Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 57: Prahasta-Niryāṇam Prahastas Auszug zur Schlacht

akampana vadham śrutvā kruddho vai rākṣasa īśvaraḥ | kiṃcid dīna mukhaś ca api sacivāṃs tān udaikṣata ||1||

Als er vom Tod Akampanas hörte, wurde der Herr der Rākṣasas zornig; mit etwas kummervollem Antlitz blickte er seine Minister an.

Wort für Wort
akampana-vadham
Akampanas Tod
śrutvā
als er hörte
kruddhaḥ
zornig
vai
wahrlich
rākṣasa-īśvaraḥ
der Herr der Rākṣasas
kiṃcid
etwas
dīna-mukhaḥ
mit betrübtem Antlitz
ca api
und auch
sacivān
die Minister
tān
diese
udaikṣata
blickte an

sa tu dhyātvā muhūrtam tu mantribhih samvicārya ca | tatastu rāvaṇaḥ pūrvadivase rākṣasādhipaḥ purīm pariyayau lankām sarvān gulmān avekṣitum ||2||

Nachdem er einen Augenblick nachgedacht und sich mit seinen Ministern beraten hatte, umschritt Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas, am vorigen Tag die Stadt Laṅkā, um alle Wachposten zu inspizieren.

Wort für Wort
saḥ tu
er aber
dhyātvā
nachdenkend
muhūrtam
einen Augenblick
mantribhiḥ saṃvicārya
sich mit den Ministern beratend
tataḥ tu
dann aber
rāvaṇaḥ
Rāvaṇa
pūrva-divase
am vorigen Tag
rākṣasa-adhipaḥ
der Herrscher der Rākṣasas
purīm pariyayau
umschritt die Stadt
laṅkām
Laṅkā
sarvān gulmān
alle Wachposten
avekṣitum
um zu inspizieren

tām rākṣasa gaṇair guptām gulmair bahubhir āvṛtām | dadarśa nagarīm lankām patākā dhvaja mālinīm ||3||

Er sah die Stadt Laṅkā, bewacht von Scharen von Rākṣasas, umgeben von vielen Wachposten, geschmückt mit Kränzen von Bannern und Fahnen.

Wort für Wort
tām
diese
rākṣasa-gaṇaiḥ guptām
von Scharen der Rākṣasas bewacht
gulmaiḥ bahubhiḥ āvṛtām
von vielen Wachposten umgeben
dadarśa
er sah
nagarīm laṅkām
die Stadt Laṅkā
patākā-dhvaja-mālinīm
bekränzt mit Bannern und Fahnen

ruddhām tu nagarīm dṛṣṭvā rāvaṇo rākṣasa īśvaraḥ | uvāca amarṣitah kāle prahastam yuddha kovidam ||4||

Als Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas, die belagerte Stadt sah, sprach er zornentbrannt zu jener Stunde zu Prahasta, dem Kundigen der Schlacht:

Wort für Wort
ruddhām nagarīm
die belagerte Stadt
dṛṣṭvā
sehend
rāvaṇaḥ rākṣasa-īśvaraḥ
Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas
uvāca
sprach
amarṣitaḥ
erzürnt
kāle
zu jener Zeit
prahastam
zu Prahasta
yuddha-kovidam
den Kampfkundigen

purasya upaniviṣṭasya sahasā pīḍitasya ha | na anyam yuddhāt prapaśyāmi mokṣam yuddha viśārada ||5||

Für diese plötzlich bedrängte, belagerte Stadt sehe ich, o Kampferfahrener, keine andere Befreiung als durch die Schlacht.

Wort für Wort
purasya upaniviṣṭasya
der belagerten Stadt
sahasā pīḍitasya
der plötzlich bedrängten
ha
wahrlich
na anyam
keine andere
yuddhāt
als durch Kampf
prapaśyāmi
ich sehe
mokṣam
Befreiung
yuddha-viśārada
o Kampferfahrener

aham vā kumbha karṇo vā tvam vā senā patir mama | indrajid vā nikumbho vā vaheyur bhāram īdṛśam ||6||

Ich selbst, oder Kumbhakarṇa, oder du, mein Heerführer, oder Indrajit, oder Nikumbha - sie sollten eine solche Last tragen.

