Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 125: Hanumad-Bharata-Saṃvādaḥ Hanumants Botschaft an Bharata

ayodhyāṃ tu samālokya cintayāmāsa rāghavaḥ | priyakāmaḥ priyaṃ rāmastatastvaritavikramaḥ ||

Als er Ayodhyā erblickte, versank Rāghava in Gedanken; Rāma, der Liebes wünschte, der von rascher Tatkraft, sann sodann über Erfreuliches nach.

Wort für Wort
ayodhyāṃ tu samālokya
als er Ayodhyā erblickte
cintayāmāsa rāghavaḥ
versank Rāghava in Gedanken
priyakāmaḥ priyaṃ rāmaḥ
Rāma, der Liebes wünschte, über Erfreuliches
tatastvaritavikramaḥ
der von rascher Tatkraft, sodann

cintayitvā tato dṛṣṭiṃ vānareṣu nyapātayat | uvāca dhīmāṃstejasvī hanūmantaṃ plavaṅgamam ||

Nachdem er nachgedacht hatte, richtete er seinen Blick auf die Vānaras und sprach, der kluge, glanzvolle, zu dem Vānara Hanumant:

Wort für Wort
cintayitvā tato dṛṣṭiṃ
nachdem er nachgedacht hatte, seinen Blick
vānareṣu nyapātayat
richtete er auf die Vānaras
uvāca dhīmāṃstejasvī
sprach der kluge, glanzvolle
hanūmantaṃ plavaṅgamam
zu dem Vānara Hanumant

ayodhyāṃ tvarito gaccha kṣipraṃ tvaṃ plavagottama | jānīhi kaccitkuśalī jano nṛpatimandire ||

"Eile nach Ayodhyā, geh rasch, du Bester der Vānaras; erkunde, ob das Volk im Königspalast wohlauf ist.

Wort für Wort
ayodhyāṃ tvarito gaccha
eile nach Ayodhyā
kṣipraṃ tvaṃ plavagottama
geh rasch, du Bester der Vānaras
jānīhi kaccit kuśalī
erkunde, ob wohlauf ist
jano nṛpatimandire
das Volk im Königspalast

śṛṅgaverapuraṃ prāpya guhaṃ gahanagocaram | niṣādādhipatiṃ brūhi kuśalaṃ vacanānmama ||

Wenn du zur Stadt Śṛṅgavera gelangt bist, sprich zu Guha, der im Dickicht wandelt, dem Herrscher der Niṣādas, Wohlergehen in meinem Namen.

Wort für Wort
śṛṅgaverapuraṃ prāpya
wenn du zur Stadt Śṛṅgavera gelangt bist
guhaṃ gahanagocaram
zu Guha, der im Dickicht wandelt
niṣādādhipatiṃ brūhi
sprich zu dem Herrscher der Niṣādas
kuśalaṃ vacanānmama
Wohlergehen in meinem Namen

śrutvā tu māṃ kuśalinamarogaṃ vigatajvaram | aviṣyati guhaḥ prītaḥ sa mamātmasamaḥ sakhā ||

Wenn er hört, dass ich wohlauf, gesund und frei von Fieber bin, wird Guha, mein mir gleich lieber Freund, erfreut sein.

Wort für Wort
śrutvā tu māṃ kuśalinam
wenn er hört, dass ich wohlauf bin
arogaṃ vigatajvaram
gesund, frei von Fieber
aviṣyati guhaḥ prītaḥ
wird Guha erfreut sein
sa mama ātmasamaḥ sakhā
er, mein mir gleich lieber Freund

ayodhyāyāśca te mārgaṃ pravṛttiṃ bharatasya ca | nivedayiṣyati prīto niṣādādhipatiṛguhaḥ ||

Und den Weg nach Ayodhyā und Nachricht von Bharata wird dir erfreut der Herrscher der Niṣādas, Guha, mitteilen.

