Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa
Sarga 124: Bharadvāja-Saṃvādaḥ
Die Begegnung mit Bharadvāja
pūrṇe caturdaśe varṣe pañcamyāṃ lakṣmaṇāgrajaḥ |
bharadvājāśramaṃ prāpya vavande niyato munim ||
Als das vierzehnte Jahr vollendet war, am fünften Tag, gelangte der ältere Bruder Lakṣmaṇas zur Einsiedelei Bharadvājas und verneigte sich, beherrschten Sinnes, vor dem Weisen.
Wort für Wort pūrṇe caturdaśe varṣe als das vierzehnte Jahr vollendet war pañcamyāṃ lakṣmaṇāgrajaḥ am fünften Tag, der ältere Bruder Lakṣmaṇas bharadvājāśramaṃ prāpya zur Einsiedelei Bharadvājas gelangend vavande niyato munim verneigte er sich, beherrschten Sinnes, vor dem Weisen so.apṛcchadabhivādyainaṃ bharadvājaṃ tapodhanam |
śṛṇoṣi kaccidbhagavan subhikṣānāmayaṃ pure ||
kaccitsa yukto bharato jīvantyapi ca mātaraḥ |
Er, nachdem er ihn gegrüßt hatte, fragte den bußreichen Bharadvāja: "Hörst du wohl, Erhabener, dass es in der Stadt reichlich Nahrung und Gesundheit gibt? Ist wohl Bharata standhaft, und leben meine Mütter noch?"
Wort für Wort saḥ apṛcchat abhivādya enaṃ er, ihn grüßend, fragte bharadvājaṃ tapodhanam den bußreichen Bharadvāja śṛṇoṣi kaccit bhagavan hörst du wohl, Erhabener subhikṣānāmayaṃ pure dass es in der Stadt reichlich Nahrung und Gesundheit gibt kaccit sa yukto bharato ist wohl Bharata standhaft jīvanti api ca mātaraḥ und leben auch meine Mütter noch evamuktastu rāmeṇa bharadvājo mahāmuniḥ |
pratyuvāca raghuśreṣṭhaṃ smitapūrvaṃ prahṛṣṭavat |
So von Rāma angesprochen, erwiderte der große Weise Bharadvāja dem Besten der Raghus, lächelnd, hocherfreut:
Wort für Wort evam uktaḥ tu rāmeṇa so aber von Rāma angesprochen bharadvājo mahāmuniḥ der große Weise Bharadvāja pratyuvāca raghuśreṣṭhaṃ erwiderte dem Besten der Raghus smitapūrvaṃ prahṛṣṭavat lächelnd, hocherfreut paṅkadigdhastu bharato jaṭilastvāṃ pratīkṣate |
pāduke te puraskṛtya sarvaṃ ca kuśalaṃ gṛhe |
"Mit Schlamm bedeckt, mit verfilztem Haar, erwartet dich Bharata, deine Sandalen vor sich stellend; und alles steht wohl im Hause.
Wort für Wort paṅkadigdhastu bharato mit Schlamm bedeckt, Bharata jaṭilastvāṃ pratīkṣate mit verfilztem Haar erwartet er dich pāduke te puraskṛtya deine Sandalen vor sich stellend sarvaṃ ca kuśalaṃ gṛhe und alles steht wohl im Hause tvāṃ purā cīravasanaṃ praviśantaṃ mahāvanam |
Als ich dich einst, in Baumrindengewänder gekleidet, in den großen Wald eintreten sah,
Wort für Wort tvāṃ purā cīravasanaṃ dich einst, in Baumrindengewänder gekleidet praviśantaṃ mahāvanam wie du in den großen Wald eintratst strītṛtīyaṃ cyutaṃ rājyāddharmakāmaṃ ca kevalam |
padātiṃ tyaktasarvasvaṃ pitṛnirdeśakāriṇam |
nur von einer Frau begleitet, vom Königreich vertrieben, allein dem Recht zugetan, zu Fuß gehend, alles besitzlos, dem Gebot des Vaters folgend,
Wort für Wort strītṛtīyaṃ cyutaṃ rājyāt nur von einer Frau begleitet, vom Königreich vertrieben dharmakāmaṃ ca kevalam und allein dem Recht zugetan padātiṃ tyaktasarvasvaṃ zu Fuß gehend, alles besitzlos pitṛnirdeśakāriṇam dem Gebot des Vaters folgend sarvabhogaiḥ parityaktaṃ svargacyutamvāmaram |
dṛṣṭvā tu karuṇā pūrvaṃ mamāsītsamitiṃjaya ||
kaikeyīvacane yuktaṃ vanyamūlaphalāśinam |
aller Genüsse beraubt wie ein vom Himmel gefallener Unsterblicher, empfand ich, du Bezwinger im Kampf, damals zunächst Mitleid, da du dem Wort Kaikeyīs gefügig, dich von wilden Wurzeln und Früchten ernährtest.