Wort für Wort
aham vā
ich oder
kumbhakarṇaḥ vā
oder Kumbhakarṇa
tvam vā
oder du
senā-patiḥ mama
mein Heerführer
indrajit vā
oder Indrajit
nikumbhaḥ vā
oder Nikumbha
vaheyuḥ
sollten tragen
bhāram īdṛśam
eine solche Last

sa tvam balam itah śīghram ādāya parigṛhya ca | vijayāya abhiniryāhi yatra sarve vana okasaḥ ||7||

So ziehe du nun rasch mit dem Heer von hier aus, nimm es und führe es an, ziehe zum Sieg aus, dorthin, wo alle Waldbewohner sind.

Wort für Wort
saḥ tvam
so du
balam itaḥ śīghram
das Heer von hier rasch
ādāya parigṛhya ca
nehmend und ergreifend
vijayāya
zum Sieg
abhiniryāhi
ziehe aus
yatra sarve vana-okasaḥ
wo alle Waldbewohner sind

niryāṇād eva te nūnam capalā hari vāhinī | nardatām rākṣasa indrāṇām śrutvā nādam draviṣyati ||8||

Schon bei deinem Auszug wird das unstete Affenheer, wenn es das Brüllen der tosenden Rākṣasa-Fürsten hört, gewiss die Flucht ergreifen.

Wort für Wort
niryāṇāt eva
schon beim Auszug
te
dein
nūnam
gewiss
capalā hari-vāhinī
das unstete Affenheer
nardatām rākṣasa-indrāṇām
der brüllenden Rākṣasa-Fürsten
śrutvā nādam
den Lärm hörend
draviṣyati
wird fliehen

capalā hy avinītāś ca cala cittāś ca vānarāḥ | na sahiṣyanti te nādam simha nādam iva dvipāḥ ||9||

Unstet, unerzogen und wankelmütig sind die Affen; sie werden dein Gebrüll nicht ertragen, wie Elefanten das Löwengebrüll nicht ertragen.

Wort für Wort
capalāḥ hi
unstet nämlich
avinītāḥ ca
und unerzogen
cala-cittāḥ ca
und wankelmütigen Sinnes
vānarāḥ
die Affen
na sahiṣyanti
werden nicht ertragen
te nādam
dein Gebrüll
siṃha-nādam iva dvipāḥ
wie Elefanten das Löwengebrüll

vidrute ca bale tasmin rāmah saumitriṇā saha | avaśaste nirālambah prahasta vaśam eṣyati ||10||

Wenn jenes Heer in die Flucht geschlagen ist, werden Rāma mit dem Sohn der Sumitrā, ohnmächtig und ohne Rückhalt, in deine Gewalt geraten, o Prahasta.

Wort für Wort
vidrute bale tasmin
wenn jenes Heer geflohen ist
rāmaḥ
Rāma
saumitriṇā saha
mit dem Sohn der Sumitrā
avaśaḥ te
dir unfrei
nirālambaḥ
ohne Halt
prahasta
o Prahasta
vaśam eṣyati
wird in die Gewalt kommen

āpat saṃśayitā śreyo na atra nihsaṃśayī kṛtā | pratiloma anulomam vā yad vā no manyase hitam ||11||

Ungewiss ist das Unheil, ungewiss auch, was das Gute hier wäre - sei es widrig oder günstig - so tu, was du für uns als heilsam erachtest.

