Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa
Sarga 63: Kumbhakarṇa-Pratijñā
Kumbhakarṇas Trost und Kampfgelöbnis
tasya rākṣasarājasya niśamya paridevitam | kumbhakarṇo babhā ṣedaṃ vacanam prajahāsa ca ||1||
Als er die Klage jenes Rākṣasa-Königs vernommen hatte, sprach Kumbhakarṇa dieses Wort und lachte dabei.
Wort für Wort tasya rākṣasa-rājasya jenes Rākṣasa-Königs niśamya paridevitam die Klage vernommen habend kumbhakarṇaḥ babhāṣe idam vacanam sprach Kumbhakarṇa dieses Wort prajahāsa ca und lachte dabei dṛṣṭo doṣo hi yo.asmābhiḥ purā mantravinirṇaye | hiteṣvanabhiyuktena so.ayamāsāditastvayā ||2||
Der Fehler, den wir einst bei der Beratung erkannten - da du dich nicht um das Zuträgliche gekümmert hast, hat dich nun eben dieser ereilt.
Wort für Wort dṛṣṭaḥ doṣaḥ hi yaḥ asmābhiḥ der Fehler, den wir wahrlich purā mantra-vinirṇaye einst bei der Beratung erkannten hiteṣu anabhiyuktena da du dich nicht um das Zuträgliche gekümmert hast saḥ ayam āsāditaḥ tvayā eben dieser hat dich nun ereilt śrīghram khalvabhyupetam tvām phalam pāpasya karmaṇaḥ | nirayeṣveva patanam yathā duṣkṛtakarmaṇaḥ ||3||
Schnell fürwahr hat dich die Frucht der bösen Tat ereilt, wie den Übeltäter der Sturz in die Höllen.
Wort für Wort śīghram khalu abhyupetam tvām schnell fürwahr hat dich ereilt phalam pāpasya karmaṇaḥ die Frucht der bösen Tat nirayeṣu eva patanam yathā wie der Sturz in die Höllen duṣkṛta-karmaṇaḥ des Übeltäters prathamam vai mahārāja kṛtyametadacintitam | kevalam vīryadarpeṇanānubandho vicintitaḥ ||4||
Zu Anfang, o großer König, wurde diese Tat unüberlegt begonnen; einzig aus dem Stolz der Kraft heraus wurden die Folgen nicht bedacht.
Wort für Wort prathamam vai mahārāja zu Anfang, wahrlich, o großer König kṛtyam etat acintitam wurde diese Tat unüberlegt kevalam vīrya-darpeṇa einzig aus dem Stolz der Kraft na anubandhaḥ vicintitaḥ wurden die Folgen nicht bedacht yaḥ paścātpūrvakāryāṇi kuryādaiśvaryamāsthitaḥ | pūrvaṃ cottarakāryāṇi na sa veda nayānayau ||5||
Wer, auf seine Macht gestützt, die vorrangigen Taten hintenan setzt und die nachrangigen zuerst tut, der kennt nicht Politik und Unpolitik.
Wort für Wort yaḥ paścāt pūrva-kāryāṇi wer die vorrangigen Taten hintenan kuryāt aiśvaryam āsthitaḥ tut, auf seine Macht gestützt pūrvam ca uttara-kāryāṇi und die nachrangigen zuerst na saḥ veda naya-anayau der kennt nicht Politik und Unpolitik deśakālavihīnāni karmāṇi viparītavat | kriyamāṇāni duṣyanti havīmṣyaprayateṣviva ||6||
Taten, die ohne Rücksicht auf Ort und Zeit, gleichsam verkehrt, ausgeführt werden, verderben, wie Opferspenden bei Unreinen.
Wort für Wort deśa-kāla-vihīnāni karmāṇi Taten, die ohne Rücksicht auf Ort und Zeit viparītavat kriyamāṇāni gleichsam verkehrt ausgeführt duṣyanti verderben havīṃṣi aprayateṣu iva wie Opferspenden bei Unreinen trayāṇām pañcadhā yogam karmaṇām yaḥ prapadyate | sacivaiḥ samayam kṛtvā sa samyagabhivartate ||7||
Wer die fünffache Anwendung der drei Machtmittel anwendet, nachdem er mit seinen Ministern beraten hat, der handelt recht.
Wort für Wort trayāṇām pañcadhā yogam die fünffache Anwendung der drei karmaṇām yaḥ prapadyate Machtmittel, wer anwendet sacivaiḥ samayam kṛtvā mit den Ministern beraten habend saḥ samyak abhivartate der handelt recht yathāgamam ca yo rājā samayam ca cikīrṣati | budhyate sacivairbuddhyā suhṛdaścānupaśyati ||8||
Ein König, der gemäß den Lehrschriften und dem rechten Zeitpunkt zu handeln sucht, der versteht durch die Klugheit seiner Minister und achtet auf seine Freunde.