Wort für Wort
ayodhyāyāḥ ca te mārgaṃ
und dir den Weg nach Ayodhyā
pravṛttiṃ bharatasya ca
und Nachricht von Bharata
nivedayiṣyati prīto
wird mitteilen, erfreut
niṣādādhipatiḥ guhaḥ
der Herrscher der Niṣādas, Guha

bharatastu tvayā vācyaḥ kuśalaṃ vacanānmama | siddhārthaṃ śaṃsa māṃ tasmai sabhāryaṃ sahalakṣmaṇam ||

Zu Bharata aber sollst du in meinem Namen Wohlergehen sprechen; verkünde ihm, dass ich mein Ziel erreicht habe, samt meiner Gattin und Lakṣmaṇa.

Wort für Wort
bharatastu tvayā vācyaḥ
zu Bharata aber sollst du sprechen
kuśalaṃ vacanānmama
Wohlergehen in meinem Namen
siddhārthaṃ śaṃsa māṃ tasmai
verkünde ihm, dass ich mein Ziel erreicht habe
sabhāryaṃ sahalakṣmaṇam
samt meiner Gattin und Lakṣmaṇa

haraṇaṃ cāpi vaidehyā rāvaṇena balīyasā | sugrīveṇa ca saṃvādaṃ vālinaśca vadhaṃ raṇe ||

Und den Raub der Vaidehī durch den gewaltigen Rāvaṇa, und das Bündnis mit Sugrīva, und Vālins Tötung im Kampf,

Wort für Wort
haraṇaṃ ca api vaidehyā
und den Raub der Vaidehī
rāvaṇena balīyasā
durch den gewaltigen Rāvaṇa
sugrīveṇa ca saṃvādaṃ
und das Bündnis mit Sugrīva
vālinaḥ ca vadhaṃ raṇe
und Vālins Tötung im Kampf

maithilyanveṣaṇaṃ caiva yathā cādhigatā tvayā | laṅghayitvā mahātoyamāpagāpatimavyayam ||

und die Suche nach Maithilī, und wie sie von dir gefunden wurde, nachdem du den großen Wasserherrn der Flüsse, den unvergänglichen, überquert hattest,

Wort für Wort
maithilyanveṣaṇaṃ caiva
und die Suche nach Maithilī
yathā ca adhigatā tvayā
und wie sie von dir gefunden wurde
laṅghayitvā mahātoyam
nachdem du den großen Wasserherrn überquert hattest
āpagāpatim avyayam
den unvergänglichen Herrn der Flüsse

upayānaṃ samudrasya sāgarasya ca darśanam | yathā ca kāritaḥ setū rāvaṇaśca yathā hataḥ ||

das Erreichen des Ozeans und das Erblicken des Meeres, und wie die Brücke erbaut wurde, und wie Rāvaṇa erschlagen wurde,

Wort für Wort
upayānaṃ samudrasya
das Erreichen des Ozeans
sāgarasya ca darśanam
und das Erblicken des Meeres
yathā ca kāritaḥ setū
und wie die Brücke erbaut wurde
rāvaṇaḥ ca yathā hataḥ
und wie Rāvaṇa erschlagen wurde

varadānaṃ mahendreṇa brahmaṇā varuṇena ca | mahādevaprasādācca pitrā mama samāgamam ||

die Gewährung der Gunst durch den großen Indra, durch Brahmā und Varuṇa, und durch die Gnade des großen Gottes Śiva die Begegnung mit meinem Vater –

Wort für Wort
varadānaṃ mahendreṇa
die Gewährung der Gunst durch den großen Indra
brahmaṇā varuṇena ca
durch Brahmā und Varuṇa
mahādevaprasādāt ca
und durch die Gnade des großen Gottes
pitrā mama samāgamam
die Begegnung mit meinem Vater

upayātaṃ ca māṃ saumya bharatāya nivedaya | saha rākṣasarājena harīṇāmīśvareṇa ca ||

und dass ich angelangt bin, Sanftmütiger, das melde Bharata, zusammen mit dem Rākṣasa-König und dem Herrn der Vānaras.

