Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 67: Kumbhakarṇa-Sugrīva-Yuddham Kumbhakarṇas Kampf mit den Affenführern, die Gefangennahme und Befreiung Sugrīvas

te nivṛttā mahākāyāḥ śrutvāṅgadavacastadā | naiṣṭhikīṃ buddhimāsthāya sarve samgrāmakāṃkṣiṇaḥ ||1||

Sie, die Riesenleibigen, kehrten um, als sie Aṅgadas Worte gehört hatten, und fassten, alle nach der Schlacht verlangend, einen letzten Entschluss.

Wort für Wort
te nivṛttāḥ mahākāyāḥ
sie, die Riesenleibigen, kehrten um
śrutvā aṅgada-vacaḥ tadā
als sie Aṅgadas Worte gehört hatten
naiṣṭhikīm buddhim āsthāya
einen letzten Entschluss fassend
sarve saṃgrāma-kāṃkṣiṇaḥ
alle nach der Schlacht verlangend

samudīritavīryāste samāropitavikramāḥ | paryavasthāpitā vākyairaṅgadena bakūtasā ||2||

Ihre Tapferkeit angestachelt, ihre Kraft neu entfacht, wurden sie durch die Worte Aṅgadas, des Mächtigen, zum Standhalten gebracht.

Wort für Wort
samudīrita-vīryāḥ te
sie, deren Tapferkeit angestachelt war
samāropita-vikramāḥ
deren Kraft neu entfacht war
paryavasthāpitāḥ vākyaiḥ
zum Standhalten gebracht durch die Worte
aṅgadena bakūtasā
durch Aṅgada, den Mächtigen

prayātāśca gatā harṣaṃ maraṇe kṛtaniścayāḥ | cakruḥ sutumulaṃ yuddhaṃ vānarāstyaktajīvitāḥ ||3||

Sie zogen aus, von Freude erfüllt, zum Sterben entschlossen; die Affen, ihr Leben aufgebend, führten einen überaus tumultartigen Kampf.

Wort für Wort
prayātāḥ ca gatāḥ harṣam
sie zogen aus, von Freude erfüllt
maraṇe kṛta-niścayāḥ
zum Sterben entschlossen
cakruḥ sutumulam yuddham
führten einen überaus tumultartigen Kampf
vānarāḥ tyakta-jīvitāḥ
die Affen, ihr Leben aufgebend

atha vṛkṣān mahākāyāḥ sānūni sumahānti ca | vānarāstūrṇamudyamya kumbhakarṇamabhidravan ||4||

Da ergriffen die riesenleibigen Affen eilends Bäume und gewaltige Felsstücke und stürmten auf Kumbhakarṇa los.

Wort für Wort
atha vṛkṣān mahākāyāḥ
da ergriffen die Riesenleibigen Bäume
sānūni sumahānti ca
und gewaltige Felsstücke
vānarāḥ tūrṇam udyamya
die Affen, eilends erhebend
kumbhakarṇam abhidravan
stürmten auf Kumbhakarṇa los

kumbhakarṇaḥ samkruddho gadāmudyamya vīryavān | dharṣayan sa mahākāyaḥ samantādvyakṣipadripūn ||5||

Kumbhakarṇa, zornig, die Keule erhebend, der Kraftvolle, der Riesenleibige, schleuderte, sie überwältigend, die Feinde nach allen Seiten.

Wort für Wort
kumbhakarṇaḥ saṃkruddhaḥ
Kumbhakarṇa, zornig
gadām udyamya vīryavān
die Keule erhebend, der Kraftvolle
dharṣayan saḥ mahākāyaḥ
überwältigend, der Riesenleibige
samantāt vyakṣipat ripūn
schleuderte nach allen Seiten die Feinde

śatāni sapta cāṣṭau ca sahasrāṇi ca vānarāḥ | prakīrṇāḥ śerate bhūmau kumbhakarṇena tāḍitāḥ ||6||

Siebenhundert und achthundert, ja Tausende von Affen lagen, von Kumbhakarṇa geschlagen, verstreut zu Boden.

Wort für Wort
śatāni sapta ca aṣṭau ca
siebenhundert und achthundert
sahasrāṇi ca vānarāḥ
und Tausende von Affen
prakīrṇāḥ śerate bhūmau
lagen verstreut auf dem Boden
kumbhakarṇena tāḍitāḥ
von Kumbhakarṇa geschlagen

ṣoḍaśāṣṭau ca daśa ca viṃśattriṃśattathaiva ca | parikṣipya ca bāhubhyāṃ khādanvi paridhāvati | bhakṣayan bhṛśasaṃkruddho garuḍaḥ pannagāniva ||7||

Sechzehn, acht, zehn, zwanzig und ebenso dreißig - mit den Armen umfassend, lief er umher, sie verzehrend, wie ein heftig zorniger Garuḍa, der Schlangen verschlingt.

Wort für Wort
ṣoḍaśa aṣṭau ca daśa ca
sechzehn, acht und zehn
viṃśat triṃśat tathā eva ca
zwanzig und ebenso dreißig
parikṣipya ca bāhubhyām
mit beiden Armen umfassend
khādan viparidhāvati
verzehrend lief er umher
bhakṣayan bhṛśasaṃkruddhaḥ
verzehrend, heftig zornig
garuḍaḥ pannagān iva
wie Garuḍa die Schlangen

kṛcchreṇa ca samāśvastāḥ samgamya ca tatastataḥ | vṛkṣādrihastā harayastasthuḥ samgrāmamūrdhani ||8||

Mit Mühe beruhigt und von überallher versammelt, standen die Affen, Bäume und Felsen in den Händen, an der Spitze der Schlacht.

Wort für Wort
kṛcchreṇa ca samāśvastāḥ
mit Mühe beruhigt
saṃgamya ca tataḥ tataḥ
und von überallher versammelt
vṛkṣa-adri-hastāḥ harayaḥ
die Affen, Bäume und Felsen in den Händen
tasthuḥ saṃgrāma-mūrdhani
standen an der Spitze der Schlacht

tataḥ parvatamutpāṭya dvividaḥ plavagarṣabhaḥ | dudrāva giriśṛṅgābham vilamba iva toyadaḥ ||9||

Da riss Dvivida, der Affenstier, einen Berg aus und stürmte heran, einer Bergspitze gleich, wie eine hängende Regenwolke.

Wort für Wort
tataḥ parvatam utpāṭya
da einen Berg ausreißend
dvividaḥ plavaga-ṛṣabhaḥ
Dvivida, der Affenstier
dudrāva giri-śṛṅga-ābham
stürmte, einer Bergspitze gleich
vilambaḥ iva toyadaḥ
wie eine hängende Regenwolke

taṃ samutpatya cikṣepa kumbhakarṇāya vānaraḥ | tamaprāpya mahākāyam tasya sainye.apatattataḥ ||10||

Aufspringend schleuderte der Affe ihn nach Kumbhakarṇa; ihn, den Riesenleibigen, verfehlend, fiel er in sein Heer.

Wort für Wort
tam samutpatya cikṣepa
aufspringend schleuderte ihn
kumbhakarṇāya vānaraḥ
der Affe nach Kumbhakarṇa
tam aprāpya mahākāyam
ihn, den Riesenleibigen, verfehlend
tasya sainye apatat tataḥ
fiel er da in sein Heer

mamardāśvān gajāṃścāpi rathāṃścāpi nagottamaḥ | tāni cānyāni rakṣāṃsi evam cānyadgireḥ śiraḥ ||11||

Der Bergesbeste zermalmte Pferde, Elefanten und Wagen, und viele andere Rākṣasas ebenso, mit jenem anderen Bergesgipfel.

Wort für Wort
mamarda aśvān gajān ca api
zermalmte Pferde und auch Elefanten
rathān ca api naga-uttamaḥ
und Wagen, der Bergesbeste
tāni ca anyāni rakṣāṃsi
und jene anderen Rākṣasas
evam ca anyat gireḥ śiraḥ
ebenso mit jenem anderen Bergesgipfel

tacchaelavegābhihataṃ hatāśvaṃ hatasārathi | rakṣasām rudhiraklinnam babhūvāyodhanam mahat ||12||

Von der Wucht jenes Berges getroffen, mit erschlagenen Pferden und erschlagenem Wagenlenker, wurde das große Schlachtfeld der Rākṣasas blutdurchtränkt.

Wort für Wort
tat śaila-vega-abhihatam
von der Wucht jenes Berges getroffen
hata-aśvam hata-sārathi
mit erschlagenen Pferden und erschlagenem Wagenlenker
rakṣasām rudhira-klinnam
der Rākṣasas, blutdurchtränkt
babhūva āyodhanam mahat
wurde das große Schlachtfeld

rathino vānarendrāṇām śaraiḥ kālāntakopamaiḥ | śirāṃsi nardatām jahruḥ sahasā bhīmaniḥsvanāḥ ||13||

Die Wagenkämpfer raubten den brüllenden Häuptern der Affenfürsten mit todesgleichen Pfeilen jäh die Köpfe, mit furchtbarem Getöse.

Wort für Wort
rathinaḥ vānara-indrāṇām
die Wagenkämpfer den Affenfürsten
śaraiḥ kālāntaka-upamaiḥ
mit todesgleichen Pfeilen
śirāṃsi nardatām jahruḥ
raubten den Brüllenden die Köpfe
sahasā bhīma-niḥsvanāḥ
jäh, mit furchtbarem Getöse

vānarāśca mahātmānaḥ samutpāṭya mahādrumān | rathānaśvān gajānuṣṭrānrākṣasānabhyasūdayan ||14||

Und die hochgesinnten Affen, gewaltige Bäume entwurzelnd, vernichteten Wagen, Pferde, Elefanten, Kamele und die Rākṣasas.

Wort für Wort
vānarāḥ ca mahātmānaḥ
und die hochgesinnten Affen
samutpāṭya mahādrumān
gewaltige Bäume entwurzelnd
rathān aśvān gajān uṣṭrān
Wagen, Pferde, Elefanten, Kamele
rākṣasān abhyasūdayan
vernichteten die Rākṣasas

hanūmān śailaśṛṅgāṇi vṛkṣāṃśca vividhān dhrumān | vavarṣa kumbhakarṇasya śirasyambaramāsthitaḥ ||15||

Hanumān, in der Luft stehend, ließ Berggipfel und verschiedenerlei Bäume auf Kumbhakarṇas Haupt herabregnen.

Wort für Wort
hanūmān śaila-śṛṅgāṇi
Hanumān Berggipfel
vṛkṣān ca vividhān drumān
und Bäume verschiedener Art
vavarṣa kumbhakarṇasya śirasi
ließ auf Kumbhakarṇas Haupt regnen
ambaram āsthitaḥ
in der Luft stehend

tāni parvataśṛṅgāṇi śūlena tu bibheda ha | babhañja vṛkṣavarṣam ca kumbhakarṇo mahābalaḥ ||16||

Jene Berggipfel zerspaltete er mit seiner Lanze, und den Regen der Bäume zerschmetterte Kumbhakarṇa, der Gewaltige.

