Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa
Sarga 88: Indrajil-Lakṣmaṇa-Mahāyuddham
Der gewaltige Zweikampf zwischen Indrajit und Lakṣmaṇa
vibhīṣaṇavacaḥ śrutvā rāvaṇiḥ krodhamūrcitaḥ |
abravīt paruṣaṃ vākyaṃ vegenābhyutpapāta ca ||1||
Als der Sohn Rāvaṇas Vibhīṣaṇas Wort gehört hatte, von Zorn überwältigt, sprach er harte Worte und sprang mit Wucht empor.
Wort für Wort vibhīṣaṇavacaḥ śrutvā Vibhīṣaṇas Wort hörend rāvaṇiḥ krodhamūrcitaḥ der Sohn Rāvaṇas, von Zorn überwältigt abravīt paruṣaṃ vākyaṃ sprach harte Worte vegena abhyutpapāta ca und sprang mit Wucht empor udyatāyudhanistriṃśo rathe susamalaṃkṛte |
kālāśvayukte mahati sthitaḥ kālāntakopamaḥ ||2||
Mit erhobener Waffe und Schwert, auf dem wohlgeschmückten Wagen stehend, mit todesfarbenen Rossen bespannt, dem alles vernichtenden Tode gleich.
Wort für Wort udyatāyudhanistriṃśo mit erhobener Waffe und Schwert rathe susamalaṃkṛte auf dem wohlgeschmückten Wagen kālāśvayukte mahati dem großen, mit todesfarbenen Rossen bespannten sthitaḥ kālāntakopamaḥ stehend, dem alles vernichtenden Tode gleich mahāpramāṇamudyamya vipulaṃ vegavaddṛḍham |
dhanurbhīmaṃ parāmṛśya śarāṃścāmitraśātanān ||3||
Den gewaltig großen, weiten, kraftvollen, festen, furchterregenden Bogen ergreifend, samt Pfeilen, die die Feinde vernichten.
Wort für Wort mahāpramāṇam udyamya den gewaltig großen erhebend vipulaṃ vegavaddṛḍham den weiten, kraftvollen, festen dhanurbhīmaṃ parāmṛśya den furchterregenden Bogen ergreifend śarān ca amitraśātanān und die die Feinde vernichtenden Pfeile taṃ dadarśa maheṣvāso rathasthaḥ samalaṃkṛtaḥ |
alaṃkṛtamamitraghno rāghavasyānujaṃ balī ||4||
Er, der starke Feindevernichter, der große Bogenschütze, auf dem geschmückten Wagen stehend, sah den geschmückten jüngeren Bruder Rāghavas.
Wort für Wort taṃ dadarśa maheṣvāso er sah, der große Bogenschütze rathasthaḥ samalaṃkṛtaḥ auf dem geschmückten Wagen stehend alaṃkṛtam amitraghno den geschmückten, der Feindevernichter rāghavasya anujaṃ balī den jüngeren Bruder Rāghavas, der Starke hanumatpṛṣṭhamārūḍhamudayastharaviprabham |
uvācainaṃ susaṃrabdhaḥ saumitriṃ savibhīṣaṇam ||5||
Der auf Hanumants Rücken gestiegen war, der aufgehenden Sonne gleichend, sprach er, heftig erregt, zu diesem Sohn Sumitrās samt Vibhīṣaṇa.
Wort für Wort hanumatpṛṣṭham ārūḍham der auf Hanumants Rücken gestiegen war udayastharaviprabham der aufgehenden Sonne gleichend uvāca enaṃ susaṃrabdhaḥ sprach zu diesem, heftig erregt saumitriṃ savibhīṣaṇam dem Sohn Sumitrās samt Vibhīṣaṇa adya matkārumukotsṛṣṭaṃ śaravarṣaṃ durāsadam |
muktaṃ varṣamivākāśe dhārayiṣyatha saṃyuge |6||
‚Werdet ihr heute den von meinem Bogen entsandten, unbezwingbaren Pfeilregen, gleich einem am Himmel entfesselten Regen, in der Schlacht ertragen können?‘
Wort für Wort adya matkārmukotsṛṣṭaṃ heute den von meinem Bogen entsandten śaravarṣaṃ durāsadam unbezwingbaren Pfeilregen muktaṃ varṣam iva ākāśe gleich einem am Himmel entfesselten Regen dhārayiṣyatha saṃyuge werdet ihr in der Schlacht ertragen adya vo māmakā bāṇā mahākārmukaniḥsṛtāḥ |
vidhamiṣyanti gātrāṇi tūlarāśimivānalaḥ |7||
‚Heute werden meine, vom großen Bogen entsandten Pfeile eure Glieder zerreißen, wie das Feuer einen Haufen Baumwolle.‘
Wort für Wort adya vo māmakā bāṇā heute meine Pfeile euch mahākārmukaniḥsṛtāḥ vom großen Bogen entsandt vidhamiṣyanti gātrāṇi werden eure Glieder zerreißen tūlarāśim iva analaḥ wie das Feuer einen Haufen Baumwolle tīkṣaṇasāyakanirbhinnān śūlaśaktyṛṣṭitomaraiḥ |
adya vo gamayiṣyāmi sarvānena yamakṣayam |8||
‚Von scharfen Pfeilen durchbohrt, mit Speeren, Lanzen, Schwertern und Wurfspießen werde ich euch heute alle in Yamas Reich senden.‘
Wort für Wort tīkṣṇasāyakanirbhinnān von scharfen Pfeilen durchbohrt śūlaśaktyṛṣṭitomaraiḥ mit Speeren, Lanzen, Schwertern und Wurfspießen adya vo gamayiṣyāmi sarvān heute werde ich euch alle senden ena yamakṣayam in dieses Reich Yamas sṛjataḥ śaravarṣāṇi kṣiprahastasya saṃyuge |
jīmūtasyeva nadataḥ kaḥ sthāsyati mamāgrataḥ |9||
‚Wer wird vor mir bestehen können, wenn ich, mit rascher Hand, in der Schlacht Pfeilregen entsende, wie eine donnernde Gewitterwolke?‘
Wort für Wort sṛjataḥ śaravarṣāṇi der Pfeilregen entsendet kṣiprahastasya saṃyuge mit rascher Hand in der Schlacht jīmūtasya iva nadataḥ wie einer donnernden Gewitterwolke kaḥ sthāsyati mama agrataḥ wer wird vor mir bestehen rātriyuddhe tadā pūrvaṃ vajrāśanisamaiḥ śaraiḥ |
śāyitau stho mayā bhūmau visaṃjñau sapurassarau |10||
‚Zuvor, in der Nachtschlacht, habt ihr, samt eurem Gefolge, bewusstlos auf dem Boden gelegen, von mir mit Pfeilen, dem Donnerkeil gleich, niedergestreckt.‘
Wort für Wort rātriyuddhe tadā pūrvaṃ zuvor, in der Nachtschlacht vajrāśanisamaiḥ śaraiḥ mit Pfeilen, dem Donnerkeil gleich śāyitau sthaḥ mayā bhūmau habt ihr von mir auf dem Boden gelegen visaṃjñau sapurassarau bewusstlos, samt eurem Gefolge smṛtirna te.asti vā manye vyaktaṃ yāto yamakṣayam |
āśīviṣasamaṃ kruddhaṃ yanmām yoddhumupasthitaḥ |11||
‚Du hast wohl keine Erinnerung mehr, meine ich, oder bist offenkundig ins Reich Yamas gegangen, dass du dich anschickst, mit mir, dem zornigen, giftschlangengleichen, zu kämpfen.‘
Wort für Wort smṛtiḥ na te asti vā manye du hast wohl keine Erinnerung mehr, meine ich vyaktaṃ yāto yamakṣayam offenkundig bist du ins Reich Yamas gegangen āśīviṣasamaṃ kruddhaṃ mit dem zornigen, giftschlangengleichen yat mām yoddhum upasthitaḥ dass du dich anschickst, mit mir zu kämpfen tacchrutvā rākṣasendrasya garjitaṃ rāghavastadā |
abhītavadanaḥ kruddho rāvaṇiṃ vākyamabravīt |12||
Als er dieses Gebrüll des Rākṣasa-Fürsten gehört hatte, sprach Rāghava (Lakṣmaṇa) da, unerschrockenen Gesichts, zornig, zu Rāvaṇis Sohn.