Wort für Wort
upayātaṃ ca māṃ saumya
und dass ich angelangt bin, Sanftmütiger
bharatāya nivedaya
das melde Bharata
saha rākṣasarājena
zusammen mit dem Rākṣasa-König
harīṇāmīśvareṇa ca
und dem Herrn der Vānaras

jitvā śatrugaṇānrāmaḥ prāpya cānuttamaṃ yaśaḥ | upayāti samṛddhārthaḥ saha mitrairmahābalaḥ ||

'Nachdem er die Feindesscharen besiegt und höchsten Ruhm erlangt hat, kommt Rāma, der Hochgewaltige, sein Ziel erreicht, zusammen mit seinen Freunden heran.'

Wort für Wort
jitvā śatrugaṇān rāmaḥ
nachdem Rāma die Feindesscharen besiegt hat
prāpya ca anuttamaṃ yaśaḥ
und höchsten Ruhm erlangt hat
upayāti samṛddhārthaḥ
kommt er heran, sein Ziel erreicht
saha mitraiḥ mahābalaḥ
zusammen mit seinen Freunden, der Hochgewaltige

etacchrutvā yamākāraṃ bhajate bharatastataḥ | sa ca te veditavyaḥ syātsarvaṃ yaccāpi māṃ prati ||

Welchen Gesichtsausdruck Bharata annimmt, wenn er dies hört, das sollst du erkunden, und alles, was er über mich denkt.

Wort für Wort
etat śrutvā yamākāraṃ
welchen Gesichtsausdruck, dies hörend
bhajate bharataḥ tataḥ
annimmt Bharata dann
sa ca te veditavyaḥ syāt
das sollst du erkunden
sarvaṃ yat ca api māṃ prati
und alles, was er über mich (denkt)

jñeyāḥ sarve ca vṛttāntā bharatasyeṅgitāni ca | tattvena mukhavarṇena dṛṣṭyā vyābhāṣaṇena ca ||

Alle Umstände und die Regungen Bharatas sollst du wahrhaft erkunden, an seiner Gesichtsfarbe, seinem Blick und seiner Art zu sprechen.

Wort für Wort
jñeyāḥ sarve ca vṛttāntā
alle Umstände sollst du erkunden
bharatasya iṅgitāni ca
und die Regungen Bharatas
tattvena mukhavarṇena
wahrhaft, an seiner Gesichtsfarbe
dṛṣṭyā vyābhāṣaṇena ca
seinem Blick und seiner Art zu sprechen

sarvakāmasamṛddhaṃ hi hastyaśvarathasaṅkulam | pitṛpaitāmahaṃ rājyaṃ kasya nāvartayenmanaḥ ||

Wessen Sinn würde nicht von einem Königreich angezogen werden, reich an allen Genüssen, wimmelnd von Elefanten, Rossen und Wagen, vom Vater und Großvater ererbt?

Wort für Wort
sarvakāmasamṛddhaṃ hi
reich an allen Genüssen
hastyaśvarathasaṅkulam
wimmelnd von Elefanten, Rossen und Wagen
pitṛpaitāmahaṃ rājyaṃ
das vom Vater und Großvater ererbte Königreich
kasya na āvartayet manaḥ
wessen Sinn würde nicht angezogen werden

saṃgatyā bharataḥ śrīmānrājyenārthī svayaṃ bhavet | praśāstu vasudhāṃ sarvāmakhilāṃ raghunandanaḥ ||

Es mag sein, dass der glanzvolle Bharata selbst nach dem Königreich verlangt; so möge der Spross der Raghus die ganze Erde ungeteilt beherrschen.

Wort für Wort
saṃgatyā bharataḥ śrīmān
möglicherweise der glanzvolle Bharata
rājyena arthī svayaṃ bhavet
selbst nach dem Königreich verlangen mag
praśāstu vasudhāṃ sarvām
so möge er die ganze Erde beherrschen
akhilāṃ raghunandanaḥ
ungeteilt, der Spross der Raghus

tasya buddhiṃ ca vijñāya vyavasāyaṃ ca vānara | yāvanna dūraṃ yātāḥ smaḥ kṣipramāgantumarhasi ||

Nachdem du seine Absicht und seinen Entschluss erkundet hast, Vānara, sollst du rasch zurückkehren, ehe wir noch weit gezogen sind."