Wort für Wort sarvabhogaiḥ parityaktaṃ aller Genüsse beraubt svargacyutam iva amaram wie ein vom Himmel gefallener Unsterblicher dṛṣṭvā tu karuṇā pūrvaṃ als ich dich sah, empfand ich zunächst Mitleid mama āsīt samitiṃjaya hatte ich, du Bezwinger im Kampf kaikeyīvacane yuktaṃ dem Wort Kaikeyīs gefügig vanyamūlaphalāśinam dich von wilden Wurzeln und Früchten ernährend sāṃpratam tu samṛddhārthaṃ samitragaṇabāndhavam |
samīkṣya vijitāriṃ ca mamābhūtprītiruttamā |
Jetzt aber, da ich dich sehe, dein Ziel erreicht, mit deinen Freunden und Verwandten vereint, den Feind bezwungen, ward mir höchste Freude zuteil.
Wort für Wort sāṃpratam tu samṛddhārthaṃ jetzt aber, dein Ziel erreicht samitragaṇabāndhavam mit deinen Freunden und Verwandten vereint samīkṣya vijitāriṃ ca dich sehend, den Feind bezwungen mama abhūt prītiḥ uttamā ward mir höchste Freude zuteil sarvaṃ ca sukhakuḥkhaṃ te viditaṃ mamam rāghava |
yattvayā vipulaṃ prāptaṃ janasthānanivāsinā |
Auch all dein Glück und Leid ist mir bekannt, Rāghava, das du in Fülle erfahren hast, als Bewohner des Janasthāna,
Wort für Wort sarvaṃ ca sukhakuḥkhaṃ te auch all dein Glück und Leid viditaṃ mamam rāghava ist mir bekannt, Rāghava yat tvayā vipulaṃ prāptaṃ das du in Fülle erfahren hast janasthānanivāsinā als Bewohner des Janasthāna brāhmaṇārthe niyuktasya rakṣataḥ sarvatāpasān |
rāvaṇena hṛtā bhāryā babhūveyamaninditā |
der du, im Dienst der Brahmanen tätig, alle Asketen beschütztest – wie von Rāvaṇa deine tadellose Gattin geraubt wurde,
Wort für Wort brāhmaṇārthe niyuktasya dem im Dienst der Brahmanen Tätigen rakṣataḥ sarvatāpasān der alle Asketen beschützte rāvaṇena hṛtā bhāryā von Rāvaṇa geraubt die Gattin babhūva iyam aninditā wurde diese tadellose mārīcadarśanaṃ caiva sītonmathanameva ca |
kabandhadarśanaṃ caiva pampābhigamanaṃ tathā |
und das Erblicken Mārīcas, und die Entführung Sītās, und das Erblicken Kabandhas, und ebenso das Erreichen des Pampā-Sees,
Wort für Wort mārīcadarśanaṃ caiva und das Erblicken Mārīcas sītonmathanam eva ca und die Entführung Sītās kabandhadarśanaṃ caiva und das Erblicken Kabandhas pampābhigamanaṃ tathā und ebenso das Erreichen des Pampā-Sees sugrīveṇa ca te sakhyaṃ yathā vālī hatastvayā |
mārgaṇaṃ caiva vaidehyāḥ karma vātātmajasya ca |
deine Freundschaft mit Sugrīva, wie Vālin von dir erschlagen wurde, und das Suchen nach der Vaidehī, und die Tat des Windessohns,