Wort für Wort yathā-āgamam ca yaḥ rājā und der König, gemäß den Lehrschriften samayam ca cikīrṣati und den rechten Zeitpunkt zu handeln sucht budhyate sacivaiḥ buddhyā versteht durch die Klugheit der Minister suhṛdaḥ ca anupaśyati und achtet auf seine Freunde dharmamartham ca kāmam ca sarvānvā rakṣasām pate | bhajate puruṣaḥ kāle triṇi dvandvāni vā punaḥ ||9||
Recht, Nutzen und Verlangen, oder alle drei, o Herr der Rākṣasas, pflegt ein Mann zur rechten Zeit, oder auch jeweils zwei von ihnen.
Wort für Wort dharmam artham ca kāmam ca Recht, Nutzen und Verlangen sarvān vā rakṣasām pate oder alle, o Herr der Rākṣasas bhajate puruṣaḥ kāle pflegt ein Mann zur rechten Zeit trīṇi dvandvāni vā punaḥ oder wiederum jeweils zwei von den drei Paaren triṣu caiteṣu yacchreṣṭham śrutvā tannāvabudhyate | rājā vā rājamātro vā vyartham tasya bahu śrutam ||10||
Wer, unter diesen dreien, das Beste gehört hat, es aber nicht versteht - sei es ein König oder ein Königsähnlicher - dessen vieles Wissen ist vergeblich.
Wort für Wort triṣu ca eteṣu yat śreṣṭham und unter diesen dreien, was das Beste ist śrutvā tat na avabudhyate gehört habend, es aber nicht versteht rājā vā rāja-mātraḥ vā sei es ein König oder ein Königsähnlicher vyartham tasya bahu śrutam vergeblich ist dessen vieles Wissen upapradānam sāntvam ca bhedam kāle ca vikramam | yogam ca rakṣasām śreṣṭha tāvubhau ca nayānayau ||11||
Bestechung, Besänftigung, Entzweiung und rechtzeitige Tapferkeit sowie deren Anwendung, o Bester der Rākṣasas, und ebenso Politik und Unpolitik -
Wort für Wort upapradānam sāntvam ca Bestechung und Besänftigung bhedam kāle ca vikramam Entzweiung und rechtzeitige Tapferkeit yogam ca rakṣasām śreṣṭha und deren Anwendung, o Bester der Rākṣasas tau ubhau ca naya-anayau und beides, Politik und Unpolitik kāle dharmārthakāmānyaḥ sammantyra sacivaih saha | niṣevetātmavān loke na sa vyasanamāpnuyāt ||12||
wer Recht, Nutzen und Verlangen zur rechten Zeit, nach Beratung mit seinen Ministern, pflegt, jener Beherrschte gerät in der Welt nicht ins Unglück.
Wort für Wort kāle dharma-artha-kāmān Recht, Nutzen und Verlangen zur rechten Zeit yaḥ sammantrya sacivaiḥ saha wer, mit den Ministern beraten habend niṣeveta ātmavān loke pflegt, der Beherrschte in der Welt na saḥ vyasanam āpnuyāt gerät nicht ins Unglück hitānubandhamālokya kuryātkāryamihātmanaḥ | rājā sahārthatattvajñaiḥ sacivairbuddhijīvibhiḥ ||13||
Nach Betrachtung der Folgen für das eigene Wohl soll der König hier seine Aufgabe erfüllen, gemeinsam mit Ministern, die den wahren Nutzen kennen und von ihrer Klugheit leben.
Wort für Wort hita-anubandham ālokya nach Betrachtung der Folgen für das Wohl kuryāt kāryam iha ātmanaḥ soll er hier seine eigene Aufgabe erfüllen rājā saha artha-tattva-jñaiḥ der König, gemeinsam mit den den wahren Nutzen Kennenden sacivaiḥ buddhi-jīvibhiḥ mit Ministern, die von ihrer Klugheit leben anabhijznāya śāstrārthān puruṣāḥ paśubuddhayaḥ | prāgalbhyādvaktmicchinti mantreṣvabhyantarīkṛtāḥ ||14||
Männer von viehischem Verstand, die den Sinn der Lehrschriften nicht kennen, wollen aus Vermessenheit sprechen, wenn sie in Beratungen einbezogen werden.
Wort für Wort anabhijñāya śāstra-arthān den Sinn der Lehrschriften nicht kennend puruṣāḥ paśu-buddhayaḥ Männer von viehischem Verstand prāgalbhyāt vaktum icchanti wollen aus Vermessenheit sprechen mantreṣu abhyantarī-kṛtāḥ wenn sie in Beratungen einbezogen sind aśāstraviduṣām teṣām kāryam nābhihitaṃ vacaḥ | arthaśāstrānabhijñānām vipulām śriyamicchatām ||15||
Von jenen, die die Lehrschriften nicht kennen, die sich nach großem Reichtum sehnen, aber die Nutzlehre nicht verstehen, sollte man ihr Wort nicht beachten.