Wort für Wort
tasya buddhiṃ ca vijñāya
nachdem du seine Absicht erkundet hast
vyavasāyaṃ ca vānara
und seinen Entschluss, Vānara
yāvanna dūraṃ yātāḥ smaḥ
ehe wir noch weit gezogen sind
kṣipram āgantum arhasi
sollst du rasch zurückkehren

iti pratisamādiṣṭo hanūmānmārutātmajaḥ | mānuṣaṃ dhārayanrūpamayodhyāṃ tvarito yayau ||

So beauftragt, eilte Hanumant, der Windessohn, ein menschliches Aussehen annehmend, nach Ayodhyā.

Wort für Wort
iti pratisamādiṣṭo
so beauftragt
hanūmān mārutātmajaḥ
Hanumant, der Windessohn
mānuṣaṃ dhārayan rūpam
ein menschliches Aussehen annehmend
ayodhyāṃ tvarito yayau
eilte er nach Ayodhyā

athotpapāta vegena hanūmān mārutātmajaḥ | garutmāniva vegena jighṛkṣan pannagottamam ||

Dann erhob sich Hanumant, der Windessohn, mit Geschwindigkeit, wie Garuḍa mit Geschwindigkeit, wenn er die beste der Schlangen zu ergreifen sucht.

Wort für Wort
atha utpapāta vegena
dann erhob er sich mit Geschwindigkeit
hanūmān mārutātmajaḥ
Hanumant, der Windessohn
garutmān iva vegena
wie Garuḍa mit Geschwindigkeit
jighṛkṣan pannagottamam
der die beste der Schlangen zu ergreifen sucht

laṅghayitvā pitṛpathaṃ bhujagendrālayaṃ śubham | gaṅgāyamunayorbhīmaṃ saṃnipātamatītya ca | śṛṅgaverapuraṃ prāpya guhamāsādya vīryavān | sa vācā śubhayā hṛṣṭo hanūmānidamabravīt ||

Nachdem er den Weg der Väter, den heilvollen Wohnsitz des Fürsten der Schlangen, überflogen und die gewaltige Vereinigung von Gaṅgā und Yamunā überquert hatte, gelangte der tapfere Hanumant zur Stadt Śṛṅgavera, trat zu Guha und sprach, erfreut, mit heilvoller Stimme, dieses:

Wort für Wort
laṅghayitvā pitṛpathaṃ
nachdem er den Weg der Väter überflogen hatte
bhujagendrālayaṃ śubham
den heilvollen Wohnsitz des Fürsten der Schlangen
gaṅgāyamunayoḥ bhīmaṃ
die gewaltige Vereinigung von Gaṅgā und Yamunā
saṃnipātam atītya ca
überquerend
śṛṅgaverapuraṃ prāpya
zur Stadt Śṛṅgavera gelangend
guham āsādya vīryavān
zu Guha tretend, der Tapfere
sa vācā śubhayā hṛṣṭo
er, erfreut, mit heilvoller Stimme
hanūmān idam abravīt
sprach Hanumant dieses

sakhā tu tava kākutstho rāmaḥ satyaparākramaḥ | sasītaḥ saha saumitriḥ sa tvāṃ kuśalamabravīt ||

"Dein Freund, der Kākutstha Rāma, von wahrhaftiger Kraft, samt Sītā und dem Saumitri, lässt dir Wohlergehen entbieten.

Wort für Wort
sakhā tu tava kākutstho
dein Freund, der Kākutstha
rāmaḥ satyaparākramaḥ
Rāma, von wahrhaftiger Kraft
sasītaḥ saha saumitriḥ
samt Sītā und dem Saumitri
sa tvāṃ kuśalam abravīt
er lässt dir Wohlergehen entbieten

pañcamīmadya rajanīmuṣitvā vacanānmuneḥ | bharadvājābhyanujñātaṃ drakṣyasyadyaiva rāghavam ||

Nachdem er die fünfte Nacht heute verbracht hat, auf das Wort des Weisen hin, wirst du Rāghava, von Bharadvāja entlassen, noch heute sehen."