Wort für Wort
āpat saṃśayitā
ungewiss ist das Unheil
śreyaḥ na atra niḥsaṃśayī kṛtā
auch das Gute ist hier nicht gewiss gemacht
pratiloma anulomam vā
widrig oder günstig
yat vā naḥ manyase hitam
oder was du für uns als heilsam erachtest

rāvaṇena evam uktas tu prahasto vāhinī patiḥ | rākṣasa indram uvāca idam asura indram iva uśanā ||12||

So von Rāvaṇa angesprochen, sagte Prahasta, der Heerführer, dies zum Herrn der Rākṣasas, wie Uśanas einst zum Herrn der Asuras sprach:

Wort für Wort
rāvaṇena evam uktaḥ
so von Rāvaṇa angesprochen
tu
aber
prahastaḥ vāhinī-patiḥ
Prahasta, der Heerführer
rākṣasa-indram
zum Herrn der Rākṣasas
uvāca idam
sprach dies
asura-indram iva uśanā
wie Uśanas zum Herrn der Asuras

rājan mantrita pūrvam nah kuśalaih saha mantribhiḥ | vivādasḥ ca api no vṛttah samavekṣya parasparam ||13||

O König, schon früher haben wir Kundigen uns mit den Ministern beraten, und es gab unter uns, nachdem wir alles gegeneinander abgewogen hatten, auch Streit darüber.

Wort für Wort
rājan
o König
mantritam pūrvam naḥ
schon früher von uns beraten
kuśalaiḥ saha mantribhiḥ
mit den kundigen Ministern
vivādaḥ ca api naḥ vṛttaḥ
und es entstand auch Streit unter uns
samavekṣya parasparam
nachdem gegenseitig abgewogen

pradānena tu sītāyāh śreyo vyavasitam mayā | apradāne punar yuddham dṛṣṭam etat tathaiva naḥ ||14||

Ich habe erkannt, dass es besser wäre, Sītā zurückzugeben; wird sie aber nicht zurückgegeben, so bleibt uns, wie es ist, nur der Krieg.

Wort für Wort
pradānena tu sītāyāḥ
durch die Rückgabe der Sītā aber
śreyaḥ vyavasitam mayā
habe ich das Bessere erkannt
apradāne punaḥ yuddham
wird sie nicht zurückgegeben, wiederum der Krieg
dṛṣṭam etat tathaiva naḥ
dies ist ebenso für uns erkannt

so aham dānaiś ca mānaiś ca satatam pūjitas tvayā | sāntvaisḥ ca vividhaih kāle kim na kuryām priyam tava ||15||

Da ich von dir stets mit Geschenken, Ehren und vielfältigen freundlichen Worten geehrt wurde, wie sollte ich da nicht tun, was dir zur rechten Zeit lieb ist?

Wort für Wort
saḥ aham
ich, der
dānaiḥ ca mānaiḥ ca satatam pūjitaḥ tvayā
stets von dir mit Geschenken und Ehren geehrt
sāntvaiḥ ca vividhaiḥ kāle
und mit mancherlei freundlichen Worten zur rechten Zeit
kim na kuryām priyam tava
was sollte ich dir nicht Liebes tun

na hi me jīvitam rakṣyam putra dāra dhanāni vā | tvam paśya mām juhūṣantam tvad arthe jīvitam yudhi ||16||

Weder mein Leben ist mir zu schützen wert, noch Sohn, Gattin oder Reichtum - sieh, wie ich bereit bin, mein Leben um deinetwillen in der Schlacht zu opfern.

Wort für Wort
na hi me jīvitam rakṣyam
denn nicht ist mir das Leben zu schützen
putra-dāra-dhanāni vā
noch Sohn, Gattin, Reichtümer
tvam paśya mām juhūṣantam
sieh mich, den Opfernwollenden
tvat-arthe jīvitam yudhi
das Leben um deinetwillen in der Schlacht

evam uktvā tu bhartāram rāvaṇam vāhinī patiḥ | uvācedam balādhyakṣān prahastah purataḥ sthitān ||17||

Nachdem er so zu seinem Herrn Rāvaṇa gesprochen hatte, wandte sich Prahasta, der Heerführer, an die vor ihm stehenden Truppenführer:

Wort für Wort
evam uktvā tu
so gesprochen habend
bhartāram rāvaṇam
zum Herrn Rāvaṇa
vāhinī-patiḥ prahastaḥ
Prahasta, der Heerführer
uvāca idam
sprach dies
bala-adhyakṣān purataḥ sthitān
zu den davor stehenden Truppenführern

samānayata me śīghram rākṣasānām mahad balam ||18||

Führt mir rasch das gewaltige Heer der Rākṣasas zusammen!