Wort für Wort tat śrutvā rākṣasendrasya dieses hörend, des Rākṣasa-Fürsten garjitaṃ rāghavaḥ tadā Gebrüll, Rāghava (Lakṣmaṇa) da abhītavadanaḥ kruddho unerschrockenen Gesichts, zornig rāvaṇiṃ vākyam abravīt sprach zu Rāvaṇis Sohn uktaśca durgamaḥ pāraḥ kāryāṇāṃ rākṣasa tvayā |
kāryāṇāṃ karmaṇām pāraṃ yo gacchati sa buddhimān |13||
‚Gesagt hast du, o Rākṣasa, dass das Ende der Taten schwer erreichbar ist – wer zum Ende der Taten, der Werke, gelangt, der ist der Kluge.‘
Wort für Wort uktaḥ ca durgamaḥ pāraḥ gesagt hast du, dass das Ende schwer erreichbar ist kāryāṇāṃ rākṣasa tvayā der Taten, o Rākṣasa, von dir kāryāṇāṃ karmaṇām pāraṃ zum Ende der Taten, der Werke yo gacchati sa buddhimān wer gelangt, der ist der Kluge sa tvamarthasya hīnārtho duravāpasya kenacit |
vācā vyāhṛtya jānīṣe kṛtārtho.asmiti durmate |14||
‚Du aber, des Zieles beraubt, glaubst, nachdem du mit Worten von einer schwer erreichbaren Sache gesprochen hast, dass du dein Ziel erreicht hättest, du Bösgesinnter.‘
Wort für Wort sa tvam arthasya hīnārtho du aber, des Zieles beraubt duravāpasya kenacit von einer schwer erreichbaren durch irgendetwas vācā vyāhṛtya jānīṣe mit Worten gesprochen habend, glaubst du kṛtārtho asmi iti durmate ‚ich habe mein Ziel erreicht‘, du Bösgesinnter aṃtardhānagatenājau yastvayā caritastadā |
taskarācarito mārgaḥ naiṣa vīraniṣevitaḥ |15||
‚Der Weg, den du da, unsichtbar geworden, in der Schlacht gegangen bist – das ist der Weg eines Diebes, nicht der, den Helden begehen.‘
Wort für Wort antardhānagatena ājau unsichtbar geworden, in der Schlacht yaḥ tvayā caritaḥ tadā der Weg, den du da gegangen bist taskarācarito mārgaḥ der Weg eines Diebes na eṣa vīraniṣevitaḥ nicht der, den Helden begehen yathā bāṇapathaṃ prāpya sthito.asmi tava rākṣasa |
darśayasvādya tattejo vācā tvaṃ kiṃ vikatthase |16||
‚Da ich nun in Reichweite deiner Pfeile stehe, o Rākṣasa, zeige heute jene Kraft – warum prahlst du bloß mit Worten?‘
Wort für Wort yathā bāṇapathaṃ prāpya da ich in Reichweite der Pfeile bin sthito asmi tava rākṣasa stehe ich, o Rākṣasa darśayasva adya tat tejo zeige heute jene Kraft vācā tvaṃ kiṃ vikatthase warum prahlst du bloß mit Worten evamukto dhanurbhīmaṃ parāmṛśya mahābalaḥ |
sasarja niśitān bāṇāniṃdrajit samitiñjayaḥ |17||
So angesprochen, den furchterregenden Bogen ergreifend, entsandte der hochgewaltige Indrajit, der Schlachtenbezwinger, scharfe Pfeile.
Wort für Wort evamuktaḥ dhanurbhīmaṃ so angesprochen, den furchterregenden Bogen parāmṛśya mahābalaḥ ergreifend, der Hochgewaltige sasarja niśitān bāṇān entsandte scharfe Pfeile indrajit samitiñjayaḥ Indrajit, der Schlachtenbezwinger tena sṛṣṭā mahāvegāḥ śarāḥ sarpaviṣopamāḥ |
saṃprāpya lakṣmaṇaṃ petuḥ śvasanta iva pannagāḥ |18||
Die von ihm entsandten, von großer Wucht, giftschlangengleichen Pfeile fielen, Lakṣmaṇa erreichend, wie zischende Schlangen.
Wort für Wort tena sṛṣṭā mahāvegāḥ die von ihm entsandten, von großer Wucht śarāḥ sarpaviṣopamāḥ die Pfeile, giftschlangengleich saṃprāpya lakṣmaṇaṃ petuḥ fielen, Lakṣmaṇa erreichend śvasantaḥ iva pannagāḥ wie zischende Schlangen śarairatimahāvegai rvegavān rāvaṇātmajaḥ |
saumitrimindrajidyuddhe vivyādha śubhalakṣaṇam |19||
Mit Pfeilen von überaus großer Wucht durchbohrte der wuchtige Sohn Rāvaṇas, Indrajit, im Kampf den Sohn Sumitrās von glückverheißenden Zeichen.
Wort für Wort śaraiḥ atimahāvegaiḥ mit Pfeilen von überaus großer Wucht vegavān rāvaṇātmajaḥ der wuchtige Sohn Rāvaṇas saumitrim indrajit yuddhe den Sohn Sumitrās, Indrajit, im Kampf vivyādha śubhalakṣaṇam durchbohrte den von glückverheißenden Zeichen sa śarairatividdhāṅgo rudhireṇa samukṣitaḥ |
śuśubhe lakṣmaṇaḥ śrīmānvidhūma iva pāvakaḥ |20||
Er, an allen Gliedern von Pfeilen durchbohrt, mit Blut besprengt, erstrahlte, der ruhmvolle Lakṣmaṇa, wie ein rauchloses Feuer.