Wort für Wort
pañcamīm adya rajanīm
die fünfte Nacht heute
uṣitvā vacanānmuneḥ
verbracht, auf das Wort des Weisen
bharadvājābhyanujñātaṃ
von Bharadvāja entlassen
drakṣyasi adya eva rāghavam
wirst du noch heute Rāghava sehen

evamuktvā mahātejāḥ samprahṛṣṭatanūruhaḥ | utpapāta mahāvego vegavānavicārayan ||

So sprechend, der Hochglänzende, an dessen Leib sich die Haare vor Freude sträubten, erhob er sich mit gewaltiger Geschwindigkeit, ohne zu zögern.

Wort für Wort
evam uktvā mahātejāḥ
so sprechend, der Hochglänzende
samprahṛṣṭatanūruhaḥ
an dessen Leib sich die Haare vor Freude sträubten
utpapāta mahāvego
erhob er sich mit gewaltiger Geschwindigkeit
vegavān avicārayan
der Schnelle, ohne zu zögern

so.apaśyadrāmatīrthaṃ ca nadīṃ vālukinīṃ tathā | varūthīṃ gomatīṃ caiva bhīmaṃ sālavanaṃ tathā | prajāśca bahusāhasrīḥ sphītān janapadānapi | sa gatvā dūramadhvānaṃ tvaritaḥ kapikuñjaraḥ | āsasāda drumānphullānnandigrāmasamīpajān | surādhipasyopavane yathā caitrarathe drumān | strībhiḥ saputrairvṛddhaiśca ramamāṇaiḥ svalaṃkṛtaiḥ ||

Er sah die Furt Rāmas, den Fluss Vālukinī, die Varūthī, ebenso die Gomatī, den gewaltigen Sāla-Wald, und viele Tausende von Menschen, blühende Landstriche; nachdem er, der Elefant unter den Vānaras, einen weiten Weg eilends zurückgelegt hatte, gelangte er zu den blühenden Bäumen in der Nähe des Dorfes Nandigrāma, wie zu den Bäumen im Wonnehain Caitraratha im Garten des Götterfürsten, wo geschmückte Menschen, Frauen, Söhne und Alte, sich vergnügten.

Wort für Wort
so apaśyat rāmatīrthaṃ ca
er sah die Furt Rāmas
nadīṃ vālukinīṃ tathā
den Fluss Vālukinī ebenso
varūthīṃ gomatīṃ caiva
die Varūthī, ebenso die Gomatī
bhīmaṃ sālavanaṃ tathā
den gewaltigen Sāla-Wald ebenso
prajāḥ ca bahusāhasrīḥ
und viele Tausende von Menschen
sphītān janapadān api
und blühende Landstriche
sa gatvā dūram adhvānaṃ
er, nachdem er einen weiten Weg zurückgelegt hatte
tvaritaḥ kapikuñjaraḥ
eilends, der Elefant unter den Vānaras
āsasāda drumān phullān
gelangte er zu den blühenden Bäumen
nandigrāmasamīpajān
in der Nähe von Nandigrāma
surādhipasyopavane
im Garten des Götterfürsten
yathā caitrarathe drumān
wie zu den Bäumen im Caitraratha-Hain
strībhiḥ saputrairvṛddhaiḥ ca
mit Frauen, Söhnen und Alten
ramamāṇaiḥ svalaṃkṛtaiḥ
die sich vergnügten, geschmückt

krośamātre tvayodhyāyāścīrakṛṣṇājināmbaram | dadarśa bharataṃ dīnaṃ kṛśamāśramavāsinam | jaṭilaṃ maladigdhāṅgaṃ bhrātṛvyasanakarśitam | phalamūlāśinaṃ dāntaṃ tāpasaṃ dharmacāriṇam | samunnatajaṭābhāraṃ valkalājinavāsasaṃ | niyataṃ bhāvitātmānaṃ brahmarṣisamatejasaṃ | pāduke te puraskṛtya śāsantaṃ vai vasundharām | caturvarṇyasya lokasya trātāraṃ sarvato bhayāt | upasthitamamātyaiśca śucibhiśca purohitaiḥ | balamukhyaiśca yuktaiśca kāṣāyāmbaradhāribhiḥ ||

