versehrt, verwirrten Sinnes
kūjan pṛthivyām nipapāta vīraḥ
stöhnend fiel der Held zu Boden
tam prekṣya bhūmau patitam visaṃjñam
ihn bewusstlos zu Boden gefallen sehend
neduḥ prahṛṣṭāḥ yudhi yātu-dhānāḥ
jauchzten voller Freude im Kampf die Yātudhānas

tato gava akṣo gavayah sudamṣṭras | tathā ṛṣabho jyoti mukho nalaś ca | śailān samudyamya vivṛddha kāyāh | pradudruvus tam prati rākṣasa indram ||42||

Dann stürmten Gavākṣa, Gavaya, Sudaṃṣṭra, ebenso Ṛṣabha, Jyotimukha und Nala, mit gewaltigem Leib Felsblöcke erhebend, auf jenen Rākṣasa-Fürsten los.

Wort für Wort
tataḥ gavākṣaḥ gavayaḥ sudaṃṣṭraḥ
dann Gavākṣa, Gavaya, Sudaṃṣṭra
tathā ṛṣabhaḥ jyotimukhaḥ nalaḥ ca
ebenso Ṛṣabha, Jyotimukha und Nala
śailān samudyamya vivṛddha-kāyāḥ
Felsblöcke erhebend, von gewaltigem Leib
pradudruvuḥ tam prati rākṣasa-indram
stürmten auf jenen Rākṣasa-Fürsten los

teṣām prahārān sa cakāra meghān | rakṣo adhipo bāṇa gaṇaih śita agraih | tān vānara indrān api bāṇa jālair | bibheda jāmbū nada citra punkhaih ||43||

Ihre Schläge machte der Herrscher der Rākṣasas mit scharfen Pfeilscharen zu Wolken (zunichte); jene Affenfürsten aber durchbohrte er mit Pfeilnetzen von buntem Goldgefieder.

Wort für Wort
teṣām prahārān saḥ cakāra meghān
ihre Schläge machte er zu Wolken
rakṣo-adhipaḥ bāṇa-gaṇaiḥ śita-agraiḥ
der Herrscher der Rākṣasas mit scharfen Pfeilscharen
tān vānara-indrān api bāṇa-jālaiḥ
jene Affenfürsten auch mit Pfeilnetzen
bibheda jāmbū-nada-citra-puṅkhaiḥ
durchbohrte er mit buntem Goldgefieder

te vānara indrās tridaśa ari bāṇair | bhinnā nipetur bhuvi bhīma rūpāh | tatas tu tad vānara sainyam ugram | praccādayām āsa sa bāṇa jālaih ||44||

Jene Affenfürsten, von den Pfeilen des Götterfeindes durchbohrt, fielen furchtbar anzuschauen zu Boden; dann verhüllte er jenes furchtbare Affenheer mit Pfeilnetzen.

Wort für Wort
te vānara-indrāḥ tridaśa-ari-bāṇaiḥ
jene Affenfürsten, von den Pfeilen des Götterfeindes
bhinnāḥ nipetuḥ bhuvi bhīma-rūpāḥ
durchbohrt fielen sie furchtbar anzuschauen zu Boden
tataḥ tu tat vānara-sainyam ugram
dann jenes furchtbare Affenheer
praccādayām āsa saḥ bāṇa-jālaiḥ
verhüllte er mit Pfeilnetzen

te vadhyamānāh patita agrya vīrā | nānadyamānā bhaya śalya viddhāh | śākhā mṛgā rāvaṇa sāyaka ārtā | jagmuh śaraṇyam śaraṇam sma rāmam ||45||

Jene Baumtiere, getötet werdend, ihre vorzüglichsten Helden gefallen, schreiend, von Angst wie von einem Pfeil durchbohrt, von Rāvaṇas Pfeilen versehrt, flohen zu Rāma, dem Zufluchtswürdigen, in seine Zuflucht.

Wort für Wort
te vadhyamānāḥ patita-agrya-vīrāḥ
jene, getötet werdend, ihre vorzüglichsten Helden gefallen
nānadyamānāḥ bhaya-śalya-viddhāḥ
schreiend, von Angst wie von einem Pfeil durchbohrt
śākhā-mṛgāḥ rāvaṇa-sāyaka-ārtāḥ
die Baumtiere, von Rāvaṇas Pfeilen versehrt
jagmuḥ śaraṇyam śaraṇam sma rāmam
flohen zu Rāma, dem Zufluchtswürdigen, in seine Zuflucht

tato mahātmā sa dhanur dhanuṣmān | ādāya rāmah saharā jagāma | tam lakṣmaṇah prānjalir abhyupetya | uvāca vākyam parama artha yuktam ||46||

Dann trat der hochgesinnte, bogenbewehrte Rāma, den Bogen ergreifend, mit Lakṣmaṇa hervor; dieser trat mit gefalteten Händen zu ihm und sprach ein Wort von höchster Bedeutung:

Wort für Wort
tataḥ mahātmā saḥ dhanuḥ-dhanuṣmān
dann der hochgesinnte, bogenbewehrte
ādāya rāmaḥ saha-lakṣmaṇaḥ jagāma
den Bogen ergreifend trat Rāma mit Lakṣmaṇa hervor
tam lakṣmaṇaḥ prāñjaliḥ abhyupetya
zu ihm trat Lakṣmaṇa mit gefalteten Händen
uvāca vākyam parama-artha-yuktam
sprach ein Wort von höchster Bedeutung

kāmam āryah suparyāpto vadhāya asya durātmanah | vidhamiṣyāmy aham nīcam anujānīhi mām vibho ||47||

Gewiss bist du, Edler, völlig imstande, diesen Bösgesinnten zu töten - doch lass mich den Niederträchtigen vernichten, gib mir die Erlaubnis, o Herr.

Wort für Wort
kāmam āryaḥ suparyāptaḥ
gewiss bist du, Edler, völlig imstande
vadhāya asya durātmanaḥ
zur Tötung dieses Bösgesinnten
vidhamiṣyāmi aham nīcam
ich werde den Niederträchtigen vernichten
anujānīhi mām vibho
gib mir die Erlaubnis, o Herr

tam abravīn mahā tejā rāmah satya parākramah | gacca yatna paraś ca api bhava lakṣmaṇa samyuge ||48||

Zu ihm sprach der glanzvolle Rāma, von wahrhaftiger Tapferkeit: Geh, Lakṣmaṇa, und sei im Kampf höchst achtsam.