Wort für Wort
tāni parvata-śṛṅgāṇi
jene Berggipfel
śūlena tu bibheda ha
zerspaltete er mit der Lanze
babhañja vṛkṣa-varṣam ca
und zerschmetterte den Baumregen
kumbhakarṇaḥ mahābalaḥ
Kumbhakarṇa, der Gewaltige

tato harīṇāṃ tadanīkamugraṃ | dudrāva śūlaṃ niśitaṃ pragṛhya | tasthau tato.asyāpatataḥ purastān | nmahīdharāgram hanumān pragṛhya ||17||

Da stürmte er, die scharfe Lanze ergreifend, auf jenes furchtbare Heer der Affen los; da stellte sich Hanumān, einen Bergesgipfel ergreifend, vor ihn hin, als er heranstürmte.

Wort für Wort
tataḥ harīṇām tat anīkam ugram
da auf jenes furchtbare Heer der Affen
dudrāva śūlam niśitam pragṛhya
stürmte er, die scharfe Lanze ergreifend
tasthau tataḥ asya āpatataḥ purastāt
stellte sich da vor ihn hin, als er heranstürmte
mahīdhara-agram hanumān pragṛhya
Hanumān, einen Bergesgipfel ergreifend

sa kumbhakarṇam kupito jaghāna | vegena śailottamabhīmakāyam | sa cukṣubhe tena tadābhibūto | medārdragātro rudhirāvasiktaḥ ||18||

Zornig traf er Kumbhakarṇa mit der Wucht des höchsten Berges, den Riesenleibigen; dieser erbebte, davon überwältigt, sein Leib fettdurchtränkt, von Blut übergossen.

Wort für Wort
saḥ kumbhakarṇam kupitaḥ jaghāna
zornig traf er Kumbhakarṇa
vegena śaila-uttama-bhīmakāyam
mit der Wucht des höchsten Berges, den Riesenleibigen
saḥ cukṣubhe tena tadā abhibhūtaḥ
er erbebte, davon überwältigt
medā-ardra-gātraḥ rudhira-avasiktaḥ
sein Leib fettdurchtränkt, von Blut übergossen

sa śūlamāvidhya taḍitprakāśaṃ | giriryathā prajvalitāgraśṛṅgam | bāhvantare māruti mājaghāna | guho.acalaṃ krauñcamivograśaktyā ||19||

Er schwang die blitzgleiche Lanze, wie ein Berg mit loderndem Gipfel, und traf den Sohn des Windgotts zwischen den Armen, wie Guha mit seinem furchtbaren Speer den Berg Krauñca durchbohrte.

Wort für Wort
saḥ śūlam āvidhya taḍit-prakāśam
er, die blitzgleiche Lanze schwingend
giriḥ yathā prajvalita-agra-śṛṅgam
wie ein Berg mit loderndem Gipfel
bāhu-antare māruti ma ājaghāna
traf den Sohn des Windgotts zwischen den Armen
guhaḥ acalam krauñcam iva ugra-śaktyā
wie Guha mit furchtbarem Speer den Krauñca

sa śūlanirbhinna mahābhujāntaraḥ | pravihvalaḥ śoṇitamudvamanmukhāt | nanāda bhīmaṃ hanumān mahāhave | yugāntameghastanitasvanopamam ||20||

Er, zwischen den mächtigen Armen von der Lanze durchbohrt, taumelnd, Blut aus dem Mund speiend, brüllte Hanumān furchtbar in der großen Schlacht, dem Donnern der Wolken am Ende des Weltzeitalters gleich.

Wort für Wort
saḥ śūla-nirbhinna-mahābhujāntaraḥ
er, zwischen den mächtigen Armen von der Lanze durchbohrt
pravihvalaḥ śoṇitam udvaman mukhāt
taumelnd, Blut aus dem Mund speiend
nanāda bhīmam hanumān mahāhave
brüllte furchtbar Hanumān in der großen Schlacht
yugānta-megha-stanita-svana-upamam
dem Donnern der Wolken am Weltende gleich

tato vineduḥ sahasā prahṛṣṭā | rakṣogaṇāstaṃ vyathitaṃ samīkṣya | plavamgamāstu vyathitā bhayārtāḥ | pradudruvuḥ samyati kumbhakarṇāt ||21||

Da schrien die Rākṣasascharen jäh entzückt auf, ihn erschüttert sehend; die Affen aber, erschüttert und von Furcht gequält, flohen im Kampf vor Kumbhakarṇa.

Wort für Wort
tataḥ vineduḥ sahasā prahṛṣṭāḥ
da schrien sie jäh entzückt auf
rakṣogaṇāḥ tam vyathitam samīkṣya
die Rākṣasascharen, ihn erschüttert sehend
plavaṃgamāḥ tu vyathitāḥ bhayārtāḥ
die Affen aber, erschüttert, von Furcht gequält
pradudruvuḥ samyati kumbhakarṇāt
flohen im Kampf vor Kumbhakarṇa

tatastu nīlo balavān paryavasthāpayan balam | pravicikṣepa śailāgram kumbhakarṇāya dhīmate ||22||

Da aber schleuderte Nīla, der Starke, das Heer sammelnd, einen Bergesgipfel nach dem verständigen Kumbhakarṇa.

Wort für Wort
tataḥ tu nīlaḥ balavān
da aber Nīla, der Starke
paryavasthāpayan balam
das Heer sammelnd
pravicikṣepa śaila-agram
schleuderte einen Bergesgipfel
kumbhakarṇāya dhīmate
nach dem verständigen Kumbhakarṇa

tadāpatantaṃ samprekṣye muṣṭinābhijaghāna ha | muṣṭiprahārābhihatam tacchailāgram vyaśīryata | savisphulimgam sajvālaṃ nipapāta mahītale ||23||

Ihn, den herannahenden Gipfel, erblickend, schlug er ihn mit der Faust; von dem Faustschlag getroffen, zerbarst der Berggipfel und fiel, Funken sprühend und lodernd, zu Boden.

Wort für Wort
tat āpatantam samprekṣya
ihn, den herannahenden, erblickend
muṣṭinā abhijaghāna ha
schlug er mit der Faust
muṣṭi-prahāra-abhihatam tat śaila-agram
von dem Faustschlag getroffen, jener Berggipfel
vyaśīryata savisphuliṅgam sajvālam nipapāta mahītale
zerbarst, funkensprühend und lodernd, fiel er zu Boden

ṛṣabhaḥ śarabho nīlo gavākṣo gandhamādanaḥ | pañca vānara śārdūlāḥ kumbhakarṇamupādravan ||24||

Ṛṣabha, Śarabha, Nīla, Gavākṣa und Gandhamādana, die fünf Affentiger, stürmten auf Kumbhakarṇa los.

Wort für Wort
ṛṣabhaḥ śarabhaḥ nīlaḥ
Ṛṣabha, Śarabha, Nīla
gavākṣaḥ gandhamādanaḥ
Gavākṣa, Gandhamādana
pañca vānara-śārdūlāḥ
die fünf Affentiger
kumbhakarṇam upādravan
stürmten auf Kumbhakarṇa los

śailairvṛkṣaistalaiḥ pādairmuṣṭibhiśca mahābalāḥ | kumbhakarṇaṃ mahākām nijaghnuḥ sarvato yudhi ||25||

Mit Felsen, Bäumen, Palmwedeln, Füßen und Fäusten schlugen die Gewaltigen im Kampf von allen Seiten auf den riesenleibigen Kumbhakarṇa ein.

Wort für Wort
śailaiḥ vṛkṣaiḥ talaiḥ
mit Felsen, Bäumen, Palmwedeln
pādaiḥ muṣṭibhiḥ ca mahābalāḥ
mit Füßen und Fäusten, die Gewaltigen
kumbhakarṇam mahākāyam
auf den riesenleibigen Kumbhakarṇa
nijaghnuḥ sarvataḥ yudhi
schlugen von allen Seiten im Kampf ein

sparśāniva prahārāṃstānvedayāno na vivyathe | ṛṣabham tu mahāvegaṃ bāhubhyāṃ pariṣasvaje ||26||

Er, jene Schläge nur wie Berührungen empfindend, geriet nicht ins Wanken; Ṛṣabha aber umschlang er mit gewaltiger Wucht mit seinen Armen.

Wort für Wort
sparśān iva prahārān tān
jene Schläge wie Berührungen
vedayānaḥ na vivyathe
empfindend, geriet er nicht ins Wanken
ṛṣabham tu mahāvegam
Ṛṣabha aber mit gewaltiger Wucht
bāhubhyām pariṣasvaje
umschlang er mit den Armen

kumbhakarṇabhujābhyām tu pīḍito vānararṣabhaḥ | nipapātarṣabho bhīmaḥ pramukhāgataśoṇitaḥ ||27||

Von Kumbhakarṇas Armen gepresst, fiel der furchtbare Affenstier Ṛṣabha nieder, Blut aus dem Mund hervorquellend.

Wort für Wort
kumbhakarṇa-bhujābhyām tu pīḍitaḥ
von Kumbhakarṇas Armen aber gepresst
vānara-ṛṣabhaḥ
der Affenstier
nipapāta ṛṣabhaḥ bhīmaḥ
fiel Ṛṣabha, der Furchtbare, nieder
pramukha-āgata-śoṇitaḥ
Blut aus dem Mund hervorquellend

muṣṭinā śarabham hatvā jānunā nīlamāhave | ājaghāna gavākṣaṃ ca talenendraripustadā ||28||

Śarabha erschlug er mit der Faust, Nīla mit dem Knie im Kampf, und Gavākṣa traf der Feind Indras mit der flachen Hand.

Wort für Wort
muṣṭinā śarabham hatvā
Śarabha mit der Faust erschlagend
jānunā nīlam āhave
Nīla mit dem Knie im Kampf
ājaghāna gavākṣam ca
traf auch Gavākṣa
talena indra-ripuḥ tadā
mit der flachen Hand der Feind Indras da

pādenābhyahanatkṛddha starasā gandhamādanam ||29||

Mit dem Fuß schlug er zornig, kraftvoll, den Gandhamādana.

Wort für Wort
pādena abhyahanat kruddhaḥ
mit dem Fuß schlug er, zornig
tarasā gandhamādanam
mit Kraft den Gandhamādana

dattapraharavyathitā mumuhuḥ śoṇitokṣitāḥ | nipetuste tu medinyāṃ nikṛttā iva kiṃśukāḥ ||30||

Von den zugefügten Schlägen erschüttert, wurden sie bewusstlos, blutbefleckt; sie fielen zu Boden, wie gefällte Kiṃśuka-Bäume.