Nur eine Krośa von Ayodhyā entfernt erblickte er Bharata, gekleidet in Baumrinde und schwarzes Antilopenfell, elend, abgemagert, in der Einsiedelei wohnend, mit verfilztem Haar, den Leib mit Schmutz bedeckt, vom Kummer um den Bruder entkräftet, sich von Früchten und Wurzeln nährend, beherrscht, ein rechtschaffen wandelnder Asket, mit hoch aufgetürmter Haarflechte, in Baumrinde und Fell gekleidet, gezügelt, geläuterten Geistes, gleich einem brahmanischen Seher an Glanz, der, deine Sandalen vor sich stellend, die Erde beherrschte, den Beschützer der Welt der vier Stände vor jeder Gefahr, umgeben von Ministern und reinen Hauspriestern und mit vorzüglichen, in safrangelbe Gewänder gekleideten Truppenführern.

Wort für Wort
krośamātre tu ayodhyāyāḥ
nur eine Krośa von Ayodhyā entfernt
cīrakṛṣṇājināmbaram
gekleidet in Baumrinde und schwarzes Antilopenfell
dadarśa bharataṃ dīnaṃ
erblickte er Bharata, elend
kṛśamāśramavāsinam
abgemagert, in der Einsiedelei wohnend
jaṭilaṃ maladigdhāṅgaṃ
mit verfilztem Haar, den Leib mit Schmutz bedeckt
bhrātṛvyasanakarśitam
vom Kummer um den Bruder entkräftet
phalamūlāśinaṃ dāntaṃ
sich von Früchten und Wurzeln nährend, beherrscht
tāpasaṃ dharmacāriṇam
ein rechtschaffen wandelnder Asket
samunnatajaṭābhāraṃ
mit hoch aufgetürmter Haarflechte
valkalājinavāsasaṃ
in Baumrinde und Fell gekleidet
niyataṃ bhāvitātmānaṃ
gezügelt, geläuterten Geistes
brahmarṣisamatejasaṃ
gleich einem brahmanischen Seher an Glanz
pāduke te puraskṛtya
deine Sandalen vor sich stellend
śāsantaṃ vai vasundharām
der die Erde beherrschte
caturvarṇyasya lokasya
der Welt der vier Stände
trātāraṃ sarvato bhayāt
den Beschützer vor jeder Gefahr
upasthitamamātyaiḥ ca
umgeben von Ministern
śucibhiḥ ca purohitaiḥ
und reinen Hauspriestern
balamukhyaiḥ ca yuktaiḥ
und vorzüglichen Truppenführern
kāṣāyāmbaradhāribhiḥ
in safrangelbe Gewänder gekleidet

na hi te rājaputraṃ taṃ cīrakṛṣṇājināmbaram | parimoktuṃ vyavasyanti paurā vai dharmavatsalāḥ ||

Denn die dem Recht zugetanen Bürger wollten es nicht wagen, jenen Königssohn, gekleidet in Baumrinde und schwarzes Antilopenfell, zu verlassen.

Wort für Wort
na hi te rājaputraṃ taṃ
denn jenen Königssohn
cīrakṛṣṇājināmbaram
gekleidet in Baumrinde und schwarzes Antilopenfell
parimoktuṃ vyavasyanti
wollten sie zu verlassen wagen
paurā vai dharmavatsalāḥ
die Bürger, die dem Recht zugetanen, gewiss nicht

taṃ dharmamiva dharmajñaṃ devavantamivāparam | uvāca prāñjalirvākayṃ hanūmānmārutātmajaḥ ||

Zu ihm, dem Kenner des Rechts, gleich dem Recht selbst, gleich einem anderen Gott, sprach Hanumant, der Windessohn, mit gefalteten Händen dieses Wort:

Wort für Wort
taṃ dharmam iva dharmajñaṃ
zu ihm, dem Kenner des Rechts, gleich dem Recht
devavantam iva aparam
gleich einem anderen Gott
uvāca prāñjaliḥ vākayṃ
sprach mit gefalteten Händen dieses Wort
hanūmān mārutātmajaḥ
Hanumant, der Windessohn

vasantaṃ daṇḍakāraṇye yaṃ tvaṃ cīrajaṭādharam | anuśocasi kākutsthaṃ sa tvā kuśalamabravīt ||

"Der Kākutstha, der im Daṇḍaka-Wald weilte, in Baumrinde und Zopfhaar, um den du trauerst, er lässt dir Wohlergehen entbieten.

