Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa
Sarga 41: Angada-Rāvaṇa-Samvādaḥ
Der Angriff auf Laṅkā und Aṅgadas Gesandtschaft
atha tasmin nimittāni dṛṣṭvā lakṣmaṇapūrvajaḥ |
sugrīvaṃ sampariṣvajya rāmo vacanam abravīt ||1||
Als er jene Vorzeichen erblickt hatte, sprach da der ältere Bruder Lakṣmaṇas, Rāma, Sugrīva umarmend, folgendes Wort.
Wort für Wort nimittāni dṛṣṭvā die Vorzeichen erblickt habend lakṣmaṇapūrvajaḥ der ältere Bruder Lakṣmaṇas (Rāma) sugrīvaṃ sampariṣvajya Sugrīva umarmend vacanam abravīt sprach das Wort asaṃmantrya mayā sārdhaṃ tad idaṃ sāhasaṃ kṛtam |
evaṃ sāhasayuktāni na kurvanti janeśvarāḥ ||2||
„Ohne dich mit mir zu beraten, hast du diese verwegene Tat vollbracht; solch verwegene Taten begehen Herrscher der Menschen nicht.
Wort für Wort asaṃmantrya mayā sārdham ohne dich mit mir zu beraten sāhasaṃ kṛtam eine verwegene Tat vollbracht janeśvarāḥ Herrscher der Menschen saṃśaye sthāpya māṃ cedaṃ balaṃ cemaṃ vibhīṣaṇam |
kaṣṭaṃ kṛtam idaṃ vīra sāhasaṃ sāhasapriya ||3||
Du hast mich, dieses Heer und diesen Vibhīṣaṇa der Gefahr ausgesetzt; schlimm war diese verwegene Tat, o Held, der du die Verwegenheit liebst.
Wort für Wort saṃśaye sthāpya in Gefahr gesetzt habend kaṣṭaṃ kṛtam schlimm getan sāhasapriya o Verwegenheitliebender idānīṃ mā kṛthā vīra evaṃvidham ariṃdama |
tvayi kiṃcit samāpanne kiṃ kāryaṃ sītayā mama ||4||
Tu so etwas jetzt nicht mehr, o Held, Feindebezwinger; wäre dir auch nur das Geringste widerfahren, was hätte ich dann noch mit Sītā zu schaffen,
Wort für Wort idānīṃ mā kṛthāḥ tu jetzt nicht ariṃdama o Feindebezwinger tvayi kiṃcit samāpanne wäre dir Geringes widerfahren bharatena mahābāho lakṣmaṇena yavīyasā |
śatrughnena ca śatrughna svaśarīreṇa vā punaḥ ||5||
was mit Bharata, du Starkarmiger, mit dem jüngeren Lakṣmaṇa, mit Śatrughna, dem Feindevernichter, oder gar mit meinem eigenen Leib?
Wort für Wort mahābāho o Starkarmiger lakṣmaṇena yavīyasā mit dem jüngeren Lakṣmaṇa svaśarīreṇa mit dem eigenen Leib tvayi cānāgate pūrvam iti me niścitā matiḥ |
jānataś cāpi te vīryaṃ mahendravaruṇopamam ||6||
Wärest du zuvor nicht wiedergekommen — dies war mein fester Entschluss —, obwohl ich doch deine Kraft kenne, die der des Mahendra und Varuṇa gleicht.
Wort für Wort anāgate wenn du nicht zurückgekommen wärst niścitā matiḥ fester Entschluss vīryaṃ mahendravaruṇopamam Kraft, Mahendra und Varuṇa gleich hatvāhaṃ rāvaṇaṃ yuddhe saputrabalavāhanam |
abhiṣicya ca laṅkāyāṃ vibhīṣaṇam athāpi ca ||7||
Nachdem ich Rāvaṇa im Kampf samt seinen Söhnen, seinem Heer und seinen Reittieren erschlagen und Vibhīṣaṇa in Laṅkā zum König geweiht hätte —
Wort für Wort hatvā rāvaṇaṃ Rāvaṇa erschlagen habend saputrabalavāhanam samt Söhnen, Heer und Reittieren abhiṣicya vibhīṣaṇam Vibhīṣaṇa gesalbt habend tam evaṃvādinaṃ rāmaṃ sugrīvaḥ pratyabhāṣata |
tava bhāryāpahartāraṃ dṛṣṭvā rāghava rāvaṇam ||8||
Zu Rāma, der so sprach, erwiderte Sugrīva: „Da ich Rāvaṇa, den Räuber deiner Gattin, erblickt habe, o Rāghava,
Wort für Wort evaṃvādinaṃ rāmam zu Rāma, der so sprach pratyabhāṣata erwiderte bhāryāpahartāraṃ dṛṣṭvā den Räuber der Gattin erblickt habend marṣayāmi kathaṃ vīra jānan vikramam ātmanaḥ ||9||
wie könnte ich Nachsicht üben, o Held, da ich doch meine eigene Kraft kenne?“
Wort für Wort marṣayāmi kathaṃ wie könnte ich Nachsicht üben jānan vikramam ātmanaḥ die eigene Kraft kennend ity evaṃvādinaṃ vīram abhinandya ca rāghavaḥ |
lakṣmaṇaṃ lakṣmisampannam idaṃ vacanam abravīt ||10||
So den also sprechenden Helden lobend, sprach Rāghava zu Lakṣmaṇa, dem Glückbegabten, folgendes Wort:
Wort für Wort evaṃvādinaṃ vīram abhinandya den also sprechenden Helden lobend lakṣmisampannam glückbegabt parigṛhya udakaṃ śītam vanāni phalavanti ca |
balaugham saṃvibhajya imaṃ vyūhya tiṣṭhema lakṣmaṇa ||11||
Lass uns, nachdem wir kühles Wasser und fruchtreiche Wälder eingenommen haben, diese Heeresmasse einteilen und in Schlachtordnung aufgestellt verharren, o Lakṣmaṇa.
Wort für Wort udakaṃ śītam kühles Wasser vanāni phalavanti fruchtreiche Wälder balaugham saṃvibhajya die Heeresmasse einteilend vyūhya tiṣṭhema lasst uns in Schlachtordnung verharren lokakṣayakaraṃ bhīmaṃ bhayaṃ paśyāmy upasthitam |
nibarhaṇaṃ pravīrāṇām ṛkṣavānararakṣasām ||12||
Ich sehe eine furchtbare, weltvernichtende Gefahr bevorstehen, die Vernichtung der tapfersten Helden unter Bären, Affen und Rākṣasas.
