Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 99: Rāma-Rāvaṇa-Prathama-Yuddham Der erste Zweikampf zwischen Rāma und Rāvaṇa

mahodaramahāpārśvau hatau dṛṣṭvā tu rākṣasau | tasmiṃśca nihate vīre virūpākṣe mahābale ||

Als er sah, dass Mahodara und Mahāpārśva, die beiden Rākṣasas, getötet waren, und als auch jener tapfere, gewaltige Virūpākṣa getötet war,

Wort für Wort
mahodaramahāpārśvau
Mahodara und Mahāpārśva
hatau dṛṣṭvā tu rākṣasau
die beiden getöteten Rākṣasas sehend
tasmin ca nihate vīre
und als jener tapfere getötet war
virūpākṣe mahābale
Virūpākṣa, der Gewaltige

āviveśa mahānkrodho rāvaṇan tu mahāmṛdhe | sūtan sañcodayāmāsa vākyan cedamuvāca ha ||

da ergriff Rāvaṇa in jenem gewaltigen Kampf gewaltiger Zorn; er trieb den Wagenlenker an und sprach dieses Wort:

Wort für Wort
āviveśa mahān krodho
ergriff gewaltiger Zorn
rāvaṇaṃ tu mahāmṛdhe
Rāvaṇa aber, in jenem gewaltigen Kampf
sūtaṃ sañcodayāmāsa
er trieb den Wagenlenker an
vākyaṃ ca idam uvāca ha
und sprach dieses Wort

nihatānāmamātyānān ruddhasya nagarasya ca | duḥkhameṣoapaneṣyāmi hatvā tau rāmalakṣmaṇau ||

„Für die getöteten Minister und für die belagerte Stadt werde ich das Leid vertreiben, indem ich jene beiden, Rāma und Lakṣmaṇa, töte.“

Wort für Wort
nihatānām amātyānām
der getöteten Minister
ruddhasya nagarasya ca
und der belagerten Stadt
duḥkham eṣaḥ apaneṣyāmi
dieses Leid werde ich vertreiben
hatvā tau rāmalakṣmaṇau
indem ich jene beiden, Rāma und Lakṣmaṇa, töte

rāmavṛkṣan raṇe hanmi sītāpuṣpaphalapradam | praśākhā yasya sugrīvo jāmbavānkumudo nalaḥ ||

„Den Baum Rāma werde ich im Kampf fällen, der Sītā als Blüte und Frucht trägt, dessen Zweige Sugrīva, Jāmbavant, Kumuda und Nala sind.“

Wort für Wort
rāmavṛkṣaṃ raṇe hanmi
den Baum Rāma werde ich im Kampf fällen
sītāpuṣpaphalapradam
der Sītā als Blüte und Frucht trägt
praśākhā yasya sugrīvo
dessen Zweige Sugrīva
jāmbavān kumudo nalaḥ
Jāmbavant, Kumuda, Nala [sind]

sa diśo daśa ghoṣeṇa rathasyātiratho mahān | nādayanprayayau tūrṇan rāghavan cābhyavartata ||

Er, der überaus große Wagenkämpfer, ließ die zehn Himmelsrichtungen vom Getöse seines Wagens erdröhnen, zog rasch aus und näherte sich Rāghava.

Wort für Wort
sa diśo daśa ghoṣeṇa
er die zehn Richtungen mit dem Getöse
rathasya atirathaḥ mahān
seines Wagens, der überaus große Wagenkämpfer
nādayan prayayau tūrṇam
erdröhnen lassend zog er rasch aus
rāghavaṃ ca abhyavartata
und näherte sich Rāghava

pūritā tena śabdena sanadīgirikānanā | sañcacāla mahī sarvā savarāhamṛgadvipā ||

Von jenem Getöse erfüllt, erbebte die ganze Erde mit ihren Flüssen, Bergen und Wäldern, samt Ebern, Wildtieren und Elefanten.

Wort für Wort
pūritā tena śabdena
erfüllt von jenem Getöse
sanadīgirikānanā
mit Flüssen, Bergen, Wäldern
sañcacāla mahī sarvā
erbebte die ganze Erde
savarāhamṛgadvipā
samt Ebern, Wildtieren, Elefanten

tāmasan sumahāghoran cakārāstraṃ sudāruṇam | nirdadāha kapīnsarvānste prapetuḥ samantataḥ ||

Er wirkte eine überaus schreckliche, überaus grausige Finsternis-Waffe; sie verbrannte alle Affen, sodass sie überall zu Boden fielen.