Wort für Wort
vasantaṃ daṇḍakāraṇye
der im Daṇḍaka-Wald weilte
yaṃ tvaṃ cīrajaṭādharam
den du, in Baumrinde und Zopfhaar
anuśocasi kākutsthaṃ
um den Kākutstha du trauerst
sa tvā kuśalam abravīt
er lässt dir Wohlergehen entbieten

priyamākhyāmi te deva śokaṃ tyakṣyasi dāruṇam | asminmuhūrte bhrātrā tvaṃ rāmeṇa saha saṅgataḥ ||

Ich verkünde dir Erfreuliches, Herr; du wirst deinen furchtbaren Kummer ablegen; in diesem Augenblick wirst du mit deinem Bruder Rāma vereint sein.

Wort für Wort
priyam ākhyāmi te deva
ich verkünde dir Erfreuliches, Herr
śokaṃ tyakṣyasi dāruṇam
du wirst deinen furchtbaren Kummer ablegen
asmin muhūrte bhrātrā
in diesem Augenblick mit deinem Bruder
tvaṃ rāmeṇa saha saṅgataḥ
wirst du mit Rāma vereint sein

nihatya rāvaṇaṃ rāmaḥ pratilabhya ca maithilīm | upayāti samṛddhārthaḥ saha mitrairmahābalaiḥ ||

Nachdem Rāma Rāvaṇa erschlagen und Maithilī wiedererlangt hat, kommt er, sein Ziel erreicht, zusammen mit seinen hochgewaltigen Freunden heran.

Wort für Wort
nihatya rāvaṇaṃ rāmaḥ
nachdem Rāma Rāvaṇa erschlagen hat
pratilabhya ca maithilīm
und Maithilī wiedererlangt hat
upayāti samṛddhārthaḥ
kommt er heran, sein Ziel erreicht
saha mitraiḥ mahābalaiḥ
zusammen mit seinen hochgewaltigen Freunden

lakṣmaṇaśca mahātejā vaidehī ca yaśasvinī | sītā samagrā rāmeṇa mahendreṇa śacī yathā ||

Und der hochglänzende Lakṣmaṇa und die ruhmreiche Vaidehī, Sītā, ganz mit Rāma vereint, wie Śacī mit dem großen Indra."

Wort für Wort
lakṣmaṇaḥ ca mahātejā
und der hochglänzende Lakṣmaṇa
vaidehī ca yaśasvinī
und die ruhmreiche Vaidehī
sītā samagrā rāmeṇa
Sītā, ganz mit Rāma vereint
mahendreṇa śacī yathā
wie Śacī mit dem großen Indra

evamukto hanumatā bharataḥ kaikayīsutaḥ | papāta sahasā hṛṣṭo harṣānmohamupāgamat ||

So von Hanumant angesprochen, fiel Bharata, der Sohn Kaikeyīs, plötzlich hocherfreut zu Boden und geriet vor Freude in Ohnmacht.

Wort für Wort
evam uktaḥ hanumatā
so von Hanumant angesprochen
bharataḥ kaikayīsutaḥ
Bharata, der Sohn Kaikeyīs
papāta sahasā hṛṣṭo
fiel plötzlich hocherfreut zu Boden
harṣānmoham upāgamat
und geriet vor Freude in Ohnmacht

tato muhūrtādutthāya pratyāśvasya ca rāghavaḥ | hanumantamuvācedaṃ bharataḥ priyavādinam ||

Dann, nach einem Augenblick sich erhebend und wieder zu Atem gekommen, sprach Rāghava Bharata zu Hanumant, dem freudige Botschaft Bringenden, dieses:

