Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa
Sarga 111: Mandodarī-Vilāpaḥ
Mandodarīs Klage und Rāvaṇas Bestattung
tāsāṃ vilapamānānāṃ tathā rākṣasayoṣitām |
jyeṣṭhā patnī priyā dīnā bhartāraṃ samudaikṣata ||
Während jene Rākṣasa-Frauen so klagten, erblickte die älteste, liebste, elende Gattin ihren Gatten.
Wort für Wort tāsāṃ vilapamānānāṃ während jene klagten tathā rākṣasayoṣitām die Rākṣasa-Frauen jyeṣṭhā patnī priyā dīnā die älteste, liebste, elende Gattin bhartāraṃ samudaikṣata erblickte den Gatten daśagrīvan hataṃ dṛṣṭvā rāmeṇācintyakarmaṇā |
patiṃ mandodarī tatra kṛpaṇā paryadevayat ||
Als sie sah, dass der Zehnhalsige von Rāma, dessen Taten unvorstellbar sind, getötet worden war, klagte Mandodarī dort elend um ihren Gatten:
Wort für Wort daśagrīvan hataṃ dṛṣṭvā den Zehnhalsigen getötet sehend rāmeṇa acintyakarmaṇā von Rāma, dessen Taten unvorstellbar sind patiṃ mandodarī tatra um den Gatten, Mandodarī dort kṛpaṇā paryadevayat elend klagte sie nanu nāma mahābāho tava vaiśravaṇānuja |
kruddhasya pramukhe sthātun trasyatyapi purandaraḥ ||
'Fürwahr, o Starkarmiger, jüngerer Bruder Vaiśravaṇas, selbst Purandara fürchtete sich, vor dir, dem Zornigen, zu stehen.'
Wort für Wort nanu nāma mahābāho fürwahr, o Starkarmiger tava vaiśravaṇānuja du, jüngerer Bruder Vaiśravaṇas kruddhasya pramukhe sthātun vor dir, dem Zornigen, zu stehen trasyati api purandaraḥ fürchtete sich selbst Purandara ṛṣayaśca mahīdevā gandharvāśca yaśasvinaḥ |
nanu nāma tavodvegāccāraṇāśca diśo gatāḥ ||
'Und die Ṛṣis, die Erdengötter, die ruhmreichen Gandharvas und die Cāraṇas flohen fürwahr aus Furcht vor dir in alle Richtungen.'
Wort für Wort ṛṣayaḥ ca mahīdevā die Ṛṣis und die Erdengötter gandharvāḥ ca yaśasvinaḥ und die ruhmreichen Gandharvas nanu nāma tava udvegāt fürwahr aus Furcht vor dir cāraṇāḥ ca diśo gatāḥ und die Cāraṇas gingen in alle Richtungen sa tvaṃ mānuṣamātreṇa rāmeṇa yudhi nirjitaḥ |
na vyapatrapase rājan kimidaṃ rākṣasarṣabha ||
'Du bist nun von Rāma, einem bloßen Menschen, im Kampf besiegt worden — schämst du dich nicht, o König? Was ist das, o Stier unter den Rākṣasas?'
Wort für Wort sa tvaṃ mānuṣamātreṇa du, von einem bloßen Menschen rāmeṇa yudhi nirjitaḥ von Rāma im Kampf besiegt na vyapatrapase rājan schämst du dich nicht, o König kim idaṃ rākṣasarṣabha was ist das, o Stier unter den Rākṣasas kathan trailokyamākramya śriyā vīryeṇa cānvitam |
aviṣahyan jaghāna tvaṃ mānuṣo vanagocaraḥ ||
'Wie konnte ein unerträglicher Mensch, ein Waldbewohner, dich töten, der du die drei Welten mit Glanz und Tapferkeit unterworfen hattest?'
Wort für Wort kathan trailokyam ākramya wie, der du die drei Welten unterworfen hattest śriyā vīryeṇa ca anvitam mit Glanz und Tapferkeit versehen aviṣahyan jaghāna tvaṃ tötete dich ein unerträglicher mānuṣo vanagocaraḥ ein Mensch, ein Waldbewohner mānuṣāṇāmaviṣaye carataḥ kāmarūpiṇaḥ |
vināśastava rāmeṇa sanyuge nopapadyate ||
'Für dich, der du außerhalb der Reichweite der Menschen wandeltest, nach Belieben deine Gestalt wechselnd, will es mir nicht einleuchten, dass dein Untergang von Rāma im Kampf kam.'
Wort für Wort mānuṣāṇām aviṣaye carataḥ für dich, außerhalb der Reichweite der Menschen wandelnd kāmarūpiṇaḥ nach Belieben die Gestalt wechselnd vināśaḥ tava rāmeṇa dein Untergang von Rāma sanyuge na upapadyate im Kampf will nicht einleuchten na caitatkarma rāmasya śraddadhāmi camūmukhe |
sarvataḥ samupetasya tava tenābhimarśanam ||
'Ich glaube nicht, dass dies wirklich die Tat Rāmas allein war, dass du, von allen Seiten geschützt, von ihm im Kampf getroffen wurdest.'
Wort für Wort na ca etat karma rāmasya nicht dass dies die Tat Rāmas war śraddadhāmi camūmukhe glaube ich an der Heeresfront sarvataḥ samupetasya tava von dir, der von allen Seiten geschützt war tena abhimarśanam dass er dich berührte/traf yadaiva ca janasthāne rākṣanairbahubhirvṛtaḥ |
kharastava hato bhrātā tadaivānau na mānuṣaḥ ||
'Denn schon als in Janasthāna dein Bruder Khara, von vielen Rākṣasas umgeben, getötet wurde, war dies keine menschliche Tat.'
Wort für Wort yadā eva ca janasthāne denn schon als in Janasthāna rākṣasaiḥ bahubhiḥ vṛtaḥ von vielen Rākṣasas umgeben kharaḥ tava hato bhrātā dein Bruder Khara getötet wurde tadā eva anau na mānuṣaḥ war dies keine menschliche Tat yadiava nagarīṃ laṅkāṃ duṣpraveśāṃ surairapi |
praviṣṭo hanumānvīryāttadaiva vyathitā vayam ||
'Schon als Hanumant durch seine Kraft in die selbst für Götter schwer zugängliche Stadt Laṅkā eindrang, waren wir bekümmert.'
Wort für Wort yadā eva nagarīṃ laṅkāṃ schon als in die Stadt Laṅkā duṣpraveśāṃ suraiḥ api selbst für Götter schwer zugänglich praviṣṭo hanumān vīryāt Hanumant durch seine Kraft eindrang tadā eva vyathitā vayam waren wir schon da bekümmert yadiava vānarairghorairbaddaḥ seturmahārṇave |
tadaiva hṛdayenāhaṃ śaṅke rāmamamānuṣam ||
'Schon als von den furchtbaren Affen der Damm über den großen Ozean gebaut wurde, argwöhnte ich in meinem Herzen, dass Rāma kein Mensch sei.'
Wort für Wort yadā eva vānaraiḥ ghoraiḥ schon als von den furchtbaren Affen baddaḥ setuḥ mahārṇave der Damm über den großen Ozean gebaut wurde tadā eva hṛdayena ahaṃ argwöhnte ich schon da im Herzen śaṅke rāmam amānuṣam dass Rāma kein Mensch sei athavā rāmarūpeṇa kṛtāntaḥ svayamāgataḥ |
māyāṃ tava vināśāya vidhāyāpratitarkitām ||
'Oder vielmehr ist der Tod selbst in Rāmas Gestalt gekommen, eine unvorstellbare Illusion zu deinem Untergang bewirkend.'
Wort für Wort athavā rāmarūpeṇa oder in Rāmas Gestalt kṛtāntaḥ svayam āgataḥ ist der Tod selbst gekommen māyāṃ tava vināśāya eine Illusion zu deinem Untergang vidhāya apratitarkitām bewirkend, unvorstellbar athavā vāsavena tvaṃ dharṣito.asi mahābala |
vāsavasya tu kā śaktistvāṃ draṣṭumapi saṃyuge ||
'Oder bist du, o Mächtiger, von Vāsava selbst bezwungen worden — doch welche Macht hätte Vāsava, dich auch nur im Kampf anzublicken?'
Wort für Wort athavā vāsavena tvaṃ oder von Vāsava selbst du dharṣito asi mahābala bist du bezwungen, o Mächtiger vāsavasya tu kā śaktiḥ doch welche Macht hätte Vāsava tvāṃ draṣṭum api saṃyuge dich auch nur im Kampf anzublicken vyaktameṣa mahāyogī paramātmā sanātanaḥ |
anādimadhyanidhano mahataḥ paramo mahān ||
'Offenbar ist dies der große Yogin, die höchste, ewige Seele, ohne Anfang, Mitte und Ende, größer als das Größte,'
Wort für Wort vyaktam eṣa mahāyogī offenbar ist dies der große Yogin paramātmā sanātanaḥ die höchste, ewige Seele anādimadhyanidhano ohne Anfang, Mitte, Ende mahataḥ paramo mahān größer als das Größte tamasaḥ paramo dhātā śaṅkhacakragadādharaḥ |
śrīvatsavakṣā nityaśrīrajayyaḥ śāśvato dhruvaḥ ||
'jenseits der Finsternis, der Schöpfer, der Muschel, Diskus und Keule trägt, dessen Brust das Śrīvatsa-Zeichen ziert, von ewigem Glanz, unbesiegbar, ewig, unwandelbar,'
Wort für Wort tamasaḥ paramo dhātā jenseits der Finsternis, der Schöpfer śaṅkhacakragadādharaḥ der Muschel, Diskus und Keule trägt śrīvatsavakṣā nityaśrīḥ dessen Brust das Śrīvatsa-Zeichen ziert, von ewigem Glanz ajayyaḥ śāśvato dhruvaḥ unbesiegbar, ewig, unwandelbar mānuṣaṃ rūpamāsthāya viṣṇuḥ satyaparākramaḥ |
sarvaiḥ parivṛto devairvānaratvamupāgataiḥ ||
'Viṣṇu, von wahrhaftiger Tapferkeit, der menschliche Gestalt angenommen hat, umringt von allen Göttern, die die Gestalt von Affen angenommen haben,'
Wort für Wort mānuṣaṃ rūpam āsthāya menschliche Gestalt angenommen habend viṣṇuḥ satyaparākramaḥ Viṣṇu, von wahrhaftiger Tapferkeit sarvaiḥ parivṛto devaiḥ umringt von allen Göttern vānaratvam upāgataiḥ die die Affengestalt angenommen haben sarvalokeśvaraḥ śrīmān lokānāṃ hitakāmyayā |
sarākṣasa parīvāram hatavāṃstvāṃ mahādyutiḥ ||
'der Herr aller Welten, der Glanzvolle, hat dich, aus Wohlwollen für die Welten, samt deinem Rākṣasa-Gefolge getötet, der Glutvolle.'
