Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa
Sarga 116: Agnipraveśaḥ
Sītās Eingang ins Feuer
evamuktā tu vaidehī paruṣaṃ lomaharṣaṇam |
rāghaveṇa saroṣeṇa bhṛśaṃ pravyathitābhavat ||
So von dem zornerfüllten Rāghava mit hartem, haarsträubendem Wort angesprochen, geriet die Vaidehī in heftige Bekümmernis.
Wort für Wort evam uktā tu vaidehī so aber angesprochen, die Vaidehī paruṣaṃ lomaharṣaṇam mit hartem, haarsträubendem Wort rāghaveṇa saroṣeṇa von dem zornerfüllten Rāghava bhṛśaṃ pravyathitā abhavat geriet sie in heftige Bekümmernis sā tadaśrutapūrvaṃ hi jane mahati maithilī |
śrutvā bhartṛvaco rūkṣaṃ lajjayā vrīḍitābhavat ||
Da sie inmitten der großen Volksmenge jenes vorher nie gehörte, raue Wort ihres Gatten vernahm, wurde Maithilī von Scham überwältigt.
Wort für Wort sā tat aśrutapūrvaṃ hi sie, jenes vorher nie gehörte jane mahati maithilī inmitten der großen Volksmenge, Maithilī śrutvā bhartṛvaco rūkṣaṃ als sie das raue Wort des Gatten vernahm lajjayā vrīḍitā abhavat wurde sie von Scham überwältigt praviśantīva gātrāṇi svānyeva janakātmajā |
vākṣalyaistaiḥ saśalyeva bhṛśamaśrūṇyavartayat ||
Die Tochter Janakas, gleichsam in ihre eigenen Glieder sich zurückziehend, vergoss, wie von jenen Wortpfeilen durchbohrt, heftig Tränen.
Wort für Wort praviśantī iva gātrāṇi gleichsam in ihre Glieder sich zurückziehend svāni eva janakātmajā in ihre eigenen, die Tochter Janakas vākṣalyaiḥ taiḥ saśalyā iva wie von jenen Wortpfeilen durchbohrt bhṛśam aśrūṇi avartayat vergoss sie heftig Tränen tato bāṣpaparikliṣṭaṃ pramārjantī svamānanam |
śanairgadgadayā vācā bhartāramidamabravīt ||
Dann, ihr von Tränen benetztes Antlitz abwischend, sprach sie langsam mit erstickter Stimme dieses zu ihrem Gatten:
Wort für Wort tato bāṣpaparikliṣṭaṃ dann das von Tränen benetzte pramārjantī svamānanam ihr eigenes Antlitz abwischend śanaiḥ gadgadayā vācā langsam mit erstickter Stimme bhartāram idam abravīt sprach sie dieses zu ihrem Gatten kiṃ māmasadṛśaṃ vākyamīdṛśaṃ śrotradāruṇam |
rūkṣaṃ śrāvayase vīra prākṛtaḥ prākṛtām iva ||
"Warum lässt du mich, Held, solch ein mir unziemendes, für die Ohren schreckliches, hartes Wort hören, wie ein gemeiner Mann eine gemeine Frau?
Wort für Wort kiṃ mām asadṛśaṃ vākyam warum lässt du mich ein mir unziemendes Wort īdṛśaṃ śrotradāruṇam solch für die Ohren schreckliches rūkṣaṃ śrāvayase vīra hartes hören, Held prākṛtaḥ prākṛtām iva wie ein gemeiner Mann eine gemeine Frau na tathāsmi mahābāho yathā tvamavagacchasi |
pratyayaṃ gaccha me svena cāritreṇaiva te śape ||
Ich bin nicht so, Großarmiger, wie du mich auffasst; vertraue mir durch meinen eigenen Lebenswandel – dies schwöre ich dir.
Wort für Wort na tathā asmi mahābāho ich bin nicht so, Großarmiger yathā tvam avagacchasi wie du mich auffasst pratyayaṃ gaccha me svena vertraue mir durch mein eigenes cāritreṇa eva te śape durch den Lebenswandel schwöre ich dir pṛthakstrīṇāṃ pracāreṇa jātiṃ tvaṃ pariśaṅkase |
parityajemāṃ śaṅkāṃ tu yadi te.ahaṃ parīkṣitā ||
Wegen des Verhaltens gemeiner Frauen im Allgemeinen misstraust du dem ganzen Geschlecht; doch diesen Verdacht solltest du aufgeben, wenn du mich geprüft hast.
