tato hatānrākṣasapuṅgavāṃstān devāntakāditriśiro.atikāyān | rakṣogaṇāstatra hatāvaśiṣṭās te rāvaṇāya tvaritaṃ śaśaṃsuḥ ||1||
Da meldeten die im Rākṣasa-Heer übrig gebliebenen, geschlagenen Scharen dem Rāvaṇa eilends jene erschlagenen Rākṣasa-Stiere, Devāntaka, Triśiras und Atikāya voran.
Wort für Wort
tataḥ hatān rākṣasa-puṅgavān tān
da jene erschlagenen Rākṣasa-Stiere
devāntaka-ādi-triśiraḥ-atikāyān
Devāntaka, Triśiras und Atikāya voran
rakṣaḥ-gaṇāḥ tatra hata-avaśiṣṭāḥ
die dort übrig gebliebenen, geschlagenen Rākṣasa-Scharen
tato hatāṃstānsahasā niśamya rājā mumohāśrupariplutākṣaḥ | putrakṣayaṃ bhrātṛvadhaṃ ca ghoraṃ vicintya rājā vipulaṃ pradadhyau ||2||
Als der König da jäh von deren Tod vernahm, wurde er ohnmächtig, die Augen von Tränen überströmt; den Untergang seiner Söhne und den furchtbaren Tod seines Bruders bedenkend, versank der König in tiefes Sinnen.
Wort für Wort
tataḥ hatān tān sahasā niśamya
als er da jäh von deren Tod vernahm
rājā mumoha aśru-paripluta-akṣaḥ
wurde der König ohnmächtig, die Augen von Tränen überströmt
putra-kṣayam bhrātṛ-vadham ca ghoram
den Untergang der Söhne und den furchtbaren Tod des Bruders
na tāta mohaṃ pratigantumarhasi yatrendrajijjīvati rākṣasendra | nendrāribāṇābhihato hi kaś cit prāṇānsamarthaḥ samare.abhidhartum ||4||
Vater, du sollst dich nicht der Verzweiflung hingeben, solange Indrajit lebt, o Herr der Rākṣasas; denn keiner, vom Pfeil des Indra-Feindes getroffen, vermag im Kampf sein Leben zu behaupten.
Wort für Wort
na tāta moham pratigantum arhasi
Vater, du sollst dich nicht der Verzweiflung hingeben
yatra indrajit jīvati rākṣasa-indra
solange Indrajit lebt, o Herr der Rākṣasas
na indra-ari-bāṇa-abhihataḥ hi kaścit
denn keiner, vom Pfeil des Indra-Feindes getroffen
Sieh heute Rāma samt Lakṣmaṇa, den Leib von meinen Pfeilen durchbohrt und zerfetzt, des Lebens beraubt, auf der Erde liegend, alle Glieder mit scharfen Pfeilen übersät.
Wort für Wort
paśya adya rāmam saha-lakṣmaṇena
sieh heute Rāma samt Lakṣmaṇa
mad-bāṇa-nirbhinna-vikīrṇa-deham
den Leib von meinen Pfeilen durchbohrt und zerfetzt
Höre dieses Gelöbnis des Indra-Feindes, fest entschlossen, mit Mannesmut und Schicksal vereint: Noch heute werde ich Rāma samt Lakṣmaṇa mit unfehlbaren Pfeilen quälen.
Wort für Wort
imām pratijñām śṛṇu śakra-śatroḥ
höre dieses Gelöbnis des Indra-Feindes
su-niścitām pauruṣa-daiva-yuktām
fest entschlossen, mit Mannesmut und Schicksal vereint
adyendravaivasvataviṣṇumitra sādhyāśvivaiśvānaracandrasūryāḥ | drakṣyanti me vikramamaprameyaṃ viṣṇorivograṃ baliyajñavāṭe ||7||
Heute werden Indra, Vaivasvata, Viṣṇu, Mitra, die Sādhyas, die Aśvins, Vaiśvānara, Mond und Sonne meine unermessliche Tapferkeit sehen, furchtbar wie die des Viṣṇu beim Opfer Balis.