Wort für Wort
samānayata
führt zusammen
me śīghram
mir rasch
rākṣasānām mahat balam
das gewaltige Heer der Rākṣasas

mad bāṇa aśani vegena hatānām tu raṇa ajire | adya tṛpyantu māṃsena pakṣiṇah kānana okasām ||19||

Heute sollen sich die Vögel des Waldes am Fleisch derer sättigen, die auf dem Schlachtfeld von der Wucht meiner blitzgleichen Pfeile gefallen sind.

Wort für Wort
mat-bāṇa-aśani-vegena
durch die Wucht meiner blitzgleichen Pfeile
hatānām tu raṇa-ajire
der auf dem Schlachtfeld Erschlagenen
adya tṛpyantu māṃsena
heute sollen sich am Fleisch sättigen
pakṣiṇaḥ kānana-okasām
die Vögel des Waldes

tasya tadvacanam śrutvā balādhyakṣā mahābalāḥ | balam udyojayām āsus tasmin rākṣasa mandire ||20||

Als sie diese seine Worte gehört hatten, machten die mächtigen Truppenführer in jenem Rākṣasa-Palast das Heer bereit.

Wort für Wort
tasya tat-vacanam śrutvā
seine Worte gehört habend
bala-adhyakṣāḥ mahā-balāḥ
die mächtigen Truppenführer
balam udyojayām āsuḥ
machten das Heer bereit
tasmin rākṣasa-mandire
in jenem Rākṣasa-Palast

sā babhūva muhūrtena tigma nānā vidha āyudhaiḥ | lankā rākṣasa vīrais tair gajair iva samākulā ||21||

In einem Augenblick war Laṅkā, erfüllt von scharfen, mancherlei Waffen tragenden Rākṣasa-Helden, wie von Elefanten überflutet.

Wort für Wort
sā babhūva muhūrtena
sie wurde in einem Augenblick
tigma-nānā-vidha-āyudhaiḥ
mit scharfen, vielfältigen Waffen
laṅkā rākṣasa-vīraiḥ taiḥ
Laṅkā von jenen Rākṣasa-Helden
gajaiḥ iva samākulā
wie von Elefanten überflutet

huta aśanam tarpayatām brāhmaṇāṃś ca namasyatām | ājya gandha prativahah surabhir māruto vavau ||22||

Während man das Feuer speiste und Brahmanen verehrte, wehte ein Wind, duftend vom Geruch des Opferschmalzes.

Wort für Wort
huta-aśanam tarpayatām
während man das Feuer speiste
brāhmaṇān ca namasyatām
und die Brahmanen verehrte
ājya-gandha-prativahaḥ
den Duft des Opferschmalzes tragend
surabhiḥ mārutaḥ vavau
ein wohlriechender Wind wehte

srajasḥ ca vividha ākārā jagṛhus tv abhimantritāḥ | samgrāma sajjāḥ samhṛṣṭā dhārayan rākṣasās tadā ||23||

Die Rākṣasas nahmen geweihte Kränze mancherlei Gestalt und trugen sie, kampfbereit und voller Freude.