Wort für Wort sugrīveṇa ca te sakhyaṃ und deine Freundschaft mit Sugrīva yathā vālī hataḥ tvayā wie Vālin von dir erschlagen wurde mārgaṇaṃ caiva vaidehyāḥ und das Suchen nach der Vaidehī karma vātātmajasya ca und die Tat des Windessohns viditāyāṃ ca sītāyāṃ nalaseturyathā kṛtaḥ |
yathā cādīpitā laṅkā prahṛṣṭūrariyūthapaiḥ |
und wie, als Sītā gefunden war, die Nala-Brücke errichtet wurde, und wie Laṅkā von den hocherfreuten Vānara-Heerführern in Brand gesetzt wurde,
Wort für Wort viditāyāṃ ca sītāyāṃ und als Sītā gefunden war nalasetuḥ yathā kṛtaḥ wie die Nala-Brücke errichtet wurde yathā ca ādīpitā laṅkā und wie Laṅkā in Brand gesetzt wurde prahṛṣṭaiḥ hariyūthapaiḥ von den hocherfreuten Vānara-Heerführern saputrabāndavāmātyaḥ sabalaḥ sahāvāhanaḥ |
yathā ca nihataḥ saṃkhye rāvaṇo baladarpitaḥ |
und wie samt seinen Söhnen, Verwandten und Ministern, samt seinem Heer und seinen Reittieren, der durch seine Kraft überhebliche Rāvaṇa im Kampf erschlagen wurde,
Wort für Wort saputrabāndavāmātyaḥ samt seinen Söhnen, Verwandten und Ministern sabalaḥ sahāvāhanaḥ samt seinem Heer und seinen Reittieren yathā ca nihataḥ saṃkhye und wie im Kampf erschlagen wurde rāvaṇo baladarpitaḥ Rāvaṇa, der durch seine Kraft überhebliche yathā ca nihate tasmin rāvaṇe devakaṇṭake |
samāgamaśca tridaśairyathā dattaśca te varaḥ |
und wie, nachdem jener Rāvaṇa, der Stachel der Götter, erschlagen war, die Begegnung mit den Göttern stattfand und dir eine Gunst gewährt wurde –
Wort für Wort yathā ca nihate tasmin und wie, nachdem jener erschlagen war rāvaṇe devakaṇṭake Rāvaṇa, der Stachel der Götter samāgamaḥ ca tridaśaiḥ und die Begegnung mit den Göttern yathā dattaḥ ca te varaḥ und wie dir eine Gunst gewährt wurde sarvam mamaitadviditaṃ tapasā dharmavatsala |
saṃpatanti ca me śiṣyāḥ pravṛttyākhyāḥ purīmitaḥ |
all dies ist mir durch meine Askese bekannt, du dem Recht Zugetaner; und meine Schüler kommen von der Stadt hierher mit Nachrichten.
Wort für Wort sarvam mama etat viditaṃ all dies ist mir bekannt tapasā dharmavatsala durch meine Askese, du dem Recht Zugetaner saṃpatanti ca me śiṣyāḥ und es kommen meine Schüler pravṛttyākhyāḥ purīm itaḥ mit Nachrichten von der Stadt hierher mitrāṇi dhana dhānyāni prajānāṃ sammatāniva |
jananī nanma bhūmiśca svargādapi garīyasī |
Freunde, Reichtum, Getreide, dem Volk angenehm – die Mutter und das Geburtsland sind noch erhabener als der Himmel."