Wort für Wort sa śaraiḥ atividdhāṅgo er, an allen Gliedern von Pfeilen durchbohrt rudhireṇa samukṣitaḥ mit Blut besprengt śuśubhe lakṣmaṇaḥ śrīmān erstrahlte der ruhmvolle Lakṣmaṇa vidhūma iva pāvakaḥ wie ein rauchloses Feuer indrajittvātmanaḥ karma prasamīkṣyābhigamya ca |
ninadya sumahānādamitaṃ vacanamabravīt |21||
Indrajit aber, sein eigenes Werk betrachtend und näher herankommend, brüllte einen gewaltigen Schrei und sprach dieses Wort.
Wort für Wort indrajit tu ātmanaḥ karma Indrajit aber sein eigenes Werk prasamīkṣya abhigamya ca betrachtend und herankommend ninadya sumahānādam einen gewaltigen Schrei brüllend itaṃ vacanam abravīt sprach dieses Wort patriṇa śitadhārāste śarā matkārmukacyutāḥ |
ādāsyante.adya saumitre jīvitaṃ jīvitāntakāḥ |22||
‚Diese befiederten, scharfschneidigen, von meinem Bogen entsandten Pfeile werden dir heute, o Sohn Sumitrās, dein Leben nehmen, die lebensbeendenden.‘
Wort für Wort patriṇa śitadhārāḥ te diese befiederten, scharfschneidigen śarā matkārmukacyutāḥ Pfeile, von meinem Bogen entsandt ādāsyante adya saumitre werden heute nehmen, o Sohn Sumitrās jīvitaṃ jīvitāntakāḥ das Leben, die lebensbeendenden adya gomāyusaṃghāśca śyenasaṃghāśca lakṣmaṇa |
gṛdhrāśca nipatantu tvāṃ gatāsuṃ nihataṃ mayā |23||
‚Heute mögen sich Scharen von Schakalen und Falken und Geier auf dich stürzen, o Lakṣmaṇa, wenn du entseelt von mir getötet bist.‘
Wort für Wort adya gomāyusaṃghāḥ ca heute Scharen von Schakalen śyenasaṃghāḥ ca lakṣmaṇa und Scharen von Falken, o Lakṣmaṇa gṛdhrāḥ ca nipatantu tvāṃ und Geier mögen sich auf dich stürzen gatāsuṃ nihataṃ mayā entseelt, von mir getötet kṣatrabandhuṃ sadānāryaṃ rāmaḥ paramadurmatiḥ |
bhaktaṃ bhrātaramadyaiva tvāṃ drakhyati hataṃ mayā |24||
‚Rāma, der überaus Bösgesinnte, wird dich, den stets edlen Krieger, den ergebenen Bruder, noch heute von mir erschlagen sehen.‘
Wort für Wort kṣatrabandhuṃ sadānāryaṃ dich, den stets edlen Krieger rāmaḥ paramadurmatiḥ Rāma, der überaus Bösgesinnte bhaktaṃ bhrātaram adya eva den ergebenen Bruder noch heute tvāṃ drakṣyati hataṃ mayā wird dich sehen, von mir erschlagen visrastakavacaṃ bhūmau vyapaviddhaśarāsanam |
hṛtottamāṅgaṃ saumitre tvāmadya nihatam mayā |25||
‚Mit gelockertem Panzer, den Bogen fortgeschleudert, das Haupt geraubt – so wird man dich, o Sohn Sumitrās, heute von mir erschlagen, auf dem Boden liegen sehen.‘
Wort für Wort visrastakavacaṃ bhūmau mit gelockertem Panzer auf dem Boden vyapaviddhaśarāsanam den Bogen fortgeschleudert hṛtottamāṅgaṃ saumitre das Haupt geraubt, o Sohn Sumitrās tvām adya nihatam mayā dich heute von mir erschlagen iti bruvāṇam saṃkruddhaṃ paruṣaṃ rāvaṇātmajam |
hetumadvākyamarthajño lakṣmaṇaḥ pratyuvāca ha |26||
Zu dem so sprechenden, zornentbrannten, harten Sohn Rāvaṇas entgegnete Lakṣmaṇa, des Sinnes kundig, mit begründetem Wort.
Wort für Wort iti bruvāṇam saṃkruddhaṃ zu dem so sprechenden, zornentbrannten paruṣaṃ rāvaṇātmajam harten Sohn Rāvaṇas hetumadvākyam arthajño mit begründetem Wort, des Sinnes kundig lakṣmaṇaḥ pratyuvāca ha entgegnete Lakṣmaṇa vāgbalaṃ tyaja durbhaddhe krūrakarmāsi rākṣasa |
atha kasmādvadasyetatsaṃpādaya sukarmaṇā |27||
‚Lass die Kraft der Rede, du Übelgesinnter, du bist grausam handelnder Rākṣasa – warum sagst du dies nur? Erbringe es durch die gute Tat.‘
Wort für Wort vāgbalaṃ tyaja durbuddhe lass die Kraft der Rede, Übelgesinnter krūrakarmā asi rākṣasa grausam handelnd bist du, o Rākṣasa atha kasmāt vadasi etat warum sagst du dies nur saṃpādaya sukarmaṇā erbringe es durch die gute Tat akṛtvā katthase karma kimarthamiha rākṣasa |
kuru tatkarma yenāhaṃ śraddadhyāṃ tava katthanam |28||
‚Ohne die Tat vollbracht zu haben, prahlst du – wozu, hier, o Rākṣasa? Vollbringe jene Tat, durch die ich deinem Prahlen Glauben schenken könnte.‘
Wort für Wort akṛtvā katthase karma ohne die Tat vollbracht zu haben, prahlst du kimartham iha rākṣasa wozu, hier, o Rākṣasa kuru tat karma yena ahaṃ vollbringe jene Tat, durch die ich śraddadhyāṃ tava katthanam deinem Prahlen Glauben schenken könnte anuktvā paruṣaṃ vākyaṃ kiṃcidapyanavakṣipan |
avikatthan vadhiṣyāmi tvāṃ paśya puruṣādhama |29||
‚Ohne ein hartes Wort zu sagen, ohne auch nur im Geringsten zu schmähen, ohne zu prahlen, werde ich dich töten – sieh her, du Niedrigster unter den Männern.‘
Wort für Wort anuktvā paruṣaṃ vākyaṃ ohne ein hartes Wort zu sagen kiṃcit api anavakṣipan auch nicht im Geringsten schmähend avikatthan vadhiṣyāmi tvāṃ ohne zu prahlen werde ich dich töten paśya puruṣādhama sieh her, du Niedrigster unter den Männern ityuktvā pañca nārācānākarṇāpūritān śarān |
vijaghāna mahāvegāllakṣmaṇo rākṣasorasi |30||
So gesprochen habend, schoss Lakṣmaṇa fünf bis ans Ohr gezogene, eiserne Pfeile von großer Wucht auf die Brust des Rākṣasa.