Wort für Wort sarvalokeśvaraḥ śrīmān der Herr aller Welten, der Glanzvolle lokānāṃ hitakāmyayā aus Wohlwollen für die Welten sarākṣasaparīvāram samt dem Rākṣasa-Gefolge hatavān tvāṃ mahādyutiḥ hat dich getötet, der Glutvolle indriyāṇi purā jitvā jitan tribhuvaṇaṃ tvayā |
smaradbhiriva tadvairamindriyaireva nirjitaḥ ||
'Nachdem du einst deine Sinne besiegt und die drei Welten unterworfen hattest, wurdest du nun, als ob sie sich an jene Feindschaft erinnerten, gerade von den Sinnen selbst besiegt.'
Wort für Wort indriyāṇi purā jitvā die Sinne einst besiegt habend jitan tribhuvaṇaṃ tvayā die drei Welten von dir unterworfen smaradbhiḥ iva tadvairam als ob sie sich an jene Feindschaft erinnerten indriyaiḥ eva nirjitaḥ gerade von den Sinnen besiegt yadaiva hi janasthāne rākṣasairbahubhirvṛtaḥ |
kharastava hato bhrātā tadaivāsau na mānuṣaḥ ||
'Denn schon als in Janasthāna dein Bruder Khara, von vielen Rākṣasas umgeben, getötet wurde, war dies keine menschliche Tat.'
Wort für Wort yadā eva hi janasthāne denn schon als in Janasthāna rākṣasaiḥ bahubhiḥ vṛtaḥ von vielen Rākṣasas umgeben kharaḥ tava hato bhrātā dein Bruder Khara getötet wurde tadā eva asau na mānuṣaḥ war dies keine menschliche Tat yadaiva nagarīn laṅkān duṣpraveṣāṃ surairapi |
praviṣṭo hanumānvīryāttadaiva vyathitā vayam ||
'Schon als Hanumant durch seine Kraft in die selbst für Götter schwer zugängliche Stadt Laṅkā eindrang, waren wir bekümmert.'
Wort für Wort yadā eva nagarīn laṅkān schon als in die Stadt Laṅkā duṣpraveśāṃ suraiḥ api selbst für Götter schwer zugänglich praviṣṭo hanumān vīryāt Hanumant durch seine Kraft eindrang tadā eva vyathitā vayam waren wir schon da bekümmert kriyatāmavirodhaśca rāghaveṇeti yanmayā |
ucyamāno na gṛhṇāsi tasyeyan vyuṣṭirāgatā ||
'Als ich dir sagte, du sollst Frieden mit dem Rāghava schließen, hast du nicht auf mich gehört; dies ist nun die Folge davon eingetreten.'
Wort für Wort kriyatām avirodhaḥ ca möge Frieden geschlossen werden rāghaveṇa iti yat mayā mit dem Rāghava, was von mir ucyamāno na gṛhṇāsi angesprochen, hast du nicht angenommen tasya iyan vyuṣṭiḥ āgatā dies ist die Folge davon eingetreten akasmāccābhikāmoasi sītān rākṣasapuṅgava |
aiśvaryasya vināśāya dehasya svajanasya ca ||
'Grundlos wurdest du von Begierde nach Sītā ergriffen, o Stier unter den Rākṣasas, zum Untergang deiner Herrschaft, deines Leibes und deiner Angehörigen.'
Wort für Wort akasmāt ca abhikāmaḥ asi grundlos wurdest du begierig sītān rākṣasapuṅgava nach Sītā, o Stier unter den Rākṣasas aiśvaryasya vināśāya zum Untergang der Herrschaft dehasya svajanasya ca des Leibes und der Angehörigen arundhatyā viśiṣṭān tān rohiṇyāścāpi durmate |
sītān dharṣayatā mānyāṃ tvayā hyasadṛśaṃ kṛtam ||
'Du hast, Übelgesinnter, an der über Arundhatī und Rohiṇī hinaus ehrwürdigen Sītā eine deiner unwürdige Tat begangen, indem du sie schändlich bedrängtest.'
Wort für Wort arundhatyā viśiṣṭān tān über Arundhatī hinaus rohiṇyāḥ ca api durmate und über Rohiṇī, du Übelgesinnter sītān dharṣayatā mānyāṃ an der ehrwürdigen Sītā, sie bedrängend tvayā hi asadṛśaṃ kṛtam wurde von dir Unwürdiges getan vasudhāyā hi vasudhāṃ śriyaḥ śrīṃ bhartṛvatsalām |
sītāṃ sarvānavadyāṅgīmaraṇye vijane śubhām ||
'Sītā, die dem Reichtum der Erde gleiche, dem Glanz der Glücksgöttin gleiche, ihrem Gatten ergebene, an allen Gliedern makellose, im einsamen Wald weilende Schöne,'
Wort für Wort vasudhāyā hi vasudhāṃ dem Reichtum der Erde gleich śriyaḥ śrīṃ bhartṛvatsalām dem Glanz der Glücksgöttin gleich, dem Gatten ergeben sītāṃ sarvānavadyāṅgīm Sītā, an allen Gliedern makellos araṇye vijane śubhām im einsamen Wald weilend, schön ānayitvā tu tāṃ dīnāṃ cadmanātmasvadūṣaṇa |
aprāpya taṃ caiva kāmaṃ maithilīsaṃgame kṛtam ||
'diese Elende hast du durch List entführt, du dein eigenes Verderben Heraufbeschwörender — und doch erreichtest du dein Verlangen, die Vereinigung mit der Maithilī, nicht.'
Wort für Wort ānayitvā tu tāṃ dīnāṃ diese Elende entführt habend chadmanā ātmasvadūṣaṇa durch List, du dein eigenes Verderben Heraufbeschwörender aprāpya taṃ ca eva kāmaṃ und doch dieses Verlangen nicht erreichend maithilīsaṃgame kṛtam die Vereinigung mit der Maithilī tadaiva yanna dagdhastvaṃ dharṣayaṃstanumadhyamām |
devā bibhyata te sarve sendrāḥ sāgnipurogamāḥ ||
'Dass du damals nicht verbrannt wurdest, als du die Schlankhüftige bedrängtest — davor fürchteten sich alle Götter samt Indra und Agni an der Spitze.'
Wort für Wort tadā eva yat na dagdhaḥ tvaṃ dass du damals nicht verbrannt wurdest dharṣayan tanumadhyamām als du die Schlankhüftige bedrängtest devā bibhyata te sarve davor fürchteten sich alle Götter sendrāḥ sāgnipurogamāḥ samt Indra und Agni an der Spitze avaśyameva labhate phalaṃ pāpasya karmaṇaḥ |
ghoraṃ paryāgate kāle kartā nāstyatra saṃśayaḥ ||
'Unweigerlich empfängt der Täter einer sündhaften Tat, wenn die furchtbare Zeit herangekommen ist, deren Frucht — daran ist kein Zweifel.'
Wort für Wort avaśyam eva labhate unweigerlich empfängt phalaṃ pāpasya karmaṇaḥ die Frucht der sündhaften Tat ghoraṃ paryāgate kāle wenn die furchtbare Zeit gekommen ist kartā na asti atra saṃśayaḥ der Täter, daran ist kein Zweifel śubhakṛcchubhamāpnoti pāpakṛtpāpamaśnute |
vibhīṣaṇaḥ sukhaṃ prāptastvaṃ prāptaḥ pāpamīdṛśam ||
'Wer Gutes tut, empfängt Gutes, wer Sündhaftes tut, erlangt Sündhaftes; Vibhīṣaṇa hat Glück erlangt, du aber solches Unheil.'
Wort für Wort śubhakṛt śubham āpnoti wer Gutes tut, empfängt Gutes pāpakṛt pāpam aśnute wer Sündhaftes tut, erlangt Sündhaftes vibhīṣaṇaḥ sukhaṃ prāptaḥ Vibhīṣaṇa hat Glück erlangt tvaṃ prāptaḥ pāpam īdṛśam du hast solches Unheil erlangt santyanyāḥ pramadāstubhyaṃ rūpeṇābhyadhikāstataḥ |
anaṅgavaśamāpannastvaṃ tu mohānna budhyase ||
'Es gab andere Frauen für dich, an Schönheit ihr noch überlegen; du aber, der Macht des Liebesgottes verfallen, erkanntest es aus Verblendung nicht.'
Wort für Wort santi anyāḥ pramadāḥ tubhyaṃ es gab andere Frauen für dich rūpeṇa abhyadhikāḥ tataḥ an Schönheit ihr überlegen anaṅgavaśam āpannaḥ der Macht des Liebesgottes verfallen tvaṃ tu mohāt na budhyase du aber erkanntest es aus Verblendung nicht na kulena na rūpeṇa na dākṣiṇyena maithilī |
mayādhikā vā tulyā vā tvan tu mohānna budhyase ||
'Weder an Geburt, noch an Schönheit, noch an Anmut war die Maithilī mir überlegen oder mir gleich; doch du erkanntest es aus Verblendung nicht.'
Wort für Wort na kulena na rūpeṇa weder an Geburt noch an Schönheit na dākṣiṇyena maithilī noch an Anmut, die Maithilī mayā adhikā vā tulyā vā mir überlegen oder mir gleich tvan tu mohāt na budhyase du aber erkanntest es aus Verblendung nicht sarvathā sarvabhūtānāṃ nāsti mṛtyuralakṣaṇaḥ |
tava tāvadayaṃ mṛtyurmaithilīkṛtalakṣaṇaḥ ||
'Für alle Wesen gibt es in jedem Fall keinen Tod ohne Vorzeichen; für dich aber ist dieser Tod von Maithilī als Zeichen gewirkt worden.'
Wort für Wort sarvathā sarvabhūtānāṃ für alle Wesen in jedem Fall na asti mṛtyuḥ alakṣaṇaḥ gibt es keinen Tod ohne Vorzeichen tava tāvat ayaṃ mṛtyuḥ für dich aber ist dieser Tod maithilīkṛtalakṣaṇaḥ von Maithilī als Zeichen gewirkt sītānimittajo mṛtyustvayā dūrādupāhṛtaḥ |
maithilī saha rāmeṇa viśokā vihariṣyati ||
'Diesen wegen Sītā entstandenen Tod hast du dir selbst von weither herbeigeholt; die Maithilī aber wird nun kummerlos mit Rāma wandeln.'