Wort für Wort aśāstra-viduṣām teṣām von jenen, die die Lehrschriften nicht kennen kāryam na abhihitam vacaḥ man sollte ihr Wort nicht beachten artha-śāstra-anabhijñānām die die Nutzlehre nicht kennen vipulām śriyam icchatām die sich nach großem Reichtum sehnen ahitam ca hitākāram dhārṣṭyājjalpanti ye narāḥ | avaśyam mantrabāhyāste kartavyāḥ kṛtyadūṣakāḥ ||16||
Männer, die aus Vermessenheit das Schädliche als zuträglich hinstellen, sollte man unbedingt von der Beratung ausschließen, jene Verderber des Vorhabens.
Wort für Wort ahitam ca hita-ākāram das Schädliche als zuträglich dhārṣṭyāt jalpanti ye narāḥ aus Vermessenheit reden, welche Männer avaśyam mantra-bāhyāḥ te unbedingt sollen sie von der Beratung ausgeschlossen werden kartavyāḥ kṛtya-dūṣakāḥ die Verderber des Vorhabens vināśayanto bhartāram sahitāḥ śatrubhirbudhaiḥ | viparītāni kṛtyāni kārayantīha mantriṇaḥ ||17||
Minister, die im Bunde mit klugen Feinden stehen, vernichten ihren Herrn und lassen hier verkehrte Taten ausführen.
Wort für Wort vināśayantaḥ bhartāram ihren Herrn vernichtend sahitāḥ śatrubhiḥ budhaiḥ im Bunde mit klugen Feinden viparītāni kṛtyāni verkehrte Taten kārayanti iha mantriṇaḥ lassen hier die Minister ausführen tān bhartā mitrasamkāśānamitrān mantranirṇaye | vyavahāreṇa jānīyātsacivānupasamhitān ||18||
Solche Minister, die wie Freunde erscheinen, doch Feinde sind, verbündet in der Beratung, soll der Herr durch ihr Verhalten erkennen.
Wort für Wort tān bhartā mitra-saṃkāśān solche, die wie Freunde erscheinen amitrān mantra-nirṇaye doch Feinde bei der Beratung vyavahāreṇa jānīyāt soll er durch ihr Verhalten erkennen sacivān upasaṃhitān die verbündeten Minister capalasyeha kṛtyāni sahasānupradhāvataḥ | cidramanye prapadyante krauñcasya khamiva dvijāḥ ||19||
Die Taten dessen, der unbedacht handelt und Vorhaben überstürzt betreibt, finden Schwachstellen, so wie Vögel die Lücke im Krauñca-Berg fanden.
Wort für Wort capalasya iha kṛtyāni die Taten des Unbedachten hier sahasā anupradhāvataḥ der überstürzt handelt chidram anye prapadyante finden die anderen die Schwachstelle krauñcasya kham iva dvijāḥ wie Vögel die Öffnung im Krauñca-Berg yo hi śatrumavajñāya nātmānamabhirakṣati | avāpnoti hi so.anarthān sthānācca vyavaropyate ||20||
Wer den Feind gering achtet und sich selbst nicht schützt, der erleidet Unheil und wird von seinem Platz vertrieben.
Wort für Wort yaḥ hi śatrum avajñāya wer den Feind gering achtend na ātmānam abhirakṣati sich selbst nicht schützt avāpnoti hi saḥ anarthān der erleidet Unheil sthānāt ca vyavaropyate und wird von seinem Platz vertrieben yaduktamiha te pūrvam kriyatāmanujena ca | tadeva no hitam vākyam yadicchasi ca tatkuru ||21||
Was hier zuvor von dir und deinem jüngeren Bruder gesagt wurde, dass es getan werden solle - eben das ist das für uns zuträgliche Wort; tue, was du willst.