Wort für Wort iti uktvā pañca nārācān so gesprochen, fünf eiserne Pfeile ākarṇāpūritān śarān bis ans Ohr gezogene Pfeile vijaghāna mahāvegāt schoss mit großer Wucht lakṣmaṇo rākṣasorasi Lakṣmaṇa auf die Brust des Rākṣasa supatravājitā bāṇā jvalitā iva pannagāḥ |
nairṛtorasyabhāsanta savitū raśmayo yathā |31||
Die wohlbefiederten Pfeile, wie lodernde Schlangen, erglänzten auf der Brust des Rākṣasa wie die Strahlen der Sonne.
Wort für Wort supatravājitā bāṇā die wohlbefiederten Pfeile jvalitā iva pannagāḥ wie lodernde Schlangen nairṛtorasi abhāsanta erglänzten auf der Brust des Rākṣasa savituḥ raśmayo yathā wie die Strahlen der Sonne sa śarairāhatastena saroṣo rāvaṇātmajaḥ |
suprayuktaistribhirbāṇaiḥ prativivyādha lakṣmaṇam |32||
Er, von jenen Pfeilen getroffen, der zornerfüllte Sohn Rāvaṇas, durchbohrte Lakṣmaṇa mit drei wohlgezielten Pfeilen entgegnend.
Wort für Wort sa śaraiḥ āhataḥ tena er, von jenen Pfeilen getroffen saroṣo rāvaṇātmajaḥ der zornerfüllte Sohn Rāvaṇas suprayuktaiḥ tribhiḥ bāṇaiḥ mit drei wohlgezielten Pfeilen prativivyādha lakṣmaṇam durchbohrte Lakṣmaṇa entgegnend sa babhūva mahābhīmo nararākṣasasiṃhayoḥ |
vimardastumulo yuddhe parasparajayaiṣiṇoḥ |33||
Furchtbar gewaltig wurde jener tumultartige Kampf zwischen dem Löwen unter den Menschen und dem Löwen unter den Rākṣasas, die beide nach dem Sieg über den anderen trachteten.
Wort für Wort sa babhūva mahābhīmo furchtbar gewaltig wurde er nararākṣasasiṃhayoḥ zwischen dem Löwen der Menschen und der Rākṣasas vimardaḥ tumulo yuddhe der tumultartige Zusammenstoß im Kampf parasparajayaiṣiṇoḥ die beide nach dem Sieg über den anderen trachteten ubhau hi balasaṃpannāvubhau vikramaśālinau |
ubhau paramadurjeyāvatulyabalatejasau |34||
Denn beide waren mit Kraft ausgestattet, beide glänzten in Tapferkeit, beide waren überaus schwer zu besiegen, von unvergleichlicher Kraft und Glanz.
Wort für Wort ubhau hi balasaṃpannau denn beide waren mit Kraft ausgestattet ubhau vikramaśālinau beide glänzten in Tapferkeit ubhau paramadurjeyau beide überaus schwer zu besiegen atulyabalatejasau von unvergleichlicher Kraft und Glanz yuyudhāte tadā vīrau grahāviva nabhogatau |
balavṛtrāvivābhītau yudhi tau duṣpṛdharṣaṇau |35||
Da kämpften die beiden Helden, wie zwei Planeten am Himmel, unerschrocken wie Bala und Vṛtra, unbezwingbar im Kampf.
Wort für Wort yuyudhāte tadā vīrau da kämpften die beiden Helden grahau iva nabhogatau wie zwei Planeten am Himmel balavṛtrau iva abhītau unerschrocken wie Bala und Vṛtra yudhi tau duṣpradharṣaṇau unbezwingbar im Kampf, die beiden yuyudhāte mahātmānau tadā kesariṇāviva |
bahūnavaṣ^ijantau hi mārgaṇaughānavasthitau |36||
Die beiden Hochherzigen kämpften da wie zwei Löwen, viele Pfeilströme entsendend, standhaft.
Wort für Wort yuyudhāte mahātmānau die beiden Hochherzigen kämpften tadā kesariṇau iva da wie zwei Löwen bahūn avasṛjantau hi viele entsendend mārgaṇaughān avasthitau Pfeilströme, standhaft nararākṣasamukhyau tau prahṛṣṭāvabhyayudhyatām ||37||
Die beiden, der beste der Menschen und der beste der Rākṣasas, kämpften, hocherfreut, gegeneinander.
Wort für Wort nararākṣasamukhyau tau die beiden, die besten der Menschen und der Rākṣasas prahṛṣṭau abhyayudhyatām kämpften hocherfreut gegeneinander tataśśrān dāśarathiḥ saṃdhāyāmitrakarṣaṇaḥ |
sasarja rākṣasendraya kṛddhaḥ sarpa iva śvasan |38||
Da legte der Sohn Daśarathas (Lakṣmaṇa), der Feindebezwinger, einen Pfeil auf und entsandte ihn auf den Rākṣasa-Fürsten, zornig zischend wie eine Schlange.
Wort für Wort tataḥ śarān dāśarathiḥ da einen Pfeil, der Sohn Daśarathas saṃdhāya amitrakarṣaṇaḥ auflegend, der Feindebezwinger sasarja rākṣasendrāya entsandte ihn auf den Rākṣasa-Fürsten kruddhaḥ sarpa iva śvasan zornig zischend wie eine Schlange tasya jyātalanirghoṣaṃ sa śrutvā rākṣasādhipaḥ |
vivarṇavadano bhūtvā lakṣmaṇaṃ samudaikṣata |39||
Als der Rākṣasa-Fürst den Laut seiner Bogensehne und Handfläche hörte, wurde er bleich im Gesicht und blickte auf Lakṣmaṇa.
Wort für Wort tasya jyātalanirghoṣaṃ seiner Bogensehne und Handfläche Laut sa śrutvā rākṣasādhipaḥ hörend, der Rākṣasa-Fürst vivarṇavadano bhūtvā bleich im Gesicht werdend lakṣmaṇaṃ samudaikṣata blickte er auf Lakṣmaṇa viṣaṇṇavadanaṃ dṛṣṭvā rākṣasaṃ rāvaṇātmajam |
saumitriṃ yuddhasaṃyuktaṃ pratyuvāca vibhīṣaṇaḥ |40||
Als er den niedergeschlagenen Rākṣasa, den Sohn Rāvaṇas, sah, sprach Vibhīṣaṇa zu dem im Kampf stehenden Sohn Sumitrās.