Wort für Wort
tam abravīt mahā-tejāḥ rāmaḥ
zu ihm sprach der glanzvolle Rāma
satya-parākramaḥ
von wahrhaftiger Tapferkeit
gaccha yatna-paraḥ ca api
geh und sei höchst achtsam
bhava lakṣmaṇa saṃyuge
sei, Lakṣmaṇa, im Kampf

rāvaṇo hi mahā vīryo raṇe adbhuta parākramah | trailokyena api samkruddho duṣprasahyo na saṃśayah ||49||

Denn Rāvaṇa ist von gewaltiger Kraft, von wunderbarer Tapferkeit im Kampf; selbst von den drei Welten zornentbrannt wäre er unbezwingbar, ohne Zweifel.

Wort für Wort
rāvaṇaḥ hi mahā-vīryaḥ
denn Rāvaṇa ist von gewaltiger Kraft
raṇe adbhuta-parākramaḥ
von wunderbarer Tapferkeit im Kampf
trailokyena api saṃkruddhaḥ
selbst von den drei Welten zornentbrannt
duṣprasahyaḥ na saṃśayaḥ
wäre er unbezwingbar, ohne Zweifel

tasya cidrāṇi mārgasva svac cidrāṇi ca gopaya | cakṣuṣā dhanuṣā yatnād rakṣa ātmānam samāhitah ||50||

Suche seine Schwachstellen, und verbirg deine eigenen; mit dem Auge, mit dem Bogen schütze dich sorgfältig, gesammelten Sinnes.

Wort für Wort
tasya chidrāṇi mārgasva
suche seine Schwachstellen
svāni chidrāṇi ca gopaya
und verbirg die eigenen
cakṣuṣā dhanuṣā yatnāt
mit dem Auge, mit dem Bogen, sorgfältig
rakṣa ātmānam samāhitaḥ
schütze dich, gesammelten Sinnes

rāghavasya vacah śrutvā sampariṣvajya pūjya ca | abhivādya tato rāmam yayau saumitrir āhavam ||51||

Als er Rāghavas Wort gehört hatte, umarmte und ehrte er ihn; nachdem er Rāma gegrüßt hatte, zog der Sohn der Sumitrā zur Schlacht.

Wort für Wort
rāghavasya vacaḥ śrutvā
Rāghavas Wort gehört habend
sampariṣvajya pūjya ca
umarmend und ehrend
abhivādya tataḥ rāmam
Rāma gegrüßt habend
yayau saumitriḥ āhavam
zog der Sohn der Sumitrā zur Schlacht

sa rāvaṇam vāraṇa hasta bāhur | dadarśa dīpta udyata bhīma cāpam | praccādayantam śaravṛṣṭi jālais | tān vānarān bhinna vikīrṇa dehān ||52||

Er, mit Armen wie Elefantenrüssel, erblickte Rāvaṇa mit erhobenem, lodernd-furchtbarem Bogen, der jene Affen mit Netzen von Pfeilregen verhüllte, ihre Leiber zerrissen und verstreut.

Wort für Wort
saḥ rāvaṇam vāraṇa-hasta-bāhuḥ
er, mit Armen wie Elefantenrüssel, Rāvaṇa
dadarśa dīpta-udyata-bhīma-cāpam
erblickte, mit erhobenem, lodernd-furchtbarem Bogen
praccādayantam śaravṛṣṭi-jālaiḥ
der mit Netzen von Pfeilregen verhüllte
tān vānarān bhinna-vikīrṇa-dehān
jene Affen, ihre Leiber zerrissen und verstreut

tam ālokya mahā tejā hanūmān māruta ātmajā | nivārya śara jālāni pradudrāva sa rāvaṇam ||53||

Ihn erblickend, stürmte der glanzvolle Hanumān, der Sohn des Windgottes, die Pfeilnetze abwehrend, auf Rāvaṇa los.

Wort für Wort
tam ālokya mahā-tejāḥ hanūmān
ihn erblickend, der glanzvolle Hanumān
māruta-ātmajaḥ
der Sohn des Windgottes
nivārya śara-jālāni pradudrāva
die Pfeilnetze abwehrend stürmte er los
saḥ rāvaṇam
er auf Rāvaṇa

ratham tasya samāsādya bhujam udyamya dakṣiṇam | trāsayan rāvaṇam dhīmān hanūmān vākyam abravīt ||54||

An dessen Wagen herantretend, den rechten Arm erhebend, sprach der kluge Hanumān, Rāvaṇa erschreckend, dieses Wort:

Wort für Wort
ratham tasya samāsādya
an dessen Wagen herantretend
bhujam udyamya dakṣiṇam
den rechten Arm erhebend
trāsayan rāvaṇam dhīmān
den klugen, Rāvaṇa erschreckend
hanūmān vākyam abravīt
sprach Hanumān das Wort

deva dānava gandharvā yakṣāś ca saha rākṣasaih | avadhyatvāt tvayā bhagnā vānarebhyas tu te bhayam ||55||

Götter, Dānavas, Gandharvas, Yakṣas samt den Rākṣasas wurden von dir besiegt, weil sie dir gegenüber unverwundbar waren - doch vor den Affen hast du Furcht.

Wort für Wort
deva-dānava-gandharvāḥ
Götter, Dānavas, Gandharvas
yakṣāḥ ca saha rākṣasaiḥ
und Yakṣas samt den Rākṣasas
avadhyatvāt tvayā bhagnāḥ
wurden von dir besiegt, weil unverwundbar
vānarebhyaḥ tu te bhayam
doch vor den Affen hast du Furcht

eṣa me dakṣiṇo bāhuh panca śākhah samudyatah | vidhamiṣyati te dehād bhūta ātmānam cira uṣitam ||56||

Dieser mein rechter Arm mit fünf Zweigen, erhoben, wird deinen Geist, der lange in deinem Leib gewohnt hat, aus deinem Körper vertreiben.

Wort für Wort
eṣa me dakṣiṇaḥ bāhuḥ
dieser mein rechter Arm
pañca-śākhaḥ samudyataḥ
mit fünf Zweigen, erhoben
vidhamiṣyati te dehāt
wird aus deinem Leib vertreiben
bhūta-ātmānam cira-uṣitam
den Geist, der lange gewohnt hat

śrutvā hanūmato vākyam rāvaṇo bhīma vikramah | samrakta nayanah krodhād idam vacanam abravīt ||57||

Als er Hanumāns Wort gehört hatte, sprach Rāvaṇa, der furchtbar Tapfere, mit vor Zorn geröteten Augen dieses Wort:

Wort für Wort
śrutvā hanūmataḥ vākyam
Hanumāns Wort gehört habend
rāvaṇaḥ bhīma-vikramaḥ
Rāvaṇa, der furchtbar Tapfere
saṃrakta-nayanaḥ krodhāt
mit vor Zorn geröteten Augen
idam vacanam abravīt
sprach dieses Wort

kṣipram prahara nihśankam sthirām kīrtim avāpnuhi | tatas tvām jnāti vikrāntam nāśayiṣyāmi vānara ||58||

Schlage rasch zu, unbesorgt, erlange dauerhaften Ruhm - dann werde ich dich, den unter deinen Verwandten Tapferen, vernichten, Affe.