Wort für Wort
tāmasaṃ sumahāghoram
die überaus schreckliche Finsternis-[Waffe]
cakāra astraṃ sudāruṇam
wirkte er, die überaus grausige Waffe
nirdadāha kapīn sarvān
sie verbrannte alle Affen
te prapetuḥ samantataḥ
sie fielen überall zu Boden

tānyanīkānyanekāni rāvaṇasya śarottamaiḥ | dṛṣṭvā bhagnāni śataśo rāghavaḥ paryavasthitaḥ ||

Als Rāghava jene zahlreichen Heerscharen sah, die von Rāvaṇas vortrefflichen Pfeilen zu Hunderten geschlagen waren, stellte er sich zum Kampf.

Wort für Wort
tāni anīkāni anekāni
jene zahlreichen Heerscharen
rāvaṇasya śarottamaiḥ
von Rāvaṇas vortrefflichen Pfeilen
dṛṣṭvā bhagnāni śataśo
geschlagen zu Hunderten sehend
rāghavaḥ paryavasthitaḥ
stellte sich Rāghava [zum Kampf]

utpapāta rajo bhūmau tairbhagnai saṃpradhāvitaiḥ | na hi tatsahituṃ śekurbrahmaṇā nirmitaṃ svayam ||

Staub stieg von der Erde auf, aufgewirbelt von jenen Geschlagenen, die davonliefen; denn sie konnten jene von Brahmā selbst geschaffene Waffe nicht ertragen.

Wort für Wort
utpapāta rajo bhūmau
Staub stieg von der Erde auf
taiḥ bhagnaiḥ saṃpradhāvitaiḥ
von jenen geschlagenen, davonlaufenden
na hi tat sahituṃ śekuḥ
denn sie konnten es nicht ertragen
brahmaṇā nirmitaṃ svayam
von Brahmā selbst geschaffen

tānyanīkānyanekāni rāvaṇasya śarottamaiḥ | dṛṣṭvā bhagnāni śataśo rāghavaḥ paryavasthitaḥ ||

Als Rāghava jene zahlreichen Heerscharen sah, die von Rāvaṇas vortrefflichen Pfeilen zu Hunderten geschlagen waren, stellte er sich zum Kampf.

Wort für Wort
tāni anīkāni anekāni
jene zahlreichen Heerscharen
rāvaṇasya śarottamaiḥ
von Rāvaṇas vortrefflichen Pfeilen
dṛṣṭvā bhagnāni śataśo
geschlagen zu Hunderten sehend
rāghavaḥ paryavasthitaḥ
stellte sich Rāghava [zum Kampf]

tato rākṣasaśārdūlo vidrāvya harivāhinīm | sa dadarśa tato rāman tiṣṭhantamaparājitam ||

Da, nachdem der Tiger unter den Rākṣasas das Affenheer in die Flucht geschlagen hatte, erblickte er Rāma, den Unbesiegten, dastehend.

Wort für Wort
tato rākṣasaśārdūlo
da der Tiger unter den Rākṣasas
vidrāvya harivāhinīm
das Affenheer in die Flucht schlagend
sa dadarśa tato rāmam
er erblickte da Rāma
tiṣṭhantam aparājitam
dastehend, den Unbesiegten

lakṣmaṇena saha bhrātrā viṣṇunā vāsavan yathā | ālikhantamivākāśamavaṣṭabhya mahaddhanuḥ ||

zusammen mit seinem Bruder Lakṣmaṇa, wie Vāsava mit Viṣṇu, den mächtigen Bogen haltend, den Himmel gleichsam zeichnend.

Wort für Wort
lakṣmaṇena saha bhrātrā
zusammen mit dem Bruder Lakṣmaṇa
viṣṇunā vāsavaṃ yathā
wie Vāsava mit Viṣṇu
ālikhantam iva ākāśam
den Himmel gleichsam zeichnend
avaṣṭabhya mahaddhanuḥ
den mächtigen Bogen haltend

tato rāmo mahātejāḥ saumitrisahito balī | vānarāṃśca raṇe bhagnānāpatantan ca rāvaṇam ||

Da erblickte Rāma, der Gewaltige, der Starke, zusammen mit dem Sohn Sumitrās, die im Kampf geschlagenen Affen und den herannahenden Rāvaṇa,

Wort für Wort
tato rāmo mahātejāḥ
da Rāma, der Gewaltige
saumitrisahito balī
zusammen mit dem Sohn Sumitrās, der Starke
vānarān ca raṇe bhagnān
und die im Kampf geschlagenen Affen
āpatantaṃ ca rāvaṇam
und den herannahenden Rāvaṇa

samīkṣya rāghavo hṛṣṭo madhye jagrāha kārmukam | visphārayitumārebhe tataḥ sa dhanuruttamam ||

und Rāghava, froh, ergriff seinen Bogen inmitten der Schlacht; da begann er, seinen vortrefflichen Bogen zu spannen.