Wort für Wort viṣaṇṇavadanaṃ dṛṣṭvā den niedergeschlagenen sehend rākṣasaṃ rāvaṇātmajam den Rākṣasa, den Sohn Rāvaṇas saumitriṃ yuddhasaṃyuktaṃ zu dem im Kampf stehenden Sohn Sumitrās pratyuvāca vibhīṣaṇaḥ sprach Vibhīṣaṇa nimittānyupapaśyāmi yānyasmin rāvaṇātmaje |
tvara tena mahābāho bhagna eṣa na saṃśayaḥ |41||
‚Ich sehe die Vorzeichen, die bei diesem Sohn Rāvaṇas sind – beeile dich deshalb, o Starkarmiger, ohne Zweifel ist er schon gebrochen.‘
Wort für Wort nimittāni upapaśyāmi ich sehe die Vorzeichen yāni asmin rāvaṇātmaje die bei diesem Sohn Rāvaṇas sind tvara tena mahābāho beeile dich deshalb, o Starkarmiger bhagna eṣa na saṃśayaḥ ohne Zweifel ist er gebrochen tatassaṃdhāya saumitriḥ śarānāśīviṣopamān |
mumoca niśitāṃstasmin sarpāniva viṣolbaṇān |42||
Da legte der Sohn Sumitrās giftschlangengleiche Pfeile an und entsandte scharfe auf ihn, wie giftstrotzende Schlangen.
Wort für Wort tataḥ saṃdhāya saumitriḥ da anlegend, der Sohn Sumitrās śarān āśīviṣopamān giftschlangengleiche Pfeile mumoca niśitān tasmin entsandte scharfe auf ihn sarpān iva viṣolbaṇān wie giftstrotzende Schlangen śakrāśanisamasparśairlakṣamaṇenāhataḥ śaraiḥ |
muhūrtamabhavanmūḍhaḥ sarvasaṃkṣubhitendriyaḥ |43||
Von Lakṣmaṇas Pfeilen getroffen, deren Berührung dem Donnerkeil Indras gleichkam, wurde er einen Augenblick betäubt, all seine Sinne erschüttert.
Wort für Wort śakrāśanisamasparśaiḥ deren Berührung dem Donnerkeil Indras gleichkam lakṣmaṇena āhataḥ śaraiḥ von Lakṣmaṇas Pfeilen getroffen muhūrtam abhavat mūḍhaḥ wurde einen Augenblick betäubt sarvasaṃkṣubhitendriyaḥ alle Sinne erschüttert upalabhya muhūrtena saṃjñām pratyāgatendriyaḥ |
dadarśāvasthitaṃ vīramājau daśarathātmajam |44||
Nach einem Augenblick sein Bewusstsein wiedererlangend, seine Sinne zurückgekehrt, sah er den in der Schlacht stehenden Helden, den Sohn Daśarathas.
Wort für Wort upalabhya muhūrtena saṃjñām nach einem Augenblick das Bewusstsein wiedererlangend pratyāgatendriyaḥ seine Sinne zurückgekehrt dadarśa avasthitaṃ vīram sah den stehenden Helden ājau daśarathātmajam in der Schlacht, den Sohn Daśarathas so.abhicakrāma saumitriṃ roṣātsaṃraktalocanaḥ |
abravīchainamāsādya punaḥ sa paruṣaṃ vacaḥ |45||
Er stürmte auf den Sohn Sumitrās los, vor Zorn mit blutunterlaufenen Augen, und sprach, herangekommen, wieder harte Worte zu ihm.
Wort für Wort so abhicakrāma saumitriṃ er stürmte auf den Sohn Sumitrās los roṣāt saṃraktalocanaḥ vor Zorn mit blutunterlaufenen Augen abravīt ca enam āsādya und sprach zu ihm, herangekommen punaḥ sa paruṣaṃ vacaḥ wieder harte Worte kiṃ na smarasi tadyuddhe prathame yatparākramam |
nibaddhastvaṃ saha bhrātrā yadā bhuvi viceṣṭase |46||
‚Erinnerst du dich nicht an jene Tatkraft im ersten Kampf, als du samt deinem Bruder gefesselt auf dem Boden lagst und dich wandst?‘
Wort für Wort kiṃ na smarasi tat yuddhe erinnerst du dich nicht an jenes in der Schlacht prathame yat parākramam im ersten, an jene Tatkraft nibaddhaḥ tvaṃ saha bhrātrā gefesselt, du samt deinem Bruder yadā bhuvi viceṣṭase als du dich auf dem Boden wandst yuvāṃ khalu mahāyuddhe śakrānisamaiḥ śaraiḥ |
śāyitau prathamam bhūmau visaṃjñau sapuraḥsarau |47||
‚Ihr beide wurdet doch im großen Kampf durch Pfeile, dem Donnerkeil Indras gleich, das erste Mal auf dem Boden niedergestreckt, bewusstlos, samt eurem Gefolge.‘
Wort für Wort yuvāṃ khalu mahāyuddhe ihr beide wurdet doch im großen Kampf śakrāśanisamaiḥ śaraiḥ durch Pfeile, dem Donnerkeil Indras gleich śāyitau prathamam bhūmau das erste Mal auf dem Boden niedergestreckt visaṃjñau sapuraḥsarau bewusstlos, samt eurem Gefolge smṛtirvā nāsti te manye vyaktaṃ vā yamasādanam |
gantumicchasi yanmāṃ tvamādharṣayitumicchasi |48||
‚Du hast wohl keine Erinnerung mehr, meine ich, oder du willst offenkundig zu Yamas Wohnsitz gehen, da du mich herauszufordern wünschst.‘
Wort für Wort smṛtiḥ vā na asti te manye du hast wohl keine Erinnerung mehr, meine ich vyaktaṃ vā yamasādanam oder offenkundig zu Yamas Wohnsitz gantum icchasi yat mām willst du gehen, da mich tvam ādharṣayitum icchasi du herauszufordern wünschst yadi te prathame yuddhe na dṛṣṭo matparākramaḥ |
adya tvāṃ darśayiṣyāmi tiṣedānīṃ vyavasthitaḥ |49||
‚Wenn du im ersten Kampf meine Tatkraft nicht gesehen hast, werde ich sie dir heute zeigen – steh nun fest!‘
Wort für Wort yadi te prathame yuddhe wenn du im ersten Kampf na dṛṣṭo matparākramaḥ meine Tatkraft nicht gesehen hast adya tvāṃ darśayiṣyāmi werde ich dir heute zeigen tiṣṭha idānīṃ vyavasthitaḥ steh nun fest ityuktvā saptabhirbāṇairabhivivyādha lakṣmaṇam |
daśabhistu hanūmantaṃ tīkṣaṇadhāraiḥ śarottamaiḥ |50||
So gesprochen habend, durchbohrte er Lakṣmaṇa mit sieben Pfeilen, Hanumant aber mit zehn scharfschneidigen, vortrefflichen Pfeilen.