Wort für Wort
datta-prahara-vyathitāḥ
von den zugefügten Schlägen erschüttert
mumuhuḥ śoṇita-ukṣitāḥ
wurden bewusstlos, blutbefleckt
nipetuḥ te tu medinyām
sie fielen zu Boden
nikṛttāḥ iva kiṃśukāḥ
wie gefällte Kiṃśuka-Bäume

teṣu vānaramukhyeṣu patiteṣu mahātmasu | vānarāṇām sahasrāṇi kumbhakarṇaṃ pradudruvuḥ ||31||

Als jene hochgesinnten Affenführer gefallen waren, stürmten Tausende von Affen auf Kumbhakarṇa los.

Wort für Wort
teṣu vānara-mukhyeṣu patiteṣu
als jene Affenführer gefallen waren
mahātmasu
die Hochgesinnten
vānarāṇām sahasrāṇi
Tausende von Affen
kumbhakarṇam pradudruvuḥ
stürmten auf Kumbhakarṇa los

tam śailamiva śailābhāḥ sarve tu plavagarṣabhāḥ | samāruhya samutpatya dadaṃśuśca mahābalāḥ ||32||

Ihn, dem Berg gleich, erklommen alle bergesgleichen Affenstiere, aufspringend, und die Gewaltigen bissen ihn.

Wort für Wort
tam śailam iva śaila-ābhāḥ
ihn, dem Berg gleich, die bergesgleichen
sarve tu plavaga-ṛṣabhāḥ
alle Affenstiere
samāruhya samutpatya
erklimmend, aufspringend
dadaṃśuḥ ca mahābalāḥ
bissen ihn, die Gewaltigen

taṃ nakhairdaśanaiścāpi muṣṭibhirjānubhistathā | kumbhakarṇaṃ mahākāyaṃ te jaghnuḥ plavagarṣabhāḥ ||33||

Mit Krallen, Zähnen, Fäusten und Knien ebenso schlugen die Affenstiere auf den riesenleibigen Kumbhakarṇa ein.

Wort für Wort
tam nakhaiḥ daśanaiḥ ca api
ihn mit Krallen und auch Zähnen
muṣṭibhiḥ jānubhiḥ tathā
mit Fäusten und Knien ebenso
kumbhakarṇam mahākāyam
den riesenleibigen Kumbhakarṇa
te jaghnuḥ plavaga-ṛṣabhāḥ
schlugen jene Affenstiere

sa vānarasahastraistu vicitaḥ parvatopamaḥ | rarāja rākṣasavyāghro girirātmaruhairiva ||34||

Er, von Tausenden von Affen bedeckt, dem Berg gleich, erstrahlte, der Rākṣasa-Tiger, wie ein Berg mit seinem eigenen Baumwuchs.

Wort für Wort
saḥ vānara-sahasraiḥ tu vicitaḥ
er, von Tausenden von Affen bedeckt
parvata-upamaḥ rarāja
dem Berg gleich, erstrahlte
rākṣasa-vyāghraḥ
der Rākṣasa-Tiger
giriḥ ātma-ruhaiḥ iva
wie ein Berg mit eigenem Baumwuchs

bāhubhyām vānarān sarvān pragṛhya sa mahābalaḥ | bhakṣayāmāsa samkruddho garuḍaḥ pannagāniva ||35||

Mit beiden Armen alle Affen ergreifend, verschlang sie der Gewaltige zornig, wie Garuḍa Schlangen.

Wort für Wort
bāhubhyām vānarān sarvān
mit beiden Armen alle Affen
pragṛhya saḥ mahābalaḥ
ergreifend, der Gewaltige
bhakṣayāmāsa saṃkruddhaḥ
verschlang zornig
garuḍaḥ pannagān iva
wie Garuḍa die Schlangen

prakṣiptāḥ kumbhakarṇena vaktre pātālasaṃnibhe | nāsāpuṭābhyāṃ nirjagmuḥ karṇābhyām caiva vānarāḥ ||36||

In Kumbhakarṇas Maul geworfen, das der Unterwelt glich, kamen die Affen aus seinen Nasenlöchern und aus seinen Ohren wieder heraus.

Wort für Wort
prakṣiptāḥ kumbhakarṇena vaktre
in Kumbhakarṇas Maul geworfen
pātāla-saṃnibhe
das der Unterwelt glich
nāsā-puṭābhyām nirjagmuḥ
kamen aus den Nasenlöchern wieder heraus
karṇābhyām ca eva vānarāḥ
und auch aus den Ohren, die Affen

bhakṣayan bhṛśasamkruddho harīn parvatasaṃnibhaḥ | babhañja vānarān sarvān samkruddho rākṣasottamaḥ ||37||

Sie verzehrend, heftig zornig, dem Berg gleich, zerschmetterte der beste der Rākṣasas, zornig, alle Affen.

Wort für Wort
bhakṣayan bhṛśasaṃkruddhaḥ
verzehrend, heftig zornig
harīn parvata-saṃnibhaḥ
die Affen, dem Berg gleich
babhañja vānarān sarvān
zerschmetterte alle Affen
saṃkruddhaḥ rākṣasa-uttamaḥ
zornig, der beste der Rākṣasas

māṃsaśoṇitasamkledāṃ kurvan bhūmim kurvansa rākṣasaḥ | cacāra harisainyeṣu kālāgniriva mūrchitaḥ ||38||

Die Erde mit Fleisch und Blut durchtränkend, schritt der Rākṣasa durch die Affenheere, wie das entfesselte Feuer des Weltuntergangs.

Wort für Wort
māṃsa-śoṇita-saṃkledām kurvan bhūmim
die Erde mit Fleisch und Blut durchtränkend
kurvan saḥ rākṣasaḥ
tuend, jener Rākṣasa
cacāra hari-sainyeṣu
schritt durch die Affenheere
kāla-agniḥ iva mūrchitaḥ
wie das entfesselte Feuer des Weltuntergangs

vajrahasto yathā śakraḥ pāśahasta ivāntakaḥ | śūlahasto babhau kumbhakarṇo mahābalaḥ ||39||

Wie Indra mit dem Donnerkeil in der Hand, wie der Todesgott mit der Schlinge in der Hand, so erstrahlte Kumbhakarṇa, der Gewaltige, mit der Lanze in der Hand.

Wort für Wort
vajrahastaḥ yathā śakraḥ
wie Indra mit dem Donnerkeil in der Hand
pāśahastaḥ iva antakaḥ
wie der Todesgott mit der Schlinge in der Hand
śūlahastaḥ babhau
erstrahlte mit der Lanze in der Hand
kumbhakarṇaḥ mahābalaḥ
Kumbhakarṇa, der Gewaltige

yathā śuṣkāṇyaraṇyāni grīṣme dahati pāvakaḥ | tathā vānarasainyāni kumbhakarṇo dadāha saḥ ||40||

Wie das Feuer im Sommer die dürren Wälder verbrennt, so verbrannte Kumbhakarṇa die Affenheere.

Wort für Wort
yathā śuṣkāṇi araṇyāni
wie die dürren Wälder
grīṣme dahati pāvakaḥ
im Sommer das Feuer verbrennt
tathā vānara-sainyāni
so die Affenheere
kumbhakarṇaḥ dadāha saḥ
verbrannte jener Kumbhakarṇa

tatste vadhyamānāstu hatayūthā vināyakāḥ | vānarā bhayasaṃvignā vinedurvisvaraṃ bhṛśam ||41||

Da schrien die also getöteten Affen, ihrer Führer beraubt, von Furcht erschüttert, heftig mit gebrochener Stimme.

Wort für Wort
tataḥ te vadhyamānāḥ tu
da jene, getötet werdend
hata-yūthāḥ vināyakāḥ
ihres Heerführers beraubt
vānarāḥ bhaya-saṃvignāḥ
die Affen, von Furcht erschüttert
vineduḥ visvaram bhṛśam
schrien heftig mit gebrochener Stimme

anekaśo vadhyamānāḥ kumbhakarṇena vānarāḥ | rāghavam śaraṇam jagmurvyathitāḥ khinnacetasaḥ ||42||

Vielfach von Kumbhakarṇa getötet, suchten die Affen, erschüttert und niedergeschlagenen Herzens, bei Rāghava Zuflucht.

Wort für Wort
anekaśaḥ vadhyamānāḥ
vielfach getötet werdend
kumbhakarṇena vānarāḥ
von Kumbhakarṇa, die Affen
rāghavam śaraṇam jagmuḥ
suchten bei Rāghava Zuflucht
vyathitāḥ khinna-cetasaḥ
erschüttert, niedergeschlagenen Herzens

prabhagnān vānarān dṛṣṭvā vajrahastātmajātmajaḥ | abhyadhāvata vegena kumbhakarṇam mahāhave ||43||

Die geschlagenen Affen sehend, stürmte Aṅgada, der Enkel Indras, mit Wucht auf Kumbhakarṇa in der großen Schlacht los.

Wort für Wort
prabhagnān vānarān dṛṣṭvā
die geschlagenen Affen sehend
vajrahasta-ātmaja-ātmajaḥ
der Enkel des Donnerkeilträgers (Indra), Aṅgada
abhyadhāvata vegena
stürmte mit Wucht
kumbhakarṇam mahāhave
auf Kumbhakarṇa in der großen Schlacht

śailaśṛṅgaṃ mahadgṛhya vinadan sa muhurmuhuḥ | trāsayan rākṣasān sarvā kumbhakarṇapadānugān | cikṣepa śailaśikharaṃ kumbhakarṇasya mūrdhani ||44||

Einen großen Berggipfel ergreifend, immer wieder brüllend, alle Rākṣasas erschreckend, die Kumbhakarṇas Gefolge waren, schleuderte er den Berggipfel auf Kumbhakarṇas Haupt.

Wort für Wort
śaila-śṛṅgam mahat gṛhya
einen großen Berggipfel ergreifend
vinadan saḥ muhuḥ muhuḥ
immer wieder brüllend
trāsayan rākṣasān sarvān
alle Rākṣasas erschreckend
kumbhakarṇa-pada-anugān
die Kumbhakarṇas Gefolge waren
cikṣepa śaila-śikharam
schleuderte den Berggipfel
kumbhakarṇasya mūrdhani
auf Kumbhakarṇas Haupt

sa tenābhihato mūrdhni śailenendraripustadā | kumbhakarṇaḥ prajajvāla krodhena mahatā tadā ||45||

Er, an seinem Haupt von jenem Fels getroffen, der Feind Indras, Kumbhakarṇa, entbrannte da in gewaltigem Zorn.