Wort für Wort lokakṣayakaraṃ bhayam weltvernichtende Gefahr nibarhaṇaṃ pravīrāṇām Vernichtung der Helden ṛkṣavānararakṣasām der Bären, Affen und Rākṣasas vātāś ca paruṣaṃ vānti kampate ca vasundharā |
parvatāgrāṇi vepante patanti dharaṇīdharāḥ ||13||
Rau wehen die Winde, die Erde erbebt, die Berggipfel zittern, die Höhenzüge stürzen ein.
Wort für Wort vātāḥ paruṣaṃ vānti die Winde wehen rau vasundharā kampate die Erde erbebt dharaṇīdharāḥ patanti die Höhenzüge stürzen ein meghāḥ kravyādasaṃkāśāḥ paruṣāḥ paruṣasvanāḥ |
krūrāḥ krūraṃ pravarṣanti miśraṃ śoṇitabindubhiḥ ||14||
Wolken, aasfressenden Tieren gleich, rau und mit rauem Grollen, regnen grausam einen Regen, vermischt mit Blutstropfen.
Wort für Wort meghāḥ kravyādasaṃkāśāḥ Wolken, aasfressenden Tieren gleich krūraṃ pravarṣanti regnen grausam śoṇitabindubhiḥ miśram vermischt mit Blutstropfen raktacandanasaṃkāśā saṃdhyā paramadāruṇā |
jvalac ca nipataty etad ādityād agnimaṇḍalam ||15||
Blutrotem Sandelholz gleich ist die überaus schreckliche Abenddämmerung, und ein loderndes Feuerrund fällt von der Sonne herab.
Wort für Wort raktacandanasaṃkāśā saṃdhyā die Abenddämmerung, blutrotem Sandel gleich jvalad agnimaṇḍalam das lodernde Feuerrund ādityāt nipatati fällt von der Sonne herab ādityam abhivāśyante janayanto mahad bhayam |
dīnā dīnasvarā ghorā apraśastā mṛgadvijāḥ ||16||
Elende, mit klagenden Stimmen heulende, schreckliche, unheilverkündende Tiere und Vögel schreien der Sonne entgegen und erzeugen große Furcht.
Wort für Wort ādityam abhivāśyante schreien der Sonne entgegen mahad bhayaṃ janayantaḥ große Furcht erzeugend mṛgadvijāḥ Tiere und Vögel rajanyām aprakāśaś ca saṃtāpayati candramāḥ |
kṛṣṇaraktāṃśuparyanto yathā lokasya saṃkṣaye ||17||
Glanzlos in der Nacht versengt der Mond, an seinem Rand schwarzrot leuchtend, wie beim Weltuntergang.
Wort für Wort rajanyām aprakāśaḥ glanzlos in der Nacht candramāḥ saṃtāpayati der Mond versengt kṛṣṇaraktāṃśuparyantaḥ an seinem Rand schwarzrot leuchtend hrasvo rūkṣo apraśastaś ca pariveṣaḥ sulohitaḥ |
ādityamaṇḍale nīlaṃ lakṣma lakṣmaṇa dṛśyate ||18||
Ein kurzer, rauer, unheilvoller, blutroter Hof zeigt sich, und im Sonnenrund erscheint, o Lakṣmaṇa, ein dunkles Mal.
Wort für Wort pariveṣaḥ sulohitaḥ ein blutroter Hof ādityamaṇḍale nīlaṃ lakṣma im Sonnenrund ein dunkles Mal dṛśyante na yathāvac ca nakṣatrāṇy abhivartate |
yugāntam iva lokasya paśya lakṣmaṇa śaṃsati ||19||
Die Sterne sind nicht in gewohnter Weise sichtbar; sieh, Lakṣmaṇa, es kündet wie das Ende eines Weltzeitalters.
Wort für Wort nakṣatrāṇi na yathāvad dṛśyante die Sterne sind nicht wie gewohnt sichtbar yugāntam iva śaṃsati kündet wie ein Weltzeitalterende kākāḥ śyenās tathā gṛdhrā nīcaiḥ paripatanti ca |
śivāś ca apy aśivā vācaḥ pravadanti mahāsvanāḥ ||20||
Krähen, Falken und Geier fliegen tief, und Schakale stoßen mit lauter Stimme unheilvolle Laute aus.
Wort für Wort kākāḥ śyenāḥ gṛdhrāḥ Krähen, Falken, Geier nīcaiḥ paripatanti fliegen tief umher śivāḥ aśivā vācaḥ pravadanti Schakale stoßen unheilvolle Laute aus śailaiḥ śūlaiś ca khaḍgaiś ca vimuktaiḥ kapirākṣasaiḥ |
bhaviṣyaty āvṛtā bhūmir māṃsaśoṇitakardamā ||21||
Mit Felsblöcken, Speeren und Schwertern, von Affen und Rākṣasas geschleudert, wird die Erde bedeckt sein, zu einem Schlamm aus Fleisch und Blut.
Wort für Wort śailaiḥ śūlaiḥ khaḍgaiḥ vimuktaiḥ mit geschleuderten Felsen, Speeren, Schwertern māṃsaśoṇitakardamā bhūmiḥ die Erde ein Schlamm aus Fleisch und Blut kṣipram adya durādharṣāṃ purīṃ rāvaṇapālitām |
abhiyāma javenaiva sarvato haribhir vṛtāḥ ||22||
Rasch lasst uns heute die schwer zu bezwingende, von Rāvaṇa beherrschte Stadt angreifen, mit Eile, von allen Seiten von den Affen umgeben.“
Wort für Wort durādharṣāṃ purīm die schwer zu bezwingende Stadt rāvaṇapālitām von Rāvaṇa beherrscht javena abhiyāma lasst uns eilends angreifen ity evaṃ tu vadan vīro lakṣmaṇaṃ lakṣmaṇāgrajaḥ |
tasmād avātarat śīghraṃ parvatāgrān mahābalaḥ ||23||
So zu Lakṣmaṇa sprechend, stieg der ältere Bruder Lakṣmaṇas, der Held von großer Kraft, rasch von jenem Berggipfel herab.
Wort für Wort lakṣmaṇāgrajaḥ der ältere Bruder Lakṣmaṇas parvatāgrāt avātarat stieg vom Berggipfel herab avatīrya tu dharmātmā tasmāc chailāt sa rāghavaḥ |
paraiḥ paramadurdharṣaṃ dadarśa balam ātmanaḥ ||24||
Nachdem der rechtschaffene Rāghava von jenem Fels herabgestiegen war, erblickte er sein eigenes, den Feinden gegenüber überaus schwer zu bezwingendes Heer.