Wort für Wort
adya indra-vaivasvata-viṣṇu-mitra
heute Indra, Vaivasvata, Viṣṇu, Mitra
sādhya-aśvi-vaiśvānara-candra-sūryāḥ
die Sādhyas, die Aśvins, Vaiśvānara, Mond und Sonne
sa evamuktvā tridaśendraśatrur āpṛcchya rājānamadīnasattvaḥ | samārurohānilatulyavegaṃ rathaṃ kharaśreṣṭhasamādhiyuktam ||8||
So gesprochen habend, verabschiedete sich der Feind des Götterfürsten, von unerschütterlichem Mut, vom König und bestieg seinen windgleich schnellen Wagen, mit den besten Eseln bespannt.
Wort für Wort
saḥ evam uktvā tridaśa-indra-śatruḥ
er, der Feind des Götterfürsten, so gesprochen habend
āpṛcchya rājānam adīna-sattvaḥ
sich verabschiedend vom König, von unerschütterlichem Mut
sa pāvakaṃ pāvakadīptatejāḥ hutvā mahendrapratimaprabhāvaḥ | sa cāpabāṇāsirathāśvasūtaḥ khe.antardadha ātmānamacintyarūpaḥ ||29||
Er, dessen Glanz dem Feuer gleich loderte, opferte dem Feuer, an Macht dem großen Indra gleich, und verbarg sich samt Bogen, Pfeilen, Schwert, Wagen, Rossen und Wagenlenker im Himmel, von unfassbarer Gestalt.
Wort für Wort
sa pāvakam pāvaka-dīpta-tejāḥ
er, dessen Glanz dem Feuer gleich loderte, dem Feuer
hutvā mahendra-pratima-prabhāvaḥ
opferte, an Macht dem großen Indra gleich
sa cāpa-bāṇa-asi-ratha-aśva-sūtaḥ
er, samt Bogen, Pfeilen, Schwert, Wagen, Rossen und Wagenlenker
Er, sein Heer verlassend, eilends in der großen Schlacht zu den Affentruppen herantretend, unsichtbar, regnete ein furchtbares Pfeilnetz herab, wie eine dunkle Wolke Wasser regnet.
te śakrajidbāṇaviśīrṇadehā māyāhatā visvaramunnadantaḥ | raṇe nipeturharayo.adrikalpā yathendravajrābhihatā nagendrāḥ ||55||
Sie, die Affen, bergesgleich, ihre Leiber von Śakrajits Pfeilen zerrissen, von der Zaubermacht getroffen, laut mit gebrochener Stimme brüllend, fielen im Kampf, wie die Bergfürsten, von Indras Donnerkeil getroffen.
Wort für Wort
te śakrajit-bāṇa-viśīrṇa-dehāḥ
sie, ihre Leiber von Śakrajits Pfeilen zerrissen
māyā-hatā visvaram unnadantaḥ
von der Zaubermacht getroffen, mit gebrochener Stimme brüllend
raṇe nipetuḥ harayaḥ adri-kalpāḥ
fielen im Kampf, die Affen, bergesgleich
yathā indra-vajra-abhihatā nagendrāḥ
wie die Bergfürsten, von Indras Donnerkeil getroffen
te kevalaṃ sandadṛśuḥ śitāgrān bāṇānraṇe vānaravāhinīṣu | māyā nigūḍhaṃ ca surendraśatruṃ na cātra taṃ rākṣasamabhyapaśyan ||56||
Sie sahen im Kampf inmitten der Affentruppen nur die scharfspitzigen Pfeile, den durch Zauber verborgenen Feind der Götterfürsten aber, jenen Rākṣasa, erblickten sie dort nicht.
