Nachdem er die Stadt Laṅkā betreten und Vibhīṣaṇa um Erlaubnis gebeten hatte, wurde Hanumant sodann von ihm entlassen; er, der Vānara, trat ordnungsgemäß in den Baumgarten Sītās ein und erblickte sie, wie sie, ihrem Herrn kundig, ohne den Mond dastand, gleich der bekümmerten Rohiṇī, freudlos am Fuß eines Baumes, von Rākṣasīs umringt; still, sich verneigend, demütig trat er zu ihr und grüßte sie.
kuśalaṃ cāha siddhārtho hataśatrurarindamaḥ |
vibhīṣaṇasahāyena rāmeṇa haribhiḥ saha |
nihato rāvaṇo devi lakṣmaṇasya nayena ca vīryavān ||
Er, sein Ziel erreicht, den Feind erschlagen, der Bezwinger der Widersacher, lässt dir Wohlergehen entbieten. Von Rāma, mit Vibhīṣaṇa im Bunde, zusammen mit den Vānaras, wurde der tapfere Rāvaṇa getötet, Herrin, auch durch Lakṣmaṇas kluge Führung.
Wort für Wort
kuśalaṃ ca āha
und lässt Wohlergehen entbieten
siddhārthaḥ hataśatruḥ arindamaḥ
er, sein Ziel erreicht, den Feind erschlagen, der Bezwinger der Widersacher
"Der Feind Rāvaṇa ist erschlagen und Laṅkā ist bezwungen; von mir, der ich schlaflos und beharrlich war um deine Befreiung, wurde dieses Gelübde eingelöst, nachdem ich eine Brücke über den großen Ozean geschlagen hatte.
Wort für Wort
rāvaṇaḥ ca hataḥ śatruḥ
und der Feind Rāvaṇa ist erschlagen
laṅkā ca eva vaśīkṛtā
und Laṅkā ist bezwungen
mayā hi alabdhanidreṇa
von mir, der ich schlaflos war
dhṛtena tava nirjaye
beharrlich um deine Befreiung
pratijñā eṣā vinistīrṇā
dieses Gelübde ist eingelöst
baddhvā setuṃ mahodadhau
nachdem eine Brücke über den großen Ozean geschlagen wurde
"Nachdem ich diese frohe Kunde vom Siege meines Gatten vernommen habe, bin ich, der Übermacht der Freude erlegen, für einen Augenblick sprachlos geworden.
na ca paśyāmi tatsaumya pṛthivyāmapi vānara |
sadṛśaṃ matpriyākhyāne tava dātuṃ bhavetsamam ||
Und ich sehe auch nichts, Sanftmütiger, Vānara, auf der ganzen Erde, was dir gebührend als Gleichwertiges für die Verkündung meiner erfreulichen Nachricht zu geben wäre.
Wort für Wort
na ca paśyāmi tat saumya
und ich sehe auch nichts davon, Sanftmütiger
pṛthivyām api vānara
auf der ganzen Erde, Vānara
sadṛśaṃ matpriyākhyāne
Gebührendes für die Verkündung meiner erfreulichen Nachricht
"Du, die dem Wohl und der Neigung deines Gatten zugetan, die um den Sieg deines Gatten besorgt bist, allein bist würdig, solch eine liebevolle Rede zu sprechen.
Und der Wirkung nach habe ich Vorzüge gleich einem Königreich der Götter erlangt, da ich Rāma, den Feindbezwinger, siegreich und wohlbehalten sehen darf.
"Ein Wort, das an trefflichen Merkmalen reich und mit der Tugend der Süße geschmückt ist, im Verein mit der achtgliedrigen Klugheit, vermagst nur du zu sprechen.
Preiswürdig bist du, des Windgottes Sohn, höchst rechtschaffen; Kraft, Tapferkeit, gelehrtes Wissen, edles Wesen, Heldenmut, vortreffliche Gewandtheit, Glanz, Geduld, Standhaftigkeit, Beständigkeit und Wohlerzogenheit – daran ist kein Zweifel – (sind alle in dir vereint).
die dich, gequält, deinen Gatten wie einen Gott verehrend, in den Aśoka-Hain versetzt worden warst, von furchtbarem Aussehen und grausamem Betragen, grausam, mit noch grausameren Blicken – hier habe ich vernommen, Herrin, wie missgestaltete Rākṣasīs dich wiederholt mit harten Worten auf Rāvaṇas Geheiß anredeten.
Wort für Wort
kliśyantīṃ patidevāṃ tvām
dich, gequält, deinen Gatten wie einen Gott verehrend
aśokavanikāṃ gatām
in den Aśoka-Hain versetzt
ghorarūpasamācārāḥ krūrāḥ
von furchtbarem Aussehen und grausamem Betragen, grausam
Missgestaltet, von missgestalteter Erscheinung, grausam, mit grausamen Haaren und Blicken, überaus furchtbar – diese Rākṣasīs, deren Reden schrecklich sind, möchte ich mit mannigfachen Schlägen töten; gewähre mir diese Gunst.
Mit Fäusten, mit Händen und ebenso mit Füßen, Holdselige, mit Schlägen auf Schenkel und Knie, mit dem Ausreißen der Zähne, mit dem Verzehren von Ohren und Nasen, mit dem Ausraufen der Haare, mit heftig ausgetrockneten Mündern und schrecklichen, tödlichen Sprüngen, mit Leibern, deren Nacken, Schultern und Seiten zerschmettert sind – so möchte ich diese, die dir Übles taten, niederstrecken und töten.