Wort für Wort
samīkṣya rāghavo hṛṣṭo
erblickend, Rāghava, froh
madhye jagrāha kārmukam
ergriff inmitten den Bogen
visphārayitum ārebhe
begann zu spannen
tataḥ sa dhanuruttamam
da seinen vortrefflichen Bogen

mahāvegaṃ mahānādaṃ nirbhindanniva medinīm | rāvaṇasya ca bāṇaughai rāmavisphāritena ca ||

Mit gewaltiger Wucht, gewaltigem Getöse, die Erde gleichsam durchbohrend - und durch Rāvaṇas Pfeilschwärme sowie durch Rāmas Bogenspannen -

Wort für Wort
mahāvegaṃ mahānādam
mit gewaltiger Wucht, gewaltigem Getöse
nirbhindan iva medinīm
die Erde gleichsam durchbohrend
rāvaṇasya ca bāṇaughaiḥ
und durch Rāvaṇas Pfeilschwärme
rāmavisphāritena ca
und durch Rāmas Bogenspannen

śabdena rākṣasāstena petuśca śataśastadā | tayoḥ śarapathaṃ prāpya rāvaṇo rājaputrayoḥ ||

von jenem Getöse fielen die Rākṣasas da zu Hunderten; als Rāvaṇa in die Pfeilbahn jener beiden Königssöhne gelangte,

Wort für Wort
śabdena rākṣasāḥ tena
von jenem Getöse die Rākṣasas
petuḥ ca śataśaḥ tadā
fielen da zu Hunderten
tayoḥ śarapathaṃ prāpya
in deren Pfeilbahn gelangend
rāvaṇo rājaputrayoḥ
Rāvaṇa, der beiden Königssöhne

sa babhūva yathā rāhuḥ samīpe śaśisūryayoḥ | tamicchanprathaman yoddhuṃ lakṣmaṇo niśitaiḥ śaraiḥ ||

wurde er wie Rāhu in der Nähe von Mond und Sonne. Ihn wollte Lakṣmaṇa als Erster mit scharfen Pfeilen bekämpfen.

Wort für Wort
sa babhūva yathā rāhuḥ
er wurde wie Rāhu
samīpe śaśisūryayoḥ
in der Nähe von Mond und Sonne
tam icchan prathamaṃ yoddhum
ihn wollend als Erster zu bekämpfen
lakṣmaṇo niśitaiḥ śaraiḥ
Lakṣmaṇa, mit scharfen Pfeilen

mumoca dhanurāyamya śarānagniśikhopamān | tānmuktamātrānākāśe lakṣmaṇena dhanuṣmatā ||

Er spannte den Bogen und schoss feuerflammengleiche Pfeile ab; jene, kaum von dem bogentragenden Lakṣmaṇa in die Luft abgeschossenen,

Wort für Wort
mumoca dhanuḥ āyamya
er spannte den Bogen und schoss ab
śarān agniśikhopamān
feuerflammengleiche Pfeile
tān muktamātrān ākāśe
jene, kaum in die Luft abgeschossenen
lakṣmaṇena dhanuṣmatā
von dem bogentragenden Lakṣmaṇa

bāṇānbāṇairmahātejā rāvaṇaḥ pratyavārayat | ekamekena bāṇena tribhistrīndaśabhirdaśa ||

jene Pfeile wehrte der gewaltige Rāvaṇa mit Pfeilen ab - einen mit einem Pfeil, drei mit dreien, zehn mit zehn -

Wort für Wort
bāṇān bāṇaiḥ mahātejā
die Pfeile mit Pfeilen, der Gewaltige
rāvaṇaḥ pratyavārayat
Rāvaṇa wehrte ab
ekam ekena bāṇena
einen mit einem Pfeil
tribhiḥ trīn daśabhiḥ daśa
drei mit dreien, zehn mit zehn

lakṣmaṇasya praciccheda darśayanpāṇilāghavam | abhyatikramya saumitrin rāvaṇaḥ samitiñjayaḥ ||

er zerschnitt die Pfeile Lakṣmaṇas, seine Handfertigkeit zeigend; Rāvaṇa, der Schlachtenbezwinger, an Lakṣmaṇa vorübergehend,