Wort für Wort iti uktvā saptabhiḥ bāṇaiḥ so gesprochen, mit sieben Pfeilen abhivivyādha lakṣmaṇam durchbohrte er Lakṣmaṇa daśabhiḥ tu hanūmantaṃ mit zehn aber Hanumant tīkṣṇadhāraiḥ śarottamaiḥ mit scharfschneidigen, vortrefflichen Pfeilen tataḥ śarasahasreṇa saṃkruddho rāvaṇātmajaḥ |
bibheda samare vīro lakṣmaṇaṃ bhīmavidramaḥ |51||
Da durchbohrte der zornentbrannte Sohn Rāvaṇas, der Held von furchterregender Tatkraft, mit tausend Pfeilen in der Schlacht Lakṣmaṇa.
Wort für Wort tataḥ śarasahasreṇa da mit tausend Pfeilen saṃkruddho rāvaṇātmajaḥ der zornentbrannte Sohn Rāvaṇas bibheda samare vīro durchbohrte in der Schlacht, der Held lakṣmaṇaṃ bhīmavikramaḥ Lakṣmaṇa, von furchterregender Tatkraft taddṛṣṭvendrajitā karma kṛtaṃ rāmānujastadā |
acintayitvā prahasannaitatkiṃciditi bruvan |52||
Als der jüngere Bruder Rāmas jenes von Indrajit vollbrachte Werk sah, lachte er, ohne es zu beachten, und sagte: ‚Das ist nichts.‘
Wort für Wort tat dṛṣṭvā indrajitā karma dieses von Indrajit vollbrachte Werk sehend kṛtaṃ rāmānujaḥ tadā der jüngere Bruder Rāmas da acintayitvā prahasan ohne es zu beachten, lachend etat kiṃcit na iti bruvan ‚das ist nichts‘, sagend mumoca ca śarān ghorān saṃgṛhya narapuṃgavaḥ |
abhītavadanaḥ kruddho rāvaniṃ lakṣmaṇo yudhi |53||
Und der Stier unter den Männern, Lakṣmaṇa, entsandte im Kampf furchtbare Pfeile, ergriffen, unerschrocknen Gesichts, zornig, auf Rāvaṇis Sohn.
Wort für Wort mumoca ca śarān ghorān und entsandte furchtbare Pfeile saṃgṛhya narapuṃgavaḥ ergriffen, der Stier unter den Männern abhītavadanaḥ kruddho unerschrockenen Gesichts, zornig rāvaṇiṃ lakṣmaṇo yudhi auf Rāvaṇis Sohn, Lakṣmaṇa, im Kampf naivaṃ raṇagatāḥ śūrāḥ praharanti niśācara |
laghuvaścālpavīryāśca śarā hīme sukhāstava |54||
‚So schlagen die in die Schlacht ziehenden Helden nicht zu, o Nachtwandler – schwach und von geringer Kraft sind diese deine leichten Pfeile.‘
Wort für Wort na evaṃ raṇagatāḥ śūrāḥ so schlagen die in die Schlacht ziehenden Helden nicht praharanti niśācara zu, o Nachtwandler laghavaḥ ca alpavīryāḥ ca leicht und von geringer Kraft śarā hi ime sukhāḥ tava sind diese deine leichten Pfeile naivaṃ śūrāstu yudhyante samare jayakāṃkṣiṇaḥ |
ityevaṃ taṃ bruvan dhanvī śarairabhivavarṣa ha |55||
‚So kämpfen die tapferen, den Sieg begehrenden Helden nicht in der Schlacht.‘ So zu ihm sprechend, überschüttete ihn der Bogenschütze mit Pfeilen.
Wort für Wort na evaṃ śūrāḥ tu yudhyante so kämpfen die tapferen Helden nicht samare jayakāṃkṣiṇaḥ in der Schlacht, die den Sieg begehren iti evaṃ taṃ bruvan dhanvī so zu ihm sprechend, der Bogenschütze śaraiḥ abhivavarṣa ha überschüttete ihn mit Pfeilen tasya bāṇaiḥ suvidhvastaṃ kavacaṃ kāñcanaṃ mahat |
vyaśīryata rathopasthe tārājālamivāmbarāt |56||
Sein großer, goldener Panzer wurde von jenen Pfeilen völlig zerschmettert und fiel auf den Wagensitz, wie ein Sternennetz vom Himmel.
Wort für Wort tasya bāṇaiḥ suvidhvastaṃ von seinen Pfeilen völlig zerschmettert kavacaṃ kāñcanaṃ mahat der große, goldene Panzer vyaśīryata rathopasthe fiel auf den Wagensitz tārājālam iva ambarāt wie ein Sternennetz vom Himmel vidhūtavarmā nārācairbabhūva sa kṛtavraṇaḥ |
indrajitsamare vīraḥ pratyūṣe bhānumāniva |57||
Seines Panzers durch die eisernen Pfeile beraubt, mit Wunden bedeckt, wurde der Held Indrajit in der Schlacht wie die Sonne im Morgengrauen.
Wort für Wort vidhūtavarmā nārācaiḥ seines Panzers durch die eisernen Pfeile beraubt babhūva sa kṛtavraṇaḥ wurde er, mit Wunden bedeckt indrajit samare vīraḥ der Held Indrajit in der Schlacht pratyūṣe bhānumān iva wie die Sonne im Morgengrauen tataḥ śarasahasreṇa saṃkruddho rāvaṇātmajaḥ |
bibheda samare vīro lakṣmaṇaṃ bhīmavidramaḥ |58||
Da durchbohrte der zornentbrannte Sohn Rāvaṇas, der Held von furchterregender Tatkraft, mit tausend Pfeilen in der Schlacht Lakṣmaṇa erneut.
Wort für Wort tataḥ śarasahasreṇa da mit tausend Pfeilen saṃkruddho rāvaṇātmajaḥ der zornentbrannte Sohn Rāvaṇas bibheda samare vīro durchbohrte in der Schlacht, der Held lakṣmaṇaṃ bhīmavikramaḥ erneut Lakṣmaṇa, von furchterregender Tatkraft vyaśīryata mahaddivyaṃ kavacam lakṣmaṇasya tu |
kṛtapratikṛtānyonyaṃ babhūvaturabhidrutau |59||
Auch Lakṣmaṇas gewaltiger, göttlicher Panzer zerbrach; einander Hieb um Hieb erwidernd, stürmten beide aufeinander los.