Wort für Wort
muṣṭibhiḥ pāṇibhiḥ caiva
mit Fäusten, mit Händen und ebenso
caraṇaiḥ caiva śobhane
mit Füßen, Holdselige
jaṅghājānuprahāraiḥ ca
mit Schlägen auf Schenkel und Knie
dantānāṃ caiva pīḍanaiḥ
und mit dem Ausreißen der Zähne
bhakṣaṇaiḥ karṇanāsānāṃ
mit dem Verzehren von Ohren und Nasen
keśānāṃ luñcanaiḥ tathā
und ebenso mit dem Ausraufen der Haare
bhṛśaṃ śuṣkamukhībhiḥ ca
mit heftig ausgetrockneten Mündern
dāruṇaiḥ laṅghanaiḥ hataiḥ
und schrecklichen, tödlichen Sprüngen
vibhinnaśaṅkugrīvāṃśapārśvakaiḥ ca kalevaraiḥ
mit Leibern, deren Nacken, Schultern und Seiten zerschmettert sind
rājasaṃśrayavaśyānāṃ kurvatīnāṃ parājñayā |
vidheyānāṃ ca dāsīnāṃ kaḥ kupyedvānarottama ||
"Wer, du Bester der Vānaras, würde über Dienerinnen zürnen, die der Herrschaft ihres Königs untertan sind, die auf fremden Befehl handeln und gehorsam sind?
maivaṃ vada mahābāho daivī hyeṣā parā gatiḥ |
prāptavyaṃ tu daśā yogānmayaitaditi niścitam |
dāsīnāṃ rāvaṇasyāhaṃ marṣayāmīha durbalā ||
Sprich nicht so, Großarmiger; dies ist ja göttliche, höhere Fügung; was mir durch das Zusammentreffen meines Geschicks zuteilwerden musste, das ist gewiss dies; ich, die Schwache, verzeihe hier den Dienerinnen Rāvaṇas.
Wort für Wort
mā evaṃ vada mahābāho
sprich nicht so, Großarmiger
daivī hi eṣā parā gatiḥ
dies ist ja göttliche, höhere Fügung
prāptavyaṃ tu daśā yogāt
was durch das Zusammentreffen des Geschicks zuteilwerden musste
Von Rāvaṇa beauftragt, bedrohten mich diese Rākṣasīs; nun, da er erschlagen ist, würden sie mir gewiss keine Drohung mehr zufügen, du Bester der Vānaras.
Wort für Wort
ājñaptā rāvaṇena etā
von Rāvaṇa beauftragt, diese
rākṣasyo mām atarjayan
bedrohten mich die Rākṣasīs
hate tasmin na kuryuḥ hi
nun, da er erschlagen ist, würden sie gewiss nicht tun
na paraḥ pāpamādatte pareṣāṃ pāpakarmaṇām |
samayo rakṣitavyastu santaścāritrabhūṣaṇāḥ ||
'Der Edle übernimmt nicht die Sünde anderer, die böse Taten begehen; doch die Regel ist zu bewahren – die Tugendhaften sind durch ihren Lebenswandel geschmückt.'
Wort für Wort
na paraḥ pāpam ādatte
der Edle übernimmt nicht die Sünde
pareṣāṃ pāpakarmaṇām
anderer, die böse Taten begehen
samayo rakṣitavyaḥ tu
doch die Regel ist zu bewahren
santaḥ cāritrabhūṣaṇāḥ
die Tugendhaften sind durch ihren Lebenswandel geschmückt
"Recht bist du, Herrin, als rechtschaffene, ruhmreiche Gattin Rāmas; entlasse mich mit einer Botschaft, Herrin, ich werde dorthin gehen, wo Rāghava weilt."
"Du wirst Rāma, dessen Antlitz dem vollen Mond gleicht, Edle, samt Lakṣmaṇa sehen, ihn, dessen Freunde beständig und dessen Feinde erschlagen sind, wie Śacī den Herrn der Götter."
Wort für Wort
pūrṇacandrānanaṃ rāmaṃ
Rāma, dessen Antlitz dem vollen Mond gleicht
drakṣyasi ārye salakṣmaṇam
wirst du sehen, Edle, samt Lakṣmaṇa
sthiramitraṃ hatāmitraṃ
dessen Freunde beständig, dessen Feinde erschlagen sind
Nachdem er so zu jener strahlenden Sītā gesprochen hatte, die wie das leibhaftige Glück war, begab sich Hanumant, von großer Geschwindigkeit, dorthin, wo Rāghava weilte.
Wort für Wort
tām evam uktvā rājantīṃ
nachdem er so zu jener strahlenden gesprochen hatte
Alsbald verkündete Hanumant, der Beste der Vānaras, dem Rāghava, der einem der besten Götter gleicht, der Reihe nach die Antwort der Tochter des Herrn Janaka, die ihm mitgeteilt worden war.
Wort für Wort
sapadi harivaraḥ tataḥ hanūmān
alsbald der Beste der Vānaras, Hanumant
prativacanaṃ janakeśvarātmajāyāḥ
die Antwort der Tochter des Herrn Janaka
kathitam akathayat yathākrameṇa
verkündete er, wie sie ihm mitgeteilt worden war, der Reihe nach