Wort für Wort dharmātmā rāghavaḥ der rechtschaffene Rāghava paramadurdharṣaṃ balam das überaus schwer zu bezwingende Heer saṃnahya tu sasugrīvaḥ kapirājabalaṃ mahat |
kālajño rāghavaḥ kāle samyugāya abhyacodayat ||25||
Nachdem er sich gerüstet hatte, trieb Rāghava, kundig der rechten Zeit, samt Sugrīva das gewaltige Heer des Affenkönigs zur rechten Stunde zum Kampfe an.
Wort für Wort saṃnahya gerüstet habend kālajñaḥ kundig der rechten Zeit samyugāya abhyacodayat trieb zum Kampf an tataḥ kāle mahābāhur balena mahatā vṛtaḥ |
prasthitaḥ purato dhanvī laṅkām abhimukhaḥ purīm ||26||
Da brach der Starkarmige, von gewaltiger Streitmacht umgeben, den Bogen tragend, zur rechten Zeit auf, der Stadt Laṅkā zugewandt.
Wort für Wort mahābāhuḥ dhanvī der Starkarmige, den Bogen tragend laṅkām abhimukhaḥ prasthitaḥ der Stadt Laṅkā zugewandt aufgebrochen taṃ vibhīṣaṇasugrīvau hanūmān jāmbavān nalaḥ |
ṛkṣarājas tathā nīlo lakṣmaṇaś ca anvayus tadā ||27||
Ihm folgten damals Vibhīṣaṇa und Sugrīva, Hanumān, Jāmbavān, Nala, der Bärenkönig, ebenso Nīla und Lakṣmaṇa.
Wort für Wort taṃ anvayuḥ ihm folgten ṛkṣarājaḥ der Bärenkönig (Jāmbavān) tataḥ paścāt sumahatī pṛtanā ṛkṣavanaukasām |
pracchādya mahatīṃ bhūmim anuyāti sma rāghavam ||28||
Dahinter folgte dem Rāghava das gewaltige Heer der Bären- und Waldbewohner, das eine weite Landfläche bedeckte.
Wort für Wort sumahatī pṛtanā das gewaltige Heer ṛkṣavanaukasām der Bären- und Waldbewohner mahatīṃ bhūmim pracchādya eine weite Fläche bedeckend śailaśṛṅgāṇi śataśaḥ pravṛddhāṃś ca mahīruhām |
jagṛhuḥ kuñjaraprakhyā vānarāḥ paravāraṇāḥ ||29||
Elefantengleiche Affen, die selbst wilden Elefanten Einhalt geboten, ergriffen zu Hunderten Berggipfel und gewachsene Bäume.
Wort für Wort śailaśṛṅgāṇi śataśaḥ Berggipfel zu Hunderten kuñjaraprakhyā vānarāḥ elefantengleiche Affen paravāraṇāḥ die selbst Elefanten bezwingen tau tv adīrgheṇa kālena bhrātarau rāmalakṣmaṇau |
rāvaṇasya purīṃ laṅkām āsedatur arindamau ||30||
In kurzer Zeit erreichten jene beiden Brüder, Rāma und Lakṣmaṇa, die Feindebezwinger, Rāvaṇas Stadt Laṅkā.
Wort für Wort adīrgheṇa kālena in kurzer Zeit arindamau die beiden Feindebezwinger laṅkām āsedatuḥ erreichten Laṅkā patākāmālinīṃ ramyāṃ udyānavanaśobhitām |
citravaprāṃ suduṣprāpām uccaprākāratoraṇām ||31||
Sie war mit Flaggengirlanden geschmückt, lieblich, von Lustgärten und Wäldern verschönt, mit bunten Wällen, überaus schwer zugänglich, mit hohen Mauern und Torbögen.
Wort für Wort patākāmālinīm mit Flaggengirlanden geschmückt udyānavanaśobhitām von Gärten und Wäldern verschönt uccaprākāratoraṇām mit hohen Mauern und Torbögen tāṃ surair api durdharṣāṃ rāmavākyapracoditāḥ |
yathā nideśaṃ saṃpīḍya nyaviśanta vanaukasaḥ ||32||
Diese selbst für Götter schwer zu bezwingende Stadt umringten die Waldbewohner, durch Rāmas Wort angetrieben, gemäß der Weisung eng belagernd.
Wort für Wort surair api durdharṣām selbst für Götter schwer zu bezwingen rāmavākyapracoditāḥ durch Rāmas Wort angetrieben yathā nideśaṃ nyaviśanta gemäß der Weisung ließen sich nieder laṅkāyās tu uttaradvāraṃ śailaśṛṅgam ivonnatam |
rāmaḥ sahānujo dhanvī jugopa ca rurodha ca ||33||
Das Nordtor Laṅkās, hoch wie ein Berggipfel, bewachte und belagerte Rāma, der Bogenträger, zusammen mit seinem jüngeren Bruder.
Wort für Wort uttaradvāram das Nordtor śailaśṛṅgam ivonnatam hoch wie ein Berggipfel jugopa rurodha ca bewachte und belagerte laṅkām upaniviṣṭaś ca rāmo daśarathātmajaḥ |
lakṣmaṇānucaro vīraḥ purīṃ rāvaṇapālitām ||34||
Rāma, Daśarathas Sohn, belagerte, von dem Helden Lakṣmaṇa begleitet, die von Rāvaṇa beherrschte Stadt Laṅkā.
Wort für Wort daśarathātmajaḥ Daśarathas Sohn lakṣmaṇānucaraḥ von Lakṣmaṇa begleitet laṅkām upaniviṣṭaḥ belagerte Laṅkā uttaradvāram āsādya yatra tiṣṭhati rāvaṇaḥ |
nānyo rāmād dhi tad dvāraṃ samarthaḥ parirakṣitum ||35||
Er näherte sich dem Nordtor, wo Rāvaṇa selbst stand; denn niemand außer Rāma war fähig, jenes Tor zu bewachen.
Wort für Wort yatra tiṣṭhati rāvaṇaḥ wo Rāvaṇa steht nānyaḥ rāmād samarthaḥ niemand außer Rāma war fähig rāvaṇādhiṣṭhitaṃ bhīmaṃ varuṇeneva sāgaram |
sāyudhau rākṣasair bhīmair abhiguptaṃ samantataḥ ||36||
Es war, von Rāvaṇa besetzt, furchtbar wie das von Varuṇa beherrschte Meer, von waffentragenden, furchtbaren Rākṣasas allseits umhütet.
Wort für Wort rāvaṇādhiṣṭhitam von Rāvaṇa besetzt varuṇeneva sāgaram wie das Meer durch Varuṇa samantataḥ abhiguptam allseits behütet vinyastāni ca yodhānāṃ bahūni vividhāni ca |
dadarśāyudhajālāni tathaiva kavacāni ca ||37||
Er sah viele, mannigfaltige Waffennetze der Krieger aufgestellt, ebenso Panzer.