Wort für Wort vyaśīryata mahaddivyaṃ zerbrach der gewaltige, göttliche kavacam lakṣmaṇasya tu Panzer Lakṣmaṇas auch kṛtapratikṛtānyonyaṃ einander Hieb um Hieb erwidernd babhūvatuḥ abhidrutau stürmten beide aufeinander los abhīkṣaṇam niḥśvasantau tau yudhyetāṃ tumulaṃ yudhi |
śarasaṃkṛttasarvāṅgau sarvato rudhirokṣitau |60||
Unaufhörlich schwer atmend kämpften die beiden einen tumultartigen Kampf, an allen Gliedern von Pfeilen zerschnitten, überall mit Blut bespritzt.
Wort für Wort abhīkṣṇam niḥśvasantau unaufhörlich schwer atmend tau yudhyetāṃ tumulaṃ yudhi kämpften die beiden einen tumultartigen Kampf śarasaṃkṛttasarvāṅgau an allen Gliedern von Pfeilen zerschnitten sarvato rudhirokṣitau überall mit Blut bespritzt sudīrghakālaṃ tau vīrāvanyonyaṃ niśitaiḥ śaraiḥ |
tatakṣaturmahatmānau raṇakarmaviśāradau |61||
Überaus lange Zeit zerfleischten die beiden Helden, die Hochherzigen, kundig im Kampfeswerk, einander mit scharfen Pfeilen.
Wort für Wort sudīrghakālaṃ tau vīrau überaus lange Zeit die beiden Helden anyonyaṃ niśitaiḥ śaraiḥ einander mit scharfen Pfeilen tatakṣatuḥ mahātmānau zerfleischten, die Hochherzigen raṇakarmaviśāradau kundig im Kampfeswerk babhūvatuścātmajaye yatau bhīmaparākramau |
tau śaraughai stathākīrṇau nikṛttakavacadhvajau |62||
Sie bemühten sich, beide, um ihren eigenen Sieg, von furchtbarer Tatkraft, mit Pfeilströmen überschüttet, ihre Panzer und Banner zerschnitten.
Wort für Wort babhūvatuḥ ca ātmajaye yatau sie bemühten sich um ihren eigenen Sieg bhīmaparākramau von furchtbarer Tatkraft tau śaraughaiḥ tathā ākīrṇau die beiden, mit Pfeilströmen überschüttet nikṛttakavacadhvajau ihre Panzer und Banner zerschnitten sṛjantau rudhiraṃ coṣṇaṃ jalaṃ prasravaṇāviva ||63||
Sie vergossen heißes Blut, wie Quellen Wasser.
Wort für Wort sṛjantau rudhiraṃ ca uṣṇaṃ sie vergossen heißes Blut jalaṃ prasravaṇau iva wie zwei Quellen Wasser tato muñcatorbhīmaniḥsvanam |
sāsārayorivākāśe nīlayoḥ kālemeghayoḥ |64||
Da glichen sie, furchtbaren Lärm von sich gebend, zwei am Himmel regenden, schwarzen, dunklen Wolken.
Wort für Wort tato muñcatoḥ bhīmaniḥsvanam da, furchtbaren Lärm von sich gebend sāsārayoḥ iva ākāśe wie zwei regenden am Himmel nīlayoḥ kālemeghayoḥ zwei schwarzen, dunklen Wolken astrāṇyastravidāṃ śreṣṭhau darśayant punaḥ punaḥ |
śarānuccāvacākārānantarikṣe babandhatuḥ |65||
Die beiden besten der Waffenkundigen, immer wieder ihre Waffen zeigend, fesselten Pfeile von wechselnder Gestalt in der Luft.
Wort für Wort astrāṇi astravidāṃ śreṣṭhau die beiden besten der Waffenkundigen ihre Waffen darśayan punaḥ punaḥ immer wieder zeigend śarān uccāvacākārān Pfeile von wechselnder Gestalt antarikṣe babandhatuḥ fesselten sie in der Luft vyapetadoṣamasyantau laghu citraṃ ca suṣṭhu ca |
ubhau tu tumulaṃ ghoraṃ cakraturnararākṣasau |66||
Fehlerlos, leicht, mannigfaltig und trefflich schießend, führten die beiden, der Mensch und der Rākṣasa, einen tumultartigen, furchtbaren Kampf.
Wort für Wort vyapetadoṣam asyantau fehlerlos schießend laghu citraṃ ca suṣṭhu ca leicht, mannigfaltig und trefflich ubhau tu tumulaṃ ghoraṃ die beiden aber einen tumultartigen, furchtbaren cakratuḥ nararākṣasau führten, der Mensch und der Rākṣasa tayoḥ pṛthak pṛthagbhīmaḥ śuśruve tumulaḥ svanaḥ |
sughorayorniḥsvanatorgagane meghayoriva |67||
Von ihnen beiden, jedem für sich, war ein furchtbarer, tumultartiger Laut zu hören, wie von zwei überaus furchtbar donnernden Wolken am Himmel.
Wort für Wort tayoḥ pṛthak pṛthak bhīmaḥ von ihnen beiden, jedem für sich, furchtbar śuśruve tumulaḥ svanaḥ war ein tumultartiger Laut zu hören sughorayoḥ niḥsvanatoḥ von zwei überaus furchtbar donnernden gagane meghayoḥ iva wie von zwei Wolken am Himmel tayoḥ sa bhrājate śabdastathā samarayattayoḥ |
sughorayorniḥsvanatorgagane meghayoriva |68||
Jener Laut von ihnen beiden erglänzte, wie er sie ebenso zum Kampf anspornte, wie von zwei überaus furchtbar donnernden Wolken am Himmel.
Wort für Wort tayoḥ sa bhrājate śabdaḥ jener Laut von ihnen beiden erglänzte tathā samarayat tayoḥ wie er sie ebenso zum Kampf anspornte sughorayoḥ niḥsvanatoḥ von zwei überaus furchtbar donnernden gagane meghayoḥ iva wie von zwei Wolken am Himmel suvarṇapuṅkhairnārācairbalavantau kṛtavraṇau |
prasusruvāte rudhiraṃ kīrtimantau jaye dhṛtau |69||
Durch goldbefiederte eiserne Pfeile mit Wunden bedeckt, vergossen die beiden starken, ruhmreichen, nach dem Sieg strebenden Blut.
Wort für Wort suvarṇapuṅkhaiḥ nārācaiḥ durch goldbefiederte eiserne Pfeile balavantau kṛtavraṇau die beiden starken, mit Wunden bedeckt prasusruvāte rudhiraṃ vergossen Blut kīrtimantau jaye dhṛtau die ruhmreichen, nach dem Sieg strebenden te gātrayornipatitā rukmapuṅkhāḥ śarā yudhi |
asṛgdigdhā viniṣpeturviviśurdharaṇītalam |70||
Jene mit Gold befiederten Pfeile, die auf ihre Glieder im Kampf niedergefallen waren, mit Blut besudelt, fielen heraus und drangen in den Erdboden.