Wort für Wort yat uktam iha te pūrvam was hier von dir zuvor gesagt wurde kriyatām anujena ca dass es zusammen mit dem jüngeren Bruder getan werde tat eva naḥ hitam vākyam eben das ist unser zuträgliches Wort yat icchasi ca tat kuru tue, was du willst tattu śrutvā daśagrīvaḥ kumbhakarṇasya bhāṣitam | bhrukuṭim caiva saṃcakre kruddhaścainamabhāṣata ||22||
Als der Zehnhalsige jenes Wort Kumbhakarṇas gehört hatte, zog er die Augenbrauen zusammen und sprach zornig zu ihm:
Wort für Wort tat tu śrutvā daśagrīvaḥ dies aber gehört habend, der Zehnhalsige kumbhakarṇasya bhāṣitam das Wort Kumbhakarṇas bhrukuṭim ca eva saṃcakre zog die Augenbrauen zusammen kruddhaḥ ca enam abhāṣata und sprach zornig zu ihm manyo gururivācāryaḥ ki mām tvamanuśāsase | kimevam vākṣramam kṛtvā kāle yuktam vidhīyatām ||23||
Meinst du, ein Lehrer oder Meister zu sein, dass du mich belehrst? Was soll dieses mühevolle Reden - lass geschehen, was der Zeit gebührt.
Wort für Wort manye guruḥ iva ācāryaḥ meinst du, ein Lehrer oder Meister zu sein kim mām tvam anuśāsase dass du mich belehrst kim evam vāk-śramam kṛtvā was soll dieses mühevolle Reden kāle yuktam vidhīyatām lass geschehen, was der Zeit gebührt vibhramāccittamohādvā balavīryāśrayeṇa vā | nābhipannamidānīm yadvyarthā tasya punaḥ kathā ||24||
Was aus Verwirrung oder Geistesverwirrung oder aus dem Vertrauen auf Kraft und Tapferkeit nicht rechtzeitig unternommen wurde - über dessen erneute Erörterung nun ist zwecklos.
Wort für Wort vibhramāt citta-mohāt vā aus Verwirrung oder Geistesverwirrung bala-vīrya-āśrayeṇa vā oder aus dem Vertrauen auf Kraft und Tapferkeit na abhipannam idānīm was nicht rechtzeitig unternommen wurde yat vyarthā tasya punaḥ kathā dessen erneute Erörterung ist zwecklos asmin kāle tu yadyuktam tadidānīm vicintyatām | gatam tu nānuśocanti gatam tu gatameva hi ||25||
Was aber jetzt in diesem Moment geziemend ist, das soll nun bedacht werden; das Vergangene beklagt man nicht, denn das Vergangene ist eben vergangen.
Wort für Wort asmin kāle tu yat yuktam was aber in diesem Moment geziemend ist tat idānīm vicintyatām das soll nun bedacht werden gatam tu na anuśocanti das Vergangene beklagt man nicht gatam tu gatam eva hi das Vergangene ist eben vergangen mamāpanayajaṃ duḥkham vikrameṇa samīkuru | yadi khalvasti me sneho vikramam vādhigacchasi ||26||
Gleiche das aus meiner Unklugheit entstandene Leid durch deine Tapferkeit aus; wenn du fürwahr Zuneigung zu mir hegst, so setze deine Tapferkeit ein.
Wort für Wort mama apanaya-jam duḥkham das aus meiner Unklugheit entstandene Leid vikrameṇa samīkuru gleiche durch Tapferkeit aus yadi khalu asti me snehaḥ wenn fürwahr Zuneigung zu mir besteht vikramam vā adhigacchasi so setze deine Tapferkeit ein sa suhṛdyo vipannārtham dīnamabhyupadyate || sa bandhuryo.apanīteṣu sāhāyyāyopakalpate |
Ein wahrer Freund ist, wer dem in Not Geratenen, dem Elenden, beisteht; ein wahrer Verwandter ist, wer den Bedrängten zur Hilfe bereit ist.
Wort für Wort saḥ suhṛt yaḥ vipanna-artham ein wahrer Freund ist, wer dem in Not Geratenen dīnam abhyupadyate dem Elenden beisteht saḥ bandhuḥ yaḥ apanīteṣu ein wahrer Verwandter ist, wer den Bedrängten sāhāyyāya upakalpate zur Hilfe bereit ist tamathaivam bruvāṇam sa vacanam dhīradāruṇam || ruṣṭ.ayamiti vijñāya śanaiḥ ślakṣṇamuvāca ha |
Ihn, der so ein hartes, furchtbares Wort sprach, erkennend, dass er zornig war, sprach dieser (Kumbhakarṇa) sodann sanft und milde:
Wort für Wort tam atha evam bruvāṇam zu ihm, der so sprach saḥ vacanam dhīra-dāruṇam dieses harte, furchtbare Wort ruṣṭaḥ ayam iti vijñāya erkennend, dass er zornig war śanaiḥ ślakṣṇam uvāca ha sprach er sanft und milde atīva hi samālakṣya bhrātaram kṣubhitendriyam || kumbhakarṇaḥ śanairvākyam babhāṣe parisāntvayan |
Denn seinen Bruder als überaus erregten Sinnes erkennend, sprach Kumbhakarṇa sanft ein Wort, um ihn zu besänftigen:
Wort für Wort atīva hi samālakṣya denn überaus erkennend bhrātaram kṣubhita-indriyam den Bruder erregten Sinnes kumbhakarṇaḥ śanaiḥ vākyam sprach Kumbhakarṇa sanft ein Wort babhāṣe parisāntvayan um ihn zu besänftigen śṛṇu rājannavahito mama vākyamariṃdama || alam rākṣasarājendra samtāpamupapadya te |
Höre aufmerksam, o König, mein Wort, o Feindebezwinger; genug damit, o Fürst der Rākṣasa-Könige, dass Kummer dich befallen hat.