Wort für Wort
lakṣmaṇasya praciccheda
er zerschnitt die [Pfeile] Lakṣmaṇas
darśayan pāṇilāghavam
seine Handfertigkeit zeigend
abhyatikramya saumitrim
an dem Sohn Sumitrās vorübergehend
rāvaṇaḥ samitiñjayaḥ
Rāvaṇa, der Schlachtenbezwinger

āsasāda tato rāman sthitaṃ śailamivācalam | sa saṅkhye rāmamāsādya krodhasanraktalocanaḥ ||

näherte sich da Rāma, der wie ein unbeweglicher Berg dastand; er, sich Rāma in der Schlacht nähernd, mit vor Zorn geröteten Augen,

Wort für Wort
āsasāda tato rāmam
näherte sich da Rāma
sthitaṃ śailam iva acalam
dastehend wie ein unbeweglicher Berg
sa saṅkhye rāmam āsādya
er, sich Rāma in der Schlacht nähernd
krodhasanraktalocanaḥ
mit vor Zorn geröteten Augen

vyasṛjaccharavarṇāni rāvaṇo rāghavopari | śaradhārāstato rāmo rāvaṇasya dhanuścyutāḥ ||

schoss Rāvaṇa Pfeilscharen auf Rāghava ab; da sah Rāma die von Rāvaṇas Bogen abgeschossenen Pfeilströme

Wort für Wort
vyasṛjat śaravarṇāni
er schoss Pfeilscharen ab
rāvaṇo rāghavopari
Rāvaṇa, auf Rāghava
śaradhārāḥ tato rāmo
die Pfeilströme, da Rāma
rāvaṇasya dhanuścyutāḥ
von Rāvaṇas Bogen abgeschossen

dṛṣṭvaivāpatitāḥ śīghraṃ bhallāñjagrāha satvaram | tāñśaraughānstato bhallaistīkṣṇaiściccheda rāghavaḥ ||

kaum herannahend, ergriff er rasch scharfe Breitpfeile; jene Pfeilschwärme zerschnitt Rāghava da mit den scharfen Breitpfeilen,

Wort für Wort
dṛṣṭvā eva āpatitāḥ śīghram
kaum herannahend sehend
bhallān jagrāha satvaram
ergriff er rasch Breitpfeile
tān śaraughān tato bhallaiḥ
jene Pfeilschwärme da mit den Breitpfeilen
tīkṣṇaiḥ ciccheda rāghavaḥ
den scharfen zerschnitt Rāghava

dīpyamānānmahāvegānkruddhānāśīviṣāniva | rāghavo rāvaṇan tūrṇan rāvaṇo rāghavaṃ tathā ||

die leuchtenden, überaus schnellen, zornigen, giftigen Schlangen gleich. Rāghava beschoss Rāvaṇa rasch, und Rāvaṇa ebenso Rāghava,

Wort für Wort
dīpyamānān mahāvegān
die leuchtenden, überaus schnellen
kruddhān āśīviṣān iva
die zornigen, giftigen Schlangen gleich
rāghavo rāvaṇaṃ tūrṇam
Rāghava, Rāvaṇa rasch
rāvaṇo rāghavaṃ tathā
Rāvaṇa, Rāghava ebenso

anyonyan vividhaistīkṣṇaiḥ śarairabhivavarṣatuḥ | ceratuśca ciran citraṃ maṇḍalan savyadakṣiṇam ||

mit mancherlei scharfen Pfeilen beregneten sie einander; und lange umkreisten sie einander wunderbar, nach links und rechts.

Wort für Wort
anyonyaṃ vividhaiḥ tīkṣṇaiḥ
einander mit mancherlei scharfen
śaraiḥ abhivavarṣatuḥ
Pfeilen beregneten sie
ceratuḥ ca ciraṃ citram
und lange umkreisten sie wunderbar
maṇḍalaṃ savyadakṣiṇam
im Kreis, nach links und rechts

bāṇavegānsamudīkṣya samareṣvaparājitau | tayorbhūtāni vitreṣuryugapatsamprayudhyatoḥ ||

Als die unbesiegten, erfahrenen Kämpfer die Wucht der Pfeile betrachteten, erschraken die Wesen bei ihrem gleichzeitigen Kampf.