Wort für Wort mitrāṇi dhana dhānyāni Freunde, Reichtum, Getreide prajānāṃ sammatāni iva dem Volk angenehm, wie es scheint jananī nanma bhūmiḥ ca die Mutter und das Geburtsland svargāt api garīyasī noch erhabener als der Himmel tasya tacchirasā vākyaṃ pratigṛhya nṛpātmajaḥ |
bāḍhamityeva saṃhṛṣṭaḥ śrīmānvaramayācata |
Dessen Wort mit gesenktem Haupt annehmend, erbat sich der glanzvolle Königssohn, hocherfreut, mit den Worten "So sei es", eine Gunst:
Wort für Wort tasya tacchirasā vākyaṃ dessen Wort mit gesenktem Haupt pratigṛhya nṛpātmajaḥ annehmend, der Königssohn bāḍham iti eva saṃhṛṣṭaḥ 'so sei es', hocherfreut śrīmān varam ayācata erbat sich der glanzvolle eine Gunst akālaphalino vṛkṣāḥ sarve cāpi madhusravāḥ |
phalānyamṛtagandhīni bahūni vividhāni ca ||
bhavantu mārge bhavannayodhyāṃ prati gacchataḥ |
"Zu untypischer Zeit fruchttragende Bäume, alle honigtriefend, mit vielen, vielfältigen, unsterblichkeitsduftenden Früchten sollen auf dem Weg entstehen, für uns, die wir nach Ayodhyā ziehen."
Wort für Wort akālaphalino vṛkṣāḥ zu untypischer Zeit fruchttragende Bäume sarve ca api madhusravāḥ alle auch honigtriefend phalāni amṛtagandhīni Früchte, unsterblichkeitsduftend bahūni vividhāni ca viele, vielfältige bhavantu mārge bhavannayodhyāṃ sollen auf dem Weg entstehen, für die wir prati gacchataḥ nach Ayodhyā ziehen tatheti ca pratijñāte vacanātsamanantaram |
abhavanpādapāstatra svargapādapasaṃnibhāḥ |
"So sei es", so, unmittelbar nach diesem verheißenen Wort, entstanden dort Bäume, den Bäumen des Himmels gleich.
Wort für Wort tathā iti ca pratijñāte 'so sei es', so verheißen vacanāt samanantaram unmittelbar nach diesem Wort abhavan pādapāḥ tatra entstanden dort Bäume svargapādapasaṃnibhāḥ den Bäumen des Himmels gleich niṣphalāḥ phalinaścāsanvipuṣpāḥ puṣpaśālinaḥ |
Die unfruchtbaren wurden fruchttragend, die unblühenden voller Blüten.
Wort für Wort niṣphalāḥ phalinaḥ ca āsan die unfruchtbaren wurden fruchttragend vipuṣpāḥ puṣpaśālinaḥ die unblühenden voller Blüten śuṣkāḥ samagrapatrāste nagāścaiva madhusravāḥ |
sarvato yojanāstrisro gacchatāmabhavaṃstadā |
Die vertrockneten Bäume trugen vollständiges Laub und trieften von Honig; auf drei Yojanas ringsum entstanden sie so für die Ziehenden.
Wort für Wort śuṣkāḥ samagrapatrāḥ te die vertrockneten Bäume trugen vollständiges Laub nagāḥ caiva madhusravāḥ und die Bäume trieften von Honig sarvato yojanāstrisro auf drei Yojanas ringsum gacchatām abhavan tadā entstanden sie da für die Ziehenden tataḥ prahṛṣṭāḥ plavagarṣabhāste |
bahūni divyāni phalāni caiva |
kāmādupāśnanti sahasraśaste |
mudānvitāḥ svargajito mudeva ||
Da genossen die hocherfreuten, besten der Vānaras zu Tausenden nach Belieben die vielen himmlischen Früchte, von Freude erfüllt, wie diejenigen, die den Himmel durch Askese errungen haben, in Freude.
Wort für Wort tataḥ prahṛṣṭāḥ plavagarṣabhāḥ te da die hocherfreuten besten der Vānaras bahūni divyāni phalāni caiva die vielen himmlischen Früchte kāmāt upāśnanti sahasraśaḥ te genossen sie nach Belieben zu Tausenden mudānvitāḥ svargajito mudā iva von Freude erfüllt, wie die, die den Himmel errungen haben, in Freude
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