Wort für Wort
kṣipram prahara niḥśaṅkam
schlage rasch zu, unbesorgt
sthirām kīrtim avāpnuhi
erlange dauerhaften Ruhm
tataḥ tvām jñāti-vikrāntam
dann dich, den unter Verwandten Tapferen
nāśayiṣyāmi vānara
werde ich vernichten, Affe

rāvaṇasya vacah śrutvā vāyu sūnur vaco abravīt | prahṛtam hi mayā pūrvam akṣam smara sutam tava ||59||

Als er Rāvaṇas Wort gehört hatte, sprach der Sohn des Windgottes das Wort: Ich habe schon früher zugeschlagen - erinnere dich an Akṣa, deinen Sohn.

Wort für Wort
rāvaṇasya vacaḥ śrutvā
Rāvaṇas Wort gehört habend
vāyu-sūnuḥ vacaḥ abravīt
sprach der Sohn des Windgottes das Wort
prahṛtam hi mayā pūrvam
ich habe schon früher zugeschlagen
akṣam smara sutam tava
erinnere dich an Akṣa, deinen Sohn

evam ukto mahā tejā rāvaṇo rākṣasa īśvarah | ājaghāna anila sutam talena urasi vīryavān ||60||

So angesprochen, schlug der glanzvolle Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas, der Kraftvolle, den Sohn des Windgottes mit der Handfläche auf die Brust.

Wort für Wort
evam uktaḥ mahā-tejāḥ
so angesprochen, der glanzvolle
rāvaṇaḥ rākṣasa-īśvaraḥ
Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas
ājaghāna anila-sutam talena urasi
schlug den Sohn des Windgottes mit der Handfläche auf die Brust
vīryavān
der Kraftvolle

sa tala abhihatas tena cacāla ca muhur muhuh | ājaghāna abhisamkruddhas talena eva amara dviṣam ||61||

Er, von jenem Schlag getroffen, wankte immer wieder; zornentbrannt schlug er den Feind der Unsterblichen ebenfalls mit der Handfläche.

Wort für Wort
saḥ tala-abhihataḥ tena
er, von jenem Handflächenschlag getroffen
cacāla ca muhuḥ muhuḥ
wankte immer wieder
ājaghāna abhisaṃkruddhaḥ
zornentbrannt schlug er
talena eva amara-dviṣam
ebenfalls mit der Handfläche den Feind der Unsterblichen

tatas talena abhihato vānareṇa mahātmanā | daśagrīvah samādhūto yathā bhūmi cale acalah ||62||

Dann, von der Handfläche des hochgesinnten Affen getroffen, erzitterte der Zehnhalsige, wie ein Berg bei einem Erdbeben.

Wort für Wort
tataḥ talena abhihataḥ
dann von der Handfläche getroffen
vānareṇa mahātmanā
vom hochgesinnten Affen
daśagrīvaḥ samādhūtaḥ
erzitterte der Zehnhalsige
yathā bhūmi-cale acalaḥ
wie ein Berg bei einem Erdbeben

samgrāme tam tathā dṛṣṭva rāvaṇam tala tāḍitam | ṛṣayo vānarāh siddhā nedur devāh saha asurāh ||63||

Als sie im Kampf sahen, wie Rāvaṇa so von der Handfläche getroffen war, jauchzten die Ṛṣis, die Affen, die Siddhas, die Götter samt den Asuras.

Wort für Wort
saṃgrāme tam tathā dṛṣṭvā
im Kampf ihn so sehend
rāvaṇam tala-tāḍitam
Rāvaṇa, von der Handfläche getroffen
ṛṣayaḥ vānarāḥ siddhāḥ
die Ṛṣis, Affen, Siddhas
neduḥ devāḥ saha asuraiḥ
jauchzten die Götter samt den Asuras

atha āśvasya mahā tejā rāvaṇo vākyam abravīt | sādhu vānara vīryeṇa ślāghanīyo asi me ripuh ||64||

Dann, wieder zu Atem gekommen, sprach der glanzvolle Rāvaṇa das Wort: Wohlan, Affe, durch deine Kraft bist du mir ein preisenswerter Feind.

Wort für Wort
atha āśvasya mahā-tejāḥ
dann, wieder zu Atem gekommen, der glanzvolle
rāvaṇaḥ vākyam abravīt
Rāvaṇa sprach das Wort
sādhu vānara vīryeṇa
wohlan, Affe, durch deine Kraft
ślāghanīyaḥ asi me ripuḥ
bist du mir ein preisenswerter Feind

rāvaṇena evam uktas tu mārutir vākyam abravīt | dhig astu mama vīryam tu yat tvam jīvasi rāvaṇa ||65||

So von Rāvaṇa angesprochen, sprach der Sohn des Windgottes das Wort: Schande über meine Kraft, dass du, Rāvaṇa, noch lebst.

Wort für Wort
rāvaṇena evam uktaḥ tu
so von Rāvaṇa angesprochen
mārutiḥ vākyam abravīt
sprach der Sohn des Windgottes das Wort
dhik astu mama vīryam tu
Schande über meine Kraft
yat tvam jīvasi rāvaṇa
dass du, Rāvaṇa, noch lebst

sakṛt tu prahara idānīm durbuddhe kim vikatthase | tatas tvām māmako muṣṭir nayiṣyāmi yathā kṣayam ||66||

Schlage nun ein einziges Mal zu, Übelgesinnter, was prahlst du? Dann werde ich dich mit meiner Faust ins Verderben schicken.

Wort für Wort
sakṛt tu prahara idānīm
schlage nun ein einziges Mal zu
durbuddhe kim vikatthase
Übelgesinnter, was prahlst du
tataḥ tvām māmakaḥ muṣṭiḥ
dann dich meine Faust
nayiṣyāmi yathā kṣayam
werde ich ins Verderben schicken

tato māruti vākyena krodhas tasya tadā ajvalat | samrakta nayano yatnān muṣṭim udyamya dakṣiṇam ||67||

Da entflammte durch Mārutis Wort dessen Zorn; mit vor Zorn geröteten Augen erhob er sorgfältig die rechte Faust.

Wort für Wort
tataḥ māruti-vākyena
da durch Mārutis Wort
krodhaḥ tasya tadā ajvalat
entflammte da sein Zorn
saṃrakta-nayanaḥ yatnāt
mit vor Zorn geröteten Augen, sorgfältig
muṣṭim udyamya dakṣiṇam
die rechte Faust erhebend

pātayām āsa vegena vānara urasi vīryavān ||68||

und der Kraftvolle ließ sie mit Wucht auf die Brust des Affen niedersausen.