Wort für Wort
bāṇavegān samudīkṣya
die Wucht der Pfeile betrachtend
samareṣu aparājitau
die beiden in Schlachten unbesiegten
tayoḥ bhūtāni vitreṣuḥ
erschraken die Wesen vor den beiden
yugapat samprayudhyatoḥ
die gleichzeitig kämpften

raudrayoḥ sāyakamucoryamāntakanikāśayoḥ | santatan vividhairbāṇairbabhūva gaganan tadā ||

Der beiden Schrecklichen, Pfeile Abschießenden, Yama und dem Tod gleichenden - vom mancherlei Pfeilen wurde der Himmel da bedeckt,

Wort für Wort
raudrayoḥ sāyakamucoḥ
der beiden schrecklichen, Pfeile Abschießenden
yamāntakanikāśayoḥ
dem Yama und dem Tod gleichenden
santataṃ vividhaiḥ bāṇaiḥ
überzogen von mancherlei Pfeilen
babhūva gaganaṃ tadā
wurde der Himmel da

ghanairivātapāpāye vidyunmālāsamākulaiḥ | gavākṣitamivākāśaṃ babhūva śūravṛṣṭibhiḥ ||

wie von Wolken am Ende der Hitzezeit, mit Blitzgirlanden durchsetzt; der Himmel wurde wie mit Fensteröffnungen durchsetzt von den Pfeilregen der Helden.

Wort für Wort
ghanaiḥ iva ātapāpāye
wie von Wolken am Ende der Hitzezeit
vidyunmālāsamākulaiḥ
mit Blitzgirlanden durchsetzt
gavākṣitam iva ākāśam
der Himmel wie mit Fensteröffnungen durchsetzt
babhūva śūravṛṣṭibhiḥ
wurde von den Pfeilregen der Helden

mahāvegaiḥ sutīkṣṇāgrairgṛdhrapatraiḥ suvājitaiḥ | śarāndhakāran tau bhīmaṃ cakratuḥ paramaṃ tadā ||

Mit überaus schnellen, scharfspitzigen, mit Geierfedern befiederten Pfeilen schufen sie beide da eine furchtbare, höchste Pfeil-Finsternis.

Wort für Wort
mahāvegaiḥ sutīkṣṇāgraiḥ
mit überaus schnellen, scharfspitzigen
gṛdhrapatraiḥ suvājitaiḥ
mit Geierfedern befiederten
śarāndhakāraṃ tau bhīmam
eine furchtbare Pfeil-Finsternis, die beiden
cakratuḥ paramaṃ tadā
schufen da die höchste

gateastan tapane cāpi mahāmeghāvivotthitau | tayorabhūnmahadyuddhamanyonyavadhakāṅkṣiṇoḥ ||

Als die Sonne unterging, glichen sie zwei aufgestiegenen großen Wolken; zwischen ihnen entstand ein gewaltiger Kampf, jeder den Tod des anderen ersehnend,

Wort für Wort
gate astam tapane ca api
als die Sonne unterging
mahāmeghau iva utthitau
zwei aufgestiegenen großen Wolken gleich
tayoḥ abhūt mahadyuddham
zwischen ihnen entstand ein gewaltiger Kampf
anyonyavadhakāṅkṣiṇoḥ
der beiden, den Tod des anderen ersehnend

anāsādyamacintyan ca vṛtravāsavayoriva | ubhau hi parameṣvāsāvubhau śastraviśāradau ||

unnahbar und unfassbar, wie der Kampf zwischen Vṛtra und Vāsava; denn beide waren höchste Bogenschützen, beide in Waffen bewandert.

Wort für Wort
anāsādyam acintyaṃ ca
unnahbar und unfassbar
vṛtravāsavayoḥ iva
wie [der Kampf] zwischen Vṛtra und Vāsava
ubhau hi parameṣvāsau
denn beide waren höchste Bogenschützen
ubhau śastraviśāradau
beide in Waffen bewandert

ubhau cāstravidāṃ mukhyāvubhau yuddhe viceratuḥ | ubhau hi yena vrajatastena tena śarormayaḥ ||

Beide waren führend unter den Waffenkundigen, beide bewegten sich im Kampf; wohin auch immer beide gingen, dorthin folgten Pfeilwellen.