Wort für Wort
te kevalam sandadṛśuḥ śita-agrān
sie sahen nur die scharfspitzigen
bāṇān raṇe vānara-vāhinīṣu
Pfeile im Kampf bei den Affentruppen
māyā nigūḍham ca surendra-śatrum
den durch Zauber verborgenen Feind der Götterfürsten
tataḥ sa rakṣo.adhipatirmahātmā sarvā diśo bāṇagaṇaiḥ śitāgraiḥ | pracchādayāmāsa raviprakāśair viṣādayāmāsa ca vānarendrān ||57||
Da verhüllte der hochgesinnte Herr der Rākṣasas alle Himmelsrichtungen mit Scharen scharfspitziger, sonnengleich glänzender Pfeile und versetzte die Affenfürsten in Verzweiflung.
Wort für Wort
tataḥ sa rakṣaḥ-adhipatiḥ mahātmā
da der hochgesinnte Herr der Rākṣasas
sarvāḥ diśaḥ bāṇa-gaṇaiḥ śita-agraiḥ
alle Himmelsrichtungen mit Scharen scharfspitziger Pfeile
Er schleuderte, feuerflammengleiche, funkensprühende, lodernde Speere, Schwerter und Streitäxte schwingend, heftig auf das Heer der Affenfürsten herab.
Wort für Wort
sa śūla-nistriṃśa-paraśvadhāni
er, Speere, Schwerter und Streitäxte
vyāvidhya dīpta-anala-saṃnibhāni
schwingend, feuerflammengleiche
sa-visphuliṅga-ujjvala-pāvakāni
funkensprühende, lodernde
vavarṣa tīvram plavaga-indra-sainye
regnete er heftig auf das Heer der Affenfürsten herab
sa vai gadābhirhariyūthamukhyān nirbhidya bāṇaistapanīyapuṅkhaiḥ | vavarṣa rāmaṃ śaravṛṣṭijālaiḥ salakṣmaṇaṃ bhāskararaśmikalpaiḥ ||66||
Nachdem er die führenden Affenhäupter mit Keulen und golden befiederten Pfeilen durchbohrt hatte, überschüttete er Rāma samt Lakṣmaṇa mit einem Netz von Pfeilregen, den Sonnenstrahlen gleich.
Wort für Wort
sa vai gadābhiḥ hari-yūtha-mukhyān
er mit Keulen die führenden Affenhäupter
nirbhidya bāṇaiḥ tapanīya-puṅkhaiḥ
durchbohrt habend mit golden befiederten Pfeilen
vavarṣa rāmam śara-vṛṣṭi-jālaiḥ
überschüttete er Rāma mit einem Netz von Pfeilregen
sa bāṇavarṣairabhivarṣyamāṇo dhārānipātāniva tānvicintya | samīkṣamāṇaḥ paramādbhutaśrī rāmastadā lakṣmaṇamityuvāca ||67||
Von den Pfeilregen überschüttet, sie wie Regengüsse betrachtend, sprach der von höchstem, wundersamem Glanz erstrahlende Rāma da, umherblickend, zu Lakṣmaṇa:
'Sieh, Lakṣmaṇa, dieser Herr der Rākṣasas, der Feind des Götterfürsten, hat sich auf die Brahmā-Waffe gestützt und, nachdem er das furchtbare Affenheer niedergestreckt hat, quält er uns unablässig mit Pfeilen.'
Wort für Wort
asau punaḥ lakṣmaṇa rākṣasa-indraḥ
dieser wiederum, Lakṣmaṇa, der Herr der Rākṣasas
brahma-astram āśritya sura-indra-śatruḥ
auf die Brahmā-Waffe gestützt, der Feind des Götterfürsten
nipātayitvā hari-sainyam ugram
nachdem er das furchtbare Affenheer niedergestreckt hat
'Der Hochgesinnte, von Svayambhu mit einer Gabe beschenkt, im Himmel weilend, seinen furchtbaren Leib verborgen habend – wie könnte Indrajit, dessen Leib verschwunden ist, dessen Waffe erhoben, heute im Kampf getötet werden?'
