Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa
Sarga 126: Hanumad-Bharata-Kathā-Śravaṇam
Bharatas Freude über die Rückkehr
bahūni nāma varṣāṇi gatasya sumahadvanam |
śṛṇomyahaṃ prītikaraṃ mama nāthasya kīrtanam ||
"Nach vielen Jahren, seit er in den überaus großen Wald gegangen ist, höre ich nun freudenbringende Kunde von meinem Herrn.
Wort für Wort bahūni nāma varṣāṇi nach vielen Jahren gatasya sumahadvanam seit er in den überaus großen Wald gegangen ist śṛṇomi aham prītikaraṃ höre ich freudenbringende mama nāthasya kīrtanam Kunde von meinem Herrn kalyāṇī bata gātheyaṃ laukikī pratibhāti me |
eti jīvantamānando naraṃ varṣaśatādapi ||
Fürwahr, dieser weltläufige Spruch erscheint mir heilvoll: Selbst nach hundert Jahren gelangt Freude noch zu dem, der lebt.
Wort für Wort kalyāṇī bata gāthā iyaṃ fürwahr, dieser heilvolle Spruch laukikī pratibhāti me dieser weltläufige erscheint mir eti jīvantam ānando Freude gelangt zu dem, der lebt naraṃ varṣaśatāt api selbst nach hundert Jahren rāghavasya harīṇāṃ ca kathamāsītsamāgamaḥ |
kasmindeśe kimāśritya tattvamākhyāhi pṛcchataḥ ||
Wie kam es zu der Begegnung Rāghavas mit den Vānaras? In welcher Gegend, auf welche Weise? Verkünde mir, der ich frage, die Wahrheit."
Wort für Wort rāghavasya harīṇāṃ ca Rāghavas mit den Vānaras katham āsīt samāgamaḥ wie kam es zu der Begegnung kasmin deśe kim āśritya in welcher Gegend, auf welche Weise tattvam ākhyāhi pṛcchataḥ verkünde die Wahrheit mir, der ich frage sa pṛṣṭo rājaputreṇa bṛsyāṃ samupaveśitaḥ |
ācacakṣe tataḥ sarvaṃ rāmasya caritaṃ vane ||
Von dem Königssohn befragt und auf ein Sitzpolster niedergesetzt, erzählte er sodann alles von Rāmas Lebenswandel im Wald.
Wort für Wort sa pṛṣṭo rājaputreṇa von dem Königssohn befragt bṛsyāṃ samupaveśitaḥ auf ein Sitzpolster niedergesetzt ācacakṣe tataḥ sarvaṃ erzählte er sodann alles rāmasya caritaṃ vane von Rāmas Lebenswandel im Wald yathā pravrajito rāmo māturdatte vare tava |
yathā ca putraśokena rājā daśaratho mṛtaḥ |
yathā dūtaistvamānītastūrṇaṃ rājagṛhātprabho |
tvayāyodhyāṃ praviṣṭena yathā rājyaṃ na cepsitam |
citrakūṭaṃ giriṃ gatvā rājyenāmitrakarśanaḥ |
nimantritastvayā bhrātā dharmamācaritā satām |
sthitena rājño vacane yathā rājyaṃ visarjitam |
āryasya pāduke gṛhya yathāsi punarāgataḥ |
sarvametanmahābāho yathāvadviditaṃ tava |
tvayi pratiprayāte tu yadvṛttaṃ tannibodha me ||
"Wie Rāma verbannt wurde, als deiner Mutter jene Gunst gewährt wurde, und wie König Daśaratha aus Kummer um den Sohn starb, wie du eilends von Boten aus dem Königshaus geholt wurdest, Herr, und wie du, in Ayodhyā eingezogen, das Königreich nicht begehrtest, wie du zum Berg Citrakūṭa gingst und deinen Bruder, den Feindebezwinger, mit dem Königreich zu bewegen suchtest, ihn, der den Wandel der Tugendhaften übte, und wie er, an das Wort des Vaters gebunden, das Königreich verweigerte, und wie du, die Sandalen des Edlen ergreifend, wieder zurückkehrtest – all dies ist dir, Großarmiger, ordnungsgemäß bekannt; was sich aber zutrug, nachdem du zurückgekehrt warst, das vernimm nun von mir.