Wort für Wort pṛthak strīṇāṃ pracāreṇa wegen des Verhaltens einzelner Frauen jātiṃ tvaṃ pariśaṅkase misstraust du dem ganzen Geschlecht parityaja imāṃ śaṅkāṃ tu gib doch diesen Verdacht auf yadi te ahaṃ parīkṣitā wenn ich von dir geprüft bin yadyahaṃ gātrasaṃsparśaṃ gatāsmi vivaśā prabho |
kāmakāro na me tatra daivaṃ tatrāparādhyati ||
Wenn ich, Herr, wider meinen Willen eine Berührung meines Leibes erfahren habe, so liegt darin kein Handeln aus eigenem Verlangen; das Schicksal allein trägt dort die Schuld.
Wort für Wort yadi ahaṃ gātrasaṃsparśaṃ wenn ich eine Berührung meines Leibes gatā asmi vivaśā prabho erfahren habe wider meinen Willen, Herr kāmakāro na me tatra kein Handeln aus eigenem Verlangen liegt darin daivaṃ tatra aparādhyati das Schicksal allein trägt dort die Schuld madadhīnaṃ tu yattanme hṛdayaṃ tvayi vartate |
parādhīneṣu gātreṣu kiṃ kariṣyāmyanīśvarā ||
Was jedoch von mir abhängt – mein Herz – das weilt bei dir; bei meinen von fremdem Willen abhängigen Gliedern, was vermag ich, die Machtlose, zu tun?
Wort für Wort madadhīnaṃ tu yat tat me was jedoch von mir abhängt, das mein hṛdayaṃ tvayi vartate Herz weilt bei dir parādhīneṣu gātreṣu bei meinen von fremdem Willen abhängigen Gliedern kiṃ kariṣyāmi anīśvarā was vermag ich, die Machtlose, zu tun sahasaṃvṛddhabhāvācca saṃsargeṇa ca mānada |
yadyahaṃ te na vijñātā hatā tenāsmi śāśvatam ||
Wenn ich dir, trotz gemeinsam gewachsener Zuneigung und trotz des Zusammenlebens, du Ehrenspender, nicht erkannt worden bin, so bin ich dadurch für immer vernichtet.
Wort für Wort sahasaṃvṛddhabhāvāt ca und trotz gemeinsam gewachsener Zuneigung saṃsargeṇa ca mānada und trotz des Zusammenlebens, du Ehrenspender yadi aham te na vijñātā wenn ich von dir nicht erkannt worden bin hatā tena asmi śāśvatam bin ich dadurch für immer vernichtet preṣitaste yadā vīro hanūmānavalokakaḥ |
laṅkāsthāhaṃ tvayā vīra kiṃ tadā na visarjitā ||
Als der Held Hanumant, der Kundschafter, von dir entsandt wurde – warum, Held, wurde ich damals nicht sogleich verstoßen, während ich in Laṅkā weilte?
Wort für Wort preṣitaḥ te yadā vīro als von dir entsandt wurde der Held hanūmān avalokakaḥ Hanumant, der Kundschafter laṅkāsthā ahaṃ tvayā vīra während ich in Laṅkā weilte, von dir, Held kiṃ tadā na visarjitā warum wurde ich damals nicht verstoßen pratyakṣaṃ vānarendrasya tvadvākyasamanantaram |
tvayā santyaktayā vīra tyaktaṃ syājjīvitaṃ mayā ||
In Gegenwart des Vānara-Fürsten, unmittelbar nach deinem Wort, wäre ich, von dir verstoßen, Held, sogleich gewillt gewesen, mein Leben aufzugeben.
Wort für Wort pratyakṣaṃ vānarendrasya in Gegenwart des Vānara-Fürsten tvadvākyasamanantaram unmittelbar nach deinem Wort tvayā santyaktayā vīra von dir verstoßen, Held tyaktaṃ syāt jīvitaṃ mayā wäre mein Leben von mir aufgegeben worden na vṛthā te śramo.ayaṃ syātsaṃśaye nyasya jīvitam |
suhṛjjanaparikleśo na cāyaṃ niṣphalastava ||
Dann wäre diese deine Mühe, mein Leben in Gefahr bringend, nicht vergeblich gewesen, und auch diese Bedrängnis deiner Freunde wäre für dich nicht fruchtlos geblieben.