Wort für Wort sītānimittajo mṛtyuḥ der wegen Sītā entstandene Tod tvayā dūrāt upāhṛtaḥ von dir von weither herbeigeholt maithilī saha rāmeṇa die Maithilī mit Rāma viśokā vihariṣyati wird kummerlos wandeln alpapuṇyā tvahan ghore patitā śokasāgare |
kailāse mandare merau tathā caitrarathe vane ||
'Ich aber, von geringem Verdienst, bin in dieses furchtbare Meer des Kummers gefallen — ich, die einst am Kailāsa, am Mandara, am Meru, und ebenso im Caitraratha-Hain'
Wort für Wort alpapuṇyā tu ahan ghore ich aber, von geringem Verdienst, in das furchtbare patitā śokasāgare bin gefallen ins Meer des Kummers kailāse mandare merau am Kailāsa, am Mandara, am Meru tathā caitrarathe vane und ebenso im Caitraratha-Hain devodyāneṣu sarveṣu vihṛtya sahitā tvayā |
vimānenānurūpeṇa yā yāmyatulayā śriyā ||
'in allen Göttergärten mit dir vereint umherwandelte, auf einem prächtigen Himmelswagen, in unvergleichlicher Pracht,'
Wort für Wort devodyāneṣu sarveṣu in allen Göttergärten vihṛtya sahitā tvayā mit dir vereint umherwandelnd vimānena anurūpeṇa auf einem prächtigen Himmelswagen yā yāmi atulayā śriyā die ich fuhr, in unvergleichlicher Pracht paśyantī vividhāndeśānstānstāṃścitrasragambarā |
bhraṃśitā kāmabhogebhyaḥ sāsmi vīravadhāttava ||
'die mancherlei Länder betrachtete, mit bunten Girlanden und Gewändern — ich bin nun, durch deinen Heldentod, all dieser Genüsse beraubt.'
Wort für Wort paśyantī vividhān deśān die mancherlei Länder betrachtete tān tāṃ citrasragambarā mit bunten Girlanden und Gewändern bhraṃśitā kāmabhogebhyaḥ beraubt der Genüsse sā asmi vīravadhāt tava ich bin es, durch deinen Heldentod hā rājan sukumāraṃ te subhru sutvaksamunnasam |
kāntiśrīdyutibhistulyamindupadmadivākaraiḥ ||
'Ach, o König, dein zartes, wohlgebrautes, schönhäutiges, wohlgeformtes Antlitz, gleich an Anmut, Glanz und Schönheit dem Mond, dem Lotus und der Sonne —'
Wort für Wort hā rājan sukumāraṃ te ach, o König, dein zartes subhru sutvaksamunnasam wohlgebraut, schönhäutig, wohlgeformt kāntiśrīdyutibhiḥ tulyam gleich an Anmut, Glanz und Schönheit indupadmadivākaraiḥ dem Mond, Lotus und der Sonne kirīṭakūṭojjvalitaṃ tāmrāsyaṃ dīptakuṇḍalam |
madavyākulalolākṣaṃ bhūtvā yatpānabhūmiṣu ||
'von der Diademspitze erstrahlend, mit rotem Antlitz, leuchtenden Ohrringen, mit vor Rausch unruhig wandernden Augen, wie es einst bei den Trinkgelagen war —'
Wort für Wort kirīṭakūṭojjvalitaṃ von der Diademspitze erstrahlend tāmrāsyaṃ dīptakuṇḍalam mit rotem Antlitz, leuchtenden Ohrringen madavyākulalolākṣaṃ mit vor Rausch unruhig wandernden Augen bhūtvā yat pānabhūmiṣu wie es bei den Trinkgelagen war vividhasragdharaṃ cāru valgusmitakathaṃ śubham |
tadevādya tavaivaṃ hi vaktraṃ na bhrājate prabho ||
'mit mancherlei Girlanden geschmückt, lieblich, mit anmutigem Lächeln redend, schön — eben dieses dein Antlitz, o Gebieter, erstrahlt heute nicht mehr so.'
Wort für Wort vividhasragdharaṃ cāru mit mancherlei Girlanden geschmückt, lieblich valgusmitakathaṃ śubham mit anmutigem Lächeln redend, schön tat eva adya tava evaṃ hi eben dieses dein heute so vaktraṃ na bhrājate prabho Antlitz erstrahlt nicht, o Gebieter rāmasāyakanirbhinnaṃ raktaṃ rudhiravisravaiḥ |
vīśīrṇamedomastiṣkaṃ rūkṣam syandanareṇubhiḥ ||
'Von Rāmas Pfeilen durchbohrt, rot von strömendem Blut, mit zerstreutem Fett und Hirn, rau vom Staub des Wagens —'
Wort für Wort rāmasāyakanirbhinnaṃ von Rāmas Pfeilen durchbohrt raktaṃ rudhiravisravaiḥ rot von strömendem Blut vīśīrṇamedomastiṣkaṃ mit zerstreutem Fett und Hirn rūkṣam syandanareṇubhiḥ rau vom Staub des Wagens hā paścimā me saṃprāpta daśā vaidhavyadāyinī |
yā mayāsīnna saṃbuddhā kadācidapi mandayā ||
'Ach, dieses letzte, witwenschaffende Schicksal ist mir nun widerfahren, das ich Törin niemals auch nur erahnt hatte.'
Wort für Wort hā paścimā me saṃprāpta ach, dieses letzte mir widerfahrene daśā vaidhavyadāyinī Schicksal, witwenschaffend yā mayā āsīt na saṃbuddhā das von mir nicht erahnt wurde kadācit api mandayā jemals, von mir Törin pitā dānavarājo me bhartā me rākṣaseśvaraḥ |
putro me śakrani rjetā ityahaṃ garvitā bhṛśam ||
'Mein Vater war der König der Dānavas, mein Gatte der Herr der Rākṣasas, mein Sohn der Bezwinger Śakras — darauf war ich überaus stolz.'
Wort für Wort pitā dānavarājo me mein Vater war der König der Dānavas bhartā me rākṣaseśvaraḥ mein Gatte der Herr der Rākṣasas putro me śakranirjetā mein Sohn der Bezwinger Śakras iti ahaṃ garvitā bhṛśam darauf war ich überaus stolz dṛptārimardanāḥ śūrāḥ prakhyātabalapauruṣāḥ |
akutaścidbhayā nāthā mametyāsīnmatirdṛḍhā ||
'Meine Beschützer waren tapfer, Zermalmer stolzer Feinde, von berühmter Kraft und Mannhaftigkeit, von keiner Seite Furcht kennend — dies war mein fester Glaube.'
Wort für Wort dṛptārimardanāḥ śūrāḥ tapfer, Zermalmer stolzer Feinde prakhyātabalapauruṣāḥ von berühmter Kraft und Mannhaftigkeit akutaścid bhayā nāthā von keiner Seite Furcht kennende Beschützer mama iti āsīt matiḥ dṛḍhā dies war mein fester Glaube teṣāmevaṃprabhāvāṇāṃ yuṣmākaṃ rākṣasarṣabhāḥ |
kathaṃ bhayamasaṃbuddhaṃ mānuṣādidamāgatam ||
'Wie ist über euch, die ihr von solcher Macht wart, ihr Stiere unter den Rākṣasas, diese unvorstellbare Furcht von einem Menschen gekommen?'
Wort für Wort teṣām evaṃprabhāvāṇāṃ über euch, von solcher Macht yuṣmākaṃ rākṣasarṣabhāḥ über euch, ihr Stiere unter den Rākṣasas kathaṃ bhayam asaṃbuddhaṃ wie ist diese unvorstellbare Furcht mānuṣāt idam āgatam von einem Menschen gekommen snigdendranīlanīlaṃ tu prāṃśuśailopamaṃ mahat |
keyūrāṅgadavaidūryamuktāhārasragujjvalam ||
'Diesen deinen dunklen, saphirblauen, großen, einem hohen Berg gleichenden Leib, erstrahlend mit Armbändern, Reifen, Lapislazuli, Perlenketten und Girlanden —'
Wort für Wort snigdhendranīlanīlaṃ tu dunkel, saphirblau prāṃśuśailopamaṃ mahat einem hohen Berg gleichend, groß keyūrāṅgadavaidūrya mit Armbändern, Reifen, Lapislazuli muktāhārasragujjvalam mit Perlenketten und Girlanden erstrahlend kāntaṃ vihāreṣvadhikaṃ dīptaṃ saṃgrāmabhūmiṣu |
bhātyabharaṇabhābhiryadvidyudbhiriva toyadaḥ ||
'lieblich noch mehr bei Vergnügungen, glühend auf den Schlachtfeldern, erstrahlend mit dem Glanz der Schmuckstücke wie eine Wolke mit Blitzen —'
Wort für Wort kāntaṃ vihāreṣu adhikaṃ lieblich noch mehr bei Vergnügungen dīptaṃ saṃgrāmabhūmiṣu glühend auf den Schlachtfeldern bhāti abharaṇabhābhiḥ erstrahlt mit dem Glanz der Schmuckstücke yat vidyudbhiḥ iva toyadaḥ wie eine Wolke mit Blitzen tadevādya śarīraṃ te tīkṣṇairnaikaśaraiścitam |
punardurlabhasaṃsparśaṃ pariṣvaktuṃ na śakyate ||
'eben diesen deinen Leib, nun mit zahllosen scharfen Pfeilen übersät, dessen Berührung nun unerreichbar geworden ist, kann ich nicht mehr umarmen.'
Wort für Wort tat eva adya śarīraṃ te eben dieser dein Leib heute tīkṣṇaiḥ naikaśaraiḥ citam mit zahllosen scharfen Pfeilen übersät punaḥ durlabhasaṃsparśaṃ dessen Berührung nun unerreichbar pariṣvaktuṃ na śakyate kann nicht umarmt werden śvāvidhaḥ śalakairyadvadbāṇairlagnairnirantaram |
svarpitairmarmasu bhṛśaṃ saṃcinnasnāyubandhanam ||
'Wie ein Stachelschwein mit seinen Stacheln, so ist er ununterbrochen mit haftenden Pfeilen bedeckt, tief in seine lebenswichtigen Stellen eingedrungen, seine Sehnenbänder zerschnitten —'
Wort für Wort śvāvidhaḥ śalakaiḥ yadvat wie ein Stachelschwein mit seinen Stacheln bāṇaiḥ lagnaiḥ nirantaram mit haftenden Pfeilen ununterbrochen svarpitaiḥ marmasu bhṛśaṃ tief in lebenswichtige Stellen eingedrungen saṃcinnasnāyubandhanam die Sehnenbänder zerschnitten kṣitau nipatitaṃ rājan śyāmaṃ vai rudhiracchavi |
vjraprahārābhihato vikīrṇa iva parvataḥ ||
'auf der Erde liegend, o König, dunkel, von Blut überströmt, wie ein vom Donnerkeilschlag getroffener, zerbrochener Berg.'