Wort für Wort yathā pravrajito rāmo wie Rāma verbannt wurde māturdatte vare tava als deiner Mutter jene Gunst gewährt wurde yathā ca putraśokena und wie aus Kummer um den Sohn rājā daśaratho mṛtaḥ König Daśaratha starb yathā dūtaiḥ tvam ānītaḥ wie du von Boten geholt wurdest tūrṇaṃ rājagṛhāt prabho eilends aus dem Königshaus, Herr tvayā ayodhyāṃ praviṣṭena von dir, der du in Ayodhyā eingezogen yathā rājyaṃ na cepsitam wie du das Königreich nicht begehrtest citrakūṭaṃ giriṃ gatvā zum Berg Citrakūṭa gehend rājyena amitrakarśanaḥ mit dem Königreich, der Feindebezwinger nimantritastvayā bhrātā dein Bruder von dir eingeladen dharmam ācaritā satām der den Wandel der Tugendhaften übte sthitena rājño vacane gebunden an das Wort des Königs yathā rājyaṃ visarjitam wie das Königreich verweigert wurde āryasya pāduke gṛhya die Sandalen des Edlen ergreifend yathā asi punarāgataḥ wie du wieder zurückkehrtest sarvam etat mahābāho all dies, Großarmiger yathāvat viditaṃ tava ist dir ordnungsgemäß bekannt tvayi pratiprayāte tu nachdem du aber zurückgekehrt warst yat vṛttaṃ tat nibodha me was sich zutrug, das vernimm von mir apayāte tvayi tadā samudbhrāntamṛgadvijam |
praviveśātha vijanaṃ sumahaddaṇḍakāvanam ||
Nachdem du damals fortgezogen warst, betrat er, in den Wald, wo Wild und Vögel aufgeschreckt waren, den überaus großen, menschenleeren Daṇḍaka-Wald.
Wort für Wort apayāte tvayi tadā nachdem du damals fortgezogen warst samudbhrāntamṛgadvijam wo Wild und Vögel aufgeschreckt waren praviveśa atha vijanaṃ betrat er da den menschenleeren sumahaddaṇḍakāvanam überaus großen Daṇḍaka-Wald taddhastimṛditaṃ ghoraṃ siṃhavāgramṛgākulam |
praviveśātha vijanaṃ sa mahaddaṇḍakāvanam ||
Jenen furchtbaren, von Elefanten zertrampelten, von Löwen, Tigern und Wild wimmelnden, menschenleeren großen Daṇḍaka-Wald betrat er da.
Wort für Wort taddhastimṛditaṃ ghoraṃ jenen furchtbaren, von Elefanten zertrampelten siṃhavāgramṛgākulam von Löwen, Tigern und Wild wimmelnden praviveśa atha vijanaṃ betrat er da den menschenleeren sa mahaddaṇḍakāvanam den großen Daṇḍaka-Wald teṣāṃ purastādbalavāngacchatāṃ gahane vane |
vinadansumahānādaṃ virādhaḥ pratyadṛśyata ||
Vor ihnen, wie sie durch den dichten Wald zogen, erschien der starke Virādha, ein überaus lautes Gebrüll ausstoßend.
Wort für Wort teṣāṃ purastāt balavān vor ihnen, der starke gacchatāṃ gahane vane während sie durch den dichten Wald zogen vinadan sumahānādaṃ ein überaus lautes Gebrüll ausstoßend virādhaḥ pratyadṛśyata erschien Virādha tamutkṣipya mahānādamūrdhvabāhumadhomukham |
nikhāte prakṣipanti sma nadantamiva kuñjaram ||
Ihn, mit hocherhobenen Armen brüllend, das Gesicht nach unten gewandt, warfen sie in eine Grube, wie einen brüllenden Elefanten.
Wort für Wort tam utkṣipya mahānādam ihn, mit hocherhobenen Armen brüllend mūrdhvabāhumadhomukham das Gesicht nach unten gewandt nikhāte prakṣipanti sma warfen sie in eine Grube nadantam iva kuñjaram wie einen brüllenden Elefanten tatkṛtvā duṣkaraṃ karma bhrātarau rāmalakṣmaṇau |
sāyāhne śarabhaṅgasya ramyamāśramamīyatuḥ ||
Nachdem sie diese schwer zu vollbringende Tat vollbracht hatten, gelangten die Brüder Rāma und Lakṣmaṇa am Abend zur lieblichen Einsiedelei Śarabhaṅgas.
Wort für Wort tat kṛtvā duṣkaraṃ karma nachdem sie diese schwer zu vollbringende Tat vollbracht hatten bhrātarau rāmalakṣmaṇau die Brüder Rāma und Lakṣmaṇa sāyāhne śarabhaṅgasya am Abend Śarabhaṅgas ramyamāśramamīyatuḥ gelangten sie zur lieblichen Einsiedelei śarabhaṅge divaṃ prāpte rāmaḥ satyaparākramaḥ |
abhivādya munīnsarvāñjanasthānamupāgamat ||
Als Śarabhaṅga zum Himmel eingegangen war, grüßte Rāma, von wahrhaftiger Kraft, alle Weisen und gelangte zum Janasthāna.