Wort für Wort
svayambhuvā datta-varaḥ mahātmā
der Hochgesinnte, von Svayambhu mit einer Gabe beschenkt
kham āsthitaḥ antarhita-bhīma-kāyaḥ
im Himmel weilend, seinen furchtbaren Leib verborgen habend
katham nu śakyaḥ yudhi naṣṭa-dehaḥ
wie könnte er, dessen Leib verschwunden ist, im Kampf
nihantum adya indrajit udyata-astraḥ
heute getötet werden, Indrajit, dessen Waffe erhoben ist
'Ich denke, der ehrwürdige Svayambhu, der Unfassbare, ist es, dessen Waffe dies ist und dessen Ursprung er hat. Du, o Weiser, ertrage heute mit mir zusammen, unerschrockenen Geistes, die Pfeilschauer.'
pracchādayatyeṣa hi rākṣasendraḥ sarvā diśaḥ sāyakavṛṣṭijālaiḥ | etacca sarvaṃ patitāgryavīraṃ na bhrājate vānararājasainyam ||71||
'Denn dieser Herr der Rākṣasas verhüllt alle Himmelsrichtungen mit Netzen von Pfeilschauern; und all dieses Affenkönigsheer, dessen beste Helden gefallen sind, erstrahlt nicht mehr.'
Wort für Wort
pracchādayati eṣa hi rākṣasa-indraḥ
denn dieser Herr der Rākṣasas verhüllt
sarvāḥ diśaḥ sāyaka-vṛṣṭi-jālaiḥ
alle Himmelsrichtungen mit Netzen von Pfeilschauern
'Wenn er uns beide gefallen sieht, besinnungslos, vom Kampf abgelassen habend, unseres Zorns und unserer Freude beraubt, wird er gewiss in die Wohnstatt des Götterfeindes zurückkehren, nachdem er den Ruhm des Schlachtfelds davongetragen hat.'
Wort für Wort
āvām tu dṛṣṭvā patitau visaṃjñau
wenn er uns beide gefallen sieht, besinnungslos
nivṛtta-yuddhau hata-roṣa-harṣau
vom Kampf abgelassen, unseres Zorns und unserer Freude beraubt
dhruvam pravekṣyati amara-ari-vāsam
wird er gewiss die Wohnstatt des Götterfeindes betreten
tatastu tāvindrajidastrajālair babhūvatustatra tadā viśastau | sa cāpi tau tatra viṣādayitvā nanāda harṣādyudhi rākṣasendraḥ ||73||
Da wurden die beiden von Indrajits Netz von Waffen dort durchbohrt; und er, der Herr der Rākṣasas, versetzte sie in Verzweiflung und brüllte da im Kampf vor Freude.
Wort für Wort
tataḥ tu tau indrajit-astra-jālaiḥ
da aber die beiden von Indrajits Netz von Waffen
babhūvatuḥ tatra tadā viśastau
wurden dort da durchbohrt
sa ca api tau tatra viṣādayitvā
und er, sie dort in Verzweiflung versetzend
nanāda harṣāt yudhi rākṣasendraḥ
brüllte vor Freude im Kampf, der Herr der Rākṣasas
Da, nachdem er das Heer des Affenkönigs und Rāma samt Lakṣmaṇa im Kampf in Verzweiflung gestürzt hatte, betrat er eilends die Stadt, die von den Armen des Zehnhälsigen beschützt wurde.
Wort für Wort
tataḥ tadā vānara-rāja-sainyam
da dann das Heer des Affenkönigs
rāmam ca saṅkhye saha-lakṣmaṇena
und Rāma im Kampf samt Lakṣmaṇa
viṣādayitvā sahasā viveśa
in Verzweiflung gestürzt habend, betrat er eilends
purīm daśagrīva-bhuja-abhiguptām
die Stadt, von den Armen des Zehnhälsigen beschützt