Wort für Wort kṣitau nipatitaṃ rājan auf der Erde liegend, o König śyāmaṃ vai rudhiracchavi dunkel, von Blut überströmt vajraprahārābhihato vom Donnerkeilschlag getroffen vikīrṇa iva parvataḥ wie ein zerbrochener Berg hā svapnaḥ satyamevedaṃ tvaṃ rāmeṇa kathaṃ hataḥ |
tvaṃ mṛtyorapi mṛtyuḥ syāḥ kathaṃ mṛtyuvaśaṃ gataḥ ||
'Ach, ist dies ein Traum oder Wirklichkeit — wie konntest du von Rāma getötet werden? Du, der selbst dem Tod der Tod hättest sein können, wie bist du in die Gewalt des Todes geraten?'
Wort für Wort hā svapnaḥ satyam eva idaṃ ach, ist dies Traum oder Wirklichkeit tvaṃ rāmeṇa kathaṃ hataḥ wie konntest du von Rāma getötet werden tvaṃ mṛtyoḥ api mṛtyuḥ syāḥ du, der selbst dem Tod der Tod hättest sein können kathaṃ mṛtyuvaśaṃ gataḥ wie bist du in die Gewalt des Todes geraten trailokyavasubhoktāraṃ trailokyodvegadaṃ mahat |
jetāraṃ lokapālānāṃ kṣeptāraṃ śaṃkarasya ca ||
'Ihn, der die Schätze der drei Welten genoss, der den drei Welten großen Schrecken einflößte, den Bezwinger der Weltenhüter, der selbst den Śaṃkara erschütterte,'
Wort für Wort trailokyavasubhoktāraṃ der die Schätze der drei Welten genoss trailokyodvegadaṃ mahat der den drei Welten großen Schrecken einflößte jetāraṃ lokapālānāṃ den Bezwinger der Weltenhüter kṣeptāraṃ śaṃkarasya ca und der den Śaṃkara erschütterte dṛptānāṃ nigrahītāramāviṣkṛtaparākramam |
lokakṣobhayitāraṃ ca nādairbhūtavirāviṇam ||
'den Bezwinger der Hochmütigen, dessen Tapferkeit offenkundig war, den Erschütterer der Welten, dessen Brüllen die Wesen aufschreien ließ,'
Wort für Wort dṛptānāṃ nigrahītāram den Bezwinger der Hochmütigen āviṣkṛtaparākramam dessen Tapferkeit offenkundig war lokakṣobhayitāraṃ ca und den Erschütterer der Welten nādaiḥ bhūtavirāviṇam dessen Brüllen die Wesen aufschreien ließ ojasā dṛptavākyānāṃ vaktāraṃ ripusaṃnidhau |
svayūthabhṛtyagoptāraṃ hantārambhīmakarmaṇām ||
'der mit Kraft stolze Worte vor den Feinden sprach, den Beschützer seiner eigenen Schar und Diener, den Vernichter derer mit furchtbaren Taten,'
Wort für Wort ojasā dṛptavākyānāṃ mit Kraft stolzer Worte vaktāraṃ ripusaṃnidhau den Sprecher vor den Feinden svayūthabhṛtyagoptāraṃ den Beschützer seiner Schar und Diener hantāram bhīmakarmaṇām den Vernichter derer mit furchtbaren Taten hantāraṃ dānavendrāṇām yakṣāṇāṃ ca sahasraśaḥ |
nivātakavacānāṃ ca saṃgrahītāramāhave ||
'den Töter der Dānava-Fürsten und Tausender von Yakṣas, den Bezwinger der Nivātakavacas im Kampf,'
Wort für Wort hantāraṃ dānavendrāṇām den Töter der Dānava-Fürsten yakṣāṇāṃ ca sahasraśaḥ und Tausender von Yakṣas nivātakavacānāṃ ca und der Nivātakavacas saṃgrahītāram āhave den Bezwinger im Kampf naikayajñaviloptāraṃ trātāraṃ svajanasya ca |
dharmavyavasthābhettāraṃ māyāsraṣṭāramāhave ||
'den Zerstörer zahlloser Opfer, den Beschützer seiner eigenen Leute, den Durchbrecher der Ordnung der Gerechtigkeit, den Schöpfer von Zauberkunst im Kampf,'
Wort für Wort naikayajñaviloptāraṃ den Zerstörer zahlloser Opfer trātāraṃ svajanasya ca und den Beschützer seiner eigenen Leute dharmavyavasthābhettāraṃ den Durchbrecher der Ordnung der Gerechtigkeit māyāsraṣṭāram āhave den Schöpfer von Zauberkunst im Kampf devāsuranṛkanyānāmāhartāraṃ tatastataḥ |
śatrustrīśokadātāraṃ netāraṃ svajanasya ca ||
'den Entführer von Göttinnen-, Asura- und Menschentöchtern von überallher, den Kummerbringer für die Frauen der Feinde, den Führer seiner eigenen Leute —'
Wort für Wort devāsuranṛkanyānām von Göttinnen-, Asura- und Menschentöchtern āhartāraṃ tatastataḥ den Entführer von überallher śatrustrīśokadātāraṃ den Kummerbringer für die Frauen der Feinde netāraṃ svajanasya ca und den Führer seiner eigenen Leute laṅkādvīpasya goptāraṃ kartāraṃ bhīmakarmaṇām |
asmākaṃ kāmabhogānāṃ dātāraṃ rathināṃ varam ||
'den Beschützer der Insel Laṅkā, den Vollbringer furchtbarer Taten, den Spender unserer Genüsse und Wünsche, den besten der Wagenkämpfer —'
Wort für Wort laṅkādvīpasya goptāraṃ den Beschützer der Insel Laṅkā kartāraṃ bhīmakarmaṇām den Vollbringer furchtbarer Taten asmākaṃ kāmabhogānāṃ dātāraṃ den Spender unserer Genüsse und Wünsche rathināṃ varam den besten der Wagenkämpfer evaṃprabhāvaṃ bhartāraṃ dṛṣṭvā rāmeṇa pātitam |
sthirāsmi yā dehamimaṃ dhārayāmi hatapriyā ||
'ihn, meinen Gatten von solcher Macht, nun von Rāma niedergestreckt sehend, bin ich, die ihres Geliebten Beraubte, erstaunlich standhaft, dass ich diesen Leib noch aufrechterhalte.'
Wort für Wort evaṃprabhāvaṃ bhartāraṃ den Gatten von solcher Macht dṛṣṭvā rāmeṇa pātitam niedergestreckt von Rāma sehend sthirā asmi yā dehamimaṃ standhaft bin ich, die diesen Leib dhārayāmi hatapriyā aufrechterhält, die des Geliebten Beraubte śayaneṣu mahārheṣu śayitvā rākṣaseśvara |
iha kasmātprāsupto.asi dharaṇyāṃ reṇuguṇṭhitaḥ ||
'Der du auf kostbaren Lagern zu ruhen pflegtest, o Herr der Rākṣasas, warum liegst du hier eingeschlafen auf der Erde, in Staub gehüllt?'
Wort für Wort śayaneṣu mahārheṣu auf kostbaren Lagern śayitvā rākṣaseśvara geruht habend, o Herr der Rākṣasas iha kasmāt prāsupto asi warum liegst du hier eingeschlafen dharaṇyāṃ reṇuguṇṭhitaḥ auf der Erde, in Staub gehüllt yadā te tanayaḥ śasto lakṣmaṇenendrajidyudhi |
tadā tvabhihatā tīcramadya tvasmi nipātitā ||
'Als dein Sohn Indrajit von Lakṣmaṇa im Kampf getötet wurde, war ich schon damals heftig getroffen — nun, da du gefallen bist, bin ich völlig vernichtet.'
Wort für Wort yadā te tanayaḥ śasto als dein Sohn getötet wurde lakṣmaṇena indrajit yudhi Indrajit von Lakṣmaṇa im Kampf tadā tu abhihatā tīvram da wurde ich heftig getroffen adya tu asmi nipātitā heute bin ich vernichtet sāhaṃ bandhujanairhīnā hīnā nāthena ca tvayā |
vihīnā kāmabhogaiśca śociṣye śāśvatīḥ samāḥ ||
'Ich, nun ohne meine Verwandten, ohne dich, meinen Herrn, und ohne alle Genüsse, werde für ewige Jahre trauern.'
Wort für Wort sā ahaṃ bandhujanaiḥ hīnā ich, nun ohne meine Verwandten hīnā nāthena ca tvayā ohne dich, meinen Herrn vihīnā kāmabhogaiḥ ca und ohne die Genüsse śociṣye śāśvatīḥ samāḥ werde ich für ewige Jahre trauern prapanno dīrghamadhvānaṃ rājannadya sudurgamam |
naya māmapi duḥkhārtāṃ na vartiṣye tvayā vinā ||
'Du hast heute den langen, überaus schwer gangbaren Weg angetreten, o König; nimm auch mich, die Leidgeplagte, mit — ich werde ohne dich nicht weiterleben.'
Wort für Wort prapanno dīrghamadhvānaṃ du hast den langen Weg angetreten rājan adya sudurgamam o König, heute den überaus schwer gangbaren naya mām api duḥkhārtāṃ nimm auch mich, die Leidgeplagte, mit na vartiṣye tvayā vinā ich werde ohne dich nicht weiterleben kasmāttvaṃ māṃ vihāyeha kṛpaṇām gantumicchasi |
dīnāṃ vilapatīṃ mandāṃ kiṃ vā māṃ nābhibhāṣase ||
'Warum willst du mich Elende hier zurücklassend fortgehen? Warum sprichst du nicht zu mir, der klagenden, unglücklichen Törin?'
Wort für Wort kasmāt tvaṃ māṃ vihāya iha warum willst du mich hier zurücklassend kṛpaṇām gantum icchasi die Elende, fortgehen dīnāṃ vilapatīṃ mandāṃ der elenden, klagenden Törin kiṃ vā māṃ na abhibhāṣase warum sprichst du nicht zu mir dṛṣṭvā na khalvabhikruddho māmihānavaguṇṭhitām |
nirgatāṃ nagaradvārātpadbhyāmevāgatāṃ prabho ||
'Bist du etwa nicht zornig, mich hier ohne Schleier zu sehen, die ich aus dem Stadttor zu Fuß herausgekommen bin, o Gebieter?'