Wort für Wort
srajaḥ ca vividha-ākārāḥ
Kränze mancherlei Gestalt
jagṛhuḥ tu abhimantritāḥ
sie nahmen die geweihten
saṃgrāma-sajjāḥ saṃhṛṣṭāḥ
kampfbereit und hocherfreut
dhārayan rākṣasāḥ tadā
trugen sie die Rākṣasas dann

sadhanuṣkāh kavacino vegād āplutya rākṣasāḥ | rāvaṇam prekṣya rājānam prahastam paryavārayan ||24||

Mit Bogen und Panzer gerüstet, sprangen die Rākṣasas eilends herbei, und, König Rāvaṇa erblickend, umringten sie Prahasta.

Wort für Wort
sadhanuṣkāḥ kavacinaḥ
mit Bogen und Panzer versehen
vegāt āplutya rākṣasāḥ
die eilends herbeispringenden Rākṣasas
rāvaṇam prekṣya rājānam
König Rāvaṇa erblickend
prahastam paryavārayan
umringten sie Prahasta

atha āmantrya ca rājānam bherīm āhatya bhairavām ||25||

Dann, nachdem er den König um Erlaubnis gebeten und die schreckliche Kriegstrommel geschlagen hatte,

Wort für Wort
atha
dann
āmantrya ca rājānam
und den König um Erlaubnis bittend
bherīm āhatya bhairavām
die furchterregende Trommel geschlagen habend

āruroha ratham divyam prahastah sajja kalpitam | hayair mahā javair yuktam samyak sūta susamyutam ||26||

bestieg Prahasta den herrlichen, kampfbereit gerüsteten Wagen, bespannt mit sehr schnellen Pferden, wohl gelenkt von einem trefflichen Wagenlenker.

Wort für Wort
āruroha ratham divyam
bestieg er den herrlichen Wagen
prahastaḥ sajja-kalpitam
Prahasta den kampfbereit gerüsteten
hayaiḥ mahā-javaiḥ yuktam
mit sehr schnellen Pferden bespannt
samyak sūta susamyutam
recht mit einem trefflichen Wagenlenker versehen

mahā jalada nirghoṣam sākṣāc candra arka bhāsvaram | uraga dhvaja durdharṣam suvarūtham svapaskaram suvarṇa jāla samyuktam prahasantam iva śriyā ||27||

Der wie eine große Gewitterwolke dröhnte, der strahlte wie Mond und Sonne zugleich, mit einer Schlangenfahne unbezwingbar, wohlverschanzt, mit trefflichem Räderwerk, mit goldenem Netzwerk versehen - er schien in seinem Glanz gleichsam zu lachen.

Wort für Wort
mahā-jalada-nirghoṣam
dröhnend wie eine große Wolke
sākṣāt candra-arka-bhāsvaram
geradezu strahlend wie Mond und Sonne
uraga-dhvaja durdharṣam
mit Schlangen-Banner, unbezwingbar
su-varūtham sva-paskaram
wohlgeschützt, mit gutem Räderwerk
suvarṇa-jāla-samyuktam
mit goldenem Netzwerk versehen
prahasantam iva śriyā
in seinem Glanz wie lachend

tatas tam ratham āsthāya rāvaṇa arpita śāsanaḥ | lankāyā niryayau tūrṇam balena mahatā vṛtaḥ ||28||

Dann bestieg er, mit Rāvaṇas Befehl betraut, jenen Wagen und zog eilends, umgeben von einem gewaltigen Heer, aus Laṅkā aus.

Wort für Wort
tataḥ tam ratham āsthāya
dann jenen Wagen bestiegen habend
rāvaṇa-arpita-śāsanaḥ
mit dem von Rāvaṇa übertragenen Befehl
laṅkāyāḥ niryayau tūrṇam
zog eilends aus Laṅkā aus
balena mahatā vṛtaḥ
umgeben von einem gewaltigen Heer

tato duṃdubhi nirghoṣah parjanya ninada upamaḥ | śuśruve śankha śabdaś ca prayāte vāhinī patau ||29||

Als der Heerführer auszog, war das Dröhnen der Kriegstrommeln, dem Donnern der Gewitterwolke gleich, zu hören, und auch der Klang der Muschelhörner.