Wort für Wort te gātrayoḥ nipatitā jene, auf ihre Glieder niedergefallen rukmapuṅkhāḥ śarā yudhi mit Gold befiederte Pfeile im Kampf asṛgdigdhā viniṣpetuḥ mit Blut besudelt fielen heraus viviśuḥ dharaṇītalam und drangen in den Erdboden anye suniśitaiḥ śastrairākāśe saṃjaghaṭṭire |
babhañjuścicchiduścaiva tayorbāṇāḥ sahasraśaḥ |71||
Andere prallten mit scharfen Waffen in der Luft aufeinander; zu Tausenden zerbrachen und zerschnitten sich ihre Pfeile.
Wort für Wort anye suniśitaiḥ śastraiḥ andere mit scharfen Waffen ākāśe saṃjaghaṭṭire prallten in der Luft aufeinander babhañjuḥ cicchiduḥ ca eva zerbrachen und zerschnitten sich tayoḥ bāṇāḥ sahasraśaḥ ihre Pfeile zu Tausenden sa babhūva raṇe ghorastayorbāṇamayaścayaḥ |
agnibhyāmiva dīptābhyāṃ satre kuśamayaścayaḥ |72||
Furchtbar wurde in der Schlacht jener Haufen ihrer Pfeile, wie ein Haufen von Kuśa-Gras bei zwei lodernden Opferfeuern.
Wort für Wort sa babhūva raṇe ghoraḥ furchtbar wurde in der Schlacht tayoḥ bāṇamayaḥ cayaḥ jener Haufen ihrer Pfeile agnibhyāṃ iva dīptābhyāṃ wie bei zwei lodernden Feuern satre kuśamayaḥ cayaḥ ein Haufen von Kuśa-Gras beim Opfer tayoḥ kṛtavraṇau dehau śuśubhāte mahātmanoḥ |
supuṣpāviva niṣpatrau vane kiṃśukaśālmalī |73||
Die mit Wunden bedeckten Leiber der beiden Hochherzigen erstrahlten wie zwei blätterlose, reichblühende Kiṃśuka- und Śālmalī-Bäume im Wald.
Wort für Wort tayoḥ kṛtavraṇau dehau die mit Wunden bedeckten Leiber der beiden śuśubhāte mahātmanoḥ erstrahlten der Hochherzigen supuṣpau iva niṣpatrau wie zwei blätterlose, reichblühende vane kiṃśukaśālmalī Kiṃśuka- und Śālmalī-Bäume im Wald cakratustumulaṃ ghoraṃ saṃnipātaṃ muhurmuhuḥ |
indrajillakṣmaṇaścaiva parasparajayaiṣiṇau |74||
Indrajit und Lakṣmaṇa vollführten einen tumultartigen, furchtbaren Zusammenprall, immer wieder, beide nach dem Sieg über den anderen trachtend.
Wort für Wort cakratuḥ tumulaṃ ghoraṃ vollführten einen tumultartigen, furchtbaren saṃnipātaṃ muhurmuhuḥ Zusammenprall immer wieder indrajit lakṣmaṇaḥ ca eva Indrajit und Lakṣmaṇa parasparajayaiṣiṇau beide nach dem Sieg über den anderen trachtend lakṣmaṇo rāvaṇiṃ yuddhe rāvaṇiścāpi lakṣmaṇam |
anyonyaṃ tāvabhighnantau na śramaṃ pratipadyatām |75||
Lakṣmaṇa Rāvaṇis Sohn im Kampf, und Rāvaṇis Sohn auch Lakṣmaṇa – einander schlagend, kannten die beiden keine Erschöpfung.
Wort für Wort lakṣmaṇo rāvaṇiṃ yuddhe Lakṣmaṇa Rāvaṇis Sohn im Kampf rāvaṇiḥ ca api lakṣmaṇam und Rāvaṇis Sohn auch Lakṣmaṇa anyonyaṃ tau abhighnantau einander schlagend, die beiden na śramaṃ pratipadyatām kannten keine Erschöpfung bāṇajālaiḥ śarīrasthairavagāḍhaistarasvinau |
śuśubhāte mahāviryau prarūḍhāviva parvatau |76||
Mit den in ihren Leibern tief eingedrungenen Pfeilnetzen erstrahlten die beiden Kraftvollen, von großer Tapferkeit, wie bewachsene Berge.
Wort für Wort bāṇajālaiḥ śarīrasthaiḥ mit den in ihren Leibern befindlichen Pfeilnetzen avagāḍhaiḥ tarasvinau tief eingedrungen, die beiden Kraftvollen śuśubhāte mahāviryau erstrahlten die beiden von großer Tapferkeit prarūḍhau iva parvatau wie zwei bewachsene Berge tato rudhirastiktāni saṃvṛtāni śarairbhṛśam |
babhrājuḥ sarvagātrāṇi jvalanta iva pāvakāḥ |77||
Da erglänzten ihre mit Blut befleckten, heftig von Pfeilen bedeckten Glieder wie lodernde Feuer.
Wort für Wort tato rudhirastiktāni da mit Blut befleckten saṃvṛtāni śaraiḥ bhṛśam heftig von Pfeilen bedeckten babhrājuḥ sarvagātrāṇi erglänzten alle Glieder jvalantaḥ iva pāvakāḥ wie lodernde Feuer tayoratha mahān kālo vyatīyādyudhyamānayoḥ |
na ca tau yuddhavaimukhyaṃ śramaṃ cāpyabhijagmatuḥ |78||
Da verging eine lange Zeit, während die beiden kämpften, doch weder Abneigung gegen den Kampf noch Erschöpfung befiel die beiden.
Wort für Wort tayoḥ atha mahān kālo da eine lange Zeit vyatīyāt yudhyamānayoḥ verging, während sie kämpften na ca tau yuddhavaimukhyaṃ und weder Abneigung gegen den Kampf śramaṃ ca api abhijagmatuḥ noch Erschöpfung befiel die beiden atha samarapariśramaṃ nihantuṃ |
samaramukheṣvajitasya lakṣmaṇasya |
priyahitamupapādayanmahātmā |
samaramu petya vibhīṣaṇo.avatasthe ||79||
Da, um die Erschöpfung im Kampf zu vertreiben und dem im Kampfe unbesiegten Lakṣmaṇa Liebes und Heilsames zu bringen, trat der hochherzige Vibhīṣaṇa an den Kampf heran und blieb stehen.
Wort für Wort atha samarapariśramaṃ nihantuṃ da, um die Kampfeserschöpfung zu vertreiben samaramukheṣu ajitasya lakṣmaṇasya des im Kampfe unbesiegten Lakṣmaṇa priyahitam upapādayan mahātmā Liebes und Heilsames bringend, der Hochherzige samaram upetya vibhīṣaṇo avatasthe trat Vibhīṣaṇa an den Kampf heran und blieb stehen
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