Wort für Wort dṛṣṭvā na khalu abhikruddho bist du nicht zornig, mich sehend mām iha anavaguṇṭhitām mich hier ohne Schleier nirgatāṃ nagaradvārāt aus dem Stadttor herausgekommen padbhyām eva āgatāṃ prabho zu Fuß gekommen, o Gebieter paśyeṣṭadāra dārāṃste bhraṣṭalajjāvaguṇṭhanān |
bahirniṣpatitān sarvān kathaṃ dṛṣṭvā na kupyasi ||
'Sieh, o du, der du deine Gattinnen liebtest, all deine Frauen, ihres Scham-Schleiers beraubt, nach draußen geeilt — wie kannst du das sehen und nicht zürnen?'
Wort für Wort paśya iṣṭadāra dārān te sieh, o Geliebter deiner Gattinnen, deine Frauen bhraṣṭalajjāvaguṇṭhanān ihres Scham-Schleiers beraubt bahirniṣpatitān sarvān alle nach draußen geeilt kathaṃ dṛṣṭvā na kupyasi wie kannst du das sehen und nicht zürnen ayam krīḍāsahāyaste.anātho lālapyate janaḥ |
na cainamāśvāsayasi kiṃ vā na bahumanyase ||
'Dieses dein Gefolge, deine Gefährten im Spiel, nun ohne Schutzherr, jammern — warum tröstest du sie nicht, warum achtest du sie nicht mehr?'
Wort für Wort ayam krīḍāsahāyaḥ te dieses dein Gefolge, deine Gefährten im Spiel anātho lālapyate janaḥ ohne Schutzherr jammert die Schar na ca enam āśvāsayasi du tröstest sie nicht kiṃ vā na bahumanyase warum achtest du sie nicht yāstvayā vidhavā rājan kRitā naikāḥ kulastriyaḥ |
pativratā dharmaratā guruśuśrūṣaṇe ratāḥ ||
'Die vielen edlen Frauen, o König, die du zu Witwen gemacht hast, die ihrem Gatten treu ergeben, der Gerechtigkeit zugetan, dem Dienst an den Älteren hingegeben waren —'
Wort für Wort yāḥ tvayā vidhavā rājan die von dir zu Witwen gemachten, o König kṛtā naikāḥ kulastriyaḥ viele edle Frauen pativratā dharmaratā ihrem Gatten treu ergeben, der Gerechtigkeit zugetan guruśuśrūṣaṇe ratāḥ dem Dienst an den Älteren hingegeben tābhiḥ śokābhitaptābhiḥ śaptaḥ paravaśaṃ gataḥ |
tvayā viprakṛtābhiryattadā śaptaṃ tadāgatam ||
'von ihnen, die du gekränkt hattest, von Kummer verbrannt, verflucht, bist du nun in fremde Gewalt geraten; was damals verwünscht wurde, ist nun eingetreten.'
Wort für Wort tābhiḥ śokābhitaptābhiḥ von ihnen, von Kummer verbrannt śaptaḥ paravaśaṃ gataḥ verflucht, bist du in fremde Gewalt geraten tvayā viprakṛtābhiḥ yat von dir gekränkt, was tadā śaptaṃ tadā āgatam damals verwünscht, ist nun eingetreten pravādaḥ satya evāyaṃ tvāṃ prati prāyaśo nṛpa |
pativratānāṃ nākasmātpatantyaśrūni bhūtale ||
'Dieser Ausspruch erweist sich, was dich betrifft, o König, meistens als wahr: Nicht grundlos fallen die Tränen der ihrem Gatten treu ergebenen Frauen zur Erde.'
Wort für Wort pravādaḥ satya eva ayaṃ dieser Ausspruch ist wahr tvāṃ prati prāyaśo nṛpa dich betreffend, meistens, o König pativratānāṃ na akasmāt der Treuen nicht grundlos patanti aśrūni bhūtale fallen Tränen zur Erde kathaṃ ca nāma te rājan lokānākramya tejasā |
nārīcauryamidaṃ kṣudraṃ kṛtaṃ śauṇḍīryamāninā ||
'Und wie nur konntest du, o König, der du die Welten mit deiner Glut unterworfen hattest, diesen niederen Frauenraub begehen, dich für heldenhaft haltend?'
Wort für Wort kathaṃ ca nāma te rājan und wie nur konntest du, o König lokān ākramya tejasā der du die Welten mit Glut unterworfen hattest nārīcauryam idaṃ kṣudraṃ diesen niederen Frauenraub kṛtaṃ śauṇḍīryamāninā begehen, dich für heldenhaft haltend apanīyāśramādrāmaṃ yanmṛgaccadmanā tvayā |
ānītā rāmapatnī sa tatte kātaryalakṣaṇam ||
'Dass du Rāma durch die List eines goldenen Rehs von der Einsiedelei fortgelockt und dann Rāmas Gattin entführt hast — dies ist ein Zeichen deiner Feigheit.'
Wort für Wort apanīya āśramāt rāmaṃ Rāma von der Einsiedelei fortlockend yat mṛgacchadmanā tvayā durch die List eines Rehs von dir ānītā rāmapatnī wurde Rāmas Gattin entführt sa tat te kātaryalakṣaṇam dies ist ein Zeichen deiner Feigheit kātaryaṃ na ca te yuddhe kadācitsaṃsmarāmyaham |
tattu bhāgyaviparyāsānnūnaṃ te pakvalakṣaṇam ||
'Doch ich erinnere mich nicht, dass du jemals im Kampf feige gewesen wärst; dies muss wohl, durch die Umkehr deines Glücks, das Zeichen deines nahenden Endes gewesen sein.'
Wort für Wort kātaryaṃ na ca te yuddhe doch keine Feigheit von dir im Kampf kadācit saṃsmarāmi aham erinnere ich mich jemals tat tu bhāgyaviparyāsāt dies aber durch die Umkehr des Glücks nūnaṃ te pakvalakṣaṇam gewiss das Zeichen deines nahenden Endes atītānāgatārthajño vartamānavicakṣaṇaḥ |
maithilīmāhṛtām dṛṣṭvā dhyātvā niḥśvasya cāyatam ||
'Du, kundig in Vergangenem und Zukünftigem, klug im Gegenwärtigen — als du die entführte Maithilī sahst, nachgedacht und lang aufgeseufzt hattest,'
Wort für Wort atītānāgatārthajño kundig in Vergangenem und Zukünftigem vartamānavicakṣaṇaḥ klug im Gegenwärtigen maithilīm āhṛtām dṛṣṭvā die entführte Maithilī sehend dhyātvā niḥśvasya ca āyatam nachgedacht und lang geseufzt habend satyavāksa mahābāho devaro me yadabravīt |
ayan rākṣasamukhyānāṃ vināśaḥ paryupasthitaḥ ||
'sprachst du wahrhaftig, o Starkarmiger, mein Schwager, was du sagtest: Dies ist der bevorstehende Untergang der Rākṣasa-Fürsten.'
Wort für Wort satyavāk sa mahābāho er sprach wahrhaftig, der Starkarmige devaro me yat abravīt was mein Schwager sagte ayan rākṣasamukhyānāṃ dies der Rākṣasa-Fürsten vināśaḥ paryupasthitaḥ bevorstehender Untergang kāmakrodhasamutthena vyasanena prasaṅginā |
nirvṛttastvatkṛte.anarthaḥ so.ayaṃ mūlaharo mahān ||
'Durch das aus Begierde und Zorn entstandene, anhaftende Unheil ist durch dich dieses große, die Wurzel vernichtende Verderben eingetreten.'
Wort für Wort kāmakrodhasamutthena durch das aus Begierde und Zorn entstandene vyasanena prasaṅginā durch das anhaftende Unheil nirvṛttaḥ tvatkṛte anarthaḥ ist durch dich das Verderben eingetreten so ayaṃ mūlaharo mahān dieses große, die Wurzel vernichtende tvayā kṛtamidan sarvamanāthaṃ rakṣasān kulam |
na hi tvan śocitavyo me prakhyātabalapauruṣaḥ ||
'Von dir wurde all dies bewirkt, das Geschlecht der Rākṣasas ist nun ohne Schutzherrn; doch dich, den an Kraft und Mannhaftigkeit Berühmten, sollte ich eigentlich nicht beklagen.'
Wort für Wort tvayā kṛtam idan sarvam von dir wurde all dies bewirkt anāthaṃ rakṣasān kulam das Geschlecht der Rākṣasas ist ohne Schutzherrn na hi tvan śocitavyo me doch dich sollte ich nicht beklagen prakhyātabalapauruṣaḥ den an Kraft und Mannhaftigkeit Berühmten strīsvabhāvāttu me buddhiḥ kāruṇye parivartate |
sukṛtan duṣkṛtaṃ ca tvaṃ gṛhītvā svāṃ gatiṃ gataḥ ||
'Doch aus weiblichem Wesen neigt sich mein Sinn zum Mitleid; du bist, mit deinem Guten und Bösen behaftet, zu deinem eigenen Los gegangen.'
Wort für Wort strīsvabhāvāt tu me buddhiḥ doch aus weiblichem Wesen mein Sinn kāruṇye parivartate neigt sich zum Mitleid sukṛtan duṣkṛtaṃ ca tvaṃ du, mit Gutem und Bösem gṛhītvā svāṃ gatiṃ gataḥ behaftet, bist zu deinem eigenen Los gegangen ātmānamanuśocāmi tvadviyogena duḥkhitām |
suhṛdāṃ hitakāmānāṃ na śrutaṃ vacanaṃ tvayā ||
'Ich beklage mich selbst, durch deine Trennung Leidende — du hast das Wort deiner wohlgesinnten Freunde nicht gehört.'
Wort für Wort ātmānam anuśocāmi ich beklage mich selbst tvadviyogena duḥkhitām durch deine Trennung Leidende suhṛdāṃ hitakāmānāṃ der wohlgesinnten Freunde na śrutaṃ vacanaṃ tvayā wurde das Wort nicht von dir gehört bhrātṛiṇāṃ caiva kārtsnyena hitamuktaṃ daśānana |
hetvarthayuktaṃ vidhivacchreyaskaramadāruṇam ||
'Von deinen Brüdern ganz und gar wurde dir Heilsames gesagt, o Zehnhäuptiger, mit guten Gründen versehen, wie eine Vorschrift, heilbringend, nicht schroff —'
Wort für Wort bhrātṛiṇāṃ ca eva kārtsnyena von den Brüdern ganz und gar hitamuktaṃ daśānana Heilsames gesagt, o Zehnhäuptiger hetvarthayuktaṃ vidhivat mit guten Gründen versehen, wie eine Vorschrift śreyaskaram adāruṇam heilbringend, nicht schroff vibhīṣaṇenābhihitaṃ na kṛtaṃ hetumattvayā |
mārīcakumbhakarṇābhyāṃ vākyaṃ mama pitustathā ||
'doch von Vibhīṣaṇa Gesagtes hast du, obwohl begründet, nicht befolgt, ebenso wenig das Wort Mārīcas und Kumbhakarṇas, und auch das meines Vaters nicht.'