Wort für Wort na vṛthā te śramo ayaṃ syāt nicht vergeblich wäre diese deine Mühe gewesen saṃśaye nyasya jīvitam mein Leben in Gefahr bringend suhṛjjanaparikleśo die Bedrängnis deiner Freunde na ca ayaṃ niṣphalaḥ tava und nicht fruchtlos wäre dies für dich geblieben tvayā tu naraśārdūla krodhamevānuvartatā |
laghuneva manuṣyeṇa strītvameva puraskṛtam ||
Von dir aber, du Tiger unter den Männern, der du nur deinem Zorn folgtest, wurde, gleich einem kleinlichen Menschen, allein mein Frausein in den Vordergrund gestellt,
Wort für Wort tvayā tu naraśārdūla von dir aber, du Tiger unter den Männern krodham eva anuvartatā der du nur dem Zorn folgtest laghunā iva manuṣyeṇa gleich einem kleinlichen Menschen strītvam eva puraskṛtam wurde allein mein Frausein in den Vordergrund gestellt apadeśena janakānnotpattirvasudhātalāt |
mama vṛttaṃ ca vṛttajña bahu te na puraskṛtam ||
ohne meine Herkunft von Janaka und meine Geburt aus dem Erdboden, und meinen Lebenswandel, du Kenner des rechten Wandels, hast du nicht in Betracht gezogen.
Wort für Wort apadeśena janakāt ohne meine Herkunft von Janaka na utpattiḥ vasudhātalāt und meine Geburt aus dem Erdboden mama vṛttaṃ ca vṛttajña und meinen Lebenswandel, du Kenner des rechten Wandels bahu te na puraskṛtam hast du nicht sehr in Betracht gezogen na pramāṇīkṛtaḥ pāṇirbālye bālena pīḍitaḥ |
mama bhaktiśca śīlaṃ ca sarvaṃ te pṛṣṭhataḥ kṛtam ||
Nicht wurde jene Handreichung als maßgeblich erachtet, die du als Jüngling mir, dem jungen Mädchen, in der Jugend gabst; meine Hingabe und mein Wesen – all dies hast du hintangesetzt.
Wort für Wort na pramāṇīkṛtaḥ pāṇiḥ nicht wurde die Handreichung als maßgeblich erachtet bālye bālena pīḍitaḥ die in der Jugend als Jüngling ergriffen wurde mama bhaktiḥ ca śīlaṃ ca meine Hingabe und mein Wesen sarvaṃ te pṛṣṭhataḥ kṛtam all dies hast du hintangesetzt iti bruvantī rudatī bāṣpagadgadabhāṣiṇī |
uvāca lakṣmaṇaṃ sītā dīnaṃ dhyānaparāyaṇam ||
So sprechend, weinend, mit von Tränen erstickter Stimme, wandte sich Sītā an Lakṣmaṇa, der elend und ganz in Gedanken versunken dastand:
Wort für Wort iti bruvantī rudatī so sprechend, weinend bāṣpagadgadabhāṣiṇī mit von Tränen erstickter Stimme uvāca lakṣmaṇaṃ sītā sprach Sītā zu Lakṣmaṇa dīnaṃ dhyānaparāyaṇam der elend, ganz in Gedanken versunken war citāṃ me kuru saumitre vyasanasyāsya bheṣajam |
mithyāpavādopahatā nāhaṃ jīvitumutsahe ||
"Errichte mir einen Scheiterhaufen, Saumitri, als Heilmittel für dieses mein Unglück; von falscher Verleumdung getroffen vermag ich nicht mehr zu leben.
Wort für Wort citāṃ me kuru saumitre errichte mir einen Scheiterhaufen, Saumitri vyasanasya asya bheṣajam als Heilmittel für dieses Unglück mithyāpavādopahatā von falscher Verleumdung getroffen na aham jīvitum utsahe vermag ich nicht mehr zu leben aprītena guṇairbhartrā tyaktā yā janasaṃsadi |
yā kṣamā me gatirgantuṃ pravekṣye havyavāhanam ||
Von meinem, meiner Vorzüge nicht mehr gewärtigen Gatten in der Volksversammlung verstoßen, will ich in das Feuer eingehen, das mir der einzig geziemende Weg ist, den zu gehen."