Wort für Wort yodhānām āyudhajālāni die Waffennetze der Krieger vinyastāni aufgestellt kavacāni Panzer pūrvaṃ tu dvāram āsādya nīlo haricamūpatiḥ |
atiṣṭhat saha maindena dvividena ca vīryavān ||38||
Das Osttor besetzte Nīla, der Heerführer der Affen, der Tapfere, zusammen mit Mainda und Dvivida.
Wort für Wort pūrvaṃ dvāram das Osttor haricamūpatiḥ der Heerführer der Affen maindena dvividena ca mit Mainda und Dvivida aṅgado dakṣiṇadvāraṃ jagrāha sumahābalaḥ |
ṛṣabheṇa gavākṣeṇa gajena gavayena ca ||39||
Das Südtor besetzte der überaus starke Aṅgada, zusammen mit Ṛṣabha, Gavākṣa, Gaja und Gavaya.
Wort für Wort dakṣiṇadvāram jagrāha besetzte das Südtor sumahābalaḥ der überaus Starke hanūmān paścimadvāraṃ rarakṣa balavān kapiḥ |
pramāthipraghasābhyāṃ ca vīrair anyaiś ca saṃgataḥ ||40||
Das Westtor bewachte der starke Affe Hanumān, begleitet von Pramāthin, Praghasa und anderen Helden.
Wort für Wort paścimadvāraṃ rarakṣa bewachte das Westtor pramāthipraghasābhyām mit Pramāthin und Praghasa madhyame ca svayaṃ gulme sugrīvaḥ samatiṣṭhata |
saha sarvair hariśreṣṭhaiḥ suparṇaśvasanopamaiḥ ||41||
In der mittleren Truppenabteilung stand Sugrīva selbst, samt allen besten Affen, die Garuḍa und dem Wind glichen.
Wort für Wort madhyame gulme in der mittleren Abteilung suparṇaśvasanopamaiḥ Garuḍa und dem Wind gleich vānarāṇāṃ tu ṣaṭtriṃśat koṭyaḥ prakhyātayūthapāḥ |
nipīḍyopaniviṣṭāś ca sugrīvo yatra vānaraḥ ||42||
Sechsunddreißig Koṭi berühmter Truppenführer der Affen lagerten dicht gedrängt dort, wo der Affe Sugrīva war.
Wort für Wort ṣaṭtriṃśat koṭyaḥ sechsunddreißig Koṭi prakhyātayūthapāḥ berühmte Truppenführer nipīḍya upaniviṣṭāḥ dicht gedrängt lagernd śāsanena tu rāmasya lakṣmaṇaḥ savibhīṣaṇaḥ |
dvāre dvāre harīṇāṃ tu koṭiṃ koṭiṃ nyaveśayat ||43||
Auf Rāmas Befehl stellten Lakṣmaṇa und Vibhīṣaṇa an jedem einzelnen Tor je ein Koṭi Affen auf.
Wort für Wort rāmasya śāsanena auf Rāmas Befehl dvāre dvāre koṭiṃ koṭim an jedem Tor je ein Koṭi paścimena tu rāmasya sugrīvaḥ saha jāmbavān |
adūrān madhyame gulme tasthau bahubalānugaḥ ||44||
Im Westen von Rāma, in nicht großer Entfernung, standen Sugrīva und Jāmbavān mit gewaltigem Gefolge in der mittleren Abteilung.
Wort für Wort rāmasya paścimena im Westen von Rāma bahubalānugaḥ mit gewaltigem Gefolge te tu vānaraśārdūlāḥ śārdūlā iva daṃṣṭriṇaḥ |
gṛhītvā drumaśailāgrān hṛṣṭā yuddhāya tasthire ||45||
Jene Affentiger, gefletschten Zähnen gleich wie Tiger, ergriffen Baumwipfel und Felsblöcke und standen freudig bereit zum Kampf.
Wort für Wort vānaraśārdūlāḥ die Affentiger drumaśailāgrān gṛhītvā Baumwipfel und Felsblöcke ergreifend yuddhāya tasthire standen bereit zum Kampf sarve vikṛtalāṅgūlāḥ sarve daṃṣṭrānakhāyudhāḥ |
sarve vikṛtacitrāṅgāḥ sarve ca vikṛtānanāḥ ||46||
Alle hatten sonderbar geformte Schwänze, alle trugen Reißzähne und Krallen als Waffen, alle hatten seltsam gescheckte Glieder, alle hatten wilde Gesichter.
Wort für Wort vikṛtalāṅgūlāḥ mit sonderbaren Schwänzen daṃṣṭrānakhāyudhāḥ mit Reißzähnen und Krallen als Waffen vikṛtānanāḥ mit wilden Gesichtern daśanāgabalāḥ kecit kecid daśaguṇottarāḥ |
kecin nāgasahasrasya babhūvus tulyavikramāḥ ||47||
Manche hatten die Kraft von zehn Elefanten, manche waren zehnmal stärker, manche waren an Kraft tausend Elefanten gleich.
Wort für Wort daśanāgabalāḥ mit der Kraft von zehn Elefanten daśaguṇottarāḥ zehnmal stärker nāgasahasrasya tulyavikramāḥ tausend Elefanten an Kraft gleich santi cauhabalāḥ kecit kecic chataguṇottarāḥ |
aprameyabalāś ca anye tatrāsan hariyūthapāḥ ||48||
Manche hatten die Kraft eines Ogha, manche waren hundertmal stärker, andere Truppenführer der Affen dort besaßen unermessliche Kraft.
Wort für Wort oghabalāḥ mit der Kraft eines Ogha śataguṇottarāḥ hundertmal stärker aprameyabalāḥ hariyūthapāḥ Truppenführer von unermesslicher Kraft adbhutaś ca vicitraś ca teṣām āsīt samāgamaḥ |
tatra vānarasainyānāṃ śalabhānām ivodgamaḥ ||49||
Wunderbar und vielgestaltig war ihre Versammlung; das Heer der Affen dort glich einem Schwarm aufsteigender Heuschrecken.
Wort für Wort adbhutaḥ vicitraḥ samāgamaḥ wunderbare, vielgestaltige Versammlung śalabhānām ivodgamaḥ wie das Aufsteigen von Heuschrecken patipūrṇam ivākāśaṃ saṃchannā iva ca medinī |
laṅkām upaniviṣṭaiś ca sampatadbhiś ca vānaraiḥ ||50||
Der Himmel schien wie erfüllt, die Erde wie überdeckt, von den Affen, die Laṅkā belagerten und heranstürmten.