Wort für Wort
tato muhūrtāt utthāya
dann, nach einem Augenblick sich erhebend
pratyāśvasya ca rāghavaḥ
und wieder zu Atem gekommen, der Rāghava (Bharata)
hanumantam uvāca idaṃ
sprach zu Hanumant dieses
bharataḥ priyavādinam
Bharata, zu dem freudige Botschaft Bringenden

aśokajaiḥ prītimayaiḥ kapimāliṅgya sambhramāt | siṣeca bharataḥ śrīmān vipulairaśrubindubhiḥ ||

Von Kummerlosigkeit erwachsenen, freudvollen, reichlichen Tränentropfen benetzte der glanzvolle Bharata, den Vānara vor Aufregung umarmend.

Wort für Wort
aśokajaiḥ prītimayaiḥ
von Kummerlosigkeit erwachsenen, freudvollen
kapim āliṅgya sambhramāt
den Vānara vor Aufregung umarmend
siṣeca bharataḥ śrīmān
benetzte der glanzvolle Bharata
vipulaiḥ aśrubindubhiḥ
mit reichlichen Tränentropfen

devo vā mānuṣo vā tvamanukrośādihāgataḥ | priyākhyānasya te saumya dadāmi bruvataḥ priyam | gavāṃ śatasahasraṃ ca grāmāṇāṃ ca śataṃ param | sakuṇḍalāḥ śubhācārā bhāryāḥ kanyāśca ṣoḍaśa | hemavarṇāḥ sunāsorūḥ śaśisaumyānanāḥ striyaḥ | sarvābharaṇasampannā sampannāḥ kulajātibhiḥ ||

"Ob Gott oder Mensch, aus Mitleid bist du hierher gekommen; für die frohe Botschaft, die du mir, Sanftmütiger, verkündet hast, gebe ich dir hunderttausend Kühe und dazu hundert Dörfer, und sechzehn Jungfrauen als Gattinnen mit Ohrringen und trefflichem Betragen, goldfarbene Frauen mit schöner Nase und Hüfte, mit mondmildem Antlitz, mit allem Schmuck versehen und von edler Geburt."

Wort für Wort
devo vā mānuṣo vā
ob Gott oder Mensch
tvam anukrośāt iha āgataḥ
du bist aus Mitleid hierher gekommen
priyākhyānasya te saumya
für die frohe Botschaft, Sanftmütiger
dadāmi bruvataḥ priyam
gebe ich dir, der du Erfreuliches verkündet hast
gavāṃ śatasahasraṃ ca
hunderttausend Kühe
grāmāṇāṃ ca śataṃ param
und dazu hundert Dörfer
sakuṇḍalāḥ śubhācārā
mit Ohrringen und trefflichem Betragen
bhāryāḥ kanyāḥ ca ṣoḍaśa
sechzehn Jungfrauen als Gattinnen
hemavarṇāḥ sunāsorūḥ
goldfarben, mit schöner Nase und Hüfte
śaśisaumyānanāḥ striyaḥ
mit mondmildem Antlitz, Frauen
sarvābharaṇasampannā
mit allem Schmuck versehen
sampannāḥ kulajātibhiḥ
und von edler Geburt

niśamya rāmāgamanaṃ nṛpātmajaḥ | kapipravīrasya tadādbhutopamam | praharṣito rāmadidṛkṣayābhavat | punaśca harṣādidamabravīdvacaḥ ||

Als der Königssohn diese wunderbare Kunde von der Rückkehr Rāmas durch den besten der Vānaras vernommen hatte, ward er hocherfreut, voller Sehnsucht, Rāma zu sehen, und sprach wiederum vor Freude dieses Wort:

Wort für Wort
niśamya rāmāgamanaṃ
als er die Kunde von der Rückkehr Rāmas vernommen hatte
nṛpātmajaḥ kapipravīrasya
der Königssohn, durch den besten der Vānaras
tadādbhutopamam
diese wunderbare
praharṣito rāmadidṛkṣayā abhavat
ward er hocherfreut, voller Sehnsucht, Rāma zu sehen
punaḥ ca harṣāt idam abravīt vacaḥ
und sprach wiederum vor Freude dieses Wort

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