Wort für Wort
saḥ tena abhihataḥ mūrdhni
er, daran am Haupt getroffen
śailena indraripuḥ tadā
von dem Fels, der Feind Indras da
kumbhakarṇaḥ prajajvāla
Kumbhakarṇa entbrannte
krodhena mahatā tadā
in gewaltigem Zorn da

so.abhyadhāvata vegena vāliputramamarṣaṇam ||46||

Voller Zorn stürmte er mit Wucht auf Vālins Sohn los.

Wort für Wort
saḥ abhyadhāvata vegena
er stürmte mit Wucht
vāliputram amarṣaṇam
auf den zornigen Vālisohn

kumbhakarṇo mahānādastrāsayan sarvavānarān | śūlam sasarja vai roṣādaṅgade tu mahābalaḥ ||47||

Kumbhakarṇa, laut brüllend, alle Affen erschreckend, schleuderte zornig die Lanze gegen Aṅgada, der Gewaltige.

Wort für Wort
kumbhakarṇaḥ mahānādaḥ
Kumbhakarṇa, laut brüllend
trāsayan sarva-vānarān
alle Affen erschreckend
śūlam sasarja vai roṣāt
schleuderte die Lanze zornig
aṅgade tu mahābalaḥ
gegen Aṅgada, der Gewaltige

ta māpatantam buddhvā tu yuddhamārgaviśāradaḥ | lāghavānmocayāmāsa balavān vānararṣabhaḥ ||48||

Sie herannahend bemerkend, wich der im Kampf erfahrene, starke Affenstier ihr durch seine Gewandtheit aus.

Wort für Wort
tām āpatantam buddhvā tu
sie herannahend bemerkend
yuddha-mārga-viśāradaḥ
der im Kampf Erfahrene
lāghavāt mocayāmāsa
wich durch Gewandtheit aus
balavān vānara-ṛṣabhaḥ
der starke Affenstier

utpatya cainam tarasā talenorasyatāḍayat | sa tenābhihataḥ kopātpramumohācalopamaḥ ||49||

Aufspringend schlug er ihn kraftvoll mit der flachen Hand auf die Brust; von diesem Schlag getroffen, verlor der Berggleiche vor Zorn die Besinnung.

Wort für Wort
utpatya ca enam tarasā
aufspringend und ihn kraftvoll
talena urasi atāḍayat
schlug er mit der flachen Hand auf die Brust
saḥ tena abhihataḥ kopāt
er, davon getroffen, vor Zorn
pramumoha acalopamaḥ
verlor der Berggleiche die Besinnung

sa labdhasamjño.atibalo muṣṭim samgṛihya rākṣasaḥ | apahāsena cikṣepa visamjñaḥ sa papāta ha ||50||

Der überaus starke Rākṣasa, wieder zu Bewusstsein gekommen, die Faust ergreifend, schleuderte ihn mit Verachtung; besinnungslos fiel Aṅgada nieder.

Wort für Wort
saḥ labdhasaṃjñaḥ atibalaḥ
der wieder besonnene, überaus starke
muṣṭim saṃgṛhya rākṣasaḥ
die Faust ergreifend, der Rākṣasa
apahāsena cikṣepa
schleuderte mit Verachtung
visaṃjñaḥ saḥ papāta ha
besinnungslos fiel er nieder

tasmin plavagaśārdūle visamjñe patite bhuvi | tacuchūlam samupādāya sugrīvamabhidudruve ||51||

Als jener Affentiger besinnungslos zu Boden gefallen war, ergriff er die Lanze und stürmte auf Sugrīva los.

Wort für Wort
tasmin plavaga-śārdūle
als jener Affentiger
visaṃjñe patite bhuvi
besinnungslos zu Boden gefallen war
tat śūlam samupādāya
jene Lanze ergreifend
sugrīvam abhidudruve
stürmte er auf Sugrīva los

tamāpatantaṃ samprekṣya kumbhakarṇaṃ mahābalam | utpapāta tadā vīraḥ sugrīvo vānarādhipaḥ ||52||

Ihn, Kumbhakarṇa den Gewaltigen, herannahend erblickend, sprang der Held Sugrīva, der Affenfürst, da auf.

Wort für Wort
tam āpatantam samprekṣya
ihn, herannahend, erblickend
kumbhakarṇam mahābalam
Kumbhakarṇa, den Gewaltigen
utpapāta tadā vīraḥ
sprang da der Held auf
sugrīvaḥ vānarādhipaḥ
Sugrīva, der Affenfürst

sa parvatāgramutkṣipya samāvidhya mahākapiḥ | abhidudrāva vegena kumbhakarṇaṃ mahābalam ||53||

Er, ein Berggipfel emporhebend und schwingend, der große Affe, stürmte mit Wucht auf Kumbhakarṇa, den Gewaltigen, los.

Wort für Wort
saḥ parvata-agram utkṣipya
er, einen Berggipfel emporhebend
samāvidhya mahākapiḥ
schwingend, der große Affe
abhidudrāva vegena
stürmte mit Wucht
kumbhakarṇam mahābalam
auf Kumbhakarṇa, den Gewaltigen

tamāpatantaṃ samprekṣya kumbhakarṇaḥ plavaṃgamam | tasthau vivṛtasarvāṅgo vānarendrasya saṃmukhaḥ ||54||

Ihn, den herannahenden Affen, erblickend, stand Kumbhakarṇa mit ganz entblößten Gliedern dem Affenfürsten gegenüber.

Wort für Wort
tam āpatantam samprekṣya
ihn, herannahend, erblickend
kumbhakarṇaḥ plavaṃgamam
Kumbhakarṇa, den Affen
tasthau vivṛta-sarva-aṅgaḥ
stand mit ganz entblößten Gliedern
vānarendrasya saṃmukhaḥ
dem Affenfürsten gegenüber

kapiśoṇitadigdhāṅgaṃ bhakṣayantaṃ mahākapīn | kumbhakarṇaṃ sthitaṃ dṛṣṭvā sugrīvo vākyamabravīt ||55||

Als Sugrīva Kumbhakarṇa dastehen sah, seine Glieder mit Affenblut befleckt, große Affen verzehrend, sprach er dieses Wort:

Wort für Wort
kapi-śoṇita-digdhāṅgam
mit Affenblut befleckten Gliedern
bhakṣayantam mahākapīn
große Affen verzehrend
kumbhakarṇam sthitam dṛṣṭvā
Kumbhakarṇa dastehend sehend
sugrīvaḥ vākyam abravīt
sprach Sugrīva das Wort

pātitāśca tvayā vīrāḥ kṛtaṃ karma suduṣkaram | bhakṣitāni ca sainyāni prāptaṃ te paramam yaśaḥ ||56||

Helden hast du gefällt, eine überaus schwere Tat vollbracht; Heere hast du verzehrt, höchsten Ruhm hast du erlangt.

Wort für Wort
pātitāḥ ca tvayā vīrāḥ
gefällt hast du Helden
kṛtam karma suduṣkaram
eine überaus schwere Tat vollbracht
bhakṣitāni ca sainyāni
Heere hast du verzehrt
prāptam te paramam yaśaḥ
höchsten Ruhm hast du erlangt

tyaja tadvānarānīkaṃ prākṛtaiḥ kim kariṣyasi | sahasvaikaṃ nipātaṃ me parvatasyāsya rākṣasa ||57||

Lass ab von jenem gemeinen Affenheer - was willst du mit den Gewöhnlichen? Ertrage, Rākṣasa, einen einzigen Schlag von mir mit diesem Berg.

Wort für Wort
tyaja tat vānara-anīkam
lass ab von jenem Affenheer
prākṛtaiḥ kim kariṣyasi
was willst du mit den Gewöhnlichen
sahasva ekam nipātam me
ertrage einen einzigen Schlag von mir
parvatasya asya rākṣasa
mit diesem Berg, Rākṣasa

tadvākyam harirājasya sattvadhairyasamanvitam | śrutvā rākṣasaśārdūlaḥ kumbhakarṇo.abravīdvacaḥ ||58||

Als er dieses von Mut und Standhaftigkeit erfüllte Wort des Affenkönigs gehört hatte, sprach der Rākṣasa-Tiger Kumbhakarṇa dieses Wort:

Wort für Wort
tat vākyam hari-rājasya
dieses Wort des Affenkönigs
sattva-dhairya-samanvitam
von Mut und Standhaftigkeit erfüllt
śrutvā rākṣasa-śārdūlaḥ
gehört habend, der Rākṣasa-Tiger
kumbhakarṇaḥ abravīt vacaḥ
Kumbhakarṇa sprach das Wort

prajāpatestu pautrastvam tathaivarkṣarajaḥsutaḥ | dhṛtipauruṣasampannaḥ kasmādgarjasi vānara ||59||

Du bist zwar der Enkel Prajāpatis und ebenso der Sohn des Bärenkönigs, mit Standhaftigkeit und Mannheit begabt - warum brüllst du so, Affe?

Wort für Wort
prajāpateḥ tu pautraḥ tvam
du bist der Enkel Prajāpatis
tathā eva ṛkṣarajaḥ-sutaḥ
und ebenso der Sohn des Bärenkönigs
dhṛti-pauruṣa-sampannaḥ
mit Standhaftigkeit und Mannheit begabt
kasmāt garjasi vānara
warum brüllst du, Affe

sa kumbhakarṇasya vaco niśamya | vyāvidhya śailam sahasā mumoca | tenājaghānorasi kumbhakarṇaṃ | śailena vajrāśanisaṃnibhena ||60||

Er, Kumbhakarṇas Worte hörend, schwang den Berg und schleuderte ihn jäh; damit traf er Kumbhakarṇa an der Brust, mit dem Berg, dem Donnerkeil gleich.

Wort für Wort
saḥ kumbhakarṇasya vacaḥ niśamya
er, Kumbhakarṇas Worte hörend
vyāvidhya śailam sahasā mumoca
schwang den Berg und schleuderte ihn jäh
tena ājaghāna urasi kumbhakarṇam
damit traf er Kumbhakarṇa an der Brust
śailena vajrāśani-saṃnibhena
mit dem Berg, dem Donnerkeil gleich

tacchailaśṛṅgaṃ sahasā vikīrṇaṃ | bhujāntare tasya tadā viśāle | tato viṣeduḥ sahasā plavamgā | rakṣogaṇāścāpi mudā vineduḥ ||61||

Jener Berggipfel zerbarst jäh an seiner weiten Brust; da wurden die Affen jäh bekümmert, und die Rākṣasascharen jubelten voller Freude.