Wort für Wort śṛṇu rājan avahitaḥ höre aufmerksam, o König mama vākyam ariṃdama mein Wort, o Feindebezwinger alam rākṣasa-rāja-indra genug damit, o Fürst der Rākṣasa-Könige saṃtāpam upapadya te dass Kummer dich befallen hat roṣam ca samparityajya svastho cavitumarhasi ||31||
Lege deinen Zorn ab und du solltest wohlgemut sein.
Wort für Wort roṣam ca samparityajya den Zorn ablegend svasthaḥ ca bhavitum arhasi und du solltest wohlgemut sein naitanmanasi kartavyam mayi jīvati pārthiva | tamaham nāśayiṣyāmi yatkṛte paritapyete ||32||
Dies solltest du dir nicht zu Herzen nehmen, solange ich lebe, o Herrscher; ich werde jenen vernichten, dessentwegen du dich quälst.
Wort für Wort na etat manasi kartavyam dies solltest du dir nicht zu Herzen nehmen mayi jīvati pārthiva solange ich lebe, o Herrscher tam aham nāśayiṣyāmi ich werde jenen vernichten yat-kṛte paritapyate dessentwegen du dich quälst avaśyam ca hitam vācyam sarvāvasthām gatam mayā | bandhubhāvādabhihitam bhrātṛsnehācca pārthiva ||33||
Was ich unter allen Umständen als zuträglich sagen musste, o Herrscher, das habe ich aus Verwandtschaftsgefühl und Bruderliebe gesagt.
Wort für Wort avaśyam ca hitam vācyam was ich notwendig als zuträglich sagen musste sarva-avasthām gatam mayā unter allen Umständen von mir bandhu-bhāvāt abhihitam aus Verwandtschaftsgefühl gesagt bhrātṛ-snehāt ca pārthiva und aus Bruderliebe, o Herrscher sadṛśam yacca kāle.asmin kartum snehena bandhunā | śatrūṇām kadanam paśya kriyamāṇam mayā raṇe ||34||
Was einem Verwandten in dieser Stunde aus Liebe geziemt zu tun, sieh, wie ich das Gemetzel unter den Feinden in der Schlacht anrichten werde.
Wort für Wort sadṛśam yat ca kāle asmin und was in dieser Stunde geziemt kartum snehena bandhunā zu tun, aus Liebe, als Verwandter śatrūṇām kadanam paśya sieh das Gemetzel unter den Feinden kriyamāṇam mayā raṇe von mir angerichtet in der Schlacht adya paśya mahābāho mayā samaramūrdhani | hate rāme sahabhrātrā dravantīm harivāhinīm ||35||
Sieh heute, o Starkarmiger, wie ich Rāma samt seinem Bruder auf dem Schlachtfeld erschlage und das Affenheer fliehen sehe.
Wort für Wort adya paśya mahābāho sieh heute, o Starkarmiger mayā samara-mūrdhani von mir auf dem Schlachtfeld hate rāme saha-bhrātrā wenn Rāma samt seinem Bruder erschlagen ist dravantīm hari-vāhinīm wie das Affenheer flieht adya rāmasya taddṛṣṭvā mayānītam raṇācchiraḥ | sukhi bhava mahābāho sītā bhavatu duḥkhitā ||36||
Sieh heute Rāmas Haupt, das ich von der Schlacht herbeigebracht habe - sei glücklich, o Starkarmiger, und Sītā soll trauern.
Wort für Wort adya rāmasya tat dṛṣṭvā sieh heute Rāmas Haupt mayā ānītam raṇāt śiraḥ von mir von der Schlacht herbeigebracht sukhī bhava mahābāho sei glücklich, o Starkarmiger sītā bhavatu duḥkhitā Sītā soll trauern adya rāmasya paśyantu nidhanam sumahatpriyam | laṅkāyām rākṣasāḥ sarve ye te nihatabāndhavāḥ ||37||
Heute sollen alle Rākṣasas in Laṅkā, deren Verwandte gefallen sind, den überaus willkommenen Tod Rāmas sehen.