Wort für Wort
tataḥ duṃdubhi-nirghoṣaḥ
dann das Dröhnen der Trommeln
parjanya-ninada-upamaḥ
dem Donnern der Wolke gleich
śuśruve śaṅkha-śabdaḥ ca
und der Klang der Muschelhörner wurde gehört
prayāte vāhinī-patau
als der Heerführer auszog

ninadantaḥ svarān ghorān rākṣasā jagmur agrataḥ | bhīma rūpā mahā kāyāh prahastasya purah sarāḥ ||30||

Furchtbare Laute ausstoßend, zogen die Rākṣasas voran, von schrecklicher Gestalt und gewaltigem Leib, als Vorhut Prahastas.

Wort für Wort
ninadantaḥ svarān ghorān
furchtbare Laute ausstoßend
rākṣasāḥ jagmuḥ agrataḥ
zogen die Rākṣasas voran
bhīma-rūpāḥ mahā-kāyāḥ
von furchtbarer Gestalt, gewaltigem Leib
prahastasya puraḥ-sarāḥ
als Vorhut Prahastas

narāntakaḥ kumbhahanurmahānādaḥ samunnataḥ | prahastasacivā hyete niryayuḥ parivārya tam ||31||

Narāntaka, Kumbhahanu und der hochgewachsene Mahānāda - diese Gefährten Prahastas zogen aus, ihn umringend.

Wort für Wort
narāntakaḥ kumbhahanuḥ
Narāntaka, Kumbhahanu
mahānādaḥ samunnataḥ
und der hochgewachsene Mahānāda
prahasta-sacivāḥ hi ete
diese Gefährten Prahastas wahrlich
niryayuḥ parivārya tam
zogen aus, ihn umringend

vyūḍhena eva sughoreṇa pūrva dvārāt sa niryayau | gaja yūtha nikāśena balena mahatā vṛtaḥ ||32||

In geordneter, überaus furchtbarer Schlachtreihe zog er durch das Osttor aus, umgeben von einem gewaltigen Heer, das einer Herde von Elefanten glich.

Wort für Wort
vyūḍhena eva sughoreṇa
in geordneter, überaus furchtbarer Schlachtreihe
pūrva-dvārāt saḥ niryayau
zog er durch das Osttor aus
gaja-yūtha-nikāśena
einer Elefantenherde gleichend
balena mahatā vṛtaḥ
umgeben von einem gewaltigen Heer

sāgara pratima oghena vṛtas tena balena saḥ | prahasto niryayau tūrṇam kruddhah kāla antaka upamaḥ ||33||

Umgeben von jener Heeresflut, die dem Ozean glich, zog Prahasta eilends aus, zornig, dem Tod und Ende gleich.

Wort für Wort
sāgara-pratima-oghena vṛtaḥ
umgeben von einer dem Ozean gleichenden Flut
tena balena saḥ prahastaḥ
er, Prahasta, mit jenem Heer
niryayau tūrṇam kruddhaḥ
zog eilends zornig aus
kāla-antaka-upamaḥ
dem Tod und Ende gleich

tasya niryāṇa ghoṣeṇa rākṣasānām ca nardatām | lankāyām sarva bhūtāni vinedur vikṛtaih svaraiḥ ||34||

Durch den Lärm seines Auszugs und das Gebrüll der Rākṣasas stießen in Laṅkā alle Wesen mit unheilverkündenden Lauten Schreie aus.

Wort für Wort
tasya niryāṇa-ghoṣeṇa
durch den Lärm seines Auszugs
rākṣasānām ca nardatām
und der brüllenden Rākṣasas
laṅkāyām sarva-bhūtāni
in Laṅkā alle Wesen
vineduḥ vikṛtaiḥ svaraiḥ
stießen mit unheilvollen Lauten Schreie aus

vyabhram ākāśam āviśya māṃsa śoṇita bhojanāḥ | maṇḍalāny apasavyāni khagāś cakrū ratham prati ||35||

Fleisch und Blut fressende Vögel drangen in den wolkenlosen Himmel ein und zogen unheilvolle, linksgewandte Kreise um den Wagen.