Wort für Wort
tat śaila-śṛṅgam sahasā vikīrṇam
jener Berggipfel zerbarst jäh
bhujāntare tasya tadā viśāle
an seiner weiten Brust da
tataḥ viṣeduḥ sahasā plavaṃgāḥ
da wurden die Affen jäh bekümmert
rakṣogaṇāḥ ca api mudā vineduḥ
und die Rākṣasascharen jubelten voller Freude

sa śailaśṛṅgābhihataś cukopa | nanāda kopācca vivṛtya vaktram | vyāvidhya śūlam ca taḍitprakāśaṃ | cikṣepa haryṛkṣapatervadhāya ||62||

Er, vom Berggipfel getroffen, wurde zornig; er brüllte vor Zorn, den Mund aufreißend, schwang die blitzgleiche Lanze und schleuderte sie, um den Herrn der Affen und Bären zu töten.

Wort für Wort
saḥ śaila-śṛṅga-abhihataḥ cukopa
er, vom Berggipfel getroffen, wurde zornig
nanāda kopāt ca vivṛtya vaktram
brüllte vor Zorn, den Mund aufreißend
vyāvidhya śūlam ca taḍit-prakāśam
die blitzgleiche Lanze schwingend
cikṣepa hari-ṛkṣapateḥ vadhāya
schleuderte sie, um den Herrn der Affen und Bären zu töten

tatkumbhakarṇasya bhujapraviddhaṃ | śūlam śitam kāñcana dāmajuṣṭam | kṣipram samutpatya nigṛhya dorbhyāṃ | babhañja vegena suto.anilasya ||63||

Jene von Kumbhakarṇas Arm geschleuderte, scharfe, mit goldenem Geschmeide versehene Lanze ergriff der Sohn des Windgotts rasch, aufspringend, mit beiden Armen, und zerbrach sie mit Wucht.

Wort für Wort
tat kumbhakarṇasya bhuja-praviddham
jene von Kumbhakarṇas Arm geschleuderte
śūlam śitam kāñcana-dāma-juṣṭam
scharfe Lanze, mit goldenem Geschmeide versehen
kṣipram samutpatya nigṛhya dorbhyām
rasch aufspringend, mit beiden Armen ergreifend
babhañja vegena sutaḥ anilasya
zerbrach mit Wucht der Sohn des Windgotts

kṛtaṃ bhārasahasrasya śūlam kālāyasaṃ mahat | babhañja janaumāropya prahṛṣṭaḥ plavagarṣabhaḥ ||64||

Die große, aus Eisen gefertigte Lanze vom Gewicht tausender Lasten zerbrach der freudige Affenstier, sie auf sein Knie stemmend.

Wort für Wort
kṛtam bhāra-sahasrasya
gefertigt mit dem Gewicht von Tausenden von Lasten
śūlam kālāyasam mahat
die große, aus Eisen gefertigte Lanze
babhañja jānau āropya
zerbrach, sie auf das Knie stemmend
prahṛṣṭaḥ plavaga-ṛṣabhaḥ
der freudige Affenstier

śūlam bhagnam hanumatā dṛṣṭvā vānaravāhinī | hṛṣṭā nanāda bahuśaḥ sarvataścāpi dudruve ||65||

Als sie sahen, wie Hanumān die Lanze zerbrach, brüllte das Affenheer vielfach vor Freude und lief von allen Seiten heran.

Wort für Wort
śūlam bhagnam hanumatā dṛṣṭvā
die von Hanumān zerbrochene Lanze sehend
vānara-vāhinī hṛṣṭā
das Affenheer, erfreut
nanāda bahuśaḥ
brüllte vielfach
sarvataḥ ca api dudruve
und lief von allen Seiten heran

babhūvātha paritrasto rākṣaso vimukho.abhavat | simhanādam ca te cakruḥ prahṛṣṭā vanagocarāḥ | mārutiṃ pūjayāṃcakrurdṛṣṭvā śūlam tathāgatam ||66||

Da wurde der Rākṣasa erschrocken und wandte sich ab; die freudigen Waldbewohner stießen Löwengebrüll aus und priesen den Sohn des Windgotts, als sie die Lanze so zerbrochen sahen.

Wort für Wort
babhūva atha paritrastaḥ
da wurde er erschrocken
rākṣasaḥ vimukhaḥ abhavat
der Rākṣasa wandte sich ab
siṃhanādam ca te cakruḥ
und sie stießen Löwengebrüll aus
prahṛṣṭāḥ vanagocarāḥ
die freudigen Waldbewohner
mārutim pūjayāṃ cakruḥ
priesen den Sohn des Windgotts
dṛṣṭvā śūlam tathāgatam
als sie die so zerbrochene Lanze sahen

sa tattadā bhagnamavekṣya śūlaṃ | cukopa rakṣo.adhipatirmahātmā | utpāṭya laṅkāmalayātsa śṛṅgaṃ | jaghāna sugrīvamupetya tena ||67||

Er, die zerbrochene Lanze sehend, wurde zornig, der hochgesinnte Rākṣasa-Herr; einen Gipfel des Malaya-Gebirges bei Laṅkā ausreißend, näherte er sich Sugrīva und schlug ihn damit.

Wort für Wort
saḥ tat tadā bhagnam avekṣya śūlam
er, die zerbrochene Lanze sehend
cukopa rakṣaḥ-adhipatiḥ mahātmā
wurde zornig, der hochgesinnte Rākṣasa-Herr
utpāṭya laṅkā-malayāt saḥ śṛṅgam
einen Gipfel des Malaya bei Laṅkā ausreißend
jaghāna sugrīvam upetya tena
näherte sich Sugrīva und schlug ihn damit

sa śailaśṛṅgābhihato visamjñaḥ | papāta bhūmau yudhi vānarendraḥ | taṃ prekṣya bhūmau patitam visamjñaṃ | neduḥ prahṛṣṭā yudhi yātudhānāḥ ||68||

Er, vom Berggipfel getroffen, besinnungslos, fiel der Affenfürst im Kampf zu Boden; ihn, besinnungslos zu Boden gefallen sehend, jubelten die Rākṣasas voller Freude im Kampf.

Wort für Wort
saḥ śaila-śṛṅga-abhihataḥ visaṃjñaḥ
er, vom Berggipfel getroffen, besinnungslos
papāta bhūmau yudhi vānarendraḥ
fiel im Kampf zu Boden, der Affenfürst
tam prekṣya bhūmau patitam visaṃjñam
ihn besinnungslos zu Boden gefallen sehend
neduḥ prahṛṣṭāḥ yudhi yātudhānāḥ
jubelten voller Freude im Kampf die Rākṣasas

tamabhyupetyādbhutaghoravīryaṃ | sa kumbhakarṇo yudhi vānarendram | jahāra sugrīvamabhipragṛhya | yathānilo meghamatipracaṇḍaḥ ||69||

Auf ihn zugehend, den von wunderbarer, furchtbarer Kraft, ergriff Kumbhakarṇa im Kampf Sugrīva, den Affenfürsten, und entführte ihn, wie der überaus heftige Wind eine Wolke.

Wort für Wort
tam abhyupetya adbhuta-ghora-vīryam
auf ihn, von wunderbarer, furchtbarer Kraft, zugehend
saḥ kumbhakarṇaḥ yudhi vānarendram
Kumbhakarṇa im Kampf den Affenfürsten
jahāra sugrīvam abhipragṛhya
entführte Sugrīva, ihn ergreifend
yathā anilaḥ megham atipracaṇḍaḥ
wie der überaus heftige Wind eine Wolke

sa taṃ mahāmeghanikāśarūpam | utpāṭya gacchanyudhi kumbhakarṇaḥ | rarāja merupratimānarūpo | meruryathātyucchritaghoraśṛṅgaḥ ||70||

Er, jenen einer großen Wolke gleichenden Sugrīva emporhebend und im Kampf davongehend, Kumbhakarṇa, dem Berg Meru gleich an Gestalt, erstrahlte wie der Meru mit seinem überaus hohen, furchtbaren Gipfel.

Wort für Wort
saḥ tam mahāmegha-nikāśa-rūpam
er, den einer großen Wolke gleichenden
utpāṭya gacchan yudhi kumbhakarṇaḥ
emporhebend, im Kampf davongehend, Kumbhakarṇa
rarāja meru-pratimāna-rūpaḥ
erstrahlte, dem Meru an Gestalt gleich
meruḥ yathā atyucchrita-ghora-śṛṅgaḥ
wie der Meru mit seinem überaus hohen, furchtbaren Gipfel

tataḥ samutpāṭya jagāma vīraḥ | saṃstūyamāno yudhi rākṣasendraiḥ | śṛṇvanninādam tridaśālayānāṃ | plavamgarājagrahavismitānām ||71||

Da zog der Held, ihn emporgehoben habend, davon, von den Rākṣasafürsten im Kampf gepriesen, während er das Getöse der Götterbewohner hörte, die über die Gefangennahme des Affenkönigs erstaunt waren.

Wort für Wort
tataḥ samutpāṭya jagāma vīraḥ
da zog der Held, ihn emporgehoben habend, davon
saṃstūyamānaḥ yudhi rākṣasendraiḥ
von den Rākṣasafürsten im Kampf gepriesen
śṛṇvan ninādam tridaśa-ālayānām
das Getöse der Götterbewohner hörend
plavaṃga-rāja-graha-vismitānām
die über die Gefangennahme des Affenkönigs erstaunt waren

tatastamādāya tadā sa mene | harīndramindropamamindravīryaḥ | asminhṛte sarvamidam hṛtaṃ syāt | sarāghavam sainyamitīndraśatruḥ ||72||

Da, ihn ergreifend, dachte der an Kraft Indra gleiche Feind Indras: 'Ist dieser Affenfürst, Indra gleich, entführt, so ist dies ganze Heer samt Rāghava mitentführt.'

Wort für Wort
tataḥ tam ādāya tadā saḥ mene
da, ihn ergreifend, dachte er
hari-indram indra-upamam indra-vīryaḥ
der an Kraft Indra gleiche, den an Indra gleichen Affenfürsten
asmin hṛte sarvam idam hṛtam syāt
'ist dieser entführt, so ist dies alles mitentführt'
sarāghavam sainyam iti indra-śatruḥ
'das Heer samt Rāghava', so der Feind Indras

vidrutām vāhinīm dṛṣṭvā vānarāṇāṃ tatastataḥ | kumbhakarṇena sugrīvam gṛhītaṃ cāpi vānaram | hanūmāṃścintayāmāsa matimān mārutātmajaḥ ||73||

Als er das nach allen Seiten fliehende Heer der Affen sah, und dass Sugrīva, der Affe, von Kumbhakarṇa ergriffen war, dachte der kluge Hanumān, der Sohn des Windgotts, nach:

Wort für Wort
vidrutām vāhinīm dṛṣṭvā
das fliehende Heer sehend
vānarāṇām tataḥ tataḥ
der Affen, nach allen Seiten
kumbhakarṇena sugrīvam gṛhītam ca api vānaram
und dass Sugrīva, der Affe, von Kumbhakarṇa ergriffen war
hanūmān cintayāmāsa matimān mārutātmajaḥ
dachte der kluge Hanumān, der Sohn des Windgotts, nach

evam gṛhīte sugrīve kiṃ kartavyaṃ mayā bhavet ||74||

'Da Sugrīva so gefangen ist, was sollte ich tun?'