Wort für Wort
ubhau ca astravidāṃ mukhyau
und beide führend unter den Waffenkundigen
ubhau yuddhe viceratuḥ
beide bewegten sich im Kampf
ubhau hi yena vrajataḥ
wohin auch immer beide gingen
tena tena śarormayaḥ
dorthin folgten Pfeilwellen

ūrmayo vāyunā viddhā jagmuḥ sāgarayoriva | tataḥ sansaktahastastu rāvaṇo lokarāvaṇaḥ ||

wie vom Wind getriebene Wogen zweier Ozeane. Da, mit unablässig schießender Hand, Rāvaṇa, der Welt-Erschrecker,

Wort für Wort
ūrmayo vāyunā viddhā
vom Wind getriebene Wogen
jagmuḥ sāgarayoḥ iva
wie [Wogen] zweier Ozeane
tataḥ sansaktahastaḥ tu
da, mit unablässig [schießender] Hand
rāvaṇo lokarāvaṇaḥ
Rāvaṇa, der Welt-Erschrecker

nārācamālān rāmasya lalāṭe pratyamuñcata | raudracāpaprayuktān tāṃ nīlotpaladalaprabhām ||

schoss eine Girlande von Eisenpfeilen auf Rāmas Stirn ab, die vom schrecklichen Bogen abgeschossene, blaulotusblattfarbene Girlande.

Wort für Wort
nārācamālāṃ rāmasya
eine Girlande von Eisenpfeilen, Rāmas
lalāṭe pratyamuñcata
schoss er auf die Stirn ab
raudracāpaprayuktām
vom schrecklichen Bogen abgeschossen
tāṃ nīlotpaladalaprabhām
jene blaulotusblattfarbene

śirasā dhārayanrāmo na vyathāṃ pratyapadyata | atha mantrānapi japanraudramastramudīrayan ||

Rāma trug sie auf seinem Haupt, ohne Schmerz zu empfinden. Da murmelte er auch Zaubersprüche und rief die Rudra-Waffe hervor.

Wort für Wort
śirasā dhārayan rāmo
sie auf dem Haupt tragend, Rāma
na vyathāṃ pratyapadyata
empfand er keinen Schmerz
atha mantrān api japan
da auch Zaubersprüche murmelnd
raudram astram udīrayan
die Rudra-Waffe hervorrufend

śarānbhūyaḥ samādāya rāmaḥ krodhasamanvitaḥ | mumoca ca mahātejāścāpamāyamya vīryavān ||

Rāma, mit Zorn erfüllt, ergriff erneut Pfeile, spannte seinen Bogen und schoss sie ab, der Gewaltige, der Kraftvolle.

Wort für Wort
śarān bhūyaḥ samādāya
erneut Pfeile ergreifend
rāmaḥ krodhasamanvitaḥ
Rāma, mit Zorn erfüllt
mumoca ca mahātejāḥ
und schoss ab, der Gewaltige
cāpam āyamya vīryavān
den Bogen spannend, der Kraftvolle

te mahāmeghasaṅkāśe kavace patitāḥ śarāḥ | avadhye rākṣasendrasya na vyathān janayanstadā ||

Jene Pfeile, auf den wolkengleichen Panzer des unverwundbaren Rākṣasa-Herrschers gefallen, verursachten da keinen Schmerz.

Wort für Wort
te mahāmeghasaṅkāśe
jene, auf den wolkengleichen
kavace patitāḥ śarāḥ
auf den Panzer gefallenen Pfeile
avadhye rākṣasendrasya
des unverwundbaren Rākṣasa-Herrschers
na vyathāṃ janayan tadā
verursachten da keinen Schmerz

punarevātha tan rāmo rathasthaṃ rākṣasādhipam | lalāṭe paramāstreṇa sarvāstrakuśaloabhinat ||

Da wieder durchbohrte Rāma jenen auf dem Wagen stehenden Rākṣasa-Herrscher an der Stirn mit einer höchsten Waffe, er, der in allen Waffen Bewandte.

Wort für Wort
punaḥ eva atha taṃ rāmo
da wieder Rāma, jenen
rathasthaṃ rākṣasādhipam
den auf dem Wagen stehenden Rākṣasa-Herrscher
lalāṭe paramāstreṇa
an der Stirn mit einer höchsten Waffe
sarvāstrakuśalo abhinat
der in allen Waffen Bewandte durchbohrte ihn

te bhittvā bāṇarūpāṇi pañcaśīrṣā ivoragāḥ | śvasanto viviśurbhūmin rāvaṇapratikūlatāḥ ||

Sie, ihre Pfeilgestalt durchbrechend, wie fünfköpfige Schlangen, zischend, drangen in die Erde ein, Rāvaṇa entgegen.