Wort für Wort śarabhaṅge divaṃ prāpte als Śarabhaṅga zum Himmel eingegangen war rāmaḥ satyaparākramaḥ Rāma, von wahrhaftiger Kraft abhivādya munīn sarvān alle Weisen grüßend janasthānam upāgamat gelangte er zum Janasthāna paścāccūrpaṇakhā nāma rāmapārśvamupāgatā |
tato rāmeṇa saṃdiṣṭo lakṣmaṇaḥ sahasotthitaḥ |
pragṛhya khaḍgaṃ ciccheda karṇanāse mahābalaḥ ||
Dann trat die Rākṣasī namens Śūrpaṇakhā an Rāmas Seite heran; da, von Rāma dazu beauftragt, erhob sich Lakṣmaṇa plötzlich, ergriff sein Schwert und schnitt ihr, der Hochgewaltige, Ohren und Nase ab.
Wort für Wort paścāt cūrpaṇakhā nāma dann die namens Cūrpaṇakhā rāmapārśvam upāgatā trat an Rāmas Seite heran tato rāmeṇa saṃdiṣṭo da, von Rāma dazu beauftragt lakṣmaṇaḥ sahasa utthitaḥ erhob sich Lakṣmaṇa plötzlich pragṛhya khaḍgaṃ ciccheda ergriff sein Schwert und schnitt ab karṇanāse mahābalaḥ Ohren und Nase, der Hochgewaltige caturdaśasahasrāṇi rakṣasāṃ bhīmakarmaṇām |
hatāni vasatā tatra rāghaveṇa mahātmanā ||
Vierzehntausend Rākṣasas von furchtbarem Tun wurden dort von dem hochgesinnten Rāghava, der dort weilte, getötet.
Wort für Wort caturdaśasahasrāṇi vierzehntausend rakṣasāṃ bhīmakarmaṇām Rākṣasas von furchtbarem Tun hatāni vasatā tatra wurden getötet von dem, der dort weilte rāghaveṇa mahātmanā von dem hochgesinnten Rāghava ekena saha saṃgamya rāmeṇa raṇamūrdhani |
ahnaścaturthabhāgena niḥśeṣā rākṣasāḥ kṛtāḥ ||
Als sie allein mit Rāma an der Spitze der Schlacht zusammentrafen, wurden die Rākṣasas binnen eines Viertels des Tages vollständig vernichtet.
Wort für Wort ekena saha saṃgamya allein zusammentreffend rāmeṇa raṇamūrdhani mit Rāma an der Spitze der Schlacht ahnaḥ caturthabhāgena binnen eines Viertels des Tages niḥśeṣā rākṣasāḥ kṛtāḥ wurden die Rākṣasas vollständig vernichtet mahābalā mahāvīryāstapaso vighnakāriṇaḥ |
nihatā rāghaveṇājau daṇḍakāraṇyavāsinaḥ ||
Die hochgewaltigen, hochtapferen Bewohner des Daṇḍaka-Waldes, die der Askese ein Hindernis waren, wurden von Rāghava im Kampf erschlagen.
Wort für Wort mahābalā mahāvīryāḥ die hochgewaltigen, hochtapferen tapaso vighnakāriṇaḥ die der Askese ein Hindernis waren nihatā rāghaveṇājau wurden von Rāghava im Kampf erschlagen daṇḍakāraṇyavāsinaḥ die Bewohner des Daṇḍaka-Waldes rākṣasāśca viniṣpiṣṭāḥ kharaśca nihato raṇe |
dūṣaṇaṃ cāgrato hatvā triśirāstadanantam ||
Die Rākṣasas wurden zermalmt, und Khara wurde im Kampf erschlagen; und nachdem er zuerst Dūṣaṇa getötet hatte, dann Triśiras,
Wort für Wort rākṣasāḥ ca viniṣpiṣṭāḥ und die Rākṣasas wurden zermalmt kharaḥ ca nihato raṇe und Khara wurde im Kampf erschlagen dūṣaṇaṃ ca agrato hatvā und nachdem er zuerst Dūṣaṇa getötet hatte triśirāḥ tadanantam dann Triśiras darauf tatastenārditā bālā rāvaṇaṃ samupāgatā |
rāvaṇānucaro ghoro mārīco nāma rākṣasaḥ |
lobhayāmāsa vaidehīṃ bhūtvā ratnamayo mṛgaḥ ||
da begab sich die von ihm gekränkte junge Frau zu Rāvaṇa; und Mārīca, der furchtbare Gefolgsmann Rāvaṇas, ein Rākṣasa, verlockte die Vaidehī, indem er sich in eine juwelenschöne Gazelle verwandelte.