Wort für Wort
evam gṛhīte sugrīve
da Sugrīva so gefangen ist
kim kartavyam mayā bhavet
was sollte von mir zu tun sein

yadvai nyāyyaṃ mayā kartum tatkariṣyāmi sarvathā | bhūtvā parvatasamkāśo nāśayiṣyāmi rākṣasaṃ ||75||

'Was recht ist, dass ich es tue, das werde ich auf jeden Fall tun; zum Berg gleich werdend, werde ich den Rākṣasa vernichten.'

Wort für Wort
yat vai nyāyyam mayā kartum
was recht ist für mich zu tun
tat kariṣyāmi sarvathā
das werde ich auf jeden Fall tun
bhūtvā parvata-saṃkāśaḥ
zum Berg gleich werdend
nāśayiṣyāmi rākṣasam
werde ich den Rākṣasa vernichten

mayā hate samyati kumbhakarṇe | mahābale muṣṭiviśīrṇadehe | vimocite vānarapārthive ca | bhavantu hṛṣṭāḥ pravagāḥ samagrāḥ ||76||

'Wenn ich im Kampf den gewaltigen Kumbhakarṇa erschlagen habe, seinen Leib mit der Faust zermalmt, und den Affenkönig befreit habe, mögen alle Affen sich freuen.'

Wort für Wort
mayā hate samyati kumbhakarṇe
wenn ich im Kampf Kumbhakarṇa erschlagen habe
mahābale muṣṭi-viśīrṇa-dehe
den Gewaltigen, dessen Leib mit der Faust zermalmt ist
vimocite vānara-pārthive ca
und der Affenkönig befreit ist
bhavantu hṛṣṭāḥ plavagāḥ samagrāḥ
mögen alle Affen sich freuen

atha vā svayamapyeṣa mokṣaṃ prāpsyati pārthivaḥ | gṛhīto.ayam yadi bhavettridaśaiḥ sāsuroragaiḥ ||77||

'Oder aber, dieser König wird selbst die Befreiung erlangen, wäre er auch von den Göttern samt Asuras und Schlangen gefangen.'

Wort für Wort
atha vā svayam api eṣaḥ
oder aber er selbst
mokṣam prāpsyati pārthivaḥ
wird der König die Befreiung erlangen
gṛhītaḥ ayam yadi bhavet
wäre er auch gefangen
tridaśaiḥ sa-asura-uragaiḥ
von den Göttern samt Asuras und Schlangen

manye na tāvadātmānaṃ budhyate vānarādhipaḥ | śailaprahārābhihataḥ kumbhakarṇena samyuge ||78||

'Ich denke, noch erkennt sich der Affenfürst nicht selbst, vom Bergesschlag getroffen durch Kumbhakarṇa im Kampf.'

Wort für Wort
manye na tāvat ātmānam
ich denke, noch nicht sich selbst
budhyate vānarādhipaḥ
erkennt der Affenfürst
śaila-prahāra-abhihataḥ
vom Bergesschlag getroffen
kumbhakarṇena saṃyuge
durch Kumbhakarṇa im Kampf

ayaṃ muhūrtātsugrīvo labdhasamjño mahāhave | ātmano vānarāṇām ca yatpathyaṃ tatkariṣyati ||79||

'Sobald dieser Sugrīva in der großen Schlacht wieder zu Bewusstsein kommt, wird er tun, was ihm selbst und den Affen zuträglich ist.'

Wort für Wort
ayam muhūrtāt sugrīvaḥ
dieser Sugrīva sogleich
labdhasaṃjñaḥ mahāhave
zu Bewusstsein gekommen in der großen Schlacht
ātmanaḥ vānarāṇām ca
ihm selbst und den Affen
yat pathyam tat kariṣyati
was zuträglich ist, das wird er tun

mayā tu mokṣitasyāsya sugrīvasya mahātmanaḥ | aprītaśca bhavetkaṣṭā kīrtināśaśca śāśvataḥ ||80||

'Würde ich aber diesen hochgesinnten Sugrīva befreien, so würde er unzufrieden, und sein ewiger Ruhm zunichte werden.'

Wort für Wort
mayā tu mokṣitasya asya
von mir aber, wenn dieser befreit würde
sugrīvasya mahātmanaḥ
des hochgesinnten Sugrīva
aprītaḥ ca bhavet kaṣṭaḥ
würde er unzufrieden und bekümmert
kīrti-nāśaḥ ca śāśvataḥ
und sein ewiger Ruhm zunichte

tasmānmuhūrtam kāmkṣiṣye vikramaṃ pārthivasya naḥ | bhinnam ca vānarānīkaṃ tāvadāśvāsayāmyaham ||81||

'Darum will ich einen Augenblick auf die Tapferkeit unseres Königs warten; unterdessen will ich das versprengte Affenheer beruhigen.'

Wort für Wort
tasmāt muhūrtam kāṃkṣiṣye
darum will ich einen Augenblick warten
vikramam pārthivasya naḥ
auf die Tapferkeit unseres Königs
bhinnam ca vānara-anīkam
und das versprengte Affenheer
tāvat āśvāsayāmi aham
unterdessen will ich beruhigen

ityevam cintayitvā tu hanūmānmārutātmajaḥ | bhūyaḥ saṃstambhayāmāsa vānarāṇāṃ mahācamūm ||82||

So nachgedacht habend, festigte Hanumān, der Sohn des Windgotts, das große Heer der Affen von neuem.

Wort für Wort
iti evam cintayitvā tu
so nachgedacht habend
hanūmān mārutātmajaḥ
Hanumān, der Sohn des Windgotts
bhūyaḥ saṃstambhayāmāsa
festigte von neuem
vānarāṇām mahācamūm
das große Heer der Affen

sa kumbhakarṇo.atha viveśa laṅkāṃ | sphurantamādāya mahāharim tam | vimānacaryāgṛhagopurasthaiḥ | puṣpāgryavarṣairavakīryamāṇaḥ ||83||

Kumbhakarṇa aber betrat da Laṅkā, den zappelnden großen Affen tragend, von denen auf Luftwagen, Wandelgängen, Häusern und Torhallen Stehenden mit köstlichem Blütenregen überschüttet.

Wort für Wort
saḥ kumbhakarṇaḥ atha viveśa laṅkām
Kumbhakarṇa aber betrat da Laṅkā
sphurantam ādāya mahāharim tam
den zappelnden großen Affen tragend
vimāna-carya-gṛha-gopura-sthaiḥ
von denen auf Luftwagen, Wandelgängen, Häusern, Torhallen Stehenden
puṣpa-agrya-varṣaiḥ avakīryamāṇaḥ
mit köstlichem Blütenregen überschüttet

lājagandhodavarṣaistu sevyamānaḥ śanaiḥ śanaiḥ | rājavīthyāstu śītatvātsamjñām prāpa mahābalaḥ ||84||

Von Regen aus geröstetem Korn und duftendem Wasser bedient, gelangte der Gewaltige allmählich, durch die Kühle der Königsstraße, wieder zu Bewusstsein.

Wort für Wort
lāja-gandhoda-varṣaiḥ tu
von Regen aus geröstetem Korn und duftendem Wasser
sevyamānaḥ śanaiḥ śanaiḥ
allmählich bedient
rājavīthyāḥ tu śītatvāt
durch die Kühle der Königsstraße
saṃjñām prāpa mahābalaḥ
gelangte der Gewaltige zu Bewusstsein

tataḥ sa samjñāmupalabhya kṛcchrā | dbalīyasastasya bhujāntarasthaḥ | avekṣamāṇaḥ purarājamārgaṃ | vicintayāmāsa muhurmahātmā ||85||

Da, mit Mühe zum Bewusstsein gelangt, zwischen den Armen des Gewaltigen befindlich, die königliche Straße der Stadt betrachtend, sann der Hochgesinnte immer wieder nach.

Wort für Wort
tataḥ saḥ saṃjñām upalabhya kṛcchrāt
da, mit Mühe zum Bewusstsein gelangt
balīyasaḥ tasya bhujāntarasthaḥ
zwischen den Armen des Gewaltigen befindlich
avekṣamāṇaḥ pura-rājamārgam
die königliche Straße der Stadt betrachtend
vicintayāmāsa muhuḥ mahātmā
sann der Hochgesinnte immer wieder nach

evam gṛhītena kathaṃ nu nāma | śakyaṃ mayā samprati kartumadya | tathā kariṣyāmi yathā harīṇāṃ | bhaviṣyatīṣṭam ca hitaṃ ca kāryam ||86||

'Wie könnte ich, so gefangen, jetzt etwas tun? So werde ich handeln, dass es den Affen willkommen und zuträglich sein wird.'

Wort für Wort
evam gṛhītena katham nu nāma
so gefangen, wie könnte denn
śakyam mayā samprati kartum adya
von mir jetzt etwas getan werden
tathā kariṣyāmi yathā harīṇām
so werde ich handeln, dass es den Affen
bhaviṣyati iṣṭam ca hitam ca kāryam
willkommen und zuträglich sein wird

tataḥ karāgraiḥ sahasā sametya | rājā harīṇā mamarendraśatroḥ | nakhaiśca karṇau daśanaiśca nāsāṃ | dadaṃśa pādairvidadāra parśvau ||87||

Da griff der König der Affen jäh mit den Fingerspitzen zu und zerriss dem Feind Indras mit den Krallen die Ohren, biss ihm mit den Zähnen die Nase ab und zerriss ihm mit den Füßen die Flanken.

Wort für Wort
tataḥ karāgraiḥ sahasā sametya
da mit den Fingerspitzen jäh zugreifend
rājā harīṇām indraśatroḥ
der König der Affen, dem Feind Indras
nakhaiḥ ca karṇau daśanaiḥ ca nāsām
mit Krallen die Ohren, mit Zähnen die Nase
dadaṃśa pādaiḥ vidadāra pārśvau
biss ab, zerriss mit den Füßen die Flanken

sa kumbhakarṇau hṛtakarṇanāso | vidāritastena radairnakhaiśca | roṣābhibhūtaḥ kṣatajārdragāraḥ | sugrīvamāvidhya pipeṣa bhūmau ||88||

Er, Kumbhakarṇa, der Ohren und Nase beraubt, durch dessen Zähne und Krallen zerrissen, von Zorn überwältigt, von Blut durchtränkt, schwang Sugrīva und zermalmte ihn zu Boden.