Wort für Wort
te bhittvā bāṇarūpāṇi
sie, ihre Pfeilgestalt durchbrechend
pañcaśīrṣā iva uragāḥ
wie fünfköpfige Schlangen
śvasanto viviśuḥ bhūmim
zischend drangen sie in die Erde ein
rāvaṇapratikūlatāḥ
Rāvaṇa entgegen [seinem Willen]

nihatya rāghavasyāstran rāvaṇaḥ krodhamūrchitaḥ | āsuran sumahāghoramanyadastraṃ samādade ||

Nachdem er Rāghavas Waffe abgewehrt hatte, ergriff Rāvaṇa, vom Zorn betäubt, eine andere, überaus schreckliche Asura-Waffe.

Wort für Wort
nihatya rāghavasya astram
nachdem er Rāghavas Waffe abgewehrt hatte
rāvaṇaḥ krodhamūrchitaḥ
Rāvaṇa, vom Zorn betäubt
āsuraṃ sumahāghoram
die Asura-Waffe, überaus schreckliche
anyat astraṃ samādade
eine andere Waffe ergriff er

sinhavyāghramukhāṃścānyānkaṅkakāka mukhānapi | gṛdhraśyenamukhāṃścāpi sṛgālavadanānstathā ||

Löwen- und tigerköpfige Pfeile, und andere mit Reiher- und Krähenköpfen, auch geier- und falkenköpfige, und ebenso schakalgesichtige,

Wort für Wort
sinhavyāghramukhān ca anyān
löwen- und tigerköpfige und andere
kaṅkakāka mukhān api
auch reiher- und krähenköpfige
gṛdhraśyenamukhān ca api
auch geier- und falkenköpfige
sṛgālavadanān tathā
und ebenso schakalgesichtige

īhāmṛgamuhāṃścānyānvyāditāsyānbhayāvahān | pañcāsyāṇllelihānāṃśca sasarja niśitāñśarān ||

und andere mit den Gesichtern von Wildtieren, mit aufgerissenen Mäulern, furchterregend, und fünfmäulige, leckende Pfeile schoss er ab, scharfe Pfeile.

Wort für Wort
īhāmṛgamukhān ca anyān
mit Wildtiergesichtern und andere
vyāditāsyān bhayāvahān
mit aufgerissenen Mäulern, furchterregend
pañcāsyān lelihānān ca
und fünfmäulige, leckende
sasarja niśitān śarān
schoss er ab, scharfe Pfeile

śarānkharamukhāṃścānyānvarāhamukhasansthitān | śvānakukkuṭavaktrāṃśca makarāśīviṣānanān ||

Pfeile mit Eselsköpfen, und andere mit Eberköpfen versehen, mit Hunde- und Hahnengesichtern, und mit Krokodil- und Giftschlangengesichtern,

Wort für Wort
śarān kharamukhān ca anyān
Pfeile mit Eselsköpfen und andere
varāhamukhasansthitān
mit Eberköpfen versehen
śvānakukkuṭavaktrān ca
mit Hunde- und Hahnengesichtern
makarāśīviṣānanān
mit Krokodil- und Giftschlangengesichtern

etāṃścānyāṃśca māyābhiḥ sasarja niśitāñśarān | rāmaṃ prati mahātejāḥ kruddhaḥ sarpa iva śvasan ||

diese und andere schoss er mit Zauberkünsten ab, scharfe Pfeile, gegen Rāma, der Gewaltige, zornig zischend wie eine Schlange.

Wort für Wort
etān ca anyān ca māyābhiḥ
diese und andere mit Zauberkünsten
sasarja niśitān śarān
schoss er ab, scharfe Pfeile
rāmaṃ prati mahātejāḥ
gegen Rāma, der Gewaltige
kruddhaḥ sarpa iva śvasan
zornig, wie eine Schlange zischend

āsureṇa samāviṣṭaḥ soastreṇa raghunandanaḥ | sasarjāstraṃ mahotsāhaḥ pāvakaṃ pāvakopamaḥ ||

Von jener Asura-Waffe getroffen, wirkte der Freude-Bringer der Raghus, überaus tatkräftig, die Feuer-Waffe, dem Feuer gleich.

