"Nun bist du befreit, Holde, nachdem ich den Feind auf dem Schlachtfeld bezwungen habe; was mit Manneskraft zu vollbringen war, das habe ich vollbracht.
Wort für Wort
eṣā asi nirjitā bhadre
nun bist du befreit, Holde
śatruṃ jitvā raṇājire
nachdem ich den Feind auf dem Schlachtfeld bezwungen habe
adya me pauruṣaṃ dṛṣṭamadya me saphalaḥ śramaḥ |
adya tīrṇapratijño.ahaṃ prabhavāmyadya cātmanaḥ ||
Heute wurde meine Manneskraft erwiesen, heute ist meine Mühe von Erfolg gekrönt; heute habe ich mein Gelübde eingelöst und bin heute wieder Herr meiner selbst.
Du, die von jenem wankelmütigen Rākṣasa geraubt und entrissen wurdest – jener vom Schicksal herbeigeführte Makel ist von mir, einem Menschen, bezwungen worden.
viditaścāstu bhadraṃ te yo.ayaṃ raṇapariśramaḥ |
sutīrṇaḥ suhṛdāṃ vīryānna tvadarthaṃ mayā kṛtaḥ |
rakṣatā tu mayā vṛttamapavādam ca sarvataḥ |
prakhyātasyātmavaṃśasya nyaṅgaṃ ca parimārjatā ||
Wisse denn, Heil dir: diese Mühsal der Schlacht wurde durch die Tapferkeit meiner Freunde glücklich überstanden, doch nicht um deinetwillen von mir vollbracht, sondern von mir, der ich überall Verleumdung abwehren und den guten Ruf und die Ehre meines berühmten Geschlechts von jedem Makel reinigen wollte.
Wort für Wort
viditaḥ ca astu bhadraṃ te
wisse denn, Heil dir
yo ayaṃ raṇapariśramaḥ
diese Mühsal der Schlacht
sutīrṇaḥ suhṛdāṃ vīryāt
glücklich überstanden durch die Tapferkeit der Freunde
na tvadarthaṃ mayā kṛtaḥ
nicht um deinetwillen von mir vollbracht
rakṣatā tu mayā vṛttam
sondern von mir, der ich das Verhalten wahren wollte
tadgaccha tvānujāne.adya yatheṣṭaṃ janakātmaje |
etā daśa diśo bhadre kāryamasti na me tvayā ||
So geh denn; ich entlasse dich heute, wohin es dir beliebt, Tochter Janakas; diese zehn Himmelsrichtungen stehen dir offen, Holde – ich habe kein Anliegen mehr mit dir.
Wie könnte ich dich, die auf Rāvaṇas Schoß bedrängt und von seinem lasterhaften Auge betrachtet wurde, wieder aufnehmen, ich, der ich mich eines großen Geschlechts rühme?
tadarthaṃ nirjitā me tvaṃ yaśaḥ pratyāhṛtaṃ mayā |
nāsth me tvayyabhiṣvaṅgo yatheṣṭaṃ gamyatāmitaḥ ||
Zu diesem Zweck wurdest du von mir befreit, mein Ruhm wurde zurückgewonnen; keine Zuneigung mehr hege ich für dich – geh, wohin es dir beliebt, von hier fort.
na hi tvāṃ rāvaṇo dṛṣṭvo divyarūpāṃ manoramām |
marṣayeta ciraṃ sīte svagṛhe paryavasthitām ||
Denn Rāvaṇa hätte dich, die von himmlischer Gestalt und Herzenswonne bist, gewiss nicht lange ertragen können, wie du in seinem Hause verweiltest, ohne dich zu berühren."
Da, nachdem Maithilī, die Liebes zu hören verdiente, jenes Unliebsame von ihrem Geliebten nach langer Zeit vernommen hatte, vergoss sie heftig Tränen, zitternd wie eine Ranke, die vom Rüssel eines mächtigen Elefanten getroffen ward.
Wort für Wort
tataḥ priyārhaśravaṇā
da, die Liebes zu hören verdiente
tat apriyaṃ priyāt upaśrutya
jenes Unliebsame vom Geliebten vernehmend
cirasya maithilī
nach langer Zeit, Maithilī
mumoca bāṣpaṃ subhṛśaṃ
vergoss heftig Tränen
pravepitā
zitternd
gajendrahastābhihatā iva vallarī
wie eine vom Rüssel eines mächtigen Elefanten getroffene Ranke