Wort für Wort aprītena guṇaiḥ bhartrā von dem, meiner Vorzüge nicht mehr gewärtigen Gatten tyaktā yā janasaṃsadi von ihm in der Volksversammlung verstoßen yā kṣamā me gatiḥ gantuṃ der mir einzig geziemende Weg zu gehen pravekṣye havyavāhanam will ich in das Feuer eingehen evaṃ bruvāṇā rudatī bāṣpagadgadabhāṣiṇī |
abravīllakṣmaṇaṃ sītā dīnaṃ dhyānaparaṃ sthitam ||
So sprechend, weinend, mit von Tränen erstickter Stimme, sagte Sītā zu Lakṣmaṇa, der elend und ganz in Gedanken versunken dastand,
Wort für Wort evaṃ bruvāṇā rudatī so sprechend, weinend bāṣpagadgadabhāṣiṇī mit von Tränen erstickter Stimme abravīt lakṣmaṇaṃ sītā sagte Sītā zu Lakṣmaṇa dīnaṃ dhyānaparaṃ sthitam der elend, ganz in Gedanken versunken dastand sa vijñāya manaśchandaṃ rāmasyākārasūcitam |
citāṃ cakāra saumitrirmate rāmasya vīryavān ||
und er, Lakṣmaṇa, der tapfere Saumitri, den durch Rāmas Miene angezeigten Wunsch seines Sinnes erkennend, errichtete, wie es Rāmas Meinung entsprach, den Scheiterhaufen.
Wort für Wort sa vijñāya manaḥchandaṃ er, den Wunsch seines Sinnes erkennend rāmasya ākārasūcitam der durch Rāmas Miene angezeigt war citāṃ cakāra saumitriḥ errichtete Saumitri den Scheiterhaufen mate rāmasya vīryavān wie es Rāmas Meinung entsprach, der Tapfere na hi rāmaṃ tadā kaścitkālāntakayamopamam |
anunetumatho vaktuṃ draṣṭuṃ vā pyaśakatsuhṛt ||
Denn keiner der Freunde vermochte damals Rāma, der der Zeit, dem Verderben und dem Totengott glich, zu besänftigen, anzusprechen oder auch nur anzublicken.
Wort für Wort na hi rāmaṃ tadā kaścit denn keiner vermochte damals Rāma kālāntakayamopamam der der Zeit, dem Verderben und dem Totengott glich anunetum atho vaktuṃ zu besänftigen oder anzusprechen draṣṭuṃ vā api aśakat suhṛt oder auch nur ein Freund anzublicken adhomukhaṃ tato rāmaṃ śanaiḥ kṛtvā pradakṣiṇam |
upāsarpata vaidehī dīpyamānaṃ hutāśanam ||
Dann, nachdem sie den mit niedergeschlagenem Blick dastehenden Rāma langsam umschritten hatte, näherte sich die Vaidehī dem lodernden Feuer.
Wort für Wort adhomukhaṃ tato rāmaṃ dann den mit niedergeschlagenem Blick dastehenden Rāma śanaiḥ kṛtvā pradakṣiṇam langsam umschreitend upāsarpata vaidehī näherte sich die Vaidehī dīpyamānaṃ hutāśanam dem lodernden Feuer praṇamya devatābhyaśca brāhmaṇebhyaśca maithilī |
baddhāñjalipuṭā cedamuvācāgnisamīpataḥ ||
Maithilī, nachdem sie sich vor den Göttern und den Brahmanen verneigt hatte, sprach mit gefalteten Händen dieses in der Nähe des Feuers:
Wort für Wort praṇamya devatābhyaḥ ca nachdem sie sich vor den Göttern verneigt hatte brāhmaṇebhyaḥ ca maithilī und vor den Brahmanen, Maithilī baddhāñjalipuṭā ca idam mit gefalteten Händen dieses uvāca agnisamīpataḥ sprach sie in der Nähe des Feuers yathā me hṛdayaṃ nityaṃ nāpasarpati rāghavāt |
tathā lokasya sākṣī māṃ sarvataḥ pātu pāvakaḥ ||
"Wie mein Herz sich niemals von Rāghava entfernt, so möge das Feuer, der Zeuge der Welt, mich von allen Seiten beschützen.