Wort für Wort
āsureṇa samāviṣṭaḥ
von jener Asura-Waffe getroffen
saḥ astreṇa raghunandanaḥ
er, mit der Waffe, der Freude-Bringer der Raghus
sasarja astraṃ mahotsāhaḥ
wirkte die Waffe, überaus tatkräftig
pāvakaṃ pāvakopamaḥ
die Feuer-Waffe, dem Feuer gleich

agnidīptamukhānbāṇānstathā sūryamukhānapi | candrārdhacandravaktrāṃśca dhūmaketumukhānapi ||

Pfeile mit feuerflammenden Häuptern, und ebenso sonnenköpfige, und mit Mond- und Halbmondgesichtern, und mit Kometengesichtern,

Wort für Wort
agnidīptamukhān bāṇān
Pfeile mit feuerflammenden Häuptern
tathā sūryamukhān api
und ebenso sonnenköpfige
candrārdhacandravaktrān ca
und mit Mond- und Halbmondgesichtern
dhūmaketumukhān api
und mit Kometengesichtern

grahanakṣatravarṇāṃśca maholkā mukhasansthitān | vidyujjihvopamāṃścānyānsasarja niśitāñśarān ||

und in der Farbe von Planeten und Sternen, mit großen Meteoren als Häupter versehen, und andere, blitzzüngige, schoss er ab, scharfe Pfeile.

Wort für Wort
grahanakṣatravarṇān ca
und in der Farbe von Planeten und Sternen
maholkā mukhasansthitān
mit großen Meteoren als Häupter versehen
vidyujjihvopamān ca anyān
und andere, blitzzüngige
sasarja niśitān śarān
schoss er ab, scharfe Pfeile

te rāvaṇaśarā ghorā rāghavāstrasamāhatāḥ | vilayan jagmurākāśe jagmuścaiva sahasraśaḥ ||

Jene schrecklichen Pfeile Rāvaṇas, von Rāghavas Waffe getroffen, lösten sich im Luftraum auf und vergingen zu Tausenden.

Wort für Wort
te rāvaṇaśarā ghorā
jene schrecklichen Pfeile Rāvaṇas
rāghavāstrasamāhatāḥ
von Rāghavas Waffe getroffen
vilayaṃ jagmuḥ ākāśe
lösten sich im Luftraum auf
jagmuḥ ca eva sahasraśaḥ
und vergingen zu Tausenden

tadastraṃ nihatan dṛṣṭvā rāmeṇākliṣṭakarmaṇā | hṛṣṭā nedustataḥ sarve kapayaḥ kāmarūpiṇaḥ ||

Als sie sahen, dass jene Waffe von Rāma, dessen Taten mühelos sind, vernichtet worden war, brüllten da alle gestaltwandelnden Affen froh auf.

Wort für Wort
tadastraṃ nihataṃ dṛṣṭvā
jene vernichtete Waffe sehend
rāmeṇa akliṣṭakarmaṇā
von Rāma, dessen Taten mühelos sind
hṛṣṭā neduḥ tataḥ sarve
froh brüllten da alle auf
kapayaḥ kāmarūpiṇaḥ
die gestaltwandelnden Affen

sugrīvābhimukhā vīrāḥ saṃparikṣipya rāgavam | tatastadastraṃ vinihatya rāghavaḥ ||

Die Helden, Sugrīva zugewandt, Rāghava umringend; dann, nachdem er jene Waffe vernichtet hatte, Rāghava,

Wort für Wort
sugrīvābhimukhā vīrāḥ
die Helden, Sugrīva zugewandt
saṃparikṣipya rāghavam
Rāghava umringend
tataḥ tadastraṃ vinihatya
dann, jene Waffe vernichtend
rāghavaḥ
Rāghava

prasahya tadrāvaṇabāhuniḥsṛtam | mudānvito dāśarathirmahātmā | vineduruccairmuditāḥ kapīśvarā ||

- mit Gewalt jene aus Rāvaṇas Arm entsandte Waffe bezwingend - der hochgesinnte Sohn des Daśaratha, von Freude erfüllt; die Affenherrscher brüllten laut und froh auf.

Wort für Wort
prasahya tadrāvaṇabāhuniḥsṛtam
mit Gewalt jene aus Rāvaṇas Arm entsandte [Waffe bezwingend]
mudānvito dāśarathiḥ mahātmā
von Freude erfüllt, der hochgesinnte Sohn des Daśaratha
vineduḥ uccaiḥ muditāḥ kapīśvarā
die Affenherrscher brüllten laut und froh auf

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