Wort für Wort
pātayām āsa vegena
er ließ mit Wucht niedersausen
vānara-urasi
auf die Brust des Affen
vīryavān
der Kraftvolle

hanūmān vakṣasi vyūdhe saṃcacāla hatah punah | vihvalam tam tadā dṛṣṭvā hanūmantam mahā balam | rathena atirathah śīghram nīlam prati samabhyagāt ||69||

Hanumān, an der breiten Brust getroffen, wankte wiederum; als er ihn, den mächtigen Hanumān, so taumelnd sah, wandte sich der überaus große Wagenkämpfer rasch mit seinem Wagen gegen Nīla.

Wort für Wort
hanūmān vakṣasi vyūḍhe
Hanumān, an der breiten Brust
saṃcacāla hataḥ punaḥ
wankte, wiederum getroffen
vihvalam tam tadā dṛṣṭvā
ihn so taumelnd sehend
hanūmantam mahā-balam
den mächtigen Hanumān
rathena atirathaḥ śīghram
mit dem Wagen der überaus große Wagenkämpfer rasch
nīlam prati samabhyagāt
wandte sich gegen Nīla

rākṣasānāmadhipatirdaśagrīvah ||70||

der Herrscher der Rākṣasas, der Zehnhalsige,

Wort für Wort
rākṣasānām adhipatiḥ daśagrīvaḥ
der Herrscher der Rākṣasas, der Zehnhalsige

pannaga pratimair bhīmaih para marma atibhedibhih | śarair ādīpayām āsa nīlam hari camū patim ||71||

entflammte Nīla, den Führer des Affenheeres, mit furchtbaren, schlangengleichen Pfeilen, die die Verwundbarkeit des Feindes durchdringen.

Wort für Wort
pannaga-pratimaiḥ bhīmaiḥ
mit furchtbaren, schlangengleichen
para-marma-atibhedibhiḥ
die die Verwundbarkeit des Feindes durchdringen
śaraiḥ ādīpayām āsa
mit Pfeilen entflammte er
nīlam hari-camū-patim
Nīla, den Führer des Affenheeres

sa śara ogha samāyasto nīlah kapi camū patih | kareṇa ekena śaila agram rakṣo adhipataye asṛjat ||72||

Er, Nīla, der Führer des Affenheeres, von der Pfeilflut erschöpft, schleuderte mit einer Hand einen Berggipfel auf den Herrscher der Rākṣasas.

Wort für Wort
saḥ śara-ogha-samāyastaḥ
er, von der Pfeilflut erschöpft
nīlaḥ kapi-camū-patiḥ
Nīla, der Führer des Affenheeres
kareṇa ekena śaila-agram
mit einer Hand einen Berggipfel
rakṣo-adhipataye asṛjat
schleuderte er auf den Herrscher der Rākṣasas

hanūmān api tejasvī samāśvasto mahā manāh | viprekṣamāṇo yuddha īpsuh saroṣam idam abravīt ||73||

Auch Hanumān, der glanzvolle, hochgesinnte, wieder zu Kräften gekommen, kampfbegierig hinschauend, sprach zornerfüllt dieses:

Wort für Wort
hanūmān api tejasvī
auch Hanumān, der glanzvolle
samāśvastaḥ mahā-manāḥ
wieder zu Kräften gekommen, hochgesinnt
viprekṣamāṇaḥ yuddha-īpsuḥ
kampfbegierig hinschauend
saroṣam idam abravīt
sprach zornerfüllt dieses

nīlena saha samyuktam rāvaṇam rākṣasa īśvaram | anyena yudhyamānasya na yuktam abhidhāvanam ||74||

Es geziemt sich nicht, dass ein anderer angreift, während Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas, mit Nīla im Kampf verbunden ist.

Wort für Wort
nīlena saha saṃyuktam
mit Nīla verbunden
rāvaṇam rākṣasa-īśvaram
Rāvaṇa, den Herrn der Rākṣasas
anyena yudhyamānasya
während er mit einem anderen kämpft
na yuktam abhidhāvanam
es ist nicht geziemend, anzugreifen

rāvaṇo api mahā tejās tat śṛngam saptabhih śaraih | ājaghāna sutīkṣṇ agrais tad vikīrṇam papāta ha ||75||

Auch Rāvaṇa, der glanzvolle, traf jenen Gipfel mit sieben überaus scharfen Pfeilen; da zerbarst er und fiel zerstreut zu Boden.

Wort für Wort
rāvaṇaḥ api mahā-tejāḥ
auch Rāvaṇa, der glanzvolle
tat śṛṅgam saptabhiḥ śaraiḥ
jenen Gipfel mit sieben Pfeilen
ājaghāna sutīkṣṇa-agraiḥ
traf mit überaus scharfen Spitzen
tat vikīrṇam papāta ha
da fiel er zerstreut zu Boden

tad vikīrṇam gireh śṛngam dṛṣṭvā hari camū patih | kāla agnir iva jajvāla krodhena para vīrahā ||76||

Als er jenen zerstreuten Berggipfel sah, entbrannte der Führer des Affenheeres, der Bezwinger feindlicher Helden, vor Zorn wie das Feuer des Weltuntergangs.

Wort für Wort
tat vikīrṇam gireḥ śṛṅgam dṛṣṭvā
jenen zerstreuten Berggipfel sehend
hari-camū-patiḥ
der Führer des Affenheeres
kāla-agniḥ iva jajvāla krodhena
entbrannte vor Zorn wie das Feuer des Weltuntergangs
para-vīrahā
der Bezwinger feindlicher Helden

so aśva karṇān dhavān sālāṃś cūtāṃś ca api supuṣpitān | anyāṃś ca vividhān vṛkṣān nīlaś cikṣepa samyuge ||77||

Er schleuderte Aśvakarṇa-, Dhava- und Sāla-Bäume und auch reichblühende Mangobäume und andere mancherlei Bäume, Nīla, im Kampf.

Wort für Wort
saḥ aśvakarṇān dhavān sālān
er, Aśvakarṇa-, Dhava- und Sāla-Bäume
cūtān ca api supuṣpitān
und auch reichblühende Mangobäume
anyān ca vividhān vṛkṣān
und andere mancherlei Bäume
nīlaḥ cikṣepa samyuge
Nīla schleuderte sie im Kampf

sa tān vṛkṣān samāsādya praticicceda rāvaṇah | abhyavarṣat sughoreṇa śara varṣeṇa pāvakim ||78||

Er, Rāvaṇa, jene Bäume erreichend, zerhackte sie und überschüttete den Sohn des Feuers mit einem überaus furchtbaren Pfeilregen.

