Nachdem er dort einen Augenblick verweilt und die zehn Himmelsrichtungen betrachtet hatte, erblickte er Laṅkā, auf dem lieblichen Gipfel des Trikūṭa von Viśvakarman erbaut, wohlgegründet, geschmückt mit lieblichen Wäldern.
Wort für Wort
sthitvā muhūrtaṃ tatraiva
dort einen Augenblick verweilend
diśo daśa vilokayan
die zehn Richtungen betrachtend
trikūṭaśikhare ramye
auf dem lieblichen Trikūṭa-Gipfel
nirmitām viśvakarmaṇā
von Viśvakarman erbaut
dadarśa laṅkāṃ ramyakānanaśobhitām
erblickte Laṅkā, geschmückt mit lieblichen Wäldern
Auf ihr, auf der Turmspitze des Stadttores stehend, erblickte er den unangreifbaren Rākṣasenherrscher, umgeben von weißen Fächern, geschmückt mit dem Siegesschirm,
So sprechend, erhob er sich rasch und schleuderte ihn mit seinen Armen zu Boden; wie einen Ball erhob sich der Affe wieder und schleuderte ihn mit seinen Armen zurück.
Beide, mit vom Schweiß bedeckten Gliedern, beide mit vom Blut geröteten Leibern, beide, aneinander gepresst, in ihrer Bewegung gehemmt, beide wie ein Śālmali- und ein Kiṃśuka-Baum,
mit Faustschlägen und Handflächenschlägen, mit Knieschlägen und Fingerspitzenschlägen führten die beiden mächtigen Herrscher der Rākṣasas und Affen einen unerträglich anzusehenden Kampf.
Wort für Wort
muṣṭiprahāraiḥ ca talaprahāraiḥ
mit Faustschlägen und Handflächenschlägen
jānughātaiḥ ca karāgraghātaiḥ
mit Knieschlägen und Fingerspitzenschlägen
tau cakratur yuddham asahyarūpam
führten die beiden einen unerträglich anzusehenden Kampf
Nachdem sie lange Zeit einen überaus wilden Nahkampf mitten auf der Plattform des Torturms geführt hatten, hoben sie einander immer wieder empor, ihre Leiber beugend, mit den Füßen fest auf der Turmplattform verankert.
Einander bedrängend, mit ineinander verhakten Leibern, stürzten die beiden mitten in die eingegrabene Umzäunung, sprangen dann wieder empor, den Erdboden berührend, und verharrten einen Augenblick keuchend.
Wort für Wort
anyonyam āpīḍya vilagnadehau
einander bedrängend, mit verhakten Leibern
tau petatuḥ pālanikhātamadhye
stürzten beide mitten in die eingegrabene Umzäunung
āliṅgya cāliṅGya ca bāhuyoktraiḥ |
saṃyojayāmāsaturāhave tau |
samrambhaśikṣābalasamprayuktau |
suceratuḥ samprati yuddhamārge ||18||
Einander wieder und wieder mit ihren Armen wie mit Fesseln umschlingend, verbanden sie sich im Kampf; von Erregung, Übung und Kraft geleitet, bewegten sie sich vollendet auf dem Pfad des Kampfes.
śārdūlasiṃhaviva jātadaṃṣṭrau |
gajendrapotāviva saṃprayuktau |
saṃhatya saṃvedya ca tau karābhyāṃ |
taū petuturvai yugapaddharāyām ||19||
Wie ein Tiger und ein Löwe mit gewachsenen Fangzähnen, wie zwei junge Elefantenfürsten im Kampf verbunden, sich zusammenschlagend und einander mit den Händen fühlend, stürzten die beiden gleichzeitig zu Boden.
udyamya cānyonyamadhikṣipantau |
saṃcakramāte bahu yuddhamārge |
vyāyāmaśikṣābalasaṃprayuktau |
klamaṃ na tau jagmaturāśu vīrau ||20||
Einander emporhebend und niederschmetternd, bewegten sie sich vielfach auf dem Pfad des Kampfes; von Übung, Training und Kraft geleitet, ermüdeten die beiden raschen Helden nicht.
Mit ihren vortrefflichen, elefantenrüsselgleichen Armen einander abwehrend, wie zwei kämpfende Elefanten, bewegten sich die beiden, nach langer Zeit heftig kämpfend, rasch im Kreisgang.
Da flog der beste Herr der Affen, im Kampf Ruhm erlangt habend, nachdem er den Herrscher der Nachtwandler im Kampf ermüdet hatte, durch den überaus weiten Himmel, an der Sonne vorbei, mitten durch die Affenschar, zu Rāmas Seite zurück.
Wort für Wort
atha harivaranāthaḥ
da der beste Herr der Affen
prāptasaṃgrāmakīrtiḥ
im Kampf Ruhm erlangt habend
niśicarapatim ājau yojayitvā śrameṇa
den Herrscher der Nachtwandler im Kampf ermüdet habend
gaganam ativiśālaṃ laṅghayitvā arkasūmiḥ
den überaus weiten Himmel durchquerend, an der Sonne vorbei
So kehrte er, der Sohn der Sonne, nachdem er diese Tat vollbracht hatte, mit der Geschwindigkeit des Windes, hocherfreut, in das Heer zurück, die Kampffreude des besten Sohnes des Raghu-Königs mehrend, geehrt von den Häuptern der Baumtier-Scharen, der Herrscher der Affen.
Wort für Wort
sa iti savitṛsūnus tatra
er, der Sohn der Sonne, dort
tatkarma kṛtvā pavanagatiḥ
diese Tat vollbracht, mit Windesgeschwindigkeit
anīkaṃ prāviśat saṃprahṛṣṭaḥ
trat hocherfreut in das Heer ein
raghuvaranṛpasūnoḥ vardhayan yuddhaharṣam
die Kampffreude des besten Raghu-Königssohns mehrend
tarumṛgagaṇamukhyaiḥ pūjyamāno harīndraḥ
geehrt von den Häuptern der Baumtier-Scharen, der Affenherrscher