Wort für Wort tatas tena arditā bālā da die von ihm gekränkte junge Frau rāvaṇaṃ samupāgatā begab sich zu Rāvaṇa rāvaṇānucaro ghoro der furchtbare Gefolgsmann Rāvaṇas mārīco nāma rākṣasaḥ der Rākṣasa namens Mārīca lobhayāmāsa vaidehīṃ verlockte die Vaidehī bhūtvā ratnamayo mṛgaḥ indem er sich in eine juwelenschöne Gazelle verwandelte sā rāmamabravīddṛṣṭvā vaidehī gṛhyatāmiti |
ayaṃ manoharah kānta āśramo no bhaviṣyati ||
Als sie ihn sah, sprach die Vaidehī zu Rāma: "Er soll gefangen werden; dieser bezaubernde, liebliche soll für unsere Einsiedelei sein."
Wort für Wort sā rāmam abravīt dṛṣṭvā sie sprach zu Rāma, als sie ihn sah vaidehī gṛhyatām iti die Vaidehī: 'er soll gefangen werden' ayaṃ manoharah kānta dieser bezaubernde, liebliche āśramo no bhaviṣyati soll für unsere Einsiedelei sein tato rāmo dhanuṣpāṇirdhāvantamanudhāvati |
sa taṃ jaghāna dhāvantaṃ śareṇānataparvaṇā ||
Da eilte Rāma, den Bogen in der Hand, dem Fliehenden nach; er tötete ihn, den Fliehenden, mit einem Pfeil mit gebogenem Schaft.
Wort für Wort tato rāmo dhanuṣpāṇiḥ da Rāma, den Bogen in der Hand dhāvantam anudhāvati eilte er dem Fliehenden nach sa taṃ jaghāna dhāvantaṃ er tötete ihn, den Fliehenden śareṇa ānataparvaṇā mit einem Pfeil mit gebogenem Schaft atha saumyā daśagrīvo mṛgaṃ yāte tu rāghave |
lakṣmaṇe cāpi niṣkrānte praviveśāśramaṃ tadā ||
Dann, als Rāghava dem Wild nachgegangen war und auch Lakṣmaṇa fortgegangen war, betrat der zehnhalsige Rāvaṇa, Sanftmütiger, da die Einsiedelei.
Wort für Wort atha saumyā daśagrīvo dann, Sanftmütiger, der Zehnhalsige mṛgaṃ yāte tu rāghave als Rāghava dem Wild nachgegangen war lakṣmaṇe ca api niṣkrānte und als auch Lakṣmaṇa fortgegangen war praviveśa āśramaṃ tadā betrat er da die Einsiedelei jagrāha tarasā sītāṃ grahaḥ khe rohiṇīm iva |
trātukāmaṃ tato yuddhe hatvā gṛdhraṃ jaṭāyuṣam |
pragṛhya sahasā sītāṃ jagāmāśu sa rākṣasaḥ ||
Er packte Sītā mit Gewalt, wie ein Planet am Himmel die Rohiṇī; und nachdem er den Geier Jaṭāyus, der sie retten wollte, im Kampf getötet hatte, eilte jener Rākṣasa, Sītā plötzlich ergreifend, rasch davon.
Wort für Wort jagrāha tarasā sītāṃ er packte Sītā mit Gewalt grahaḥ khe rohiṇīm iva wie ein Planet am Himmel die Rohiṇī trātukāmaṃ tato yuddhe und den, der sie retten wollte, im Kampf hatvā gṛdhraṃ jaṭāyuṣam nachdem er den Geier Jaṭāyus getötet hatte pragṛhya sahasā sītāṃ Sītā plötzlich ergreifend jagāma āśu sa rākṣasaḥ eilte jener Rākṣasa rasch davon tatastvadbhutasaṅkāśāḥ sthitāḥ parvatamūrdhani |
sītāṃ gṛhītvā gacchantaṃ vānarāḥ parvatopamāḥ |
dadṛśurvismitāstatra rāvaṇaṃ rākṣasādhipam ||
Da erblickten wunderbar anzuschauende Vānaras, bergesgleich, die auf dem Gipfel eines Berges standen, staunend den Rākṣasa-Herrn Rāvaṇa, wie er mit Sītā davonzog.
Wort für Wort tatas tu adbhutasaṅkāśāḥ da wunderbar anzuschauende sthitāḥ parvatamūrdhani die auf dem Gipfel eines Berges standen sītāṃ gṛhītvā gacchantaṃ wie er, Sītā ergreifend, davonzog vānarāḥ parvatopamāḥ die Vānaras, bergesgleich dadṛśuḥ vismitāḥ tatra erblickten dort staunend rāvaṇaṃ rākṣasādhipam den Rākṣasa-Herrn Rāvaṇa tataḥ śīghrataraṃ gatvā tadvimānaṃ manojavam |
āruhya saha vaidehyā puṣpakaṃ sa mahābalaḥ |
praviverśa tadā laṅkāṃ rāvaṇo lokarāvaṇaḥ ||
Dann, überaus rasch fahrend, jenen geistesschnellen Himmelswagen, den Puṣpaka, zusammen mit der Vaidehī besteigend, betrat da der hochgewaltige Rāvaṇa, der Weltenschrecken, Laṅkā.