Wort für Wort yathā me hṛdayaṃ nityaṃ wie mein Herz stets na apasarpati rāghavāt sich nicht von Rāghava entfernt tathā lokasya sākṣī so möge der Zeuge der Welt māṃ sarvataḥ pātu pāvakaḥ mich von allen Seiten beschützen, das Feuer yathā māṃ śuddhacaritāṃ duṣṭāṃ jānāti rāghavaḥ |
tathā lokasya sākṣī māṃ sarvataḥ pātu pāvakaḥ ||
Wie Rāghava mich, die von reinem Lebenswandel bin, für verdorben hält, so möge das Feuer, der Zeuge der Welt, mich von allen Seiten beschützen.
Wort für Wort yathā māṃ śuddhacaritāṃ wie mich, die von reinem Lebenswandel bin duṣṭāṃ jānāti rāghavaḥ für verdorben hält Rāghava tathā lokasya sākṣī so möge der Zeuge der Welt māṃ sarvataḥ pātu pāvakaḥ mich von allen Seiten beschützen, das Feuer karmaṇā manasā vācā yathā nāticarāmyaham |
rāghavaṃ sarvadharmajñaṃ tathā māṃ pātu pāvakaḥ ||
Wie ich in Tat, Gedanke und Wort dem Rāghava, dem Kenner aller Pflicht, niemals untreu werde, so möge mich das Feuer beschützen.
Wort für Wort karmaṇā manasā vācā in Tat, Gedanke und Wort yathā na aticarāmi aham wie ich niemals untreu werde rāghavaṃ sarvadharmajñaṃ dem Rāghava, dem Kenner aller Pflicht tathā māṃ pātu pāvakaḥ so möge mich das Feuer beschützen ādityobhavān vāyurdiśaścandrastathaiva ca |
ahaścāpi tathā sandhye rātriśca pṛthivī tathā ||
yathānye.api vijānanti tathā cāritrasaṃyutām ||
Du, Sonne, ebenso der Wind, die Himmelsrichtungen, der Mond, ebenso der Tag, die beiden Dämmerungen, die Nacht und die Erde – wie auch andere mich kennen, so bin ich mit tugendhaftem Lebenswandel begabt.
Wort für Wort ādityaḥ bhavān vāyuḥ du, Sonne, der Wind diśaḥ candraḥ tathā eva ca die Himmelsrichtungen, ebenso der Mond ahaḥ ca api tathā sandhye der Tag, ebenso die beiden Dämmerungen rātriḥ ca pṛthivī tathā die Nacht und ebenso die Erde yathā anye api vijānanti wie auch andere mich kennen tathā cāritrasaṃyutām so bin ich mit tugendhaftem Lebenswandel begabt evamuktvā tu vaidehī parikramya hutāśanam |
viveśa jvalanaṃ dīptaṃ niḥsaṅgenāntarātmanā ||
So gesprochen, umschritt die Vaidehī das Feuer und trat, mit unbeschwertem innerem Geist, in die lodernde Flamme ein.
Wort für Wort evam uktvā tu vaidehī so aber sprechend, die Vaidehī parikramya hutāśanam das Feuer umschreitend viveśa jvalanaṃ dīptaṃ trat sie in die lodernde Flamme ein niḥsaṅgena antarātmanā mit unbeschwertem innerem Geist janaḥ sa sumahāṃstatra bālavṛddhasamākulaḥ |
dadarśa maithilīṃ tatra praviśantīṃ hutāśanam ||
Jene überaus zahlreiche Volksmenge dort, von Jungen und Alten durchsetzt, sah dort Maithilī in das Feuer eintreten.
Wort für Wort janaḥ sa sumahān tatra jene überaus zahlreiche Volksmenge dort bālavṛddhasamākulaḥ von Jungen und Alten durchsetzt dadarśa maithilīṃ tatra sah dort Maithilī praviśantīṃ hutāśanam wie sie in das Feuer eintrat sā taptanavahemābhā taptakāñcanabhūṣaṇā |
papāta jvalanaṃ dīptaṃ sarvalokasya saṃnidhau ||
Sie, dem geglühten frischen Gold gleich glänzend, mit geglühtem Goldschmuck geschmückt, stürzte sich in das lodernde Feuer, in Gegenwart der ganzen Welt.