Wort für Wort vibhīṣaṇena abhihitaṃ von Vibhīṣaṇa Gesagtes na kṛtaṃ hetumat tvayā nicht befolgt von dir, obwohl begründet mārīcakumbhakarṇābhyāṃ von Mārīca und Kumbhakarṇa vākyaṃ mama pituḥ tathā auch das Wort meines Vaters na śrutaṃ vīryamattena tasyedaṃ phalamīdṛśam |
nīlajīmūtasaṃkāśa pītāmbhara śubhāṅgada ||
'Von dir, trunken von deiner Kraft, wurde nicht gehört; dies ist nun die Frucht davon — o du, der du wie eine dunkle Wolke warst, mit gelbem Gewand, mit schönen Armreifen,'
Wort für Wort na śrutaṃ vīryamattena nicht gehört von dem, der von Kraft trunken war tasya idaṃ phalam īdṛśam dies ist die Frucht davon nīlajīmūtasaṃkāśa o du, wie eine dunkle Wolke pītāmbhara śubhāṅgada mit gelbem Gewand, mit schönen Armreifen svagātrāṇi vinikṣipya kiṃ śeṣe rudhirāplutaḥ |
prasupta iva śokārtāṃ kiṃ māṃ na pratibhāṣase ||
'warum liegst du, deine Glieder ausgestreckt, blutüberströmt, wie eingeschlafen? Warum antwortest du mir nicht, der von Kummer Ergriffenen?'
Wort für Wort svagātrāṇi vinikṣipya deine Glieder ausgestreckt kiṃ śeṣe rudhirāplutaḥ warum liegst du, blutüberströmt prasupta iva śokārtāṃ wie eingeschlafen, mir, von Kummer Ergriffenen kiṃ māṃ na pratibhāṣase warum antwortest du mir nicht mahāvīryasya dakṣasya saṃyugeṣvapalāyinaḥ |
yātudhānasya dauhitra kiṃ māṃ na pratibhāṣase ||
'O Enkel des mächtigen, geschickten, im Kampf nie fliehenden Dämonenkönigs — warum antwortest du mir nicht?'
Wort für Wort mahāvīryasya dakṣasya des mächtigen, geschickten saṃyugeṣu apalāyinaḥ im Kampf nie fliehenden yātudhānasya dauhitra o Enkel des Dämonenkönigs kiṃ māṃ na pratibhāṣase warum antwortest du mir nicht uttiṣṭhottiṣṭa kiṃ śeṣe nave paribhave kṛte |
adya vai nirbhayā laṅkāṃ praviṣṭāḥ sūryaraśmayaḥ ||
'Steh auf, steh auf! Warum liegst du, jetzt, da diese neue Schmach geschehen ist? Heute sind ja furchtlos die Sonnenstrahlen in Laṅkā eingedrungen.'
Wort für Wort uttiṣṭha uttiṣṭha kiṃ śeṣe steh auf, steh auf, warum liegst du nave paribhave kṛte da diese neue Schmach geschehen ist adya vai nirbhayā laṅkāṃ heute furchtlos in Laṅkā praviṣṭāḥ sūryaraśmayaḥ sind die Sonnenstrahlen eingedrungen yena sūdayase śatrūn samare sūryavarcasā |
vajraṃ vajradharasyeva so.ayaṃ te satatārcitaḥ ||
'Womit du die Feinde im Kampf vernichtetest, mit sonnengleichem Glanz, wie der Donnerkeil des Donnerkeilträgers — eben diese Waffe, deine, stets von dir verehrt —'
Wort für Wort yena sūdayase śatrūn womit du die Feinde vernichtetest samare sūryavarcasā im Kampf mit sonnengleichem Glanz vajraṃ vajradharasya iva wie der Donnerkeil des Donnerkeilträgers so ayaṃ te satatārcitaḥ eben diese, von dir stets verehrte raṇe bahupraharaṇo hemajālapariṣkṛtaḥ |
parigho vyavakīrṇaste bāṇaiśchinnaḥ sahasradhā ||
'im Kampf vielfach als Waffe gebraucht, mit Goldnetzen geschmückt, deine eiserne Stange liegt nun zerstreut, von Pfeilen tausendfach zerbrochen.'
Wort für Wort raṇe bahupraharaṇo im Kampf vielfach als Waffe gebraucht hemajālapariṣkṛtaḥ mit Goldnetzen geschmückt parigho vyavakīrṇaḥ te deine eiserne Stange liegt zerstreut bāṇaiḥ chinnaḥ sahasradhā von Pfeilen tausendfach zerbrochen priyāmivopasaṃgṛhya kim śeṣe raṇamedinīm |
apriyāmiva kasmācca māṃ necchasyabhibhāṣitum ||
'Als hättest du deine Geliebte umfangen, so liegst du auf der Schlachterde — warum aber willst du nicht zu mir sprechen, als wäre ich dir unlieb geworden?'
Wort für Wort priyām iva upasaṃgṛhya als hättest du die Geliebte umfangen kim śeṣe raṇamedinīm warum liegst du auf der Schlachterde apriyām iva kasmāt ca und warum, als wäre ich unlieb māṃ na icchasi abhibhāṣitum willst du nicht mit mir sprechen dhigastu hṛdayan yasyā mamedaṃ na sahasradhā |
tvayi pañcatvamāpanne phalate śokapīḍitam ||
'Schande über dieses mein Herz, dass es nicht in tausend Stücke zerspringt, von Kummer gequält, da du nun ins Nichtsein eingegangen bist!'
Wort für Wort dhik astu hṛdayan yasyā Schande über das Herz, dessen mama idaṃ na sahasradhā meines, nicht in tausend Stücke tvayi pañcatvam āpanne da du ins Nichtsein eingegangen bist phalate śokapīḍitam wird es von Kummer gequält ityevaṃ vilapantī sā bāṣpaparyākulekṣaṇā |
snehopaskannahṛdayā tadā mohamupāgamat ||
So klagend, mit von Tränen umflorten Augen, das Herz von Zuneigung überwältigt, verfiel sie da in Ohnmacht.
Wort für Wort iti evaṃ vilapantī sā so klagend, sie bāṣpaparyākulekṣaṇā mit von Tränen umflorten Augen snehopaskannahṛdayā das Herz von Zuneigung überwältigt tadā moham upāgamat verfiel sie da in Ohnmacht kaśmalābhihatā sannā babhau sā rāvaṇorasi |
saṃdhyānurakte jalade dīptā vidyudivojjvalā ||
Von Betäubung ergriffen, erschöpft, lag sie auf Rāvaṇas Brust, wie ein leuchtender Blitz auf einer von der Abenddämmerung geröteten Wolke.
Wort für Wort kaśmalābhihatā sannā von Betäubung ergriffen, erschöpft babhau sā rāvaṇaḥ urasi lag sie auf Rāvaṇas Brust saṃdhyānurakte jalade auf einer von der Dämmerung geröteten Wolke dīptā vidyut iva ujjvalā wie ein leuchtender, strahlender Blitz tathāgatāṃ samutthāpya sapatnyastāṃ bhṛśāturāḥ |
paryavasthāpayāmāsū rudantyo rudatīṃ bhṛśam ||
Ihre Mitgattinnen, selbst heftig gequält, richteten sie, die so daliegende, auf, weinend über die heftig Weinende, und beruhigten sie.
Wort für Wort tathāgatāṃ samutthāpya die so daliegende aufrichtend sapatnyaḥ tāṃ bhṛśāturāḥ die Mitgattinnen, selbst heftig gequält paryavasthāpayāmāsū richteten sie auf und beruhigten rudantyo rudatīṃ bhṛśam weinend über die heftig Weinende kiṃ te na viditā devi lokānāṃ sthitiradhruvā |
daśāvibhāgaparyāye rājñāṃ vai cañcalāḥ śriyaḥ ||
'Kennst du nicht, o Herrin, die Unbeständigkeit des Weltenlaufs? Im Wechsel der Schicksalsstadien ist der Glanz der Könige fürwahr wandelbar.'
Wort für Wort kiṃ te na viditā devi kennst du nicht, o Herrin lokānāṃ sthitiḥ adhruvā die Unbeständigkeit des Weltenlaufs daśāvibhāgaparyāye im Wechsel der Schicksalsstadien rājñāṃ vai cañcalāḥ śriyaḥ ist der Glanz der Könige wandelbar ityevamucyamānā sā saśabdaṃ prarudoda ha |
snāpayantī tadāsreṇa stanau vaktraṃ sunirmalam ||
So angesprochen, weinte sie laut auf, ihre Brüste und ihr makelloses Antlitz mit Tränen benetzend.
Wort für Wort iti evam ucyamānā sā so angesprochen, sie saśabdaṃ prarudoda ha weinte sie laut auf snāpayantī tadā asreṇa dabei mit Tränen benetzend stanau vaktraṃ sunirmalam die Brüste und das makellose Antlitz etasminnantare rāmo vibhīṣaṇamuvāca ha |
sanskāraḥ kriyatāṃ bhrātuḥ striyaścaitā nivartaya ||
In diesem Augenblick sprach Rāma zu Vibhīṣaṇa: 'Das Totenritual für deinen Bruder soll vollzogen werden; führe diese Frauen zurück.'