Wort für Wort
saḥ kumbhakarṇaḥ hṛta-karṇa-nāsaḥ
er, Kumbhakarṇa, der Ohren und Nase beraubt
vidāritaḥ tena radaiḥ nakhaiḥ ca
durch dessen Zähne und Krallen zerrissen
roṣa-abhibhūtaḥ kṣataja-ardra-gātraḥ
von Zorn überwältigt, von Blut durchtränkt
sugrīvam āvidhya pipeṣa bhūmau
Sugrīva schwingend, zermalmte ihn zu Boden

sa bhūtale bhīmabalābhipiṣṭaḥ | surāribhistairabhihanyamānaḥ | jagāma kham kandukavajjavena | punaśca rāmeṇa samājagāma ||89||

Er, auf dem Boden von der furchtbaren Kraft zermalmt, von jenen Götterfeinden geschlagen, flog in raschem Schwung wie ein Ball in die Luft empor und gelangte wieder zu Rāma.

Wort für Wort
saḥ bhūtale bhīma-bala-abhipiṣṭaḥ
er, auf dem Boden von der furchtbaren Kraft zermalmt
surāribhiḥ taiḥ abhihanyamānaḥ
von jenen Götterfeinden geschlagen
jagāma kham kandukavat javena
flog in raschem Schwung wie ein Ball in die Luft
punaḥ ca rāmeṇa samājagāma
und gelangte wieder zu Rāma

karṇanāsāvihīnasya kumbhakarṇo mahābalaḥ | rarāja śoṇitotsikto giriḥ prasravaṇairiva ||90||

Kumbhakarṇa, der Gewaltige, Ohren und Nase beraubt, blutüberströmt, erstrahlte wie ein Berg mit seinen Quellen.

Wort für Wort
karṇa-nāsā-vihīnasya
Ohren und Nase beraubt
kumbhakarṇaḥ mahābalaḥ
Kumbhakarṇa, der Gewaltige
rarāja śoṇita-utsiktaḥ
erstrahlte, blutüberströmt
giriḥ prasravaṇaiḥ iva
wie ein Berg mit seinen Quellen

śoṇitārdro mahākāyo rākṣaso bhīmadarśanaḥ | amarṣācchoṇitodgārī śuśubhe rāvaṇānujaḥ ||91||

Der riesenleibige Rākṣasa, blutdurchtränkt, furchtbar anzusehen, Blut aus Zorn hervorquellend, erstrahlte, Rāvaṇas jüngerer Bruder.

Wort für Wort
śoṇita-ārdraḥ mahākāyaḥ
blutdurchtränkt, riesenleibig
rākṣasaḥ bhīmadarśanaḥ
der Rākṣasa, furchtbar anzusehen
amarṣāt śoṇita-udgārī
aus Zorn Blut hervorquellend
śuśubhe rāvaṇānujaḥ
erstrahlte, Rāvaṇas jüngerer Bruder

nīlāñjanacayaprakhyāḥ sasaṃdhya iva toyadaḥ | yuddhāyābhimukho bhīmo manaścakre niśācaraḥ ||92||

Dunkel wie eine Masse schwarzen Augenschminkmittels, wie eine Abendröte-Wolke, wandte der furchtbare Nachtwandler seinen Sinn dem Kampf zu.

Wort für Wort
nīla-añjana-caya-prakhyāḥ
dunkel wie eine Masse schwarzen Augenschminkmittels
sasaṃdhyaḥ iva toyadaḥ
wie eine Abendröte-Wolke
yuddhāya abhimukhaḥ bhīmaḥ
dem Kampf zugewandt, der Furchtbare
manaḥ cakre niśācaraḥ
wandte den Sinn zu, der Nachtwandler

gate ca tasmin surarājaśatruh | krodhātpradudrāva raṇāya bhūyaḥ | anāyudho.asmīti vicintya raudro | ghoram tadā mudgaramāsasāda ||93||

Und als dieser fort war, stürmte der Feind des Götterkönigs voller Zorn abermals in die Schlacht; 'Ich bin ohne Waffe', so bedenkend, der Furchtbare, ergriff er da einen furchtbaren Streitkolben.

Wort für Wort
gate ca tasmin surarāja-śatruḥ
und als dieser fort war, der Feind des Götterkönigs
krodhāt pradudrāva raṇāya bhūyaḥ
stürmte vor Zorn abermals in die Schlacht
anāyudhaḥ asmi iti vicintya raudraḥ
'ich bin ohne Waffe', so bedenkend, der Furchtbare
ghoram tadā mudgaram āsasāda
ergriff da einen furchtbaren Streitkolben

tataḥ sa puryāḥ sahasā mahātmā | niṣkramya tadvānarasainyamugram | babhakṣa rakṣo yudhi kumbhakarṇaḥ | prajā yugāntāgniriva pradīptaḥ ||94||

Da, jäh aus der Stadt hervortretend, der Hochgesinnte, verschlang der Rākṣasa Kumbhakarṇa im Kampf jenes furchtbare Affenheer, wie das lodernde Feuer am Ende des Weltzeitalters die Geschöpfe.

Wort für Wort
tataḥ saḥ puryāḥ sahasā mahātmā
da jäh aus der Stadt, der Hochgesinnte
niṣkramya tat vānara-sainyam ugram
hervortretend, jenes furchtbare Affenheer
babhakṣa rakṣaḥ yudhi kumbhakarṇaḥ
verschlang der Rākṣasa Kumbhakarṇa im Kampf
prajāḥ yugānta-agniḥ iva pradīptaḥ
wie das lodernde Feuer am Weltende die Geschöpfe

bubhukṣitaḥ śoṇitamāṃsagṛdhnuḥ | praviśya tadvānarasainyamugram | cakhāda rakṣāṃsi harīnpiśācān | ṛkṣāṃśca mohādyudhi kumbhakarṇaḥ | yathaiva mṛtyurharate yugānte | sa bhakṣayāmāsa harīṃśca mukhyān ||95||

Hungrig, nach Blut und Fleisch gierend, in jenes furchtbare Affenheer eindringend, verschlang Kumbhakarṇa im Kampf, in Verblendung, Rākṣasas, Affen, Piśācas und Bären; wie der Tod am Ende des Weltzeitalters hinwegrafft, so verschlang er auch die führenden Affen.

Wort für Wort
bubhukṣitaḥ śoṇita-māṃsa-gṛdhnuḥ
hungrig, nach Blut und Fleisch gierend
praviśya tat vānara-sainyam ugram
in jenes furchtbare Affenheer eindringend
cakhāda rakṣāṃsi harīn piśācān
verschlang Rākṣasas, Affen, Piśācas
ṛkṣān ca mohāt yudhi kumbhakarṇaḥ
und Bären, in Verblendung, im Kampf, Kumbhakarṇa
yathā eva mṛtyuḥ harate yugānte
wie der Tod am Weltende hinwegrafft
saḥ bhakṣayāmāsa harīn ca mukhyān
so verschlang er auch die führenden Affen

ekam dvau trīn bahūn kruddho vānarān saha rākṣasaiḥ | samādāyaikahastena pracikṣepa tvaranmukhe ||96||

Einen, zwei, drei, viele Affen, zornig, samt den Rākṣasas mit einer Hand ergreifend, warf er sie eilends in sein Maul.

Wort für Wort
ekam dvau trīn bahūn kruddhaḥ
einen, zwei, drei, viele, zornig
vānarān saha rākṣasaiḥ
Affen samt Rākṣasas
samādāya eka-hastena
mit einer Hand ergreifend
pracikṣepa tvarat mukhe
warf er eilends ins Maul

samprasravaṃstadā medaḥ śoṇita ca mahābalaḥ | vadhyamāno nagendrāgrairbhakṣayāmāsa vānarān ||97||

Da, Fett und Blut vergießend, verschlang der Gewaltige, von den Bergesgipfeln getroffen, die Affen.

Wort für Wort
samprasravan tadā medaḥ śoṇitam ca
da Fett und Blut vergießend
mahābalaḥ vadhyamānaḥ
der Gewaltige, getroffen werdend
naga-indra-agraiḥ
von den Bergesgipfeln
bhakṣayāmāsa vānarān
verschlang die Affen

te bhakṣyamāṇā harayo rāmam jagmustadā gatim | kumbhakarṇo bhṛśam kruddhaḥ kapīn khādan pradhāvati ||98||

Jene verzehrt werdenden Affen nahmen da ihre Zuflucht zu Rāma; Kumbhakarṇa, heftig zornig, lief umher, die Affen verschlingend.

Wort für Wort
te bhakṣyamāṇāḥ harayaḥ
jene verzehrt werdenden Affen
rāmam jagmuḥ tadā gatim
nahmen da ihre Zuflucht zu Rāma
kumbhakarṇaḥ bhṛśam kruddhaḥ
Kumbhakarṇa, heftig zornig
kapīn khādan pradhāvati
lief umher, die Affen verschlingend

śatāni sapta cāṣṭau ca viṃśattriṃśattathaiva ca | sampariṣvajya bahubhyām khādanviparidhāvati ||99||

Siebenhundert und achthundert, zwanzig und dreißig ebenso mit den Armen umfassend, lief er umher, sie verzehrend.

Wort für Wort
śatāni sapta ca aṣṭau ca
siebenhundert und achthundert
viṃśat triṃśat tathā eva ca
zwanzig und ebenso dreißig
sampariṣvajya bāhubhyām
mit beiden Armen umfassend
khādan viparidhāvati
verzehrend lief er umher

medovasāśoṇitadigdhagātraḥ | karṇāvasaktagrathitāntramālaḥ | vavarṣaśūlāni sutīkṣaṇadaṃṣṭraḥ | kālo yugāntastha iva pravṛddhaḥ ||100||

Seine Glieder mit Fett, Mark und Blut befleckt, an seinen Ohren hing eine Girlande verschlungener Eingeweide; mit scharfen Fangzähnen ließ er Lanzen regnen, wie der gewachsene Tod am Ende des Weltzeitalters.

Wort für Wort
medaḥ-vasā-śoṇita-digdha-gātraḥ
seine Glieder mit Fett, Mark und Blut befleckt
karṇa-avasakta-grathita-antra-mālaḥ
an den Ohren hängend eine Girlande verschlungener Eingeweide
vavarṣa śūlāni su-tīkṣaṇa-daṃṣṭraḥ
ließ Lanzen regnen, mit scharfen Fangzähnen
kālaḥ yugāntasthaḥ iva pravṛddhaḥ
wie der gewachsene Tod am Ende des Weltzeitalters

tasmin kāle sumitrāyāḥ putraḥ parabalārdanaḥ | cakāra lakṣmaṇaḥ kruddho yuddham parapuramjayaḥ ||101||

Zu jener Zeit führte Sumitrās Sohn, der Zerstörer feindlicher Heere, Lakṣmaṇa, zornig, der Eroberer feindlicher Städte, den Kampf.