Wort für Wort tataḥ śīghrataraṃ gatvā dann überaus rasch fahrend tadvimānaṃ manojavam jenen geistesschnellen Himmelswagen āruhya saha vaidehyā zusammen mit der Vaidehī besteigend puṣpakaṃ sa mahābalaḥ den Puṣpaka, der Hochgewaltige praviverśa tadā laṅkāṃ betrat da Laṅkā rāvaṇo lokarāvaṇaḥ Rāvaṇa, der Weltenschrecken tāṃ suvarṇaparikrānte śubhe mahati veśmani |
praveśya maithilīṃ vākyaiḥ sāntvayāmāsa rāvaṇaḥ ||
Nachdem er sie in ein prächtiges, mit Gold verziertes, großes Gemach geführt hatte, versuchte Rāvaṇa die Maithilī mit Worten zu besänftigen.
Wort für Wort tāṃ suvarṇaparikrānte in jenes mit Gold verzierte śubhe mahati veśmani prächtige, große Gemach praveśya maithilīṃ vākyaiḥ nachdem er die Maithilī geführt hatte, mit Worten sāntvayāmāsa rāvaṇaḥ versuchte Rāvaṇa sie zu besänftigen tṛṇavadbhāṣitaṃ tasya taṃ ca nairṛtapuṃgavam |
acintayantī vaidehī hyaśokavanikāṃ gatā ||
Dessen Gerede wie einen Strohhalm achtend und ihn, den Fürsten der Rākṣasas, nicht beachtend, wurde die Vaidehī in den Aśoka-Hain gebracht.
Wort für Wort tṛṇavat bhāṣitaṃ tasya dessen Gerede wie einen Strohhalm taṃ ca nairṛtapuṃgavam und ihn, den Fürsten der Rākṣasas acintayantī vaidehī nicht beachtend, die Vaidehī hi aśokavanikāṃ gatā wurde in den Aśoka-Hain gebracht nyavartata tadā rāmo mṛgaṃ hatvā tadā vane |
nivartamānaḥ kākutstho dṛṣṭvā gṛdhraṃ pravivyathe |
gṛdhraṃ hataṃ tadā dagdhvā rāmaḥ priyasakhaṃ pituḥ ||
Da kehrte Rāma zurück, nachdem er das Wild im Wald getötet hatte; auf dem Rückweg, als er den Geier erblickte, ward der Kākutstha erschüttert; und nachdem er den getöteten Geier, den geliebten Freund seines Vaters, verbrannt hatte,
Wort für Wort nyavartata tadā rāmo da kehrte Rāma zurück mṛgaṃ hatvā tadā vane nachdem er das Wild im Wald getötet hatte nivartamānaḥ kākutstho auf dem Rückweg, der Kākutstha dṛṣṭvā gṛdhraṃ pravivyathe als er den Geier erblickte, ward er erschüttert gṛdhraṃ hataṃ tadā dagdhvā und nachdem er den getöteten Geier verbrannt hatte rāmaḥ priyasakhaṃ pituḥ Rāma, den geliebten Freund seines Vaters mārgamāṇastu vaidehīṃ rāghavaḥ sahalakṣmaṇaḥ |
godāvarīmanucaranvanoddeśāṃśca puṣpitān ||
suchte Rāghava, zusammen mit Lakṣmaṇa, nach der Vaidehī, entlang der Godāvarī wandernd, durch blühende Waldgegenden.
Wort für Wort mārgamāṇastu vaidehīṃ nach der Vaidehī suchend rāghavaḥ sahalakṣmaṇaḥ Rāghava zusammen mit Lakṣmaṇa godāvarīm anucaran entlang der Godāvarī wandernd vanoddeśāṃśca puṣpitān durch blühende Waldgegenden āsedaturmahāraṇye kabandhaṃ nāma rākṣasaṃ |
tataḥ kabandhavacanādrāmaḥ satyaparākramaḥ |
ṛśyamūkaṃ giriṃ gatvā sugrīveṇa samāgataḥ ||
Sie stießen im großen Wald auf den Rākṣasa namens Kabandha; dann, auf Kabandhas Wort hin, gelangte Rāma, von wahrhaftiger Kraft, zum Berg Ṛśyamūka und traf dort mit Sugrīva zusammen.