Wort für Wort etasmin antare rāmo in diesem Augenblick Rāma vibhīṣaṇam uvāca ha sprach zu Vibhīṣaṇa sanskāraḥ kriyatāṃ bhrātuḥ das Totenritual für den Bruder soll vollzogen werden striyaḥ ca etā nivartaya und führe diese Frauen zurück tamuvāca tato dhīmān vibhīṣaṇa idaṃ vacaḥ |
vimṛśya buddhyā dharmajño dharmārthasahitaṃ hitam ||
Da sprach der weise, in der Gerechtigkeit kundige Vibhīṣaṇa, nachdem er mit Bedacht überlegt hatte, dieses mit Recht und Nutzen verbundene, heilsame Wort zu ihm:
Wort für Wort tam uvāca tato dhīmān zu ihm sprach da der Weise vibhīṣaṇa idaṃ vacaḥ Vibhīṣaṇa dieses Wort vimṛśya buddhyā dharmajño mit Bedacht überlegend, kundig in der Gerechtigkeit dharmārthasahitaṃ hitam das mit Recht und Nutzen verbundene, heilsame tyaktadharmavratan krūraṃ nṛśansamanṛtaṃ tathā |
nāhamarhoasmi sanskartuṃ paradārābhimarśakam ||
'Ihn, der die Gebote der Gerechtigkeit verlassen hat, grausam, unmenschlich und verlogen war, den Schänder fremder Gattinnen — ihn zu bestatten bin ich nicht bereit.'
Wort für Wort tyaktadharmavratan krūraṃ der die Gebote der Gerechtigkeit verlassen hat, grausam nṛśansam anṛtaṃ tathā unmenschlich und verlogen na aham arhaḥ asmi sanskartuṃ ich bin nicht bereit zu bestatten paradārābhimarśakam den Schänder fremder Gattinnen bhrātṛrūpo hi me śatrureṣa sarvāhite rataḥ |
rāvaṇo nārhate pūjāṃ pūjyoapi gurugauravāt ||
'Denn dieser, obwohl in Bruders Gestalt, ist mein Feind, stets auf das allgemeine Unheil bedacht; Rāvaṇa verdient keine Ehrung — obwohl er, um der Achtung vor dem Älteren willen, ehrwürdig wäre.'
Wort für Wort bhrātṛrūpo hi me śatruḥ er ist, obwohl in Bruders Gestalt, mein Feind eṣa sarvāhite rataḥ dieser, stets auf das allgemeine Unheil bedacht rāvaṇo na arhate pūjāṃ Rāvaṇa verdient keine Ehrung pūjyaḥ api gurugauravāt obwohl ehrwürdig um der Achtung vor dem Älteren willen nṛśansa iti mān rāma vakṣyanti manujā bhuvi |
śrutvā tasya guṇānsarve vakṣyanti sukṛtaṃ punaḥ ||
'Man würde mich, o Rāma, auf der Erde als unmenschlich bezeichnen; doch wenn sie von seinen guten Eigenschaften hören, werden alle wieder von meiner guten Tat sprechen.'
Wort für Wort nṛśansa iti mān rāma 'unmenschlich' würde man mich, o Rāma vakṣyanti manujā bhuvi nennen, die Menschen auf der Erde śrutvā tasya guṇān sarve doch alle, seine Eigenschaften gehört habend vakṣyanti sukṛtaṃ punaḥ werden wieder von der guten Tat sprechen tacchrutvā paramaprīto rāmo dharmabhṛtān varaḥ |
vibhīṣaṇamuvācedan vākyajño vākyakovidam ||
Als er dies hörte, sprach der höchst erfreute Rāma, der Beste der Rechtschaffenen, kundig in Worten, zu dem im Reden Kundigen, Vibhīṣaṇa, Folgendes:
Wort für Wort tat śrutvā paramaprīto dies gehört habend, höchst erfreut rāmo dharmabhṛtān varaḥ Rāma, der Beste der Rechtschaffenen vibhīṣaṇam uvāca idan sprach zu Vibhīṣaṇa Folgendes vākyajño vākyakovidam kundig in Worten, zu dem im Reden Kundigen tavāpi me priyan kāryaṃ tvatprabhavācca me jitam |
avaśyan tu kṣaman vācyo mayā tvaṃ rākṣaseśvara ||
'Auch dir zuliebe habe ich gehandelt, und durch deine Macht habe ich gesiegt; doch notwendig muss ich dir, o Herr der Rākṣasas, etwas Angemessenes sagen.'
Wort für Wort tava api me priyan kāryaṃ auch dir zuliebe habe ich gehandelt tvatprabhavāt ca me jitam und durch deine Macht habe ich gesiegt avaśyan tu kṣaman vācyo doch notwendig muss ich Angemessenes sagen mayā tvaṃ rākṣaseśvara von mir, dir, o Herr der Rākṣasas adharmānṛtasanyuktaḥ kāmemeṣa niśācaraḥ |
tejasvī balavāñśūraḥ saṅgrāmeṣu ca nityaśaḥ ||
'Zwar war dieser Nachtwandler mit Ungerechtigkeit und Lüge behaftet, wegen der Begierde; doch war er glutvoll, stark, tapfer und stets siegreich in den Kämpfen.'
Wort für Wort adharmānṛtasanyuktaḥ mit Ungerechtigkeit und Lüge behaftet kāme eṣa niśācaraḥ wegen der Begierde, dieser Nachtwandler tejasvī balavān śūraḥ glutvoll, stark, tapfer saṅgrāmeṣu ca nityaśaḥ und stets in den Kämpfen [siegreich] śatakratumukhairdevaiḥ śrūyate na parājitaḥ |
mahātmā balasampanno rāvaṇo lokarāvaṇaḥ ||
'Von Indra und den anderen Göttern angeführt, wurde er, wie man hört, niemals besiegt — hochherzig, von Kraft erfüllt, Rāvaṇa, der Welten-Erschütterer.'
Wort für Wort śatakratumukhaiḥ devaiḥ von Indra und den Göttern an der Spitze śrūyate na parājitaḥ wurde er, wie man hört, nicht besiegt mahātmā balasampanno hochherzig, von Kraft erfüllt rāvaṇo lokarāvaṇaḥ Rāvaṇa, der Welten-Erschütterer maraṇāntāni vairāṇi nirvṛttaṃ naḥ prayojanam |
kriyatāmasya sanskāro mamāpyeṣa yathā tava ||
'Feindschaften enden mit dem Tod; unser Zweck ist erfüllt. Möge sein Totenritual vollzogen werden — er ist mir ebenso von Bedeutung wie dir.'
Wort für Wort maraṇāntāni vairāṇi Feindschaften enden mit dem Tod nirvṛttaṃ naḥ prayojanam unser Zweck ist erfüllt kriyatām asya sanskāro möge sein Totenritual vollzogen werden mama api eṣa yathā tava er ist mir ebenso wie dir [von Bedeutung] tvatsakāśānmahābāho sanskāran vidhipūrvakam |
pāptu marhati dharmeṇa tvaṃ yaśobhāgbhaviṣyasi ||
'Von dir, o Starkarmiger, verdient er, nach Recht, das nach der Vorschrift vollzogene Totenritual zu empfangen; so wirst du an Ruhm teilhaben.'
Wort für Wort tvatsakāśāt mahābāho von dir, o Starkarmiger sanskāran vidhipūrvakam das nach der Vorschrift vollzogene Totenritual prāptum arhati dharmeṇa verdient er zu empfangen, nach Recht tvaṃ yaśobhāk bhaviṣyasi du wirst an Ruhm teilhaben rāghavasya vacaḥ śrutvā tvaramāṇo vibhīṣaṇaḥ |
sanskāreṇānurūpeṇa bhrātaraṃ rāvaṇam hatam ||
Nachdem er Rāghavas Wort gehört hatte, eilte Vibhīṣaṇa, um seinen getöteten Bruder Rāvaṇa mit dem angemessenen Totenritual zu bestatten.
Wort für Wort rāghavasya vacaḥ śrutvā Rāghavas Wort gehört habend tvaramāṇo vibhīṣaṇaḥ eilend, Vibhīṣaṇa sanskāreṇa anurūpeṇa mit dem angemessenen Totenritual bhrātaraṃ rāvaṇam hatam den getöteten Bruder Rāvaṇa [zu bestatten] sa praviśya purīṃ laṅkāṃ rākṣasendro vibhīṣaṇaḥ |
rāvanasyāgnihotraṃ tu niryāpayati satvaram ||
Er, der Rākṣasa-Herr Vibhīṣaṇa, in die Stadt Laṅkā eintretend, ließ eilends Rāvaṇas Feueropfergerät herbeischaffen,
Wort für Wort sa praviśya purīṃ laṅkāṃ er, in die Stadt Laṅkā eintretend rākṣasendro vibhīṣaṇaḥ der Rākṣasa-Herr Vibhīṣaṇa rāvaṇasya agnihotraṃ tu Rāvaṇas Feueropfergerät aber niryāpayati satvaram ließ er eilends herbeischaffen śakaṭān dārurūpāṇi agnīn vai yājakāṃstathā |
tathā candanakāṣṭhāni kāṣṭhāni vividhāni ca ||
Wagen, Holzgeräte, die heiligen Feuer, die Opferpriester, ebenso Sandelholz und mancherlei anderes Holz,
Wort für Wort śakaṭān dārurūpāṇi Wagen, Holzgeräte agnīn vai yājakān tathā die heiligen Feuer und ebenso die Opferpriester tathā candanakāṣṭhāni ebenso Sandelholz kāṣṭhāni vividhāni ca und mancherlei anderes Holz agarūṇi sugandhīni gandhāṃśca surabhīṃstathā |
maṇimuktāpravāldāni niryāpayati rākṣasaḥ ||
wohlriechendes Aloeholz und duftende Wohlgerüche, sowie Edelsteine, Perlen und Korallen ließ der Rākṣasa herbeischaffen.
Wort für Wort agarūṇi sugandhīni wohlriechendes Aloeholz gandhān ca surabhīn tathā und duftende Wohlgerüche maṇimuktāpravāldāni Edelsteine, Perlen und Korallen niryāpayati rākṣasaḥ ließ der Rākṣasa herbeischaffen ā jagāma muhūrtena rākṣasaiḥ parivāritaḥ |
tato mālyavatā sārdhaṃ kriyāmeva cakāra saḥ ||
Alsbald kam er, von Rākṣasas umringt, und vollzog dann zusammen mit Mālyavant die Zeremonie.