Wort für Wort adya rāmasya paśyantu heute sollen sie den Rāmas sehen nidhanam sumahat-priyam Tod, überaus willkommen laṅkāyām rākṣasāḥ sarve alle Rākṣasas in Laṅkā ye te nihata-bāndhavāḥ deren Verwandte gefallen sind adya śokaparītānām svabandhuvadhaśocinām | śatroryudhi vināśena karomyaśrupramārjanam ||38||
Heute werde ich, für die von Kummer Erfüllten, die um ihre erschlagenen Verwandten trauern, durch die Vernichtung des Feindes im Kampf ihre Tränen abwischen.
Wort für Wort adya śoka-parītānām heute für die von Kummer Erfüllten sva-bandhu-vadha-śocinām die um ihre erschlagenen Verwandten trauern śatroḥ yudhi vināśena durch die Vernichtung des Feindes im Kampf karomi aśru-pramārjanam werde ich die Tränen abwischen adya parvatasamkāśam sasūryamiva toyadam | vikīrṇam paśya samare sugrīvam plavageśvaram ||39||
Sieh heute im Kampf Sugrīva, den Herrn der Springer, bergesgleich, wie eine sonnenumhüllte Wolke, zerstreut daliegen.
Wort für Wort adya parvata-saṃkāśam heute, bergesgleich sasūryam iva toyadam wie eine sonnenumhüllte Wolke vikīrṇam paśya samare sieh zerstreut daliegen im Kampf sugrīvam plavaga-īśvaram Sugrīva, den Herrn der Springer katham ca rākṣasairebhirmayā ca parisāntvitaḥ | jighāṃsubhirdāśarathim vyathase tvamihānagha ||40||
Wie kannst du, obwohl du von diesen Rākṣasas und von mir, die wir den Sohn des Daśaratha zu töten wünschen, besänftigt worden bist, immer noch bekümmert sein, du Makelloser?
Wort für Wort katham ca rākṣasaiḥ ebhiḥ wie durch diese Rākṣasas mayā ca parisāntvitaḥ und von mir besänftigt jighāṃsubhiḥ dāśarathim die wir den Sohn des Daśaratha zu töten wünschen vyathase tvam iha anagha kannst du bekümmert sein, du Makelloser mām nihatya kila tvām hi nihaniṣyati rāghavaḥ | nāhāmātmani samtāpam gaccheyam rākṣasādhipa ||41||
Erst wenn er mich erschlagen hat, wird Rāghava dich erschlagen können - ich selbst werde nicht in Verzweiflung geraten, o Herrscher der Rākṣasas.
Wort für Wort mām nihatya kila tvām hi erst wenn er mich getötet hat, gewiss dich nihaniṣyati rāghavaḥ wird Rāghava erschlagen na aham ātmani saṃtāpam ich werde nicht in Verzweiflung gaccheyam rākṣasa-adhipa geraten, o Herrscher der Rākṣasas kāmam tvidānīmapi mām vyādiśa tvam paramtapa | na paraḥ prekṣaṇīyaste yuddhāyātulavikrama ||42||
Gewiss, so gib mir denn nun deinen Befehl, du Feindebedränger; keinen anderen sollst du zum Kampf ansehen, o von unvergleichlicher Tapferkeit.
Wort für Wort kāmam tu idānīm api gewiss, nun auch mām vyādiśa tvam paraṃtapa gib mir Befehl, du Feindebedränger na paraḥ prekṣaṇīyaḥ te kein anderer soll von dir angesehen werden yuddhāya atula-vikrama zum Kampf, o von unvergleichlicher Tapferkeit ahamutsādayiṣyāmi śatrūṃstava mahābalān | yadi śakro yadi yamo yadi pāvakamārutau ||43||
Ich werde deine mächtigen Feinde vernichten, seien es Śakra, seien es Yama, seien es Feuer und Wind,
Wort für Wort aham utsādayiṣyāmi ich werde vernichten śatrūn tava mahābalān deine mächtigen Feinde yadi śakraḥ yadi yamaḥ seien es Śakra, seien es Yama yadi pāvaka-mārutau seien es Feuer und Wind tānaham yodhayiṣyāmi kuberavaruṇāvapi | girimātraśarīrasya śitaśūladharasya me ||44||
sie werde ich bekämpfen, auch Kubera und Varuṇa - für mich, dessen Leib einem Berg gleicht, der eine scharfe Lanze trägt,
Wort für Wort tān aham yodhayiṣyāmi sie werde ich bekämpfen kubera-varuṇau api auch Kubera und Varuṇa giri-mātra-śarīrasya dessen Leib einem Berg gleicht śita-śūla-dharasya me für mich, der eine scharfe Lanze trägt nardatastīkṣṇadamṣṭrasya bibhīyādvai puraṃdaraḥ | athavā tyaktaśastrasya mṛdnatastarasā ripūn ||45||
vor dem brüllenden, scharfzähnigen, würde selbst Purandara sich fürchten, oder auch, wenn ich ohne Waffen, mit bloßer Kraft die Feinde zermalme.