Wort für Wort
tasmin kāle sumitrāyāḥ putraḥ
zu jener Zeit Sumitrās Sohn
parabala-ardanaḥ
der Zerstörer feindlicher Heere
cakāra lakṣmaṇaḥ kruddhaḥ
führte Lakṣmaṇa, zornig, den Kampf
yuddham parapuram-jayaḥ
der Eroberer feindlicher Städte

sa kumbhakarṇasya śarāñśarīre sapta vīryavān | nicakhānādade cānyānvisasarja ca lakṣmaṇaḥ ||102||

Der Kraftvolle, Lakṣmaṇa, bohrte sieben Pfeile in Kumbhakarṇas Leib, ergriff andere und schoss sie ab.

Wort für Wort
saḥ kumbhakarṇasya śarān śarīre sapta
er, sieben Pfeile in Kumbhakarṇas Leib
vīryavān nicakhāna
der Kraftvolle bohrte
ādade ca anyān
ergriff auch andere
visasarja ca lakṣmaṇaḥ
und schoss sie ab, Lakṣmaṇa

pīḍyamānastadastram tu viśeṣam tatasa rākṣasaḥ | tataścukopa balavān sumitrānaṃdavardhanaḥ ||103||

Der Rākṣasa, obgleich von jenen Pfeilen gequält, zeigte keine besondere Erschütterung; da wurde der starke Lakṣmaṇa, der Mehrer der Freude Sumitrās, zornig.

Wort für Wort
pīḍyamānaḥ tat astram tu
von jenen Geschossen gequält aber
viśeṣam na tatāna rākṣasaḥ
zeigte der Rākṣasa keine besondere Erschütterung
tataḥ cukopa balavān
da wurde der Starke zornig
sumitrānandavardhanaḥ
der Mehrer der Freude Sumitrās

athasya kavacam śubhram jāmubūnadamayam śubham | pracchādayāmāsa śaraiḥ saṃdhyābhramiva mārutaḥ ||104||

Dann bedeckte er dessen strahlenden, aus Goldjambu-Gold gefertigten Panzer mit Pfeilen, wie der Wind eine Abendwolke.

Wort für Wort
atha asya kavacam śubhram
dann dessen strahlenden Panzer
jāmbūnada-mayam śubham
aus Goldjambu-Gold gefertigt, schön
pracchādayāmāsa śaraiḥ
bedeckte er mit Pfeilen
saṃdhyā-abhram iva mārutaḥ
wie der Wind eine Abendwolke

nīlāñjanacayaprakhyāḥ śairaiḥ kāñcanabhūṣaṇaiḥ | āpīḍyamānaḥ śuśubhe meghaiḥ sūrya ivāṃśumān ||105||

Von den dunkel wie eine Masse Augenschminkmittel wirkenden, goldgeschmückten Pfeilen bedrängt, erstrahlte er wie die strahlende Sonne unter Wolken.

Wort für Wort
nīla-añjana-caya-prakhyāḥ śaraiḥ
von den dunkel wie eine Masse Augenschminkmittel wirkenden Pfeilen
kāñcana-bhūṣaṇaiḥ āpīḍyamānaḥ
goldgeschmückt, bedrängt
śuśubhe meghaiḥ
erstrahlte er unter Wolken
sūryaḥ iva aṃśumān
wie die strahlende Sonne

tataḥ sa rākṣasaḥ bhīmaḥ sumitrānandavardhanam | sāvajñmeva provāca vākyam meghaughaniḥsvanaḥ ||106||

Da sprach der furchtbare Rākṣasa, mit einer Stimme wie eine Wolkenmasse, geradezu verächtlich zu dem Mehrer der Freude Sumitrās dieses Wort:

Wort für Wort
tataḥ saḥ rākṣasaḥ bhīmaḥ
da jener furchtbare Rākṣasa
sumitrānandavardhanam
zu dem Mehrer der Freude Sumitrās
sāvajñam eva provāca vākyam
sprach geradezu verächtlich dieses Wort
megha-ogha-niḥsvanaḥ
mit einer Stimme wie eine Wolkenmasse

antakasyāpyakaṣṭena yudhi jetāramāhave | yudhyatā māmabhītena khyāpitā vīratā tvayā ||107||

Als einen, der selbst den Todesgott mühelos im Kampf besiegen könnte, hast du, ohne Furcht mit mir kämpfend, deine Heldenkraft verkündet.

Wort für Wort
antakasya api akaṣṭena
selbst den Todesgott mühelos
yudhi jetāram āhave
als Besieger im Kampf
yudhyatā mām abhītena
mit mir kämpfend, ohne Furcht
khyāpitā vīratā tvayā
hast du deine Heldenkraft verkündet

pragṛhītāyudhasyeha mṛtyoriva mahāmṛdhe | tiṣṭhannapragrataḥ pūjyaḥ kimu yuddhapradāyakaḥ ||108||

Vor mir, der die Waffe erhoben hält wie der Tod selbst im großen Kampf, zu stehen und nicht zu weichen ist schon rühmenswert - wieviel mehr, den Kampf anzubieten?

Wort für Wort
pragṛhīta-āyudhasya iha
vor dem, der hier die Waffe erhoben hält
mṛtyoḥ iva mahāmṛdhe
wie der Tod im großen Kampf
tiṣṭhan apragrataḥ pūjyaḥ
zu stehen, nicht zu weichen, ist rühmenswert
kim u yuddha-pradāyakaḥ
wieviel mehr, den Kampf anzubieten

airāvatam samārūḍo vṛtaḥ sarvāmaraih prabhuḥ | naiva śakro.api samare sthita pūrvaḥ kadācana ||109||

Selbst Indra, der Herr, auf Airāvata reitend, von allen Göttern umgeben, hat sich noch nie zuvor im Kampf gegen mich gestellt.

Wort für Wort
airāvatam samārūḍhaḥ
auf Airāvata reitend
vṛtaḥ sarva-amaraiḥ prabhuḥ
umgeben von allen Göttern, der Herr
na eva śakraḥ api samare
nicht einmal Indra im Kampf
sthitaḥ pūrvaḥ kadācana
hat sich je zuvor gestellt

adya tvayāham saumitre balenāpi parākramaiḥ | toṣito gantumicchāmi tyāmanujñāpya rāghavam ||110||

Heute, Sohn der Sumitrā, bin ich durch deine Kraft und deine Tapferkeit zufriedengestellt; ich möchte, nachdem ich dich verabschiedet habe, zu Rāghava gehen.

Wort für Wort
adya tvayā aham saumitre
heute bin ich von dir, Sohn der Sumitrā
balena api parākramaiḥ toṣitaḥ
durch Kraft und Tapferkeit zufriedengestellt
gantum icchāmi
ich möchte gehen
tvām anujñāpya rāghavam
nachdem ich dich verabschiedet habe, zu Rāghava

yattu vīryabalotsāhaistoṣito.ahaṃ raṇe tvayā | rāmamevaikamicchami hantum yasmin hate hatam ||111||

Doch da du mich durch Tapferkeit, Kraft und Eifer im Kampf zufriedengestellt hast, will ich einzig Rāma töten, mit dessen Tod alles getötet wäre.

Wort für Wort
yat tu vīrya-bala-utsāhaiḥ
doch da durch Tapferkeit, Kraft und Eifer
toṣitaḥ aham raṇe tvayā
ich im Kampf von dir zufriedengestellt bin
rāmam eva ekam icchāmi hantum
will ich einzig Rāma töten
yasmin hate hatam
mit dessen Tod alles getötet wäre

rāme mayātra nihate ye.anye sthāsyanti saṃyuge | tānahaṃ yodhayiṣyāmi svabalena pramāthinā ||112||

Wenn Rāma von mir hier erschlagen ist, werde ich alle anderen, die im Kampf noch standhalten, mit meiner zermalmenden Kraft bekämpfen.

Wort für Wort
rāme mayā atra nihate
wenn Rāma von mir hier erschlagen ist
ye anye sthāsyanti saṃyuge
alle anderen, die im Kampf noch standhalten
tān aham yodhayiṣyāmi
werde ich bekämpfen
svabalena pramāthinā
mit meiner zermalmenden Kraft

ityuktavākyam tadrakṣaḥ provāca stutisaṃhitam | mṛdhe ghorataraṃ vākyaṃ saumitriḥ prahasanniva ||113||

Auf dieses gesprochene, lobpreisende Wort des Rākṣasa antwortete Saumitri im Kampf mit einem noch furchtbareren Wort, gleichsam lachend:

Wort für Wort
iti ukta-vākyam tat rakṣaḥ
auf dieses gesprochene Wort des Rākṣasa
provāca stuti-saṃhitam
das lobpreisende
mṛdhe ghorataram vākyam
im Kampf ein noch furchtbareres Wort
saumitriḥ prahasan iva
Saumitri, gleichsam lachend

yastvaṃ śakrādibhirvīrairasahyaḥ prāpya pauruṣam | tatsatyam nānyathā vīra dṛṣṭaste.adya parākramaḥ | eṣa dāśarathī rāmastiṣṭhatyadririvācalaḥ ||114||

'Dass du, unerträglich selbst für Helden wie Indra, deine Mannheit erlangt hast, das ist wahr, nicht anders, Held - deine Tapferkeit ist heute gesehen worden. Dort steht Rāma, der Sohn des Daśaratha, unbeweglich wie ein Berg.'

Wort für Wort
yaḥ tvam śakra-ādibhiḥ vīraiḥ asahyaḥ
du, der du für Helden wie Indra unerträglich bist
prāpya pauruṣam tat satyam na anyathā
deine Mannheit erlangt hast, das ist wahr, nicht anders
vīra dṛṣṭaḥ te adya parākramaḥ
Held, deine Tapferkeit ist heute gesehen worden
eṣa dāśarathiḥ rāmaḥ tiṣṭhati adriḥ iva acalaḥ
dort steht Rāma, der Sohn des Daśaratha, unbeweglich wie ein Berg

iti śrutvā hyanādṛtya lakṣmaṇam sa niśācaraḥ ||115||

Dies hörend, den Lakṣmaṇa missachtend, der Nachtwandler...

Wort für Wort
iti śrutvā hi anādṛtya
dies hörend, missachtend
lakṣmaṇam saḥ niśācaraḥ
den Lakṣmaṇa, der Nachtwandler

atikramya ca saumitrim kumbhakarṇo mahābalaḥ | rāmamevābhidudrāva dārayanniva medinīm ||116||

...an Saumitri vorübergehend, stürmte Kumbhakarṇa, der Gewaltige, geradewegs auf Rāma los, als spalte er die Erde.

Wort für Wort
atikramya ca saumitrim
an Saumitri vorübergehend
kumbhakarṇaḥ mahābalaḥ
Kumbhakarṇa, der Gewaltige
rāmam eva abhidudrāva
stürmte geradewegs auf Rāma los
dārayan iva medinīm
als spalte er die Erde

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