Wort für Wort
saḥ tān vṛkṣān samāsādya
er, jene Bäume erreichend
praticicceda rāvaṇaḥ
zerhackte sie Rāvaṇa
abhyavarṣat sughoreṇa
überschüttete mit überaus furchtbarem
śara-varṣeṇa pāvakim
mit einem Pfeilregen den Sohn des Feuers

abhivṛṣṭah śara ogheṇa meghena iva mahā acalah | hrasvam kṛtvā tadā rūpam dhvaja agre nipapāta ha ||79||

Überschüttet von der Pfeilflut wie ein gewaltiger Berg von einer Wolke, verkleinerte er da seine Gestalt und ließ sich auf der Bannerspitze nieder.

Wort für Wort
abhivṛṣṭaḥ śara-oghena
überschüttet von der Pfeilflut
meghena iva mahā-acalaḥ
wie ein gewaltiger Berg von einer Wolke
hrasvam kṛtvā tadā rūpam
seine Gestalt da verkleinernd
dhvaja-agre nipapāta ha
ließ er sich auf der Bannerspitze nieder

pāvaka ātmajam ālokya dhvaja agre samavasthitam | jajvāla rāvaṇah krodhāt tato nīlo nanāda ha ||80||

Als er den Sohn des Feuers auf der Bannerspitze sitzen sah, entbrannte Rāvaṇa vor Zorn; da brüllte Nīla auf.

Wort für Wort
pāvaka-ātmajam ālokya
den Sohn des Feuers erblickend
dhvaja-agre samavasthitam
auf der Bannerspitze sitzend
jajvāla rāvaṇaḥ krodhāt
entbrannte Rāvaṇa vor Zorn
tataḥ nīlaḥ nanāda ha
da brüllte Nīla auf

dhvaja agre dhanuṣaś ca agre kirīṭa agre ca tam harim | lakṣmaṇo atha hanūmāṃś ca dṛṣṭvā rāmaś ca vismitāh ||81||

Auf der Bannerspitze, auf der Bogenspitze und auf der Diademspitze - so sahen Lakṣmaṇa, Hanumān und Rāma verwundert den Affen.

Wort für Wort
dhvaja-agre dhanuṣaḥ ca agre
auf der Bannerspitze, auf der Bogenspitze
kirīṭa-agre ca tam harim
und auf der Diademspitze diesen Affen
lakṣmaṇaḥ atha hanūmān ca
Lakṣmaṇa, dann Hanumān
dṛṣṭvā rāmaḥ ca vismitāḥ
sahen sie, und Rāma, verwundert

rāvaṇo api mahā tejāh kapi lāghava vismitah | astram āhārayām āsa dīptam āgneyam adbhutam ||82||

Auch Rāvaṇa, der glanzvolle, erstaunt über die Geschicklichkeit des Affen, rief die lodernde, wunderbare Feuerwaffe herbei.

Wort für Wort
rāvaṇaḥ api mahā-tejāḥ
auch Rāvaṇa, der glanzvolle
kapi-lāghava-vismitaḥ
erstaunt über die Geschicklichkeit des Affen
astram āhārayām āsa
rief die Waffe herbei
dīptam āgneyam adbhutam
die lodernde, wunderbare Feuerwaffe

tatas te cukruśur hṛṣṭā labdha lakṣyāh plavam gamāh | nīla lāghava sambhrāntam dṛṣṭvā rāvaṇam āhave ||83||

Da jauchzten die Springer voller Freude, ihr Ziel erreicht, als sie sahen, wie Rāvaṇa im Kampf durch Nīlas Geschicklichkeit verwirrt war.

Wort für Wort
tataḥ te cukruśuḥ hṛṣṭāḥ
da jauchzten sie voller Freude
labdha-lakṣyāḥ plavaṃ-gamāḥ
ihr Ziel erreicht, die Springer
nīla-lāghava-sambhrāntam dṛṣṭvā
sehend, wie er durch Nīlas Geschicklichkeit verwirrt war
rāvaṇam āhave
Rāvaṇa im Kampf

vānarāṇām ca nādena samrabdho rāvaṇas tadā | sambhrama āviṣṭa hṛdayo na kiṃcit pratyapadyata ||84||

Und durch den Lärm der Affen erregt, sein Herz von Verwirrung erfüllt, wusste Rāvaṇa da nicht mehr, was er tun sollte.

Wort für Wort
vānarāṇām ca nādena
und durch den Lärm der Affen
saṃrabdhaḥ rāvaṇaḥ tadā
erregt, Rāvaṇa da
sambhrama-āviṣṭa-hṛdayaḥ
sein Herz von Verwirrung erfüllt
na kiṃcit pratyapadyata
wusste er nichts mehr zu tun

āgneyena atha samyuktam gṛhītvā rāvaṇah śaram | dhvaja śīrṣa sthitam nīlam udaikṣata niśā carah ||85||

Dann ergriff Rāvaṇa einen mit der Feuerwaffe verbundenen Pfeil, und der Nachtwandler blickte auf Nīla, der auf der Bannerspitze saß.

Wort für Wort
āgneyena atha saṃyuktam
dann mit der Feuerwaffe verbunden
gṛhītvā rāvaṇaḥ śaram
einen Pfeil ergreifend, Rāvaṇa
dhvaja-śīrṣa-sthitam nīlam
auf Nīla, der auf der Bannerspitze saß
udaikṣata niśā-caraḥ
blickte der Nachtwandler

tato abravīn mahā tejā rāvaṇo rākṣasa īśvarah | kape lāghava yukto asi māyayā parayā anayā ||86||

Dann sprach der glanzvolle Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas: Affe, du bist mit Geschicklichkeit und dieser überragenden Zaubermacht ausgestattet.

Wort für Wort
tataḥ abravīt mahā-tejāḥ
dann sprach der glanzvolle
rāvaṇaḥ rākṣasa-īśvaraḥ
Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas
kape lāghava-yuktaḥ asi
Affe, du bist mit Geschicklichkeit ausgestattet
māyayā parayā anayā
mit dieser überragenden Zaubermacht

jīvitam khalu rakṣasva yadi śaknoṣi vānara | tāni tāny ātma rūpāṇi sṛjase tvam anekaśah ||87||

Rette nur dein Leben, wenn du kannst, Affe; du nimmst mancherlei Gestalten deiner selbst an.

