ūcur lākṣaṇikā ye māṃ putriṇy avidhaveti ca |
te asya sarve hate rāme ajñānino anṛtavādinaḥ ||2||
Die Zeichendeuter, die von mir sagten, ich würde Söhne haben und niemals Witwe werden — sie alle sind, nun da Rāma erschlagen ist, Unwissende und Lügner.
yajvano mahiṣīṃ ye māṃ ūcuḥ patnīṃ ca satriṇaḥ |
te adya sarve hate rāme ajñānino anṛtavādinaḥ ||3||
Die, die mich die Gemahlin eines Opferherrn und Gattin eines Ritualvollziehers nannten — sie alle sind heute, da Rāma erschlagen ist, Unwissende und Lügner.
ūcuḥ saṃśravaṇe ye māṃ dvijāḥ kārtāntikāḥ śubhām |
te adya sarve hate rāme ajñānino anṛtavādinaḥ ||5||
Die Brahmanen, die Schicksalskundigen, die im Śravaṇa-Ritus von mir als einer Glückverheißenden sprachen — sie alle sind heute, da Rāma erschlagen ist, Unwissende und Lügner.
Wort für Wort
kārtāntikāḥ dvijāḥ
die schicksalskundigen Brahmanen
saṃśravaṇe śubhāṃ ūcuḥ
sprachen im Śravaṇa-Ritus von der Glückverheißenden
und die Kennzeichen, ohne die Frauen, des Glücks unwürdig, zur Witwenschaft gelangen — diese sehe ich, obwohl ich schaue, nicht mehr an mir selbst, meine Zeichen sind ausgelöscht.
Wort für Wort
alakṣaṇair vaidhavyaṃ yānti nāryaḥ
ohne diese Zeichen gelangen Frauen zur Witwenschaft
hatalakṣaṇā ātmanaḥ na paśyāmi
mit ausgelöschten Zeichen sehe ich sie nicht mehr an mir
stanau cāviralau pīnau mama imau magnacūcukau |
magnā cotsaṅginī nābhiḥ pārśva uraskaṃ ca me citam ||11||
meine beiden vollen, nicht auseinanderstehenden Brüste mit versenkten Warzen, mein tiefliegender, gerundeter Nabel, meine Flanken und meine wohlgeformte Brust —
Wort für Wort
stanau aviralau pīnau magnacūcukau
die vollen, nicht auseinanderstehenden Brüste mit versenkten Warzen
mama varṇo maṇinibho mṛdūny aṅgaruhāṇi ca |
pratiṣṭhitāṃ dvādaśabhir māṃ ūcuḥ śubhalakṣaṇām ||12||
meine edelsteingleiche Hautfarbe und meine weichen Körperhärchen — durch diese zwölf Merkmale erklärten sie mich als eine mit glückverheißenden Zeichen fest Begabte.
Wort für Wort
varṇo maṇinibhaḥ
die edelsteingleiche Hautfarbe
aṅgaruhāṇi mṛdūni
die weichen Körperhärchen
dvādaśabhiḥ śubhalakṣaṇāṃ pratiṣṭhitām ūcuḥ
erklärten mich durch die zwölf als fest mit glückverheißenden Zeichen begabt
samagrayavam acchidraṃ pāṇipādaṃ ca varṇavat |
mandasmitā ity eva ca māṃ kanyā lākṣaṇikā viduḥ ||13||
Meine vollständig gerstenkorngezeichneten, lückenlosen, farbschönen Hände und Füße und mein sanftes Lächeln — daran erkannten mich schon als Mädchen die Zeichendeuter.
Wort für Wort
samagrayavam acchidram pāṇipādam
die vollständig gerstenkorngezeichneten, lückenlosen Hände und Füße
Nachdem sie Janasthāna gereinigt, Kunde erlangt und das unerschütterliche Meer überquert hatten, sind die beiden Brüder wie in einer Kuhhufspur erschlagen worden.
na kālasyātibhāro asti kṛtāntaś ca sudurjayaḥ |
yatra rāmaḥ saha bhrātrā śete yudhi nipātitaḥ ||19||
Nicht zu groß ist die Last der Zeit, und überaus schwer zu besiegen ist das Schicksal, da selbst Rāma, samt seinem Bruder, im Kampf niedergestreckt daliegt.
nāhaṃ śocāmi bhartāraṃ nihataṃ na ca lakṣmaṇam |
nātmānaṃ jananīṃ cāpi yathā śvaśrūṃ tapasvinīm ||20||
Nicht beklage ich meinen erschlagenen Gatten so sehr, noch Lakṣmaṇa, noch mich selbst, noch meine Mutter, wie ich meine büßende Schwiegermutter beklage.
Wort für Wort
bhartāraṃ nihataṃ na śocāmi
ich beklage nicht den erschlagenen Gatten (so sehr)
Denn ein Heer, dessen bester Held erschlagen ist, dessen Eifer erschlagen und dessen Tatkraft dahin ist, treibt in der Schlacht ziellos umher, wie ein Schiff ohne Steuerruder im Wasser.
anṛtaṃ noktapūrvaṃ me na ca vakṣye kadācana |
cāritrasukhaśīlatvāt praviṣṭāsi mano mama ||29||
Nie zuvor habe ich Unwahres gesagt, und niemals werde ich es sagen; wegen deiner guten Sitte und deines sanften Wesens bist du in mein Herz eingegangen.
Gewöhnlich zeigt sich bei Männern, deren Lebenskraft geschwunden, deren Lebenszeit abgelaufen ist, an ihren sichtbaren Gesichtern eine deutliche Verzerrung.
Wort für Wort
gatasattvānāṃ gatāyuṣāṃ puruṣāṇām
bei Männern mit geschwundener Kraft und abgelaufener Lebenszeit
Sītā, in jenen mit vielen Baumgruppen bestandenen Lustgarten des Rākṣasenfürsten eingetreten, betrachtete ihn und dachte an die beiden Königssöhne, und geriet in tiefste Verzweiflung.
Wort für Wort
bahuvṛkṣaṣaṇḍāṃ vihārabhūmim praviśya
in den mit vielen Baumgruppen bestandenen Lustgarten eingetreten