Wort für Wort ā jagāma muhūrtena alsbald kam er rākṣasaiḥ parivāritaḥ von Rākṣasas umringt tato mālyavatā sārdhaṃ dann zusammen mit Mālyavant kriyām eva cakāra saḥ vollzog er die Zeremonie sauvarṇīṃ śibikāṃ divyāmāropya kṣaumavāsasam |
rāvaṇaṃ rākṣasādhiśamaśrupūrṇamukhā dvijāḥ ||
Nachdem Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas, in ein leinenes Gewand gehüllt, auf eine goldene, himmlische Sänfte gelegt worden war, trugen ihn die Brahmanen, mit tränenerfüllten Gesichtern,
Wort für Wort sauvarṇīṃ śibikāṃ divyām auf eine goldene, himmlische Sänfte āropya kṣaumavāsasam gelegt, in leinenes Gewand rāvaṇaṃ rākṣasādhiśam Rāvaṇa, den Herrn der Rākṣasas aśrupūrṇamukhā dvijāḥ die Brahmanen mit tränenerfüllten Gesichtern tūryaghoṣaiśca vividhaiḥ stuvadbhiścābhinanditam |
patākābhiśca citrābhiḥ sumanobhiśca citritām ||
begleitet von mancherlei Trompetenklängen und preisenden Priestern, die Sänfte geschmückt mit bunten Fahnen und Blumen —
Wort für Wort tūryaghoṣaiḥ ca vividhaiḥ von mancherlei Trompetenklängen stuvadbhiḥ ca abhinanditam und von preisenden [Priestern] begrüßt patākābhiḥ ca citrābhiḥ mit bunten Fahnen sumanobhiḥ ca citritām und mit Blumen geschmückt utkṣipya śibikāṃ tāṃ tu vibhīṣaṇapurogamāḥ |
dakṣiṇābhimukhāḥ sarve gṛhya kāṣṭhāni bhejire ||
nachdem sie jene Sänfte erhoben hatten, machten sich alle, angeführt von Vibhīṣaṇa, mit dem Gesicht nach Süden gewandt, mit dem Holz auf den Weg.
Wort für Wort utkṣipya śibikāṃ tāṃ tu jene Sänfte erhoben habend vibhīṣaṇapurogamāḥ angeführt von Vibhīṣaṇa dakṣiṇābhimukhāḥ sarve alle mit dem Gesicht nach Süden gewandt gṛhya kāṣṭhāni bhejire mit dem Holz machten sie sich auf den Weg agnayo dīpyamānāste tadādhvaryusamīritāḥ |
śaraṇābhigatāh sarve purastattasya te yayuḥ ||
Die lodernden Feuer, von den Opferpriestern in Bewegung gesetzt, gingen, alle mit Zufluchtssuchenden begleitet, vor jenem Zug her.
Wort für Wort agnayo dīpyamānāḥ te die lodernden Feuer tadā adhvaryusamīritāḥ von den Opferpriestern in Bewegung gesetzt śaraṇābhigatāḥ sarve alle mit Zufluchtsuchenden purastāt tasya te yayuḥ gingen vor jenem Zug her antaḥpurāṇi sarvāṇi rudamānāni satvaram |
pṛṣṭhato.anuyayustāni plavamānāni sarvataḥ ||
Alle Frauen des inneren Gemachs, weinend, eilten hinterher, von allen Seiten dem Zug folgend.
Wort für Wort antaḥpurāṇi sarvāṇi alle Frauen des inneren Gemachs rudamānāni satvaram weinend, eilends pṛṣṭhataḥ anuyayuḥ tāni sie folgten hinterher plavamānāni sarvataḥ von allen Seiten strömend rāvaṇam prayate deśe sthāpya te bhṛśaduḥkhitāḥ |
citāṃ candanakāṣṭhaiśca padmakośīrasaṃvṛtām ||
Sie, tief betrübt, stellten Rāvaṇa an einem geweihten Ort ab, den Scheiterhaufen aus Sandelholz, mit Lotus und Kośa-Wurzeln bedeckt,
Wort für Wort rāvaṇam prayate deśe Rāvaṇa an einem geweihten Ort sthāpya te bhṛśaduḥkhitāḥ stellten sie ab, tief betrübt citāṃ candanakāṣṭhaiḥ ca den Scheiterhaufen aus Sandelholz padmakośīrasaṃvṛtām mit Lotus und Kośa-Wurzeln bedeckt brāhmyā saṃvartayāmāsū rāṅkavāstaraṇāvṛtām |
vartate vedavihito rājño vai paścimaḥ kratuḥ ||
nach brahmanischer Vorschrift errichtend, mit einer weichen Decke bedeckt; so vollzog sich das vedisch vorgeschriebene letzte Opfer für den König.
Wort für Wort brāhmyā saṃvartayāmāsū nach brahmanischer Vorschrift errichtend rāṅkavāstaraṇāvṛtām mit einer weichen Decke bedeckt vartate vedavihito vollzog sich das vedisch vorgeschriebene rājño vai paścimaḥ kratuḥ letzte Opfer für den König pracakrū rākṣasendrasya pitR^edhamanuttamam |
vediṃ ca dakṣiṇaprācyāṃ yathāsthānaṃ ca pāvakam ||
Sie vollzogen für den Rākṣasa-Herrn die vortrefflichste Ahnenzeremonie, den Altar im Südosten und das Feuer an seinem rechten Platz errichtend.
Wort für Wort pracakrū rākṣasendrasya sie vollzogen für den Rākṣasa-Herrn pitṛmedham anuttamam die vortrefflichste Ahnenzeremonie vediṃ ca dakṣiṇaprācyāṃ und den Altar im Südosten yathāsthānaṃ ca pāvakam und das Feuer an seinem rechten Platz pṛṣadājyena saṃpūrṇaṃ sruvaṃ skandhe pracikṣipuḥ |
pādayoḥ śakaṭaṃ prādurūrvoścolūkhalaṃ tadā ||
Sie legten den mit gesprenkelter Butter gefüllten Opferlöffel auf seine Schulter, an seine Füße den Wagen, an seine Schenkel den Mörser.
Wort für Wort pṛṣadājyena saṃpūrṇaṃ mit gesprenkelter Butter gefüllt sruvaṃ skandhe pracikṣipuḥ legten sie den Opferlöffel auf die Schulter pādayoḥ śakaṭaṃ prādur an die Füße den Wagen ūrvoḥ ca ulūkhalaṃ tadā und an die Schenkel den Mörser dārupātrāni sarvāṇi araṇiṃ cottarāraṇim |
dattvā tu musalaṃ cānyaṃ yathāsthānaṃ vicakramuḥ ||
Nachdem sie alle Holzgefäße, das untere und obere Reibholz sowie einen weiteren Stößel gegeben hatten, gingen sie ihren jeweiligen Plätzen zu.
Wort für Wort dārupātrāni sarvāṇi alle Holzgefäße araṇiṃ ca uttarāraṇim und das untere und obere Reibholz dattvā tu musalaṃ ca anyaṃ und einen weiteren Stößel gegeben habend yathāsthānaṃ vicakramuḥ gingen sie ihren Plätzen zu śāstradṛṣṭena vidhinā maharṣivihitena ca |
tatra medhyaṃ paśuṃ hatvā rākṣasendrasya rākṣasāḥ ||
Nach der in den Lehrbüchern gesehenen, von den großen Ṛṣis vorgeschriebenen Vorschrift, schlachteten die Rākṣasas dort ein reines Opfertier für den Rākṣasa-Herrn,
Wort für Wort śāstradṛṣṭena vidhinā nach der in den Lehrbüchern gesehenen Vorschrift maharṣivihitena ca und der von den großen Ṛṣis vorgeschriebenen tatra medhyaṃ paśuṃ hatvā dort ein reines Opfertier schlachtend rākṣasendrasya rākṣasāḥ für den Rākṣasa-Herrn, die Rākṣasas paristaraṇīkāṃ rājñoghṛtāktāṃ samaveśayan |
gandhairmālyairalaṃkṛtya rāvaṇaṃ dīnāmānasāḥ ||
legten die mit Ghee getränkte Umhüllungsdecke des Königs auf ihn und schmückten Rāvaṇa mit Duftstoffen und Girlanden, mit betrübtem Sinn.
Wort für Wort paristaraṇīkāṃ rājñaḥ die Umhüllungsdecke des Königs ghṛtāktāṃ samaveśayan mit Ghee getränkt, legten sie auf gandhaiḥ mālyaiḥ alaṃkṛtya mit Duftstoffen und Girlanden geschmückt rāvaṇaṃ dīnāmānasāḥ Rāvaṇa, mit betrübtem Sinn vibhīṣaṇasahāyāste vasttraiśca vividhairapi |
lājairavakiranti sma bāṣpapūrṇamukhāstathā ||
Vibhīṣaṇas Gefährten bestreuten ihn mit mancherlei Gewändern und geröstetem Reis, mit tränenerfüllten Gesichtern.
Wort für Wort vibhīṣaṇasahāyāḥ te Vibhīṣaṇas Gefährten vastraiḥ ca vividhaiḥ api mit mancherlei Gewändern auch lājaiḥ avakiranti sma bestreuten sie mit geröstetem Reis bāṣpapūrṇamukhāḥ tathā mit tränenerfüllten Gesichtern sa dadau pāvakan tasya vidhiyuktan vibhīṣaṇaḥ |
snātvā caivārdravastreṇa tilān darbhavimiśritān ||
Vibhīṣaṇa, nachdem er sich gebadet hatte, gab, in nasses Gewand gekleidet, nach Vorschrift das Feuer für ihn, und Sesamkörner mit Darbha-Gras vermischt,
Wort für Wort sa dadau pāvakan tasya er gab das Feuer für ihn vidhiyuktan vibhīṣaṇaḥ nach Vorschrift, Vibhīṣaṇa snātvā ca eva ārdravastreṇa nachdem er gebadet hatte, in nassem Gewand tilān darbhavimiśritān Sesamkörner mit Darbha-Gras vermischt udakena ca saṃmiśrān pradāya vidhipūrvakam |
pradāya codakaṃ tasmai mūrdhnā cainaṃ namasya ca ||
mit Wasser vermischt, nach Vorschrift darbringend; und nachdem er ihm Wasser zur Totenspende gegeben und sich mit dem Haupt vor ihm verneigt hatte,
Wort für Wort udakena ca saṃmiśrān mit Wasser vermischt pradāya vidhipūrvakam nach Vorschrift darbringend pradāya ca udakaṃ tasmai und ihm Wasser gebend mūrdhnā ca enaṃ namasya ca und sich mit dem Haupt vor ihm verneigend tāḥ striyoanunayāmāsa sāntvamuktvā punaḥ punaḥ |
gamyatāmiti tāḥ sarvā viviśurnagaraṃ tataḥ ||
besänftigte er jene Frauen, ihnen immer wieder Trostworte zusprechend; 'Kehrt zurück', sprach er, und sie alle betraten daraufhin die Stadt.
Wort für Wort tāḥ striyaḥ anunayāmāsa er besänftigte jene Frauen sāntvamuktvā punaḥ punaḥ ihnen immer wieder Trostworte zusprechend gamyatām iti tāḥ sarvā 'kehrt zurück', sprach er, sie alle viviśuḥ nagaraṃ tataḥ betraten daraufhin die Stadt
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