Wort für Wort
jīvitam khalu rakṣasva
rette nur dein Leben
yadi śaknoṣi vānara
wenn du kannst, Affe
tāni tāni ātma-rūpāṇi
jene mancherlei Gestalten deiner selbst
sṛjase tvam anekaśaḥ
nimmst du vielfach an

tathā api tvām mayā muktah sāyako astra prayojitah | jīvitam parirakṣantam jīvitād bhraṃśayiṣyati ||88||

Dennoch wird dich der von mir entlassene, mit der Waffe versehene Pfeil, magst du auch dein Leben zu schützen suchen, deines Lebens berauben.

Wort für Wort
tathā api tvām mayā muktaḥ
dennoch wird dich, von mir entlassen
sāyakaḥ astra-prayojitaḥ
der mit der Waffe versehene Pfeil
jīvitam parirakṣantam
auch wenn du dein Leben zu schützen suchst
jīvitāt bhraṃśayiṣyati
deines Lebens berauben

evam uktvā mahā bāhū rāvaṇo rākṣasa īśvarah | saṃdhāya bāṇam astreṇa camū patim atāḍayat ||89||

So gesprochen, legte der starkarmige Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas, den Pfeil mit der Waffe an und traf den Heerführer.

Wort für Wort
evam uktvā mahā-bāhuḥ
so gesprochen, der Starkarmige
rāvaṇaḥ rākṣasa-īśvaraḥ
Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas
saṃdhāya bāṇam astreṇa
den Pfeil mit der Waffe anlegend
camū-patim atāḍayat
traf den Heerführer

so astra yuktena bāṇena nīlo vakṣasi tāḍitah | nirdahyamānah sahasā nipapāta mahī tale ||90||

Er, Nīla, von dem waffenversehenen Pfeil an der Brust getroffen, brennend, fiel plötzlich zu Boden.

Wort für Wort
saḥ astra-yuktena bāṇena
er, von dem waffenversehenen Pfeil
nīlaḥ vakṣasi tāḍitaḥ
Nīla, an der Brust getroffen
nirdahyamānaḥ sahasā
brennend, plötzlich
nipapāta mahī-tale
fiel er zu Boden

pitṛ māhātmya samyogād ātmanaś ca api tejasā | jānubhyām apatad bhūmau na ca prāṇair vyayujyata ||91||

Durch die Verbindung mit der Größe seines Vaters und durch seinen eigenen Glanz fiel er auf die Knie zu Boden, wurde aber nicht seines Lebens beraubt.

Wort für Wort
pitṛ-māhātmya-saṃyogāt
durch die Verbindung mit der Größe des Vaters
ātmanaḥ ca api tejasā
und durch seinen eigenen Glanz
jānubhyām apatat bhūmau
fiel er auf die Knie zu Boden
na ca prāṇaiḥ vyayujyata
wurde aber nicht seines Lebens beraubt

visamjnam vānaram dṛṣṭvā daśagrīvo raṇa utsukah | rathena ambuda nādena saumitrim abhidudruve ||92||

Als er den bewusstlosen Affen sah, wandte sich der kampfbegierige Zehnhalsige mit seinem wolkendröhnenden Wagen gegen den Sohn der Sumitrā.

Wort für Wort
visaṃjñam vānaram dṛṣṭvā
den bewusstlosen Affen sehend
daśagrīvaḥ raṇa-utsukaḥ
der kampfbegierige Zehnhalsige
rathena ambuda-nādena
mit dem wolkendröhnenden Wagen
saumitrim abhidudruve
stürmte er gegen den Sohn der Sumitrā

āsādya raṇamadhye taṃ vāraitvā sthito jvalan | dhanurviṣphārayāmāsa rākṣasendraḥ pratāpavān ||93||

Herantretend, ihn inmitten der Schlacht abwehrend, stehend, lodernd, spannte der glanzvolle Rākṣasa-Fürst seinen Bogen.

Wort für Wort
āsādya raṇa-madhye
herantretend inmitten der Schlacht
tam vārayitvā sthitaḥ jvalan
ihn abwehrend, stehend, lodernd
dhanuḥ visphārayām āsa
spannte den Bogen
rākṣasa-indraḥ pratāpavān
der glanzvolle Rākṣasa-Fürst

tam āha saumitrir adīna sattvo | visphārayantam dhanur aprameyam | abhehi mām eva niśā cara indra | na vānarāṃs tvam prati yoddhum arhasi ||94||

Zu ihm, der seinen unermesslichen Bogen spannte, sprach der Sohn der Sumitrā, von unverzagtem Mut: Wende dich gegen mich, o Fürst der Nachtwandler; du sollst nicht gegen die Affen kämpfen.

Wort für Wort
tam āha saumitriḥ adīna-sattvaḥ
zu ihm sprach der Sohn der Sumitrā, von unverzagtem Mut
visphārayantam dhanuḥ aprameyam
zu ihm, der seinen unermesslichen Bogen spannte
abhehi mām eva niśā-cara-indra
wende dich gegen mich, o Fürst der Nachtwandler
na vānarān tvam prati yoddhum arhasi
du sollst nicht gegen die Affen kämpfen

sa tasya vākyam paripūrṇa ghoṣam | jyā śabdam ugram ca niśamya rājā | āsādya saumitrim avasthitam tam | kopa anvitam vākyam uvāca rakṣah ||95||

Er, der König, jenes volltönende Wort und den grimmigen Klang der Bogensehne vernehmend, trat zu dem dastehenden Sohn der Sumitrā und sprach, der Rākṣasa, zornerfüllt dieses Wort:

Wort für Wort
saḥ tasya vākyam paripūrṇa-ghoṣam
er, jenes volltönende Wort
jyā-śabdam ugram ca niśamya rājā
und den grimmigen Bogensehnenklang vernehmend, der König
āsādya saumitrim avasthitam tam
zu dem dastehenden Sohn der Sumitrā tretend
kopa-anvitam vākyam uvāca rakṣaḥ
sprach der Rākṣasa zornerfüllt das Wort

diṣṭyā asi me rāghava dṛṣṭi mārgam | prāpto anta gāmī viparīta buddhih | asmin kṣaṇe yāsyasi mṛtyu deśam | saṃsādyamāno mama bāṇa jālaih ||96||

Zum Glück bist du, Sohn Raghus, in mein Blickfeld geraten, dem Ende entgegengehend, verkehrten Sinnes; in diesem Augenblick wirst du, von meinen Pfeilnetzen bedrängt, ins Reich des Todes eingehen.