Wort für Wort āsedatuḥ mahāraṇye sie stießen im großen Wald kabandhaṃ nāma rākṣasaṃ auf den Rākṣasa namens Kabandha tataḥ kabandhavacanāt dann auf Kabandhas Wort hin rāmaḥ satyaparākramaḥ Rāma, von wahrhaftiger Kraft ṛśyamūkaṃ giriṃ gatvā zum Berg Ṛśyamūka gehend sugrīveṇa samāgataḥ traf er mit Sugrīva zusammen tayoḥ samāgamaḥ pūrvaṃ prītyā hārdo vyajāyata |
itaretara saṃvādātpragāḍhaḥ praṇayastayoḥ ||
Ihre Begegnung führte zunächst durch gegenseitige Zuneigung zu herzlicher Verbindung; durch das Gespräch miteinander wurde ihre Freundschaft tief.
Wort für Wort tayoḥ samāgamaḥ pūrvaṃ ihre Begegnung zunächst prītyā hārdo vyajāyata führte durch Zuneigung zu herzlicher Verbindung itaretara saṃvādāt durch das gegenseitige Gespräch pragāḍhaḥ praṇayaḥ tayoḥ wurde ihre Freundschaft tief rāmaḥ svabāhuvīryeṇa svarājyaṃ pratyapādayat |
vālinaṃ samare hatvā mahākāyaṃ mahābalam ||
Rāma verschaffte ihm durch die Kraft seiner eigenen Arme sein Königreich zurück, nachdem er den riesenleibigen, hochgewaltigen Vālin im Kampf erschlagen hatte.
Wort für Wort rāmaḥ svabāhuvīryeṇa Rāma durch die Kraft seiner eigenen Arme svarājyaṃ pratyapādayat verschaffte ihm sein Königreich zurück vālinaṃ samare hatvā nachdem er Vālin im Kampf erschlagen hatte mahākāyaṃ mahābalam den riesenleibigen, hochgewaltigen sugrīvaḥ sthāpito rājye sahitaḥ sarvavānaraiḥ |
rāmāya pratijānīte rājaputryāstu mārgaṇam ||
Sugrīva, im Königreich eingesetzt, gelobte, zusammen mit allen Vānaras, Rāma die Suche nach der Königstochter.
Wort für Wort sugrīvaḥ sthāpito rājye Sugrīva, im Königreich eingesetzt sahitaḥ sarvavānaraiḥ zusammen mit allen Vānaras rāmāya pratijānīte gelobte Rāma rājaputryāḥ tu mārgaṇam die Suche nach der Königstochter ādiṣṭā vānarendreṇa sugrīveṇa mahātmanā |
daśakoṭyaḥ plavaṅgānāṃ sarvāḥ prasthāpitā diśaḥ ||
Von dem hochgesinnten Vānara-Fürsten Sugrīva beauftragt, wurden hundert Millionen Vānaras in alle Himmelsrichtungen entsandt.
Wort für Wort ādiṣṭā vānarendreṇa beauftragt von dem Vānara-Fürsten sugrīveṇa mahātmanā von dem hochgesinnten Sugrīva daśakoṭyaḥ plavaṅgānāṃ hundert Millionen Vānaras sarvāḥ prasthāpitā diśaḥ wurden alle in die Himmelsrichtungen entsandt teṣāṃ no vipranaṣṭānāṃ vindhye parvatasattame |
bhṛśaṃ śokābhitaptānāṃ mahānkāloatyavartata ||
Als wir am Vindhya-Gebirge, dem besten der Berge, verirrt waren und heftig von Kummer verzehrt wurden, verging eine lange Zeit.
Wort für Wort teṣāṃ no vipranaṣṭānāṃ als wir verirrt waren vindhye parvatasattame am Vindhya, dem besten der Berge bhṛśaṃ śokābhitaptānāṃ heftig von Kummer verzehrt mahān kālo atyavartata verging eine lange Zeit bhrātā tu gṛdhrarājasya sampātirnāma vīryavān |
samākhyāti sma vasatiṃ sītāyā rāvaṇālaye ||
Der tapfere Bruder des Geierkönigs, namens Sampāti, verkündete den Aufenthalt Sītās im Haus Rāvaṇas.
Wort für Wort bhrātā tu gṛdhrarājasya der Bruder des Geierkönigs sampātirnāma vīryavān namens Sampāti, der tapfere samākhyāti sma vasatiṃ verkündete den Aufenthalt sītāyā rāvaṇālaye Sītās im Haus Rāvaṇas soahaṃ duḥkhaparītānāṃ duḥkhaṃ tajjñātināṃ nudan |
ātmavīryaṃ samāsthāya yojanānāṃ śataṃ plutaḥ ||
Ich, das Leid meiner leidgeplagten Sippengenossen vertreibend, sprang, meine eigene Kraft aufbietend, hundert Yojanas weit.