Wort für Wort
vyabhram ākāśam āviśya
in den wolkenlosen Himmel eindringend
māṃsa-śoṇita-bhojanāḥ
Fleisch und Blut fressende (Vögel)
maṇḍalāni apasavyāni
linksgewandte (unheilvolle) Kreise
khagāḥ cakruḥ ratham prati
zogen die Vögel um den Wagen

vamantyah pāvaka jvālāh śivā ghorā vavāśire | antarikṣāt papāta ulkā vāyuś ca paruṣo vavau ||36||

Feuerflammen speiende Schakalinnen heulten grässlich; vom Himmel fielen Meteore, und ein rauer Wind wehte.

Wort für Wort
vamantyaḥ pāvaka-jvālāḥ
Feuerflammen speiende
śivāḥ ghorāḥ vavāśire
Schakalinnen heulten grässlich
antarikṣāt papāta ulkā
vom Himmel fiel ein Meteor
vāyuḥ ca paruṣaḥ vavau
und ein rauer Wind wehte

anyonyam abhisamrabdhā grahāś ca na cakāśire ||37||

Die Planeten, wütend gegeneinander, verloren ihren Glanz.

Wort für Wort
anyonyam abhisamrabdhāḥ
gegenseitig erzürnt
grahāḥ ca na cakāśire
und die Planeten glänzten nicht

meghāśca kharanirghoṣā rathasyopari rakṣasaḥ | vavarṣū rudhiram ca asya siṣicuś ca purah sarān ||38||

Wolken mit schrillem Dröhnen regneten über dem Wagen des Rākṣasa Blut herab und besprengten damit auch seine Vorhut.

Wort für Wort
meghāḥ ca khara-nirghoṣāḥ
und Wolken mit schrillem Dröhnen
rathasya upari rakṣasaḥ
über dem Wagen des Rākṣasa
vavarṣuḥ rudhiram ca asya
regneten sein Blut
siṣicuḥ ca puraḥ-sarān
und besprengten die Vorhut

ketu mūrdhani gṛdhro asya vilīno dakṣiṇā mukhaḥ | nadannubhayataḥ pārśvaṃ samagrāmaharatprabhām ||39||

Ein Geier setzte sich, nach Süden gewandt, auf die Spitze seines Banners; von beiden Seiten schreiend, raubte er dem ganzen Kampfplatz seinen Glanz.

Wort für Wort
ketu-mūrdhani gṛdhraḥ asya
ein Geier auf die Spitze seines Banners
vilīnaḥ dakṣiṇā-mukhaḥ
sich niedersetzend, nach Süden gewandt
nadan ubhayataḥ pārśvam
von beiden Seiten schreiend
samagrāma aharat prabhām
raubte dem ganzen Kampfplatz den Glanz

sārather bahuśasḥ ca asya samgrāmam avagāhataḥ | pratodo nyapatadd hastāt sūtasya haya sādinaḥ ||40||

Und mehrmals, während er in die Schlacht vordrang, fiel dem Wagenlenker, dem Rosseführer, die Peitsche aus der Hand.

Wort für Wort
sārathaḥ bahuśaḥ ca asya
dem Wagenlenker mehrfach
saṃgrāmam avagāhataḥ
während er in die Schlacht vordrang
pratodaḥ nyapatat hastāt
fiel die Peitsche aus der Hand
sūtasya haya-sādinaḥ
des Wagenlenkers, des Rosselenkers

niryāṇa śrīś ca yā asya āsīd bhāsvarā ca sudurlabhā | sā nanāśa muhūrtena same ca skhalitā hayāḥ ||41||

Und die strahlende, überaus seltene Pracht, die bei seinem Auszug war, schwand in einem Augenblick, und auf ebenem Grund strauchelten die Pferde.