Wort für Wort ākāśaṃ patipūrṇam iva der Himmel wie erfüllt medinī saṃchannā iva die Erde wie überdeckt śataṃ śatasahasrāṇāṃ pṛthag ṛkṣavanaukasām |
laṅkādvārāṇy upājagmur anye yoddhuṃ samantataḥ ||51||
Hundert mal hunderttausend Bären- und Waldbewohner, jeweils gesondert, näherten sich von allen Seiten den Toren Laṅkās, um zu kämpfen.
Wort für Wort śataṃ śatasahasrāṇām hundert mal hunderttausend laṅkādvārāṇi upājagmuḥ näherten sich den Toren Laṅkās āvṛtaḥ sa giriḥ sarvais taiḥ samantāt plavaṃgamaiḥ |
ayutānāṃ sahasraṃ ca purīṃ tām abhyavartata ||52||
Jener Berg war rings von all jenen Affen umgeben, und tausend Ayuta wandten sich gegen jene Stadt.
Wort für Wort giriḥ āvṛtaḥ der Berg war umgeben ayutānāṃ sahasram tausend Ayuta (zehntausend x tausend) vānarair balavadbhiś ca babhūva drumapāṇibhiḥ |
sarvataḥ saṃvṛtā laṅkā duṣpraveśāpi vāyunā ||53||
Durch die kraftvollen, mit Bäumen bewaffneten Affen wurde Laṅkā allseits so umschlossen, dass selbst der Wind kaum eindringen konnte.
Wort für Wort drumapāṇibhiḥ vānaraiḥ durch Affen mit Bäumen in den Händen duṣpraveśā api vāyunā unzugänglich selbst für den Wind rākṣasā vismayaṃ jagmuḥ sahasābhinipīḍitāḥ |
vānarair meghasaṃkāśaiḥ śakratulyaparākramaiḥ ||54||
Die Rākṣasas, plötzlich bedrängt, gerieten in Staunen angesichts der Affen, die Wolken glichen und Indras Tapferkeit gleichkamen.
Wort für Wort sahasā abhinipīḍitāḥ plötzlich bedrängt śakratulyaparākramaiḥ Indra an Tapferkeit gleich mahān śabdo abhavat tatra balaughasyābhivartataḥ |
sāgarasyeva bhinnasya yathā syāt salilasvanaḥ ||55||
Ein gewaltiges Getöse erhob sich dort vom heranströmenden Heer, wie das Rauschen eines aufgewühlten Ozeans.
Wort für Wort mahān śabdaḥ ein gewaltiges Getöse balaughasya abhivartataḥ vom heranströmenden Heer sāgarasya bhinnasya salilasvanaḥ das Rauschen des aufgewühlten Meeres tena śabdena mahatā saprākārā satoraṇā |
laṅkā pracalitā sarvā saśailavanakānanā ||56||
Durch dieses gewaltige Getöse erbebte ganz Laṅkā samt seinen Mauern, Torbögen, Bergen, Hainen und Wäldern.
Wort für Wort mahatā śabdena durch das gewaltige Getöse saprākārā satoraṇā laṅkā pracalitā Laṅkā samt Mauern und Torbögen erbebte rāmalakṣmaṇaguptā sā sugrīveṇa ca vāhinī |
babhūva durdharṣatarā sarvair api surāsuraiḥ ||57||
Jenes von Rāma, Lakṣmaṇa und Sugrīva beschützte Heer wurde selbst für alle Götter und Dämonen zusammen noch schwerer zu bezwingen.
Wort für Wort rāmalakṣmaṇaguptā vāhinī das von Rāma und Lakṣmaṇa beschützte Heer durdharṣatarā noch schwerer zu bezwingen rāghavaḥ saṃniveśyaivaṃ sainyaṃ svaṃ rakṣasāṃ vadhe |
saṃmantrya mantribhiḥ sārdhaṃ niścitya ca punaḥ punaḥ ||58||
Nachdem Rāghava so sein Heer zur Vernichtung der Rākṣasas aufgestellt hatte und sich immer wieder mit seinen Ratgebern beraten und entschieden hatte,
Wort für Wort sainyaṃ saṃniveśya das Heer aufgestellt habend rakṣasāṃ vadhe zur Vernichtung der Rākṣasas punaḥ punaḥ niścitya immer wieder entschieden habend ānantaryam abhiprepsuḥ kramayogārthatattvavit |
vibhīṣaṇasyānumate rājadharmam anusmaran ||59||
strebte er, kundig der Wahrheit des Sinns von Reihenfolge und Vorgehen, nach der rechten Abfolge und dachte, mit Vibhīṣaṇas Zustimmung, an die Pflichten eines Königs,
Wort für Wort ānantaryam abhiprepsuḥ nach der rechten Abfolge strebend kramayogārthatattvavit kundig der Wahrheit von Reihenfolge und Vorgehen rājadharmam anusmaran an die Königspflicht denkend aṅgadaṃ vālitanayaṃ samāhūya idam abravīt ||60||
rief er Aṅgada, Vālis Sohn, herbei und sprach dies:
Wort für Wort vālitanayam Vālis Sohn samāhūya abravīt herbeigerufen und gesprochen gatvā saumya daśagrīvaṃ brūhi mad vacanāt kape |
laṅghayitvā purīṃ laṅkāṃ bhayaṃ tyaktvā gatavyathaḥ ||61||
„Geh, Freundlicher, und sage dem Zehnhalsigen in meinem Namen, o Affe — nachdem du die Stadt Laṅkā überquert hast, ohne Furcht und ohne Angst:
Wort für Wort gatvā daśagrīvam brūhi geh und sage dem Zehnhalsigen mad vacanāt in meinem Namen bhayaṃ tyaktvā gatavyathaḥ Furcht und Angst ablegend ṛṣīṇāṃ devatānāṃ ca gandharvāpsarasāṃ tathā |
nāgānām atha yakṣāṇāṃ rājñāṃ ca rajanīcara ||62||
der Weisen, Götter, ebenso der Gandharvas und Apsaras, der Nāgas und Yakṣas und der Könige, o Nachtwandler —
Wort für Wort ṛṣīṇāṃ devatānāṃ der Weisen und Götter gandharvāpsarasām der Gandharvas und Apsaras rajanīcara o Nachtwandler yac ca pāpaṃ kṛtaṃ mohād avaliptena rākṣasa |
nūnam adya gato darpaḥ svayambhūvaradānajaḥ ||63||
welches Unrecht du, verblendet und überheblich, o Rākṣasa, begangen hast — gewiss ist heute jener Stolz geschwunden, der aus Brahmās Gunstgabe entsprang.
Wort für Wort mohād avaliptena kṛtam pāpam aus Verblendung und Überheblichkeit begangenes Unrecht svayambhūvaradānajaḥ darpaḥ der aus Brahmās Gunstgabe entsprungene Stolz tasya daṇḍadharas te.aham dārāharaṇakarśitaḥ ||64||
der Weisen, der Könige und aller — dessen Strafvollstrecker bin ich, abgezehrt durch den Raub meiner Gattin.