Wort für Wort so aham duḥkhaparītānāṃ ich, der leidgeplagten duḥkhaṃ tajjñātināṃ nudan das Leid der Sippengenossen vertreibend ātmavīryaṃ samāsthāya meine eigene Kraft aufbietend yojanānāṃ śataṃ plutaḥ sprang hundert Yojanas weit tatrāhamekāmadrākṣamaśokavanikāṃ gatām |
kauśeyavastrāṃ malināṃ nirānandāṃ dṛḍhavratām ||
Dort erblickte ich sie, einsam, in den Aśoka-Hain gebracht, in seidenem Gewand, unrein, freudlos, standhaften Gelübdes.
Wort für Wort tatra aham ekām adrākṣam dort erblickte ich sie, einsam aśokavanikāṃ gatām in den Aśoka-Hain gebracht kauśeyavastrāṃ malināṃ in seidenem Gewand, unrein nirānandāṃ dṛḍhavratām freudlos, standhaften Gelübdes tayā sametya vidhivatpṛṣṭvā sarvamaninditām |
abhijñānaṃ mayā dattaṃ rāmanāmāṅgulīyakam ||
Nachdem ich mit ihr, der Tadellosen, zusammengetroffen war und alles ordnungsgemäß erfragt hatte, gab ich ihr als Erkennungszeichen Rāmas Ring mit seinem Namen.
Wort für Wort tayā sametya vidhivat nachdem ich mit ihr zusammengetroffen war, ordnungsgemäß pṛṣṭvā sarvam aninditām alles erfragend, der Tadellosen abhijñānaṃ mayā dattaṃ als Erkennungszeichen gab ich rāmanāmāṅgulīyakam Rāmas Ring mit seinem Namen abhijñānaṃ maṇiṃ labdhvā caritārthoahamāgataḥ |
mayā ca punarāgamya rāmasyākliṣṭakarmaṇaḥ |
abhijñānaṃ mayā dattamarciṣmānsa mahāmaṇiḥ ||
Nachdem ich als Erkennungszeichen ihren Juwel erhalten hatte, kehrte ich, mein Ziel erreicht, zurück; und nach meiner Rückkehr gab ich Rāma, dem in seinem Tun Unermüdlichen, als Erkennungszeichen jenen strahlenden, großen Juwel.
Wort für Wort abhijñānaṃ maṇiṃ labdhvā als Erkennungszeichen ihren Juwel erhaltend caritārtho aham āgataḥ kehrte ich, mein Ziel erreicht, zurück mayā ca punarāgamya und nach meiner Rückkehr rāmasya akliṣṭakarmaṇaḥ Rāma, dem in seinem Tun Unermüdlichen abhijñānaṃ mayā dattam gab ich als Erkennungszeichen arciṣmān sa mahāmaṇiḥ jenen strahlenden, großen Juwel śrutvā tāṃ maithilīṃ hṛṣṭastvāśaśaṃse sa jīvitam |
jīvitāntamanuprāptaḥ pītvāmṛtamivāturaḥ ||
Als er von Maithilī hörte, ward er hocherfreut und schöpfte neue Hoffnung auf Leben, wie ein Kranker, der dem Tode nahe war und Nektar trank.
Wort für Wort śrutvā tāṃ maithilīṃ hṛṣṭaḥ als er von Maithilī hörte, hocherfreut tu āśaśaṃse sa jīvitam schöpfte er Hoffnung auf Leben jīvitāntam anuprāptaḥ dem Tode nahe gelangt pītvā amṛtam iva āturaḥ wie ein Kranker, der Nektar getrunken hat udyojayiṣyannudyogaṃ dadhre laṅkāvadhe manaḥ |
jighāṃsuriva lokāṃste sarvāṃllokānvibhāvasuḥ ||
Sich zur Anstrengung anschickend, richtete er seinen Sinn auf die Vernichtung Laṅkās, wie das Feuer, das alle Welten zu vernichten sucht.
Wort für Wort udyojayiṣyan udyogaṃ sich zur Anstrengung anschickend dadhre laṅkāvadhe manaḥ richtete er seinen Sinn auf die Vernichtung Laṅkās jighāṃsuḥ iva lokāṃs te wie der, der die Welten zu vernichten sucht sarvān lokān vibhāvasuḥ alle Welten, gleich dem Feuer tataḥ samudramāsādya nalaṃ setumakārayat |
ataratkapivīrāṇāṃ vāhinī tena setunā ||
Dann, zum Ozean gelangt, ließ er Nala die Brücke erbauen; über jene Brücke überquerte das Heer der Vānara-Helden.