Wort für Wort
niryāṇa-śrīḥ ca yā asya āsīt
und die Pracht des Auszugs, die sein war
bhāsvarā ca sudurlabhā
strahlend und überaus selten
sā nanāśa muhūrtena
diese schwand in einem Augenblick
same ca skhalitā hayāḥ
und auf ebenem Grund strauchelten die Pferde

prahastam tv abhiniryāntam prakhyāta bala pauruṣam | yudhi nānā praharaṇā kapi senā abhyavartata ||42||

Dem auszehenden Prahasta, dessen Kraft und Mannesmut berühmt waren, trat im Kampf das Affenheer mit mancherlei Waffen entgegen.

Wort für Wort
prahastam tu abhiniryāntam
dem auszehenden Prahasta aber
prakhyāta-bala-pauruṣam
dessen Kraft und Mannesmut berühmt waren
yudhi nānā-praharaṇā kapi-senā
im Kampf das Affenheer mit mancherlei Waffen
abhyavartata
trat entgegen

atha ghoṣah sutumulo harīṇām samajāyata | vṛkṣān ārujatām caiva gurvīś ca agṛhṇatām śilāḥ ||43||

Da erhob sich gewaltiger Lärm der Affen, die Bäume entwurzelten und schwere Felsblöcke ergriffen.

Wort für Wort
atha ghoṣaḥ sutumulaḥ harīṇām
da entstand überaus gewaltiger Lärm der Affen
samajāyata
er entstand
vṛkṣān ārujatām ca eva
die Bäume entwurzelnder
gurvīḥ ca agṛhṇatām śilāḥ
und schwere Felsblöcke ergreifender

nadatām rākṣasānāṃ ca vānarāṇām ca garjatām | ubhe pramudite sainye rakṣo gaṇa vana okasām ||44||

Während die Rākṣasas brüllten und die Affen tobten, waren beide Heere, das der Rākṣasa-Scharen und das der Waldbewohner, voller Kampfeslust.

Wort für Wort
nadatām rākṣasānām ca
der brüllenden Rākṣasas
vānarāṇām ca garjatām
und der tosenden Affen
ubhe pramudite sainye
beide Heere voller Kampfeslust
rakṣo-gaṇa vana-okasām
die Rākṣasa-Schar, die Waldbewohner

vegitānām samarthānām anyonya vadha kānkṣiṇām | parasparam ca āhvayatām ninādah śrūyate mahān ||45||

Der ungestümen, mächtigen Krieger, die einander zu töten begehrten, gewaltiges Getöse war zu hören, als sie einander herausforderten.

Wort für Wort
vegitānām samarthānām
der ungestümen, mächtigen
anyonya-vadha-kāṅkṣiṇām
die einander zu töten begehrten
parasparam ca āhvayatām
und der gegenseitig Herausfordernden
ninādaḥ śrūyate mahān
gewaltiges Getöse wird gehört

tataḥ prahastaḥ kapi rāja vāhinīm | abhi pratasthe vijayāya durmatiḥ | vivṛddha vegām ca viveśa tām camūm | yathā mumūrṣuh śalabho vibhāvasum ||46||

Da schritt Prahasta, von finsterem Sinn, dem Sieg entgegen gegen das Heer des Affenkönigs, und drang in jene an Wucht gewachsene Streitmacht ein, wie eine todgeweihte Heuschrecke ins Feuer.

Wort für Wort
tataḥ prahastaḥ
da Prahasta
kapi-rāja-vāhinīm abhi pratasthe
schritt gegen das Heer des Affenkönigs
vijayāya durmatiḥ
zum Sieg, von finsterem Sinn
vivṛddha-vegām ca viveśa tām camūm
und drang in jene an Wucht gewachsene Streitmacht ein
yathā mumūrṣuḥ śalabhaḥ vibhāvasum
wie eine todgeweihte Heuschrecke ins Feuer

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