Wort für Wort daṇḍadharaḥ der Strafvollstrecker dārāharaṇakarśitaḥ abgezehrt durch den Raub der Gattin tasya daṇḍadharaste.aham dārāharaṇakarśitaḥ |
daṇḍaṃ dhārayamāṇas tu laṅkādvāre vyavasthitaḥ ||65||
Als sein Strafvollstrecker, den Stab der Strafe tragend, stehe ich am Tor Laṅkās bereit.
Wort für Wort daṇḍaṃ dhārayamāṇaḥ den Strafstab tragend laṅkādvāre vyavasthitaḥ am Tor Laṅkās bereitstehend padavīṃ devatānāṃ ca maharṣīṇāṃ ca rākṣasa |
rājarṣīṇāṃ ca sarveṣāṃ gamiṣyasi mayā hataḥ ||66||
Den Pfad der Götter, der großen Weisen, o Rākṣasa, und aller königlichen Weisen wirst du gehen, von mir erschlagen.
Wort für Wort padavīṃ devatānām den Pfad der Götter mayā hataḥ gamiṣyasi von mir erschlagen wirst du gehen balena yena vai sītāṃ māyayā rākṣasādhama |
mām atikrāmayitvā tvaṃ hṛtavāṃs tad vidarśaya ||67||
Mit welcher Kraft du, elendester der Rākṣasas, Sītā durch List, indem du mich täuschtest, geraubt hast — zeige sie nun!
Wort für Wort rākṣasādhama elendester der Rākṣasas mām atikrāmayitvā mich täuschend/umgehend tad vidarśaya zeige das arākṣasam imaṃ lokaṃ kartāsmi niśitaiḥ śaraiḥ |
na cet śaraṇam abhyeṣi mām upādāya maithilīm ||68||
Rākṣasenfrei werde ich diese Welt machen mit scharfen Pfeilen, wenn du nicht Zuflucht bei mir suchst und mir die Maithilī zurückbringst.
Wort für Wort arākṣasam lokam kartāsmi werde die Welt rākṣasenfrei machen niśitaiḥ śaraiḥ mit scharfen Pfeilen maithilīm upādāya śaraṇam abhyeṣi zu mir kommst, die Maithilī bringend, Zuflucht suchend dharmātmā rakṣasāṃ śreṣṭhaḥ samprāpto ayaṃ vibhīṣaṇaḥ |
laṅkaiśvaryaṃ dhruvaṃ śrīmān ayaṃ prāpnoty akaṇṭakam ||69||
Der rechtschaffene, beste der Rākṣasas, dieser Vibhīṣaṇa ist zu mir gekommen; gewiss wird dieser Glückliche die Herrschaft über Laṅkā ungehindert erlangen.
Wort für Wort dharmātmā rakṣasāṃ śreṣṭhaḥ der rechtschaffene Beste der Rākṣasas laṅkaiśvaryam akaṇṭakam prāpnoti erlangt die Herrschaft über Laṅkā ungehindert na hi rājyam adharmeṇa bhoktuṃ kṣaṇam api tvayā |
śakyaṃ mūrkha sahāyena pāpena avijitātmanā ||70||
Denn nicht kannst du, o Tor, mit unrechtem Beistand, sündig und ungezügelten Sinnes, das Königreich auch nur einen Augenblick lang unrechtmäßig genießen.
Wort für Wort rājyam adharmeṇa bhoktum das Königreich unrechtmäßig genießen avijitātmanā mit ungezügeltem Sinn yudhyasva vā dhṛtiṃ kṛtvā śauryam ālambya rākṣasa |
mac charais tvaṃ raṇe śāntas tataḥ pūto bhaviṣyasi ||71||
Kämpfe also, gefasst und tapfer, o Rākṣasa; durch meine Pfeile im Kampf zur Ruhe gebracht, wirst du dann geläutert sein.
Wort für Wort dhṛtiṃ kṛtvā śauryam ālambya Fassung fassend, Tapferkeit ergreifend mac charaiḥ śāntaḥ pūtaḥ bhaviṣyasi durch meine Pfeile zur Ruhe gebracht wirst du geläutert sein yady āviśasi lokāṃs trīn pakṣibhūto manojavaḥ |
mama cakṣuṣpathaṃ prāpya na jīvan pratiyāsyasi ||72||
Selbst wenn du, zum Vogel geworden, geistesschnell die drei Welten durchdringst — bist du erst in mein Blickfeld geraten, wirst du nicht lebend zurückkehren.
Wort für Wort pakṣibhūtaḥ manojavaḥ zum Vogel geworden, geistesschnell cakṣuṣpathaṃ prāpya in das Blickfeld geraten na jīvan pratiyāsyasi wirst nicht lebend zurückkehren bravīmi tvāṃ hitaṃ vākyaṃ kriyatām aurdhvadaihikam |
sudṛṣṭā kriyatāṃ laṅkā jīvitaṃ te mayi sthitam ||73||
Ich sage dir ein heilsames Wort: Bereite deine Totenriten vor, betrachte Laṅkā noch einmal wohl — dein Leben liegt in meiner Hand.“
Wort für Wort hitaṃ vākyam bravīmi ich sage ein heilsames Wort aurdhvadaihikam kriyatām bereite die Totenriten vor jīvitaṃ te mayi sthitam dein Leben liegt in mir ity uktaḥ sa tu tāreyo rāmeṇākliṣṭakarmaṇā |
jagāmākāśam āviśya mūrtimān iva havyavāṭ ||74||
So von Rāma, dessen Taten mühelos gelingen, angesprochen, erhob sich der Sohn der Tārā in die Luft, gleich dem verkörperten Feuer.
Wort für Wort tāreyaḥ der Sohn der Tārā (Aṅgada) ākliṣṭakarmaṇā dessen Taten mühelos gelingen ākāśam āviśya jagāma erhob sich in die Luft so atipatya muhūrtena śrīmān rāvaṇamandiram |
dadarśāsīnam avyagraṃ rāvaṇaṃ sacivaiḥ saha ||75||
Jener Glückliche, in einem Augenblick darüberfliegend, erblickte in Rāvaṇas Palast den ruhig sitzenden Rāvaṇa samt seinen Ratgebern.
Wort für Wort muhūrtena atipatya in einem Augenblick darüberfliegend āsīnam avyagram ruhig sitzend tatas tasyāvidūreṇa nipatya haripuṃgavaḥ |
dīptāgnisadṛśas tasthāv aṅgadaḥ kanakāṅgadaḥ ||76||
Da ließ sich der Stier unter den Affen, Aṅgada mit den goldenen Armreifen, unweit von jenem nieder und stand da, loderndem Feuer gleich.