Wort für Wort sā taptanavahemābhā sie, dem geglühten frischen Gold gleich glänzend taptakāñcanabhūṣaṇā mit geglühtem Goldschmuck geschmückt papāta jvalanaṃ dīptaṃ stürzte sich in das lodernde Feuer sarvalokasya saṃnidhau in Gegenwart der ganzen Welt dadṛśustāṃ viśālākṣīṃ patantīṃ havyavāhanam |
sītāṃ sarvāṇi rūpāṇi rukmavedinibhāṃ tadā ||
Sie, die Großäugige, sahen alle Wesen, wie sie da in das Feuer stürzte, Sītā, einem goldenen Altar gleich.
Wort für Wort dadṛśuḥ tāṃ viśālākṣīṃ sie sahen die Großäugige patantīṃ havyavāhanam wie sie in das Feuer stürzte sītāṃ sarvāṇi rūpāṇi Sītā, alle Wesen rukmavedinibhāṃ tadā einem goldenen Altar gleich, da dadṛśustāṃ mahābhāgāṃ praviśantīṃ hutāśanam |
sītāṃ kṛtsnāstrayo lokāḥ puṇyāmājyāhutīmiva ||
Sie, die hochgesegnete Sītā, sahen alle drei Welten, wie sie in das Feuer eintrat, gleich einer heiligen Opferspende von Butterschmalz.
Wort für Wort dadṛśuḥ tāṃ mahābhāgāṃ sie sahen die hochgesegnete praviśantīṃ hutāśanam wie sie in das Feuer eintrat sītāṃ kṛtsnāḥ trayo lokāḥ Sītā, alle drei Welten puṇyām ājyāhutīm iva gleich einer heiligen Opferspende von Butterschmalz pracukruśuḥ striyaḥ sarvāstāṃ dṛṣṭvā havyavāhane |
patantīṃ saṃskṛtāṃ manrairvasordhārāmivādhvare ||
Alle Frauen schrien laut auf, als sie sie, wie sie in das Feuer stürzte, sahen, sie, die durch Sprüche geweiht war, wie das Rinnsal der Schmalzspende bei einem Opfer.
Wort für Wort pracukruśuḥ striyaḥ sarvāḥ alle Frauen schrien laut auf tāṃ dṛṣṭvā havyavāhane als sie sie im Feuer sahen patantīṃ saṃskṛtāṃ manraiḥ wie sie stürzte, durch Sprüche geweiht vasordhārām iva adhvare wie das Rinnsal der Schmalzspende bei einem Opfer dadṛśustāṃ trayo lokā devagandharvadānanāḥ |
śaptāṃ patantīṃ niraye tridivāddevatāmiva ||
Die Götter, Gandharven und Dānavas in den drei Welten sahen sie stürzen wie eine verfluchte Gottheit, die aus dem Himmel in die Hölle fällt.
Wort für Wort dadṛśuḥ tāṃ trayo lokāḥ es sahen sie die drei Welten devagandharvadānanāḥ Götter, Gandharven und Dānavas śaptāṃ patantīṃ niraye stürzend wie eine Verfluchte in die Hölle tridivāt devatām iva aus dem Himmel wie eine Gottheit tasyāmagniṃ viśantyāṃ tu hāheti vipulaḥ svanaḥ |
rakṣasāṃ vānarāṇāṃ ca sambabhūvādbhutopamaḥ ||
Als sie in das Feuer eintrat, erhob sich unter den Rākṣasas und Vānaras ein gewaltiges Wehgeschrei "Wehe, wehe!", einem Wunder gleich.
Wort für Wort tasyām agniṃ viśantyāṃ tu als sie aber in das Feuer eintrat hāhā iti vipulaḥ svanaḥ ein gewaltiger Ruf 'Wehe, wehe!' rakṣasāṃ vānarāṇāṃ ca der Rākṣasas und der Vānaras sambabhūva adbhutopamaḥ erhob sich, einem Wunder gleich
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