Wort für Wort
diṣṭyā asi me rāghava dṛṣṭi-mārgam
zum Glück bist du, Sohn Raghus, in mein Blickfeld
prāptaḥ anta-gāmī viparīta-buddhiḥ
geraten, dem Ende entgegengehend, verkehrten Sinnes
asmin kṣaṇe yāsyasi mṛtyu-deśam
in diesem Augenblick wirst du ins Reich des Todes eingehen
saṃsādyamānaḥ mama bāṇa-jālaiḥ
von meinen Pfeilnetzen bedrängt

tam āha saumitrir avismayāno | garjantam udvṛtta sita agra damṣṭram | rājan na garjanti mahā prabhāvā | vikatthase pāpakṛtām variṣṭha ||97||

Zu ihm, der brüllte, mit hervortretenden weißen Zahnspitzen, sprach der Sohn der Sumitrā, unerschrocken: O König, die von großer Macht brüllen nicht; du prahlst, du Vortrefflichster unter den Übeltätern.

Wort für Wort
tam āha saumitriḥ avismayānaḥ
zu ihm sprach der Sohn der Sumitrā, unerschrocken
garjantam udvṛtta-sita-agra-daṃṣṭram
der brüllte, mit hervortretenden weißen Zahnspitzen
rājan na garjanti mahā-prabhāvāḥ
o König, die von großer Macht brüllen nicht
vikatthase pāpakṛtām variṣṭha
du prahlst, Vortrefflichster unter den Übeltätern

jānāmi vīryam tava rākṣasa indra | balam pratāpam ca parākramam ca | avasthito aham śara cāpa pāṇir | āgacca kim mogha vikatthanena ||98||

Ich kenne deine Kraft, o Rākṣasa-Fürst, deine Stärke, deine Macht und deine Tapferkeit; ich stehe hier, Pfeil und Bogen in der Hand - komm heran, was nützt leeres Prahlen?

Wort für Wort
jānāmi vīryam tava rākṣasa-indra
ich kenne deine Kraft, o Rākṣasa-Fürst
balam pratāpam ca parākramam ca
deine Stärke, Macht und Tapferkeit
avasthitaḥ aham śara-cāpa-pāṇiḥ
ich stehe hier, Pfeil und Bogen in der Hand
āgaccha kim mogha-vikatthanena
komm heran, was nützt leeres Prahlen

sa evam uktah kupitah sasarja | rakṣo adhipah sapta śarān supunkhān | tāml lakṣmaṇah kāncana citra punkhaiś | cicceda bāṇair niśita agra dhāraih ||99||

So angesprochen, entsandte der zornige Herrscher der Rākṣasas sieben wohlbefiederte Pfeile; diese zerschnitt Lakṣmaṇa mit goldbunt befiederten Pfeilen von scharfer, schneidender Spitze.

Wort für Wort
saḥ evam uktaḥ kupitaḥ sasarja
so angesprochen, entsandte er zornig
rakṣo-adhipaḥ sapta śarān supuṅkhān
der Herrscher der Rākṣasas sieben wohlbefiederte Pfeile
tān lakṣmaṇaḥ kāñcana-citra-puṅkhaiḥ
diese Lakṣmaṇa mit goldbunt befiederten
cicceda bāṇaiḥ niśita-agra-dhāraiḥ
zerschnitt er mit Pfeilen von scharfer, schneidender Spitze

tān prekṣamāṇah sahasā nikṛttān | nikṛtta bhogān iva pannaga indrān | lankā īśvarah krodha vaśam jagāma | sasarja ca anyān niśitān pṛṣatkān ||100||

Als er jene plötzlich zerschnitten sah, wie zerschnittene Schlangenfürsten, geriet der Herr Laṅkās in die Gewalt des Zorns und entsandte weitere scharfe Pfeile.

Wort für Wort
tān prekṣamāṇaḥ sahasā nikṛttān
jene plötzlich zerschnitten sehend
nikṛtta-bhogān iva pannaga-indrān
wie zerschnittene Schlangenfürsten
laṅkā-īśvaraḥ krodha-vaśam jagāma
der Herr Laṅkās geriet in die Gewalt des Zorns
sasarja ca anyān niśitān pṛṣatkān
und entsandte andere scharfe Pfeile

sa bāṇa varṣam tu vavarṣa tīvram | rāma anujah kārmuka samprayuktam | kṣura ardha candra uttama karṇi bhallaih | śarāṃś ca cicceda na cukṣubhe ca ||101||

Der jüngere Bruder Rāmas ließ auch selbst einen heftigen, vom Bogen entsandten Pfeilregen niedergehen, zerschnitt mit Rasiermesser-, Halbmond-, Karṇi- und Bhalla-Pfeilen dessen Pfeile und geriet nicht in Verwirrung.

Wort für Wort
saḥ bāṇa-varṣam tu vavarṣa tīvram
er ließ auch einen heftigen Pfeilregen niedergehen
rāma-anujaḥ kārmuka-samprayuktam
der jüngere Bruder Rāmas, vom Bogen entsandt
kṣura-ardha-candra-uttama-karṇi-bhallaiḥ
mit Rasiermesser-, Halbmond-, Karṇi- und Bhalla-Pfeilen
śarān ca cicceda na cukṣubhe ca
zerschnitt er dessen Pfeile und geriet nicht in Verwirrung

sa bāṇajālānyapi tāni tāni | moghāni paśyāṃstridaśārirājaḥ | visismiye lakṣmaṇalāghavena | punaśca bāṇānniśitānmumoca ||102||

Als er jene Pfeilnetze allesamt wirkungslos sah, staunte der Götterfeind-König über Lakṣmaṇas Geschicklichkeit und entsandte wiederum scharfe Pfeile.

Wort für Wort
saḥ bāṇa-jālāni api tāni tāni
er, jene Pfeilnetze allesamt
moghāni paśyan tridaśa-ari-rājaḥ
wirkungslos sehend, der Götterfeind-König
visismiye lakṣmaṇa-lāghavena
staunte über Lakṣmaṇas Geschicklichkeit
punaḥ ca bāṇān niśitān mumoca
und entsandte wiederum scharfe Pfeile

sa lakṣmaṇaś ca āśu śarān śita agrān | mahā indra vajra aśani tulya vegān | saṃdhāya cāpe jvalana prakāśān | sasarja rakṣo adhipater vadhāya ||103||

Auch Lakṣmaṇa legte rasch scharfe, feuerhelle Pfeile von der Wucht des Blitzes Mahendras auf den Bogen und entsandte sie zur Vernichtung des Herrschers der Rākṣasas.