Wort für Wort haripuṃgavaḥ der Stier unter den Affen kanakāṅgadaḥ mit den goldenen Armreifen dīptāgnisadṛśaḥ loderndem Feuer gleich tad rāmavacanaṃ sarvam anyūnādhikam uttamam |
sāmātyaṃ śrāvayām āsa nivedyātmānam ātmanā ||77||
Jenes ganze Wort Rāmas, weder verkürzt noch vermehrt, das erhabene, ließ er ihn samt seinen Ministern hören, nachdem er sich selbst zu erkennen gegeben hatte.
Wort für Wort anyūnādhikam weder verkürzt noch vermehrt sāmātyaṃ śrāvayām āsa ließ ihn samt den Ministern hören ātmānam nivedya sich selbst zu erkennen gegeben habend dūto aham kosalendrasya rāmasyākliṣṭakarmaṇaḥ |
vāliputro aṅgado nāma yadi te śrotram āgataḥ ||78||
„Ich bin der Bote des Herrn von Kosala, Rāmas, dessen Taten mühelos gelingen; Aṅgada, Vālis Sohn, mit Namen — falls dir das zu Ohren gekommen ist.
Wort für Wort kosalendrasya dūtaḥ der Bote des Herrn von Kosala vāliputraḥ aṅgadaḥ nāma Aṅgada, Vālis Sohn, mit Namen āha tvāṃ rāghavo rāmaḥ kausalyānandavardhanaḥ |
niṣpatya pratiyudhyasva nṛśaṃsa puruṣādhama ||79||
Rāghava Rāma, der Freude Kausalyās Mehrer, spricht zu dir: Tritt hervor und kämpfe, du grausamer, niedrigster der Männer!
Wort für Wort kausalyānandavardhanaḥ der Freude Kausalyās Mehrer niṣpatya pratiyudhyasva tritt hervor und kämpfe puruṣādhama niedrigster der Männer hantāsmi tvāṃ saha amātyaṃ saputrajñātibāndhavam |
nirudvignās trayo lokā bhaviṣyanti hate tvayi ||80||
Ich werde dich samt deinen Ministern, Söhnen, Verwandten und Freunden töten; wenn du erschlagen bist, werden die drei Welten unbeunruhigt sein.
Wort für Wort saha amātyaṃ saputrajñātibāndhavam samt Ministern, Söhnen, Verwandten und Freunden nirudvignāḥ trayo lokāḥ die drei unbeunruhigten Welten devadānavayakṣāṇāṃ gandharvoragarakṣasām |
śatrum adyoddhariṣyāmi tvāṃ ṛṣīṇāṃ ca kaṇṭakam ||81||
Den Feind der Götter, Dānavas, Yakṣas, Gandharvas, Schlangen und Rākṣasas, dich, den Dorn der Weisen, werde ich heute ausreißen.
Wort für Wort devadānavayakṣāṇām śatrum den Feind der Götter, Dānavas, Yakṣas ṛṣīṇāṃ kaṇṭakam den Dorn der Weisen uddhariṣyāmi ich werde ausreißen vibhīṣaṇasya ca aiśvaryaṃ bhaviṣyati hate tvayi |
na cet satkṛtya vaidehīṃ praṇipatya pradāsyasi ||82||
Vibhīṣaṇa wird die Herrschaft zufallen, sobald du erschlagen bist — es sei denn, du gibst, dich verneigend, die Vaidehī ehrenvoll zurück.“
Wort für Wort hate tvayi wenn du erschlagen bist vaidehīṃ satkṛtya praṇipatya pradāsyasi die Vaidehī ehrenvoll, dich verneigend, zurückgibst ity evaṃ paruṣaṃ vākyaṃ bruvāṇe haripuṃgave |
amarṣavaśam āpanno niśācaragaṇeśvaraḥ ||83||
Als der Stier unter den Affen so harte Worte sprach, geriet der Herr der Nachtwandler-Scharen in die Gewalt des Zorns.
Wort für Wort paruṣaṃ vākyam bruvāṇe während er harte Worte sprach amarṣavaśam āpannaḥ geriet in die Gewalt des Zorns tataḥ sa roṣatāmrākṣaḥ śaśāsa sacivāṃs tadā |
gṛhyatām eṣa durmedhā vadhyatām iti ca asakṛt ||84||
Da, seine Augen rot vor Zorn, befahl er da seinen Ministern immer wieder: „Ergreift diesen Dummkopf, tötet ihn!“
Wort für Wort roṣatāmrākṣaḥ mit vor Zorn roten Augen gṛhyatām vadhyatām er werde ergriffen, er werde getötet rāvaṇasya vacaḥ śrutvā dīptāgnisamatejasaḥ |
jagṛhus taṃ tato ghorāś catvāro rajanīcarāḥ ||85||
Als sie Rāvaṇas Wort hörten, ihn, der wie loderndes Feuer glänzte, ergriffen ihn darauf vier schreckliche Nachtwandler.
Wort für Wort dīptāgnisamatejasaḥ glänzend wie loderndes Feuer catvāraḥ ghorāḥ rajanīcarāḥ vier schreckliche Nachtwandler grāhayām āsa tāreyaḥ svayam ātmānam ātmanā |
balaṃ darśayituṃ vīro yātudhānagaṇe tadā ||86||
Der Held, Tārās Sohn, ließ sich selbst willentlich von sich selbst ergreifen, um damals inmitten der Rākṣasa-Schar seine Kraft zu zeigen.
Wort für Wort ātmānam ātmanā grāhayām āsa ließ sich selbst von sich selbst ergreifen balaṃ darśayitum um die Kraft zu zeigen sa tān bāhudvaye saktān ādāya patagān iva |
prāsādaṃ śailasaṃkāśam utpapātāṅgadas tadā ||87||
Er, die an seinen beiden Armen Klebenden wie Vögel emporhebend, sprang da, Aṅgada, mit dem Palast, der einem Fels glich, empor.
Wort für Wort bāhudvaye saktān an den beiden Armen Klebenden prāsādaṃ śailasaṃkāśam der felsengleiche Palast utpapāta sprang empor teṣām utpatanavegena nirdhūtās tatra rākṣasāḥ |
bhūmau nipatitāḥ sarve rākṣasendrasya paśyataḥ ||88||
Durch die Wucht seines Aufsprungs wurden jene Rākṣasas dort abgeschüttelt und fielen alle zu Boden, vor den Augen des Rākṣasenfürsten.