Wort für Wort nardataḥ tīkṣṇa-daṃṣṭrasya vor dem brüllenden, scharfzähnigen bibhīyāt vai puraṃdaraḥ würde sich fürchten wahrlich selbst Purandara athavā tyakta-śastrasya oder auch des Waffenlosen mṛdnataḥ tarasā ripūn der mit Kraft die Feinde zermalmt na me pratimukhaḥ kaścit sthātum śakto jijīviṣuḥ | naiva śaktyā na gadayā nāsinā niśitaiḥ śaraiḥ ||46||
Keiner, der leben will, vermag mir gegenüberzustehen - weder mit dem Speer, noch mit der Keule, noch mit dem Schwert, noch mit scharfen Pfeilen.
Wort für Wort na me pratimukhaḥ kaścit keiner mir gegenüber sthātum śaktaḥ jijīviṣuḥ vermag zu stehen, der leben will na eva śaktyā na gadayā weder mit dem Speer noch mit der Keule na asinā niśitaiḥ śaraiḥ noch mit dem Schwert, mit scharfen Pfeilen hastābhyāmeva samrabdho haniṣyāmyapi vajriṇam | yadi me muṣṭivegam sa rāghavo.adya sahiṣyati ||47||
Mit bloßen Händen, erzürnt, werde ich selbst den Träger des Vajra erschlagen, wenn jener Rāghava heute die Wucht meiner Faust ertragen kann.
Wort für Wort hastābhyām eva saṃrabdhaḥ mit bloßen Händen, erzürnt haniṣyāmi api vajriṇam werde ich selbst den Träger des Vajra erschlagen yadi me muṣṭi-vegam wenn die Wucht meiner Faust saḥ rāghavaḥ adya sahiṣyati jener Rāghava heute erträgt tataḥ pāsyanti bāṇaughā rudhiram rāghavasya me | cintayā tapyase rājan kimartham mayi tiṣṭhati ||48||
Dann werden meine Pfeilfluten Rāghavas Blut trinken; warum quälst du dich mit Sorgen, o König, während ich noch da bin?
Wort für Wort tataḥ pāsyanti bāṇa-oghāḥ dann werden die Pfeilfluten trinken rudhiram rāghavasya me Rāghavas Blut, meine cintayā tapyase rājan warum quälst du dich mit Sorgen, o König kimartham mayi tiṣṭhati während ich noch da bin so.aham śatruvināśāya tava niryātumudyataḥ | muñca rāmadbhayam ghoram nihaniṣyāmi samyuge ||49||
So bin ich denn bereit, zur Vernichtung deiner Feinde auszuziehen; lass ab von der furchtbaren Angst vor Rāma - ich werde ihn im Kampf erschlagen.
Wort für Wort saḥ aham śatru-vināśāya so bin ich denn zur Vernichtung der Feinde tava niryātum udyataḥ bereit für dich auszuziehen muñca rāma-bhayam ghoram lass ab von der furchtbaren Angst vor Rāma nihaniṣyāmi saṃyuge ich werde ihn im Kampf erschlagen rāghavam lakṣmaṇam caiva sugrīvam ca mahābalam | hanūmantam ca rakṣoghnam yena laṅkā pradīpitā ||50||
Rāghava, Lakṣmaṇa, und ebenso den mächtigen Sugrīva, und Hanumān, den Rākṣasa-Vernichter, durch den Laṅkā in Brand gesetzt wurde -
Wort für Wort rāghavam lakṣmaṇam ca eva Rāghava und ebenso Lakṣmaṇa sugrīvam ca mahābalam und den mächtigen Sugrīva hanūmantam ca rakṣaḥ-ghnam und Hanumān, den Rākṣasa-Vernichter yena laṅkā pradīpitā durch den Laṅkā in Brand gesetzt wurde harīṃśca bhakṣayiṣyāmi samyuge samupasthite | asādhāraṇamicchami tava dātum mahadyaśaḥ ||51||
und die Affen werde ich verschlingen, wenn der Kampf begonnen hat; ich wünsche, dir einzigartigen, großen Ruhm zu schenken.
Wort für Wort harīn ca bhakṣayiṣyāmi und die Affen werde ich verschlingen saṃyuge samupasthite wenn der Kampf begonnen hat asādhāraṇam icchāmi ich wünsche einzigartigen tava dātum mahat yaśaḥ dir großen Ruhm zu schenken yadicendrādbhayam rājanyadi cāpi svayambhuvaḥ | tato.aham nāśayiṣyāmi naiśam tama ivāṃśumān ||52||
Wenn Gefahr von Indra droht, o König, oder auch vom Selbstentstandenen, so werde ich sie vernichten, wie die Sonne die nächtliche Dunkelheit.