Wort für Wort
saḥ lakṣmaṇaḥ ca āśu śarān śita-agrān
auch Lakṣmaṇa rasch scharfe Pfeile
mahā-indra-vajra-aśani-tulya-vegān
von der Wucht des Blitzes Mahendras
saṃdhāya cāpe jvalana-prakāśān
auf den Bogen legend, feuerhell
sasarja rakṣo-adhipateḥ vadhāya
entsandte er zur Vernichtung des Herrschers der Rākṣasas

sa tān pracicceda hi rākṣasa indraś | cittvā ca tāml lakṣmaṇam ājaghāna | śareṇa kāla agni sama prabheṇa | svayambhu dattena lalāṭa deśe ||104||

Er, der Rākṣasa-Fürst, zerschnitt jene, und nach dem Zerschneiden traf er Lakṣmaṇa mit einem Pfeil, dem Feuer des Weltuntergangs gleich an Glanz, von Brahmā gegeben, an der Stirn.

Wort für Wort
saḥ tān pracicceda hi rākṣasa-indraḥ
er zerschnitt jene, der Rākṣasa-Fürst
cittvā ca tān lakṣmaṇam ājaghāna
und nach dem Zerschneiden traf er Lakṣmaṇa
śareṇa kāla-agni-sama-prabheṇa
mit einem Pfeil, dem Feuer des Weltuntergangs gleich an Glanz
svayambhu-dattena lalāṭa-deśe
von Brahmā gegeben, an der Stirn

sa lakṣmaṇo rāvaṇa sāyaka ārtaś | cacāla cāpam śithilam pragṛhya | punaś ca samjnām pratilabhya kṛccrāc | cicceda cāpam tridaśa indra śatroh ||105||

Lakṣmaṇa, von Rāvaṇas Pfeil versehrt, wankte, den Bogen locker haltend; als er mühsam wieder zu Bewusstsein gekommen war, zerschnitt er den Bogen des Götterfeindes.

Wort für Wort
saḥ lakṣmaṇaḥ rāvaṇa-sāyaka-ārtaḥ
Lakṣmaṇa, von Rāvaṇas Pfeil versehrt
cacāla cāpam śithilam pragṛhya
wankte, den Bogen locker haltend
punaḥ ca saṃjñām pratilabhya kṛcchrāt
und mühsam wieder zu Bewusstsein gekommen
cicceda cāpam tridaśa-indra-śatroḥ
zerschnitt er den Bogen des Götterfeindes

nikṛtta cāpam tribhir ājaghāna | bāṇais tadā dāśarathih śita agraih | sa sāyaka ārto vicacāla rājā | kṛccrāc ca samjnām punar āsasāda ||106||

Mit dem zerschnittenen Bogen traf da der Sohn des Daśaratha ihn mit drei scharfspitzigen Pfeilen; jener König, vom Pfeil versehrt, wankte und gewann mühsam wieder das Bewusstsein.

Wort für Wort
nikṛtta-cāpam tribhiḥ ājaghāna
mit dem zerschnittenen Bogen traf er mit drei
bāṇaiḥ tadā dāśarathiḥ śita-agraiḥ
Pfeilen da der Sohn des Daśaratha, scharfspitzig
saḥ sāyaka-ārtaḥ vicacāla rājā
jener König, vom Pfeil versehrt, wankte
kṛcchrāt ca saṃjñām punaḥ āsasāda
und gewann mühsam wieder das Bewusstsein

sa kṛtta cāpah śara tāḍitaś ca | sveda ārdra gātro rudhira avasiktah | jagrāha śaktim samudagra śaktih | svayambhu dattām yudhi deva śatruh ||107||

Er, mit zerschnittenem Bogen, von Pfeilen getroffen, seine Glieder schweißfeucht, mit Blut benetzt, ergriff im Kampf, der Götterfeind von überragender Kraft, den von Brahmā gegebenen Speer.

Wort für Wort
saḥ kṛtta-cāpaḥ śara-tāḍitaḥ ca
er, mit zerschnittenem Bogen, von Pfeilen getroffen
sveda-ārdra-gātraḥ rudhira-avasiktaḥ
seine Glieder schweißfeucht, mit Blut benetzt
jagrāha śaktim samudagra-śaktiḥ
ergriff den Speer, von überragender Kraft
svayambhu-dattām yudhi deva-śatruḥ
den von Brahmā gegebenen, im Kampf, der Götterfeind

sa tām vidhūma anala samnikāśām | vitrāsanīm vānara vāhinīnām | cikṣepa śaktim tarasā jvalantīm | saumitraye rākṣasa rāṣṭra nāthah ||108||

Diesen, dem rauchlosen Feuer gleich, den Affenheeren Schrecken einflößenden Speer schleuderte der Herr des Rākṣasa-Reiches mit Wucht, lodernd, auf den Sohn der Sumitrā.

Wort für Wort
saḥ tām vidhūma-anala-saṃnikāśām
diesen, dem rauchlosen Feuer gleich
vitrāsanīm vānara-vāhinīnām
den Affenheeren Schrecken einflößenden
cikṣepa śaktim tarasā jvalantīm
schleuderte den Speer mit Wucht, lodernd
saumitraye rākṣasa-rāṣṭra-nāthaḥ
auf den Sohn der Sumitrā, der Herr des Rākṣasa-Reiches

tām āpatantīm bharata anujo astrair | jaghāna bāṇaiś ca huta agni kalpaih | tathā api sā tasya viveśa śaktir | bhuja antaram dāśarather viśālam ||109||

Diesen heranfliegenden Speer traf der jüngere Bruder Bharatas mit Waffen, mit Pfeilen dem geopferten Feuer gleich; dennoch drang jener Speer in die breite Brust des Sohnes des Daśaratha ein.

Wort für Wort
tām āpatantīm bharata-anujaḥ astraiḥ
diesen heranfliegenden der jüngere Bruder Bharatas mit Waffen
jaghāna bāṇaiḥ ca huta-agni-kalpaiḥ
traf mit Pfeilen, dem geopferten Feuer gleich
tathā api sā tasya viveśa śaktiḥ
dennoch drang jener Speer ein
bhuja-antaram dāśaratheḥ viśālam
in die breite Brust des Sohnes des Daśaratha

sa śaktimān śaktisamāhataḥ san | jajvāla bhūmau sa raghupravīraḥ | taṃ vihvalantaṃ sahasābhupetya | jagrāha rājā tarasā bhujābhyām ||110||

Er, der Kraftvolle, vom Speer getroffen, entbrannte auf dem Boden, der Held aus Raghus Geschlecht; als er so taumelte, trat der König rasch zu ihm heran und packte ihn mit beiden Armen.

Wort für Wort
saḥ śaktimān śakti-samāhataḥ san
er, der Kraftvolle, vom Speer getroffen
jajvāla bhūmau saḥ raghu-pravīraḥ
entbrannte auf dem Boden, der Held aus Raghus Geschlecht
tam vihvalantam sahasā abhyupetya
zu ihm, der so taumelte, plötzlich herantretend
jagrāha rājā tarasā bhujābhyām
packte ihn der König rasch mit beiden Armen

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