Wort für Wort utpatanavegena nirdhūtāḥ durch die Wucht des Aufsprungs abgeschüttelt rākṣasendrasya paśyataḥ vor den Augen des Rākṣasenfürsten tataḥ prāsādaśikharaṃ śailaśṛṅgam ivonnatam |
tat paphāla tadākrāntaṃ daśagrīvasya paśyataḥ ||89||
Da barst der Palastgipfel, hoch wie ein Berggipfel, als er ihn betrat, vor den Augen des Zehnhalsigen.
Wort für Wort prāsādaśikharam der Palastgipfel tadākrāntam paphāla von ihm betreten, barst paphāla ca tadākrāntaṃ daśagrīvasya paśyataḥ |
purā himavataḥ śṛṅgaṃ vajreṇeva vidāritam ||90||
Er barst, während der Zehnhalsige zusah, wie einst der Gipfel des Himavat, vom Blitz gespalten.
Wort für Wort himavataḥ śṛṅgam der Gipfel des Himavat vajreṇeva vidāritam wie vom Blitz gespalten bhaṅktvā prāsādaśikharaṃ nāma viśrāvya cātmanaḥ |
vinadya sumahānādam utpapāta vihāyasā ||91||
Nachdem er den Palastgipfel zerbrochen und seinen eigenen Namen verkündet hatte, stieg er, ein gewaltiges Gebrüll ausstoßend, in die Lüfte empor.
Wort für Wort prāsādaśikharaṃ bhaṅktvā den Palastgipfel zerbrochen habend nāma viśrāvya den Namen verkündet habend vihāyasā utpapāta stieg in die Lüfte empor vyathayan rākṣasān sarvān harṣayaṃś cāpi vānarān |
sa vānarāṇāṃ madhye tu rāmapārśvam upāgataḥ ||92||
Alle Rākṣasas erschreckend und zugleich die Affen erfreuend, kehrte er inmitten der Affen an Rāmas Seite zurück.
Wort für Wort rākṣasān vyathayan die Rākṣasas erschreckend vānarān harṣayan die Affen erfreuend rāmapārśvam upāgataḥ kehrte an Rāmas Seite zurück rāvaṇas tu paraṃ cakre krodhaṃ prāsādadharṣaṇāt |
vināśaṃ cātmanaḥ paśyan niḥśvāsaparamo abhavat ||93||
Rāvaṇa aber geriet über die Zerstörung seines Palastes in höchsten Zorn, und da er seinen eigenen Untergang voraussah, verfiel er in schwerstes Seufzen.
Wort für Wort prāsādadharṣaṇāt wegen der Schändung des Palastes ātmanaḥ vināśaṃ paśyan seinen eigenen Untergang voraussehend niḥśvāsaparamaḥ abhavat verfiel in schwerstes Seufzen rāmas tu bahubhir hṛṣṭair ninadadbhiḥ plavaṃgamaiḥ |
vṛto ripuvadhākāṅkṣī yuddhāyaiva abhyavartata ||94||
Rāma aber, von vielen jubelnden, brüllenden Affen umgeben, den Tod des Feindes ersehnend, wandte sich nun ganz dem Kampfe zu.
Wort für Wort hṛṣṭaiḥ ninadadbhiḥ plavaṃgamaiḥ vṛtaḥ von jubelnden, brüllenden Affen umgeben ripuvadhākāṅkṣī den Tod des Feindes ersehnend suṣeṇas tu mahāvīryo girikūṭopamo hariḥ |
bahubhiḥ saṃvṛtas tatra vānaraiḥ kāmarūpibhiḥ ||95||
Suṣeṇa aber, der Affe von großer Kraft, einem Berggipfel gleich, dort von vielen gestaltwandelnden Affen umgeben,
Wort für Wort mahāvīryaḥ girikūṭopamaḥ von großer Kraft, einem Berggipfel gleich kāmarūpibhiḥ vānaraiḥ saṃvṛtaḥ von gestaltwandelnden Affen umgeben sa tu dvārāṇi sarvāṇi sugrīvavacanāt kapiḥ |
paryākramata durdharṣo nakṣatrāṇīva candramāḥ ||96||
durchschritt, auf Sugrīvas Geheiß, der unbezwingbare Affe alle Tore, wie der Mond die Sternbilder.
Wort für Wort sugrīvavacanāt auf Sugrīvas Geheiß dvārāṇi sarvāṇi paryākramata durchschritt alle Tore nakṣatrāṇīva candramāḥ wie der Mond die Sternbilder teṣām akṣauhiṇīśataṃ samavekṣya vanaukasām |
laṅkām upaniviṣṭānāṃ sāgaram cātivartatām ||97||
Als sie jene hundert Akṣauhiṇī der Waldbewohner erblickten, die Laṅkā belagerten und das Meer der Streitkräfte übertrafen,
Wort für Wort akṣauhiṇīśatam hundert Akṣauhiṇī laṅkām upaniviṣṭānām die Laṅkā belagerten sāgaram ativartatām die das Meer übertrafen rākṣasā vismayaṃ jagmus trāsaṃ jagmus tathāpare |
apare samarodharṣād dharṣam eva upapedire ||98||
gerieten die Rākṣasas in Staunen, andere gerieten in Furcht, wieder andere fanden gerade wegen der Kampfeslust an ihr Wohlgefallen.
Wort für Wort vismayaṃ jagmuḥ gerieten in Staunen trāsaṃ jagmuḥ gerieten in Furcht samarodharṣād harṣam upapedire fanden wegen der Kampfeslust Wohlgefallen kṛtsnaṃ hi kapibhir vyāptaṃ prākāraparikhāntaram |
dadṛśū rākṣasā dīnāḥ prākāraṃ vānarīkṛtam ||99||
Denn den ganzen Raum zwischen Mauer und Graben sahen die niedergeschlagenen Rākṣasas von Affen erfüllt, die Mauer selbst wie von Affen umgewandelt.
Wort für Wort prākāraparikhāntaram der Raum zwischen Mauer und Graben kapibhir vyāptam von Affen erfüllt prākāraṃ vānarīkṛtam die Mauer wie von Affen umgewandelt tasmin mahābhīṣaṇake pravṛtte kolāhale rākṣasarājadhānyām |
pragṛhya rakṣāṃsi mahāyudhāni yugāntavātā iva saṃviceruḥ ||100||
Als in der Hauptstadt der Rākṣasas jener gewaltige, überaus schreckliche Tumult entstand, ergriffen die Rākṣasas ihre großen Waffen und schwärmten umher wie die Winde am Ende eines Weltzeitalters.
Wort für Wort mahābhīṣaṇake kolāhale pravṛtte als der gewaltige, schreckliche Tumult entstand mahāyudhāni pragṛhya die großen Waffen ergreifend yugāntavātā iva saṃviceruḥ schwärmten wie die Winde am Weltzeitalterende
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