Wort für Wort tataḥ samudram āsādya dann, zum Ozean gelangt nalaṃ setum akārayat ließ er Nala die Brücke erbauen aratat kapivīrāṇāṃ überquerte das der Vānara-Helden vāhinī tena setunā Heer über jene Brücke prahastamavadhīnnīlaḥ kumbhakarṇaṃ tu rāghavaḥ |
lakṣmaṇo rāvaṇasutaṃ svayaṃ rāmastu rāvaṇam ||
Nīla erschlug Prahasta, Rāghava aber Kumbhakarṇa; Lakṣmaṇa den Sohn Rāvaṇas, Rāma aber Rāvaṇa selbst.
Wort für Wort prahastam avadhīt nīlaḥ Prahasta erschlug Nīla kumbhakarṇaṃ tu rāghavaḥ Kumbhakarṇa aber Rāghava lakṣmaṇo rāvaṇasutaṃ Lakṣmaṇa den Sohn Rāvaṇas svayaṃ rāmastu rāvaṇam Rāma aber selbst Rāvaṇa sa śakreṇa samāgamya yamena varuṇena ca |
maheśvarasvayambhūbhyāṃ tathā daśarathena ca |
taiśca kākutthso varān lebhe paraṃtapaḥ |
surarṣibhiśca kākutstho varāṃllebhe parantapaḥ ||
Er, nachdem er mit Indra, Yama und Varuṇa zusammengetroffen war, und ebenso mit dem großen Gott Śiva, dem Selbstentstandenen und mit Daśaratha, erlangte der Kākutstha, der Feindebezwinger, von ihnen Gunstbezeugungen; und von den göttlichen Sehern erlangte der Kākutstha, der Feindebezwinger, ebenfalls Gunstbezeugungen.
Wort für Wort sa śakreṇa samāgamya er, mit Indra zusammentreffend yamena varuṇena ca mit Yama und Varuṇa maheśvarasvayambhūbhyāṃ mit dem großen Gott Śiva und dem Selbstentstandenen tathā daśarathena ca und ebenso mit Daśaratha taiḥ ca kākutthso varān und von ihnen der Kākutstha Gunstbezeugungen lebhe paraṃtapaḥ erlangte, der Feindebezwinger surarṣibhiḥ ca kākutstho und von den göttlichen Sehern der Kākutstha varān lebhe parantapaḥ erlangte Gunstbezeugungen, der Feindebezwinger sa tu dattavaraḥ prītyā vānaraiśca samāgataḥ |
puṣpakeṇa vimānena kiṣkindhāmabhyupāgamat ||
Er, dem aus Zuneigung Gunst gewährt worden war, mit den Vānaras vereint, gelangte mit dem Puṣpaka-Himmelswagen nach Kiṣkindhā.
Wort für Wort sa tu dattavaraḥ prītyā er, dem aus Zuneigung Gunst gewährt worden war vānaraiḥ ca samāgataḥ mit den Vānaras vereint puṣpakeṇa vimānena mit dem Puṣpaka-Himmelswagen kiṣkindhām abhyupāgamat gelangte er nach Kiṣkindhā taṃ gaṅgāṃ punarāsādya vasantaṃ munisaṃnidhau |
avighnaṃ puṣyayogena śvo rāmaṃ draṣṭumarhasi ||
Nachdem er wieder zur Gaṅgā gelangt ist und in der Nähe des Weisen weilt, wirst du Rāma morgen ungehindert, unter dem Puṣya-Stern, sehen können."
Wort für Wort taṃ gaṅgāṃ punaḥ āsādya nachdem er wieder zur Gaṅgā gelangt ist vasantaṃ munisaṃnidhau und in der Nähe des Weisen weilt avighnaṃ puṣyayogena ungehindert, unter dem Puṣya-Stern śvo rāmaṃ draṣṭum arhasi wirst du morgen Rāma sehen können tataḥ sa satyaṃ hanumadvaco mahan |
niśamya hṛṣṭo bharataḥ kṛtāñjaliḥ |
uvāca vāṇīṃ manasaḥ praharṣiṇī |
cirasya pūrṇaḥ khalu me manorathaḥ ||
Dann, nachdem er dieses wahrhaftige, große Wort Hanumants vernommen hatte, sprach Bharata, hocherfreut, mit gefalteten Händen, dieses herzerfreuende Wort: "Nach so langer Zeit ist mein Herzenswunsch fürwahr erfüllt."
Wort für Wort tataḥ sa satyaṃ hanumadvaco mahan dann dieses wahrhaftige, große Wort Hanumants niśamya hṛṣṭo bharataḥ kṛtāñjaliḥ vernehmend, hocherfreut, Bharata, mit gefalteten Händen uvāca vāṇīṃ manasaḥ praharṣiṇī sprach dieses herzerfreuende Wort cirasya pūrṇaḥ khalu me manorathaḥ nach so langer Zeit ist mein Herzenswunsch fürwahr erfüllt
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