Wort für Wort yadi indrāt bhayam rājan wenn von Indra Gefahr, o König yadi ca api svayambhuvaḥ oder auch vom Selbstentstandenen tataḥ aham nāśayiṣyāmi so werde ich vernichten naiśam tamaḥ iva aṃśumān wie die Sonne die nächtliche Dunkelheit api devāḥ śayiṣyānte mayi kruddhe mahītale | yamam ca śamayiṣyāmi bhakṣayiṣyāmi pāvakam ||53||
Selbst die Götter werden sich, wenn ich zornig bin, auf der Erde niederlegen müssen; Yama werde ich bezwingen, das Feuer werde ich verschlingen.
Wort für Wort api devāḥ śayiṣyante selbst die Götter werden sich niederlegen mayi kruddhe mahītale wenn ich zornig bin, auf der Erde yamam ca śamayiṣyāmi Yama werde ich bezwingen bhakṣayiṣyāmi pāvakam das Feuer werde ich verschlingen ādityam pātayiṣyāmi sanakṣatram mahītale | śatakratum vadhiṣyāmi pāsyāmi varuṇālayam ||54||
Die Sonne werde ich mitsamt den Sternen auf die Erde stürzen; Śatakratu werde ich töten, den Wohnsitz Varuṇas werde ich austrinken.
Wort für Wort ādityam pātayiṣyāmi die Sonne werde ich stürzen sanakṣatram mahītale mitsamt den Sternen auf die Erde śatakratum vadhiṣyāmi Śatakratu werde ich töten pāsyāmi varuṇa-ālayam den Wohnsitz Varuṇas werde ich austrinken parvatāṃścūrṇayiṣyāmi dārayiṣyāmi medinīm | dīrghakālam prasuptasya kumbhakarṇasya vikramam ||55||
Berge werde ich zermalmen, die Erde werde ich zerreißen - so ist die Tapferkeit des Kumbhakarṇa, der lange geschlafen hat.
Wort für Wort parvatān cūrṇayiṣyāmi Berge werde ich zermalmen dārayiṣyāmi medinīm die Erde werde ich zerreißen dīrgha-kālam prasuptasya des lange Schlafenden kumbhakarṇasya vikramam des Kumbhakarṇa Tapferkeit adya paśyantu bhūtāni bhakṣyamāṇāni sarvaśaḥ | nanvidam tridivam sarvamāhārasya na pūryate ||56||
Heute sollen die Wesen sehen, wie sie überall verschlungen werden; ist nicht selbst dieser ganze Himmel meines Hungers nicht genug?
Wort für Wort adya paśyantu bhūtāni heute sollen die Wesen sehen bhakṣyamāṇāni sarvaśaḥ wie sie überall verschlungen werden nanu idam tridivam sarvam ist nicht dieser ganze Himmel āhārasya na pūryate meiner Nahrung nicht genug vadhena te dāśaratheḥ sukhāvaham | sukham samāhartumaham vrajāmi | nihatya rāmam saha lakṣmaṇena | khādāmi sarvān hariyūthamukhyān ||57||
Um dir durch den Tod des Sohnes des Daśaratha Glück zu bringen, ziehe ich aus, um das Glück zu erlangen; nachdem ich Rāma samt Lakṣmaṇa erschlagen habe, werde ich alle Führer der Affenscharen verschlingen.
Wort für Wort vadhena te dāśaratheḥ sukhāvaham durch den Tod des Sohnes des Daśaratha, dir Glück bringend sukham samāhartum aham vrajāmi um das Glück zu erlangen ziehe ich aus nihatya rāmam saha lakṣmaṇena Rāma samt Lakṣmaṇa erschlagen habend khādāmi sarvān hari-yūtha-mukhyān werde ich verschlingen alle Führer der Affenscharen ramasva rājan piba cādya vāruṇīm | kuruṣva kṛtyāni vinīya duḥkham | mayādya rāme gamite yamakṣayam | cirāya sītā vaśagā bhaviṣyati ||58||
Erfreue dich, o König, und trinke heute Rauschgetränk; erledige deine Geschäfte, dein Leid ablegend; wenn ich heute Rāma ins Reich Yamas geschickt habe, wird Sītā endlich dir gefügig sein.
Wort für Wort ramasva rājan piba ca adya vāruṇīm erfreue dich, o König, und trinke heute Rauschgetränk kuruṣva kṛtyāni vinīya duḥkham erledige deine Geschäfte, dein Leid ablegend mayā adya rāme gamite yama-kṣayam wenn von mir heute Rāma ins Reich Yamas geschickt ist cirāya sītā vaśagā bhaviṣyati wird Sītā endlich dir gefügig sein
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